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Die freie Wildnis von Ferelden (Dragon Age RP)


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#2476
Aliens Crew

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„Lass mich doch, Miandra. Schließlich war dieses Handwerk lange Zeit alles, was ich hatte. Doch jetzt habe ich ja dich“, meinte Vernita ebenso schelmisch grinsend, wobei sie der schwarzhaarigen Frau zärtlich über den Handrücken strich. Anschließend nahm sie einen der Dolche an sich. „Das ist wirklich ein sehr schönes Geschenk, was du mir da machen möchtest, Miandra.“
 
Die Elfe lehnte sich wieder zurück, die Waffe immer noch in der rechten Hand haltend. Sie warf sie hoch und fing sie wieder auf, wobei sie den Dolch gedreht hatte und nun die Klinge mit den Fingern festhielt. Dann drehte sie die Waffe ein weiteres Mal mit einem kleinen Wurf in der Hand um und wiederholte das Ganze mit wachsender Geschwindigkeit.
 
„Früher konnte ich sehr gut mit Dolchen umgehen“, bemerkte sie beiläufig, während sie weiterhin mit der Waffe herumspielte. „An ihnen habe ich fast alles gelernt, was ich über das Kämpfen und Töten weiß...vielleicht sogar alles, was man überhaupt darüber wissen kann. Wären sie gegen schwere Waffen nicht so schrecklich ineffizient, wäre ich wohl nie zu Kurzschwertern übergegangen...“
 
Als Lydia sie dann ansprach, warf sie nur einen kurzen Blick zur Seite, wo sich diese gemeinsam mit Sha’ira am Feuer niedergelassen hatte. Und ein kurzer Brummlaut entwich in diesem Moment ihrer Kehle. Dann kreiselte sie einen Augenblick später in einer vollen Drehung auf ihrem Schemel herum, wobei sie den rechten Arm mit dem Dolch in der Hand hob. Eine Sekunde später flog dieser auch schon durch die Luft. Mit rasender Geschwindigkeit fegte die Waffe durch die Luft, wobei sie sich ständig überschlug. Nur wenige Zentimeter zischte der Dolch an Lydias Kopf vorbei und bohrte sich in den Holzrahmen, welcher die Feuerstelle umrahmte, wo er zitternd stecken blieb.
 
„Ja, das ist wirklich eine ausgezeichnete Waffe, Miandra. Ich danke dir vielmals für dieses bezaubernde Geschenk. Und schön zu sehen, dass ich mein Können mit diesen edlen Waffen offenbar noch nicht verlernt habe“, sagte Vernita, während sie Miandra anlächelte und dabei langsam mit dem Kopf nickte. Anschließend wandte sie ihren Blick wieder in Lydias Richtung. „Und du hast für dein junges Alter ein verdammt schlechtes Gedächtnis, Kleine. Ich sagte doch bereits, dass wir in der Herberge deiner kleinen Freundin Mika übernachten werden. Sobald es dunkel geworden ist, geht es los. Und daher fange ich jetzt auch an, meine Kleidung und meine Rüstung zu säubern, bevor ich dafür keine Zeit mehr habe.“
 
Vernita stand auf und ging zu der Kiste, die sie aus ihrem alten Zimmer geholt hatte und holte daraus ein altes, ehemals weißes, Leinenhemd heraus, welches sie Leanora hinhielt. „Hier. Wenn es dir nichts ausmacht, dann ziehe das bitte über, bis wir dir neue Kleider besorgen können, damit ich das Hemd, welches ich dir geliehen habe, mitwaschen kann. Ich denke mal, in dieser Herberge finden wir für dich sicher etwas Passenderes zum Anziehen. Und die Robe, die du noch mit dir herumschleppst, kannst du ruhig ins Feuer schmeißen...Andrastes Kinder lieben das ja angeblich so sehr...“
 
Bei ihren letzten Worten grinste sie blondhaarige Frau breit an.
 
 
 

Modifié par Aliens Crew, 29 avril 2012 - 11:06 .


#2477
Bellandyrs

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Lea hatte mit halb geschlossenen Augen ihr Essen verzehrt. Sie war hundemüde und hätte auf dem Schemel einschlafen können, auf dem sie gerade saß. Die Aussicht darauf, noch einige Meilen laufen zu müssen bis sie zur Herberge kamen, ließ ihre Stimmung gegen den Nullpunkt sinken. Außerdem bezweifelte sie, dass sie, sobald sie dann endlich schlafen konnte, es irgend etwas gab, was sie die nächsten zwölf Stunden aus Morpheus' Armen entreißen konnte.

Sie beobachtete, wie die anderen ihre Rüstungen und Waffen pflegten. Das war bei ihr nicht notwendig: Rüstung hatte sie keine, und die Waffe des Arls war in tadellosem Zustand.
Dennoch war sie so in Gedanken, dass sie leicht aufschreckte, als Vernita ihr ein Hemd hin hielt. Dankbar nahm sie es entgegen.

„Vielen Dank, das ist sehr nett von Euch“, bedankte sie sich bei der Elfe.
Sie drehte sich um und wechselte ihre Oberteile. Dabei musste sie innerlich schmunzeln. Ihre Scham vor ihren Gefährtinnen hatte sie wohl ein wenig abgelegt. Noch vor wenigen Wochen hätte sie das Zimmer verlassen um sich umzukleiden.

Sie drückte Vernita ihr getragenes Oberteil in die Hände. „Kann ich beim Waschen helfen?“ fragte sie unsicher.
Bevor sie jedoch die Antwort abwartete, kramte sie die blutbesudelte Robe mit spitzen Fingern aus ihrer Tasche, machte sich auf zur Feuerstelle und ließ diese mitten in die Flammen fallen. Kurz darauf züngelten sich die ersten Flämmchen um den Stoff, um diesen endgültig zu vernichten.

Ihre Gedanken wanderten dabei an den Tag zuvor, an dem diese Robe mit dem Blut des Kirchenvorstehers getränkt wurde. Sie sah Sengaal wieder hilflos an der Wand sitzen, beschwor die Erinnerung an die Zeit einige Stunden zuvor hoch, in der er sie aus Gromschlags Klauen befreit hatte, spürte seine Küsse auf ihren Lippen, und ein leises Seufzen entwich ihrer Kehle. Wie es ihm wohl gerade ging? Ob er sich bereits aus seiner Lähmung befreien konnte? Mit Schaudern dachte sie an den gefesselten Zwerg in der Abstellkammer des Klosters. Dieser war inzwischen mit großer Wahrscheinlichkeit bereits gefunden und befreit worden. Ihre Nackenhaare stellten sich zu Berge, wenn sie nur daran dachte, was passieren würde, wenn der Inquisitor Sengaal keinen Glauben schenken würde. Aber Neranos lebte, das spürte sie mit jeder Faser ihres Herzens. Dennoch meldete sich ein kleines Stimmchen in ihr, das ihr zuflüsterte: „Und was, wenn er zu Tode gefoltert wurde?“
Lea biss sich auf ihre Lippen. Dieser Gedanke war so grauenhaft, aber dennoch würde sie es dem kahlköpfigen Zwerg durchaus zutrauen. Trotzdem glaubte sie daran, dass ihr Liebster wohlauf war. Andraste konnte nicht so grausam sein, sie wieder zurückzuschicken mit den besten Wünschen und dann das nehmen, was das Glück in ihrem Leben ausmachte.

Sie wandte ihre Augen von den Flammen ab, mittlerweile war von dem Stoff nur noch ein kleiner Rest übrig. Die Adlige hatte nicht bemerkt, dass sie während ihrer Gedanken die ganze Zeit auf das Feuer gestarrt hatte, und ihre Augen tränten. Ob das aber nun vom Feuer oder von den schmerzhaften Gedanken kam, das vermochte sie im Augenblick nicht zu sagen. Aber eines wusste sie mit Sicherheit: sie vermisste Sengaal unendlich.

Leanora schüttelte den Kopf und streckte ihre Arme nach oben, um wieder etwas munterer zu werden und ihre Konzentration wieder auf das zu richten, was im Moment los war.

#2478
Kaysallie

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Ein Geschenk? So hatte Miandra es eigentlich gar nicht betrachtet, aber sie beschloss nichts weiter dazu zu sagen. Nachdenklich beobachtete sie noch die Elfe, bis sich diese an Leanora wandte, ehe sie sich wieder den Phiolen zuwandte, die sie nach und nach aus der Tasche gekramt hatte. Aus dem Hintergrund hatte sie jedoch ein schleifendes Geräusch vernommen, weswegen sie sich die Schneiden ihrer Klingen ansah, die vor ihr ausgebreitet auf dem Tisch lagen, doch diese waren in ausgezeichnetem Zustand. Aus welchem Metall sie wohl geschmiedet wurden? Leider kannte sich Miandra mit solchen Dingen nur bedingt aus.

Sie beschloss die Waffen wenigstens einer Reinigung zu unterziehen, da noch immer eingetrocknetes Blut an ihnen haftete, und aus den Phiolen wurde sie in dem schummrigen Licht ohnehin nicht schlau. Aber es war immerhin schon einmal gut zu wissen, dass es sich bei der dunkelgrünen Flüssigkeit um ein lähmendes Gift handelte. So kniete sie sich neben einen Eimer auf den Boden und tauchte die Waffen nacheinander vorsichtig in das kühle Wasser.

Nebenbei beobachtete sie die anderen, zuerst Lydia und Vernita, die mit ähnlichen Arbeiten beschäftigt waren wie sie selbst. Doch ihr war nicht entgangen, dass das Mädchen offenbar noch unbedingt auf den Markt gehen wollte, bevor sie ihre Reise antraten. Miandra hatte jedoch beschlossen sich aus solchen Meinungsverschiedenheiten rauszuhalten. Eine Entscheidung, die sie nicht von heute auf morgen getroffen hatte, sondern schon im Kindesalter. Auch wenn es ihr nicht gefiel, wie Vernita mit dem Mädchen manchmal umsprang. Es half nichts, sich provozieren zu lassen von einem sturen und trotzigen Kind – denn als solches sah Miandra Lydia noch immer an. Aber im Prinzip war ihr all das einerlei. Eigentlich hatte sie sich daran schon fast gewöhnt, dass die beiden immer miteinander stritten, und alles andere würde sich wohl wie ein Wunschtraum anfühlen. Aber solche hatte Miandra eigentlich kaum. Nein, eigentlich hatte sie nur einen einzigen.

Ihr Blick ging zu Leanora über, die ein wenig erschöpft und durch den Wind wirkte, aber dieses Bild war für Miandra ebenso wenig überraschend, wie der Disput zwischen Lydia und Vernita. Kurz schwenkten ihre Gedanken zurück zu dem Gespräch, welches sie mit der blonden Frau vorhin geführt hatte, aber ehe sie zu sehr darüber nachdenken konnte, atmete sie einmal tief durch und stand mit den gereinigten Waffen wieder vom Boden auf. Zwei der Dolche verstaute sie an ihrem Waffengurt, welchen sie sich gleich darauf umschnallte, und den dritten legte sie für die Elfe auf den Tisch. Anschließend sammelte sie ihre Rüstungsteile ein, die sie mit den Schnallen und Riemen zusammenhängte, sodass sie diese einfacher transportieren konnte. Die Phiolen verstaute sie wieder in der Tasche, da sie es für besser hielt, sich diese unter Tageslicht anzusehen, ehe sie den klimpernden Beutel zusammen mit der Rüstung neben der Eingangstüre ablegte. Danach trat sie zu einem Fenster und lugte mit zusammengekniffenen Augen durch einen Schlitz nach draußen, wo es mittlerweile schon recht finster geworden war. „Ich denke, wir können bald los...“, meinte sie dabei noch zu den anderen, ohne nachzusehen was diese gerade taten und ohne sich von dem Fenster zu entfernen.

Modifié par Kaysallie, 01 mai 2012 - 10:43 .


#2479
Aliens Crew

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„Das wird schon so gehen, Leanora“, meinte Vernita nur lächelnd, als sie das Hemd von dieser entgegen nahm. Anschließend wandte sich die Elfe ab und sammelte all ihre Sachen zusammen, die sie waschen wollte, was nicht sehr viele waren. Sie besaß lediglich drei Hemden und zwei Hosen, von denen sie jeweils eine trug. Zusammen mit ihrer Unterwäsche kam sie auf lediglich sieben Teile, die sie zu säubern hatte. Dummerweise hatte sie keine Seifenlauge, also musste das einfache Brunnenwasser reichen. So hockte sie sich neben einen der Eimer und begann damit, ihre Kleidung so gut es ging zu waschen.
 
Das dauerte eine Weile, da Vernita sehr gründlich arbeitete. Dabei beobachtete sie Miandra, welche ihre Dolche ebenfalls vom Blut ihrer Opfer befreite. Nachdem die Elfe mit ihrer Arbeit fertig war, hängte sie die Sachen zum Trocknen über dem Kaminfeuer auf, wo sie auch noch den Dolch wieder an sich nahm, der nach wie vor in der Holzverkleidung steckte. Diesen säuberte sie ebenso, doch nach einer genauen Untersuchung, entschied sie, dass eine weitere Behandlung der Klingen im Moment nicht nötig war. Ganz im Gegensatz zu ihren Schwertern. Diese hatten heute eine Menge Stahl, Fleisch und Knochen durchstoßen müssen und bedurften daher Vernitas Aufmerksamkeit. Also setzte sich die Elfe auf einen der Schemel und fing an, die Klingen ihrer Waffe mit einem Schleifstein zu schärfen, bevor sie diese mit einem speziellen Waffenöl einrieb, welches den Schwertern mehr Festigkeit verleihen sollte.
 
Nach den Waffen kam ihre Rüstung dran. Stück für Stück nahm sich Vernita diese vor und reinigte sie so gut es ging von den Überresten ihrer Feinde. Kaum war sie damit fertig, meinte Miandra auch schon, dass es Zeit wäre, aufzubrechen.
 
„Ja, du hast recht. Also, machen wir uns bereit“, erwiderte Vernita daraufhin, während sie ihre Sachen, die über dem Feuer hingen und inzwischen halbwegs trocken waren, in ihrer Tasche verstaute und danach auch noch die Dolche dazulegte. Anschließend setzte sie sich wieder hin und begann damit, ihre Rüstung wieder anzulegen. „Jetzt müssen wir nur noch einen Weg aus dieser Stadt finden. Die Tore müssen wir wohl ausschließen. Nach dem Tod des Arls werden die sicher schärfer bewacht als die Residenz der Königin. Also müssen wir uns wohl oder übel was anderes einfallen lassen. Vorschläge?“
 
 
 

Modifié par Aliens Crew, 03 mai 2012 - 05:27 .


#2480
SickOfItAll

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Lydia schreckte hoch und stupste Sha´ira an. " Heyhey, wachwerden, hier rührt sich was. "

Vernita wollte also noch in dieser Nacht aus der Stadt zur Herberge. Nachdem in der Stadt in der letzten Zeit einiges vorgefallen war, woran sie beileibe nicht unnbeteiligt waren, wurden die Sicherheitsvorkehrungen aller Warscheinlichkeit nach drastisch erhöht.

Aber sie wusste einen Weg. Vor wenigen Tagen noch war sie ihn mit Sha´ira zur Herberge gegangen und hatte sich dort Unterstützung zugesichert.

" Ich wüsste einen Weg. Der ist vielleicht nicht einfach, aber soweit ich weis ist er sicher. Wir müssen die Stadtmauer rechts des Nordtores erreichen, dort wird zur Zeit an einem Turm gebaut. Draußen steht ein Gerüst, drinnen wächst Efeu die Mauer nach oben und es gibt oben einen Flaschenzug für die Dickerchen unter uns ", wobei sie Vernita angrinste.

" Von dort aus ist es einfach. Unter der Mauer führt ein Pfad durch den Wald zur Straße und dann ist es nichtmehr weit zur Herberge, aber durch den Wald führt ein Wildwechsel zum Stall der Taverne. Aber immer an eins denken. Fackeln sollten wir auslassen. "

Sie stand auf, verstaute ihren Wetzstein und die Waffen und prüfte ob sie auch nichts hatte liegen lassen.

" Je ehr desto besser. Wir brauchen ein weiches Bett, mehr zu Essen und am besten einen großen Waschzuber. "

#2481
Aliens Crew

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Vernita rieb sich das Kinn, während sie Lydias Ausführungen lauschte.
 
„Nun, irgendwie gefällt mir das Ganze nicht. Das klingt nach einem ziemlichen Wagnis“, murmelte sie nachdenklich vor sich hin. „Leider mussten wir Legin Dingolor im Zuge des Selbstschutzes vor dieser Söldnerbande ausschalten. Er hätte uns sicher aus der Stadt bringen können, doch dieser Abschaum ist nun mal leider Geschichte. Und außerdem wäre es auch ein Risiko gewesen, mit diesem Gesindel Geschäfte zu machen...“
 
Die Elfe, welche während ihren Ausführungen zu Boden geblickt hatte, warf nun einen Blick in die Runde, bevor sie Lydia erneut mit ihren Augen fixierte. „Hast du diesen Weg selbst erkundet? Ich hoffe, du bist dabei nicht gesehen worden oder hast währenddessen irgendwelche Wachen überwältigt, so dass diese Sicherheitslücke aufgrund dessen nun geschlossen worden ist.“
 
Noch ehe sie dem Mädchen eine Gelegenheit zum Antworten gab, wandte sie sich auch noch an die anderen. „Und was ist mit euch? Traut ihr euch alle auch zu, diesen Turm zu erklimmen? Das wird sicher nicht einfach werden.“
 
 
 

Modifié par Aliens Crew, 05 mai 2012 - 07:31 .


#2482
Bellandyrs

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Leanora straffte die Schultern. Der Plan Lydias hörte sich abenteuerlich aber durchführbar an.

"Das wird schon irgendwie schief gehen", antwortete sie. Dass sie dabei eher sich selbst Mut zusprach als dem Fluchtweg zustimmte, wollte sie sich erst gar nicht eingestehen.

#2483
Kaysallie

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Miandra lauschte den Vorschlägen schweigsam. Sie kannte diese Stadt nicht und was Fluchtwege betraf war sie daher ebenso ratlos. Nicht einmal, als sie sich noch am Hafen in dem Lagerhaus versteckt hatten, hatte sie einen Weg aus der Stadt herausgefunden, als sie sich auf dem Gelände umgesehen hatte. Sie hatte also nicht wirklich eine Wahl, außer dem Vorschlag eines Kindes zuzustimmen. Aber schwierige Zeiten erforderten wohl ungewöhnliche Maßnahmen.

„Haben wir eine andere Wahl?“ fragte Miandra deswegen nur selbstbeantwortend Vernita, bevor sie die Tasche vom Boden aufhob und sich diese um ihre heile Schulter hängte. Auch die aneinanderhängenden Rüstungsteile hob sie, zum Aufbruch bereit, an einer wegstehenden Schnalle hoch, wobei ein zaghaftes Grinsen ihre Lippen umspielte. „Und um ehrlich zu sein, klingt das Erklimmen eines Turms nicht gerade sehr einschüchternd, oder ich habe mich an die Situationen der letzten Tage bereits zu sehr gewöhnt.“

Modifié par Kaysallie, 06 mai 2012 - 12:10 .


#2484
SickOfItAll

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" Ja, wir sind wen Weg selbst gegangen Dummerchen, sonst würden wir nicht wissen, das er da ist. Er ist quasi unbewacht, aber ich gehe davon aus, das die Patroullie auf der Stadtmauer alle Stunde vorbeikommt, was uns aber nicht hindern wird. "

Sie blickte in die Runde und fuhr fort. " Einfach wird es nicht werden und wir werden eine gute Stunde Tempo halten müssen, aber es ist der einzig sichere trockene Weg aus der Stadt. Wir könnten auch schwimmen, aber dann würde der ein oder andere mit seinen Blechkleidern wohl untergehen."

Sie klatschte in die Hände. " Entweder wir legen los, oder schlagen hier Wurzeln und gründen unsere eigene kleine Problemfamilie. Also, was ist ? "

#2485
Aliens Crew

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„Na gut, dann wollen wir mal“, meinte Vernita entschlossen zu den anderen. Sie trat neben einen der Eimer mit schmutzigem Wasser, welchen sie aufhob und damit zu der Feuerstelle hinüberging. Dort goss sie den Inhalt des Eimers in die Flammen hinein, die mit einem lauten Zischen verlöschten. Zurück blieben nur einige qualmige Überreste. Die Elfe stellte den Eimer ab. „Gehen wir! Lydia, du führst uns!“
 
Das Mädchen nickte kurz, bevor sich die Gruppe in Bewegung setzte. Geschlossen verließen sie das verfallene Haus. Draußen war es inzwischen dunkel geworden. Die Sonne hatte bereits den Himmel verlassen und ihn den Sternen überlassen, welche glitzernd die Straßen in silbriges Licht tauchten. Mit gezogenen Schwertern trat Vernita als erste nach draußen und blickte sich eingehend um. Niemand war zu sehen. Das Viertel war wie ausgestorben. So nickte sie Lydia zu, damit diese ihnen den Weg wies. Diese verstand, was die Elfe meinte und lief gleich los. Der Rest folge ihr.
 
Die Gruppe verließ das Gesindeviertel und machte sich auf den Weg zur Nordmauer. Sie benutzten die engen Seitenwege, immer darauf bedacht, die Schatten der Nacht für sich zu nutzen, um den Blicken der partroulierenden Wachen zu entgehen. Vernita beschlich ein ungutes Gefühl, da sie ihr Schicksal in die Händen dieses kleinen Mädchens gelegt hatte. Es wäre ihr lieber gewesen, sie müsste sich nicht auf Lydia verlassen. Bisher hatte ihnen die Kleine nur Ärger eingebracht. Doch waren ihre Befürchtungen unbegründet. Nach einiger Zeit erreichten die fünf ungehindert ihr Ziel.
 
„Hier sollen wir also rauf?“ bemerkte Vernita etwas skeptisch, wobei sie nach dem Efeu griff, der einen recht großen Teil der Mauer überwucherte. Sie zog an dem Gewächs, um dessen Stabilität zu prüfen. Es raschelte, doch es schien so, als sei die Schlingpflanze stark genug, eine ausgewachsene Person zu tragen. Die Elfe ließ den Blick nach oben gleiten und erkannte in einiger Entfernung den Turm, von dem Lydia gesprochen hatte. „Und da ist dann wohl unser Weg nach draußen, was? Nun, dann los. Ich gehe zuerst. Wenn diese Pflanzen mein Gewicht tragen können, dann schafft ihr es mit Leichtigkeit. Lydia, du folgst mir, aber warte, bis ich oben bin. Sha’ira, du bildest das Nachhut. Vorwärts.“
 
Nach ihren Worten steckte die Elfe ihre Schwerter weg, ergriff die Efeuranken mit beiden Händen und begann mit dem Aufstieg. Sie stützte sich mit den Füßen an der Mauer ab, während sie Stück für Stück nach oben kletterte. Es knackte und raschelte, doch kam Vernita recht schnell voran. Sie prüfte vorher stets die Stabilität der nächsten Efeuranke, bevor sie diese zum Weiterklettern benutzte.
 
Sie hatte die halbe Strecke bereits hinter sich, als sie abrutschte. Ihr Fuß verlor den Halt an der Mauer und sie glitt ein kurzes Stück nach unten, bevor die Ranke, an der sie hing, aus der Wand herausriss. Reflexartig ließ die Elfe sie los und schnappte nach einer anderen. Sie bekam eine zu fassen, rutschte aber weiter nach unten. Erst nach etwa einem Meter freien Falls, konnte sie sich wieder so weit festkrallen, dass sie zum Stillstand kam. Keuchend und mit einem leichten Schweißfilm auf der Stirn verharrte sie für einen Moment in dieser Position, sah einmal herunter und dann wieder nach oben.
 
„Das wäre ja was geworden“, murmelte sie vor sich hin. „Ich werd’ wohl zu alt für diese Scheiße!“
 
Nach einer kurzen Pause setzte Vernita ihren Weg fort, wobei sich der restliche Aufstieg als relativ leicht herausstellte. Die Ranken waren an der oberen Hälfte der Mauer um einiges stärker als noch zu Beginn ihrer Kletterpartie. So erreichte die Elfe kurze Zeit später den Wehrgang. Sie zog sich nach oben, wo sie in geduckter Haltung verharrte. Langsam und so leise wie möglich zog sie ihre Schwerter und blickte sich um. Zu beiden Seiten war nichts weiter zu sehen als der schmale Pfad von einem Wehrturm zum anderen. Sie stieß leise die Luft aus, welche sie zuvor angehalten hatte. Anschließend sah sie nach unten und winkte Lydia zu, ihr zu folgen. Sie selbst wartete oben auf der Mauer kampfbereit auf ihre Gefährtinnen.
 
 
 

Modifié par Aliens Crew, 09 mai 2012 - 05:27 .


#2486
SickOfItAll

SickOfItAll
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Lydia wies nach oben. " Rauf mit dir. Das trägt dich ... hoffentlich", weobei sie letzteres erst hinzufügte, als Vernita schon im Grün verschwunden war.

Beinahe wäre es schief gegangen, doch Vernita schaffte es nach oben. Grade so.

Also machte sich Lydia an den Aufstieg. Sie war leicht genug um die Efeuranken als perfektes Kletterseil zu benutzen und im nu war sie quasi lautlos oben angekommen.

" Ich hab dir ja gesagt, das du zu schwer bist dickerchen", kicherte sie Vernita an und winkte den andern unten zu, nacheinander heraufzuklettern.

Vorsichtig sah sie sich um. Viel hatte sich nicht verändert, ein paar Steine waren neu gesetzt worden und das Seil hing nun am Flaschenzug, aber sonst war alles beim Alten. Bis auf eines.

" Patroulien ! Da ! Siehst du sie ? Die sind weniger als fünf Minuten von uns entfernt ! Wir sollten uns beeilen ! " Wisperte sie zu Vernita, stieß sie an und zeigte in Richtung Fluss, von wo aus Fackelschein auf der Mauer zu sehen war, der sich langsam aber stetig auf sie zubewegte.

#2487
Kaysallie

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Miandra blickte nach oben und betrachtete das steile und mit Efeuranken überwucherte Gemäuer. Vereinzelt waren Blätter und Staub langsam wirbelnd heruntergefallen, als Vernita und Lydia hochkletterten. Kurz zuckte sie zusammen, als die Elfe abrutschte und sie versuchte sich die Stelle zu merken, an welcher die Äste scheinbar weniger Halt boten. Als es auch das Mädchen ohne Probleme nach oben geschafft hatte und ihnen bedeutete hochzukommen, wandte Miandra den Blick ab und legte ihre Rüstung kurz auf den Boden. Sie entfernte die Handschuhe, die sie ebenfalls an den anderen Teilen befestigt hatte, und stülpte sich diese gleich darauf über. Nachdem sie die Rüstung an ihrer Tasche befestigt hatte, blickte sie wieder nach oben.

Einmal atmete sie noch tief ein und aus, bevor sie sich den ersten Halt an den dicken Ranken suchte. Sie wusste, dass dies alles andere als einfach für sie werden würde und ihre Befürchtungen zeigten sich auch gleich bestätigt, als sie ihr eigenes Gewicht, sowie das der Tasche und Rüstung, zum ersten Mal mit ihrem linken Arm hochziehen musste. Ein stechender Schmerz durchfuhr diesen bis zu ihrer verletzten Schulter, weswegen sie leicht abrutschte und sich kurz verkrampft und keuchend an der Mauer festklammerte. Für ein paar Sekunden verharrte sie so, ohne sich weiter fortzubewegen. Aber Miandra wusste, dass das hier der einzige Weg aus der Stadt heraus war, es war das letzte Stück, das es hier, an diesem verfluchten Ort, zu bewältigen galt und niemals hätte sie jetzt schlapp gemacht oder die Schmerzen zugegeben.

Sie biss die Zähne noch fester zusammen, versuchte das Pochen und Ziehen zu ignorieren und zog sich nun Stück für Stück an den Ranken nach oben. Auch, dass sich der Henkel der Tasche immer tiefer in ihre heile Schulter zu schneiden schien, versuchte sie wegzudenken. Die Mauer schien während des Kletterns noch höher zu sein, als sie von unten ausgesehen hatte, und das Ziel näherte sich ihr sehr schleppend. Jeder weitere Griff nach einer Wurzel wurde noch anstrengender, als der vorherige, aber all das versuchte Miandra auszublenden. Nach einer endlos erscheinenden Zeit konnte sie die Kante am Ende der Mauer spüren und mit letzter Kraft überwand sie auch dieses letzte Hindernis.

Keuchend und mit Schweißperlen an der Stirn blieb sie kurz angelehnt an den Steinen hinter sich auf dem Boden des Wehrgangs sitzen. Unbewusst krallte sie ihre rechte Hand an ihrem linken Arm fest, den sie nach dieser Strapaze keinen Millimeter mehr bewegen wollte. Erst als sie kurz einige Male tief durchgeatmet hatte, fiel ihr Blick auf ihre linke Schulter, wobei ihr Gesicht noch ein wenig blasser wurde, als sie sah, dass sich der Lumpenstoff an dieser Stelle mit Blut vollgesaugt hatte.

„Ich hab' sie schmutzig gemacht. Tut... Tut mir leid“, keuchte sie leise mit heiserer und zittriger Stimme zerstreut hervor, wobei sie traurig auf den blutbesudelten Stoff starrte. Doch schon bald darauf begann sich alles vor ihr ein wenig zu drehen, weswegen sie die Augen schloss und den Kopf nach hinten an die Mauer kippen ließ. ‚Nur kurz verschnaufen‘, ging es ihr immer wieder durch den Kopf. ‚Nur kurz verschnaufen…‘

Modifié par Kaysallie, 12 mai 2012 - 06:41 .


#2488
Aliens Crew

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„Verdammt, Miandra! Mach jetzt nicht schlapp! Wir haben keine Zeit dafür!“ zischte Vernita erregt. Auch sie hatte die Wachen gesehen, welche den Wehrgang entlang patrouillierten und auf sie zukamen, noch ehe Lydia sie darauf aufmerksam machte. Doch nun galt ihre ganze Sorge der schwarzhaarigen Frau. Und sie machte sich selbst Vorwürfe.
 
Wie konnte sie nur auf diese Kletterpartie bestehen, ohne Miandra dabei zur Hand zu gehen? Sie wusste doch, wie es um sie bestellt war. Hatte deren Verletzung doch selbst gesehen. Das musste ja zuviel für die Arme werden. Vernita verfluchte sich selbst für ihre Nachlässigkeit. Doch ihr war auch klar, dass es nun Dringlicheres zu erledigen gab. Diese Wachen kamen immer näher, und die Elfe hatte es nicht auf einen Kampf mit diesen angelegt.
 
„Lydia! Klettere wieder hinunter und warne die anderen! Versteckt euch, bis diese Kerle dahinten verschwunden sind!“ befahl sie dem Mädchen, während sie ihre Schwerter wegsteckte und zu Miandra hinübereilte. „Ich will niemanden vorzeitig unseren Aufbruch aus der Stadt verraten, also auch nicht die dusseligen Trottel dort hinten töten müssen! Mach schon! Ich kümmere mich derweil um Miandra!“
 
Die Elfe kümmerte sich nicht weiter um Lydia, da sie nun die schwarzhaarige Frau erreicht hatte, welche sie für einen Moment besorgt ansah. Miandra atmete keuchend, ihre Atmung war stark beschleunigt, und ihre Gesichtsfarbe recht blass. Auch schien sie geistig ziemlich abwesend zu sein.
 
„Das wird schon wieder, mein Schatz“, sprach ihr die Elfe Mut zu. „Ich kümmere mich um dich. Keine Sorge.“
 
Vernita drehte sich um, ergriff Miandras Arme, welche sie sich um den Hals legte und hievte sich die Frau auf den Rücken. Mit einer Hand hielt die Elfe Miandras Arme fest, während sie mit der anderen unter deren Hintern griff, um das Gewicht der Frau abzustützen. In dieser Position stand sie dann schließlich auf.
 
„Dann komm, meine Süße. Zeit, dass wir verschwinden!“ meinte sie mehr zu sich selbst und setzte sich in Bewegung. So schnell und so leise wie möglich rannte sie in Richtung des Wachturms, die einzige Möglichkeit, die sie sah, um sich vor diesen Wachen verstecken zu können. Dass sie dabei direkt auf diese Männer zueilte, war ein Risiko welches sie bereit war, einzugehen. Sie musste nur schneller sein als diese Kerle, dann würde alles gut werden.
 
Der Atem der Elfe beschleunigte sich, blieb aber regelmäßig. Mit zunehmendem Tempo näherte sie sich dem Turm, wohl darauf bedacht, dass sie Miandra nicht gefährdete oder gar verlor. Dabei lag ihr Blick unentwegt auf dem schwachen Fackelschein der Wachen, welcher sich langsam aber beständig auf sie zu bewegte. Ihr würde in dem Turm nicht viel Zeit bleiben, soviel war auf jeden Fall sicher.
 
Kurz darauf erreichte sie das halb fertige Gemäuer auch schon. Die Tür war offen, so dass Vernita den Turm ungehindert betreten konnte. Sie blieb abrupt stehen und blickte sich gehetzt um. An der rechten Seite lag ein Haufen Ziegelsteine, die wohl für die Treppe nach oben gedacht waren, welche vollständig zerstört und somit unpassierbar geworden war. Der Weg nach unten schien in Ordnung zu sein, doch sah die Elfe trotzdem davon ab, sich dort unten zu verstecken. Schließlich kannte sie die Patrouillenroute der Wachen nicht und lief somit Gefahr in die Richtung zu flüchten, in die diese Kerle ebenfalls gehen würden. Nein, sie musste sich was anderes ausdenken. Und da fielen ihr das Gerüst und der Flaschenzug ins Auge, welche Lydia schon erwähnt hatte.
 
Es stand mitten im Turm, genau in dem Loch, welches die wendelförmig angelegten Stufen der Treppe umkreisten. Die Innenkante der Treppe wurde nicht durch eine Mauer abgegrenzt, so dass die Elfe dort in die Tiefe sehen konnte. Dort erkannte sie das Gerüst, welches vom Boden aus bis zur Decke des Turms reichte. Und dorthin würde sie gehen.
 
Vernita ging neben dem Flaschenzug, welcher sich neben dem Gerüst befand in die Hocke. Sie beugte sich vor, sodass Miandra auch auf ihrem Rücken liegen bleiben musste, wenn sie diese losließ. Anschließend griff sie sich eines der beiden Seile des Zuges, welches sehr stabil aussah und band sich dieses um ihre und Miandras Brust. Mit einem ordentlichen Knoten schnallte sie die schwarzhaarige Frau regelrecht auf ihren Rücken fest.
 
„So, jetzt geht es los. Bleib’ ganz ruhig, Miandra. Das klappt schon“, keuchte die Elfe leicht außer Atem, vor allem, um sich selbst zu beruhigen, denn sie vernahm bereits die Stimmen der Wachen, welche schon bedrohlich nah gekommen waren. Die Männer sprachen über ein belangloses Würfelspiel, was einer von ihnen wohl während der letzten Pause permanent gewonnen zu haben schien. Vernita blieb keine Zeit mehr.
 
„Auf geht’s!“ murmelte sie noch und ergriff dabei mit beiden Händen das andere Seil des Flaschenzuges, womit sie begann sich nach oben zu ziehen. Eine Hand griff dabei über die andere und zog damit das Seil nach unten, womit sich das andere, an dem sie selber hing, sich weiter und weiter nach oben bewegte. Sie schlang ihre Beine um das Tau, an dem sie festgebunden war, um mehr Halt zu bekommen, während sie sich weiter und weiter in die Lüfte erhob.
 
Nach ein paar Metern schließlich verschwand sie im Schatten der Turmspitze. Sie hielt inne, streckte ihre Beine nach hinten, wo sie ihre Füße auf das neben ihr stehende Gerüst ablegte, um in dieser Position zu verharren. Dort wartete sie angespannt auf die Soldaten, welche jeden Augenblick den Turm betreten würden. Die Elfe hoffte, dass keiner der Männer nach oben sehen würde, während sie dieses Gemäuer passierten, denn sie würde nur höchst ungern mit Miandra auf ihrem Rücken den Todesengel spielen müssen, der sich wie ein Geist auf diese Wachen stürzen würde, falls es nötig werden sollte.
 
 
 

Modifié par Aliens Crew, 20 mai 2012 - 01:25 .


#2489
SickOfItAll

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" Wenn ihr beiden euch ruhig verhaltet, sollte das ja klappen. Wir kommen hoch, sobald die Luft rein ist. " flüsterte Lydia und verschwand zwischen den Efeublättern.

Absteigen war hier schwieriger als aufsteigen, denn man sah nicht, wo man Halt fand. Langsam aber stetig hangelte sie sich an der Mauer herunter und noch bevor sie unten Ankam flüsterte sie schon den andern zu

" Wachen ! Seht zu, das ihr euch versteckt ! "

Sie selbst suchte sich ein Plätzchen, wo sie Halt fand und klammerte sich in der Wand ans Efeu , hoffend, das sie nicht plötzlich einen schnelleren Weg nach unten finden würde.

Langsam kamen die Wachen näher, der Fackelschein war an den Hauswänden hinter ihnen deutlich zu erkennen. Jetzt blieb ihnen nichts anderes mehr übrig als abzuwarten und zu hoffen, das alles glatt lief.

#2490
Bellandyrs

Bellandyrs
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Leanora hatte bereits angefangen die Mauer zu erklimmen, als von oben Lydia wieder herab kletterte. Sie war noch in einer Höhe, wo sie einfach die Ranken loslassen konnte, und so sprang sie nach Lydias Warnung und landete erstaunlich leise auf ihren Füssen.
Hektisch blickte sie sich um, großartige Möglichkeiten, sich zu verstecken, gab es kaum. Aber ein paar Schritte weiter entdeckte sie eine kleine Wölbung in der Mauer des Wehrganges, wo ein paar Kisten darin standen, aber noch genug Platz für einen Menschen bot.

So schlich sie in geduckter Haltung entlang der Mauer bis zu Nische, wo sie sich zusammenkauerte und gegen die Wand drückte. Es war dort stockfinster, und sie versuchte, nicht daran zu denken, was hinter und unter ihr gerade raschelte oder krabbelte. Sie hoffte nur, dass es bald Entwarnung gab, der Aufstieg an sich würde noch genug Zeit in Anspruch nehmen. Mit Grauen dachte sie daran zurück, wie ungeschickt sie sich angestellt hatte, als sie mit Vernita zusammen über die Klostermauer geklettert war.

Modifié par Bellandyrs, 14 mai 2012 - 05:52 .


#2491
Aliens Crew

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Die Tür öffnete sich und vier Männer betraten den Turm.
 
„Das werden wir ja gleich sehen, ob das Glück dir noch weiterhin hold ist, Urwen“, meinte einer der Wachen, der einzige, der eine Fackel in der Hand hielt. „Ich hab‘ nämlich vor, mein Geld zurückzugewinnen und mir noch zusätzlich deinen ganzen Sold einzuverleiben.“
 
„Das kannste ja gerne mal versuchen, wenn du noch nicht genug verloren hast“, lachte der Angesprochene und schloss die Türe hinter sich. Die anderen beiden Soldaten waren schon ein Stück vorausgegangen und warteten dort auf ihre Kameraden.
 
„Deine Sprüche werden dir noch im Halse stecken bleiben“, entgegnete der Fackelträger großspurig. „Du wirst mir noch auf Knien danken, wenn ich dich mal in diesem Monat auf ein Bier einlade, weil du sonst trocken bleiben musst.“
 
„Ja, wenne meinst, dass…“, begann Urwen und wäre beinahe in die anderen beiden Männer hineingelaufen, da diese immer noch vor ihnen standen, und er sich zu seinem Kameraden umgedreht hatte. „Was is denn mit euch los? Los, geht weiter!“
 
„Sei doch mal ruhig, Urwen“, erwiderte einer der beiden sofort. „Ich glaub‘ ich hab‘ was gehört. Da oben auf dem Gerüst scheint jemand zu sein.“
 
Die beiden Wachen blickten nach oben zur Turmspitze, die komplett im Dunkeln lag. Auch Urwen sah hinauf, doch so sehr er seine Augen auch anstrengte, so sah er dort nur Schatten und sonst gar nichts.
 
„Ach, dat war sicher nur eine Ratte“, beschwichtigte er seine Kameraden. „Oder wat meinst du, Venanor?“
 
Der Angesprochene trat nun mitsamt seiner Fackel zu den dreien und blickte jetzt ebenfalls zur Spitze des Gemäuers empor. Doch auch der Schein seiner Lichtquelle reichte nicht aus, um wirklich etwas erkennen zu können. Er kniff die Augen zusammen, was aber nicht viel half.
 
„Ja, bestimmt“, bestätigte er kurz darauf schließlich die Vermutung Urwens. „Wer sonst, sollte sich die Mühe machen, dort hochzuklettern? Kein Penner würde auf so eine schwachsinnige Idee kommen. Da gibt es bessere Orte, um zu knacken. Lasst uns gehen!“
 
„Aber sollten wir das nicht überprüfen?“ meinte einer der anderen beiden Wachen, welcher noch sehr jung aussah.
 
„Einen Scheiß müssen wir!“ brummte Venanor wütend und drängte sich an seinen Kameraden vorbei. „Ich habe besseres zu tun, als mitten in der Nacht auf so ein klappriges Ding zu steigen, nur weil du Hornochse Angst vor einer Ratte hast! Los, bewegt euch! Ich hab‘ noch etwas Geld zurückzugewinnen!“
 
„Ihr habt den Mann gehört, Mädels“, lachte Urwen und folgte dem Fackelträger. „Also macht hinne!“
 
Die beiden standen noch für einen Moment still und blickten in die Dunkelheit empor, doch als sich Venanor mit seiner Fackel nach und nach entfernte und ihr Sichtfeld immer kleiner wurde, gaben sie schließlich auf und folgten schweigend ihren Kameraden.
 

#2492
Kaysallie

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Murmelnde Stimmen hallten an Miandras Ohr. Ein unangenehmer Druck umfasste ihren Rücken, schnürte sich gegen ihren Körper und grub sich tief ins Fleisch. Sie atmete einen Geruch ein, der ihr irgendwie bekannt vorkam, und spürte jemanden vor sich, begleitet von einem höllischen Schmerz in Schulter und Arm. Sie blinzelte, atmete erstickt und verwundert Luft ein, als sie sah, dass sie offenbar irgendwie auf Vernita drauf lag. Ihr erster Impuls war es, sich von der Elfe zu entfernen, wobei sie realisierte, dass das gar nicht möglich war. Denn der Druck, den sie am Rücken spürte, schien von einem Seil zu kommen, mit dem sie offenbar an Vernita festgebunden war.

Fragen brannten ihr auf den Lippen. Was genau ging hier vor? Wo war sie hier? Das letzte, an das sie sich erinnern konnte, war, dass sie sich auf den Boden des Wehrgangs gesetzt hatte. Aber Miandra fragte die Elfe nichts, denn auch wenn sie nicht wirklich verstand, wo sie sich gerade befand, so war ihr bereits klar geworden, dass sie sich scheinbar versteckten. Sie fühlte die Anspannung der Elfe vor sich, die Konzentration und den flachen Atem. Miandra schielte nach unten, von wo ein schummriges Licht kam, und als sie sah, in welcher Höhe sie sich befand, klammerte sie sich nun doch ein wenig panisch mit dem rechten Arm an Vernita fest und hielt den Atem an.

Wie die Iris eines Drachenauges schien eine Flamme sie aus der Finsternis anzustarren und jedes noch so feine Härchen ihres Körpers stellte sich auf bei diesem Anblick. Männer, die sie kaum erkennen konnte, umkreisten das leuchtende Auge und unterhielten sich. Und auch wenn sie nicht verstand, welche Worte sie sprachen, so wusste sie instinktiv, was sie vermuteten. Sie schwiegen und lauschten, warteten darauf, dass sie sich zu erkennen gaben. Vielleicht waren es ein paar Sekunden, doch für Miandra fühlte es sich wie eine Ewigkeit an. Nervös polterte ihr Herz gegen den Brustkorb und sie konnte das Blut in ihrem Kopf bereits rauschen hören, so sehr war sie darauf bedacht, sich nicht zu bewegen und keinen Laut von sich zu geben. Dabei konnte sie spüren, wie ihr Blut am linken Arm hinunter lief, wie langsam es wanderte, und doch zu schnell, zu eilend für diesen Moment, als es sich seinen Weg durch die zarten Härchen suchte. Kaum vorbei am Ellbogen, weiter die Speiche und Elle hinunter, über Handballen bis hin zu ihren Fingerspitzen, um sich dort zu einem Tropfen zu formen. Sie biss sich auf die Unterlippe und schloss krampfhaft die Augen, hoffend, das Blut würde aufhören zu fließen, oder die Männer verschwinden.

Doch sie sprachen weiter, konzentrierten sich dabei aber nicht länger auf sie, als sie spürte, wie ein Blutstropfen in die Tiefe fiel. Sie konnte es bereits geistig vor sich sehen und hören, der kleine Tropfen Blut würde sie verraten und die Männer sie entdecken. Aber die Lichtquelle war bereits kleiner geworden, entfernte sich gemächlichen Schrittes. Immer leiser wurden die Gespräche und dennoch hörte man sie noch eine Weile, bis sie schließlich völlig verstummten. Nur noch tiefe Schwärze hatte sich nun vollkommen um sie gelegt und alles, was Miandra nur noch ganz leise hören konnte, war der Atem der Elfe vor ihr und ein weiterer Blutstropfen, der sich von ihrem Finger löste.

„Wie lange war ich weggetreten?“ fragte sie schließlich, mit schwacher Flüsterstimme, noch immer verwirrt über diese Situation.

Modifié par Kaysallie, 21 mai 2012 - 09:02 .


#2493
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„Ach. Du bist wieder wach. Wie schön, Miandra“, bemerkte Vernita und drehte dabei den Kopf zur Seite, um die Frau auf ihrem Rücken ansehen zu können. Ein leichtes Lächeln lag dabei auf ihren Lippen, doch konnte sie ihren derzeitig angestrengten Zustand nicht ganz überspielen. „Es war nicht so lang. Du hast nicht viel verpasst. Doch nun sollten wir zusehen, dass wir hier wieder herunterkommen. Halt dich an mir fest.“
 
Die Elfe wartete noch, bis Miandra ihrer Aufforderung nachkam und sich richtig an ihr festkrallte, so gut es eben ging, bevor Vernita sich von dem Gerüst abstieß. Anschließend schlang sie ihre Beine um das Seil, welches durch ihren Stoß doch recht stark in Bewegung geraten war. Geduldig klammerte sich die Elfe an dem Tau fest und wartete, bis es wieder einigermaßen ruhig hing. Dann begann sie mit dem Abstieg.
 
Langsam aber zielsicher kletterte sie mit Miandra auf ihrem Rücken Stück für Stück wieder nach unten. Dabei atmete sie tief ein und aus und auch sonst fiel es der schwarzhaarigen Frau auf, dass diese Aktion der Elfe viel Kraft kostete. Doch ließ Vernita nicht locker. Ruhig und ohne Hast erreichten die beiden schließlich wieder die Treppenstufen, von denen aus ihre Kletterpartie begonnen hatte.
 
Kaum hatten die beiden Frauen wieder festen Boden unter den Füßen, da ging die Elfe auch schon in die Hocke und band das Seil los, mit dem die beiden zusammengebunden waren, so dass sich Miandra auf die Treppenstufen sinken lassen konnte. Kaum war das geschehen, da drehte sich Vernita auch schon zu der schwarzhaarigen Frau um und blickte diese lächelnd und leicht außer Atem ins Gesicht.
 
„Geht’s dir wieder besser? Ich habe mir Sorgen um dich gemacht“, meinte die Elfe fürsorglich. „Kann ich dich für einen Moment allein lassen? Ich muss den anderen ein Zeichen geben, damit sie wissen, dass die Luft wieder rein ist.“
 
 

#2494
Kaysallie

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„Es geht schon wieder“, erwiderte Miandra ein wenig bedrückt. Es war ihr gerade irgendwie peinlich und unangenehm, dass ihr Vernita schon wieder helfen musste. Wie schwach war sie nur geworden, dass sie nichts mehr alleine hinbekam? Noch dazu an einem solchen Tag, an dem die Elfe schon so viel durchmachen musste. Gerade eben wünschte sie sich stärker zu sein, wie sie es sich schon so oft in ihrem Leben gewünscht hatte. Und trotzdem fühlte es sich irgendwie gut an jemanden zu haben, der auf sie aufpasste und dem sie vertrauen konnte. Es war ein schrecklich zwiespältiges Wirrwarr, welches Miandra allmählich zu verabscheuen begann. Irgendetwas in ihr wollte sich dafür bedanken, aber es war nur ein Gefühl. Und Gefühle auszusprechen, fiel ihr trotz allem noch immer schwer. Sie war es so sehr gewohnt nichts zu sagen und wenn sie daran zurückdachte, was sie heute schon alles gesagt und getan hatte, dann konnte sie es selbst kaum glauben und unweigerlich wurde sie bei dem Gedanken daran nervös und bekam wieder mehr Farbe ins Gesicht.

Schnell wandte Miandra den Blick zur Seite, um nicht länger über diese – in ihren Augen – unnötigen Gefühlssachen nachzudenken und betrachtete ihre Schulter. Ihr Arm schmerzte noch immer, wenn auch nicht mehr so fürchterlich wie zuvor, und der Lumpenstoff hatte sich mit Blut vollgesaugt. Vorsichtig mit schmerzverzogenem Gesicht hob sie den Stoff ein wenig an, um sich den darunter liegenden Verband ansehen zu können, auch wenn sie wusste, dass sie hier keine Zeit hatte, ihn zu wechseln oder die Wunde erneut zu versorgen. „Ich komm schon klar, hol die anderen, damit wir endlich von hier verschwinden können“, meinte sie noch beiläufig.

#2495
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„In Ordnung...warte hier auf mich!“ grinste Vernita die schwarzhaarige Frau an, bevor sie sich abwandte und auf dem Weg zur Tür machte. In geduckter Haltung lief sie schnellen Schrittes durch den Turm, wobei sie auch an der zerstörten Treppe nach oben vorbeikam. Dort hielt sie inne, sah sich die Bruchstellen an und fand dort schließlich einen abgesplittertes Stück Stein, etwa handtellergroß.
 
Mit einem zufriedenen Nicken nahm sie diesen Stein an sich, bevor sie weiterging. Vor der Tür blieb sie wieder hocken und umklammerte den Türgriff. Langsam drehte sie diesen herum und stellte dabei fest, dass die Wachen den Durchgang nicht verriegelt hatten. So zog sie die Tür auf, bevor sie nach draußen spähte...die Dunkelheit schien allumfassend zu sein. Nur in einiger Entfernung erblickte die Elfe den Lichtschein der Fackel, welche die Wachen bei sich trugen. Als sie das sah, öffnete Vernita die Tür vollständig und schlich zurück zu den Schlingpflanzen.
 
Kaum hatte sie diese erreicht, hielt sie inne und blickte in die Tiefe. Sie hielt den Stein über den Abgrund und ließ diesen fallen. Schnell bewegte sich das schwere Objekt in die Tiefe und gewann dabei mehr und mehr an Geschwindigkeit. Schließlich schlug es auf den Kopfsteinpflaster der Straße, wo es ein klackendes Geräusch gab.
 
„Psst!“ zischte die Elfe nach unten in die Dunkelheit. „Setzt eure Ärsche in Bewegung und kommt rauf! Die Luft ist rein!“
 
 
 

#2496
Bellandyrs

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"Andraste sei Dank", flüsterte sie, als sie Vernitas Entwarnung vernahm. Leise verließ sie ihr Versteck und begann mit ihrem Aufstieg auf die Mauer. Die Efeu-Ranken hatten bereits etwas gelitten, und vorsichtig ertastete sie sich kleine Vorsprünge, wo sie mit ihren Füßen Halt fand. Es kam ihr vor wie eine halbe Ewigkeit, bis sie endlich in der Höhe war, wo sie sich über den Rand schwingen konnte.

Sie wischte sich mit dem Hemdsärmel den Schweiß von der Stirn und nickte der Elfe zu.
„Wo ist Miandra?“ fragte sie so leise, dass sie sich nicht sicher war, ob Vernita die Frage überhaupt gehört hatte.

#2497
SickOfItAll

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Als sie Vernitas Ruf von oben vernahm, setzte sie sich gleich in Bewegung. " Es geht weiter Mädels ! " zischte sie hinter sich und machte sich wieder nach oben.

Droben angekommen sah sie sich um. " Fleißig waren die hier ja nicht, dort drüben ist die Lücke, von der aus wir auf das Gerüst kommen. Dort sollten wir leise sein, das Holz ist nicht das stabilste und wenn uns jemand durchbricht, haben wir sowieso gelitten. "

Sie seufzte leise und spähte über den Horizont.
" Um das unleidige Thema nochmal aufzugreifen ; Wir müssen. Morgen. Nochmal in die Stadt ! Komme was da wolle. Es dauert nicht lang und zur sechsten Stunde sollten wir lange wieder verschwunden sein, aber das ist wichtig, nicht das wir da draußen ohne alles stehen. Nicht, das ich das nicht gewohnt wäre, aber ich glaube nicht, das alle hier so überleben können. "

#2498
Kisu

Kisu
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"Ohje, ob das gutgeht ? "

Fragend sah sie an der Mauer nach oben, bevor sie sich ins Gebüsch warf. Das klettern war nicht gerade angenehm, ihre Rüstung war zwar nicht zu schwer, aber etwas sperrig, daran musste sie sich erst gewöhnen. Langsam aber stetig krabbelte sie wie ein Marienkäfer die Wand nach oben, bis sie über die Mauerkante hinwegspähen konnte.

" Eigentlich ein gemütliches Plätzchen", sagte sie, den Kopf zwischen zwei Efeubüscheln herausstreckend.

" Aber jetzt ersteinmal zur Herberge. "

#2499
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„Miandra wartet in dem Turm auf uns“, meinte Vernita auf Leanoras Frage hin. „Der Aufstieg hat ihrer verletzten Schulter ziemlich zugesetzt. Daher beabsichtige ich auch, sie mithilfe des Flaschenzuges nach unten zu hieven, falls dieser noch vor dem Turm stehen sollte.“
 
Anschließend wandte sie sich noch an Lydia. „Zu dieser Zeit wirst du kaum etwas auf dem Markt von Denerim bekommen, Kleine. Doch ich kenne da einen kleinen Handelsposten ein paar Kilometer nördlich von hier. Er liegt an der Küste, und es wäre kein großer Umweg für uns, wenn wir diesem einen Besuch abstatten, um uns dort das zu besorgen, was wir in der Herberge nicht bekommen können. Die sind dort verdammt gut bestückt. Dort dürftest du auch Sachen kriegen, die du in Denerim nicht bekommen wirst. Schmuggelware, wenn du verstehst, was ich meine. Während des letzten Bürgerkrieges gab es da sogar eine größere Auswahl als in ganz Ferelden zusammengenommen. Aber darüber reden wir, sobald wir hier weg sind. Und jetzt los. Bevor noch mehr Wachen hier aufkreuzen!“
 
Abrupt wandte sich die Elfe um und ging schnellen Schrittes zum Turm zurück, wo Miandra nach wie vor auf dem Boden saß und auf sie wartete. Sofort trat Vernita zu der schwarzhaarigen Frau und half ihr dabei aufzustehen. „So, meine Liebe. Es geht weiter. Nicht mehr lange, dann können wir uns ausruhen. Ich bringe dich jetzt zu dem Flaschenzug, von dem Lydia gesprochen hat. Mit diesem werde ich dich dann abseilen. Und keine Widerrede! Deine Schulter hat schon genug mitgemacht und musst deinen Arm schonen, also werde ich auch nicht mit dir darüber diskutieren, verstanden?“
 
 

#2500
Kaysallie

Kaysallie
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Während Miandra alleine in dem dunklen Turm saß, schlich ihr ein bekanntes Gefühl an den Fingern hinauf. Der kalkige Geruch der Steine, die Stille und Finsternis erinnerten sie an viele Momente zurück, in denen sie ebenso blind und einsam war. Ihre Finger fühlten sich plötzlich so kalt an und sie formte ihre Hände zu Fäusten, um ein zittern zu unterdrücken. Wie lächerlich war sie nur, dass sie sich mehr vor dunklen Erinnerungen als vor Wachen fürchtete, die vielleicht jeden Moment hier durchpatrouillieren könnten? Sie schüttelte den Kopf und versuchte einfach mal an nichts zu denken, was ihr nicht wirklich gelang. Nach geraumer Zeit hörte sie aus der Ferne leise Stimmen, unerkennbar, was sie sprachen, doch glaubte sie die Stimmen zu kennen. Nur kurz darauf erschien Vernita neben ihr und half ihr beim aufstehen.

„Meine Schulter vielleicht, aber das bedeutet nicht, dass ich nicht selbst laufen kann“, protestierte Miandra trotzdem ein wenig, denn noch immer löste solch Sorgsamkeit um sie ein Gefühl von Abweisung in ihr aus. Vielleicht lag es zum Teil aber auch daran, dass sie sich einfach nicht herumkommandieren lassen wollte. Um ihre Worte auch gleich in die Tat umzusetzen, löste sie sich gleich darauf von der Elfe, die sie noch leicht stützte und entfernte sich zwei Schritte, wo sie ihre Tasche wieder etwas richtete, da diese aufgrund dieser vielen Kletterpartien ziemlich verrutscht war. Auch die Rüstung versuchte sie noch einmal besser daran zu befestigen. „Also, wo befindet sich dieser Flaschenzug?“ fragte sie nebenbei ein wenig drängend.