Lea runzelte die Stirn. Na hurra, da hatte sie ja den nettesten Wirt ergattert. Aber egal, für eine Nacht würde es erstmal reichen, und dann konnte man immer noch nach einer neuen Bleibe sehen.
"Werter Wirt, das ist kein gewöhnlicher Hund, und er darf unter keinen Umständen von uns getrennt werden. Es wird noch einer dazu kommen. Und wir brauchen wenn möglich noch 4 weitere zimmer. Also insgesamt fünf." Lea schenkte dem Wirt ein bezauberndes Lächeln, was aber wirkungslos an ihm abprallte.
"Aber sonst ist schon alles in Ordnung bei Euch? Fünf Zimmer?"
"Jawohl. Fünf, oder rede ich undeutlich? Wieviele sind denn noch frei?"
"Sechs. Ich kann doch nicht alle auf einmal vermieten. Wenn da nun Leute kommen die übernachten wollen!"
"Nun dann habt Ihr heute wohl Glück, es will nämlich tatsächlich jemand hier schlafen. So habt Ihr doch noch immer eines frei für Notfälle und spezielle Gäste."
Der Wirt wischte sich den Schweiß von der Stirn, verteilte ihn aber eher, da sein Tuch auch mehr als speckig war.
Leanora biß sich auf die Unterlippe, wie stur konnte der Kerl eigentlich sein? Dann kam ihr eine Idee. Sie kramte in ihrem Rucksack herum, bis sie das Geld fand, welches sie eingesteckt hatte, nahm es zur Hand, aber so, dass der Wirt nicht sehen konnte, wieviel es war. Aber das Klimpern der Münzen ließ ihn aufblicken.
"Nun Wirt, wie viel sollen die Zimmer denn nun kosten? Ich zahle im voraus. Und wenn ich noch eine Schüssel warmes Wasser und ein Stück Seife erhalten könnte gibts sogar nen Bonus."
Dem Wirt klappte das Kiefer nach unten.
"Pro Nase 1 Soverign. Also gebt das Geld schon her."
"Gut, hier sind 6 Sovereigns und 50 Silberlinge, dafür dürfen die Hunde mit. Und meine Seife nicht vergessen. Vielen Dank!"
Sie schnappte sich die Schlüssel, die ihr der Wirt aushändigte und ging die Stufen hinauf, wo die Zimmer waren.
Als sie die Tür öffnete, wäre sie am liebsten wieder rücklings hinaus. Gelüftet wurde dort wohl schon seit der Verderbnis nicht mehr, es miefte und in den Ecken war Stockschimmel zu sehen. Angeekelt zog Lea die Nase kraus und versuchte ihr Glück im Zimmer nebenan, aber da sah es nicht viel besser aus. Seufzend warf sie den Rucksack aufs Bett, wo sofort eine Staubwolke in die Höhe ging.
"Na Prost Mahlzeit. Vernita wollte eine schäbige Unterkunft. Ich glaub, ich hab sie gefunden. Länger als eine Nacht bleibe ich hier nicht, da schlaf ich ja noch eher bei Donas im Stall" grummelte sie vor sich hin.
Sie war gerade dabei, die Fensterflügel aufzumachen, beziehungsweise versuchte es. Die Flügel klemmten gewaltig und hatten sich verzogen, aber letztlich öffnete sich eines der Fenster mit lautem Quietschen, und frische Luft zog durch den Raum.
"Uff, geschafft. Ich glaube, das mache ich in den anderen Räumen auch noch..."
Gerade als sie zur Tür hinaus wollte, trat ihr der Wirt entgegen.
"Hier, Seife und Wasser. Solltet Ihr jegliche Wünsche haben, gebt mir ruhig Bescheid". Der Wirt grinste sie an, eine reihe fleckiger Zähne dabei zeigend.
Lea nahm die Schüssel und die Seife dankend entgegen. Was ein paar Silberlinge nur aus griesgrämigen Leuten machen konnte... dennoch hatte die emaillierte Schüssel auch schon bessere Zeiten gesehen, aber sie wollte sich nciht beschweren. Sogar ein halbwegs sauberes Handtuch hatte der Wirt dazu gelegt.
Aus der Schale stiegen noch die Rauchwolken, das Wasser war also tatsächlich frisch gekocht. So hatte sie noch genug Zeit, die Fenster in den anderen Räumen zu öffnen und die Türen wieder zu verschließen. Der Mabari folgte ihr dabei auf Schritt und Tritt und verfolgte das Geschehen neugierig.
Wo Lian nur blieb?
Sie nahm die Decke vom Bett und schüttelte diese erst einmal kräftig aus dem geöffneten Fenster hinaus. Wieder flogen Staubwolken durch die Gegend, und Lea mußte husten. Dann legte sie diese wieder zurück aufs Bett, räumte ihren Rucksack halbwegs aus und suchte sich frische Kleidung hervor. Sie zog sich aus und wusch sich so gut es ging, auch die Haare wurden einer Säuberung mit Seife unterzogen.
So fühlte sie sich sofort besser, und als sie in ihre weichen Hosen schlüpfte und einen frischen Pulli, ging es ihr sogar halbwegs gut. Sie setzte sich vorsichtig auf die Bettkante und streichelte den Mabari gedankenverloren. Dann stand sie auf.
"Komm mit, wir warten unten auf deinen Herren. Da mieft es wenigstens nicht so."
Sie setzte sich in die Schankstube, bestellte sich einen Krug mit Milch und wartete auf Lian. Sie war gespannt, was er zu berichten hatte.
Modifié par Bellandyrs, 01 août 2010 - 07:36 .





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