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Die freie Wildnis von Ferelden (Dragon Age RP)


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2750 réponses à ce sujet

#2551
Kaysallie

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Noch ehe Leanora zu Ende gesprochen hatte, war Miandras Aufmerksamkeit bereits wieder woanders – zumindest hatte es den Anschein. Sie war zu den Packpferden gegangen, um dort ihre Tasche anzubringen. Zuvor hatte sie jedoch den Wasserschlauch, welcher daran befestigt war, heruntergenommen, da sie diesen während der Reise lieber bei sich haben wollte. Während sie den Beutel mit einigen Schnallen befestigte, lauschte sie den Worten von Leanora sowie Vernita und hörte auch, dass die beiden Mädchen kurz darauf rechtzeitig zu ihnen stießen und mit den üblichen Fragen nervten.
Als Miandra die Tasche schließlich befestigt hatte, ging sie mit dem Wasserschlauch zu einem Wassertrog, der nicht weit von den Haltepflöcken entfernt stand und welcher randvoll mit kühlem Regenwasser gefüllt war. Langsam tauchte sie den Schlauch in die Flüssigkeit ein, wodurch kleine Luftblasen aufstiegen, ehe dieser das Wasser saugartig in sich aufnahm. Nachdem der Trinkbeutel voll war, nahm sie einen Schluck daraus und spähte anschließend gelassen zu den anderen hinüber. Sie hatte offenbar beschlossen zu warten, welches der Pferde für sie übrig bleiben würde.

Modifié par Kaysallie, 06 août 2012 - 12:38 .


#2552
Aliens Crew

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„Gut, dann sind wir ja vollzählig“, bemerkte Vernita ein wenig zufriedener. „Dann können wir ja aufbrechen, sobald unser Proviant hier ist. Was wir sonst noch so benötigen, bekommen wir an diesem Handelsposten.“
 
Sie hatte kaum zu Ende gesprochen, da kamen auch schon die Bediensteten gemeinsam mit der Wirtin zu ihnen auf den Hof, beladen mit allerhand haltbaren Lebensmitteln und Wasserschläuchen, welche sie sorgsam auf die Packpferde luden. Die Wirtin selbst wandte sich sogleich an die Elfe, und die beiden fingen an über den Preis zu feilschen. Vernita bot ihr ganzes Handelsgeschick auf und drückte den Preis doch um ein gutes Stück.
 
„Ihr feilscht schlimmer als jeder Zwerg, den ich kenne“, meinte die Wirtin noch zum Abschied. „Und treibt mich damit schon fast in den Ruin.“
 
„Ihr werdet es überleben“, grinste diese daraufhin zurück, bevor sie Leanora die Zeche zahlen ließ. Die Wirtin bedankte sich daraufhin überschwänglich und ließ die Gefährtinnen allein. Auch ihre Bediensteten entfernten sich, nachdem sie den gesamten Proviant verstaut hatten.
 
„Dann wollen wir mal“, sagte Vernita bestimmt und ging zu Nerias Pferd. „Ich werde den Gaul unserer vermissten Magierin nehmen. Auch wenn meine Reitkünste etwas eingerostet sind, werde ich mit dem Klepper sicher klarkommen. Wenn einer hier noch etwas zu erledigen hat, dann sollte dieser jemand das jetzt tun. Wir haben noch einen weiten Weg vor uns, und daher wird es Zeit, jetzt aufzubrechen. Also, macht euch bereit.“
 
 
 

#2553
Kisu

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" Gebt mir gerade noch ein Weilchen ! " Rief Sha´ira Vernita und den anderen zu und begab sich zu den Pferden für sie und Lydia.

" Lass mal sehen, was haben sie uns alles mitgegeben .. Seil, hoffentlich doch mehr als ein paar Meter, soweit sogut. Wasserschläuche, das dürften genug sein. Hierdrin ist ... Kekse ! "

So ging es noch ein welchen weiter. Insgesammt hatten sie schon etwa 20 fuß Seil, 4 Wasserschläuche, ein hölzernes Schächtelchen mit lange haltbaren Hartkeksen, einen Beutel mit Trockenfleisch, zwei Brote, ein Fläschchen selbstgebrannten Schnaps, eine Decke und ein Lederbeutelchen mit getrockneten Gewürzen. Feuerstein und Stahl hatte sie selbst dabei, den Rest konnten sie im Handelsposten in zwei Tagen besorgen.

" Sieht soweit solide aus. Dann auf ins Abenteuer ! " Lachte sie und kletterte auf ihr Pferd, was durchaus nicht einfach war, da ihre Rüstung doch sehr sperrig war. Immerhin saß sie bequem auf ihrem Ross, und sie hoffte, das das auch so bleiben würde.

#2554
Kaysallie

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Nachdem Lydia und Sha´ira auf die beiden braunen Pferde zugewandert waren, setze auch Miandra sich wieder in Bewegung. Nur noch der von Leanora erwähnte reinweiße Wallach war übrig geblieben, aber Miandras Blick zeugte nicht gerade von Freude darüber, nun auf diesem Pferd reiten zu müssen. Im Gegenteil, sie sah ziemlich genervt aus. Ob sie das auch wirklich war, oder ob sie es nur spielte, das wusste nicht einmal der Erbauer selbst. Sie verstaute den Wasserschlauch noch an der Seite des Sattels, ehe sie sich an diesem festhielt, einen Fuß in den Steigbügel setze und sich auf den Rücken des Pferdes schwang. Dies sah bei ihr jedoch alles andere als elegant aus und spätestens jetzt hätte wohl jeder erkannt, dass sie bäuerlichen Wurzeln entsprang und so etwas wohl erst sehr selten in ihrem Leben getan hatte. Andererseits lag es jedoch auch daran, da es ihrer Verletzung dabei einen unangenehmen Stich versetzte. Kurz biss sie die Zähne zusammen, atmete einige Male tief ein und aus, ehe sie den Schmerz ignorierte und nach den Zügeln griff.

Auch die anderen saßen mittlerweile alle im Sattel und kurze Zeit später ritten sie los, wobei Vernita und Leanora die Führung ergriffen. Miandra beschloss das Schlusslicht zu bilden, irgendwie fühlte sie sich zu gegebener Zeit dort am wohlsten. Vielleicht lag das auch daran, da sie den Wallach dort kaum befehligen musste, da dieser automatisch brav den anderen folgte.

Über die kleine Brücke und den schmalen Trampelpfad durch die Wälder schritten und trabten die Pferde gemächlich hintereinander in einer Reihe her. Der Duft von Holunder und Brombeeren lag anfangs in der Luft, wurde jedoch bald von vielen anderen natürlichen Gerüchen verdrängt. Viele kleine Waldvögel läuteten den Tag mit ihren immer glücklich klingenden Gesängen ein und außer ihnen war nichts zu vernehmen, außer dem regelmäßigen Hufschlag der Pferde.

Nach nicht allzu langer Zeit erreichte die Gruppe eine große Lichtung, auf welcher das hochgewachsene Gras, sowie massenhaft andere Kräuter und Wildblumen viele Insekten mit ihren bunten Blüten lockten. Mitten durch diese Farbpracht führte ein breiter, flacher und niedergetrampelter Weg, der wohl schon häufig von den Gästen der Taverne oder anderen Reisenden benutzt wurde. Sofort galoppierten Aris und Donas los, vor Freude sich nach der langen Zeit, die sie im Stall verbracht hatten, wieder richtig frei bewegen zu können, was auch all die anderen Pferde dazu anspornte dasselbe zu tun. Miandra fluchte innerlich, klammerte sich während des holprigen Galopps nicht nur an den Zügeln, sondern auch an der weißen Mähne ihres Tieres fest, aus Angst sonst gleich wieder aus dem Sattel zu fliegen. Sie war mehr als nur froh, als sich die Gäule wieder beruhigten und in einen langsamen Schritt einkehrten.

Nach einiger Zeit fand auch sie einen bequemen Sitz in dem Sattel. Kurz schloss sie die Augen und atmete den Geruch dieser traumhaften Umgebung tief ein und für einen kurzen Moment schienen all ihre Sorgen wie weggeblasen. Doch dann fiel Miandras Blick zu der Sonne, die sich langsam ihrem Mittagsplatz näherte. Sie fragte sich, wie lange diese Reise wohl noch dauern würde. Oder hatte sie gerade erst begonnen?

Modifié par Kaysallie, 10 août 2012 - 01:32 .


#2555
Bellandyrs

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Leanora seufzte unhörbar als sie die Rechnung beglich. Sicher, Vernita hatte so sehr gefeilscht, dass es ihr schon fast peinlich war, aber trotzdem war ihre Geldtasche inzwischen merklich leichter geworden.

Sie befestigte ihren Wasserschlauch am Sattel und schwang sich elegant auf den Pferderücken. Dabei überzog ein glückliches Lächeln ihr Gesicht, die Vorfreude auf den Ritt war dann doch stärker, und die Überlegung, wie lange ihr Geld noch reichen würde, wurde damit verdrängt.

Skeptisch beobachtete sie, wie die Elfe selbstsicher auf Aris zuging und hob tadelnd ihre rechte Augenbraue, als Vernita das edle Tier als Klepper bezeichnete. Wieder seufzte sie unhörbar. Hoffentlich hatte die Elfe eine einfühlsame Hand, sie konnte sich nicht vorstellen, dass sich Aris mit Gewalt lenken ließ. Leanora hätte es lieber gesehen, hätte eines der Mädchen Nerias Rappen genommen. Die kletterten jedoch auf die beiden Braunen. Leas andere Augenbraue gesellte sich in der Höhe zu ihrer rechten, als sie sah, wie ungeschickt sich Miandra in den Sattel des Schimmels hievte. Es konnte natürlich auch mit ihrer Schulterverletzung zu tun haben, aber ob die Dunkelhaarige sich auf dem Pferd halten konnte, würde sich im Laufe des Tages sicherlich zeigen. Lea hatte ein ganz ungutes Gefühl im Magen, als ausgerechnet Miandra auch noch das Schlusslicht ihres Zuges machte. Allerdings würden sie es bemerken, wenn die Frau zu Boden ging und der Schimmel ohne Reiterin an ihnen vorbeilaufen würde. Leas Augenbrauen senkten sich wieder auf die normale Position. Es würde schon klappen.

Vorerst lag ein langer Ritt vor ihnen, und der Tag erwachte gerade. Im gemächlichen Schritt verließen sie schließlich den Hof. Tief holte Leanora Luft und atmete die kühle Morgenluft ein, die mit allerlei Düften geschwängert war.

Modifié par Bellandyrs, 10 août 2012 - 07:26 .


#2556
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Der plötzliche Galopp des Pferdes weckte Vernitas Lebensgeister nun endgültig. Sie hatte ein wenig Mühe damit, das Reittier der Blutmagierin unter Kontrolle zu behalten. Ihre Reitkünste waren doch recht bescheiden, wie sie sich nun eingestehen musste. Und Nerias Pferd hatte dazu noch ein ziemliches Temperament. Leanora schien diese Schwierigkeiten nicht zu haben. Ihr Donas schloss problemlos mit Vernitas neuem Pferd auf, und so sprinteten die beiden für eine Weile um die Wette. Das Gesicht der blondhaarigen Frau strahlte dabei über beide Ohren...sie schien wirklich in ihrem Element zu sein.
 
Nach einer Weile hatten sich die beiden Tiere dann wohl ausgetobt, denn sie verlangsamten ihr Tempo in eine gemütlichen Trab, so dass die Elfe nun die Gelegenheit hatte, einen kurzen Blick über die Schulter zu werfen. Die Pferde der anderen schlossen so nach und nach auf, anscheinend hatten diese einige Mühe damit gehabt, dem Tempo Donas’ und Aris’ mitzuhalten. Grinsend darüber richtete Vernita ihre Aufmerksamkeit wieder Leanora zu, die neben ihr her ritt und dabei so zufrieden wirkte, wie eine Katze, die gerade eine Maus verspeist hatte.
 
„Du scheinst wirklich im Sattel geboren worden zu sein“, meinte die Elfe augenzwinkernd zu der Adeligen gewandt. „Dagegen komme ich mir beinahe wie ein blutige Anfängerin vor. Sicher hast Du das Reiten schon in Deinen Kindertagen gelernt, richtig? Wie alt warst Du, als Du zum ersten Mal im Sattel gesessen hast, Leanora?“
 
 
 

Modifié par Aliens Crew, 18 août 2012 - 06:45 .


#2557
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Anfangs hatte sie Donas etwas zurückgehalten, aber als sie sah, dass Vernita Aris laufen ließ, spornte auch sie ihren Hengst an. Sie spürte, wie sich seine Galoppsprünge verlängerten und es hätte nicht viel gefehlt, dass das Tier vor Freude ein paar Bocksprünge eingelegt hätte. Aber sie kannte den Fuchshengst gut genug und wusste ihn dementsprechend zu zügeln. Für ihren Geschmack war die Strecke, die sie galoppiert waren, zu kurz, aber Tiere und Reiter mussten ihre Kräfte einteilen, wenn sie die Reise durchhalten wollten. Ihr würde das keine Probleme bereiten, aber bei ihren Gefährtinnen war sie sich da nicht so sicher. Ihre Augen leuchteten vor Glück und Donas schnaubte, als sie in Trab zurückfielen.

„Ja, da bin ich wirklich in meinem Element“, bestätigte Leanora die Aussage der Elfe. „Wann ich reiten gelernt habe?“ Sie überlegte einen kurzen Moment. „Das weiß ich gar nicht so genau, ich glaube, dass ich schon im Sattel saß, noch bevor ich richtig laufen konnte. Mein Vater hatte mich vor sich auf den Pferderücken gehoben, mit einer Hand gehalten, und mit der anderen das Tier gelenkt. Meine Mutter hat mir das oft erzählt, wie ich dann gejammert hatte, weil mir meine Füße wehgetan hatten – kein Wunder, meine Beine müssen waagrecht weg gestanden sein“, lachte die Blondhaarige. „Mein erstes eigenes Tier hat mir mein Vater zu meinem sechsten Geburtstag geschenkt, ein süßes Pony im mittleren Alter, aber die paar Jahre war Polly gerade richtig. Ich war mit zwölf schon beinahe so groß wie jetzt, und da war dann ohnehin kein Pferd mehr vor mir sicher. Ich hab fast die ganze Zeit mit diesen Tieren verbracht und hin und wieder im Stall geschlafen, was mir aber immer ordentlich Schelte meiner Eltern eingebracht hatte. Vor allem, wenn eine Stute kurz vor der Geburt eines Fohlens war, war ich aus dem Pferdestall nicht mehr weg zu denken. Da hab ich auch schon hin und wieder Geburtshilfe geleistet.“ Sie seufzte. Es kam ihr vor wie in einem anderen Leben. Umso mehr erfüllte es sie mit Glück, dass ihr Donas geblieben war. Zärtlich tätschelte sie dessen Hals.

„Wann seid Ihr das erste Mal auf einem Pferd gesessen, Vernita?“ interessierte sich Leanora. Wenigstens saß die Elfe relativ sicher im Sattel, wenngleich die Haltung davon zeigte, dass deren Reitkünste noch verbessert werden konnte. Zum Glück zerrte und riss sie nicht an den Zügeln, sondern hielt ihre Hände ruhig.

#2558
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Vernita lauschte Leanoras Worten mit einem weinenden und einem lachenden Auge. Zum ersten Mal beneidete sie die Frau für ihre glückliche Kindheit und die Geborgenheit, in der sie aufgewachsen konnte. Wenn die Elfe dabei an ihr eigenes Leben im Gesindeviertel zurückdachte...sie drängte diese Erinnerung umgehend aus ihrem Kopf und antwortete stattdessen auf die Frage der Adeligen.
 
„Erst vor ein paar Jahren. Du bist ja von hier, also weißt du sicher von der Verderbnis und dem Bürgerkrieg, welcher zur selben Zeit tobte. Davon habt ihr doch sicher auch was auf eurem kleinen Hof mitgekriegt, oder?“
 
Vernita neigte den Kopf nach rechts und blickte Leanora schräg von der Seite fragend an, bevor sie fortfuhr. „Na ja, wie dem auch sei. Danach verließ ich Ferelden und ging nach Antiva, wo ich eine Zeitlang für die Krähen gearbeitet habe. Du hast doch sicher schon mal was von denen gehört, nicht wahr? Sind ein Haufen von Meuchelmördern...die Besten auf ganz Thedas, um genau zu sein. Von denen lernte ich eine ganze Menge, so auch das Reiten. Als Gegenleistung, erledigte ich einige Auftragsarbeiten für diese Leute...gut bezahlte Arbeit, wohlgemerkt. Ich vermute mal, du möchtest nicht genauer wissen, was ich für diese Krähen so im Einzelnen alles gemacht habe, oder etwa doch?“
 
 
 

Modifié par Aliens Crew, 19 août 2012 - 11:04 .


#2559
Bellandyrs

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Die Verderbnis. Ihre Eltern hatten Andraste täglich gedankt, dass ihr Hof verschont wurde. Und sie wusste, dass ihr Vater damals den Arl von Denerim unterstützte, indem er diesem – oder besser gesagt, dessen Soldaten – Pferde zur Verfügung stellte. Das wiederum hatte ihrer Familie die ohnehin vorhandene Gunst des Arls weiter gesichert – und nicht zuletzt wohl nun Leanora ihr Schwert aus dem Nichts. Eine leichte Gänsehaut überzog ihren Rücken, als sie daran dachte, was ihr über die Verderbnis, dem Krieg allgemein und diesen Kreaturen, die sich Dunkle Brut nannte, in Erinnerung war. Andraste sei Dank, dass diese Gefahren vorüber waren. Und sie war heilfroh, dass sie nie eine dieser Kreaturen zu Gesicht bekommen hatte. Allein die Erzählungen von Bekannten, Knechten und Mägden hatten ihr gehörige Schrecken eingejagt.

„Die Krähen?“ fragte Leanora nach. „Gerüchte habe ich gehört. Eben, dass diese ein Geheimbund wären, der die politischen Mächte im Hintergrund in den Händen hält. Aber was das nun genau alles beinhaltet, weiß ich nicht. Wenn Ihr für diese Institution gearbeitet habt, so müsst Ihr mit den ganzen politischen Intrigen sehr vertraut sein“, mutmaßte Lea. „Erzählt mir davon, auch wenn es vielleicht Dinge sind, die ich eher nicht hören möchte. Ihr müsst sie ja nicht in allen Details schildern“, fügte sie tapfer hinzu.

Modifié par Bellandyrs, 21 août 2012 - 08:43 .


#2560
Kisu

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" Die Krähen ... Ihr habt für die Krähen gearbeitet ? Seid froh, das ich das nicht früher erfahren habe, sonst hätte ich euch umgebracht ", sprach Sha´ira zu Vernita ohne sie anzusehen. " Soll ich euch sagen, was wir mit Krähen in meiner Heimat machen ? Wir schlagen ihnen ihre Schädel ab. Wie man es mit Mördern eben macht. Es sollte sich jemand darum kümmern ... sie alle um die Ecke zu bringen wäre das mindeste. Und wenn ihr ein grauer Wächter seid ... sagt mir, wisst ihr was das ist ? " Sprach sie zu ihr und zog ihre Halskette hervor. Dara baumelte eine geschnitzte Figur, ein Klingentänzer , umrankt von Ästen.
" Das ist aus einem Ogerzahn gefertigt. Meine Aufnahmeprüfung zu den Klingentänzern " , lachte sie.

" Was musstet ihr tun, außer ein paar tropfen Blut trinken ? Ich verstehe nicht, was daran so schwierig ist. Unser Klan trinkt das Blut der gefallenen. Ihr trinkt das Blut der gefallenen. Ich musste ganz andere dinge wärend meiner Ausbildung durchstehen. "

#2561
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„Das Blut, welches ich trinken musste, wird mich allerdings irgendwann umbringen, Kleine. Ist das bei dir auch so? Und wenn du dein Glück noch einmal versuchen willst und zudem noch Selbstmordgedanken hegst, dann kann ich dir diesen Wunsch auch gerne erfüllen“, bemerkte Vernita etwas abfällig auf Sha’iras Prahlerei hin. Dabei warf sie der jungen Frau nur einen kurzen, verächtlichen Blick zu. „Du wärst nicht die erste Klingentänzerin, die ich töten würde. Aber nimm das jetzt nicht zu persönlich...es war nur ein Geschäft. Ab und an haben einige deiner Landsleute versucht, sich in die Angelegenheiten der Krähen einzumischen. Nun, dann trat jemand wie ich auf den Plan. Da ich ja nie wirklich eine Krähe gewesen bin, war ich ideal für solche Aufträge, da ich viel leichter an meine Zielperson herankam als ein bekanntes Mitglied der Gilde. Was mich zum eigentlichen Thema zurückkommen lässt...“
 
Die Elfe wandte sich nun wieder Leanora zu, welche immer noch neben ihr herritt und sie neugierig ansah. „Die Krähen sind sozusagen die inoffizielle Regierung von Antiva. Obwohl es dort auch einen adeligen Regenten gibt, so verfügt dieser im Grunde über keinerlei Macht. Er wird lediglich von den Krähen geduldet. Wendet er oder sie sich gegen die Gilde, stirbt er oder sie eines ziemlich üblen Todes. Ein paar dieser Leute, habe ich selbst erledigen dürfen. Ich hoffe, du nimmst es mir das jetzt nicht übel, aber damals war es für mich ein ganz besonderes Vergnügen, einer adeligen Person ein schnelles oder auch mal ein nicht ganz so schnelles Ende zu bereiten. So als eine Art Vergangenheitsbewältigung, aber davon kann ich dir vielleicht später mal was erzählen.“
 
Sie grinste die blondhaarige Frau schief an, bevor sie fortfuhr. „Demzufolge hat das Land auch keine wirkliche Armee. Die Krähen sind sozusagen Antivas einzige Verteidigungseinheit...aber eine recht effektive, muss ich sagen. Kein Herrscher mit Verstand, kommt auf die Idee, gegen Antiva zu Felde zu ziehen...außer einige dieser recht einfältigen Clanführer aus Nevarra. Diejenigen, die es dann doch mal versucht haben, verstarben zumeist auf recht mysteriöse Weise. Die Krähen sind Meister der Infiltration. Und das habe ich auch von ihnen gelernt.“
 
Vernita griff zu ihrem Wasserschlauch und nahm einen Schluck daraus. Das viele Reden hatte sie durstig gemacht. „Als Elfe bekam ich leicht Zugang zu den Häusern und Höfen meiner Zielpersonen. Du musst wissen, auch in Antiva gelten Elfen als Bürger zweiter Klasse. Sie arbeiten oft als Diener und Knechte. Der Vorteil dabei...diese werden von den Adeligen und reichen Bürgern nicht wirklich beachtet. Jeder dieser Fatzken blickt nur auf seine Diener herab, ohne sie tatsächlich wahrzunehmen. Eine ausgezeichnete Tarnung.“
 
„Mein Spezialität dabei war das Brauen von tödlichen Giften. Die Krähen brachten mir bei, es so zuzubereiten, dass man die fremden Zusätze nicht herausschmecken konnte. Keine leichte Sache, wenn man bedenkt, dass zumeist die tödlichsten Substanzen oft sehr streng riechen oder auch schmecken. Das bedarf schon einem ziemlichen Feingefühl, um dies zu übertünchen. Reicht dir das für den Anfang? Oder möchtest du noch mehr über die tödlichen Fähigkeiten hören, die ich in dieser Zeit perfektioniert habe?“
 
 
 

#2562
Kisu

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" Es ist nicht das Blut, das ich drinke, es ist der Geist, der in mir wohnt. Vielleicht wird er mich eines Tages töten, vielleicht macht er mich irgendwann unsterblich. Was genau passiert, das wissen nur die Götter. "

Sie schnaubte verächtlich und schüttelte den Kopf.

" In Nevarrar wäre euch so etwas nicht passiert. Wir haben unseren Platz Seite an Seite mit den Menschen, wir haben unseren Stolz nicht vergessen. Ihr habt nie Nevarrar ins Feld ziehen sehen, euer fereldischer Gewalthaufen würde aussehen, wie Kinder mit abgebrochenen Zweigen gegen die Legionen der Elfenbeinstadt. Nichts gleicht ihrem Glanz und ihrer Macht. Dort kämpft Elf und Mensch Seite an Seite, ein jeder hat seinen gerechten Platz. Wir von den Waldclans bilden unsere eigene Armee. Schneller und mobiler als die silbernen Legionen aber wir stehen ihnen in Glorie in nichts nach. "

Empört schüttelte sie den Kopf. " Verdreht die Tatsachen nicht. Die Krähen sind nichts als ein haufen skrupelloser Mörder ! Ihr tötet ohne Moralität, ohne Zweifel an der Richtigkeit eures Vorhabens. die Krähen kommen in unser Land, töten unsere Clanbrüder und -schwestern, morden Unschuldige ! "

Sie hasste die Krähen. Ihr älterer Bruder wurde wärend einem Überfall in Antiva erschlagen, seitdem schnitt sie jeder Krähe, die sie sah den Bauch auf.

" Was euch das Leben rettet ist die Tatsache, das wir zusammenarbeiten müssen. Sonst hätte ich euch schon längst umgebracht. Ob ihr wohl jemals wieder etwas wie Ehre lernt ? Ich wage es zu bezweifeln. Giftmörder und Assasinen sind in unserer Gesellschaft verstoßene, geächtete. Leute wie ihr würden bei uns gehängt. Glaubt mir, meine Meister würden euch in Fetzen reißen, bevor ihr auch nur euren kleinen Finger gerührt habt. Ihr redet eine Macht schlecht, die ihr nicht begreift. Ihr wisst nichts über unsere Kultur, nichts über eure eigene. Mich wundert nicht, das ihr das seid, was ihr seid. Ihr habt eure eigene Identität verloren" , sprach sie eiskalt zu Vernita.

"Aber vielleicht lernt ihr das ja noch einmal. " Mit diesen Worten blickte sie sich um und observierte ihre Umgebung. Sie befanden sich in einem größeren Waldstück, zu ihrer Linken erhob sich ein sanfter Hügel, etwa 30 Fuß rechts von ihnen floss gluckernd ein gleiner Bach nach Norden.

" Glaubt ihr, eure Freundin würde Krähen auf uns ansetzen ? " fragte Sha´ira plötzlich mit einem leichten Schmunzeln.

#2563
Bellandyrs

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„Ich denke, das reicht mir, um einen Einblick zu erhalten. Danke für die ausführliche Beschreibung, so kann ich mir wenigstens etwas vorstellen, über dieses Geheimnis, welches über die Krähen schwebt. Gemunkelt wird ja vieles, aber ich gebe normalerweise nichts auf Gerüchte, sondern mache mir selber ein Bild über den Sachverhalt“, antwortete Leanora auf Vernitas Frage.

Während die Elfe ihre Tätigkeit bei der Gilde geschildert hatte, war es Lea kalt über den Rücken gelaufen. Skrupellose Mörder, allesamt getarnt und geschützt mit dem Deckmantel ihrer Organisation. „Nur eine Frage habe ich dann doch noch. Es hört sich ganz danach an, dass die Krähen eine harte Hand führen. Sind sie denn genauso bestechlich, wie es hier in Ferelden viele der Amtsträger sind? Ich kann nur hoffen, dass der Einfluss niemals auf die fereldsche Regierung übergreift“, fügte sie leise hinzu. Andererseits: wo war der Unterschied? Schließlich wurde sie derzeit auch unschuldig überall per Steckbrief gesucht. Auch wenn die zuständigen Personen mittlerweile nicht mehr unter den Lebenden weilten, so war ihr Name doch noch in Verruf. Sie dachte eigentlich, dass mit dem Tod des Kirchenvorstehers und des Arls diese Probleme vorbei waren, aber dem war nicht so. Wie auch, wenn keiner da war, der als Außenstehender einflussreich genug war, die Wahrheit ans Licht zu bringen.

Sie seufzte. Seit jenem schicksalhaften Tag hatte sich ihr Leben gründlich verändert. Intrigen und Lügen gab es zuhause nicht, zumindest nicht für sie. Möglich, dass der Vater und ihr Bruder geschäftlich oft genug damit zu tun gehabt hatten, aber sie selber war davon verschont geblieben. Und es war eine gewaltige Umstellung für sie, die Menschen zuerst mit Vorsicht zu betrachten, als offen und ohne Vorbehalte auf sie zuzugehen. Auch wenn sie sehr gutgläubig war, so hatten ihr die Eltern doch glücklicherweise eine gewisse Portion Diplomatie gelehrt und mit auf den Weg gegeben. Sie würde trotzdem noch eine Menge lernen müssen.

Lea schüttelte die Gedanken ab und blickte stattdessen kurz auf den Stand der Sonne, bevor sie ihr Gesicht wieder Vernita zuwandte.

Modifié par Bellandyrs, 24 août 2012 - 05:48 .


#2564
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„Sicher kommt es auch bei den Krähen gelegentlich zum Machtmissbrauch und zur Bestechlichkeit, allerdings eher selten“, erwiderte Vernita trotz Sha’iras Ausbruch ruhig und gelassen auf Leanoras Frage hin. „Die Krähen sind vor allem Geschäftsleute. Auch wenn ihr Geschäft der Tod ist, so halten sie in der Regel ihr Wort. Alles andere würde ihrem Ruf schaden. Ab und an tanzt mal einer aus der Reihe, doch wird dieser dann ziemlich rasch von seinen Gildenbrüdern oder –schwestern zum Schweigen gebracht. Bestechlichkeit können sich die Krähen nicht leisten.“
 
Die Elfe nickte kurz in Sha’iras Richtung, während sie weitersprach. „Das verstehen Ausstehende wie unsere Kleine hier nicht. Und ohne die Hilfe der Krähen von Denerim, hätten wir es dort außerdem weitaus schwerer gehabt. Die Informationen, welche ich über den Arl und auch über dich zusammengetragen hatte, stammten allesamt von ihnen. Allerdings...“
 
Vernita kamen Meister Ignacios Worte wieder in den Sinn. Sie überlegte kurz, ob sie Leanora davon berichten sollte und entschied sich dann dafür. Es war besser, wenn ihre Gefährtinnen auf der Hut waren. „Allerdings habe ich dort auch erfahren, dass sich die Krähen im Moment in einer Art Umbruchsphase befinden. Es gibt jetzt wohl eine oder sogar mehrere Splittergruppen, die ganz eigene Ziele verfolgen. Ich hatte ja schon einige Jahre nichts mehr mit ihnen zu tun, aber wirklich überrascht hat mich diese Nachricht nicht. Es ist also nicht abwegig, dass unsere Kleine hier recht hat und uns Eshtá tatsächlich einige Überraschungen hinterlassen hat. Wir sollten auf jeden Fall vorsichtig sein.“
 
 
 

#2565
BindweedSaturnfrost

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Es war gerade Mittag als Erik auf seinem kleinen Plätzchen das Essen fertig verschlungen hatte. Die Vögel zwitscherten hell, und keine Wolke war in Sicht. Soweit er das durch die Bäume sehen konnte.
Er hatte sich einen kleinen Platz weit abseits des Weges gesucht, um dort die Nacht zu überstehen.
Sein Pferd Nyver wartete auch schon auf die Abbreise, schaute immer wieder mal zu seinem Herrchen hinüber, und wieherte ganz leise.

"Jaja." , grinste Erik "Gleich reiten wir weiter."

Mit diesen Worten packte er zusammen, rollte seinen Schlafsack zu, und band ihn um die Hüfte seines Pferdes. Danach trat er nochmal ordentlich auf die Feuerstelle, was etwas Rauch empor stiegen ließ. Seine Schwerter stecke er rechts und links in die Scheiden. Den edel geschnitzten Bogen hägte er ebenfalls um die Hüfte des Pferdes.
"So, dann wollen wir mal."

Erik schwang sich auf sein Pferd und setzte sich gemütlich in den Sattel. Somit wusste es schon, das es weiter ging, und ritt von dem kleinen Plätzchen hinaus auf den Waldweg. Gemütlich gallopierte er vor sich hin, auf der Suche nach einem Händlerposten, oder der nächstgelegenden Stadt.

Doch dann sah er etwas in der Ferne. Es waren  fünf Gestalten, Schatten zunächst die auf Pferden dahin ritten. "Ruhig." , sagte er und zog etwas an den Zügeln. Es waren zwei recht kleine Schatten, womöglich sogar Kinder. Das erinnerte Erik daran, wie jung er war als er von zu Hause weglief. Die anderen drei waren schon größer. Erwachsene also. Vielleicht war das eine Familie?

Zunächst blieb Erik am Rande des Weges stehen, und beobachtete weiterhin die Gestalten. Man wusste ja nie, was kommen mag.

Modifié par BindweedSaturnfrost, 25 août 2012 - 05:36 .


#2566
Aliens Crew

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Vernitas Aufmerksamkeit wurde von Leanora abgelenkt, als sie ein Geräusch vernahm. Es war ein Rascheln und das Knacken von Ästen, gefolgt von den Wiehern eines Pferdes. Und es handelte sich dabei nicht um eines der Tiere aus der Gruppe, welches diese Geräusche von sich gab, denn sie kamen von irgendwo vor ihnen. Irgendjemand oder irgendetwas Fremdes trieb sich dort herum. Die Elfe zog die Augen zusammen und musterte eingehend die Gegend.
 
Sie sah hohe, dicht gewachsene Bäume, struppiges undurchdringliches Buschwerk, sowie einen schmalen Pfad, welcher aus nordwestlicher Richtung kam und sich mit dem Weg gabelte, auf welchem sie reisten. Und dort bemerkte sie auch die Gestalt, welche anscheinend auf einem Pferd saß, halb versteckt hinter dem Schatten eines Baumes. Doch konnte Vernita nicht erkennen, um wen es sich dabei handelte. Nur einen undeutlichen Schemen konnte sie ausmachen. Doch dieser schien sie zu beobachten.
 
„Da ist jemand“, zischte sie den anderen zu. „Bleibt zurück! Ich sehe mir das aus der Nähe an!“
 
Ohne auf eine Bestätigung zu warten, trieb sie Aris an und lenkte das Tier dabei nach links über die grüne Wiese, abseits des Weges. Schnell galoppierte sie auf ihr Ziel zu, wobei sie einen Kurs einschlug, bei dem der Baum, hinter der sich die Gestalt verbarg, ihr die Sicht auf eben diesen Fremden nahm. Auf diese Weise konnte sie ebenfalls im Verborgenen bleiben, bis sie ihr Ziel erreicht hatte, was auch kurz darauf geschah.
 
Mit einem kräftigen Satz ließ sie ihr Pferd über ein kleines Gebüsch springen, womit sie hinter dem Fremden aus ihrer Deckeung herauspreschte, wo sie ihr Reittier abrupt zum Stillstand zwang. Zeitgleich zückte sie eines ihrer Schwerter und richtete es gegen den Mann auf dem Pferd.
 
„Willst du was von uns, Kleiner, oder lungerst du nur so zum Spaß am Straßenrand herum und beobachtest die vorbeikommenden Reisenden?“ fragte sie spöttisch grinsend. Der Angesprochene fuhr mit dem Kopf herum, so dass Vernita zum ersten Mal dessen Gesicht erkennen konnte. Und das kam ihr irgendwie bekannt vor. Wenn sie nur wüsste woher. Ihre Stirn zog sich in Falten und man sah ihr ganz deutlich an, wie ihr Hirn dahinter zu arbeiten begann. Erst nach einem kurzen Moment hellten sich ihr Gesichtszüge auf und machten einem erstaunten Ausdruck Platz.
 
„Erik? Bist du das?“ fragte sie es ungläubig. „Was treibt dich alten Halunken denn in diese Gegend? Mann, wir haben uns ja eine Ewigkeit nicht mehr gesehen. Wie lange ist es her? Zwei Jahre? Oder waren es sogar drei? Hätte nicht gedacht, deinen Arsch noch mal in einem Stück wiederzusehen, nach dem Ärger, aus dem ich dich beim letzten Mal herausholen musste!“
 
 
 

Modifié par Aliens Crew, 26 août 2012 - 09:26 .


#2567
BindweedSaturnfrost

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Erik vernahm, dass die fünf Pferde plötzlich halt machten. Anscheinend hatten sie ihn gesehen. Es dauerte auch nicht lange da rannte mit großer Geschwindigkeit eines dieser Pferde los, schnell abseits des Weges, so dass er keine Sicht mehr auf diese Person hatte. Er beugte sich nach links und rechts, da sprang hinter ihm jemand über das Gebüsch und versperrte ihm den Weg. Noch ehe er überhaupt reagieren konnte, wurde er von einer Klinge bedroht.

Als er seinen Kopf drehte, wusste er nicht wer es war, aber diese Elfe kam ihm sehr bekannt vor. Er musste kurz überlegen. Vor einigen Jahren hatte er einen Auftrag zu erledigen gehabt bei dem Komplikationen aufgtreten waren. Ja, jemand wollte ihn plötzlich umbringen. Doch das beruhte auf gegenseitigkeit. Und genau um diese Elfe handelte es sich.

"Vernita?", Erik runzelte kurz die Stirn, "Das kann nicht sein, Ihr seid es tatsächlich?"
Er musste lachen. Vernita war schon damals immer eine Stürmerin.
"Lungern? Ach, du kennst mich doch! Man, das ich dich jemals wieder sehe hätte ich nicht gedacht.
Schließlich bin ich nicht der einzigste, der sich mit voller Liebe in Schwierigkeiten begiebt."
Während dessen klopfte er Ihr mit einem Seufzer auf die Schulter.

"Dass du meinen süßen Hintern gerettet hast, habe ich nicht vergessen." , lachte er.
"Aber sag mal, schon wieder ein Auftrag? Oder wer sind diese Leute da mit denen du unterwegs bist.
Ich kann mich nicht erinnern dass du kinderfreundlich gewesen bist." , und Erik konnte sich ein Lachen wieder nicht verkneifen.

Modifié par BindweedSaturnfrost, 26 août 2012 - 01:53 .


#2568
Bellandyrs

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Leanora wusste nicht, ob sie über die Unbestechlichkeit der Krähen nun eher beruhigt oder eher besorgt sein sollte und entschied, sich darüber erst mal nicht den Kopf zu zerbrechen. Das, was sie über die Organisation nun von Vernita gehört hatte, reichte völlig, um ihr eine gehörige Portion Respekt einzuflößen.

Sich gegen Soldaten verteidigen zu müssen war das eine, hinterrücks durch Meuchelmord dahin gerafft zu werden, war hingegen etwas völlig anderes. Als die Elfe dann noch erwähnte, dass sich die Krähen gesplittet hatten und es gut möglich war, dass Eshtá mit denen unter einer Decke steckte, wurde der Adligen dann doch Angst und Bange.

„Der Erbauer steh uns bei“, antwortete sie leise auf Vernitas letzten Satz.

Das Herz wollte ihr schier stehen bleiben, als die Elfe die Gruppe vorwarnte, dass vor ihnen jemand sei. Allerdings hatte sie vorerst damit zu tun, Donas zurückzuhalten, welcher dem Rappen nach wollte, der, von Vernita angetrieben, voran preschte. Unruhig tänzelte der Fuchs hin und her und wehrte sich gegen die Zügel, welche ihn am Galopp hinderten. Als sie ihr Pferd wieder unter Kontrolle hatte, kam ihre Angst wieder zum Vorschein. Vernita hatte ihr Ziel bereits erreicht, aber es war keine Entwarnung zu hören.

Leanora nahm ihren Mut zusammen und blieb ganz normal auf dem Weg. Wenn die Elfe überwältigt wurde, so wären sie immer noch zu viert, um sich gegen den oder die Angreifer zu wehren. Es war sicher das Beste, vorerst ganz normal weiter zu reiten. Dennoch fürchtete sie sich davor, wen sie hinter dem Baum antreffen würden. Hatten die Krähen sie bereits eingeholt?

#2569
Kaysallie

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Miandra bekam nicht sonderlich viel von dem Gespräch der anderen mit. Nur hin und wieder drängten ein paar Wortfetzen an ihr Ohr, aber auch die interessierten sie eigentlich nicht. Sie würde nie verstehen, was an diesem Erzählen und sich miteinander unterhalten so toll sein sollte. Zumindest stufte sie das Thema, um das es sich handelte, nicht als sonderlich wichtig ein.
Denn wäre es wichtig, so würde sie davon ohnehin noch früh genug erfahren…

So betrachtete Miandra nur gedankenversunken die Umgebung, während ihr Schimmel dem Pferd von Lydia gemütlich nachtrottete, ohne irgendwelche Anstalten zu machen. Miandra genoss den angenehmen Duft der Gräser und Wälder, der mit dem sanften Wind an ihre Nase getragen wurde. Auch wenn sie sich irgendwie an dieses Reittier gefesselt fühlte, so schmeckte sie zum ersten Mal seit langem wieder Freiheit auf der Zunge. Sie hoffte insgeheim, dass sie nie wieder einen Fuß in diese verfluchte Stadt setzen musste.

Doch diese innere Ruhe währte nicht lange in ihr – zumindest kam ihr der bisherige Ritt sehr kurz vor – als Vernita plötzlich mit dem schwarzen Hengst davon preschte. Sofort verkrampften sich Miandras Glieder und auch der Wallach hob neugierig den Kopf, als würde sich die Unruhe seiner Reiterin auf ihn übertragen, und sah sich mit aufgestellten Ohren um.

Auch Miandras Neugier, welche eigentlich sehr selten zum Vorschein kam, war nun geweckt worden, vielleicht auch da sie Vernitas Worte am Ende der Pferdekolonne nicht ganz genau verstanden hatte. So trieb sie den Schimmel mit einem Fersenschlag an, lenkte ihn an Lydia und Sha´ira vorbei, um ihn neben Leanora wieder mit angezogenen Zügeln in ein langsameres Tempo einzubremsen. Leise flüsterte sie einen Fluch, auch wenn das Pferd getan hatte, was sie wollte – wenn auch ein wenig unbeholfen. Ob sie sich jemals mit diesen Tieren anfreunden und an einen Sattel gewöhnen würde?

Misstrauisch beäugte sie nun aus der Ferne die beiden Silhouetten, die man durch das Gebüsch neben einem Baum leicht erkennen konnte. Dennoch konnte sie die Situation nicht wirklich deuten, dafür waren sie noch zu weit entfernt. „Eine Ahnung was da vor sich geht?“ fragte sie die Frau neben sich, ohne den Blick in eine andere Richtung zu lenken.

Modifié par Kaysallie, 26 août 2012 - 03:24 .


#2570
Bellandyrs

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„Ich weiß es nicht“, antwortete Leanora wahrheitsgetreu. „Vernita meinte lediglich, dass dort vorne jemand sei und sie dies auskundschaften will. Ich bin selber gespannt, wer oder was uns dort erwartet. Am besten ist es wohl, einfach so weiter zu reiten, als würden wir das nicht bemerkt haben. Ich hoffe nur, es sind keine Stadtwachen, oder noch schlimmer, die Krähen. Jedenfalls sollten wir auf das Schlimmste vorbereitet sein“, fügte sie leise hinzu. Vorsichtig tastete sich ihre Hand an den Schwertknauf. Sollte es darauf ankommen, so könnte sie die Waffe in kürzester Zeit aus der Scheide ziehen und in den Kampf gehen, aber sie hoffte, dass dies nicht von Nöten sein würde.

#2571
Aliens Crew

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„Na ja, bisher gab es ja auch noch keine Schwierigkeiten, die ich nicht mit meinen Waffen unter die Erde schicken konnte“, grinste Vernita zurück, wobei sie ihr Schwert wieder in die Scheide steckte. „Und nein, es ist kein wirklicher Auftrag...eher etwas Persönliches...“
 
Ihr kam dabei in den Sinn, womit Erik im Allgemeinen sein Geld verdingte, so wurde sie gleich wieder misstrauisch und verzog das Gesicht. „Allerdings interessiert es mich doch wirklich sehr, was dich in diese Gegend verschlägt. Jagst du vielleicht gerade einem Auftrag nach?“
 
 
 

#2572
BindweedSaturnfrost

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"Soso. Etwas Persönliches.", während Erik das sagte, zog er ein wenig die Augenbrauen zusamen. Soweit er das damals mitbekam, war Vernita nie für etwas Persönliches unterwegs.

Während er sich mit Vernita unterhielt kamen auch die anderen Gestalten etwas näher. So langsam konnte er sie ein wenig erkennen. Innerlich lachte er. Das waren ja alles Frauen? Zwei wunderhübsche fielen ihm sofort ins Auge.

Während er noch weiter zu den anderen schaute, antwortete er Vernita.
"Nein im Moment jage ich keinem Auftrag hinterher. Ich reise eher ein wenig. Und wenn es mir an Gold knapp wird, dann suche ich mir einfach einen. Irgendwie muss ich ja auch über die Runden kommen. Willst du mich denn nicht den Damen vorstellen?" , fragte Erik mit einem breiten Grinsen. Er hatte nichts im Sinn, dennoch sah er sowas noch nie. Fünf Frauen, beziehungsweise, drei Frauen und zwei Jugendliche mit dabei.

Modifié par BindweedSaturnfrost, 26 août 2012 - 07:30 .


#2573
Aliens Crew

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„Aha, verstehe“, murmelte Vernita, bevor sich wieder dieses Grinsen auf ihr Gesicht legte. „Also lag ich wohl doch nicht so verkehrt, was? Lungerst doch nur wieder in der Gegend herum, du fauler Sack!“
 
Die Elfe lachte laut, während sie dem Mann mit der flachen Hand einen kräftigen Stoß auf die Schulter gab. „Na, dann komm mit“, meinte sie, nachdem sie sich etwas beruhigt hatte. „Auch wenn wir nicht viel Zeit haben, stelle ich dich gerne vor.“
 
Sie setzte sich mit ihrem Pferd wieder in Bewegung und ritt langsam zu den anderen zurück. Dabei winkte sie ihnen zu, um ihren Gefährtinnen anzuzeigen, dass alles in Ordnung war. „Alles klar“, meinte sie dann noch, als sie die anderen fast erreicht hatten. „Das hier ist kein Straßenräuber...zumindest keiner, der uns gefährlich werden könnte.“
 
Die Elfe lachte erneut kurz auf. „Das ist Erik le Faye, ein alter Taugenichts, den ich vor einigen Jahren in Antiva kennen gelernt habe. Unser erstes Treffen war sehr interessant. Dabei hätte ich ihm beinahe den Kopf abgeschlagen...oder er mir? Na, so genau weiß ich das nicht mehr. Ist ja auch egal...“
 
Sie wandte den Kopf in Eriks Richtung, während sie zugleich auf ihre Gefährtinnen deutete. „Erik, das hier ist Miandra, deren Tochter von skrupellosen Schurken entführt worden ist, und denen wir das Handwerk legen wollen...wobei die Umstände, wie es dazu kam, etwas zu lang sind, um sie nun genauer zu erörtern.“
 
Vernita zwinkerte dem Mann zu, bevor sie weitersprach. „Und dies hier ist Leanora Bardigiano, eine Countess hier aus Ferelden. Sie hilft uns bei unserem Anliegen, so wie wir ihr zuvor geholfen haben. Und die beiden jungen Dinger hier heißen Lydia und Sha’ira aus Nevarra, welche wohl auch eine persönliche Rechnung mit der Frau hat, hinter der wir her sind.“
 
 
 

Modifié par Aliens Crew, 26 août 2012 - 08:04 .


#2574
Kaysallie

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Noch bevor Leanora davon sprach, dass dort etwas Schlimmes lauern könnte, hatte Miandra bereits einen Dolch gezogen, hielt diesen jedoch versteckt in der Nähe ihres Oberschenkels. Sie sagte nichts mehr zu den Ausführungen der Frau, sondern konzentrierte sich auf Bewegungen, die ihr verraten könnten, was dort vorne vor sich ging. Erst als die Elfe kehrt machte und ihnen die Situation schilderte, entspannten sich Miandras Muskeln wieder ein wenig, wenn auch nicht vollends.

Etwas abschätzig musterte sie den dunkelhaarigen Mann, der zusammen mit Vernita auf sie zugekommen war, ehe sie der Elfe einen leicht verwirrten, fragenden Blick zuwarf. Es schien Miandra nicht zu gefallen, dass die Elfe diesem Mann von ihrem Vorhaben erzählte. Vertraute sie diesem Kerl etwa? Und außerdem… seit wann freute sich Vernita darüber, alte Bekannte wieder zu sehen? Miandra kam das alles ziemlich suspekt vor. Sie beschloss den Dolch erstmals noch nicht wegzupacken…

„Er wollte dir also mal den Kopf abschlagen…“ wiederholte Miandra leise und fixierte Erik dabei mit finsterem Blick und voller Misstrauen. Vielleicht wäre der zweite Dolch auch nicht so verkehrt?

Modifié par Kaysallie, 26 août 2012 - 08:37 .


#2575
SickOfItAll

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Dünne Sonnenstrahlen griffen durch das dichte Dach des Waldes und ein leichter Wind wiegte die Baumwipfel sanft hin und her.

" Sag mal, wen kennt unsere krummnasige Alte eigentlich _nicht_ ? " raunte Lydia Sha´ira zu und schüttelte den Kopf. " Dashier ist der beste Platz um solche Leute wieder zu treffen. Und sich lange aufzuhalten. "

Sie beobachtete aufmerksam die Umgebung. Man konnte nie wissen, wer oder was alles zwischen den Bäumen umherschlich. Sie wollte sich gerade wieder den Anderen zuwenden, als sie etwas sah, oder besser glaubte zu sehen. Ein flinker Schatten zwischen den Bäumen, und dann war er auch schon wieder verschwunden.

Hatte sie sich das gerade eingebildet ?

" Was war das denn gerade ... " flüsterte sie zu sich selbst und kniff die Augen zusammen, das Unterholz absuchend.

Dann war es da wieder, am Rande ihres Sichtfeldes, eine huschende Bewegung , so schnell verschwunden, wie sie gekommen war.

" Da draußen ... ist etwas... wir sollten uns hier nicht aufhalten. " Raunte sie den Anderen zu.

Noch einmal suchte sie das Unterholz ab, aber die Schatten blieben verschwunden. Kalt lief es ihr den Rücken hinunter. Sie hatte keinen blassen Schimmer, was das gerade gewesen sein könnte, aber vielleicht hatte sie sich das auch nur eingebildet.

Manchmal spielte ihr ihr Körper streiche, gerade, wenn sie schon lange nichtmehr getrunken hatte. Oder es war nur der Restalkohol der ihr noch in den Knochen hing, aber das konnte nicht sein. So schlimm war das dann doch wieder nicht gewesen.

Modifié par SickOfItAll, 27 août 2012 - 08:48 .