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Die freie Wildnis von Ferelden (Dragon Age RP)


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2750 réponses à ce sujet

#2601
Kaysallie

Kaysallie
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Miandra nahm ein paar von den Zweigen, welche Erik mitgebracht hatte, und legte immer wieder welche davon in das Feuer. Dies tat sie solange, bis dieses groß genug war und nicht den Anschein machte, als würde es sobald wieder ausgehen. Danach stand sie wieder vom Boden auf, um sich ebenfalls ihre Schlafsachen, sowie die Tasche mit den Lebensmitteln, von dem Packpferd zu holen. Sie hatte dabei schon ein paar Mühen noch zu erkennen, wie und wo genau all das befestigt war, da es bereits recht dunkel geworden war. Als Miandra schließlich doch alles beisammen hatte, ging sie damit zurück zu der Feuerstelle.

Dort angekommen, breitete sie eine große dicke Wolldecke in der Nähe der Flammen aus, machte es sich darauf gemütlich, zog sich gleich darauf ihre Stiefel aus und legte auch den Waffengurt ab. Kurz dachte sie daran, sich auch die restliche Rüstung abzulegen, alleine schon, um sich ihre Wunde an der Schulter ansehen zu können. Dann wiederrum war Miandra sich wegen der Gegend hier nicht sicher und wollte lieber kein Risiko eingehen. Erst wollte sie auf den Bericht von Vernita warten.

So beließ sie es dabei und nahm stattdessen die Tasche mit den Lebensmitteln in Augenschein. Dabei stieß sie auf rohes, gesalzenes Rindfleisch, welches sorgsam in dünnes Leder gewickelt war und außerdem fand sie noch ein großes Stück durchwachsenen Speck, anderes Dörrfleisch, Zwiebeln sowie Knoblauch, verschiedenste Gewürze, dunkles Brot, Obst und Gemüse sowie vieles andere. Sogar zwei Rotweinflaschen und Rum waren unter dem Proviant – die Wirtin schien es echt gut mit ihnen gemeint zu haben.

Daraus würde sie etwas Leckeres zaubern können und bei dem Gedanken an eine warme Speise hätte Miandras Magen fast zu knurren begonnen. Immerhin hatte sie den ganzen Tag noch nichts gegessen. Daher begann sie zuerst einmal eine Halterung für den Kochtopf aufzubauen, um anschließend die benötigten Zutaten kleinzuschneiden und herzurichten für später, wenn die Flamme nicht mehr so groß sein würde.

Modifié par Kaysallie, 03 septembre 2012 - 09:28 .


#2602
Aliens Crew

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Ein leises Rascheln kündigte die Rückkehr Vernitas an. Schon aus einiger Entfernung hatte sie den Schein des Lagerfeuers durch das grüne Dickicht des Unterholzes flackern sehen. Als sie dann schließlich aus dem Gestrüpp trat, bemerkte sie sogleich Miandra, welche neben der Feuerstelle auf einer Wolldecke hockte und bereits ihr Abendessen bereit gelegt hatte. Erik saß ebenfalls am Feuer und unterhielt sich mit Leanora, die noch bei den Pferden stand und diese striegelte.
 
„Etwa 150 Meter geradeaus gibt es einen kleinen Teich, an welchem wir die Pferde tränken können“, meinte sie zu den beiden gewandt. „Folgt einfach dem Weg, den ich durch das Unterholz geschlagen habe. Ansonsten konnte ich nichts Ungewöhnliches entdecken.“
 
Die Elfe wandte sich ab und gesellte sich sogleich zu Miandra. Mit einem leisen Seufzer ließ sie sich neben der Frau auf die Decke fallen, streifte ihre Handschuhe ab und entfernte anschließend noch den Helm von ihrem Kopf. Beides legte sie neben der Decke auf dem Waldboden ab.
 
„Brutzelst du uns was Schönes zu essen, Miandra?“ lächelte sie die Frau an. „Ich hab‘ so einen Hunger, ich könnte ein ganzes Pferd verspeisen.“
 
 
 

Modifié par Aliens Crew, 04 septembre 2012 - 07:22 .


#2603
Bellandyrs

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"Nichts da", rief Leanora zur Feuerstelle, da sie die letzten Worte der Elfe vernommen hatte. "Die Pferde brauchen wir!"
Zu Erik gewandt fuhr sie fort: "Helft Ihr mir, die Tiere zur Wasserstelle zu führen? Ich kann zwei bis drei nehmen, Donas läuft mir ohnehin hinterher. Derweil kann ich Euch ein wenig erzählen, was Euch interessiert."
Sie holte sich ein paar Stricke, befestigte diese an den Halftern der Tiere, pfiff leise nach Donas und führte den Schimmel und die beiden Packpferde auf den von Vernita beschriebenen Weg durch das Unterholz.

#2604
BindweedSaturnfrost

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„In Ordnung.“ , entgegnete Erik, Leanora, und stand darauf hin auf. Er begab sich zu den Pferden, löste die Schleife der Seile, und führte so Vernitas Rappen, ebenso sein eigenes Pferd. So ging Erik hinter Leanora her, und die Pferde waren rechts von ihm.

„Also. Mir scheint ich bin nicht der einzige, der aus gutem Hause kommt. Aber kennen würdet Ihr mich sowieso nicht.“

Modifié par BindweedSaturnfrost, 05 septembre 2012 - 03:47 .


#2605
Kaysallie

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Miandra hatte inzwischen all die Zutaten, die sie für das Essen brauchte, in kleine Stücke geschnitten und wollte gerade den Topf über das Feuer hängen, als sie die Elfe aus dem Dickicht kommen sah. Kurz lauschte sie dem Bericht dieser, ehe sie ihre Arbeit wieder fortsetzte.

„Nein, schön wird es nun wirklich nicht aussehen, wenn es fertig ist“, erwiderte sie nüchtern auf die Frage von Vernita, nachdem sich Erik zu Leanora und den Pferden begeben hatte, um diese zu dem Teich zu führen. Während sie sprach, gab sie bereits den gewürfelten Speck in den Topf, um ihn auszulassen, was nur ging, wenn das Gefäß noch nicht zu heiß war.

„Aber es wird die Mägen füllen und gut schmecken. Ist ein Familienrezept... das einzig Gute, das dieser Familie wahrscheinlich jemals entsprungen ist…“, fügte sie nach einer etwas längeren Pause hinzu. Danach gab sie Zwiebel und Knoblauch zu dem Speck dazu und rührte all das mit einem Holzkochlöffel geübt um. Erst als die Knollen glasig waren, hob sie das Rindfleisch unter und briet es rundherum gut an. Anschließend würzte sie alles mit Pfeffer, kippte die halbe Rotweinflasche dazu und verfeinerte all dies mit drei getrockneten Nelken. Zu guter letzt deckte sie den Topf mit dem dazugehörigen Deckel zu.

„Und du wirst deinen Hunger noch etwas bändigen müssen, da das Ganze erstmals einige Zeit in dem Topf da schmoren muss, sonst kann sich der Geschmack nicht entfalten“, sagte sie abschließend zu der Elfe neben sich. Den Kochlöffel drohend in der Hand haltend, blickte sie zu dieser, wobei ihre Augen furchteinflößend zu glühen schienen. „Und komm erst gar nicht auf die Idee, dir etwas zu nehmen, bevor ich sage, dass es fertig ist!“

Modifié par Kaysallie, 05 septembre 2012 - 06:20 .


#2606
Aliens Crew

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Fasziniert beobachtete Vernita Miandra dabei, wie diese das Essen zubereitete. Dabei leuchteten ihre Augen wie die eines kleinen Kindes, welches ein besonders schönes Geschenk von seinen Eltern erwartete. Sie bekam nicht einmal mit, wie sich Erik und Leanora von ihnen entfernten, so gebannt war sie von der Tätigkeit der schwarzhaarigen Frau. Als Miandra schließlich den Deckel auf den Topf legte, fing sogar der Magen der Elfe an zu knurren, woraufhin die schwarzhaarige Frau ihr mit dem Kochlöffel „drohte“.
 
„Ja, Mutter!“, erwiderte diese neckend, wobei sie Miandra schelmisch angrinste. „Ich hab’s verstanden und werde mich zurückhalten, Mutter! Alles, was du sagst, Mutter!“
 

#2607
Kaysallie

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„Dann is‘ ja gut“, meinte Miandra etwas lang gezogen, wobei sie auch leicht grinste. Ihr war gar nicht aufgefallen, wie eigenartig das gerade geklungen haben musste. Sie legte den Kochlöffel zur Seite und nahm sich stattdessen die offene Rotweinflasche zur Hand.

„Und während wir warten…“, fuhr Miandra etwas ernster fort und machte einen Schluck aus der Flasche. Der Wein breitete einen fruchtigen Geschmack auf ihrer Zunge aus. ‚Perfekt‘, dachte sie bei sich, da er ausgezeichnet für diese Speise geeignet war. Anschließend blickte sie zur Seite und sah Vernita nicht gerade begeistert an – was natürlich nicht an dem Wein lag. „…kannst du mir erklären, wie stark dein Vertrauen in diesen Kerl ist, mit dem ich ab jetzt meinen Platz am Feuer teilen darf.“

#2608
SickOfItAll

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Lydia wude unsanft geweckt. " Hrm, was ? ... oh, war wohl ... eingeschlafen. " brummte sie und rutschte vom Pferderücken. Sha´ira schlang ihr einen Arm um die Hüfte und sie begutachteten die Stelle, die ihr Nachtlager werden sollte.

Sie wahr lange Ritte gewohnt, frühr war sie viel mit ihrer Mutter geritten, meist zum Jagen ins Gebirge, Tagelang, später tat sie das dann alleine.

" Ich würde sagen, Zelt aufschlagen. Zeit für den gemütlichen Teil der Reise. !"
Gemeinsahm entpackten sie die Zeltbahn und spannten sich einen Flecken unweit des Feuers ab. eine Decke diehnte ihnen als Unterlage, den Rest stapelten sie unter die Plane.

Zufrieden legte sie sich zu Sha´ira, welche gebannt ins Feuer sah und zog das Holskistchen, das Mika ihnen vor der Abreise zugesteckt hatte zu sich heran. Vorsichtig zog sie das Lederbändchen ab und öffnete den Messingverschluss - und staunte.

" Eine Wurzelholzpfeife ... wie ... warum ?! Und sogar Pfeifenkraut. " Sie hatte viel erwartet, aber bei weitem keine Pfeife. Vorsichtig zelebrierte sie ein wenig Pfeifenkraut aus dem Lederbeutelchen mit der Aufschrift "Langgrund" in die Pfeife und entzündete dies sogleich mit einem glimmenden Span vom Feuer.

" So könnte das eigentlich öfter vonstatten gehen", lachte sie, lehnte sich an Sha´ira und reichte ihr die Pfeife.

#2609
Aliens Crew

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„Erik, meinst du?“ erwiderte Vernita fragend, obwohl die Antwort ja eigentlich offensichtlich war. Ihr breites Grinsen wurde dabei zu einem leichten Schmunzeln. „Ja, ich kann deine Bedenken schon verstehen. Ich hätte sie sicher auch, wenn ich an deiner Stelle wäre. Immerhin ist Erik ja ein Mann, und wir wissen ja beide, dass diese zumeist nur schwanzgesteuerte Idioten sind…“
 
Sie nahm Miandra behutsam die Weinflasche aus der Hand, bevor sie einen kräftigen Schluck daraus trank. ‚Wirklich gut, der Stoff‘, dachte sie dabei zufrieden.
 
„Aber bei Erik kannst du unbesorgt sein“, fuhr sie in einem ruhigen Tonfall fort. „Der Kerl ist einfach zu gutmütig, um ein Verräter zu sein…und dabei hatte er bereits die eine oder andere Möglichkeit, mich hintergehen zu können. Doch getan hatte er das bisher nie. Ich konnte mich eigentlich immer auf ihn verlassen. Und eine Zeitlang haben wir recht häufig zusammengearbeitet…verloren uns dann aber schließlich aus den Augen. Wenn du so willst, kann man ihn gut als so treu und so loyal wie einen Hund bezeichnen…und ab und zu auch als so einfältig.“
 
Die Elfe lachte kurz auf, bevor sie sich wieder beruhigte und sanft Miandras Hand in die ihre nahm. „Du kannst mir glauben, wenn ich sage, dass Erik, neben Fineon natürlich, der einzige Mann auf diesem elenden Kontinent ist, dem ich blind mein Leben anvertrauen würde. Und das will schon was heißen, nicht wahr? Wie du ja weißt, schließe ich nicht so leicht Freundschaften und mit einem Mann schon gar nicht.“
 
Vernita lächelte der schwarzhaarigen Frau aufmunternd zu, während sie deren Hand für einen Moment kräftig drückte. „Das ist eh alles, worauf ich baue, Miandra. Und um uns beiden die Möglichkeit einer glücklicheren Zukunft zu bieten, würde ich alles tun und auch jede Hilfe annehmen, die ich kriegen kann. Denn das ist alles, was mir noch wichtig ist.“
 

Modifié par Aliens Crew, 06 septembre 2012 - 07:48 .


#2610
Kaysallie

Kaysallie
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Misstrauisch hörte Miandra der Elfe zu. Egal welch nette Worte sie auch über Erik verlor, es traf bei ihr direkt auf Stahl und kein Stück ihrer Miene verzog sich. Erst als Vernita ihre Hand drückte, legte sich ein Hauch an Unsicherheit über ihr gerade noch gemeißeltes Gesicht.

Irgendwie kam gerade ein Gefühl von Übelkeit in ihr hoch. Im ersten Moment dachte Miandra, es würde an den letzten Worten der Elfe liegen, doch als sie ein weiteres Mal einatmete wurde es ihr schlagartig klar.

„Das glaub‘ ich ja nicht!“ platze es aus der Frau heraus und sogleich sprang sie von der Decke auf. Ihr Blick ging zornig zur Seite und fixierte Sha´ira und Lydia, die entspannt auf der anderen Seite des Feuers auf einer Decke lagen und sich dort auch so etwas Ähnliches wie ein Zelt aufgebaut hatten.

Ihre Miene verfinsterte sich weiter, als sie sah, was die Nevarerin in der Hand hielt. Schnellen Schrittes umrundete sie die Feuerstelle und als sie vor den beiden ankam, riss sie der grünhaarigen Elfe die Pfeife aus der Hand. Bevor eine der beiden aufspringen und etwas dagegen unternehmen konnte, hatte Miandra das Rauchinstrument wütend in der Mitte durchgebrochen und anschließend ohne zu zögern in die Flammen des Feuers geworfen.

„Rauchen ist nichts für junge Mädchen! Was geht eigentlich in euren Köpfen vor!? Glaubt ihr, das hier ist nur ein lustiges Abenteuer, bei dem ihr tun und lassen könnt, was ihr wollt? Eure Pferde stehen noch immer gesattelt dort drüben, oder glaubt ihr etwa, wir machen alles für euch hier!?“, giftete Miandra die beiden währenddessen ohne Unterbrechung an. Selten hatte man sie so wütend erlebt, wie in diesem Moment und es machte den Anschein, als wäre die kleine Pfeife nicht der einzige Grund dafür.

Ohne auf diverse Proteste zu warten, zeigte sie den beiden bereits die kalte Schulter und ging zurück zu ihrem Platz von vorhin. Als sie sich dort angekommen wieder neben Vernita auf die Wolldecke setzte, warf sie dieser einen Blick zu, der gut verdeutlichte, jetzt besser nichts Falsches zu sagen.

„Ich werde diesem Kerl trotzdem nicht über den Weg trauen“, meinte sie nach ein paar stillen Lidschlägen zu der Elfe ausgesprochen ruhig und sachlich, während sie die unruhigen Bewegungen der Flammen vor sich beobachtete. Von dem eben wütenden Tonfall war kaum noch etwas herauszuhören. „Da kannst du ihn noch so oft bis ins Nichts zum Erbauer und seiner Braut loben.“

Und wieso Vernita das tat, war Miandra ohnehin schleierhaft. Wie konnte sie nur mit diesem Kerl „befreundet“ sein? Soweit sie das vorhin richtig verstanden hatte, war er, wenn er unter Alkoholeinfluss stand, auch nur wie all die anderen versoffenen Kerle, die ihr geläufig waren. Ein unwohler Schauer lief ihr über die Haut, wenn sie sich die Situation im Kopf ausmalte. Und je länger sie darüber nachdachte, umso eigenartiger kam ihr das Ganze vor. Sie würde sich niemals mit jemanden einlassen können, der sie auch nur einmal so benutzt hätte! Wie konnte Vernita das nur tolerieren?

Modifié par Kaysallie, 06 septembre 2012 - 10:57 .


#2611
Bellandyrs

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„Wie kommt Ihr nur darauf?“ fragte Leanora mit einem leicht sarkastischen Unterton. „Ihr habt wohl gut zugehört, als Vernita uns vorgestellt hat.“
Innerlich schalt sie sich als die größte Närrin, die Thedas jemals hervorgebracht hat. Das mulmige Gefühl wollte einfach noch nicht weichen, auch wenn Erik sich freundlich gab. Aber das musste ja nichts bedeuten. Immerhin war sie mit ihm nun allein unterwegs zur Wasserstelle, und dort würde sie niemand hören, wenn er sie hinterrücks niederstechen würde. Andererseits würde Vernita wohl hellhörig werden, wenn sie nicht in angemessener Zeitspanne zurückkehrten. Aber dann wäre ihr Körper zwar noch warm, sie aber trotzdem schon aus dem Leben geschieden. Unwillkürlich verkrampften sich ihre Hände um den Führstrick der Pferde.

Kurze Zeit später hatten sie den Teich erreicht, den ihnen die Elfe gesagt hatte. Sie ließ die Tiere los, hier würden sie sicherlich nicht fortlaufen, bis auf eine flache grüne Stelle waren sie von Bäumen umgeben. Sie wandte sich wieder an Erik, der die Tiere auch los gelassen hatte. Zum einen verlangte es der Anstand und die guten  Manieren, einem Gesprächspartner in die Augen zu sehen, zum anderen war ihr dabei um einiges wohler, wenn sie die Regungen in seinem Gesicht verfolgen konnte.



„Nun, mein Name mitsamt dem Adelstitel ist Countess Leanora Bardigiano, aber das wisst Ihr ja schon“, begann sie ihre Ausführung. „Das Haus Bardigiano ist nicht so groß, dass man es kennen muss. Ich kenne Euch übrigens tatsächlich nicht, ich hoffe, Ihr verzeiht das. Insofern wollt Ihr wahrscheinlich wissen, wo wir angesiedelt sind und ob wir politische Macht besitzen. Hier kann ich Euch versichern, sollten wir jemals welche gehabt haben, ist diese mittlerweile erloschen, soweit ich weiß, werde ich sogar steckbrieflich gesucht, obwohl ich nichts angestellt habe. Naja, fast nichts“, fügte sie leise hinzu. Aber das musste dieser Herr ja nicht wissen. „Mein Verbrecher-Dasein begann erst, als ich in diese Gruppe kam“, schmunzelte sie. „Aber um auf das Thema zurück zu kommen: Das Land, welches unser Eigen war oder ist, umfasst nur wenige Dutzend Quadratmeilen, ist etwas kleiner als eines der Banns in den Bannorn, hat damit aber nichts zu tun. Es liegt ein Stück südlich der Weststraße, und östlich des Kaiserlichen Hochweges, gehört politisch gesehen dem Arltum Redcliffe an, obwohl es landschaftlich schon an das Arltum Südhang grenzt. Soviel zur geografischen Lage.“
Sie seufzte leise und runzelte die Stirn. Jetzt kam der komplexe Teil, sie versuchte sich zu erinnern, was sie von ihrer Ahnentafel im Gedächtnis behalten hatte. „Bei der Blutlinie wird es schon komplizierter, ich weiß das selber nicht so ganz genau. Aber wenn man den Stammbaum meiner Mutter zurückverfolgt, kreuzt sich dieser mit dem Blut der Guerrins, zumindest vor einigen Generationen. Das blaue Blut habe ich also mütterlicherseits geerbt. Mittlerweile sind wir soweit voneinander entfernt verwandt, dass ich den Grad nicht mehr bestimmen kann. Aber
immerhin erklärt es, wieso wir Redcliffe zugehörig sind und nicht dem Südhang. Und das wiederum dürfte die Königstreue meiner Eltern erklären. Und nachdem Arl Eamon Guerrin nicht nur der Onkel König Cailans war, sondern auch einer seiner engsten Vertrauten, ist die Loyalität zum alten Arl von Denerim genauso  selbstverständlich gewesen.“ Ein wehmütiges Lächeln umspielte ihre Lippen, als sie an die Begegnung mit dem väterlichen Freund im Nichts dachte. „Aber es hat mich nie richtig interessiert, wie wir zu der königlichen Familie nun genau verwandt sind. Ich habe den König selber nie zu Gesicht gekriegt, und selbst an Arl Eamon kann ich mich nur vage erinnern. Seit ich lebe, habe ich ihn nur einmal gesehen, und da bin ich noch ein kleines Kind gewesen. Noch eher an seinen Bruder Teagan, er war meiner Mutter sehr zugetan und hat einige Pferde von uns gekauft. Aber seine Besuche waren sehr selten, ich glaube, das letzte Mal habe ich ihn noch vor der Verderbnis gesehen. Kein Wunder, Rainesfere ist ja auch einige Tagesritte von uns entfernt, da kommt man nicht einfach so auf Kaffee und Kuchen vorbei.“



Lea holte tief Luft und schnippte mit ihrer rechten Hand eine Locke aus dem Gesicht, die der Wind dorthin
geweht hatte. „Im Übrigen wäre ich Euch dankbar, wenn Ihr das den Damen in dieser Gruppe nicht unbedingt weitertratscht. Irgendwie habe ich nämlich das Gefühl, dass diese den Adel nicht mögen, und wenn sie meinen Stammbaum erfahren, könnten sie falsche Rückschlüsse ziehen. Es hört sich näher verwandt an, als es ist.“



Im Prinzip war es ihr zwar egal, ob Vernita und Miandra davon erfuhren. Aber nachdem sie endlich etwas
Anschluss gefunden und das Gefühl hatte, akzeptiert und zum Teil auch respektiert zu werden, wollte sie das nicht wieder gegen die schneidende und ignorierende Atmosphäre eintauschen, die geherrscht hatte, als sie zu der Gruppe gestoßen war. Letztlich wollte sie selber dafür sorgen, dass der Name Bardigiano in den Adelsfamilien und in der Gesellschaft wieder etwas zählte, und nicht der verwandtschaftlichen Bande wegen. Sie wusste nicht einmal, ob Arl Eamon sie überhaupt noch kannte, und auch das war ihr herzlich egal.



Ein lautes Platschen, gefolgt von einem fröhlichen Wiehern, ließ sie herumfahren.
„Donas!“ rief sie außer sich. „Komm sofort raus da!“ Sie schüttelte ungläubig den Kopf. Ihr Hengst bevorzugte es, ein Bad zu nehmen, und schwamm einfach eine Runde im Teich. Noch einmal seufzte sie, dieses Mal
voller Inbrunst. Wozu hatte sie ihn zuvor noch gestriegelt?

Resignierend drehte sie sich wieder zu Erik, der sich ein Lachen kaum verkneifen konnte, da er den Fuchs
zuvor schon gesehen hatte, wie dieser vorsichtig einen Huf nach dem anderen setzte und schon bis über die Fesseln im Wasser stand.
„Glaubt man das denn“, schüttelte Lea den Kopf, aber ihre Augen blitzten dabei humorvoll. „Und welcher Teil Thedas hat Euch hervorgebracht?“, fragte Leanora. „Ich kann mich nicht erinnern, den Namen Le Faye jemals auf der Gästeliste meiner Mutter gelesen zu haben? Zudem hört es sich ohnehin danach an, als würdet Ihr mehr
unterwegs statt daheim sein. Wer kümmert sich denn um Eure Ländereien?“

Modifié par Bellandyrs, 07 septembre 2012 - 06:15 .


#2612
Kisu

Kisu
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Langsam stand Sha´ira auf und musterte Miandra. Mit einem schnellen Aufwärtsschlag versetzte sie ihr eine heftige Ohrfeige und wies wortlos zu den Pferden.

" Wenn ihr eure hübschen Augen gebrauchen würdet, würdet ihr sehen, das die Pferde dort drüben an einen Baum angebunden sind, die Sättel liegen hier". Mit dem Daumen wies sie unter die Zeltbahn.

" Macht das nocheinmal und ich stampfe euch in den Boden auf dem ihr sitzt. Fühlt den Schmerz und lernt. Oder lernt es auf die harte Weise. "

Regungslos setzte sie sich wieder zu Lydia , griff sich das Schächtelchen mit dem Tabak und überlegte. " Im Handelsposten werden wir uns eine neue kaufen. "

#2613
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Vernita war etwas überrascht über Miandras plötzlichen Wutausbruch. Schweigend beobachtete sie, wie die schwarzhaarige Frau die Pfeife an sich nahm und diese zerbrach. Die Elfe schaute ein wenig verdutzt, während sie Miandras Worten lauschte, welche diese an die beiden Mädchen richtete. Und sie fragte sich ernsthaft, was mit der schwarzhaarigen Frau los war, denn bisher hatte es sie doch nie interessiert, was die beiden nun wieder für einen Blödsinn anstellten. Vernita war davon überzeugt, dass die Pfeife vielleicht der Auslöser für ihren Wutausbruch war, aber mitnichten der eigentlich Grund dafür. Was könnte es sonst sein? Vielleicht Erik?
 
Vernita überlegte, ob sie Miandra danach fragen sollte, als diese zu ihr zurückkehrte, entschied sich dann aber dagegen, da die schwarzhaarige Frau heute eh schon den ganzen Tag etwas neben der Spur war...woran sie selbst wohl auch zum Teil Schuld hatte. Zudem blickte diese die Elfe mit einem Blick an, der Vernita recht deutlich klar machte, dass sie nun eh nicht darüber sprechen wollte. So beschloss die Elfe, das Gesprächsthema auf etwas Profaneres zu lenken, wie etwa das Essen, welches Miandra gerade zubereitete. Doch ehe sie die Frau danach fragen konnte, begann diese von sich aus, über Erik zu reden.
 
Wieder überlegte die Elfe, was sie dazu sagen sollte, oder ob sie diese Kommentare Miandras einfach auf sich beruhen lassen sollte. Doch ehe sie diesbezüglich eine Entscheidung treffen konnte, war auch schon Sha’ira heran und tat das, was man von ihr eben nicht anders erwarten konnte. Sie verpasste Miandra eine Ohrfeige und hatte zudem noch die ungeheuerliche Frechheit, der Frau mit ihren leeren Worten zu drohen.
 
‚Was bildet sich diese dumme Göre eigentlich ein?’ schoss es Vernita daraufhin schlagartig durch den Kopf. ‚Hat diese kleine Schnepfe denn immer noch nicht kapiert, was ich für Miandra empfinde, und das alles, was sie gegen sie tut, sich gleichzeitig auch gegen mich richtet? Ist dieses Balg wirklich so lernresistent?’
 
Vernita platzte der Kragen. Sie sprang auf und folgte dem Mädchen um das Feuer herum. Als diese ihre Freundin erreichte, hatte sie die junge Kriegerin auch schon eingeholt. Lydia wollte schon aufspringen und sich gegen Vernita wenden, wurde von dieser aber mit einem wuchtigen Tritt zurück in das Zelt geschleudert.
 
„Halt dich da raus, Kleine!“ fauchte die Elfe böse. „Das geht dich nichts an!“
 
Sha’ira wollte nun ebenfalls erneut auf die Füße kommen, woraufhin Vernita sie gleich mit einem kräftigen Schlag wieder zu Boden schickte. Doch das schien die Kriegerin nicht beeindruckt zu haben, denn sie startete gleich einen zweiten Versuch, doch dieses mal sah sie sich gleich dem Schwert der Elfe entgegen, welches diese Sha’ira an die Kehle hielt.
 
„Hör’ mir zu, du kleine Ratte!“ zischte Vernita außer sich vor Zorn. „Lege niemals wieder Hand an Miandra, hast du das kapiert? Und sei es auch nur für einen kleinen Klaps, ich schwöre dir, ich schlitze dir den Wanst auf, reiße dir die Därme aus dem Leib und hänge dich daran am nächsten Baum auf, nur um dabei zuzusehen, wie du dann langsam verreckst. Und deine Leiche lasse ich dann hängen, als Fraß für die Wölfe und Krähen! Geht das in dein Zwergengehirn hinein?“
 
Die Elfe schnaufte bei ihren Worten wie ein wildgewordener Eber. Ihr Körper vibrierte vor Aufregung, und ihre Augen funkelten tückisch. „Was wollt ihr beiden damit überhaupt erreichen, häh?!? Wozu dienen eure ständigen Provokationen, eure Beleidigungen und gelegentlichen Angriffe? Ist das eure Vorstellung von Zusammenarbeit? Seid ihr deswegen etwa hier, nur um mich dazu zu bringen, eurem armseligen Leben ein schnelles Ende zu bereiten? Oder arbeitet ihr etwa am Ende doch noch für den Feind? Das würde zumindest teilweise erklären, warum ihr uns ständig diesen Ärger einbrockt! Los! Sag’ schon! Was soll dieser ganze Scheiß eigentlich ständig?“
 
 

#2614
BindweedSaturnfrost

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Erik sah bereits aus dem Augenwinkel, dass Donas dabei war, in den Teich zu springen. Schon da begann er zu schmunzeln. Was für ein Hengst das doch war, wahrlich ein Prachtexemplar voller Lebensfreude. Erik sah sonst noch nie einen Hengst so herumtollen. Und dass aus Leanora erst in dieser Gruppe zu einer kriminellen wurde, konnte er sich vorstellen. Mit Vernita zu reisen, hieß nicht gerade Friede-Freude-Eierkuchen.

Die Stirn runzelte er besonders als sie ihren Stammbaum erklärte. Leanora schien wohl zur Königsfamilie zu gehören. Allerdings kam ihm der Name Bardigiano wohl doch ein wenig bekannt vor. Erik musste ein wenig überlegen, aber es passte.

„Bardigiano kommt mir bekannt vor. Allerdings bin ich schon in den Dreißigern, was wohl erklärt warum Ihr unser Haus, und mich nicht kennt. Im Alter von 14 bin ich von zu Hause weg, was danach mit unserem Anwesen, und meiner ganzen Familie geschah, weiß ich allerdings auch nicht. Unser Anwesen lag im Süden Fereldens, ziemlich in der Nähe der Wächterfestung. Als Kind spielte ich dort, ohne das auch nur ansatzweiße zu wissen.“, meinte Erik grübelnd.

„Und keine Sorge. Die anderen werden davon nichts erfahren. Zumindest nicht von mir.“ Zwinkerte er ihr zu.

Noch ehe Erik sich überhaupt weiter mit Leanora unterhalten konnte, hörte er Geschrei vom Lager. Zuerst eine Stimme, die nicht Vernita sein konnte, das musste wohl Miandra, die schwarzhaarige Frau gewesen sein. Darauf, folgte Gebrüll mit voller Kraft aus den Stimmbändern, was Erik sofort erkannt hatte.

„Vernita.“, flüsterte er leise, ehe er die Pferde an den Zügeln nahm, und zurück zum Lager joggte. Dort angekommen sah er auf dem Boden eines der beiden Kinder liegen, die sich nicht mal vorgestellt hatten, und bisher kein einziges Wort zu ihm sagten.

Erik band die Pferde wieder an die Äste, und ging zu Vernita hinüber.
„Was ist los? Warum hältst du einem Kind dein Schwert an die Kehle?“, fragte er total verwundert. Denn, dass Vernita ihre Art auch gegenüber von Kindern einsetzte, wusste er nicht. Aber das konnte Erik ja egal sein, er wusste das es einiges brauchte um Vernita so auf die Palme zu bringen.

Modifié par BindweedSaturnfrost, 10 septembre 2012 - 11:59 .


#2615
Kaysallie

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Wuchtig schleuderte es Miandras Gesicht zur Seite, als Sha’ira plötzlich vor ihr auftauchte und ihr ohne zu zögern eine Ohrfeige verpasste. Für ein paar Lidschläge verschwamm und drehte sich alles vor ihren Augen, ehe ihre Wange wie Feuer zu brennen begann. Ein wenig Blut lief in einem dünnen Rinnsal aus einem ihrer Nasenlöcher und schon bald konnte sie es auf ihren Lippen schmecken.

Miandra war kurzzeitig fassungslos. War diese Göre denn etwa komplett durchgeknallt? Offenbar hatte sie in Nevarra noch nie etwas von ‚Respekt gegenüber älteren Personen‘ gehört. Sie selbst hätte es in diesem Alter nie gewagt, sich gegenüber einem Erwachsenen so aufzuführen…

Mit verkrampften, vor Zorn zitternden Fingern hatte sie automatisch nach ihrem Waffengurt gegriffen, der neben der Decke auf dem Waldboden lag. Doch ehe sie selbst zu einer derartigen Reaktion fähig war, hörte sie bereits Vernitas wütende Worte von der anderen Seite des Feuers kommen. Sie hatte nicht einmal mitbekommen, dass diese aufgestanden war, aber nun lauschte und beobachtete sie die Szene aufmerksam und etwas schockiert.

Normalerweise hielt Miandra nichts davon, wenn man Kinder bedrohte, und hätte Vernita wahrscheinlich längst von der jungen Elfe weggezerrt, aber diese Göre hier schien offenbar keine andere Art von Erziehung zu verstehen. Sie hielt sich erstmals zurück, auch wenn ihre Meinung mehr als nur einmal in der Mitte gespalten war. Doch als dann auch noch Erik dazustieß und eine berechtigte Frage – die für sie gerade nur überflüssig und dumm klang – stellte, riss auch Miandra endgültig der Geduldsfaden.

„Wenn sie glauben, weder unsere Hilfe, noch unseren Respekt zu brauchen und scheinbar alt genug zu sein, um alles tun und lassen zu können, wie sie wollen, dann können sie sich gerne am anderen Ende dieses Waldes ein Feuer und Zelt aufschlagen, wo ich sie nicht sehen, hören und riechen kann!“ fauchte sie wütend in Eriks Richtung, wobei sie erregt von ihrem Platz aufgesprungen war, auch wenn er an der ganzen Sache wohl am wenigsten dafür konnte. Anschließend zog sie im Stehen rasch ihre Stiefel an und kramte noch schnell ein kleines Tuch aus irgendeiner Tasche.

„Der Teich ist da drüben?“ fragte sie den Mann daraufhin, aus noch immer vor Zorn glühenden Augen, aber ehe ihr Erik antworten konnte, ging sie schon weiter in die Richtung, aus welcher er gerade gekommen war, als hätte sie die Antwort nur aus seinem verwirrten Blick abgelesen.

Es war ihr herzlich egal, was Vernita nun mit den beiden Mädchen anstellte, dennoch musste sie es nicht unbedingt zu Gesicht bekommen. Miandra hoffte nur insgeheim, dass all das nicht zu sehr eskalieren würde. Sarkastisch dachte sie sich anschließend aber, dass sie sich doch eigentlich unnötige Sorgen um die Elfe machte, immerhin stand ihr nun auch noch der stramme Kerl zur Seite, von dem sie gehört hatte, er solle im Kampf – wie auch in vielen anderen Dingen – sehr gut und brauchbar sein… Dann sollten zwei kleine überhebliche Mädchen doch kein Problem für die beiden darstellen.

„Was glotzt Ihr so blöd?“ fragte sie, aufgrund der noch aufgeflackerten Wut, im Vorbeigehen Leanora gehässig, die ihr auf dem Weg zum Teich unterkam und sie natürlich verwirrt musterte. Miandra beachtete die Adlige nicht länger, sondern ging zielstrebig weiter. Als sie schließlich bei dem Gewässer ankam, ließ sie sich am schlammigen Ufer auf die Knie fallen und tunkte das Tuch ins kühle Nass. Damit wischte sie sich das Blut verärgert von Nase, Lippen und mittlerweile auch vom Hals, ehe sie ihre Wange mit dem Lappen kühlte.

Modifié par Kaysallie, 10 septembre 2012 - 01:48 .


#2616
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Einen Moment blickte Vernita zu Miandra hinüber, welche wutschnaubend im Unterholz verschwand, bevor sie sich Erik zuwandte, ohne dabei allerdings Sha’ira aus den Augen zu lassen. „Das würdest du mich sicher nicht fragen, wenn du soviel über die beiden wüsstest, wie ich es tue. Nicht nur dass sie meine Autorität untergraben, wo es nur geht, mich permanent beleidigen wollen, mich wegen meiner Vergangenheit und meiner Lebensart verurteilen oder mich sogar angreifen. Nein! Damit käme ich klar, doch nun werden sie auch noch Miandra gegenüber gewalttätig. Es war heute zwar nur eine Ohrfeige, doch was kommt als nächstes? Ich werde sicher nicht tatenlos daneben stehen und mir das selenruhig mit ansehen. Eher steche ich die beiden auf der Stelle ab!“
 
Ein kalter Ausdruck lag in den Augen der Elfe, während sie weitersprach. „Und damit täte ich der Welt sicher noch einen Gefallen, denn eines solltest du noch wissen, mein lieber Erik. Dieses Kind hier vor mir sieht vielleicht so aus wie eine ganz gewöhnliche Heranwachsende, doch hinter dieser unschuldig aussehenden Fassade steckt weitaus mehr. Im Körper dieser jungen Göre wohnt ein unberechenbarer Dämon, den sie selbst teilweise nicht kontrollieren kann. Ich war selbst Zeuge davon, wie gefährlich dieses kleine Rotzbalg werden kann, wenn dieser böse Geist einmal die Oberhand gewinnt. Und glaube mir, eher schneide ich die Kleine in winzige Stücke, bevor ich zulasse, dass sie diese Macht gegen Miandra und sonst jemanden aus dieser Gruppe einsetzt. Und wenn mich ihre kleine Freundin daran hindern will, dann ist auch sie fällig!“
 
Ein verächtliches Grinsen legte sich auf Vernitas Gesicht. „Und? Hast du nichts dazu zu sagen, Besessene? Oder zu den Fragen, die ich dir zuvor gestellt habe?“
 
 
 
 

#2617
Aliens Crew

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Sha’ira schwieg. Sie blickte Vernita nur aus wutentbrannten Augen an. Auch Lydia sagte nichts, sondern musterte die Elfe nur eindringlich. Und für diese sagte das Verhalten der beiden mehr als tausend Worte. Sie verachteten Vernita, ohne wirklich zu wissen warum. Eine logische Erklärung dafür gab es wohl nicht. Zumindest war die Elfe in diesem Moment felsenfest davon überzeugt.
 
In ihren Augen waren die beiden Mädchen jetzt mehr denn je nichts weiter, als zwei verzogene kleine Gören, ohne Sinn für Disziplin und Autorität. Bei Lydia konnte Vernita das ja sogar noch irgendwie nachvollziehen, da die Kleine wohl schon früh gewaltsam von ihrem Elternhaus getrennt worden war. Doch bei Sha’ira stand die Elfe vor einem Rätsel. Hatte diese nicht behauptet, in einer Armee gedient zu haben? Na, das musste ja ein schöner Haufen gewesen sein. Das Verhalten der jungen Kriegerin bestärkte Vernita in ihrer Überzeugung, dass die Elfen in Nevarra nichts weiter waren als ein Haufen wilder Barbaren. Und dieses Kind wollte ihr vorwerfen, wie sie selbst gelebt hat und es heute noch tat? Einfach lächerlich. Die Kleine sollte erst einmal selbst erwachsen werden, bevor sie zu dem Thema noch einmal den Mund aufmachte.
 
Vernita steckte nun in einem inneren Konflikt. Was sollte sie nun tun? Ihr erster Gedanke war, einfach mit dem Schwert zuzustoßen, und es mitten durch Sha’iras Hals zu stoßen, um sich dieser aufsässigen kleinen Göre ein für alle mal zu entledigen. Danach müsste sie dasselbe allerdings auch mit Lydia machen, um von der Kleinen nicht irgendwann einmal hinterrücks erdolcht zu werden.
 
Auf der anderen Seite dachte die Elfe daran, was wohl Miandra davon halten würde, wenn sie die beiden Kinder nun einfach abstach. Im Moment war die schwarzhaarige Frau vielleicht noch wegen der Ohrfeige wütend auf die beiden, doch das konnte sich bei ihr auch sehr schnell wieder ändern. Und Vernita wollte in Miandras Augen bestimmt nicht als Kindermörderin dastehen. Das könnte ihrer eh schon recht unsicheren Beziehung ein für allemal den Todesstoß versetzen.
 
Die Elfe war hin- und hergerissen. Und der Moment, in der sie nach einer Entscheidung rang, kam ihr vor wie eine Ewigkeit, obwohl er im Grunde nicht einmal eine Minute andauerte. Schließlich stand ihr Entschluss fest. Es gab kein Zweifeln mehr.
 
„Ich werde dich nicht töten, Besessene. Zumindest nicht heute“, sagte sie in einem eisigen Tonfall, während sie das Schwert langsam sinken ließ. „Aber nicht deinetwegen. Du bist mir scheißegal, das kannst du mir glauben. Ich tue das nur, um Miandras willen. Solltest du aber nicht das beherzigen, was ich dir vorhin gesagt habe, dann werde ich dich nicht noch einmal verschonen. Ich hoffe, du hast das endlich kapiert, obwohl du wohl, wie deine Freundin Lydia, recht schwer von Begriff zu sein scheinst!“
 
Vernita steckte die Waffe weg und wandte sich ab. Zielstrebig machte sie sich auf den Weg zu dem kleinen Teich, an welchem sie Miandra vermutete. Im Vorbeigehen wandte sie sich noch einmal an Erik.
 
„Tu mir einen Gefallen und behalte die beiden im Auge. Und sorge bitte dafür, dass unser Essen nicht anbrennt. Ich bin gleich zurück.“
 
 

Modifié par Aliens Crew, 14 septembre 2012 - 11:07 .


#2618
Bellandyrs

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„Was zum...“, murmelte Leanora verwirrt. Zuerst das Geschrei im Lager, dann stürmte Miandra in allerbester Laune an ihr vorbei. Kopfschüttelnd führte sie die Pferde zurück zu ihrem Platz, wo Erik die anderen zwei bereits angebunden hatte. Sie sah, dass inzwischen auch die beiden Braunen abgesattelt waren. An sich hätte sie von den beiden Mädchen gedacht, dass sie sich selber um die Tiere kümmern würden, aber es hatte nicht gerade den Anschein.

Ihr Blick wanderte zum Lager, wo Vernita gerade Erik irgendwelche Anweisungen gab, und zu den beiden Mädchen, die sie kaum sehen konnte, da sie am anderen Ende lagen.

„Ihr hättet die Tiere ruhig tränken können“, murrte sie, aber so leise, dass es außer Donas keiner verstehen konnte. Leise seufzte die Blondhaarige, nahm einen Striegel zur Hand und bearbeitete damit das Fell der Braunen. Als sie damit fertig war, drehte sie sich Richtung Feuer und rief leise zu Erik: „Ich geh mit den beiden hier nochmal zum Teich, bin sofort wieder da!“

Sie nahm die Tiere am Führstrick und ging den gleichen Weg noch einmal. Dabei dachte sie über Eriks Worte nach. Er wusste nicht, was mit seinen Eltern und seinem Land geschehen war? War es ihm so gleichgültig? Lea konnte sich das kaum vorstellen, schließlich kämpfte sie auch um ihre Ländereien. Abermals seufzte sie. Ihre Eltern hätten ihr bestimmt einiges erzählen können über das Haus Le Faye, aber die konnte sie schließlich nicht mehr fragen.

#2619
BindweedSaturnfrost

BindweedSaturnfrost
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In Eriks Augen schien die Situation beinahe zu eskalieren. Eine wutentbrannte Vernita, die, wie er wusste, sehr gefährlich werden konnte. Miandra, die sich eine mitgeben ließ, von zwei kleinen Kindern, die wohl nichts Besseres zu tun hatten, und Leanora, die am Ende auch noch angemotzt wurde. Erik konnte überhaupt nicht verstehen warum Vernita mit so einer Gruppe durch die Gegend reiste.

Hatte er das gerade richtig verstanden? Ein unberechenbarer Dämon? Warum war Vernita denn so blöd und nahm einen Dämon mit? So kannte er sie überhaupt nicht. Bei Dämonen kannte Erik kein Erbarmen, egal ob Kind, Frau, Mann oder sonstige Wesen. Dämonen waren gefährlich, selbst wenn sie gut gesinnt waren.

Als sich Vernita nochmal an ihn wandte, nickte Erik nur. Als sie dann auser Reichweite war, näherte er sich den beiden Mädchen.

„Ich habe kein Verständnis für euch beide.“ Erik nahm seinen Bogen, spannte diesen, und behielt die beiden immer im Auge, während er auf deren Köpfe zielte und langsam zurück zu seinem Pferd ging. Er war ein hervorragender Bogenschütze. Dort angekommen, nahm er ein Seil und näherte sich den Kleinen wieder. Er band ihre Hände hinter dem Rücken zusammen, und zog sie zu einem Baum.

„Ihr seid eine Gefahr für uns alle hier. Nicht nur, dass ihr Kinder seid, und nichts Besseres zu tun habt, als erwachsene Menschen zu schlagen, ihre Autorität zu untergraben, und zu denken, damit durchzukommen. Nein. Ihr seid auch noch ein Dämon, wer weiß was eure kleine Freundin hier noch so geheim hält.“ Sagte Erik, mit einem ernsten gefährlichen Ton, während er die beiden an den Baum band, mit einem komplizierten Achterknoten den die beiden niemals aufbekommen würden, so wie sie saßen.

Danach ging er hinüber zum Kochtopf, und rührte das, was Miandra zubereitete, um. Es roch wirklich schmackhaft und er konnte es kaum erwarten, zu essen. Erik schloss den Deckel wieder, spannte seinen Bogen, und ging wieder hinüber zu den beiden Gören. Mit einen tief finteren Blick durchbohrte er die beiden.
„Am liebsten würde ich euch nun erschießen.“, flüsterte er.

Modifié par BindweedSaturnfrost, 15 septembre 2012 - 08:49 .


#2620
Kaysallie

Kaysallie
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Miandra saß mit geschlossenen Augen am Ufer des Teichs und versuchte sich zu beruhigen. Ihre Wange brannte noch immer, wenn auch nicht mehr so stark, nun wo das nasse Tuch die Stelle kühlte. Diese Mädchen… nicht einmal jetzt, wo sie diese verfluchte Stadt verlassen hatten, blieb ihr der ständige Ärger erspart. Alles, was sie heute nur noch tun wollte, war von diesem grauenvollen Ritt ausspannen, aber nicht einmal das war ihr scheinbar vergönnt…

Plötzlich fiel ihr ein, dass sie doch eigentlich etwas zu essen kochen wollte, und sie sprang regelrecht vom Boden auf. Wahrscheinlich würde sich niemand darum kümmern und wenigstens einmal umrühren, damit es nicht anbrannte. Miandra seufzte. Manchmal machte es wirklich keinen Unterschied, ob man alleine, oder in einer Gruppe unterwegs war…

Sie drehte sich um und wollte gerade den ersten Schritt zurück in Richtung Lager setzen, als ihre Ohren ein eigenartiges Geräusch vernahmen. Miandra verharrte in der Bewegung und ihre Pupillen bewegten sich zur Seite. Gerade als sie sich fragen wollte, was das gewesen war, ertönte es ein weiteres Mal, nun konnte sie es jedoch weitaus deutlicher verstehen. Eine Gänsehaut erfasste ihren Körper. Es klang und fühlte sich so an, als würde jemand direkt hinter ihr stehen, und ihr leise unverständliche Worte ins Ohr hauchen. Doch egal, wie oft sie sich umsah, es war niemand zu sehen. Die Stimme, die gleichzeitig männlichen und weiblichen Ursprungs zu sein schien, wurde erneut etwas lauter und nun glaubte Miandra sogar, sie aus einer bestimmten Richtung zu vernehmen.

Miandra wusste nicht wieso, aber ihre Neugierde wurde geweckt. Welche Worte es auch waren, sie zogen sie irgendwie magisch an und alles andere schien plötzlich unwichtig und sehr weit entfernt zu sein. Sie ließ das Tuch unbewusst aus ihrer Hand gleiten, wo es langsam auf den schlammigen Boden zu schweben schien und setze sich wie hypnotisiert in Bewegung. Erst folgte sie der Stimme langsam entlang des Ufers, wo ihre Sohlen tiefe Abdrücke in der feuchten Erde hinterließen, doch schon bald betrat sie den moosigen Waldboden und streifte durch das Dickicht. Die Bäume und Büsche wurden nur wenig später immer dichter und ließen kaum noch das Licht der Sterne und des Mondes hindurch, doch die Stimme, die sich zu einem süßen Gesang geformt hatte, wurde mit jedem Schritt klarer. Davon angetrieben herauszufinden, woher dieser Laut kam, lief sie wie besessen weiter durch das Gestrüpp, wobei das schrille Summen stets lauter wurde und bereits von allen Seiten an ihre Ohren hallte, bis sie schließlich von einer tiefschwarzen Dunkelheit verschluckt wurde, als hätte sie ein Tor direkt ins Nichts betreten.

Modifié par Kaysallie, 15 septembre 2012 - 07:08 .


#2621
Aliens Crew

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Vernita passierte auf dem Weg zu dem Teich Leanora, doch sagte sie nichts zu ihr, da ihre eigenen Gedanken sie gerade zu genüge beschäftigten. Sie fragte sich momentan, ob es eine gute Idee gewesen war, Erik mit den beiden aufsässigen Gören allein zu lassen oder ob sie die beiden nicht einfach hätte wegjagen sollen. Doch verwarf sie diesen Gedanken gleich darauf wieder.
 
Erik war ein fähiger Kämpfer – ihr selbst ebenbürtig. So dürfte es für ihn kein Problem darstellen, mit den beiden fertig zu werden, falls es erforderlich sein sollte. Zudem war er besonnener als sie selbst. Es würde schon gut gehen. Außerdem würde Leanora ja auch gleich zu den dreien stoßen, was die Situation sicher entspannen wird. Stattdessen überlegte sie sich gerade krampfhaft, wie es mit den beiden weitergehen sollte.
 
Alles wäre so einfach, wären die zwei etwas kooperativer und nicht so stur und verstockt wie zwei unreife Bälger. Nun ja, sie würde mit Miandra noch einmal darüber sprechen, wenn diese sich beruhigt hatte. Und vielleicht waren Sha’ira und Lydia dann ja auch endlich bereit, mit ihr darüber zu reden, was sie mit ihrer kontraproduktiven Einstellung eigentlich bezwecken wollen. Vernita wollte diese Sache endlich aus der Welt schaffen...auf die eine oder andere Art.
 
Kurz darauf trat die Elfe aus dem Unterholz auf die kleine Lichtung auf der sich der Teich befand. Ruhig und friedlich lag dieser vor ihr...doch von Miandra fehlte jede Spur. Vernita runzelte überrascht die Stirn. Sie hätte erwartet, die schwarzhaarige Frau hier anzutreffen, ihre Verletzung kühlend. Aber hier war nichts und niemand. Seltsam.
 
Sie trat näher an das kleine Gewässer heran und fragte sich, wo Miandra wohl stecken könnte. Ihr kam der Gedanke, dass diese nur ins Gebüsch gegangen war, um einem natürlichen Bedürfnis nachzukommen. Dabei wollte Vernita sie natürlich nicht stören, so schritt sie langsam auf den Teich zu, auf dessen Oberfläche sich das fahle Mondlicht widerspiegelte. Als sie dessen Ufer erreicht hatte, ging die Elfe in die Hocke und betrachtete sich selbst im Wasser.
 
Und sie grinste müde, als sie sich selbst darin sah. Manchmal verstand sie es, warum andere über sie urteilten, ohne sie wirklich zu kennen. Die Leute legten einfach viel zu viel wert auf Äußerlichkeiten...und eine Schönheit war sie nun wirklich nicht. Das wusste sie selbst, aber war das wirklich ein Grund, sie von vornherein nicht zu mögen? Nun, sie war natürlich auch noch ziemlich schroff in ihrer Art, aber war das nicht auch lediglich eine Reaktion auf die Ablehnung, der sie ständig gegenüber stand?
 
Eine leichte Brise strich geräuschvoll durch die Baumwipfel, sowie durch ihr Gesicht und auch über das Wasser. Die glatte Oberfläche geriet dabei in Bewegung. Winzig kleine Wellen bewegten sich über den Teich und verzerrten ihr Spiegelbild ins Unkenntliche. Dies riss die Elfe aus ihrer Gedankenwelt heraus in die Wirklichkeit zurück. Sie blinzelte zweimal mit den Augen und blickte sich erneut um. Von Miandra war nach wie vor keine Spur zu entdecken. Allmählich machte sich Vernita nun doch Sorgen. Solange konnte das doch nicht dauern. Wo steckte Miandra nur?
 
Die Elfe sah sich eingehend am Boden um, auf der Suche nach einem Hinweis nach dem Verbleib der schwarzhaarigen Frau. Dann fiel es ihr ins Auge. Sie erblickte das Tuch etwas abseits auf am Ufer liegend, welches Miandra mitgenommen hatte, um sich das Gesicht zu waschen. Weshalb lag das einfach hier so herum?
 
Vernita stand auf und ging zu dem Stoffstück herüber, welches sie kurz darauf aufhob. Sie ließ es durch ihre Finger gleiten, während sie es genau untersuchte. Es war noch feucht und in dem Stoff waren auch noch einige Blutspuren zu finden. Miandra hatte es also noch nicht einmal ausgespült, bevor sie verschwunden war. Das passte irgendwie gar nicht zu ihr.
 
Ein Geräusch ließ die Elfe herumfahren. Jemand oder etwas schien durch das Unterholz auf sie zuzukommen. War das vielleicht Miandra? Oder doch jemand, der ihnen feindlich gesonnen war? Sie ließ das Tuch fallen, bevor sie sogleich zu ihren Schwertern griff. Mit diesen in den Händen setzte sie sich in geduckter Haltung in Bewegung, um der Sache auf den Grund zu gehen. Das Geräusch kam aus Richtung des Lagers, es konnte also auch einer ihrer Gefährten sein. Doch wollte sie nichts dem Zufall überlassen. Dafür waren ihre Nerven im Augenblick viel zu angespannt.
 
 

Modifié par Aliens Crew, 16 septembre 2012 - 06:16 .


#2622
Bellandyrs

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Leanora war noch ganz in ihren Gedanken versunken, als sie schließlich mit den beiden Pferden den Teich erreichte. Sie achtete dabei weder auf den Weg noch auf das Unterholz, was sollte ihr hier auch passieren? Nur ein Idiot würde sich nun wagen sie anzugreifen, wo die Gefährten alle in ruf barer Nähe waren.

Sie fragte sich nur, wieso so eine Unruhe im Lager war. Zuerst war Miandra an ihr vorbeigelaufen, später Vernita, sie selber war mit den Pferden unterwegs. Somit dürften lediglich die beiden Kinder und Erik im Lager sein. Ein kalter Schauer überlief ihren Rücken. Was, wenn Erik doch eine Krähe war und nun die beiden Jüngeren zuerst ermordete? Nervös biss Lea sich auf die Unterlippe. Konnten sie Erik vertrauen? Eine Hälfte in ihr mahnte sie zur Vorsicht, die andere jedoch ließ alle Bedenken fallen. Nachdem sie Vernita vertraute, was an sich grotesk genug war, würde sie auch Erik vertrauen, nachdem er wiederum den Respekt und die Freundschaft der Elfe hatte.

Sie schüttelte den Kopf um diese wirren Gedanken zu verscheuchen und blickte zu den Pferden, die bereits ihren Durst gelöscht hatten. Und plötzlich wusste sie, wieso sie so ein mulmiges Gefühl in sich hatte. Außer den beiden Vierbeinern und ihr selber war niemand hier. Und das, wo die beiden anderen Frauen ihren Weg gekreuzt hatten, und Richtung Teich gelaufen waren. Und einen anderen Weg gab es hier definitiv nicht. Unwillkürlich fasste sie die Führstricke fester, als würden ihr die Pferde Schutz bieten. Ihr Herz klopfte mit voller Wucht gegen ihren Brustkorb, und kalter Schweiß machte sich auf ihrer Haut breit.
„Miandra? Vernita?“ fragte sie leise, die Augen dabei in die Dunkelheit gerichtet. „Seid Ihr hier?“

Modifié par Bellandyrs, 17 septembre 2012 - 05:08 .


#2623
Kaysallie

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Miandra blinzelte mehrmals, rieb sich die Augen und sah sich verwirrt um. Nur bruchstückhaft, wie es die verschwommenen Bilder eines Traumes oftmals waren, konnte sie sich daran erinnern, wie sie hierher gekommen war. Nun war ihr Verstand wieder klar und wurde gleich darauf von Panik ergriffen, als sie nach und nach erkannte, wo sie sich befand.

Sie stand auf einer Art Lichtung, die von unzähligen perfekten geraden Bäumen umzäunt war, welche so knapp aneinander standen, dass nicht einmal ihr kleiner Finger durch einen Spalt dazwischen gepasst hätte und dadurch eine undurchdringbare Wand bildeten. Ihr Blick ging nach oben zum Himmel, oder eher dorthin, wo dieser sein sollte. Miandra konnte sich an eine sternenklare Nacht erinnern, doch nun schien davon nichts mehr übrig zu sein. Keine Sterne und kein Mond waren zu sehen, sondern nur ein eintöniges Schwarz zog sich über die Baumkronen hinweg. Erstaunlicherweise konnte sie, trotz jeglicher fehlender Lichtquelle, alles um sich herum haargenau erkennen. Wo genau war sie hier? Und wieso? Hastig setzte sie sich in Bewegung und lief zu den dicken Baumstämmen. Sofort schlug sie panisch mit den Fäusten gegen das Holz, doch nichts rührte sich, nicht einmal die Rinde bröckelte ab, sondern schien so hart wie Eisen zu sein. Dennoch klopfte sie weiterhin gegen die Stämme, in der Hoffnung, dass sie auf der anderen Seite dieser ungewöhnlichen Mauer jemand hören konnte.

„Schlagt, solange wie Ihr wollt, gegen meine Bäume. Niemand wird Euch hören“, ertönte plötzlich die Stimme wieder, welche sie hierher gelockt hatte. Miandra fuhr augenblicklich herum und starre in die Mitte der Lichtung, wo sie endlich sah, wem diese gehörte, und bei dem Anblick dieser Gestalt erstarrten Miandras Knochen zu Eis. Wo war sie hier nur wieder hineingeraten?

Modifié par Kaysallie, 17 septembre 2012 - 04:38 .


#2624
Aliens Crew

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Vernita schlich sich ins Unterholz, während die Schritte näher kamen. Sie hockte sich hinter ein Gebüsch und beobachtete eingehend die Lichtung, bereit, jederzeit aus dem Schatten heraus zuzuschlagen. Kurz darauf trat auch schon eine Gestalt ins Freie, welche zwei Pferde zur Tränke führte. Sie erkannte diese Person sogleich als Leanora. Für einen Augenblick blieb die Elfe allerdings noch in ihrem Versteck hocken, um zu sehen, ob die Frau allein war, bis diese dann schließlich nach ihr rief.
 
„Ich bin hier!“ meinte sie dann sofort, stand dabei auf, steckte die Schwerter weg und trat anschließend zu der blondhaarigen Frau hinüber. „Doch ich bin auf der Suche nach Miandra! Sie ist verschwunden! Hast du sie vielleicht gesehen?“
 
Vernita hatte Leanora nun erreicht und blickte diese mit einem überaus besorgt wirkenden Gesichtsausdruck an.
 
 

#2625
Bellandyrs

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„Huch“, rief sie erschrocken aus. Leanoras Nerven waren völlig angespannt, und als die Elfe aus dem Dunkel trat und sie ansprach, wurde sie zuerst eine Spur bleicher, bevor ihr ein Stein vom Herzen fiel. „Dem Erbauer sei Dank, Ihr seid es.“
Sie ließ die Stricke wieder lockerer und bemerkte erst jetzt, dass ihre Hände völlig verkrampft waren. „Ich dachte, Miandra ist hier? Sie lief noch vor Euch an mir vorbei, sie muss also irgendwo in der Nähe sein“, mutmaßte sie.