Avalin erwachte langsam aus ihrer Lethargie. Das Blut hatte bereits aufgehört zu fließen, sowie auch ihre Tränen. Es gibt keine Schicksalsschläge, dachte sie, nur Lehrstunden.
Die Tür zur Taverne flog auf und riss sie aus ihren Gedanken. „Da brennts!“, schrie der alte Mann, der völlig atemlos ihm Türrahmen stehenblieb. Avalin runzelte die Stirn und trat ins freie um sich das Spektakel anzusehen. Ein heller Schein erleuchtete das Gebiet etwas entfernt, und dichte Nebelschwaden stiegen auf.
Avalin brauchte nur Sekunden um zu wissen woher dies kam. Sie stürmte drauf los und preschte mit unmenschlicher Kraft durchs Unterholz. Als sie das Lager erreichte, bot sich ihr ein groteskes Bild. Die Einwohner stürmten aufgeregt mit Wassereimern hin und her. Das Hauptzelt brannte lichterloh, und Avalin konnte darin eine Bewegung ausmachen. Sie rannte weiter und bemerkte Rowan die dastand, in die Flammen starrte, und …..nichts tat.
Mit einem harten Hieb stieß sie sie zur Seite und hatte das Hauptzelt erreicht. Die Hitze war enorm und nahm ihr die Luft zum atmen. Sie fiel auf die Knie und konnte den Umriss des Kriegers ausmachen. Sie griff zu, ohne nachzudenken. Flammen züngelten um ihren Arm und als sie den glühenden Stahl berührte zischte es laut. Als sie eine geeignete Stelle zu fassen bekam zog sie mit aller Macht, aber dies ging nicht schnell genug.
Plötzlich kniete der Qunari neben ihr, mit dem sie noch am Morgen sprach. Gemeinsam zogen sie ihn aus der Flammenhölle und Pegasus kam mit zwei Wassereimern gerannt die er ihm gleichmäßig über die Rüstung goss. Es dampfte und zischte, und Avalin stellte sich mit Grauen vor, was sich unter der Rüstung abspielte. Avalin zog ihm vorsichtig einen seiner Plattenhandschuhe aus, und ertastete seinen Puls. „Er lebt.“, sagte sie erleichtert zu den anderen.
Nun kam Rùn angetrabt, die sie in ihrer Hast bei der Taverne vergessen hatte. Sie kraulte ihr die Stirn und sagte zu den anderen gewandt, „Baut Ihr bitte mein Zelt auf, und bringt ihn dorthin. Ich gehe in den Wald und suche Kräuter.“ Die anderen nickten heftig und mit vereinten Kräften stand ihr Zelt binnen weniger Minuten. Avalin hatte dem Krieger bereits den Helm abgenommen und war den Tränen nahe. Seine Haut war vollkommen verbrannt und voller Blasen. Als die anderen kamen um ihn in ihr Zelt zu bringen fiel Avalins Blick auf Rowan die zügig in Richtung Ausgang trabte.
Die Blicke die ihr Avalin nachschickte sprachen Bände, doch Rowan war jetzt nicht wichtig.
Schnellen Schrittes folgte sie den Männern ins Zelt und begann mit Pegasus Hilfe die Rüstung vom Körper des Kriegers zu lösen, ohne zuviel zusätzlichen Schaden anzurichten. Die Verletzungen waren enorm und der Krieger würde wohl so bald nicht mehr zu Bewusstsein kommen.
Avalin betete zum Erbauer dass er ihn am Leben hielt, und ihr Wissen über Kräuter und Wundversorgung das Schlimmste verhindern würden.
Edited by Avalin, 06 August 2010 - 12:21 AM.