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ME-FanFiction: Verseucht!


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14 réponses à ce sujet

#1
Werwolfsvampir25

Werwolfsvampir25
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Prolog:
Nach einer Explosion einer geheimen Laboranlage auf dem Dschungelplaneten Xenopalis - irgendwo in den Terminus-Systemen - erkrankt eine nahe gelegene Kolonie plötzlich an einer seltsamen Seuche.
Die Allianz entsendet sofort einen kleinen Trupp unter dem Kommando von Captain Zacharias Somarov, der die Ursache der Explosion ergründen und die Seuche nach Möglichkeit eindämmen soll.
Dort angekommen erweist sich die Aufgabe als weitaus schwieriger als geplant, denn die Seuche scheint unbesiegbar. Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt ...

Kapitel 1:
Im Schatten einer großen Kokospalme liegend nippte er entspannt an seinem cocktail und schaute den braungebrannten Strandschönheiten beim Baden zu. Er genoss das sanfte Meeresrauschen, das leise Rascheln der Palmenblätter in der Sommerbrise, das Prickeln des Sandes unter seinem Körper und das ...
laute Surren in seinen Ohren?


Es war der Weckruf seiner Comm-Anlage, der Lieutenaunt Andrew Tyson aus seinen Urlaubsträumen riss. In Kalifornien war es jetzt gerade einmal fünf Uhr morgens, doch im Weltraum spielte Zeit keine Rolle, und auf diesem klapprigen Schiff schon gar nicht.
Die HALLIFAX war nur ein kleiner altersschwacher Aufklärer und nur mäßig bewaffnet. In einem Gefecht gegen einen Piraten-Kreuzer oder einen Kreuzer der Söldner wären sie bereits hoffnungslos verloren, nichts gegen die TOKIO oder die LIBERTY. Eine zeitlang hatte Tyson sogar mit dem Gedanken gespielt, sich auf die NORMANDY - angeblich das beste Kreigsschiff der Flotte - versetzen zu lassen, doch nach dem Bericht von ihrer Zerstörung durch einen bisher unbekannten Feind war er doch froh, sich dagegen entschieden zu haben.

So stand der Lieutenant nun in seiner winzigen Koje vor dem Waschbecken und warf sich einen Schwall kaltes Wasser ins Gesicht, um die Müdigkeit zu vertreiben - die Nachwirkungen einer langen durchzechten Nacht im Afterlife auf Omega. Sein Bruder hatte Geburtstag und wollte dies natürlich gebührend feiern. Der Höhepunkt dieser Party war ein kleines bewaffnetes Scharmützel gegen ein paar betrunkene Batarianer, das erst endete, als Aria T'Loak - die selbsternannte Herrscherin über Omega -  eingriff und die Allianz-Soldaten rauswerfen ließ.

Tyson rückte seine Uniform zurecht und trat auf das Mannschaftsdeck hinaus, auf dem bereits reges Treiben herrschte. Gerade einmal zwanzig Mann zählte die Crew der HALLIFAX, und doch kam man nur mit Mühe durch die Gänge des Schiffes.

"Hey Andrew!", hörte er Scotts Stimme hinter sich rufen. Sein Bruder hatte die Feier und die anschließende Ermahnung des Captains wohl besser weggesteckt als er selbst. Somarov hatte ihnen nach dem Ereignis im Afterlife erst einen ewig langen Vortrag über Verantwortung und Pflichtgefühl gehalten und dann Scott noch eine Flasche Brandy geschenkt. Aus Captain Zacharias Somarov wurde man einfach nicht schlau.
"Andrew, der Captain will dich in seiner Kabine sprechen. Anscheinend gibt es Schwierigkeiten."

Schwierigkeiten konnte es in den Terminus-Systemen immer und überall geben, das war nichts Neues. Seit Monaten war die HALLIFAX im Namen des Rates dort unterwegs, ohne genau zu wissen, wonach sie überhaupt suchen sollten. Nach Geth? Nach diesem Feind, der die NORMANDY vor einiger Zeit zerschossen hatte?
Wenn nicht einmal das schnellste Schiff der Flotte dieser Übermacht gewachsen war, wie sollte es dann ein kleines Scout-Schiff. schaffen?

Mit diesen Gedanken betrat er den kleinen Aufzug am Ende des Ganges ließ sich aufs Kommandodeck befördern.
Direkt vor ihm erstreckte sich das winzige cockpit, in der ein grimmiger Pilot und sein Navigator gerade über den Rat und die restliche Welt herzogen.
"Zeitverschwendung ist das, nichts weiter!", meckerte Brian Jennings - der Pilot, "Seit Monaten nichts als Sternenstaub und Asteroiden auf dem Radar. Sollen wir für den Rat vielleicht Steine sammeln?"
"Komm wieder runter, Brian!", beschwichtigte ihn die Navigatorin Hannah Brooks, "Der Rat wird schon wissen, was er tut."
"Das haben wir damals auch gedacht, und dann hätten wir wegen ihrer verdammten Engstirnigkeit beinahe alle mit dem Leben bezahlt. Und jetzt jagen wir mit unserer kleinen Nussschale irgend einem Phantom hinterher, anstatt uns auf wichtigere Dinge zu konzentrieren."

Tyson konnte Jennings Missmut durchaus nachvollziehen, er empfand selbst nicht viel anders. Shepard hatte den Rat gerettet, hatte ihnen alle möglichen Beweise geliefert, die sie zum Eingreifen hätten zwingen müssen, und dennoch stellten sie ihn als Verrückten dar, als einen Lügner! Und nun war er tot.

Somarovs Kabine lag direkt neben dem Lift und war nur geringfügig größer. Auf einem Aufklärer gab es selbst für den Kommandanten keinen Luxus.
In der Mitte des Raumes stand ein kleiner Schreibtisch. Auf dem Stuhl dahinter starrte ein groß gewachsener Mann mit schütterem grauen Haar und ebenso grauen Augen auf seinen Bildschirm und fuhr sich dabei nachdenklich über den Kinnbart. Captain Somarov wirkte genauso müde und abgespannt wie alle Anderen auf der HALLIFAX, aber auch besorgt.

"Setzen Sie sich, Lieutenant!", sprach Somarov, ohne sich vom Bildschirm abzuwenden, "Es gibt Neuigkeiten."
Tyson zog sich einen Stuhl herbei und setzte sich dem Captain gegenüber, der sich endlich aufsetzte und dem Lieutenant in die Augen blickte. Ein angedeutetes Lächeln stahl sich sein Gesicht.
"Sie sehen ein wenig angeschlagen aus, Lieutenant. Bekommen Sie nicht genügend Schlaf?"

Tyson wusste genau, worauf der Captain anspielte und spürte, wie er diesen Augenblick genoss. Zacharias Somarov war kein allzu strenger Kommandant und schon gar kein Sadist. Er führte seine Crew, ohne unnötig viel Wert auf Protokolle und Etikette zu legen. Wenn es darauf ankam, konnte er sich auf sie verlassen, wie sie sich auch auf ihn verlassen konnten. Trotzdem ließ er es sich Augenblicke wie diese nicht nehmen.

"Was wollte ich jetzt sagen? Ach ja, die Neuigkeiten! Das Allianz-Oberkommando hat mich gerade kontaktiert."
Somarov drückte einen Knopf unter dem Schreibtisch, und an der Wand hinter ihm leuchtete eine Galaxiekarte auf.
"Haben Sie schon einmal von Xenopalis gehört?", fragte er unvermittelt.
Tyson überlegte kurz und antwortete dann: "Ein Dschungelplanet der Klasse M, wenn ich mich recht erinnere. Hades-Nexus?"
"Richtig! Dort wurde er vor einiger Zeit entdeckt und direkt angefangen, ihn zu kolonialisieren. Derzeit leben etwa 3500 Menschen in drei kleineren Kolonien. Einer dieser Orte - Little Sunshine - liegt in der Nähe einer größeren Laboranlage. Und da beginnt das Problem - sie ist explodiert!"

"Was ist geschehen?" fragte Tyson um seine Fassung bemüht, doch der Captain zuckte nur mit den Schultern.
"Eben das sollen wir heraus finden. Wir wissen noch nicht einmal, was in diesen Laboren überhaupt erforscht wurde. Die ganze Sache wurde wie vieles Andere auch unter Verschluss gehalten. Wir wissen nur, dass seit der Explosion die Leute dort unten krank werden. Die gesamte Kolonie wurde sofort unter Quarantäne gestellt, und doch breitet sich die Seuche weiter aus."
"Wie macht sich diese Seuche bemerkbar?"
"Laut den Medizinern vor Ort weisen alle Befallenen dunkle Flecken überall auf der Haut auf. Viel mehr ließ sich noch nicht feststellen,aber ich hab kein gutes Gefühl bei der Sache."
"Und wir sollen da runter?"
"Wir müssen! Ich werde Jennings die Koordinaten übermitteln, und Sie geben Ihrem Bruder Bescheid. In einer Stunde will ich Sie beide im Frachtraum sehen."
"Zu Befehl,Captain!", salutierte Tyson und wollte gerade den Raum verlasse, als ihm Somarov noch hinterherrief:
"Und rasieren Sie sich,Lieutenant! Wir wollen schließlich einen guten Eindruck hinterlassen."

Ende Kapitel 1

Modifié par Werwolfsvampir25, 15 juillet 2010 - 08:31 .


#2
Goblin1405

Goblin1405
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Hey das liest sich ja wirklich gut ! Dickes Lob und weiter so. Zumindest einer hier im Forum sollte solch eine Arbeit mal mit paar netten Worten loben tja und so gebührt eben mir die Ehre dies zu tun nachdem man hier im Forum anscheinend nur zum Schmarotzen kommt. Ist Dir das auch schon aufgefallen "Werwolfsvampire25" ? Wenige leute machen sich hier dick die Arbeit und wollen sich engagoieren und etwas bieten aber es interessiert hier keinen. Man pickt sich hier im Forum nur die Rosinen raus und dann verschwinden sie wieder. Kein Lob keine netten Worte. ich hab so einen miesen Zusammenhalt wie in diesem Forum noch nirgends erlebt. Es scheint fast so als wären ale Egoisten Deutschlands auf einmal Dragon Age Fans geworden.



Ich vermisse das hier wirklich. Vielen dank für Deinen guten Job. Hast Du wirklich geil hinbekommen bin schon gespannt wie es weiter geht.



LG Goblin

#3
Werwolfsvampir25

Werwolfsvampir25
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Danke für dein Lob, Goblin. Hätte nicht erwartet, dass so früh überhaupt schon Kommentare kommen^^. So etwas motiviert natürlich zum Weitermachen, allerdings muss ich um Geduld bitten. Gut Ding will schließlich Weile haben.^^



Es mag schon sein,dass manche Leute eben andere Interessen haben, aber damit komm ich zurecht. Zu Dragon Age kann ich nichts sagen,weil ich das Game nicht wirklich kenne. Zumindest scheint es wohl sehr beliebt zu sein.

Ich bin auch eher durch Zufall an Mass Effect geraten, und jemanden mich inspiriert so etwas eben. Das war zum letzten Mal bei TES: Oblivion der Fall. Da schreibe ich heute noch an der Story, und sie scheint relativ gut anzukommen. Aber wie gesagt: es braucht seine Zeit, so eine Geschichte zu entwickeln, und nicht immer ist das Ergebnis so, wie man es geplant hat.

Daher freut es mich, bereits nach kurzer Zeit ein so positives Statement zu bekommen. Hoffen wir,dass bald noch weitere hinzu kommen. Aber auch mit negativen Kritiken kann ich umgehen, gehört schleißlich zu meinem "Job" dazu.^^



Dankeschön jedenfalls und viel Vergnügen noch.



PS: Wolfi reicht!^^

#4
Werwolfsvampir25

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Kapitel 2 in Arbeit...

#5
Mp_Neuromancer

Mp_Neuromancer
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Das is echt gut geschrieben. Kannste so drucken und vermarkten ^^

Kann man dein Werk von Oblivion auch iwo lesen? Find TES einfach nur Hammer und kenn mich damit auch deutlich besser aus als im Mass Effekt Universum. ^^

#6
DAO_Nathalie

DAO_Nathalie
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Sehr schön! Liest sich sehr interessant. Freue mich auf den nächsten Teil.

#7
Werwolfsvampir25

Werwolfsvampir25
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Kapitel 2

Ihr Shuttle landete auf einer kleiner Lichtung ganz in der Nähe der konterminierten Kolonie. In voller Ausrüstung stieg der Landungstrupp aus. Ihr Universalwerkzeug konnte keine gesundheitsschädlichen Stoffe in der Luft ausmachen,dennoch wollte Somarov kein Risiko eingehen.
Sie waren zu Viert: Captain Somarov, die beiden Brüder Andrew und Scott Tyson, und Dr. Diana Ryan, die Medizinerin und Tech-Expertin auf der HALLIFAX.

Vor dem Eingang zur Siedlung wurden sie von einem Salarianer mit Wissenschaftlerkittel und Schutzmaske aufgehalten.
"Endlich haben sie jemanden geschickt !", rief er aufgeregt, "Verzeihen Sie bitte meine Unhöflichkeit! Tahel mein Name! Professor Tahel Dorai. Ich komme aus den Laboren."
"Captain Zacharias Somarov von der Allianz", übernahm der Captain das Gespräch und reichte dem Alien die Hand.

"Wir wurden hierher geschickt, um die Sache zu untersuchen. Sie sagten, sie kommen aus den Laboren? Wie sind Sie der Explosion entkommen?"
"Es geschah vor ein paar Tagen. Ich arbeitete im Gewächshaus, als der Kontaminations-Alarm losging, und rannte sofort los. Kurz darauf explodierte die ganze Anlage. Von den anderen Wissenschaftlern habe ich niemanden herauskommen gesehen. Ich glaube nicht, dass sie noch leben."

"Wieso arbeitet eigentlich ein Salarianer in einem Labor der Allianz?", mischte sich Dr. Ryan ein. 
"Ich gehöre zur wissenschaftlichen Abteilung der Special Task Group. Die Allianz hatte mich vor einigen Monaten angefordert, um ihre Leute bei den Forschungsarbeiten zu unterstützen."
"Welche Forschungen wurden dort denn betrieben?", sprach nun wieder der Captain.
"Es geht hauptsächlich um die hiesige Pflanzenwelt, nichts Weltbewegendes. Zumindest dachten wir das. Doch dann entdeckten wir, dass einige der Pflanzen äußerst ... befremdliche Verhaltenmuster aufweisen."
"Was meinen Sie mit 'befremdlich'?"

"Nun ja!", antwortete Tahel zögerlich und legte seine Stirn in Falten, "Erst vor kurzem haben wir eine Pflanze entdeckt, von der wir uns nach heutiger Sicht vielleicht besser ferngehalten hätten.
Dieses Gewächs ähnelt in vieler Hinsicht einem gewöhnlichen Apfelbaum und trägt auch die entsprechenden Früchte. Dass dieser Baum alles andere als gewöhnlich war, fiel mir während meiner Forschungsarbeiten auf.
Die ersten paar Tage geschah noch nichts. Bis auf die Tatsache, dass diese Baumgattung auf solch einem Planten überhaupt überlebensfähig war, fiel mir nichts Ungewöhnliches auf. Dann untersuchte ich die Äpfel. Der Pijak, den ich mit kleinen Stückchen fütterte, rastete innerhalb weniger Sekunden völlig aus, wollte mich angreifen. Zum Glück steckte er in einem Käfig. Nach zehn Minuten Raserei fiel er schließlich tot um.

Ich berichtete den anderen von diesem Ereignis. Ich war dafür, den Baum zu verbrennen,ehe er noch mehr Unheil anrichten konnte, aber stattdessen wollte man die Experimente fortsetzen. Ich war alles andere als begeistert, fügte mich dann aber doch. Wir begannen, die Früchte auszupressen und zu destilieren, immer und immer wieder. Das Ergebnis war stets das das Selbe - ein Affe nach dem anderen erlag nach nur wenigen Minuten ihrer blinden Tobsucht. Keine Ahnung, wonach wir überhaupt suchten,welchen Sinn diese Experimente hatten."

"Diese Skrupellosigkeit passt gar nicht zu den Wissenschaftlern der Allianz", lenkte der Lieutenant ein, "Und Sie ließen das einfach so zu, Tahel?"
"Zuerst überlegte ich, ob diese Leute nicht vielleicht in Wirklichkeit für CERBERUS arbeiteten, aber selbst für die waren sinnlose Tierversuche wie diese untypisch. Ich war drauf und dran, einfach meine Koffer zu packen und zu verschwinden, doch ich brachte es nicht über mich. Etwas hielt mich fest. Und einen Abend vor der Explosion entdeckten wir sie beim Essen zum ersten Mal."
"Was?"
"Die Flecken!"
Langsam schob der Salarianer den Ärmel seines Kittels nach oben. Auf seiner grünlich-braunen Schuppenhaut zeichneten sich deutlich die zahlreichen schwarzen Tupfer ab - wie Tintenkleckse, die man mit einem weichen Pinsel auf die Leinwand spritzt. 

"Sie jucken und brennen nicht, verändern auch nicht Form oder Farbe. Sie sind einfach nur da, ich weiß nicht wie lange. Wo genau die Ursache liegt, und welche Symtome noch zum Vorschein kommen werden, kann ich auch nicht sagen. Dennoch vermute ich, dass diese Flecken nur eine Begleiterscheinung der Gewissenlosigkeit der menschlichen Wissenschaftler und meiner Unentschlossenheit ist. Und seit dem Unfall verbreitet sich diese 'Seuche' auch unter den Kolonisten."

Der Professor hatte nicht zuviel versprochen. Kein Mensch, der nicht unberührt blieb von dieser ungewöhnlichen Krankheit.
"Bis auf die Flecken kann ich keine ungewöhnlichen Merkmale entdecken, Captain", berichtete die Medizinerin, "Keine Spur von ungewöhnlicher Aggression oder ähnliches."
"Die Wissenschaftler waren der Pflanzenwelt monatelang ausgesetzt. Vielleicht ist die Ansteckung ein langwieriger Prozess. Wir werden es wohl erst wissen, wenn wir in den Laboren sind."
"Sie wollen da wirklich hinuntersteigen?", meldete sich Tahel zu Wort.
"Wir haben keine Wahl. Nur so können wir herausfinden, was genau hier vorgefallen ist. Vielleicht finden wir dann auch ein Heilmittel. Außerdem könnte dort unten noch jemand am Leben sein.

Ende Kapitel 2

Modifié par Werwolfsvampir25, 15 juillet 2010 - 08:30 .


#8
Werwolfsvampir25

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Kapitel 3

"Der größte Teil der Laboranlage befindet sich tief unter der Erde", erklärte der Salarianer anhand eines Lageplans, den er mit seinem Universalwerkzeugs projezierte.
"Oberirdisch befanden sich nur der Verwaltungs- und Wohnbereich und das Gewächshaus. Ein Expresslift verband die Verwaltung mit den unterirdischen Etagen,allerdings dürfte der durch die Explosion etwas in Mitleidenschaft gezogen worden sein. In diesem Fall werden sie keine andere Wahl haben, als die Notleitern im Fahrstuhlschacht zu verwenden.

Direkt unter der Verwaltung beginnen die eigentlichen Labors und damit der Sicherheitsbereich. Wir verfügten über einige Mechs, die in den Gängen patrollierten und uns vor etwaige Einbrechern schützen sollten. Sofern nicht der Zentralrechner in der untersten Etage zerstört wurde - und das bezweifle ich - sind sie immer noch aktiv und werden Sie als Bedrohung einstufen."
"Klingt doch aufregend!", entgegnete Scott ironisch.

"Ganz wie Sie meinen, Sir. Jedenfalls arbeiteten zur Zeit des Unfalls etwa 50 Wissenschaftler in den unteren Laboren. Falls sie noch leben, sitzen sie dort immer noch herum. Im Notfall werden sämtliche Ein- und Ausgänge sofort hermetisch abgeriegelt. Um die Verriegelung wieder aufzuheben, müssen Sie bis zum Zentralrechner vordringen und diesen im schlimmsten Fall deaktivieren. Allerdings deaktiveren sie damit auch die kinetischen Barrieren, die mögliche Gefahrenstoffe am Austreten hindern. Zudem werden Sie dort vermutlich auf den stärksten Widerstand stoßen."

"Von welchen Gefahrenstoffen sprechen wir hier, Professor", harkte Diana nach.
"Der vorhin erwähnte Kontaminationsalarm geht für gewöhnlich nur los, wenn sich irgendwo in der Anlage freie Gefahrenstoffe befinden. Ob das stimmt und um welche Stoffe es sich handelt, konnte ich anhand meines Werkzeugs leider nicht ausmachen. Mit etwas Glück funktioniert das VI-Terminal in der Verwaltung noch. Vielleicht kann man ihnen dort weiterhelfen."

Tahel gab ihnen noch eine genaue Wegbeschreibung zum Laborgelände und zog sich dann müde in seine Wohnbox zurück.
Da die Anlage für einen Fußmarsch viel zu weit entfernt lag und der Weg quer durch den Dschungel führte, überließ man dem Team einen alten Transporter.

"Die Sache gefällt mir nicht", brach Andrew Tyson irgendwann das bedrückende Schweigen, "Irgendwas sagt mir, dass der Salarianer uns nicht alles verraten hat."
"Zumindest alles,was er weiß", entgegnete Diana und fügte hinzu:
"Und das reicht mir schon, wenn ich ehrlich sein soll."
"Fakt ist, dass wir da runter müssen. Wenn Tahel Recht hat, ist die gesamte Luft kontaminiert, auch wenn unsere Geräte nichts anzeigen. Das kleinste Leck an unserer Ausrüstung kann von jetzt an lebensbedrohlich sein, also passt gut darauf auf."
"Jetzt weiß ich endlich, wie sich die Quarianer fühlen müssen", gab Scott spöttisch zurück, und Somarov erwiderte:
"Ich schätze, die Quarianer wären froh, wenn ein einzelner kontaminierter Planet ihr größtes Problem wäre, Corporal."

Das Gelände lag auf einer weitläufigen asphaltierten Lichtung mit einer Fläche von einigen Quadratkilometern, umgeben von fremdartigen Bäumen und Sträuchern, in denen es raschelte, brummte und knirschte. Im Dschungel lebten Varren,Affen und anderes Getier. Angeblich lag früher direkt unter den Laboren sogar das Nest eines Dreschschlundes, bevor er zugunsten des Bauvorhabens der Kolonisten sein Leben lassen musste.

Von der oberirdischen Anlage blieb nicht viel weiter übrig als mit kalter Asche bedeckte Ruinen und Trümmer. Laut Tahels Angaben lag die Verwaltung irgendwo im Zentrum - ein größeres flaches Gebäude mit einem kleinen Gewächshaus auf der Rückseite. Beides blieb bis auf einige Außenschäden von der offensichtlich gewaltigen Explosion relativ verschont. Zumindest der Innenbereich war zum größten Teil noch hintakt.
"Die Explosion ging nicht von hier aus", kombinierte der Captain nachdenklich.

Das Gewächshaus war kaum größer als die Mannschaftskabinen auf der HALLIFAX, dafür aber vollgestopft mit allerlei Pflanzen, die es wohl nur auf dieser Wlet zu geben schien. Die größte Aufmerksamkeit jedoch erregte ein hochgewachsener Baum mit purpurnen Blättern und grünen Früchten, die verführerisch von den Ästen baumelten.
"Ist das dieser 'Apfelbaum'?", fragte Diana atemlos.
"Der Professer hat uns sein genaues Aussehen nie genau beschrieben,aber da es ohnehin der einzige Baum hier ist ..."
"Captain, schauen Sie sich das an", rief ihm der Lieutenant zu und verwies ihn an die einzige freie Wand des Glashauses.

Ein hohes fünf-reihiges Käfigregal erstreckte sich von einer Seite des Gebäudes bis zur anderen. Somarov zählte insgesamt einhundert kleine Zellen, zwanzig Zellen pro Reihe. Die meisten davon waren leer, in den anderen lag je ein toter Affe.

"Alle Affen, die mit den Früchten gefüttert wurden", erklärte die Ärztin sachlich,
"sind nach einer kurzen - nennen wir es einmal - 'Tollwut' verstorben. Ich schätze, Tahel hat sie umgehend entsorgt. Diese Tiere hier waren wohl noch übrig. Es sieht so aus, als wären sie erst nach der Explosion ums Leben gekommen. Da sie keine äußeren Verletzungen aufweisen, würde ich sagen, sie sind entweder verhungert oder erstickt. Vielleicht hat sie auch die Seuche dahingerafft, doch für eine genauere Analyse brauch ich erst mehr Daten."
"Suchen wir uns also einen Weg nach unten."

Ende Kapitel 3

Modifié par Werwolfsvampir25, 15 juillet 2010 - 09:43 .


#9
Goblin1405

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Echt cool freu mich auf mehr :)

Du hast wirklich sehr gutes Talent ! Gute Fantasie im Blut :)



LG bis dann Goblin

#10
Werwolfsvampir25

Werwolfsvampir25
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Kapitel 4

Wie vermutet war das Verwaltungsgebäude bis auf einige Schäden an den Außenwänden weitestgehend intakt. Die automatischen Schiebetüren hatten sich inneinander verfangen und ließen sich nur noch mit Gewalt öffnen, doch ein gut gezielter Schuß mit Andrews Granatwerfer löste das Problem ein für alle Mal. Seine Ausbilder bezeichneten ihn  wegen seiner eher ungewöhnlichen Methoden gerne als 'grobschlächtig' und 'überaus impulsiv', Somarov aber wusste eben diese Methoden immer häufiger zu schätzen.

Im Inneren der Verwaltung herrschte ein heilloses Durcheinander. Möbel lagen zertrümmert in der Gegend herum, die Terminals waren zerschlagen worden, es roch nach einer Mischung aus angeschmorten Kabeln, Kot und Kadavern.
"Was ist hier nur passiert?", hauchte die Ärztin.
"Was immer es war, es geschah erst vor Kurzem. Diana, schauen Sie,ob Sie die VI zum laufen bekommen."

"Das Terminal wurde völlig zerstört, Captain", erklärte Diana, während sie das Terminal scannte, 
"Die VI ist tot. Mir ist es lediglich gelungen, die letzten Log-Einträge herauszufiltern, der ganze Rest ist unbrauchbar."
"Abspielen!"

"Dr. Victor McDale, Eintrag 127:
Das Projekt läuft auf vollen Touren. Schon bald werden wir mit den ersten Ergebnissen rechnen können. Der verdammte Salarianer glaubt wohl, er könnte uns vorschreiben, wie wir unsere Arbeit zu machen haben. Wer kam eigentlich auf die wahnwitzige Idee, ausgerechnet die STG zur Unterstüzung zu rufen? Ich werde nicht zulassen, dass sich so ein Möchtegern-Experte in unsere Angelegenheiten mischt."

"Dr. Victor McDale, Eintrag 131:
Uns gehen so allmählich die Affen aus. Die Mistviecher sterben einfach noch viel zu schnell. Wir sollten uns wohl besser schnell nach neuen 'Versuchsobjekten' umsehen."

"Dr. Victor McDale, Eintrag 140:
Ich halte diese Schmerzen einfach nicht mehr aus. Seit Tagen schon dieses gottverdammte Schädelbrummen, und obendrein scheint irgendwer an unseren Geräten herumzuspielen. Das Thermostad spielt verrückt, ständig fällt die Stromversorgung aus. Wenn ich diesen Tahel erwische, bringe ich ihn um. Hast du gehört, Salarianer-Schwein? Ich töte dich! ICH TÖTE DI ..."

Der letzte Eintrag endete in einem Knall, der Rest war ein monotones Rauschen.
"Offensichtlich ist dieser McDale für dieses Chaos hier verantwortlich", schlußfolgerte Somarov trocken, 
"Der reinste Tobsuchtanfall. Ein Folge der Seuche?"
"Wenn ja,dann vermutlich in einem Stadium, den die Patienten in der Kolonie noch nicht erreicht haben."
"Wir müssen da runter. Lasst uns den Lift suchen!"

Der Aufzug befand sich direkt hinter dem Empfangstresen, allerdings war er wie der ganze Rest der Verwaltung unbrauchbar. Einzig die Aufzugtür reagierte noch auf Dianas Hacking-Versuche. Der Schacht unter ihnen mündete bereits nach wenigen Metern in undurchdringlicher Finsternis. Die Notleiter wirkte nur wenig einladend, war aber der einzige Weg nach unten. Mit gemischten Gefühlen machte sich das Einsatzteam an den  langen Abstieg.

Je tiefer sie kamen, desto penetranter drang der Gestank durch ihre Geruchsfilter. Selbst Scott, den für gewöhnlich nichts so schnell aus der Ruhe brachte, haderte mit seiner Übelkeit.
"Wenn das hier vorbei ist, brauch ich erst einmal eine lange Dusche. Der Gestank macht mich noch wahnisnnig. Wie weit müssen wir denn noch klettern?"
"Ich glaub ich kann schon den Boden erkennen!", drang die Stimme seines Bruders von unten zu ihn herauf, "Ich schätze, noch knapp zehn Meter."

In diesem Moment begann etwas unheilvoll zu scheppern, die Leiter vibrierte.
"Was geht da oben vor, Scott?", rief Captain Somarov dem Corporal entgegen. Der blickte entgeistert nach oben und antwortete wie in Trance: "Wir haben da ein kleines Problem,Sir!"

Der Lift kam unaufhaltsam immer näher. So schnell es nur konnte arbeitete sich das Team an der Leiter nach unten, doch die letzten Meter wollten einfach nicht enden.
"Das schaffen wir nie!", brüllte Diana hysterisch.
"Doch, das schaffen wir!"

Scott riss sich seinen Munitionsgürtel vom Körper und band sich damit notdürftig an der Leiter fest, dann streckte er seine linke Faust in die Höhe.
Ein eisblauer Lichtstrahl schoss von seinem Arm dem abstürzenden Aufzug entgegen und umfasste diesen in einer kinetischen Blase, der seinen Sturz deutlich verlangsamte.
Der verkrampfte Gesichtsausdruck des jungen Biotikers zeugte von dem Gewicht des Fahrstuhls.
"Springt!" stieß er zwischen seinen zusammengepressten Lippen hervor.
"Sind Sie verrückt? Wir werden uns alle das Genick brechen!"
"Springt, verdammt noch mal!"

Kaum hatten Somarov und die anderen die Leiter losgelassen, wurden auch sie von einer großen Blase eingefangen, die sie vorsichtig nach unten trug und sich dann in Wohlgefallen auflöste.
"Wir sind unten, Scott! Du kannst springen,wir fangen dich auf!"
"Ok, haltet euch bereit!"

Während er mit der linken Hand noch den Lift in Schach hielt, löste er mit der Rechten den Waffengurt.
"Ok,Scott!", versuchte er sich selbst zu beruhigen, "Jetzt kommt es nur noch auf dich an. Genau dafür wurdest du ausgebildet. Nicht umsonst zählst du zu den erfolgreichsten Absolventen des BAAT. Auf Drei springst du da runter und lässt dich als Held feiern. 
Eins...Zwei...DREI!"

Zeitgleich mit seinem Sprung ließ Scott auch den Lift los, der darauf in unveränderter Geschwindigkeit weiter hinabraste.
"Vorsicht,da unten! Ich bringe Besuch mit!"
Der Lieutenant war es, der seinen Bruder auffing und sich dann sofort nach hinten fallen ließ. Eine Sekunde später raste der Aufzug auch schon dem Boden entgegen, nur um einen halben Meter darüber abzubremsen und sich in der Wand zu verkeilen.
"Lustig!", konnte Scott noch antworten, ehe er völlig erschöpft zu Boden ging.

Ende Kapitel 4

Modifié par Werwolfsvampir25, 02 août 2010 - 09:59 .


#11
Werwolfsvampir25

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Kapitel 5

Mit einer Tube Medi-Gel hatte man Scott Tyson schnell wieder auf die Beine gebracht. Noch ein wenig wackelig auf den Beinen stützte er sich gegen die Wand und wischte den Schmutz von seinem Visier.

"Gut gemacht, Corporal!", lobte ihn der Captain pflichtbewusst, "Wenn Sie soweit sind, widmen wir uns wieder unserer Aufgabe."
"Keine Sorge,Captain! Ich stehe voll und ganz zu Ihrer Verfügung!", antwortete Scott und salutierte, wobei er leicht nach vorne wankte. Somarov hatte es bemerkt, ließ es sich aber nicht anmerken.
"Also denn!", sagte er stattdessen, "Schauen wir einmal, wo genau wir uns befinden."

Sie standen mitten in einem breiten Flur, der sich in beide Richtungen weiter ausdehnte. Die meisten Schleusen schienen verschlossen zu sein.
Insgesamt war es ein unheimlicher Anblick. Die Lichter an der Decke flackerten wie Kerzen im Wind, durchsichtige Nebelfetzen standen in der Luft, der Geruch von Tod und Verwesung war allgegenwärtig. Und überall die Spuren von Zerstörung.

"Es wird wohl das Beste sein,wenn wir uns aufteilen.", entschied Somarov, "Lieutenant, Sie und der Corporal gehen  dort entlang, Diana und ich nehmen den anderen Gang. Waffen bereit und Augen offen halten! Wir befinden uns ab jetzt auf feindlichem Boden."

"Geladen und entsichert,Sir!", antwortete Andrew und griff zu seinem Sturmgewehr.

"Kann losgehen,Captain!", bestätigte sein Bruder mit der Schrotflinte in der Hand.

So drangen die beiden Teams in unterschiedliche Richtungen immer weiter ins Innere der Labore vor, ohne zu ahnen, dass zur selben Zeit noch jemand ganz in ihrer Nähe ums Überleben kämpfte.

----------

Sie hatte den Raum von innen verschlossen - erleichtert darüber, zumindest für einen kurzen Augenblick durchatmen zu können. Seit ihrer Ankunft in diesem verflixten Labor hatte sie nichts anderes zu tun als zu fliehen. Da ihr der Aufzugschacht nicht geheuer war, hatte sie sich stattdessen durch einen der Lüftungsschächte rutschen lassen, der bedauerlicherweise in einem Raum voller Sicherheits-Mechs endete, die sie bis hier her verfolgten. Nun standen sie genau vor der Tür, und sie war gefangen. Wäre sie doch nie auf diesen verdammten Planeten gekommen. Etwas benommen blickte sie sich um.

Der Raum war nicht allzu groß und schien nichts weiter als ein Lager zu sein. In den Glasvitrinen an den Wänden standen unterschiedlich große Phiolen mit undefefnierbaren Flüssigkeiten - keine Beschriftungen.
Einer der Wandschränke war umgefallen und hatte etwas unter sich begraben. Nach näherer Betrachtung erkannte sie, dass es ein Mensch war, vermutlich einer der Wissenschaftler. Er war tot. Vermutlich hatte er versucht, den Schrank mit Gewalt zu öffnen und ihn dadurch zu Fall gebracht. Der Schrank zerquetschte ihn, und er erlag seinen inneren Blutungen.

Laut ihres Werkzeugs litt der Wissenschaftler wohl seit geraumer Zeit an einer Art Infektion, wohl verursacht durch diese Seuche, die hier kürzlich ausgebrochen war. Sie wusste nicht viel darüber, nur dass sie sich kurz nach einer Explosion der überirdischen Laboranlagen immer weiter ausgebreitet haben soll. Und selbst diese Information hatte sie nur durch Zufall erhalten, als sie sich von ihrem Schiff aus in das geheime Kommunikationsnetzwerk der Allianz eingehackt hatte, um über Geth-Aktivitäten auf dem Laufenden zu bleiben. Ihrer unverbesserlichen Neugier hatte sie es zu verdanken, dass sie nun hier in der Klemme steckte und diesem armen Menschen wohl schon sehr bald werde Gesellschaft leisten können. 

Sie wollte die Leiche gerade näher untersuchen, als vor ihrer Tür Kampfgeräusche zu hören waren. Sie war nicht allein hier.
Der Kampf war schnell vorbei. Wahrscheinlich hatten die Mechs den Eindringling kurzerhand umgelegt und warteten nun wieder seelenruhig ab,bis sie in ihrem Gefängnis qualvoll verhungert war.

Sie hatte den Gedanken noch nicht ganz zuende gedacht, als sie auch schon eines Besseren belehrt wurde. Jemand machte sich an ihrer Tür zu schaffen, versuchte sie aufzubrechen. Hatten die Mechs die Geduld verloren, wollten sie ihre Gefangene lieber selbst vernichten, nur um ganz sicher zu sein?

Ihr Herz raste, die Pistole in ihrer Hand zitterte. Nun war alles aus, es gab kein Entkommen mehr. Hier, unter all den Trümmern, sollte sie sterben, sollte für all ihre Vergehen bezahlen - und für ihre verfluchte Neugier.

Die Tür sprang auf, der Rauch dahinter versperrte ihr die Sicht. Als er sich endlich verzogen hatten, traute sie ihren Augen nicht. Es waren keine Mechs,die nach ihrem Leben trachteten. Es waren Menschen!
"Oh,Keelah!"

Ende Kapitel 5

Modifié par Werwolfsvampir25, 03 août 2010 - 10:51 .


#12
Werwolfsvampir25

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Kapitel 6

Mit den Waffen in Anschlag schlichen Andrew und Scott Tyson vorsichtig durch die düsteren Gänge, ihre Helmleuchten tanzten im Takt ihrer Schritte an Wänden und Boden entlang . Wie von Tahel angekündigt waren sämtliche Räume hermetisch abgeriegelt. Niemand kam ohne Gewalt rein oder raus.
Laut ihrer Holo-Karte befanden sie sich auf der untersten Ebene des Komplexes, auf der sich auch irgendwo die Schaltzentrale befinden musste.

"Hier ist es stiller als auf einem Friedhof", bemerkte Scott, "Wenn hier noch jemand am Leben ist, fress ich meine Schrotflinte zu Mittag, zusammen mit der Munition."
"Dass du auch immer nur ans Essen denken kannst!", antwortete sein Bruder lässig. Plötzlich hielt er inne und hieß auch Scott stehenzubleiben.

"Was ist los?"
"Still!", zischte Andrew leise, "Hörst du das auch?"

Das Surren winziger Motoren drang irgendwo in der Nähe an ihre Ohren, etwas Metallisches traf in regelmäßigen Abständen auf den Boden, synthetische Geräusche. Irgend etwas bewegte sich ganz in ihrer Nähe.
Der Flur machte ein paar Meter weiter einen Knick nach rechts,  eine Überwachungskamera verfolgte dort irgendwelche Bewegungen.
Andrew und Scott pressten sich gegen die Wand und tasteten sich so Schritt für Schritt den Gang entlang, bis der Lieutenant um die Ecke spitzeln konnte.
"Ach, du Scheiße!"

Andrew zählte mindestens fünfzig Mechs, die sich vor einer Schleuse versammelt hatten und offensichtlich auf etwas warteten, aber worauf?
"Scott,mach dich bereit!", warnte er seinen Bruder und sprang aus der Deckung. Im Lauf erlegte er gleich fünf Mechs auf einmal und ließ sich dann zurück in den Gang fallen.
Scott fuhr seine Schilde hoch und erledigte zwei weitere Mechs.

"Warum haben uns die Jungs nicht längst angegriffen?", rief er im Kampfgetümmel und steckte dabei ein paar Treffer weg, "Sie hätten uns doch bemerken müssen."
"Vielleicht sind sie angeschlagen. Normalerweise versammeln sie sich auch nicht alle an einer Stelle. Irgendwas hat sie abgelenkt. Und dieses Etwas befindet sich wahrscheinlich hinter dieser Tür. Aber zuerst müssen wir diese Kampf-Konserven loswerden"

Die Mechs hatten gegen die beiden Soldaten keine Chance. Einer nach dem anderen zerfiel in seine Einzelteile und blieb reglos liegen. Als der Kampf endlich vorbei zu sein schien, tauchten von irgendwo her noch einmal zehn auf.
"Scott, wärst du bitte so freundlich?", bat Andrew ihn genervt.
"Für dich doch immer,Bruderherz!"

Seine rechte Hand leuchtete blau auf und machte eine kräftige Wurfbewegung von unten. Im selben Moment wanderte eine mächtige Schockwelle den Mechs entgegen und schleuderte sie mit voller Wucht in alle Richtungen.
"Das sollte es dann vorerst gewesen sein."

"Und du meinst wirklich, dass dahinter noch jemand lebt?", fragte Scott skeptisch, während sie sich die Schleuse näher betrachteten.
"Vermutlich hatten die Mechs jemanden bis hierher verfolgt, einen Eindringling."
"Wer außer uns wäre so blöd, in ein verseuchtes Labor einzudringen? Zudem hatte der Salarianer doch gesagt, dass sich alle Türen zeitgleich abriegeln."
"Diese hier offensichtlich nicht. Siehst du das rote Licht über dem Bedienfeld? Die Tür wurde von innen verschlossen. Schauen wir einmal, was mein Universal-Werkzeug dazu sagt."

Leider war das Bedienfeld zu beschädigt,als dass man sich hätte einhacken können.
"Dann eben mit Gewalt!", schlussfolgerte Andrew Tyson entschlossen und griff zu seinem geliebten Granatenwerfer, als Scott ihn am Arm festhielt.
"Willst du Tür etwa aufsprengen? Wenn dahinter wirklich noch jemand am Leben ist, ändert sich das garantiert, sobald er unter dem Ding begraben wurde."
"Ich schätze,du hast Recht, aber was machen wir dann?"

Scott setzte sein freches Grinsen auf, was er auch schon als Kind gerne benutzte, wenn man ihn mal wieder bei einem seiner Streiche ertappt hatte. Dann fummelte er ein wenig an seinem Waffenpack herum und brachte einen Schneidbrennder zum Vorschein.

"Ach schau mal einer an!", kommentierte Andrew in gespielter Empörung, "Mein eigener Bruder trägt schon die ganze Zeit einen Dosenöffner in der Weltgeschichte spazieren und hält es noch nicht einmal für nötig, ein Wörtchen darüber zu sagen."
"Hätte ich ja,aber du hast ja immer so eilig damit, alles Mögliche in die Luft zu jagen, dass ich gar keine Chance habe, mein kleines Spielzeug hier unter Beweis zu stellen."
"Na,dann hast du ja jetzt die große Gelegenheit, mir deine Fähigkeiten als Schlossknacker zu präsentieren."
"Es wird jetzt gleich ein wenig qualmen."

'Ein Wenig' war gut. Kaum hatte Scott den Brenner an der Tür angesetzt, war der Gang von grauschwarzem Rauch erfüllt. Andrew sah kaum noch die Hand vor seinen Augen.

Nach knapp zwei Minuten glitten die beiden Türhälften endlich zur Seite und gaben den Weg frei. Mit gezückten Waffen traten die beiden Brüder vorsichtig in den Nebel. Als sich der Rauch endlich wieder verzogen hatte, trauten sie ihren Augen nicht.
"Eine Quarianerin?"

Ende Kapitel 6

Modifié par Werwolfsvampir25, 11 août 2010 - 10:56 .


#13
Werwolfsvampir25

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Kapitel 7

"Wer seid ihr denn?", fragte die Quarianerin verwirrt.
"Lieutenant Andrew Tyson vom Scoutschiff HALLIFAX, und dies ist Corporal Scott Tyson,mein Bruder. Wir sind auf einer Mission hier, und mit wem haben wir das Vergnügen?"
"Mein Name ist Ada. Ada'Kash nar Veda."

Der Lieutenant mustere die junge Quarianerin ein kurze Weile und bemerkte dann:
"Dies ist nicht gerade der beste Ort für eine Pilgerin,Ada."
"Woher wissen Sie,dass ich ... ", stotterte sie fast.
"... auf Pilgereise sind?", beendete Andrew für sie den Satz und fügte lächelnd hinzu:
"Sagen wir einfach, ich hatte in letzter Zeit nicht viel zu tun und hab mir ein Hobby zugelegt."

"Wow!", sagte Ada erstaunt, "Ich hätte nicht erwartet, dass sich jemand so sehr für mein Volk interessiert."
"Machen Sie Witze? Mein Bruder ist Ihr größter Fan!"
"Halt die Klappe, Scott!", ermahnte Andrew seinen vorlauten Bruder und wand sich dann wieder an die Quarianerin.

"Jetzt wissen wir aber immer noch nicht, wie Sie überhaupt hier gelandet sind. Ich könnte mir vorstellen, dass Sie sich - geschickte Technicker, die ihr seid - einen Weg ins geheime Kommunikationsnetzwerk der Allianz gebahnt haben. Dann hat Sie Ihre Neugier gepackt und Sie sind auf direktem Wege auf zum Labor. Da der Eingang aber verschlossen und der Aufzug unbrauchbar war, sind Sie wohl irgendwie von außen eingedrungen, vielleicht über die Lüftungsschächte. Dann haben Sie vermutlich irgendwie die Mechs verärgert, welche Sie dann bis hierher verfolgt haben. Stimmt das in etwa?"

"Ähm ... ja ... ich schätze schon", antwortete die Pilgerin entrüstet, "Und inzwischen bereue ich es auch. Ich gehöre nicht eben zu den vielversprechensten Pilgern, wissen Sie? Und seit Tali'zorahs Rückkehr sind die Anforderungen sogar noch gestiegen."
"Tali'Zorah?", harkte Andrew hellhörig nach, "etwa DIE Tali'Zorah nar Rayya?"
"Sie kennen sie also auch? Logisch,sie ist ja auch eine Heldin. Tali'Zorah vas Neema nennt man sie jetzt. Und jetzt erwarten meine Eltern natürlich,dass ich zumindest etwas annähernd Wertvolles mitbringe, aber versuchen Sie das mal. Wenn Sie sich in unseren Traditionen auskennen,dass verstehen Sie vielleicht auch, in welcher Misslage ich stecke."

"Ja,ich verstehe. Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass Sie jetzt mit uns hier festsitzen. Dass hier alles verseucht ist, werden Sie ja hoffentlich mitbekommen haben."
"Was machen wir jetzt mit ihr, Andrew? Ich glaube nicht,dass die paar Mechs da draussen schon alles war, was diese Hölle hier an Gegenwehr zu bieten hat."
"Am besten werde ich erst einmal den Captain benachrichtigen. Danach sehen wir weiter."

----------

Zwei Stunden waren bereits vergangen, seit sich Captain Somarov und die Medi-Tec Diana Ryan von den anderen getrennt hatten. Im Augenblick streiften sie vorsichtig durch die düsteren Gänge des unterirdischen Labors und hatten das unbestimme Gefühl, beobachtet zu werden.

(wird fortgesetzt)

Modifié par Werwolfsvampir25, 29 août 2010 - 10:09 .


#14
kleinchris

kleinchris
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wow du hast einen echt klasse schreibstil ..[smilie]../../../images/forum/emoticons/w00t.png[/smilie]
hab jetzt nur das erste kapitel gelesen, abr werde den rest bestimmt noch nachlesen.  

#15
Werwolfsvampir25

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schön,dass es dir gefällt.Ich werde mich bemühen,dass es auch so bleibt ;-).

Beim Weiterlesen wünsch ich dir auch viel Spass.