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Die freie Wildnis von Ferelden (Dragon Age RP)


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#2651
Aliens Crew

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„Drohungen! Falsche Versprechungen! Und ein weiterer Versuch, mich an der Nase herumführen zu wollen! Ist das alles, Abschaum? Mehr hast du nicht zu bieten?“ erwiderte Vernita verächtlich. „Und dann wunderst du dich, weshalb ich dir nicht über den Weg traue? Dämonen...immer dasselbe mit diesem elenden Gezücht...“
 
Die Elfe seufzte enttäuscht auf. „Nun“, meinte sie dann resigniert. „Da wir uns offenbar nicht handelseinig werden, und du meinen Bedingungen nicht zustimmen willst, wirst du diese beiden Seelen eben nicht von mir bekommen...und da hier in der Wildnis auch sonst niemand ist, den ich dir anbieten könnte...außer du gibst dich mit irgend einem Vieh zufrieden, welches ich im Wald für dich fangen könnte...“
 
Ein fieses Grinsen legte sich bei ihren letzten Worten auf Vernitas Lippen. „...werde ich wohl einen anderen Weg finden müssen, um Miandra von dir Gewürm befreien zu können. Aber das könnte ein wenig dauern, daher...“
 
Sie wandte den Kopf in Eriks Richtung, als dieser gerade offensichtlich wieder zur Besinnung kam. „Ah...schön, dass du wieder unter uns weilst. Wie du siehst, haben wir einen Gast, der sich offenbar in Miandras Körper eingenistet hat. Ein Dämon der Wollust, um genau zu sein. Und dieser scheint wild entschlossen zu sein, uns den Tag zu versauen...na ja, wir werden ja sehen, wer am Ende das letzte Wort hat. Aber jetzt sei so gut und geh mit Leanora zurück ins in Lager, und dann besorgt mir genug stabiles Seil, damit ich dieses Ding hier fein säuberlich verpacken kann...ich denke, Miandras Gast wird uns noch eine Weile erhalten bleiben, also machen wir es ihm so ungastlich wie nur möglich, nicht wahr? Und besorgt mir auch ein paar Tücher, mit dem ich diesem Vieh die Augen verbinden kann...und auch das Maul stopfen.“
 
Anschließend blickte sie wieder Miandra mit einem höhnischen Ausdruck in den Augen an und tätschelte dieser bedächtig die Wange. „Ja, mein Täubchen, dann redest du nur noch, wenn ich es dir erlaube. Schön, nicht? Und nun besorge ich dir was zum Anziehen. Damit du dich nicht erkältest, meine Kleine. Und keine Angst, ich werde dir beim Ankleiden helfen, denn niedliche Dämonen wie du stellen sich dabei immer so ungeschickt an. Also bleib’ brav hier liegen. Ich bin gleich zurück...“
 
Die Elfe stand auf und wandte sich zur Seite, wobei sie ihren Panzerstiefel nur wenige Millimeter über Miandras Gesicht herüberhob. Dann ruckte ihr Kopf noch einmal herum, und sie starrte die Frau am Boden mit blitzenden Augen an. „Und eins solltest du nicht vergessen, Abschaum! Solltest du jemals Miandras Körper verlassen, ohne sie mir zurückzubringen oder auch nur die kleinste Kleinigkeit an ihr verändern, falls du es doch tust, dann wird es kein Versteck auf dieser Welt oder im Nichts geben, das dich vor meiner Rache schützen kann! Ich bin eine Jägerin! Ich habe nie etwas anderes getan, als Gezücht wie dich ausgemerzt! Ich werde dich finden, verlass dich drauf! Und dann werde ich dich töten! Du kannst jetzt schon mal diesen Tag verfluchen, an dem wir uns begegnet sind und du auf die wahnwitzige Idee gekommen bist, ausgerechnet diese Frau hier in deine Gewalt zu bringen! Komme nicht auf den Gedanken, mich zu hintergehen! Denn dann du bist zwar nicht der erste Dämon, den ich zur Strecke bringen werde, aber immerhin der erste, beim dem es mir Vergnügen bereiten wird!“
 

#2652
Kaysallie

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„Ihr drohet mir mit dem Turm, und ich warne Euch ein weiteres Mal davor, mich in die Nähe dieser Magier zu bringen und es ist aus und vorbei für dieses Weib!“ zischte sie außer sich vor Wut. Diese Elfe machte sich lächerlich über sie und verstand scheinbar nichts von dem, was sie ihr sagte. Wie sehr sie diese sterblichen Wesen und ihre Besserwisserei sowie Arroganz doch verabscheute. „Ansonsten schleppt mich solange herum wie Ihr wollt, ich habe schon Jahrhunderte überdauert, da jucken mich doch ein paar weitere Jährchen nicht mehr! Zwei Seelen, eine andere Lösung gibt es nicht, doch um das zu begreifen, seid Ihr wohl einfach zu dämlich… oder zu stur. Aber eigentlich ist das doch dasselbe.“

Sie beobachtete für einen Moment Erik und Leanora, welche sich auf Befehl der Elfe langsam entfernten, offenbar um zu ihrem Lager zurückzukehren. Anschließend blickte sie wieder zu Vernita, die noch neben ihr stand und sie aus vor Hass funkelnden Augen anstarrte. Einem Menschen hätte sie damit wohl Albträume beschert – doch sie war kein Mensch.

„Ach… und ich habe kein Interesse daran diese Frau zu verändern, es nicht zu tun erspart mir doch nur jede Menge an Arbeit“, meinte sie daher ziemlich gelassen trotz Vernitas Drohung und lächelte dabei amüsiert übers ganze Gesicht. „Wenn Ihr sie weiterhin zerbrochen und verwirrt von ihrem grässlichen Leben haben wollt und nicht fähig dazu, sich Vertrauen, Nähe und Liebe hinzugeben, dann ist das Eure Sache. Dies sollte nur ein weiteres Geschenk für Euch sein, um den Wert dieser Frau zu steigern, da Euch diese beiden dort drüben, oder zwei andere Seelen, scheinbar mehr ans Herz gewachsen sind, um sie mir im Gegenzug auszuhändigen. Aber scheinbar seid Ihr tatsächlich eine sture Dumme und liebt es zu leiden und von dieser Frau wie Dreck behandelt zu werden, tja, Euer Problem. Aber vielleicht kann ich Euch ja noch etwas anderes bieten… Wir Dämonen sind zu weitaus mehr fähig, als Ihr auch nur erahnen könnt. Doch ich sehe schon, alles was Ihr wollt, ist die Gewissheit darüber, dass ich Euch nicht hintergehe. Wie schade, doch diesen Wunsch könnt Ihr Euch nur selbst erfüllen.“

Sie beendete ihre kleine Rede für ein paar Augenblicke. Wie hoffnungslos dies hier doch war... Sie hätte sich von dieser Jungfrau nicht ablenken lassen dürfen, dann wäre diese Elfe nur noch ein Häufchen Staub, das der Wind herumtragen würde. Dieses dumme Weib würde aber noch sehen, was sie von ihrer Prahlerei haben würde.

„Ah ja...Eines solltet Ihr noch wissen, darauf habe ich Dummerchen ja ganz vergessen“, fuhr sie dann noch unerwartet ernst fort, ehe sie belustigt zu kichern begann. „Je länger dieser Geist von seinem Körper getrennt ist, umso schwerer wird es sein, ihn in diese Welt zurückzuholen. Ihr solltet Euch also nicht allzu viel Zeit lassen mit dem Suchen nach einer anderen Lösung – die es ohnehin nicht gibt. Außer Ihr besteht letzten Endes noch darauf, mir mehr als zwei Seelen auszuhändigen.“

#2653
Aliens Crew

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Vernita suchte die Kleidungsstücke Miandras zusammen, während sie den Worten des Dämons lauschte. Der Ärger war dabei aus ihrem Gesicht verschwunden und hatte einer abschätzigen Gelassenheit Platz gemacht. Die Rüstungsteile ließ sie erst einmal außer Acht, denn die würde Miandra in der nächsten Zeit nicht benötigen.
 
„Nun ja, wenn ich aber tatsächlich beabsichtige, dich zu einem Magier zu bringen, dann wirst du davon sowieso nichts mitkriegen, mein kleiner Abschaum“, grinste die Elfe, während sie sich Miandras Hemd über den Arm hängte. „Dann wird der Körper deines Wirts so benebelt sein, dass dieser nichts mehr wahrnimmt. Und solange du an diesen Körper gefesselt bist, wird dich das genauso beinträchtigen wie ein sterbliches Wesen. Im Nichts bist du vielleicht eine große Nummer, doch hier...na ja, eher eine jämmerliche Witzfigur.“
 
Vernita stand wieder auf, als sie alles zusammen hatte und ging zu dem immer noch gelähmten Körper Miandras zurück. „Sieh dich doch mal an. Übertölpelt von einer jungen Frau, die gerade mal gelernt hat, wie sie ihr Schwert ordentlich zu halten hat. Und so etwas nennt sich allmächtiger Dämon. Ihr Gezücht seid so sehr von euch selbst überzeugt, dass ihr nicht einmal merkt, dass wir Sterbliche als Gruppe mehr erreichen können, als einer von euch es vermag. Aber ihr traut euch ja nicht einmal gegenseitig über den Weg...na ja, und so seid ihr eben alle auf euch allein gestellt, was euch oft genug zum Verhängnis wird.“
 
Die Elfe hockte sich wieder neben der nackten Frau auf den Boden und legte deren Kleidung neben sich ab. Dann nahm sie sich deren Unterhose, welche sie dieser behutsam überzog. „Und wenn ich dann wieder diesen plumpen Versuch höre, mich mit irgendwelchen Versprechungen zu locken...nein, nein, nein. Ihr Dämonen seid doch alle gleich. Wenn du wüsstest, wie oft ich deren Versprechungen schon gelauscht habe, mit denen sie mich kaufen wollten...und wie oft sie dann einsehen mussten, dass ich nicht zu kaufen bin und ihnen stattdessen den Garaus machte...dann würdest du sicher die Klappe halten. Obwohl...“
 
Vernita wollte gerade Miandra die Hose über deren Hintern ziehen, als sie plötzlich inne hielt. Stattdessen führte sie ganz sanft zwei Finger ihrer rechten Hand in die Frau ein. Ob der Dämon das, durch die Lähmung bedingt, überhaupt noch mitbekam, konnte sie allerdings nicht sagen.
 
„Hey! Du bist ja immer noch feucht!“ meinte die Elfe lachend, wobei sie ihre Finger wieder herauszog, diese zu ihrem Mund führte und genussvoll ablutschte. „Und du schmeckst auch noch verdammt gut, muss ich sagen...schade nur, dass du nicht die echte Miandra bist. Dann hätte ich dir mit Freuden gezeigt, wie schön das Leben sein kann. Aber du bist ja leider nur eine billige Kopie dieser Frau. Wirklich ein Jammer!“
 
Nun zog sie die Hose ganz nach oben, bevor sie Miandras schlaffen Körper vorbeugte, um dieser das Hemd überzuziehen. Dabei war das Gesicht der Elfe dicht neben dem Ohr der schwarzhaarigen Frau. „Außerdem solltest du mir nicht ständig damit drohen, dass ich Miandra verlieren werde, wenn dies oder jenes passiert, Abschaum. Miandra wollte schon mehr als einmal den Freitod wählen. Und jedes Mal, wenn du mir mit ihrem Verlust Angst machen willst, erinnere ich mich daran. Du solltest lieber darum beten, dass ich diese Frau nicht so sehr liebe, dass ich ihr diesen Wunsch erfülle und sie ziehen lasse. Ich hoffe, du verstehst, was ich damit sagen will!“
 

Modifié par Aliens Crew, 30 septembre 2012 - 09:16 .


#2654
Kaysallie

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Mit giftigem Blick lauschte und beobachtete sie Vernita und ließ es über sich ergehen von dieser wieder angezogen… und unerwartet an ihrer intimsten Stelle berührt, um daraufhin erneut ins Lächerliche gezogen zu werden. Doch die Überraschung darüber konnte man ihr nicht anmerken. Zu verärgert war sie darüber, dass ihr Vernita diesen grässlichen, juckenden und überflüssigen Stoff wieder überzog und sie nichts dagegen unternehmen konnte.

Scharf sog die schwarzhaarige Frau jedoch Luft ein, als ihr die Elfe mit bedrohlich vibrierender Stimme ins Ohr flüsterte, nachdem diese sie angehoben und aufgesetzt hatte. Zum ersten Mal war ihr Antlitz von einem geschockten und unerwarteten Ausdruck verzerrt, aus dem der Hass auf dieses Weib kurzzeitig gewichen war. Das Leben dieser Frau, war die einzige Waffe, die sie momentan besaß. Doch wenn diese Elfe sie töten würde, ohne es zu bereuen, so würde es nichts mehr geben, das ihr die Ewigkeit versüßen könnte. Wut und Hass pulsierten erneut in den Adern des Dämons und die Zähne der Frau knirschten, so fest presste sie diese vom Zorn getrieben aufeinander. Sie, die Wollust, getrieben zu solch primitiven Gefühlsregungen! Das würde sie noch bereuen!

Für ein paar Augenblicke dachte sie ernsthaft daran, diesen Körper einfach zu verlassen. Somit würde sie immerhin diesen kleinen Sieg errungen haben und ihr eigener Geist würde mit Garantie weiterhin bestehen bleiben und ins Nichts zurückkehren, die Frau jedoch sterben. Doch der Gedanke daran, noch weitere Jahre an diesen Wald gefesselt zu sein, machte ihr wieder deutlich, welch schlechter Tausch dies doch sein würde. Zu lange hatte sie auf diese Gelegenheit gewartet, um sie jetzt wieder so einfach verstreichen zu lassen. Und vielleicht wollte diese Elfe ihr auch nur etwas vorgaukeln. Diese hatte doch keine Ahnung, worauf sie sich hier eingelassen hatte und ebenso wenig einen Plan, wie sie nun gegen sie vorgehen sollte, dessen war sie sich sicher. Es waren leere Worte und Drohungen, nichts weiter.

Tief atmete sie die Waldluft ein, um sich wieder ein wenig zu beruhigen und stellte erneut fest, dass diese in menschlichen Lungen viel besser roch und regelrecht auf der Zunge zu schmecken war. Nein, so einfach würde sie diesen Körper nicht mehr freigeben. Und wer wusste schon… vielleicht würde es auch noch recht amüsant werden, ein wenig von diesen Sterblichen durch die Gegend geschleppt zu werden. Ein fieses Grinsen legte sich auf ihr Gesicht.

Modifié par Kaysallie, 02 octobre 2012 - 10:46 .


#2655
Bellandyrs

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Leanora seufzte nur resignierend und schüttelte den Kopf, als Erik meinte, sie würde ihn bedrohen. Wenigstens war er nun wieder eigener Herr seiner Sinne und würde sich zu benehmen wissen. Sie entspannte sich etwas, hörte dabei aber Vernita aufmerksam zu. Ein Dämon der Wolllust war das also, und Vernita war fest entschlossen, dieses Wesen mit ins Lager zu nehmen. Wieder seufzte die Adlige auf. Mit der himmlischen Nachtruhe, nach der sie sich langsam aber sicher sehnte, war dann wohl nichts. Sie glaubte zumindest nicht, auch nur ein Auge schließen zu können, wenn sie nicht wusste, ob dieser Dämon nicht mittendrin doch auf die Idee kam, alles Mögliche anzustellen. Wie lange dieses Gift halten würde, wusste Lea nicht, aber sie konnte sich nicht vorstellen, dass Fesseln, so stark sie auch sein mochten, einen Dämon aufhalten würden. Dennoch würde sie Vernita vertrauen, sie machte zumindest den Anschein, als wüsste sie, was sie hier tat.

„Nun gut“, antwortete sie statt Erik und nickte der Elfe zu. „Seile also. Wir werden sehen, was wir finden können.“
Gemeinsam mit Erik machte sie sich schnellen Schrittes wieder auf den Weg zurück ins Lager, wobei sie kein Wort mit ihm wechselte. Sie hätte in dem Moment auch nicht gewusst, was sie mit diesem Mann reden sollte, und Erik schien es im umgekehrten Fall ebenso zu gehen.

Als sie an ihrem Lagerplatz ankamen, durchforstete Leanora sogleich die Satteltaschen nach brauchbaren Seilen. Abwägend hielt sie einige Führstricke für die Pferde in der Hand, in der anderen eine Rolle Wurstbindfaden, die man genauso gut als Wäscheleine verwenden konnte, sowie eine Rolle richtigen Seils, welches man zum Bergsteigen hernahm. Kurz entschlossen drückte die blondhaarige Frau Erik die Sachen in die Hand.

„Hier, das sollte gehen. Bringt es Vernita, ich kümmere mich einstweilen darum, dass das Feuer hier nicht ausgeht.“
Sie wandte sich von dem Mann ab und ging zum Topf, wo das Fleisch langsam nicht mehr saftig dahin brutzelte sondern eher vertrocknet war und schon ein wenig anbrannte. Lea schüttete noch einen Schuss vom Wein in die Mahlzeit und wendete den Braten mit einiger Mühe. Danach gab sie noch etwas Holz auf das Feuer, bevor sie sich schließlich einen Platz suchte, wo sie die Satteldecke ausbreitete und später ihr Lager beziehen würde.

#2656
Aliens Crew

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Vernita hatte Miandra kaum die Hose und danach die Stiefel angezogen, als auch schon Erik mit genug Seil zurückkehrte, um damit eine ganze Kompanie zu fesseln.
 
„Ausgezeichnet!“ meinte die Elfe nur knapp, aber sichtlich zufrieden. „Lass mich sehen, was du da hast...gib’ mir zuerst die dünne Schnur.“
 
Sie drehte die schwarzhaarige Frau recht unsanft auf den Bauch, bevor sie deren Arme auf deren Rücken verschränkte. Sie legte deren Hände übereinander und band diese dann fachmännisch zusammen. „Du solltest nicht so viel herumzappeln, wenn das Gift mal nachlässt, Dämon. Da du ja nun im Körper eines Menschen haust, wirst du auch dessen Empfindungen spüren...und diese Fesseln können dir ganz schön ins Handgelenk schneiden, wenn du sie zuviel bewegst. Und das willst du doch nicht, oder? Ist nämlich nicht sehr angenehm, das kann ich dir versichern.“
 
Vernita zog den Knoten richtig fest, bevor sie sich um die Füße der Frau kümmerte. Auch diese band sich mit der dünnen Schnur zusammen. Aber das allein reichte ihr nicht. Sie wollte auf Nummer sicher gehen, weshalb sie nun zu dem stabilen Kletterseil griff. Damit begann sie Miandra regelrecht zusammenzuschnüren. Von den Füßen an aufwärts bis hoch zu den Schultern wickelte sie den Strick um deren Körper und wieder zurück, wo sie beide Enden fest miteinander verknotete. Dann nahm sie eines der Tücher an sich, drehte ihr „Bündel“ wieder auf den Rücken und blickte die Frau unter sich aus blitzenden Augen an.
 
„So!“ meinte sie hämisch. „Das wäre erledigt. Hast du noch etwas zu sagen, bevor ich dir das Maul stopfe! Dann solltest Du das jetzt tun!“
 
 

#2657
Kaysallie

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„Ich hoffe für Euch, dass Ihr mich zu zwei leckeren Seelen bringen wollt… andernfalls werdet Ihr es bereuen“, zischte sie Vernita an. Der schnürende Druck um ihren Körper hatte nach und nach zugenommen. Auch wenn sie sich noch immer nicht rühren konnte, so waren dennoch ihre Empfindungen an der Haut wieder stärker geworden, wodurch sie jeden Handgriff von Vernita deutlich spüren konnte.
Schließlich betrachtete die schwarzhaarige Frau ihren Körper, so weit ihr dies möglich war. Sie musste schon zugeben, die Fesselkunst dieser Elfe war nicht von schlechten Eltern. Ihr Blick ging schließlich zu Erik über, welcher ebenfalls noch anwesend war und nicht weit von ihr entfernt stand.

„Und was ist mit Euch?“ meinte sie grinsend zu dem Mann und funkelte diesen aus erneut erregten Augen an. „Gefällt es Euch, wie mich dieses Weib hier fesselt? Wie schade… dabei hatte eigentlich ich mit Euch noch ähnlich Schmutziges vor… aber wenn Ihr möchtet, könnt Ihr gerne jederzeit den dominanten Part übernehmen…“
Anschließend kicherte sie leise und zwinkerte dem Mann verspielt zu.

Modifié par Kaysallie, 04 octobre 2012 - 10:30 .


#2658
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„Du gibst wohl nie auf, nicht wahr, Abschaum?“ meinte Vernita genervt und verdrehte dabei die Augen. „Also, beenden wir das Ganze für den Augenblick.“
 
Die Elfe drehte eines der Tücher zusammen, bevor sie dieses um Miandras Kopf band, und sie damit knebelte. Die losen Enden knotete sie an deren Hinterkopf richtig fest. „Und um ganz sicher zu gehen...“
 
Sie nahm noch ein weiteres Tuch zur Hand und faltete es, so dass es eine effektive Binde abgab, womit sie dann die Augen der schwarzhaarigen Frau verdeckte. „Jetzt bist du zumindest nicht mehr in der Lage, jemanden mit deinem lasziven Blick zu betören. Also, schaffen wir dich ins Lager. Erik, hilfst du mir mal?“
 
Vernita winkte den Mann herbei, welcher auch gleich zu ihr trat und sie etwas abwesend anblickte. „Nimm du die Füße, dann nehme ich den Kopf.“
 
Der Angesprochene nickte nur, und so hoben die beiden gemeinsam Miandras Körper vom Boden auf und setzten sich damit in Bewegung. Langsam schritten sie durch das Dickicht, wobei die Elfe einige böse Flüche ausstieß, wenn die Äste und Dornen der Büsche die Haut ihres halbnackten Körpers zerkratzten oder ihr kleine Schnitte zufügten. Kurze Zeit später erreichten sie schließlich ihren Lagerplatz, wo es sich Leanora schon am Feuer bequem gemacht hatte.
 
„Los! Schaffen wir sie zu dem Baum dort drüben!“ meinte Vernita keuchend. Die beiden setzten ihren Weg fort, bevor sie die Frau vor besagtem Baum absetzten. Anschließend nahm sich die Elfe das letzte Seil, welches sie sich zuvor umgehangen hatte und fesselte Miandra damit an den Stamm der Pflanze. „So! Das dürfte erst einmal genügen!“
 
Sie wandte den Blick zu der blondhaarigen Frau. „Ist das Essen noch zu genießen? Wenn ja, dann besorg’ uns das Essgeschirr. Ich habe es extra bei der Wirtin bestellt. Müsste sich also bei den Packpferden befinden. Und fülle auch eins für Miandra, damit ich sie nachher füttern kann. Schließlich muss sie ja auch was essen. Doch jetzt werft erst einmal ein Auge auf Miandra, aber kommt diesem Wesen nicht zu nahe. Auch wenn sie aussieht wie immer...sie ist verdammt gefährlich. Ich suche inzwischen unser Zeug zusammen und bin auch gleich wieder zurück.“
 
Mit diesen Worten stand die Elfe auch schon auf und machte sich gleich wieder auf in das Gebüsch, um ihre Rüstung und alles andere zurückzuholen, was die drei während ihres kleinen Techtelmechtels alles verloren hatten.
 
 

#2659
Bellandyrs

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Skeptisch blickte Leanora mit dementsprechendem Sicherheitsabstand zu der Frau, die am Baum gefesselt war. Vernita musste es nicht extra betonen, dass diese mehr als gefährlich war, das hatte sie zuvor selber mit eigenen Augen gesehen. Ein hinterhältiges Biest, wie es kein zweites Mal zu finden war. Unwohl war ihr bei der ganzen Sache schon, denn sie hatte das Gefühl, dass außer ihr selber nur noch Vernita immun gegen die Signale war, die der Dämon sandte.

„Ihr setzt Euch am besten ans Feuer“, wandte sie sich an Erik. „Ich kümmere mich um den Rest.“
Mit diesen Worten ging sie zu den Pferden, um die Satteltaschen ein weiteres Mal zu durchforsten. Das Geschirr fand sie relativ schnell. Damit ging sie zurück zur Feuerstelle und füllte die Teller mit der Mahlzeit. Das Fleisch würde sicher gut schmecken, auch wenn es vielleicht nicht mehr ganz so zart und saftig sein würde, wie ursprünglich angedacht.

Sie brachte den beiden Mädchen ihre Mahlzeit und setzte sich dann wieder neben Erik ans Feuer. Vorsichtig pustete sie auf die Speise, die noch zu heiß war, um sie schon zu verzehren.

#2660
BindweedSaturnfrost

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Erik saß noch immer neben Leanora, stillschweigend blickte er in das knisternde Feuer, der Hunger verging ihm, als er feststellen musste, dass er vor allen Frauen nackt da stand. Schon wieder hatte er mal keine Kontrolle über sich selber, sondern verfiel einer höheren Macht, auch wenn es diesesmal nicht der Alkohol gewesen war. Und igendwie wollte er auch nicht wissen was da eben geschehen war, aber die Worte des Dämons waren eindeutig genug.

'Gefällt es Euch, wie mich dieses Weib hier fesselt? Wie schade… dabei hatte eigentlich ich mit Euch noch ähnlich Schmutziges vor… aber wenn Ihr möchtet, könnt Ihr gerne jederzeit den dominanten Part übernehmen…' , von wegen. Es passte Erik gar nicht, das ein Mensch, in diesem Falle eine seiner Gefährten, von einem Dämon besessen war, und über sich selbst keine Kontrolle hatte. So wie er die Frau einschätzte, wird sie sehr wütend darüber sein, oder eher zerbrechen? Ganz stabil kam ihm Miandra auch nicht vor.

Erik versuchte das Geschehene in seinem Hinterkopf zu verarbeiten, und blickte zur Seite, wo Leanora gerade dabei war, etwas zu essen.
"Ihr kennt Euch nicht zufällig mit Glühwürmchen aus?"

#2661
Aliens Crew

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Vernita erreichte die Stelle, an der der Dämon versucht hatte, Erik und sie zu verführen. Dort lag neben ihrer und Miandras Rüstung auch noch ihre Tasche herum. Zuerst hob sie ihr Hemd vom Boden auf, musste allerdings feststellen, dass dieses eingerissen war und auch fast keinen einzigen Knopf mehr besaß. Der Dämon war wohl recht wild gewesen, als dieser ihren Körper von diesem Kleidungsstück befreit hatte.
 
Die Elfe atmete einmal tief durch, um sich zu beruhigen und sich nicht großartig darüber zu ärgern. Sie ging mit dem Hemd zu ihrer Tasche und stopfte es dort hinein. Vielleicht könnte sie es später noch flicken und neue Knöpfe drannähen, falls sie an dem Handelsposten welche auftreiben konnte. Dann holte sie sich ihr letztes Hemd aus der Tasche, welches sie sich gleich überzog. Anschließend sammelte sie die Teile ihrer Rüstung auf und legte diese Stück für Stück wieder an, bevor sie sich ihre Tasche umhängte und ihre Waffen wegsteckte. Zu guter Letzt griff sie sich noch Miandras Zeug und machte sich auf den Rückweg.
 
Dabei kamen ihr wieder die Worte des Dämons in den Sinn, welche dieser ihr ins Ohr geflüstert hatte, kurz bevor er sie mit einem Schwertstreich an den Baum nageln wollte. ‚Sie hat Euch nie geliebt und hätte es auch niemals getan.‘ Wie Hammerschläge donnerte dieser Satz in ihrem Hirn und brachte die Elfe zum Nachdenken.
 
Sicher. Der Dämon konnte ihr alles mögliche erzählen. Das musste ja nicht einmal stimmen. Lügen zu verbreiten und Misstrauen zu säen waren ja eh schon immer besondere Spezialitäten der Dämonen gewesen. Aber in diesem Fall war sich Vernita da nicht so sicher. Miandra war ja schon vor ihrer Besessenheit sehr zurückhaltend, teilweise sogar abweisend zu ihr gewesen, wenn sie versucht hatte, der Frau näher zu kommen. Zumindest versuchte die Schwarzhaarige fast immer eine gewisse Distanz zu ihr zu wahren – bis auf ein paar seltene Ausnahmen.
 
Auf der anderen Seite hatte die Elfe aber trotzdem das Gefühl gehabt, dass sie Miandra doch schon recht nahe gekommen war – zumindest für deren Verhältnisse, da sie ja ansonsten jeden anderen direkt abwies. Nein. Der Dämon musste lügen. Vielleicht hatte Miandra sie bisher nicht geliebt, doch gemocht hatte sie die Elfe bestimmt. Und keiner konnte vorhersagen, ob da nicht mehr draus hätte werden können. Aber noch etwas anderes beschäftigte Vernita in diesem Augenblick.
 
Sie hatte sich ihren Emotionen hingegeben. Ihrer Begierde…ihrem Verlangen nach dieser Frau. Und das, ohne auch nur eine Sekunde darüber nachgedacht zu haben. Und eben das hätte ihrem Freund Erik und auch ihr selbst beinahe das Leben gekostet. Das, was sie als neue Quelle für ihre Kraft und Ausdauer angesehen hatte, wäre ihr nun um ein Haar zum Verhängnis geworden. Und so kamen ihr langsam Zweifel, ob diese Gefühle, so schön sie auch manchmal waren, ihr auf Dauer gesehen nicht mehr schaden als nutzen würden. So fragte sie sich zum ersten Mal, ob es nicht klüger wäre, von dieser Liebe Abstand zu nehmen, anstatt sich weiter daran zu klammern. Vor allem, da sie ja im Moment eh auf Messers Schneide stand.
 
Ehe sie weiter darüber nachgrübeln konnte, hatte sie das Lager auch schon wieder erreicht. Die anderen saßen bereits am Feuer und aßen, außer Erik, der offensichtlich keinen Appetit hatte. Schweigend ging Vernita zum Feuer hinüber, legte Miandras Rüstung dort ab, bevor sie die beiden gefüllten Teller an sich nahm und sich damit zu der schwarzhaarigen Frau gesellte, welche nach wie vor an dem Baum gefesselt war.
 
Ob Erik und Leanora wohl verstanden, was sie im Sinn hatte, als sie mit dem Dämon ein Geschäft eingehen wollte? Ob sie es wohl jemals verstehen würden? Gedankenverloren setzte die Elfe sich neben Miandra und stellte die Teller auf dem Boden ab.
 
„So“, meinte sie nur lapidar. „Jetzt ist Fütterungszeit. Auch wenn du dich für ein unsterbliches Wesen hältst, so befindest du dich im Moment in dem Körper einer Sterblichen, welcher Nahrung benötigt, um zu funktionieren. Also, wirst du was essen.“
 
Bei diesen Worten befreite sie die Frau von dem Knebel und der Augenbinde. Anschließend nahm sie einen Löffel zur Hand rührte damit in dem Essen herum, bevor sie etwas davon zu ihrem Mund führte, kurz pustete und es anschließend probierte. „Hm...schmeckt wirklich gut. Jetzt bist du dran. Schön den Mund aufmachen und essen. Und keine Widerrede...daran wirst du dich gewöhnen müssen, solange du in einem menschlichen Körper haust.“
 
Der Elfe war bei dieser abstrusen Situation sehr komisch zumute. Sie hockte hier neben einem Dämon und fütterte diesen wie ein kleines Kind. Ob das wohl den Rest ihres Lebens ausmachen würde? Seite an Seite mit diesem heimtückischen Wesen? Oder würde sie die echte Miandra irgendwann einmal wiederbekommen?
 
 
 

Modifié par Aliens Crew, 09 octobre 2012 - 03:46 .


#2662
Kaysallie

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Nachdem man sie einige Zeit herumgetragen und offenbar an einen Baum gefesselt hatte, versuchte sie die Fesseln an ihren Handgelenken zu lockern, doch egal wie sehr sie sich auch anstrengte, es half nichts, die Knoten waren zu fest und die Lähmung noch immer nicht vollkommen aus den Gliedern der schwarzhaarigen Frau gewichen.
Doch nach nicht all zu langer Zeit, hörte sie, wie sich jemand wieder näherte. Nur kurz darauf wurden ihr, zu ihrer Überraschung, die Augenbinde und auch der Knebel abgenommen und sie sah diese Elfe erneut vor sich und konnte auch gleich den Duft von gekochtem Fleisch wahrnehmen. Im ersten Moment stellte es der Frau jedes noch so feine Haar am Körper auf, als sie auf den Teller blickte, den Vernita mitgebracht hatte. Dieses ekelhafte Zeug sollte sie essen? Diese Menschen hatten echt keinen Sinn für Geschmack! Doch als Vernita den Löffel schließlich zu ihrem Mund führte, entspannte sie sich wieder und schmunzelte leicht.

„Also, dass Ihr auf so etwas steht, hätte ich nun wirklich nicht gedacht… wobei…“ Sie beendete den Satz in Gedanken, kicherte danach wie ein kleines Kind und grinste Vernita dabei lausbübisch an. Übertrieben langsam leckte sie anschließend das gekochte Fleischstück samt dessen Soße nur mit der Zunge von dem Löffel, den ihr die Elfe hinhielt, dabei diese stets im Blick behaltend. Anschließend lehnte sie ihren Kopf entspannt an den Baumstamm hinter sich, schloss ihre Augen und stöhnte dabei ein lautes, erregtes „Mmmhhh…!!“ aus, während sie das Essen genussvoll auf ihrer Zunge zergehen ließ. Erst nach ein paar Herzschlägen schluckte sie die Nahrung hinunter, öffnete langsam die Augen ein klein wenig und funkelte die Elfe begierig aus diesen an, während sie sich die letzten Reste lüstern von ihren vollen Lippen leckte.

Modifié par Kaysallie, 12 octobre 2012 - 06:11 .


#2663
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Vernita verdrehte die Augen, als sie sah wie die besessene Miandra ihren ersten Bissen zu sich nahm. Das konnte noch eine Weile dauern, wenn das so weiterging. Ein leiser Seufzer entwich ihrer Kehle, während sie das Essgeschirr zur Seite stellte.
 
„Ich weiß, dass es du etwas anderes begehrst als diese Nahrung, aber könnten wir das hier etwas schneller hinter uns bringen? Mir macht das auch keinen Spaß...na ja, vielleicht motiviert dich das ja ein wenig...“
 
Die Elfe beugte sich mit einer schnellen Bewegung nach vorne, nahm den Kopf der Frau in beide Hände und küsste diese leidenschaftlich auf den Mund. Sie spürte die Hitze der Frau, doch konnte sie nicht sagen, ob diese von ihr selbst oder von dem Dämon in ihr ausging, doch es schmeckte gut. Fast so gut, dass man sich daran gewöhnen könnte. Nach einem zeitlosen Moment ließ sie wieder von der Schwarzhaarigen ab und blickte dieser tief in die Augen.
 
„So. Bist du jetzt eher gewillt, diesen Teller leer zu essen? Dann könnten wir vielleicht ja doch noch Freunde werden...“
 

#2664
Kaysallie

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Die schwarzhaarige Frau erwiderte den plötzlichen und überraschenden Kuss ihres Gegenübers mit all ihrer dämonischen Leidenschaft, die viel weiter über die eines normalen Menschen hinausging. Dies war ihr Terrain, das was sie ausmachte. Und sie war verdammt gut darin. Dennoch war sie erstaunt über diesen erneuten Sinneswandel von Vernita. Eigentlich hätte sie eher mit einem Wutausbruch gerechnet.

„Motiviert? Gewillt? Welch schöne Wörter Ihr in den Mund nehmt“, meinte sie mit berauschter Stimme, nachdem die Elfe sich wieder von ihr gelöst und zu Ende gesprochen hatte. Und auch wenn sie gefesselt war, konnte man anhand ihrer unruhigen Atmung sehen, wie ihr Körper nach mehr verlangte. Langsam befeuchtete sie ihre Lippen ein weiteres Mal mit ihrer Zunge, um den Speichel der Elfe noch ein letztes Mal schmecken zu können, während ihr Blick diese von oben bis unten musterte, als würde sie diese gedanklich ausziehen. „In der Tat. Doch der Geschmack, der sich nun auf meinen Lippen befindet, ist um einiges leckerer, als der von noch gerade eben.“

Erneut zierte ein gieriges Grinsen ihre Gesichtszüge. Sie wusste, dass diese Elfe nicht darauf eingehen würde. Doch sie war nun mal ein Dämon der Wollust. Es lag eben in ihrer Natur, sich so zu verhalten. Und diese Elfe forderte sie heraus, heizte das Feuer, das ohnehin ständig in ihr brannte, bewusst noch weiter an. Warum tat sie dies nur? War sie vielleicht doch schwächer, als sie sich bisher gab, seitdem sie wieder Herrin ihrer Sinne war? Bisher war sie nicht wirklich schlau aus dieser Person geworden – aber vielleicht würde sich das ja noch ändern.

„Wie wäre es, wenn Ihr diese lausigen Fesseln ein wenig lockern würdet – rein der Bequemlichkeit halber“, fuhr sie nach ein paar Herzschlägen überredend fort. „Von mir aus würge ich dann dieses Zeug etwas zügiger hinunter, so ungerne ich das auch tue… oder wir vertiefen das Ganze hier noch ein wenig, um unsere baldige Freundschaft etwas zu vertiefen – wenn Ihr versteht, was ich meine.“

Modifié par Kaysallie, 13 octobre 2012 - 11:06 .


#2665
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„Hatten wir nicht genug Aufregung für einen Abend?“ fragte Vernita mit einem süßen Lächeln auf den Lippen, während sie das Geschirr wieder aufnahm und sogleich den Löffel erneut in das Essen tauchte. „Jetzt solltest du erst einmal etwas essen, bevor wir uns alle schlafen legen. Wir haben morgen noch ein gutes Stück zu reiten und müssen dafür ausgeruht sein. Und wenn du artig bist und über nacht keine Dummheiten machst...nun, wer weiß, vielleicht bekommst du dann noch mehr von dem, was du so dringend brauchst.“
 
Die Elfe führte den Löffel wieder zu dem noch geöffneten Mund Miandras und schob diesen einfach dort hinein. „Schön herunter damit, ja?“ Langsam zog sie den Löffel wieder aus dem Mund der Schwarzhaarigen heraus, wobei sie die Nahrung dabei in dessen Innern zurückließ.
 
„Und über das Lösen der Fesseln reden wir noch, wenn ich mir sicher bin, dass ich dir trauen kann“, führte Vernita weiter aus, während sie damit fortfuhr die Frau vor ihr zu füttern. „Schließlich möchte ich ja nicht, dass du mir einfach davonläufst oder mich mit jemand anderen hintergehst. Immerhin gehörst du zu mir und zwar für den Rest deines Lebens...“
 
 

#2666
Kaysallie

Kaysallie
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Kaum hatte sie die eine Portion hinuntergeschluckt, folgte die nächste, sodass sie kaum noch zu Wort kam. „Aufregung kann man nie genug haben“, war das einzige, das die schwarzhaarige Frau während des Kauens schmatzend hervorbrachte. Ihr blieb wohl oder übel nichts anderes übrig, als diesen Teller leer zu essen. Dämonen mussten nie Nahrung zu sich nehmen, doch sie wusste, dass diese Menschen so etwas brauchten, um nicht wegzusterben, daher sah sie keinen Sinn darin, sich dagegen zu wehren. Immerhin hatte sie ja noch einiges vor in dieser Sphäre der Welt. Und je länger sie den Geschmack dieser Speise am Gaumen spürte, umso stärker bekam sie einen Sinn dafür.

„Vielleicht sollte ich Euch darauf aufmerksam machen, dass dieses Essen nicht fertig gekocht wurde. Schmeckt total fade“, meinte sie, nachdem sie das letzte Fleischstück hinuntergeschluckt hatte und sich somit nichts mehr am Teller befand.
„Ach ja, jetzt weiß ich’s wieder, diese Frau kam ja nicht dazu, das was sie begonnen hatte, zu beenden. Wie schade…“, fügte sie dann zynisch hinzu und kicherte amüsiert.

„Und ich brauche keinen Schlaf, auch nicht, wenn ich in diesem schwachen Körper stecke“, begann sie dann erstaunlich ernst weiter auszuführen. „Schlafen bedeutet, dass der Geist ins Nichts überkehrt, wo er – wie ihr Sterblichen es nennt – seine Träume durchlebt, während der Körper rastet, um neue Kraft zu erlangen – was mir nicht möglich ist. Das Nichts ist meine Heimat, ich bin, wie viele andere Dämonen oder Geister, dafür verantwortlich, was ihr armen, sterblichen Wesen nachts durchwandern dürft, manche von uns sind dabei kreativer, als andere… Doch ich selbst habe keine Ängste, Wünsche oder Gefühle, die man an diesem Ort widerspiegeln könnte. Ich kann nicht zum Träumen dorthin. Und ohne diesen Zustand, kann man nicht schlafen, auch wenn Ihr glaubt, dass es Nächte oder Momente ohne Träume gibt, so träumt Ihr jeden Herzschlag, den Ihr schlaft, nur könnt Ihr Euch daran nicht mehr erinnern. Ich kann also nicht müde werden, egal wie lange ich wach bin.“

Der gerade noch ernste Ausdruck auf ihrem Gesicht verschwand und machte wieder einmal einem hochnäsigen Grinsen Platz. „Aber das wisst Ihr natürlich alles… Und denkt nicht, dass Ihr mich Euer Eigentum nennen könnt, nur weil ich seit ein paar Minuten an einem Baum gefesselt bin.“

Modifié par Kaysallie, 14 octobre 2012 - 03:37 .


#2667
Aliens Crew

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Vernita ignorierte den Kommentar des Dämons über Miandra und das Essen, sondern lächelte ihr Gegenüber stattdessen nur undurchschaubar an. Dabei stellte sie das Essgeschirr zur Seite und lehnte sich nach vorne, so dass sich die Gesichter der Frauen beinahe berührten.
 
„Ich weiß, dass ihr nicht schlaft, Dämon“, meinte sie in einem ruhigen Tonfall. „Aber dass ihr keine Träume und Wünsche habt, ist eine glatte Lüge…denn hättet ihr diese nicht, dann wärst du nicht hier an diesem Ort und in dieser Frau. Und sicher bist du nun mein Eigentum. Du lebst, solange ich es erlaube und stirbst, wenn ich es fordere. Darüber solltest du nachdenken, während wir uns zur Ruhe begeben…“
 
Während sie sprach, legte sie der Frau vor sich erneut den Knebel und auch die Augenbinde an. Kaum hatte sie das getan, zerfaserte auch schon ihr freundliches Lächeln zu einer starren Maske der Verachtung. „Eine gute Nacht, wünsche ich dir“, bemerkte sie noch zynisch, nahm ihr Essgeschirr und begab sich damit zurück ans Feuer, wo sich noch Erik und Leonara aufhielten und miteinander sprachen.
 
Sie hockte sich hin und beobachtete die beiden aus den Augenwinkeln, während sie begann, ihr Abendessen zu vertilgen. Dabei warf sie von Zeit zu Zeit einen flüchtigen Blick in Miandras Richtung.
 
„Leanora“, sagte sie so leise, dass der Dämon sie nicht hören konnte. „Ich möchte Miandra nicht über Nacht unbeobachtet lassen. Also wäre es gut, wenn du sie bewachen würdest. Im Wechsel mit mir selbst natürlich. Ich überlasse es dir, ob du die erste oder die zweite Wache übernimmst. Erik, dich möchte ich da raus halten. Als Mann ist es schon fast unmöglich, einem Wesen wie ihr zu widerstehen. Daher sollten Leanora und ich das übernehmen…da auf die beiden Bälger ja eh kein Verlass ist…“
 
 

#2668
Bellandyrs

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„Glühwürmchen?“ fragte Leanora verständnislos bei Erik nach. „Wie kommt Ihr darauf? Es sind kleine Käfer, die nachts leuchten, mehr weiß ich darüber auch nicht.“ Sie schluckte ihren Bissen Fleisch hinunter und musste dabei unweigerlich an das unheimliche Glühen denken, das sie an dem Platz gesehen hatte, wo sie später Vernita, Erik und die besessene Miandra fand. Wahrscheinlich war es doch kein Werwolf gewesen, sondern die Augen des Dämons, die sie da in der Nacht gesehen hatte. „Ihr habt nicht zufällig einen Werwolf vorhin an dieser Lichtung gesehen, oder?“ fragte sie schüchtern nach.

Als sie die letzten Reste auf ihrem Teller mit einer Scheibe Brot auftunkte, war auch Vernita zu ihnen gestoßen und nahm ihr Abendmahl zu sich. Die Frage der Elfe erschütterte Leanora kaum, innerlich hatte sie sich schon so etwas in der Art gedacht. Die Blondhaarige stellte ihren Teller beiseite, genehmigte sich einen Schluck Wein aus der Flasche, und antwortete Vernita ebenso leise, wie diese gefragt hatte.
„Ich habe selber schon gedacht, dass wir uns bei der Wache ablösen sollten, es geht nicht nur um dieses Ding da", sie deutete auf die nun wieder gefesselte und geknebelte Frau. "Zudem könnte ich wohl ohnehin nicht richtig schlafen, wenn ich die Gefahr in meiner Nähe weiß. Wenn Ihr mögt, übernehme ich die erste Schicht.“ Sie war zwar steinmüde, aber lieber schlief sie hernach am Stück durch, als zwischendrin noch einmal aufstehen zu müssen. „Übrigens war das vorhin sehr reizend von Euch, Erik und mich einfach so anzubieten“, fügte sie mit zynischem Ton hinzu. „Und ich dachte, wir wären mittlerweile so etwas ähnliches wie Freunde.“

Leanora hatte diese Aussage auf der kleinen Lichtung sehr getroffen, aber zu dem Zeitpunkt war sie viel zu sehr mit sich selber beschäftigt gewesen. Aber während des Essens und des Gesprächs mit Erik war ihr der Satz der Elfe wieder eingefallen und nagte seither in ihr.

Ohne eine Antwort abzuwarten hob sie ihr Geschirr auf und drehte sich um. „Was die beiden Mädchen betrifft, gebe ich Euch Recht“, meinte sie jedoch noch, bevor sie zu den Satteltaschen ging, um Teller und Geschirr mit einem Tuch abzuwischen und in ihrer eigenen Tasche zu verstauen.

#2669
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Vernita nickte nur kauend, auf Leanoras Antwort hinsichtlich der Bewachung Miandras. Als diese dann allerdings auf die Sache mit dem Geschäft zu sprechen kam, welches die Elfe dem Dämon angeboten haben sollte, stutzte sie merklich. Dabei runzelte sie die Stirn, da sie kurz darüber nachdenken musste, wovon die Frau überhaupt sprach. Es war viel passiert in den letzten Stunden, so dass es ihr erst einen Moment später wieder einfiel. Doch da war Leanora auch schon verschwunden und zu ihrem Pferd gegangen.
 
‚Das kann es doch jetzt nicht sein, oder?‘ ging es ihr dabei durch den Kopf, während sie ihren Bissen hinunterschluckte. Anschließend stellte sie ihr Essgeschirr auf dem Boden ab und stand auf.
 
„Entschuldige mich, Erik“, war alles was sie noch sagte, bevor sie sich umwandte und der blondhaarigen Frau folgte. An deren Pferd holte sie diese schließlich ein. Leanora hatte gerade ihr Zeug verstaut, als Vernita sie am Arm packte und etwas unsanft mit sich zog, um mit ihr hinter dem nächsten Gebüsch zu verschwinden.
 
„Denkst du das wirklich von mir?“ fragte sie verärgert, wobei sie die Frau wütend und sehr durchdringend anstarrte. „Glaubst du, ich hätte dir auf diesem Hinterhof im Anwesen des Arls den Arsch gerettet, nur um ihn jetzt an einen Dämon zu verschachern? Ist das wirklich deine Meinung über mich? Dann kennst du mich aber schlecht, meine Liebe, sehr schlecht sogar!“
 
Sie ließ die Frau los, während auch die Wut langsam aus ihrem Gesicht verschwand. „Alles was ich erreichen wollte war, dass dieser Dämon Miandras Körper verlässt, und ich mich dann davon überzeugen konnte, dass sie wieder die alte ist. Hätte sich diese Abscheulichkeit darauf eingelassen, hätte ich diese sofort getötet. Niemals hätte ich Erik oder dich diesem Abschaum überlassen! Das Wort eines Dämons ist nichts wert, also ist das Wort, welches ich einem Dämon gebe es auch nicht. Es war nur eine List, um dieses Wesen zu übertölpeln, nichts weiter. Dummerweise konnte oder wollte dieser Abschaum sich nicht darauf einlassen, so dass ich mir was anderes einfallen lassen muss. Doch dazu brauche ich auch deine Hilfe, verstehst du?“
 
 
 

#2670
Bellandyrs

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Lea war von Vernitas plötzlichem Auftauchen so überrumpelt, dass sie sich mehr oder weniger freiwillig mit ziehen ließ. Sie hörte Vernitas Erklärung an und wurde dabei sehr verlegen. Hätte sie das von der Elfe wirklich gedacht?

Als die dunkelhaarige Frau geendet hatte, holte die Adlige tief Luft und sah ihrem Gegenüber fest in die Augen. Leise antwortete sie.

„Nein, das hätte ich eben nicht geglaubt, oder wieso meint Ihr, dass ich vorhin sagte, ich dachte, uns verbände mittlerweile so etwas Ähnliches wie Freundschaft? Genau deswegen hat es mich ja so gewurmt, dass Ihr das, ohne mit der Wimper zu zucken, diesem Wesen angeboten habt. Und woher sollte ich wissen, wie Dämonen gestrickt sind? Ihr mögt schon den einen oder anderen besiegt haben, ich habe sie bisher lediglich aus gruseligen Geschichten gekannt, die Priester erzählen, um dem gemeinen Volk Angst einzujagen. Und beim Unterricht der Umgangsformen bei Hofe war die Kommunikation mit Dämonen nicht auf dem Lehrplan, aber es könnte durchaus sein, dass ich da gerade im Pferdestall war“, fügte sie spöttisch hinzu. „Entschuldigt, es war nicht so gemeint. Ich fühle mich einfach unsicher und dem hier nicht gewachsen. Natürlich will ich versuchen, zu helfen, aber lasst mich dabei bitte am Leben und meine Seele in meinem Körper. Verratet mir zudem bitte, wieso ich diesem Gezücht nicht verfallen bin, wo es doch Erik und Euch so leicht einwickeln konnte? Gilt das nur für diesen hier? Oder gibt es noch andere Arten, die andere Tricks auf Lager haben?“

Immerhin hatten sie erst vor kurzem darüber gesprochen, dass ein Dämon oder ein dämonisches Wesen hinter all den Entführungen stecken konnte – und da wollte Leanora wissen, auf was sie sich eingelassen hatten.

#2671
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Vernita wollte gerade schon Aufbegehren, als Leanoras Tonfall spöttisch wurde, doch entschuldigte diese sich auch gleich darauf bereits wieder dafür. So schluckte sie ihren aufkommenden Ärger einfach herunter und klopfte der blondhaarigen Frau stattdessen auf die Schulter.
 
„Schon gut“, war alles, was die Elfe dazu zu sagen hatte.
 
Als Leanora dann das Gespräch auf den Vorfall mit Miandra lenkte, nahm Vernitas Gesicht einen gequälten Ausdruck an. Erneut überkam sie das Gefühl, versagt zu haben und aufgrund ihrer eigenen Begierden, ihr aller Leben aufs Spiel gesetzt zu haben. Wäre diese Frau, welche nun direkt vor ihr stand, nicht zufälligerweise dazu gestoßen, dann wären Erik und sie selbst jetzt tot und Miandra auf immer verloren. Betrübt senkte die Elfe deswegen den Kopf.
 
„Du beschämst mich, dass du mich daran erinnerst...an diese Schwäche, meine ich. Ein Dämon der Wollust ist eigentlich nur für Männer wirklich gefährlich, da sie diesen kaum widerstehen können, weshalb auch Erik wenig Aussicht darauf hatte, sich diesem Wesen zu widersetzten. Doch ich bin kein Mann...ich hätte es besser wissen müssen...“
 
Vernita wandte sich um und blickte leer und verloren in das Dunkel des Waldes hinein, während sie dagegen ankämpfte, nicht vor Scham und Reue in Tränen auszubrechen. „Und wäre es nicht Miandra gewesen, von der dieser Dämon Besitz ergriffen hat, wäre mir das auch sicher nicht passiert. Doch ist das keine Entschuldigung für mein Versagen. Ich war schwach. Und dafür wären wir alle beinahe getötet worden. Und Miandras Seele wäre nun für immer im Nichts gefangen. Und das alles nur, weil ich diese Frau so sehr liebe, und mein Verlangen nach ihr so stark ist. Was ist bloß mit mir geschehen? Wo sind sie hin, mein unbeugsamer Wille und meine allumfassende Stärke? Habe ich sie für immer verloren? Bin ich nun nichts weiter als ein verweichlichter, weinerlicher Schwächling? Wie soll ich uns da durchführen, wenn ich all das nicht mehr mein Eigen nenne? Verdammt! Ich könnte mir selbst in den Arsch beißen, dass ich mich auf diesen Makel, den man Liebe nennt, überhaupt eingelassen habe! Alles könnte so einfach sein...“
 
 
 

Modifié par Aliens Crew, 21 octobre 2012 - 03:57 .


#2672
Bellandyrs

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Mit offenem Mund hörte Leanora der Elfe zu. So kannte sie diese überhaupt nicht, fast in Selbstzweifel versinkend. Die blondhaarige Frau legte ihre Hand auf Vernitas Schulter.
„Zweifelt nicht so sehr an Euch, Vernita“, sagte sie. „Wie Ihr schon sagtet, konntet Ihr dem Dämon nur verfallen, weil Ihr Miandra liebt. Das hätte jedem von uns passieren können, wenn es um den eigenen Geliebten geht. Immerhin sind wir bisher mit dem Schrecken davon gekommen, und Miandra werden wir auch wieder von diesem unwirtlichen Gast befreien. Ihr solltet die Liebe deswegen nicht verdonnern oder verfluchen, denn sie gibt so unendlich viel! Ihr wärt nicht hier und würdet diesen Kampf für Miandras Tochter und die anderen Kinder fechten, würdet Ihr nicht das Herz besitzen, lieben zu können. Und zu lieben erfordert manches mal mehr Stärke, als wir denken, und wollen daher so manches mal daran verzagen. Aber wenn die Liebe auch nur ein wenig erwidert wird, so findet man neue Lebensziele, und auch der Lebenswille ist ein anderer. Was würdet Ihr denn im Moment tun, hättet Ihr Miandra nicht kennengelernt? Wahrscheinlich irgendwelche Gelegenheitsarbeiten annehmen, denke ich. Ist dieses Ziel hier nicht um so vieles höher und edler?“

Eindringlich sah sie die Elfe an. „Die Wege des Erbauers sind unergründlich, Vernita. Zufälle gibt es sicherlich, aber wenn sich solche häufen, nenne ich es Schicksal. In meinem Fall kann ich wohl sagen, wäre unser Hab und Gut nicht abgebrannt und hätte ich meine Familie nicht verloren, wäre ich wohl nie Sengaal Neranos über den Weg gelaufen. Oder vielleicht doch irgendwann im Zuge einer Feierlichkeit, aber diese Möglichkeit wäre eher gering ausgefallen. Ich säße noch heute wohlbehütet zu Hause, als scheues, kleines Ding, brav und artig mit einem hübschen Äußeren, welches sich zu benehmen weiß. Und nun seht mich an, ich wage zu behaupten, dass sich dieses Dummerchen doch schon ein wenig entpuppt und weiterentwickelt hat.“

Ihr wurde selber beinahe unheimlich zumute, soviel hatte sie schon lange nicht mehr gesprochen, und sie konnte nur hoffen, dass ihre Worte die Elfe erreichten und ein wenig Trost spendeten, noch besser wäre es jedoch, sie könnte die Zweifel Vernitas damit zerstreuen.

„Nun kommt zurück mit ans Feuer, bevor Erik noch einen Suchtrupp nach uns schickt. Legt Euch hin, ich werde die erste Wache übernehmen. Trinkt einen Schluck Wein, er mundet vorzüglich.“

Modifié par Bellandyrs, 23 octobre 2012 - 06:03 .


#2673
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Vernitas Gesicht verzog sich zu einem schiefen Grinsen. Schon wieder wollte ihr diese Jungfrau hier etwas über die Liebe erzählen. Doch kam es der Elfe diesmal weniger lächerlich vor wie noch am Morgen des heutigen Tages. Denn je mehr sie darüber nachdachte, desto mehr kam Vernita zu dem Schluss, dass sie auf diesem Gebiet selbst noch so etwas wie eine Jungfrau war, ja vielmehr noch, dass diese blondhaarige Frau hier vor ihr, so jung und unbedarft wie sie der Elfe oft vorkam, gerade auf diesem Gebiet weitaus mehr Erfahrung in ihrem Leben gemacht hatte als sie selbst. Vernita hatte schon soviel durchgemacht und erlebt, doch echte Liebe hatte sie wohl nie erfahren. Selbst für ihre Eltern schien sie immer mehr eine Belastung gewesen zu sein als alles andere...seit gestern wusste sie ja auch wieso...
 
Doch Leanora hier hatte bis vor kurzem noch ihre Familie gehabt, die sie offenbar sehr geliebt hatte und welche sie ebenso mit dieser Liebe überschüttet zu haben schien. Etwas Derartiges war für Vernita neu, doch vielleicht war es nun doch mal an der Zeit, etwas von dieser Frau hier zu lernen, wo sie es doch bisher immer war, die der Adeligen etwas beigebracht hatte. Es war schon ein eigenartiges Gefühl, dass es nun wohl einmal umgekehrt der Fall war. Aber das Leben war nun einmal manchmal recht eigenartig.
 
Die Elfe legte ihre Hand auf die von Leanora und drückte sie leicht, während ihr Lächeln weitaus freundlicher wurde. „Vielleicht hast du recht, Leanora. Auf diesem Gebiet habe ich wohl noch viel zu lernen. Auch dabei könnte ich deine Hilfe gebrauchen, da du darüber weitaus mehr zu wissen scheinst als ich.“
 
Sie löste sich von der Adeligen und machte sich auf den Weg zurück zum Lagerfeuer. „Doch nun sollten wir uns wirklich zur Ruhe begeben“, meinte sie dabei müde. „Ich könnte etwas Schlaf gebrauchen. Weck’ mich in ein paar Stunden, dann löse ich dich ab.“
 
Am Lagerplatz angekommen fiel ihr auch gleich Erik ins Auge, welcher nach wie vor auf dem Boden saß und versonnen ins Feuer starrte. Die Elfe legte sich auf die Decke, welche Miandra zuvor dort ausgebreitet hatte und beobachtete den Mann für einen zeitlosen Augenblick. „Erik“, sagte sie schließlich. „Leg dich hin und versuche, etwas zu schlafen. Morgen wird es wieder ein langer Tag, und ich brauche dich bei Kräften und bei klarem Verstand.“
 
 
 

Modifié par Aliens Crew, 25 octobre 2012 - 07:57 .


#2674
Bellandyrs

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Gerne hätte Leanora noch erwidert, dass sie selber nun auch nicht die Weisheit mit Löffeln gefuttert hatte, was die Liebe betraf, aber immerhin hatte sie eine liebevolle Familie gehabt. Und sie musste nur an Janica und Richard oder ihre Eltern zurückdenken, um zu wissen, was wahre Liebe zwischen Mann und Frau war. Vernita war jedoch bereits am Feuer und überließ Leanora die erste Schicht, ganz so, wie die Adlige es ohnehin wollte.

Etwas mulmig war ihr schon zu Mute, als Lichtquelle hatte sie lediglich das Feuer, der Mond hatte sich hinter einigen Wolkenfetzen versteckt. Besorgt blickte sie zum Himmel. Hoffentlich würde es nicht noch zu regnen beginnen, aber dafür war die Bewölkung zu locker.

Ihre Füße schlugen den Weg zu den Pferden ein, um dort nach dem Rechten zu sehen. Donas hielt bei ihnen Wache, aber auch er döste vor sich hin, das Hinterbein eingeknickt, die Ohren seitlich nach unten hängen lassend. Ihr Hengst stellte diese jedoch sofort auf, als er seine Besitzerin hörte. Lea tätschelte seinen Hals. „Ruh Dich aus, mein Hübscher, Du wirst Deine Kräfte noch brauchen“, murmelte sie ihm dabei zu.

Ein Blick auf das Feuer verriet ihr, dass die Mädchen bereits schliefen, und auch Vernita hatte sich in ihre Decke eingewickelt. Sie trat an das Feuer und legte einen Holzscheit nach, da sie nicht wollte, dass dieses seine Leuchtkraft verlor. Zudem spendete es Wärme, und die Nacht war doch relativ kühl.

Am Dämon ging sie mit gebührendem Abstand vorbei, auch wenn Miandra gefesselt und geknebelt war, sie traute diesem Wesen kein bisschen über den Weg. Während sie eine Runde nach der anderen lief und dabei Augen und Ohren offen hielt, verging die Zeit rascher als sie dachte. Aber sie mochte diese Zeit, konnte sie dabei auch an Sengaal denken. Sie sehnte sich nach ihm, nach seinen starken Armen, die Geborgenheit, die sie bei ihm fühlte, und schickte ein Gebet zu Andraste, sie möge ihre schützende Hand über ihren Liebsten halten. Sie mochte sich nicht ausdenken, was passieren würde, wenn sie den Kommandanten vor der Leiche des Kirchenvorstehers finden würden. Hoffentlich war die Lähmung schneller vorbeigegangen, und er hatte sich in Sicherheit bringen können.

Ein Knacken im Unterholz ließ sie herumfahren, die Hand am Schwertknauf, aber es war lediglich ein Kaninchen, welches den Lärm verursacht hatte. Leise seufzte sie auf. Langsam wurde es Zeit, dass sie Vernita weckte, und bleierne Müdigkeit überkam sie zudem auch langsam.

Dennoch schritt sie eine weitere Runde ab, bevor sie zurück ans Feuer ging und die Elfe aus ihren Träumen riss. „Alles ist ruhig, keine besondere Vorkommnisse. Ich leg mich nun auch hin. Wenn Ihr müde werdet, könnt Ihr mich wieder wecken.“

#2675
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Vernita schlief mehr schlecht als recht. Zuviel ging ihr im Kopf herum und verhinderte eine friedliche Nachtruhe. So wälzte sie sich nur von einer Seite auf die andere. Öffnete zwischendurch immer mal wieder die Augen und warf einen Blick auf die gefesselte Miandra. Als Leanora sie dann schließlich weckte, fühlte sie sich wie gerädert und erschöpfter als zuvor. Trotzdem raffte sie sich auf und brummelte ein undeutliches „alles klar“ vor sich hin.
 
Noch immer in ihre Decke eingewickelt, hockte die Elfe sich vor das Feuer, während sie aus verschlafenen Augen der Adeligen dabei zusah, wie diese sich zum Schlafen niederlegte. Eine Zeitlang ruhte ihr Blick noch auf der blondhaarigen frau, ehe Vernita diesen kreisen ließ und die Umgebung sowie Miandra beobachtete, welche so ruhig und friedlich an ihrem Baum saß.
 
Doch die Elfe wusste genau, dass dieser Schein trog. Der Dämon in der Schwarzhaarigen brodelte sicher unter dieser friedlichen Fassade und lauerte nur auf eine Möglichkeit, sie alle zu überrumpeln und zu töten. Sie mussten diese Abscheulichkeit unbedingt aus der Frau herausbekommen. Nur wie? Die ganze Nacht über zermarterte sie sich das Hirn, um eine Lösung für dieses Problem zu finden.
 
Als die Sonne dann schließlich am Horizont erschien, und das Feuer fast komplett heruntergebrannt war, stand Vernita auf und weckte ihre Gefährten, in dem sie diese kräftig durchrüttelte. Als letztes ging sie schließlich zu Miandra, nahm dieser die Augenbinde und den Knebel ab und musterte diese eingehend.
 
„Hast du Hunger? Oder Durst? Soll ich dir was zu Essen oder zu Trinken bringen?“ fragte sie tonlos, jedoch mit einem leicht mürrischen Klang in der Stimme.