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Die freie Wildnis von Ferelden (Dragon Age RP)


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2750 réponses à ce sujet

#2576
Bellandyrs

Bellandyrs
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Beim ersten Satz Vernitas, dass ihnen von diesem Mann keine Gefahr drohte, legte sich Leanoras Angst, um gleich darauf mit voller Wucht zurück zu kommen. Unbewusst krallten sich ihre Hände in die Mähne von Donas. Die Elfe kannte diesen Erik aus Antiva? War er einer von den Krähen? Wollte er sie in Sicherheit wiegen, um dann
hinterrücks zuzuschlagen? Es war ihr gar nicht Recht, dass Vernita sie alle bei ihrem Namen vorstellte, andererseits wussten auch sie seinen Namen. Erik le Faye, das hörte sich eigentlich nach Adelshaus an.

Ihr Lächeln fiel daher auch etwas gequält aus, als sie dem dunkelhaarigen Mann zum Gruß zunickte. Der eisige Klumpen in ihrem Magen ließ sich nun mal nicht wegzaubern. Trotz aller Vorsicht wollte sie Vernitas Urteil vorerst vertrauen. Und eines musste man dem Mann lassen: er hatte ein freundliches Gesicht und ein offenes Lachen. Vielleicht sah sie einfach doch alles zu schwarz.

Modifié par Bellandyrs, 27 août 2012 - 05:25 .


#2577
BindweedSaturnfrost

BindweedSaturnfrost
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"Vernita.", zischte er leise. "Herzlichen Glückwunsch. Ihr alle gehört zu den wenigen Leuten auf der Welt, die meinen Nachnamen kennen. Mann, mann." , und er verfiel doch wieder in ein Grinsen. Erik schaute zu der dunkelhaarigen Frau hinüber. Er hatte ihre Anspannung im gesamten Körper schon bemerkt. Eigentlich was ganz Normales, wenn man sich frei so herum trieb. Da kam einem jedes Geräusch verdächtig vor.

"Ja, ich wollte Vernita den Kopf abschlagen, ebenso wie sie mir, aber wisst Ihr, Gleiches und Gleiches kann sich nicht besiegen. Naja damals wussten wir das auch nicht, aber wir sind beide ziemlich stark." antwortete er Miandra. Diese Frau kam ihm wie eine harte Nuss vor. Wahrscheinlich war es sehr sehr schwer mit ihr umzugehen.

Leicht verbeugte er sich, und schaute mit dem Kopf wieder nach oben, während er in Leanoras Augen sah. Erik bemerkte, dass sie ziemliche Angst hatte und somit auch nur ein gequältes Lächeln aufsetzte. "Freut mich Euch kennen zu lernen.", sagte er mit seiner warmen  Stimme, und zwar ganz behutsam, nicht, dass Leanora noch mehr Angst bekam.

"So.", warf er in die Runde, "Wenn ich mir eure Kleine hier so ansehe, die von Halluzinationen geplagt wird, dann glaube ich wirklich, dass ihr Verstärkung benötigt. Oder etwa nicht? So eine schlechte Idee wäre es überhaupt nicht, und zu tun habe ich ebenfalls nichts. Vernita kennt mich doch." , grinste er zu der Elfe hinüber, und hoffte, dass das nicht zu überstürzt war.

Modifié par BindweedSaturnfrost, 28 août 2012 - 07:30 .


#2578
Aliens Crew

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„Ja, so war das damals“, bestätigte Vernita schief grinsend. „Du musst wissen, Miandra, Erik und ich lernten uns als Rivalen kennen. Wir bekamen beide den Auftrag, einen gewissen Sergio La Toya um die Ecke zu bringen...allerdings informierte unser Auftraggeber keinen von uns darüber, dass er noch einen zweiten Söldner angeworben hatte. So bemerkten wir das erst, als wir beide uns an die La Toyas Fersen hefteten. Und es kam, wie es kommen musste...zum Zweikampf zwischen uns beiden. Denn schließlich wollte jeder von uns die Belohnung haben, und wer mag schon einen Rivalen, der einem die Beute vor der Nase wegschnappt?“
 
Sie machte eine kurze Pause, in der sie kurz zu Erik hinübersah. „Doch stellten wir schnell fest, dass wir beide uns ebenbürtig waren. Und da keiner von uns nachgeben wollte, machte ich ihm den Vorschlag, dass wir gemeinsam die Zielperson ausschalten und uns die Belohnung abgreifen sollten. Nimm es mir nicht übel, Kleiner, aber mein ursprünglicher Plan war damals, dich im Anschluss an diesen Auftrag hinterrücks niederzustechen und notfalls auch vorher mit dir ins Bett zu hüpfen.“
 
Die Elfe zwinkerte dem Mann kurz zu, bevor sie sich wieder an die anderen wandte. „Doch es kam anders, denn unser Auftraggeber wollte uns bescheißen. Er stellte uns einen Hinterhalt, doch waren diese Taugenichtse keine Gegner für uns. Wir überwanden sie spielend, bevor wir uns unseren Auftraggeber griffen, der sich als simpler Betrüger entpuppte, der einfach nur nicht mit seinem ehemaligen Partner teilen wollte. So setzten wir seiner unwürdigen Existenz ein Ende und schnappten uns seine Beute als Belohnung. Anschließend zechten wir erst einmal die Nacht durch und haben seitdem so manchen Auftrag gemeinsam bestritten.“
 
Vernitas Grinsen zerfaserte, als Erik davon sprach, sie zu begleiten. Ernst blickte sie ihn an. „Bist du dir sicher? Klar, du schuldest mir noch was, nachdem ich dich beim letzten Mal, aus diesem Loch mit den Riesenspinnen herausgezogen habe, aber das hier ist eine recht große Nummer. Kann gut sein, dass keiner von uns diese Sache heil übersteht!“
 
 

#2579
Kaysallie

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Aus zusammengekniffenen Augen schielte Miandra zu Lydia hinüber, als diese wirres Zeug zu reden begann. In einem hatte dieser Erik wohl recht: Ihre Gruppe war auf ein Minimum geschrumpft und die beiden Mädchen sah sie selbst in den meisten Fällen mehr als Ballast an, als eine Hilfe. Dennoch konnte sie sich mit der Idee dieses Mannes nicht wirklich anfreunden. Sie wusste zwar nicht wieso, aber ihr gefiel das Ganze einfach nicht. Unbewusst hatte sie während der Gespräche der anderen den Griff des Dolches zunehmend fester mit ihrer Hand umschlossen.

„Erstaunlich…“ meinte Miandra ganz ruhig, nachdem ihr Blick wieder zu Vernita gewechselt hatte. Ein eigenartiges Grinsen umspielte ihre Lippen. „Das ist das erste Mal, dass ich sehe, wie du dir Sorgen um das Leben eines Kerls machst. Sicher, dass ihr noch nicht die eine oder andere Nacht in einem Bett verbracht habt?“

Ganz unerwartet begann sie plötzlich zu lachen, was für sie alles andere als typisch war. Es war jedoch kein humorvolles Lachen, sondern es klang einfach nur falsch. Und so abrupt, wie sie damit begonnen hatte, ebenso plötzlich stellte sie es auch wieder ein.

„Mir ist es einerlei“, meinte sie schulterzuckend, ehe sie Erik durchdringend ansah. „Jeder soll doch tun, was er will, nicht wahr? Aber entscheidet Euch bitte bald, ich möchte gerne weiterziehen.“ Man konnte nicht heraushören, ob dieser Satz ernst gemeint war, oder nicht, da Miandra ihn zwar weiterhin grinsend sagte, er dennoch irgendwie abwertend und gefährlich klang.

Modifié par Kaysallie, 30 août 2012 - 09:58 .


#2580
Bellandyrs

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Abermals hatte Leanora dem Mann zum Gruß zugenickt, als dieser sie ansprach, hatte aber noch kein Wort zu ihm gesagt. Schweigend hörte sie den Ausführungen der beiden zu, wie sie sich kennengelernt hatten, und die Tatsache, dass er auch Morde gegen Bezahlung beging, beruhigte sie nun nicht gerade. Gut, Vernita war vom gleichen Schlag, nur mit dem Unterschied, dass sie wusste, dass sie am gleichen Strang zogen. Zur Feindin wollte sie die Elfe nie im Leben haben. Hatte irgendjemand diesen Erik vielleicht angeheuert, sie alle aus dem Weg zu räumen? Kopfgeld war schließlich auf sie ausgesetzt.

Miandra traf den Nagel mit ihrer Aussage auf den Kopf, aber auch das beruhigte Lea nicht. Mittlerweile war sie so unruhig, dass sich dies auf ihr Pferd übertrug. Donas tänzelte nervös hin und her, und als die dunkelhaarige Frau gekünstelt lachte, sprang der Hengst drei Schritt weit zur Seite. Mühelos balancierte die Adlige das aus, aber immerhin brachte der Sprung eines: sie wurde wieder aus ihren Grübeleien gerissen.

„Mir ist es ebenfalls egal, wenn Ihr Euer Leben aufs Spiel setzen wollt, so kommt mit. Wenn Ihr auf die Idee kommt, uns zu verraten, so ist auch das Euer Ende. Also entweder seid Ihr mit dabei, oder Ihr geht wieder Euren eigenen Weg und habt uns nie gesehen“, antwortete Lea dann endlich mit kühler Stimme.

#2581
BindweedSaturnfrost

BindweedSaturnfrost
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Während Vernita ihren Gefährten die Geschichte erzählte, hörte auch er zu. An einigen Stellen begann er zu grinsen. Damals war das ein echt hartes Zusammentreffen. Einerseits musste er an seinen Auftrag denken, andererseits war da Vernita, mit der er sich einen Kampf lieferte. Es war nicht einfach, aber für Vernita ebenfalls nicht. Umso einfacher war es, als sie sich zusammenschlossen, und gemeinsam ihre Aufträge erledigten, die sie sicherlich auch alleine geschafft hätten.

„Was schaust du so ernst?“ ,meinte er zu Vernita. „Schwere Aufgaben sind meine Speizialität. Ich liebe diese Herausforderungen. Und wie du schon sagtest, ich schulde dir noch etwas.“ , grinste er.

Mit einem leichten Grinsen und hochgezogenen Augenbrauen schaute er zu Miandra hinüber. „Den Dolch werdet Ihr wohl kaum brauchen, den Ihr schon seit ich hier stehe, fest mit Eurer Hand umklammert.“

Erik begann laut zu lachen. „Vernita und ich? Nein. Nach dieser Sache mit unserem Auftraggeber verstehen wir uns einfach gut.“

Als Leanora auch ein Wort herausbrachte, und nicht wirklich was dagegen hatte, dass er mit kam, zog er an den Zügeln, und wendete das Pferd in Richtung wie die anderen, und reihte sich ein.
„Na dann, können wir ja los oder?“

Modifié par BindweedSaturnfrost, 30 août 2012 - 09:59 .


#2582
Aliens Crew

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Vernita grinste Erik an, als dieser auf Miandras Frage antwortete. „Das ist deine Version der Geschichte, Erik. Ich habe das noch ganz anders in Erinnerung.“
 
Anschließend wandte sie sich noch einmal an die schwarzhaarige Frau. „Ja, da hast du wohl recht. Und außer Erik kenne ich auch keinen anderen Mann, auf den ich gut zu sprechen bin…zumindest keinen, der heute noch lebt. Außer Fineon natürlich…aber lassen wir das jetzt. Wie ihr schon richtig meintet, es wird Zeit weiterzureiten. Also, los! Lasst uns von hier verschwinden!“
 

#2583
BindweedSaturnfrost

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„Öhm!“ platzte es nur so aus Erik hinaus, während er Vernita anstarrte. Diese eine Nacht, in der die beiden feierten, dass sie einen großen Auftrag erledigt hatten. Diese eine Nacht in der er sich volllaufen lassen hatte, mit zu viel Zwergenmet und Wein. In seinem Hirn war die einfach nur verschwommen und er konnte sich kaum an etwas erinnern.

Erik zog einmal stärker an den Zügeln und ritt ein Stück vor.

Modifié par BindweedSaturnfrost, 30 août 2012 - 05:49 .


#2584
Kaysallie

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Miandras Augen formten sich zu dünnen Schlitzen, als Erik sie auf ihren Dolch ansprach. Wollte ihr dieser Mann etwa vorschreiben, wann sie ihre Waffe zu ziehen hatte? Da das Thema jedoch gleich darauf in eine andere Richtung gelenkt wurde, beschloss sie nichts mehr dazu zu sagen.

Den Dolch steckte sie zwar zurück in die Scheide, als Erik sein Pferd wendete und es in Bewegung setzte, doch den Griff umklammerte sie weiterhin etwas nervös mit ihrer rechten Hand. Ihr Schimmel setzte sich automatisch in Bewegung und folgte den beiden schwarzen Pferden vor sich.

Miandras Pupillen wanderten einige Zeit zwischen Vernita und Erik hin und her, bis diese schließlich kurz bei der Elfe hängen blieben. Hatte Vernita es etwa genossen mit diesem Kerl? Und wenn sie einander so gut verstanden, wie es den Anschein machte, wieso hatte die Elfe nie ein Wort darüber verloren? Und wieso hatte sie nie versucht, Hilfe bei diesem so treuen Freund, der sich noch dazu als guter Söldner ausgab, zu suchen?

Sie beschloss, es nicht weiter zu hinterfragen, da es scheinbar ohnehin über ihren Verstand hinausging. Stattdessen zog sie die Zügel fester, wodurch der Wallach ein wenig ungewollt langsamer wurde. Erst als all die anderen Pferde an ihr vorbeigelaufen waren, reihte sie sich wieder an letzter Stelle des Gespanns ein, so wie sie es auch zu Beginn ihrer heutigen Reise getan hatte. Nach einiger Zeit ließ Miandra schließlich doch ihre Hand von dem Dolchgriff gleiten und langsam entspannten sich ihre Muskeln wieder. Doch ihr Gesichtsausdruck blieb unverändert: denn auch wenn sie vorhatte all das nicht mehr zu hinterfragen, so dachte sie automatisch weiterhin darüber nach.

#2585
BindweedSaturnfrost

BindweedSaturnfrost
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Erik konnte es nicht glauben, dass Vernita vor ihm, und seinen neuen Gefährten ausgerechnet dieses eine Thema anschnitt. Natürlich, vergessen hatte Erik das nicht, besonders stolz war er aber nicht, mit einer Frau im Rauschzustand geschlafen zu haben. Er hasste dieses Gefühl, Kontrolle über seinen eigenen Körper und Geist zu verlieren.

Er ritt extra ein Stück nach vorne, denn es war ja nicht so als würde es ihn komplett kalt lassen, oder dass er nicht ein wenig rotwerden würde. Schnell legte er diese Erinnerungen aber wieder ab, denn in diesen Zeiten gab es Wichtigeres, als an vergangene Liebesnächte zu denken.

Nachdem ein wenig Zeit vergangen war, drehte er sich ein nach hinten, um seine neuen Gefährten zu betrachten. Dabei bemerkte er dass Miandra sich extra hinter die gesamte Gruppe begeben hatte, und so alleine vor sich hin trabte. So wie Erik sie einschätzte, sah sie immer alles kritisch, was seiner Meinung nach bestimmt an zu vielem nachdenken lag, man sah es an ihren Stirnfalten.

Er nahm die Zügel fester in die Hand und zog sie leicht nach links, um umzukehren. Dabei ritt er an Vernita, Leanora und den beiden Kindern vorbei, und reihte sich direkt neben Miandra ein - was der Frau sicher nicht gefiel, denn sie schien ihren Dolch zu lieben. Erik schaute zu ihr hinüber, und fragte eher leise und bedrückt: „ Wir suchen also Eure Tochter?“

Modifié par BindweedSaturnfrost, 30 août 2012 - 10:57 .


#2586
Kaysallie

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Kaum war Miandra wieder etwas zur Ruhe gekommen, da reihte sich dieser Kerl neben ihr ein. Womit hatte sie das nun wieder verdient? Kurz darauf bekam sie die Antwort, als Erik ihr eine recht unerwartete Frage stellte. Innerlich fluchte Miandra, dass Vernita sofort alles ausgeplaudert hatte. Was war nur aus der diskreten Elfe geworden, die niemanden über den Weg traute, außer sich selbst?

„Ich gratuliere Euch. Eure Ohren scheinen zu funktionieren“, erwiderte sie nur knapp ein wenig grimmig, ohne Erik überhaupt anzusehen. Den Griff ihres Dolches umklammerte sie dennoch wieder angespannt mit der rechten Hand. Denn nur wenn die Elfe diesem Kerl Vertrauen schenkte, so hieß das nicht, dass sie dies ebenso tun musste.

Modifié par Kaysallie, 30 août 2012 - 11:18 .


#2587
BindweedSaturnfrost

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Erik konnte nur die Stirn runzeln auf die Reaktion der Frau. Man könnte meinen man hätte sie aus dem tiefsten Hexenboden gebuddelt, und mitgezogen. Wie konnte man nur so störrisch sein?

„Ich begleite Euch, ja. Wollt Ihr mir nicht etwas darüber erzählen, oder wie das geschah?“
Erik interessierte sich nur deshalb dafür, weil er genau wusste, und sich vorstellen konnte wie es in der Frau aussah. Nach außen hin, die Strenge. Innen zerbrochen. Doch sie war nicht die Einzige, die ein derart Schlimmes Erlebnis hatte, was das eigene Kind betraf.

„Ich meine, vielleicht kann ich Euch da mehr helfen, als Ihr denkt.“ , meinte er mit etwas ernsteren Stimme, und streichelte sein schwarzes Pferd.

Modifié par BindweedSaturnfrost, 30 août 2012 - 11:30 .


#2588
Kaysallie

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Misstrauisch beäugte sie den Mann neben sich. Worauf wollte dieser Kerl mit seinen Fragen und Äußerungen nur hinaus? Eine abweisende und gehässige Antwort lag ihr bereits auf der Zunge, doch dann kam ihr etwas anderes in den Sinn: vielleicht hatte dieser Söldner tatsächlich etwas von all diesen Vorfällen mitbekommen und hatte Informationen, die ihnen möglicherweise noch vorenthalten waren. Kurz sah sie Elana vor ihrem geistigen Auge, vermischt mit dem Bild des toten kleinen Mädchens, das alleine unter höllischen Schmerzen in diesen kalten Tunneln tief unter der Erde gestorben war. Langsam hatte sie den Blick von Erik abgewandt und starrte abwesend geradeaus. So ungerne sie es auch tat, sie musste sich wohl oder übel mit diesem Kerl unterhalten. Elana zu Liebe.

„Ich weiß nicht, wie es geschah… ich war nicht da“, sagte sie etwas heiser, mehr zu sich selbst, als zu Erik, bevor sie sich räusperte und kühl fortfuhr. „Sie brannten mehrere abgelegene Höfe und Dörfer nieder, schlachteten die Männer gleich ab, wie das Vieh in den Ställen. Vergingen sich an den Frauen, um sie geschändet dem Erbauer vorzuführen. Nur die Kinder haben sie verschont und mitgenommen. Wieso genau, das wissen wir noch nicht.“

Miandra machte eine kurze Pause. Sie überlegte noch einmal, ob sie Erik alles erzählen sollte, was sie bisher darüber wussten. Sie entschied sich dafür, nur das Allernötigste zu sagen. „Momentan reisen wir zu einer Festung in den Bergen, bei der wir vermuten, dass sich dort der Stützpunkt dieser Organisation befindet… und somit auch all die übrigen Kinder, sofern sie noch nicht… na ja, Ihr wisst schon. Falls Euch Eure alte Freundin das noch nicht berichtet hat.“ Bei ihrem letzten Satz warf sie Erik einen leicht amüsierten Blick zu.

„Also, Herr le Faye“, fuhr Miandra abschätzig fort. „Habt Ihr diesbezüglich etwas mitbekommen, oder wie gedenkt Ihr mir helfen zu wollen?“

#2589
BindweedSaturnfrost

BindweedSaturnfrost
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Erik hörte bei jedem Wort genau zu, und im Gegensatz zu Miandra, schaute er sie dabei an. Er wurde immer hellhöriger, bei jedem weiteren Satz, weiteten sich seine Augen immer mehr. Denn irgendwie kam ihm diese Geschichte bekannt vor, denn es war gar nicht allzulange her, da wurde ihm genau das schon einmal erzählt.

Während Erik nachdachte, verblassten die Worte, die Miandra ausgesprochen hatte. Im Moment dachte er angestrengt nach, auch wandte er seinen Blick von Miandra ab, und starrte eher auf den Boden und den Hals des Pferdes.

„Unmöglich.“ Meinte er schockiert.

„Diese Geschichte geht herum wie eine Legende.“, dabei schüttelte er den Kopf. „Es ist wie Dorftratsch. Angeblich handelt es sich hierbei um einen Dämon, der so mächtig sei, dass er viele Menschen in seinen Bann ziehen kann. Und sie sich so seinem Willen unterwerfen. Auf Befehl des Dämons überrennen diese Menschen ganze Dörfer, bringen Männer zur Strecke, vergewaltigen aus Spaß deren Frauen und entführen auch noch die Kinder.“

Erik blickte zu Miandra und überlegte für einen kurzen Moment ob er weitersprechen sollte. Wenn diese –Legende – wirklich wahr war, so war es höchste Zeit, so schnell wie möglich ihre Tochter zu retten. Wenn es denn nicht schon zu spät war.

„Soll ich fortfahren, Miandra? Es ... ist wirklich ein hartes Stück.“ Sagte Erik ganz behutsam. Selbst er fand das so schrecklich, dass es ihm den Magen umdrehte, allein schon wenn er nur dran dachte.

Modifié par BindweedSaturnfrost, 31 août 2012 - 05:33 .


#2590
Kaysallie

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Falten legten sich auf Miandras Stirn, als sie den Worten von Erik konzentriert folge. Ein Dämon soll die Fäden in den Händen halten? Sie erinnerte sich an den Brief zurück, welchen sie gestern bei den Unterlagen von Vernitas Vater gefunden hatten. Auch da war die Rede von einem gewissen „Er“ gewesen, doch nur wegen dieses Zufalls auf einen Dämon zu schließen, hielt sie für mehr als weit aus dem Fenster gelehnt. Was Erik zu wissen schien, waren nichts anderes als Gerüchte, die sich irgendwelche Waschweiber zusammendichteten, während sie ihre Socken stopften. Oder steckte wirklich mehr hinter all dem?

„Ja, fahrt ruhig fort“, erwiderte sie auf Eriks Frage etwas gelangweilt, doch sie konnte ihre Neugierde nicht verheimlichen, denn ihre Augen funkelten wissbegierig. „Vielleicht steckt ja etwas Wahres hinter dem Tratsch des Pöbels... Es schadet sicher nicht, es mal gehört zu haben.“

#2591
BindweedSaturnfrost

BindweedSaturnfrost
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„In Ordnung.“ ,sagte Erik und fuhr fort. „Das Schlimme ist ja nicht das Überfallen der Dörfer und das ganze Abschlachten. Das ist alles nur der Spaß nebenbei. Es geht hierbei um die Kinder. Der Dämon soll angeblich Besitz von einem Menschen ergriffen haben. Und er möchte komplett in diese Welt übertreten. Er will nicht nur einen Menschen kontrollieren, er möchte selbst einer sein, sodass niemand merken kann, dass er ein Dämon ist.“

Erik schnaubte ein wenig. Denn er glaubte so langsam an die Geschichte, vor allem was ihm vor ein paar Tagen geschah, und die Suche nach Miandras Tochter, bestätigten ihm, dass es kein Aberglaube und Dorftratsch von ein paar alten Weibern war.

„Das Blut. Deshalb entführen sie die Kinder. Ihr Blut ist rein, jung, frisch, und das beste Mittel für den Dämon. Er ... benötigt es um komplett in unsere Welt überzutreten. Ihr könnt mir glauben, das ist keine Legende. Fünf Tagesritte von hier ritt ich an einem Dorf vorbei. Es wurde abgebrannt, und ein verrückter Mann lief mir entgegen. Zumindest glaubte ich er sei verrückt, denn viele erfinden aus Angst vor Magie schnell mal eine Geschichte. Er stammelte vor sich hin, dass die Kinder entführt wurden, und alle anderen tot seien. Ebenso wollte er zum nächstgelegenen Ort um Hilfe zu holen. Ich denke, dass das der Handelsposten ist, auf den wir auch zureiten. Er allerdings ist zu Fuß.“

Ernst blickte er Miandra an, und irgendwie tat es ihm gerade leid, dass er ihr das ganze erzählte. Aber es war wichtig, wenn sie ihre Tochter finden wollten.

Modifié par BindweedSaturnfrost, 01 septembre 2012 - 05:59 .


#2592
Bellandyrs

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Plötzlich war Leanora wieder neben Vernita an der Spitze des Zuges. Sie versuchte noch immer, das gehörte zu verdauen und ihre Gedanken zu ordnen, hielt dabei aber ihre Ohren offen. Sie konnte zwar durch das Hufgetrippel nicht alles hören, aber das, was ihre Ohren erreichte, ließ ihr eine Gänsehaut über den Rücken laufen.

„Will Monsieur Le Feye damit andeuten, dass diese Gianauro vom Dämon besessen ist?“ fragte sie die Elfe leise, die neben ihr ritt. „Das kann ja heiter werden. Gibt es denn Tricks und Tipps, wie man einen Dämon bekämpfen kann?“
Innerlich schüttelte sie den Kopf. Gegen Menschen zu kämpfen war das eine, gegen einen Dämon etwas völlig anderes – und sie hatte wirklich keine Ahnung, wie das ihre kleine Gruppe bewerkstelligen sollte.

Modifié par Bellandyrs, 01 septembre 2012 - 06:01 .


#2593
Kaysallie

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Miandras Finger krallten sich fest an die Zügel und Mähne des Pferdes. Der Wallach schnaubte und hob unruhig den Kopf, als er dies und den damit verbundenen festeren Sitz seiner Reiterin spürte.

„Ihr glaubt nicht daran, dass die Kinder noch am Leben sind, nicht wahr?“ fragte sie leise mit gesenktem Blick. Ihr Gesicht war von ein paar schwarzen Haarsträhnen verdeckt und kurz machte es den Anschein, als würde sie sich gerade zusammenreißen, nicht gleich vor Wut in Tränen auszubrechen.

Miandra konnte nicht abstreiten, dass an dieser Geschichte etwas Wahres dran war. Hatte nicht Vernita einst erzählt, in Ostagar einem solchen Wesen begegnet zu sein? Und die Reinheit war doch alles, was die Kinder von den Erwachsenen unterschied. Und welcher normale Mensch könnte davon schon Gebrauch machen? Es musste so sein, oder zumindest so ähnlich. Dennoch… es waren bereits Wochen vergangen. Wieso sollte dieser Dämon damit warten, das Blut aus den Kindern auszusaugen…?

Ein letzter Hoffnungsschimmer kam ihr noch in den Sinn. Schließlich schüttelte sie ein wenig den Kopf und atmete einmal tief ein und aus, um die Vorstellungen aus ihrem Kopf zu verbannen. „Der verrückte Mann, von dem Ihr spracht… Ihr denkt also, dass er diesen Dämonen gesehen hat?“ fragte sie etwas entschlossener und sah den dunkelhaarigen Mann neben sich aus flehenden Augen an. „Würdet Ihr ihn wiedererkennen?“

Modifié par Kaysallie, 01 septembre 2012 - 07:16 .


#2594
BindweedSaturnfrost

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„Ich hoffe dass sie noch am Leben sind!“ , meinte Erik zu Miandra, zugleich wurde Ihm ganz anders. Wenn nur er damals auch so viele Anhaltspunkte gehabt hätte. Wenn er nur besser gesucht und ebenfalls ein wenig Unterstützung gehabt hätte. Dann wäre nun Einiges anders und er wäre sicher nicht hier.

„Ich würe dem aufjedenfall nachgehen. Jeder noch so kleine Hinweis kann uns weiterbringen. Und aufgeben ist nicht drin! Nicht solange bis wir den Dämon ausgeschaltet haben!“ ,sprach er ihr mutig zu.

„Ich bin mir sicher dass ich den Mann wieder erkennen würde. Vorallem jetzt geht er mir nicht mehr aus dem Kopf. Ich hoffe er hat es bis zum Handelsposten geschafft.“
Erik bemerkte wie sich Miandra anstrengte, und beherrschen musste. Er war sich sicher, dass sie sonst in Tränen ausbrechen würde. Aber er musste es ihr sagen, und vorallem müssten sie den Hinweisen nachgehen.

Auch er musste sich jetzt sehr beherrschen, nicht ausfallend zu werden. Denn er konnte sich nicht nur vorstellen wie es Miandra gerade ging, er kannte dieses Gefühl sogar.

Modifié par BindweedSaturnfrost, 01 septembre 2012 - 07:13 .


#2595
Aliens Crew

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Vernita wurde hellhörig, als sie das Gespräch zwischen Erik und Miandra mitbekam. Erst dachte sie noch, dass der gute alte Erik der schwarzhaarigen Frau vielleicht nur den Hof machen wollte – schließlich kannte sie den kleinen Schwerenöter ja ganz gut – doch hätte er sich an ihr sicher die Zähne ausgebissen, da war sie sich sicher. Sie wusste ja selbst nur zu gut, wie schwierig es war, dieser Frau näher zu kommen. Aber als sie dann hörte, worüber die beiden sprachen, war ihr Interesse sofort geweckt. Die Elfe wollte sich gerade schon zurückfallen lassen, um sich in das Gespräch der beiden einzumischen, als sie von Leanora angesprochen wurde, die fast unbemerkt wieder neben ihr aufgetaucht war.
 
„Eshtá von einem Dämon besessen? Es wäre möglich, aber daran glaube ich nicht“, erwiderte sie ruhiger als ihr gerade zumute war. Sie bemerkte, wie Miandra kurz davor stand, in Tränen auszubrechen, und das versetzte ihrem Herz einen Stich. „Ich habe mit Leuten zu tun gehabt, die von Dämonen besessen waren. Die wenigstens von ihnen handelten so kühl, berechnend und überlegt wie Gianauro. Nein, auch wenn sie herzlos und grausam agiert, denke ich nicht, dass sie besessen ist. Allerdings ist es nicht ausgeschlossen, dass hier ein Dämon seine Hand im Spiel hat...erinnere dich an den Brief zurück, den wir beim Arl gefunden haben...und um das Töten brauchst du dir keine Sorgen zu machen. Dämonen sind zwar zäher als Menschen und verfügen teilweise über mächtige Magie, doch sterben sie in dieser Welt genauso wie jedes andere Wesen auch. Wir werden damit schon fertig, keine Sorge...doch nun entschuldige mich.“
 
Vernita zog ihr Pferd herum und trieb es an. Schnellen Schrittes ließ sie es zurücktraben, bis sie das Ende der Gruppe erreicht hatte, schlug dort einen weiteren Haken, bis sie neben Erik ankam, wo sie das Tempo des Tieres dem seinen anglich. „Was sagst du da?“ meinte sie sehr erregt. „Du hast mit einem Mann gesprochen, dessen Dorf überfallen worden ist und der nun vermutlich dorthin reist, wohin wir auch unterwegs sind? Wann war das? Wie lange ist das her?“
 
 

Modifié par Aliens Crew, 01 septembre 2012 - 10:24 .


#2596
BindweedSaturnfrost

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Erik bemerkte, dass Vernita neugierig geworden war und sich schnell neben ihm einreihte. Er hätte ihr sowieso dasselbe erzählt, denn es war von großer Bedeutung. Und vielleicht auch sehr wichtig, für das, was ihnen allen bevorstand.

„Ja Vernita.“, dabei drehte er den Kopf zu der Elfe. „Fünf Tagesritte ist das nun her. Ich denke wenn der Mann es geschafft hat, werden wir ihn antreffen. Erkennen würde ich ihn sofort!“

Modifié par BindweedSaturnfrost, 01 septembre 2012 - 08:00 .


#2597
Aliens Crew

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„Dann sollten wir keine Zeit mehr verlieren!“ beschloss Vernita mit fester Stimme. Etwas sanfter fügte sie hinzu, während sie Miandra tief in die Augen sah. „Sei unbesorgt. Ich bin davon überzeugt, dass unserer Kleinen nichts geschehen ist. Niemand entführt Kinder, nur um sie dann zu töten...auch kein Dämon. Du wirst sehen...“
 
Dann trieb sie ihr Pferd zu einem wilden Galopp an. „Los! Vorwärts! Wir haben noch ein gutes Stück Weg hinter uns zu bringen!“
 
Aris wieherte laut, als die Elfe das Pferd antrieb und alles aus dem Tier herausholte, was es zu bieten hatte. Die Hufe gruben sich in den Weg und wirbelten kleine Erdklumpen durch die Luft. Der Rappe atmete schnell, während er wie ein Wirbelwind über die unbefestigte Straße preschte. Die Elfe selbst konzentrierte sich fast ausschließlich auf das Reiten, nur von Zeit zu Zeit blickte sie zurück, um zu sehen, ob ihre Gruppe noch vollzählig war. So verstrich der Rest des Tages wie im Fluge. Die Nacht brach schon herein, als sie das Tempo ihres Pferdes drosselte, und sie sich nach einem Schlafplatz umschaute. Nach kurzer Zeit hatte sie auch schon eine passende Stelle gefunden.
 
„Dort!“ rief sie den anderen zu. „Dort werden wir rasten! Morgen geht’s dann weiter! Und wenn wir uns beeilen, dann erreichen wir am späten Nachmittag auch schon den Handelsposten!“
 
Sie führte Aris zu der kleinen freien Stelle am Waldrand, wo sie schließlich abstieg und das Tier an einen nahen Baum band, so dass dieses trotzdem an das Gras zu seinen Füßen herankam. „Kümmert euch um die Tiere und entfacht ein Feuer! Ich sehe mich in der Zeit ein wenig um!“
 
Nach diesen Worten wandte sich Vernita ab und verschwand kurz darauf im Dickicht des Waldes.
 
 

Modifié par Aliens Crew, 02 septembre 2012 - 06:06 .


#2598
Bellandyrs

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Sie genoss den Ritt aus vollen Zügen, teilte die Kraft von Donas jedoch ein wenig ein. Er sollte sich nicht völlig verausgaben, nachdem er nun so lange Zeit in einer Box im Stall gestanden war. Trotzdem war sie froh, als sie ihren Rastplatz erreichten.

Vernita verschwand sofort im Gestrüpp, um sich umzusehen. Sie hatte ihr Pferd zwar angebunden, aber den Sattel noch oben behalten.
„Na schön“, meinte Lea. „Jeder das, was er kann. Ich kümmere mich um die Tiere, geht ihr Holz suchen und Feuer machen?“ fragte sie in die Runde.
Sie wartete erst gar nicht auf eine Antwort, sondern sattelte Aris und Donas ab, holte ein trockenes Tuch aus der Satteltasche und rieb die beiden damit trocken, da sie unter der Sattelfläche verschwitzt waren. Dann holte sie Striegel und Hufkratzer hervor und bearbeitete die beiden Pferde damit. Miandra wäre sicher froh, wenn sie sich nicht um den Schimmel kümmern musste. Zumindest glaubte Leanora, dass die dunkelhaarige Frau von Pferdepflege nicht allzu viel Ahnung hatte, aber sie konnte sich auch täuschen.

#2599
Kaysallie

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Sie solle sich keine Sorgen machen. Wie oft hatte ihr Vernita das bereits gesagt? Erwartete diese tatsächlich, dass sie unbesorgt sein konnte? Waren denn die Geschichten, die sie bisher darüber gehört hatte, nicht eindeutig? Und außerdem… es gab viel Schlimmeres, als den Tod. Auch wenn Elana noch am Leben sein sollte, so wollte Miandra sich nicht ausmalen, was das Mädchen in den letzten Wochen alles durchmachen musste. Jedes noch so feine Härchen ihres Körpers stellte sich alleine bei diesem Gedanken nervös auf und ihrem Herz und Magen versetzte es einen tiefen Stich. Das Einzige, was sie jemals wirklich gewollt hatte, war dieses Kind zu beschützen. Aber nicht einmal dazu schien sie fähig zu sein…

Auch wenn sie in einem wilden Galopp ihre Reise fortsetzen und Miandra sich alle Mühe geben musste, einen guten Sitz im Sattel beizubehalten, so schweiften ihre Gedanken immer wieder zu den Worten ab, die ihr Erik vorhin gesagt hatte. Es war einfach ein Ding der Unmöglichkeit, nicht darüber nachzudenken.

Dennoch stand ihr die Erleichterung ins Gesicht geschrieben, als sie schließlich Halt machten, um ein Nachtlager aufzuschlagen. Ihre Beine fühlten sich wie Blei an und auch ihre Schulter schmerzte ziemlich von dem holprigen Ritt. Schwerfällig ließ sich Miandra aus dem Sattel gleiten und führte ihren Schimmel anschließend mit steifen Fingern an den Zügeln zu Leanora hinüber. So fest, wie es ihr möglich war, band sie das Tier an einen dicken Ast an und kramte ihren Wasserschlauch aus der Satteltasche.

„Ich werde mal Holz suchen gehen, bevor wir gar nichts mehr sehen hier“, meinte sie müde zu der Adligen, nachdem sie einen kräftigen Schluck von dem Wasser zu sich genommen hatte. Gleich darauf setzte sie ihre Worte in die Tat um und hob den ersten kleinen Ast vom Boden auf.

Einige Zeit ging sie anschließend den Waldrand entlang und sammelte alles Brennbare ein, was ihr in die Augen stach. Mit einem Haufen an trockenen Blättern und Zweigen kam sie schließlich zurück und legte all das Geäst auf eine Stelle mit erdigem, trockenem Untergrund. Kurz ging Miandra zurück zu den Pferden, schnallte ihre Tasche von dem Packpferd herunter und kramte Zündsteine daraus hervor.

Mit einem tiefen Seufzen ließ sie sich schließlich auf den Boden neben ihrem gesammelten Holz fallen und begann damit dieses in eine gute Position zu bringen. Die dickeren Äste legte sie nebeneinander, um einen guten trockenen Untergrund für das Feuer zu schaffen, wobei sie einige in ihrer Länge kürzen musste. Das Laub schob sie danach über diesen Untergrund zu einem kleinen Haufen zusammen und stellte die abgestorbenen Zweige und restlichen Äste kegelförmig schräg gegeneinander gelehnt drum herum auf.

Erst als auch sonst keine brennbaren Sachen mehr im nahen Umkreis der baldigen Feuerstelle lagen, nahm sie die Zündsteine zur Hand und begann damit, das trockene Laub in Brand zu setzen. Da ihre Finger vom Reiten noch immer etwas taub waren, brauchte sie etwas länger, bis schließlich eine qualmende Flamme entstand, die langsam auf die dünnen Zweige und Äste überging. Vorsichtig pustete sie noch etwas Luft hinzu, wodurch das Feuer erst richtig angefacht wurde. Miandra hoffte nur, dass einer der anderen ebenso schlau war und etwas Holz suchen gegangen war, denn so würde es wohl kaum für die ganze Nacht genügen.

#2600
BindweedSaturnfrost

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Erik hielt den ganzen restlichen Tag über mit allen anderen Schritt, und war nie zu weit hinten oder vorne. Die Reiterei, machte ihm mittlerweile nichts mehr aus. Er war schon viele Jahre mit dem Pferd unterwegs, somit fühlte er sich nicht ganz so erschöpft wie manch anderer von ihnen.

Als sie am Lager ankamen, band er sein Pferd an einem dünnen Baum an, und stellte eine kleine Schale davor, die er mit Wasser aus seinem Schlauch füllte. „Hier, mein Guter", flüsterte er vor sich hin, während er dem Pferd durch die Mähne strich.

Danach machte sich Erik auf, um ebenfalls wie Miandra, etwas Holz zu sammeln, sodass es für den ganzen Abend und die Nacht reichen würde. Er hob einen Stock nach dem anderen auf, und achtete dabei darauf, dass diese auch trocken waren. Als er vollbepackt war, und nicht einmal einen weiteren Ast aufheben konnte, begab er sich zurück zu der Lagerstelle, und legte alles ein Stück neben dem Lagerfeuer ab.

„Ich denke, hiermit kommen wir durch die Nacht." grinste er zu Miandra, die gerade dabei war ein Lagerfeuer zu entzünden. Daraufhin holte er seinenen Schlafsack, und die Decke, die er um sein Pferd gepackt hatte, und breitete diese vor dem Lagerfeuer aus. Als er sich hinsetzte, blickte er in den Himmel, und wusste genau es würde eine sternenklare Nacht werden.

Erik blickte wieder herab, und blieb mit seinen Augen bei Leanora hängen. Mittags fand er keine Möglichkeit, sie auch nur einmal anzusprechen. Aber genau das, hatte er vor. Denn ihm viel sofort auf, dass sie aus adeligem Hause stammen musste.
„Leanora, aus welchem Hause kommt Ihr denn, wenn ich fragen darf?"

Modifié par BindweedSaturnfrost, 02 septembre 2012 - 07:43 .