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Die freie Wildnis von Ferelden (Dragon Age RP)


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#2676
Kaysallie

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Diese Elfe glaubte also, sie wäre wegen eines bestimmten Wunsches hier in diese Welt übergetreten. Scheinbar glaubte diese daran, dass auch Dämonen eine Seele hatten, die jener der Sterblichen ähnlich war. Doch die Begierden eines Dämons waren niemals zu vergleichen mit den minderen eines Menschen oder sonstigem, das sich als zivilisierte Spezies behauptete. Das, was diese kurzlebigen Geschöpfe unter einem tiefen Wunsch verstanden, war für ein Wesen des Nichts ein reines Grundbedürfnis – und nichts weiter. Aber sie verstand es, sich über die Einfältigkeit der Begleiter dieser Hülle zu amüsieren, weswegen sie diesen bestimmt nicht mehr über sich verraten würde, als unbedingt nötig.

Die schwarzhaarige Frau versuchte es sich etwas bequemer zu machen, was jedoch kaum möglich war. Die Stricke um ihren Knöcheln und restlichen Körper schnürten sich nach wie vor in ihre Haut, der Boden, auf dem sie saß, war feucht und kalt, ließ ihre ohnehin hagere Kleidung noch dünner wirken, und die Rinde des Baumstammes hinter ihr, drückte sich gegen ihre Wirbel. Doch dies waren alles nur Lappalien, über die es sich nicht zu beschweren galt. Ein kleiner Preis für eine so hohe Beute.

Hätte ihr dieses Elfenweib aber wenigstens ihre Hände vorne und nicht hinter dem Rücken zusammengebunden, dann könnte sie hier immerhin alleine etwas Spaß haben, um diese irdischen Minuten schneller verstreichen zu lassen, denn in ihren Fingern, sowie zwischen ihren Beinen, kribbelte es nach wie vor. Doch wie gut, dass ihr Geist der eines Dämons war, und dieser das ewige Warten ohnehin zu seinem Alltagsgeschehen zählte. So blieb ihre Haltung starr, irgendwie leer aber auch entspannt, der einer Schlafenden ähnelnd – doch ihr Geist war wacher als wach und nutze die Nachtstunden für verschiedenste Pläne und Gedanken.

Leise hörte sie jedoch immerzu das Knistern des Feuers, wobei sie dabei die Äste vor ihrem geistigen Auge sah, wie diese in Flammen aufgingen und nach und nach zu schwarzen Kohlegespinsten wurden. Schnaufende Laute waren hin und wieder auszumachen, die offenbar dem träumenden Erik gehörten. Deutlicher als die der Frauen, wie Musik in ihren Ohren, traf dieser Klang gegen ihre nun menschlichen Ohren. Wie gerne sie diesen Mann nun in sich gespürt hätte, ein Gedanke, der sie dazu veranlasste, einmal tief Luft zu holen, um sich anschließend anderen Überlegungen zu widmen.

Als die Sperlinge schließlich begannen ihre Lieder zu zwitschern, wusste sie, dass der Sonnenaufgang nicht mehr fern war. Und als sich kurz darauf auch der Star mit seinem schwänzelnden und spottenden Pfeiftönen anschloss, hörte sie auch, wie das kleine Lager unweit von ihr erwachte und sich nur wenig später jemand mit bekannten Schritten näherte. Als ihr die Augenbinde abgenommen wurde, presste sie ihre Lider aufgrund des plötzlichen Lichts etwas zusammen, wodurch sie Vernita nur aus dünnen Schlitzen musterte. Ehe sie auf die Frage jedoch einging, schluckte sie ein paar Mal und befeuchtete ihre spröden Lippen. Denn auch der Knebel hatte nun seine Spuren hinterlassen.

„Oh ja, ich sterbe schon fast vor Hunger…!“ meinte sie übertrieben auf Vernitas Frage hin, ehe sie sich ein weiteres Mal über die Lippen leckte. Dieses Mal jedoch voller Genuss. „Wie wäre es mit dem Saft zwischen deinen Lenden und einen Bissen in eine deiner schmackhaften Brüste?“

Modifié par Kaysallie, 30 octobre 2012 - 10:48 .


#2677
Aliens Crew

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Auf Vernitas Gesichtszüge legte sich ein wissendes Grinsen, als sie die Antwort ihres Gegenübers vernahm. Nichts anderes hatte sie im Grunde von diesem Dämon erwartet. Sie waren doch alle recht einfach gestrickt. Trotzdem kam die Elfe nicht umhin, über das Angebot der schwarzhaarigen Frau nachzudenken, so sehr sehnte sich ihr Körper danach, von Miandra verwöhnt zu werden. Sie spürte bereits, wie eine leichte Hitzewelle sie durchströmte, welche stärker wurde, als ihre Gedanken zu den Geschehnissen der letzten Nacht zurückkehrten. Es war wirklich sehr erregend gewesen und bis zu einem gewissen Punkt auch das Schönste, was Vernita jemals erlebt hatte.
 
Doch dann erreichte ihr Rückblick auf dieses kleine Abenteuer die Stelle, an der Miandra versucht hatte, sie zu töten. Diese Erinnerung und auch das Wissen, dass es sich bei der Person vor ihr nicht wirklich um ihre Angebetete handelte, zügelten das Temperament und auch die Begierden der Elfe. Obwohl diese sehr stark waren.
 
„Ein verlockendes Angebot, das muss ich schon sagen“, erwiderte Vernita beinahe lüstern mit einem vielversprechenden Lächeln auf den Lippen, während sie sich neben die Frau hockte und sich ihr bis auf wenige Zentimeter näherte. „Wärst du die echte Miandra und nicht nur eine Attrappe, die ihren Körper übernommen hat, so gäbe es für mich nichts, was ich im Moment lieber täte, als mich gemeinsam mit dir den Freuden der körperlichen Liebe hinzugeben. Doch leider sagt mir mein Verstand, dass du nur auf eine Gelegenheit aus bist, um mir einen Dolch in den Rücken zu stoßen, was du mir ja in der letzten Nacht sehr unmissverständlich klar gemacht hast.“
 
Nach diesen Worten lehnte sich die Elfe zurück und legte sich halb auf die Seite, bevor sie ihre rechte Hand zu ihrem Mund führte und zwei ihrer Finger in diesen steckte, welche sie recht ausgiebig mit ihren Lippen befeuchtete. Anschließend bewegte sie die beiden Finger langsam in Miandras Richtung und berührte damit ganz sachte deren Kehlkopf. Nach einem kurzen Moment ließ sie dann ihre Hand weiter nach unten gleiten und strich der Frau ganz sanft über das dünne Hemd.
 
„Wenn ich allerdings wüsste, dass ich dir vertrauen kann…“, flüsterte Vernita leise. Ihre Fingerspitzen hatten inzwischen die Brüste der Frau erreicht und strichen so geschmeidig wie eine leichte Sommerbrise zwischen diesen hindurch. „…dann könnte dies alles hier ganz wunderbar zwischen uns beiden laufen, wenn du verstehst, was ich meine.“
 
Ihre Hand hatte inzwischen Miandras Brüste passiert und wanderte weiter über deren Bauchdecke. „Denn was das Bereiten und Genießen von purer Lust angeht…davon verstehe ich wirklich sehr viel. Und du doch sicher auch, mein liebreizender kleiner Teufel, nicht wahr?“
 
Vernita hatte nun die intimste Stelle der schwarzhaarigen Frau erreicht, welche sie zu reiben begann, soweit es ihr möglich war, da sie die Beine der Frau ja aufgrund der Fesseln nicht auseinander drücken konnte. Erst langsam und sanft, doch dann immer schneller und wilder, als sie ganz deutlich fühlte, dass ihre spezielle Behandlung Wirkung bei dem Dämon zeigte. „Ist es das, wonach du so sehr dürstet, du versautes Miststück, du?“ fragte Vernita mit erregter Stimme.
 
 

Modifié par Aliens Crew, 31 octobre 2012 - 06:30 .


#2678
Bellandyrs

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Lea war sofort wach, als Vernita sie weckte. Ihr tat der Rücken weh, auf dem harten Boden zu schlafen war sie von jeher nicht gewohnt, aber nach der Zeit im Kloster, wo sie doch auf einem halbwegs vernünftigen Bett schlafen konnte, fiel ihr dieser Zustand doppelt schwer. So gähnte sie hinter vorgehaltener Hand, rieb sich den Schlaf aus den Augen und streckte sich. Sie hatte, allen Werwölfen, Dämonen und Glühwürmchen zum Trotz, sehr gut geschlafen, was sie selbst verwunderte, da sie anfangs noch dachte, die Angst würde ihr kein Auge zu tun lassen.

Schließlich rappelte sie sich hoch, wickelte ihre Decke zusammen und verstaute sie in der Satteltasche. Eigentlich hätte sie gerne eine Tasse Tee oder Malzkaffee getrunken, aber das Feuer war bereits verloschen, und neues anzufachen, war ihr zu mühselig und zu aufwändig. Schließlich würden sie in kurzer Zeit ihre Reise fortsetzen, da rentierte sich ein frisches Feuer nicht. So begnügte sie sich mit einem Schluck aus ihrem Trinkschlauch und einem Bissen Brot mit Käse, dazu eine Scheibe geräuchertem Schinken.

Noch kauend begab sie sich zum Teich, um sich dort frisch zu machen. Bei Tageslicht sah weder das Unterholz noch der Wald gefährlich aus. Das Wasser war glasklar, und sie konnte bis zum Grund sehen. Ein paar Fische schwammen eilig weg, als sie die Hände ins kühle Nass tauchte. Der Himmel spiegelte sich auf der Wasseroberfläche, hellblau, nur mit wenigen Wolken durchzogen. Anscheinend hatte Andraste Einsehen gehabt und ihnen trockenes Wetter geschickt.

Als sie sich fertig gewaschen hatte, begab sich Leanora zurück zum Lagerplatz. Ihr Blick fiel auf Miandra, beziehungsweise deren Hülle, und Vernita. Was sie sah, trieb ihr die Schamesröte ins Gesicht. War die Elfe dem Dämon doch wieder verfallen? Vorsichtig sah sie zu Erik, aber der kaute hingebungsvoll an seinem Frühstück. Langsam zog sie ihr Schwert aus dem Gurt und schlenderte zu den beiden Frauen. Sollte sie auch nur ein Anzeichen entdecken, dass Vernita den Augenblick nicht unter Kontrolle hatte, würde sie einschreiten.

#2679
BindweedSaturnfrost

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Erik saß noch immer auf seinem Platz, und versuchte das Frühstück hinunter zu bekommen. Seit der vorigen Nacht war er eigentlich nur am nachdenken, die Nacht hatte er kaum geschlafen, denn kurz bevor Vernita ihn wach rüttelte, war er erst mal eingenickt. Das Gespräch von Leanora und Vernita zog ebenfalls an ihm vorbei „Ist ja ihre Sache“, war sein einziger Gedanke dabei, und einmischen wollte er sich auch nicht.

Ihm ging immer noch nicht aus dem Kopf wie er einem Dämon verfallen konnte. Erik war sehr gut darin, seinen eigenen Willen zu kontrollieren, und anderen Einflüssen nicht zu verfallen. Ebenfalls kämpfte er gegen Dämonen, dank seiner starken Willenskraft kamen diese nicht an seine Gedanken heran. Warum also verfiel er diesem geschwächten Dämon? Verstehen konnte er es immer noch nicht, obwohl er sich schon stundenlang den Kopf zerbrochen hatte.

Seufzend und übermüdet stand er auf, und packte seine Decke und Gegenstände zusammen. Diese trug er auch gleich zu seinem Pferd, und schnallte es ihm um. Dabei fiel sein Blick zu Vernita und Miandra. Stirnrunzelnd und leicht verärgert schaute er Vernita tief in die Augen.

„Wie würde Euch das gefallen, wenn Ihr nicht Herr über euren Körper wärt, und sich andere an Euch verginen?“ er schüttelte den Kopf, und ging hinüber zum Teich, wo er sich erst mal hinkniete, und auf sein Spiegelbild blickte.

Seine Augen waren leicht gerötet, und auch Augenringe waren sehr stark zu sehen. Mit beiden Handflächen fuhr er ins Wasser, und spritze sich das ein paar male ins Gesicht. Danach nahm er ein Tuch aus seiner Hosentasche und trocknete sich sein Gesicht. Es fühlte sich zwar erfrischend an, jedoch änderte sich nichts an seinem Zustand der Müdigkeit.

Langsam schlenderte er wieder zurück zum Lagerplatz, und bemerkte dabei auch Leanora, die mit gezogenem Schwert neben den anderen beiden Frauen stand. Sollte etwas schief gehen, konnte diese also einschreiten. Das änderte aber nichts an seiner Meinung darüber, was Vernita da gerade trieb. Also ging er zu den Frauen und sprach erneut:

„Vernita, ich finde so langsam sollte es reichen!“ , zischte er schon beinahe.

Modifié par BindweedSaturnfrost, 02 novembre 2012 - 04:29 .


#2680
Kaysallie

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Je weiter die Elfe mit ihren Fingern an ihrem Körper hinab wanderte, umso schneller begann ihr Herz zu rasen und klopfte wilder gegen ihren Brustkorb. Das Kribbeln zwischen ihren Beinen wurde immer stärker und sehnte sich nach dem Augenblick der Berührung an dieser Stelle. Deutlich spürte sie, welch enorme Hitze sie selbst urplötzlich auszustrahlen begann, auch da ihr heißer Atem stoßweise wie Nebel aus ihrem Mund strömte, an diesem noch so kühlen Morgen.

Ein befreites Stöhnen entwich ihrer Kehle, als es schließlich so weit war, sich die rauen Finger ihres Gegenübers mit der Nässe ihrer ungezügelten Erregung befeuchteten und sich somit sanft zwischen ihren Beinen bewegten, ganz langsam auf und ab. Ein erhitzter Schweißtropfen lief ganz zaghaft an einer ihrer Schläfen hinab und bei geschlossenen Augen leckte sie sich lustvoll über ihre Oberlippe, um anschließend zaghaft mit ihren Zähnen auf ihre Unterlippe zu beißen, sich dabei unruhig windend, je stärker und wilder die Berührungen wurden. Die Fesseln trieben sich immer tiefer in ihr Fleisch, schnürten sie schmerzhaft ein und machten diese Situation beinahe unerträglich.

„Nein“ stöhnte sie dann plötzlich hervor, die Augen langsam wieder öffnend, um die Elfe aus diesen von oben bis unten hecktisch zu mustern. „Ich dürste nach viel… viel mehr.“

Doch ehe sie weiter auf das eingehen konnte, was ihr Vernita bislang alles gesagt hatte, vernahmen ihre Ohren die Stimme von Erik. Was redete dieser Schwachkopf da nur? Er würde ihr hier noch alles vermasseln! Doch nur einen Herzschlag später legte sich ein Grinsen auf ihre Lippen.

„Ohh…ja. Ich finde er hat recht, meine Liebe“, seufzte sie laut, zwischen lustvollen Stöhnen, bevor Vernita darauf eingehen konnte. „ Du solltest ein wenig Platz machen und ihm auch etwas Spaß gönnen, immerhin wurde ihm dieser gestern schon verwehrt, was seinen Ärger verständlich macht.“

Langsam drehte sie den Kopf in die Richtung des Mannes und sah diesen nun mit einem erotischen Lächeln durchdringend aus ihren dämonisch funkelnden Augen an.

„Er wirkt so verspannt und verkrampft. Ein wenig Ablenkung von seinen trüben Gedanken würde ihm garantiert gut tun“, fuhr sie verführerisch fort, die Flammen der Lust immer stärker in ihren blauen Iriden glühend. ‚Ich kann ganz dir gehören…‘, schrien diese regelrecht bezirzend, während sich ihr Brustkorb vor Erregung weiterhin wild hob und senkte.

Modifié par Kaysallie, 02 novembre 2012 - 11:58 .


#2681
Aliens Crew

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Vernita war mit sich selbst zufrieden. Alles lief genau nach Plan. Der Dämon in Miandra schien mehr und mehr nach ihrer Berührung und ihren Zärtlichkeiten zu dürsten. Ausgezeichnet. Besser konnte es nicht laufen.
 
Doch dann geschah es. Aus den Augenwinkeln bemerkte sie, wie Leanora langsam näher kam, ihr Schwert in Händen haltend. ‚Jetzt versau mir das nicht!’ ging es der Elfe durch den Kopf. ‚Ich kann das jetzt nicht brauchen!’
 
Doch die Adelige hielt sich zurück. Innerlich atmete Vernita schon auf, doch leider hatte sie die Rechnung ohne Erik gemacht. Auch er trat zu den beiden, aber war er bei weitem nicht so diskret wie Leanora. Im Gegenteil. Er platzte in diese Szene hinein wie ein Betrunkener in einem Festbankett der oberen Zehntausend. Seinen ersten Kommentar ignorierte Vernita noch, da er sich kurz darauf entfernte. Doch als er wiederkam und sich erneut einmischte, hatte auch Miandra ihn bemerkt. Und die Situation schien außer Kontrolle zu geraten.
 
„Vielleicht ein anderes Mal“, meinte die Elfe deshalb mit einem Lächeln, während sie ihre „Behandlung“ von Miandras intimster Stelle plötzlich beendete. „Für den Moment muss das erst einmal genügen. Immerhin haben wir heute noch ein gutes Stück zu reiten, und wir müssen ja recht bald einen angemessenen Körper für dich finden, nicht wahr?“
 
Sie führte ihre Finger zu ihrem eignen Mund und leckte diese genussvoll ab. „Hmm...aber wir werden sicher noch die Gelegenheit bekommen, diese Sache hier weiter zu vertiefen. Nur Geduld, meine Liebe. Nur Geduld. Jetzt besorge ich dir erst mal etwas Wasser. Du wirst sicher durstig sein nach der ganzen Anstregung. Ich hoffe, es hat dir gefallen.“
 
Vernita stand auf und setzte sich in Bewegung, wobei sie Erik und Leanora mit einem ziemlich wütenden Blick anstarrte. „Und meine beiden Freunde hier, werden mir dabei helfen, das Lager abzubauen, damit wir bald los können. Also, kommt mit!“
 
Ihre Stimme klang noch verdammt freundlich, dafür, dass es in der Elfe brodelte, ja, sie sogar kurz vor dem Überkochen stand. Doch ihre Selbstbeherrschung ließ davon nichts nach außen durchdringen. Schnellen Schrittes ging sie an Leanora und Erik vorbei, wobei sie beide am Kragen packte und mit sich zu den Packpferden zog. Beide schienen davon völlig überrascht zu sein, da sie sich nicht im geringsten dagegen zur Wehr setzten. Erst als sie außerhalb von Miandras Sichtweite waren, ließ Vernita die zwei wieder los.
 
„Könnt ihr beiden mir vielleicht mal verraten, was das eben sollte?!?“ zischte sie Leanora und Erik böse an. Ihre Augen funkelten dabei wie kleine Diamanten. „Was wolltet ihr damit bezwecken? Dass wir Miandra verlieren und ich sie am Ende noch töten muss, oder was?“
 
 

Modifié par Aliens Crew, 03 novembre 2012 - 01:10 .


#2682
Bellandyrs

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"Ich hätte lediglich eingegriffen, wenn die Sache eskaliert wäre", erklärte Leanora. "Ihr habt mir durchaus den Eindruck gemacht, dass Ihr wisst, was Ihr da tut. Aber Vorsicht ist schließlich besser als Nachsicht, oder?" Sie blickte Vernita fest in die Augen. "Aber wir sollten hier wirklich nicht viel länger verweilen. Ich kümmere mich um die Pferde, damit diese gesattelt sind, wenn wir aufbrechen."

Sie nickte Erik zu und holte dann Striegel und Kamm aus der Satteltasche, um mit der Pflege der Tiere zu beginnen.

#2683
Aliens Crew

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„Willst du uns jetzt einreden, dass du Miandra nur helfen wolltest, als du diesem Dämon einen runtergeholt hast? Was soll der das denn bringen, häh?“ erwiderte Erik aufgebracht und winkte dabei mit einer harschen Handbewegung ab. „Und außerdem pack‘ mich nicht mehr an! Du weißt genau, dass ich das nicht leiden kann!“
 
Vernita zog verächtlich die Luft ein. Dann trat sie zwei Schritte auf den Mann zu und beugte sich provokativ zu ihm herüber, sodass sich deren Gesichter beinahe berührten. Dabei stierte sie Erik wutentbrannt an. „Und du solltest eigentlich wissen, dass du mich nicht wütend machen solltest, mein Freund! Ich werde sehr ungehalten, wenn mir jemand in die Suppe spucken will! Gerade du solltest das doch inzwischen kapiert haben! Außerdem halte mich nicht für eine Idiotin!“
 
Die Elfe wich zwei Schritte zurück, stemmte vorwurfsvoll die Hände in die Hüften und sah die beiden mit einem provokanten Gesichtsausdruck an. „Und was sollte ich eurer Meinung nach sonst tun? Das, was ich sonst mit Abscheulichkeiten mache – ihnen die Kehlen aufschlitzen und zusehen wie sie verbluten, um dann dem Dämon der ihren leblosen Körpern entweicht ebenfalls den Garaus zu machen? Glaubt mir, würde es sich hierbei nicht um Miandra handeln, dann hätte ich das längst getan! Doch will ich sie nicht aufgeben und auch nicht opfern! Nicht solange noch ein Funken Hoffnung besteht, dass ich sie vielleicht noch retten kann!“
 
Vernitas Stimme wurde ruhiger und auch leiser, ja geradezu von Sorge erfüllt, während sie weitersprach. „Doch habt ihr doch selbst gehört, was dieses Ding gesagt hat. Wenn wir nicht tun, was diese Missgeburt will, wird sie Miandras Körper einfach verlassen und sie sterben lassen. Zum Turm des Zirkels können wir nicht. Zum einen würden wir damit Miandras Leben gefährden und zum anderen würde die Reise viel zu lange dauern. Unsere einzige Hoffnung besteht darin, dass wir bei diesem Handelsposten jemanden finden, der uns in dieser Sache helfen kann. Doch müssen wir sehr vorsichtig sein…“
 
Sie sah sich hektisch um und fuhr dann im Flüsterton fort. „Dieses Ding darf auf keinen Fall mitbekommen, dass ich es hintergehen werde. Ich habe sicher nicht vor, es dieser Ausgeburt der Hölle zu ermöglichen, in unserer Welt frei herumzulaufen. Nur darf dieser Dämon nicht mitbkommen, was ich vorhabe. Denn dann wäre es um Miandra geschehen. Also tue ich so, als würde ich auf die Forderung dieses Abschaums eingehen…nein, mehr noch…ich spiele ihm vor, ich würde ihm nach und nach verfallen, so dass er nicht einmal auf die Idee kommt, ich könnte was gegen ihn im Schilde führen. Ich will, dass dieser Dämon sich so selbstsicher fühlt, wie es nur geht, damit er erst merkt, dass ich ihm einen Dolch zwischen Rippen stoßen werde, wenn es zu spät ist. Und einen Dämon der Wollust interessieren nun einmal fast ausschließlich die Begierden eines Menschen. Daher füge ich mich und versuche dieses Ding bei Laune zu halten…auch wenn es mich schmerzt, Miandras Körper das antun zu müssen, ohne zu wissen, ob sie damit einverstanden wäre oder nicht…“
 
Vernita atmete tief durch. „Und nun entschuldigt mich. Ich muss zurück zu unserem ungebetenen Gast, bevor dieser Verdacht schöpft. Kümmert euch in der Zeit um das Lager, so dass wir hier wegkommen.“
 
Die Elfe wandte sich zu ihrem Pferd um, wo sie sich ihren Wasserschlauch griff. Damit ausgerüstet kehrte sie zu Miandra zurück. Sie hockte sich neben die Frau, während sie diese freundlich anlächelte. „Hier, trink einen Schluck Wasser. Das wird dir gut tun.“
 
Vernita führte den Schlauch zu Miandras Mund und gab ihr zu trinken. „Und schön herunterschlucken. Wir haben noch einen langen Ritt vor uns und werden kaum die Gelegenheit haben, zwischendurch zu rasten. Also muss das eine Weile ausreichen…ach ja, bevor ich es vergesse…wenn wir unser Ziel erreichen, solltest du darauf verzichten, deine dämonischen Kräfte an einem der dortigen Leute auszuprobieren. Dort lebt ein rauer Menschenschlag, denen es ein Vergnügen sein dürfte, jemanden wie dich auf den Scheiterhaufen zu stellen. Außerdem existiert nicht weit von unserem Ziel ein Stützpunkt der Templer. Auch sie dürften wenig Begeisterung dafür aufbringen, wenn jemand wie du in ihrer Nähe sein Unwesen treibt. Ich hoffe, du verstehst, was ich meine?“
 
 
 

Modifié par Aliens Crew, 11 novembre 2012 - 08:15 .


#2684
Kaysallie

Kaysallie
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Mit misstrauischen Blicken verfolgte sie, wie sich die Elfe entfernte und dabei die anderen beiden Menschen mit sich zog, bis sie schließlich ihrem Blickfeld entglitten. Dieses Verhalten war höchst eigenartig. Doch noch viel eigenartiger war jenes der Elfe zuvor. Nie hätte sie damit gerechnet, dass diese ihr Befriedigung schenken würde, einfach so, nun wo diese wusste, was sie war, und es damit eigentlich so gut wie unmöglich sein sollte, die Elfe in ihren Zauber einzuwickeln. Aber auch bereits gestern war sie von dieser weiblichen Kreatur überrascht gewesen, als diese ihrem betörenden Duft noch schneller nachgegeben hatte, als der hübsche Bursche davor. Diese Liebe, wie die Sterblichen sie nannten, war ein äußerst interessantes Gut, und in ihrem Fall ziemlich praktisch und brauchbar. Dennoch sagten ihr die Erinnerungen dieser Hülle, dass sie dieses Elfenweib nicht unterschätzen durfte. Sie war gefährlicher, als sie den Anschein machte. Wie gut nur, dass für sie selbst dasselbe galt.

Als die Elfe nach wenigen Atemzügen zu ihr zurückkehrte, verschleierten ihre noch eben misstrauischen Gesichtszüge und wurden von einem süßen, schmalen Lächeln überdeckt. Ohne Widerworte trank sie das Wasser, welches zu ihrem Überraschen von ansehnlicher Qualität war, während sie den weiteren Worten ihres Gegenübers lauschte.

Für einen kurzen Moment erweiterte sich ihr Lächeln zu einem amüsierten Grinsen, ehe dieses schlagartig verschwand. „Tu nicht so, als würdest du dir Sorgen um mich machen. Würdest du Angst davor haben, dass ich vor Erschöpfung von einem Pferd falle, dann hättest du mich nicht die gesamte Nacht an einen Baum gefesselt, wodurch mir jedes meiner Gliedmaße einschläft und schmerzt, noch ehe ich meinen entzückenden Hintern auch nur in die Nähe einer dieser Gäule bewegen kann“, meinte sie eingeschnappt und blickte provokant zur Seite. Auf die restlichen Worte der Elfe ging sie erst gar nicht ein, fast so, als wären diese bei einem ihrer Ohren hinein und beim anderen wieder hinaus gewandert.

Modifié par Kaysallie, 11 novembre 2012 - 10:34 .


#2685
Aliens Crew

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Vernita verschloss den Wasserschlauch wieder mit dessen Korken, nachdem sie dem Dämon daraus hatte trinken lassen. Die Antwort dieses Wesens überraschte sie im ersten Moment, so dass sie erst kurz nachdenken musste, bevor sie darauf antwortete.
 
„Sicher bin ich um dein Wohlergehen besorgt“, meinte sie dann mit einem leichten Lächeln. „Immerhin bewohnst du den Körper der Frau, die ich liebe. Und ich würde es nur sehr ungern sehen, wenn diesem Körper etwas zustoßen würde…immerhin haben wir beide ja eine Vereinbarung, nicht wahr?“
 
Das Lächeln wurde noch etwas breiter, während sie ihrem Gegenüber direkt in die Augen blickte. „Und die Fesseln sind nun mal leider notwendig, wenn ich daran zurückdenke, auf welche Weise du mir letzte Nacht deine Zuneigung unter Beweis stellen wolltest, indem du mir eine Klinge in den Leib rammst. Und da musste ich eben eine Entscheidung treffen…und zwar dich entweder zu fesseln oder zu töten. Die Tatsache, dass du noch lebst, sollte dir eigentlich als Beweis genügen, dass ich um dich besorgt bin.“
 
Die Elfe hob die Hand und strich mit ihrem Handrücken sanft über Miandras Wange. „Jetzt muss ich dir nur noch vertrauen können, dann könnten wir auch auf diese albernen Fesseln verzichten. Wenn es doch nur schon so weit wäre…“
 
 

#2686
Kaysallie

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„Vereinbarung?“ wiederholte sie etwas verwirrt. Wovon sprach diese Elfe nur? Ihre Stimmung schwankte in eine andere Richtung, als sie sich an den gestrigen Abend zurückerinnerte… und an diese lächerliche Niederlage. Mürrisch aber auch ernst fuhr sie fort, was man einerseits an dem erneuten Wechsel der Anrede merkte und andererseits daran, dass jede Spur von Lust aus ihr gewichen schien. Doch diese war ständig in ihr, schrie mit jeder Faser ihres Körpers nach Berührungen an ihrer Haut, sehnte sich nach der Wärme eines anderen Körpers, jederzeit, wie ein Fluch oder ständiger Begleiter, den man nur mit Mühe unterdrücken konnte. Die meisten Dämonen waren nicht zu solch Handlungen im Stande, auch für sie war es kein Leichtes dies zu tun, doch die jahrelange Einsamkeit dieses Ortes hatte ihr damit umzugehen gelehrt.
„Hätten wir so etwas, dann wüsste ich davon. Und dann würde ich auch nicht gefesselt an einem Baum hängen wie ein dämlicher Köter, so viel steht fest, denn solche Vereinbarungen, wie Ihr es nennt, treffe ich nicht. Aber mein Angebot steht nach wie vor. Zwei Seelen und Euer Püppchen ist wieder da, ohne geistige Schäden davon getragen zu haben, Ihr geht Eure Wege und ich den meinen. Aber da Ihr ja Bange habt mir so etwas wie Vertrauen entgegenzubringen, missachtend, dass ich bei meinem Vorschlag dies doch ebenfalls tun muss, nur weil ich mir gestern eben Eure Seele holen wollte, als sie sich mir so einfach anbot, habt Ihr beschlossen mich einfach mitzuschleppen, ohne meine Einwilligung, schon vergessen? Also redet nicht von einer Vereinbarung.“

Sie legte eine kurze Pause ein, in der sie tief durchatmete. Diese jämmerliche, fast menschenähnliche Wut kam erneut in ihr hoch, doch auf ein solch minderes Niveau würde sie sich kein weiteres Mal herablassen. Ruhiger, als bei ihren letzten Sätzen, führte sie weiter aus, Vernita dabei fest in deren fast pechschwarze Augen blickend, keine Scheu davor zeigend, dass sie hier eigentlich am kürzeren Ast saß. „Und wärt Ihr um das Wohlergehen dieser Frau besorgt, dann hättet Ihr meinem Angebot längst eingewilligt. Was auch immer Ihr darunter versteht, ich verstehe etwas anderes. Aber reitet ruhig noch länger auf Kleinigkeiten wie Vertrauen herum, welches man ohnehin niemanden vollständig schenken kann, auch so kann der Tag vergehen. Ich habe alle Zeit der Welt. Ihr jedoch nicht, wie mir bekannt ist. So lange sucht Ihr schon nach diesem Mädchen, wie tragisch es doch wäre, wenn seine Seele bereits ins Nichts übergetreten wäre, oder kurz davor stünde und Ihr Eure Zeit hier vertrödelt. Die Reise könnte sofort weitergehen, Ihr müsst es nur wollen.“

Ein schmales Lächeln legte sich auf ihre Lippen, wissend, dass Rhetorik mit dieser Person keinen Sinn hatte, geschweige denn auch nur mit ihr zu verhandeln. Dennoch sprach sie wenig später betörend weiter, vielleicht auch nur, weil ihre innere Wollust in jenem Moment die Überhand ergriff und diese sich auch auf viel mehr besann, als nur auf den Austausch von Zärtlichkeit. „Aber ich sehe schon, viel zu stur und voreingenommen seid Ihr, um Euch darauf einzulassen. Doch könnte ich Euch noch ein paar Kirschen auf den Kuchen legen… Wie wäre es, wenn ich Euch ein paar Dinge über diese Frau erzähle, die Ihr zu lieben vorgebt. Gedanken, die sie Euch verschweigt. Fragen, die schon lange auf Eurer Zunge brennen und nie beantwortet wurden. Wer weiß, vielleicht wollt Ihr sie ja gar nicht zurück haben, wenn Ihr wisst, was ich weiß. Dann könnten wir natürlich alle sofort unserer Wege gehen und viel Leid und Mühe blieben erspart. Außer für Euch höchstwahrscheinlich. Aber vielleicht gefällt Euch auch, was ich sage, nun, das vermag ich dummer, kleiner Dämon schließlich nicht zu deuten.“

Modifié par Kaysallie, 13 novembre 2012 - 01:43 .


#2687
Aliens Crew

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„Nun“, meinte Vernita langgezogen, wobei ihre Augen einen kalten Ausdruck annahmen. Auch ihr Lächeln verflog so schnell wie es gekommen war und hinterließ ein Gesicht wie aus Stein gemeißelt. „Du behauptest, die Frau zu kennen, deren Körper du übernommen hast, doch hast du durch sie anscheinend nichts über mich gelernt. Sonst hättest du längst kapiert, wie glücklich du dich eigentlich schätzen solltest, noch am Leben zu sein. Denn normalerweise mache ich mit jedem, der sich gegen mich stellt, kurzen Prozess.“
 
Wieder legte sich ein Lächeln auf Vernitas Lippen, doch war dieses keineswegs freundlich, sondern steckte voller Argwohn und Hinterlist. Und auch ihre Augen strahlten noch immer dieselbe Kälte aus wie zuvor. „Aber nur zu. Erzähl mir etwas über Miandra, wenn du meinst, das tun zu müssen“, sprach sie in einem gefährlich leisen Ton weiter. „Vielleicht schaffst du es ja tatsächlich, dass ich diese Frau nicht mehr zurück haben möchte, doch solltest du dabei bedenken, dass du dann höchstwahrscheinlich auch nicht mehr in derselben glücklichen Lage sein wirst, in der du dich momentan befindest. Denn sollte ich mich wirklich dazu entschließen, auf Miandra zu verzichten, warum sollte ich mich dann weiterhin mit dir abgeben, kannst du mir das verraten?“
 
Die Elfe zog einen der Dolche, welche die schwarzhaarige Frau ihr geschenkt hatte und spielte damit vor den Augen des Dämons herum. „Meine Sorge um Miandra ist der einzige Grund, weshalb wir überhaupt miteinander sprechen. Sollte diese Sorge für sie in Gleichgültigkeit oder sogar Ablehnung umschlagen, ist es um dich geschehen. Und wenn ich dazu eines meiner Schwerter benutze, dann gilt das nicht nur für den Körper, den du im Augenblick bewohnst, sondern auch für deine gesamte Existenz. Das kannst du mir nun glauben oder auch nicht. Das liegt ganz bei dir. Leider kannst du keinen anderen Dämon danach fragen, denn es gibt keinen mehr, der dir etwas darüber erzählen könnte. Und was unsere Vereinbarung angeht, kann ich dir unseren Handel gerne noch einmal aufzeichnen, falls du es nicht verstanden haben solltest…ich besorge dir einen neuen Körper, und du sorgst dafür, dass es Miandra bis dahin gut geht. Alles klar soweit? Kann ich jetzt losgehen und eine Trage für dich bauen, oder möchtest du dieses Spielchen noch ein wenig weiterspielen? Wie du weißt, ist unsere Zeit recht knapp bemessen. Und außerdem finde ich, wir sollten unsere gemeinsame Zeit genießen und uns nicht in offenen oder versteckten Drohungen verlieren, findest du nicht auch?“
 
Bei ihren letzten Worten zwinkerte die Elfe ihrem Gegenüber zu.
 
 

#2688
Kaysallie

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Sie sah die Kälte und das Misstrauen in jedem der Züge ihres Gegenübers und musste darüber müde lächeln. Kurz darauf lehnte sie den Kopf etwas schräg zur Seite, wodurch ihr Lächeln zu einem schiefen und gehässigen Grinsen wurde. Ihre Augen, verdeckt von ein paar dünnen Haarsträhnen, funkelten dabei wie die einer Irren, oder auch einfach nur wie die eines Dämons.

„Die Gründe, wieso ich das tue, können Euch doch egal sein und sind eigentlich meine Sorge, oder? Es war nur ein Zusatzangebot. Aber da Ihr mir keine Gegenleistung dafür geben wollt, wie etwa das Lockern dieser Fesseln, werde ich Euch auch nichts über ihre Gedanken, Wünsche und Euch erzählen.“

Verärgerte Falten legten sich zwischen ihre Augenbrauen aufgrund eines bestimmten Wortes, welches Vernita in den Mund genommen hatte und das Grinsen verwandelte sich nach und nach in eine leere und gleichzeitig durchdringende Maske. Die Elfe behauptete also, dass sie ihr einen neuen Körper verschaffen wollte. Warum nun doch plötzlich? Zuvor war sie diesem Angebot immer mit Ablehnung entgegen getreten. Kam sie nun doch endlich zur Erkenntnis, dass es keinen anderen Weg gab? Oder hoffte sie auf etwas anderes?

„Ein Handel wird normalerweise mit einem Handschlag geschlossen, nicht nur in meiner Welt“, forderte sie mit einer solch kühlen und tonlosen Stimme, dass es für den Augenblick so schien, als hätte sich niemals eine hinterlistige Bestie wie ein Parasit in diesem Körper versteckt, da sie so täuschend ähnlich jener von Miandra klang und vereint mit ihrem melancholischen Gesichtsausdruck, der die Elfe stechend fixierte, die Frau selbst hätte sein können.

Doch nur zwei Herzschläge darauf verflog dieser groteske Moment mit all seiner scheinbaren drückenden Stille, wie man sie nur von einem Friedhof kannte, als sich erneut ein breites Lächeln auf ihre Lippen legte.

„Und für genießen bin ich doch immer zu haben, das solltest du doch wissen“, meinte sie in einer so vertraulichen und lieblichen Tonlage, als hätte die Unterhaltung davor niemals stattgefunden. Einzig ihr immer währendes hinterlistiges Grinsen und das gefährliche Glitzern ihrer blauen Iriden erinnerten daran, dass all dies nur ein oberflächlicher Schein war.

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#2689
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„Ein Handschlag, also“, erwiderte Vernita mit einem schiefen Grinsen und in einem abschätzigen Tonfall. „Das hättest du wohl gerne. Ich fürchte, es wird ohne gehen müssen. Und jetzt entschuldige mich...ich habe noch zu tun.“
 
Die Elfe stand auf, während ihr Grinsen noch breiter wurde, und sie dabei auf die gefesselte Frau herabblickte. „Lauf nicht weg. Ich bin gleich wieder da“, meinte sie noch ironisch, bevor sie sich umwandte und im Busch in Richtung des Teiches verschwand. Zuvor machte sie aber noch einen Abstecher zu den Packpferden, wo sie aus einem der Packtaschen eine kleine Holzaxt herauskramte.
 
Während sie so durch das Unterholz schritt, zerfaserte ihr Grinsen mit einem Schlag und machte einer sehr besorgten Miene platz. Krampfhaft überlegte sie, was sie nun mit Miandra tun sollte. Und wie sie den Dämon aus ihr raus und die echte Frau wieder zurück bekommen sollte. Alles wäre so einfach, würde sie die Schwarzhaarige nicht so sehr lieben. Ein kurzer Schnitt mit dem Messer, dann ein paar Schläge mit dem Kurzschwert, und der Spuk wäre vorbei. Aber so.
 
Zum Turm konnten sie nicht...und zu den Templern ebenso wenig. Beides würde Miandras Tod bedeuten, und falls dieser unvermeidlich werden sollte...dann würde Vernita das selbst in die Hand nehmen, anstatt einen Fremden diese schwere Aufgabe bewältigen zu lassen. Aber vielleicht gab es noch Hoffnung. An diesem Handelsposten trafen sich viele Reisende aus aller Herren Länder. Möglicherweise fanden sie dort jemanden, der ihnen helfen konnte. Die Elfe legte alle Hoffnung in diesen Gedanken.
 
Kurz darauf erreichte sie den kleinen Teich. Für eine kurze Weile blieb sie einfach dort stehen und starrte verloren auf die klare, reine Wasseroberfläche, welche sich sanft durch einen Windhauch bewegte. Schließlich sank Vernita neben dem Ufer auf die Knie, legte die Axt zur Seite und tauchte ihre Handflächen in das kühle Nass des Teiches. Für einen zeitlosen Augenblick blickte sie geistesabwesend auf ihre Hände, welche sie zu einer Schale aneinandergelegt hatte, und auf das Wasser, welches sie damit geschöpft hatte.
 
„Ich werde dich nicht aufgeben, Miandra!“ sagte sie schließlich entschlossen zu sich selbst. „Niemals werde ich das tun!“
 
Anschließend schaufelte sie sich mehrmals das kalte Wasser ins Gesicht und wusch sich damit die Müdigkeit und den ganzen Ärger aus ihrem Körper. Danach stützte sie sich auf den Boden ab, prustete zweimal, wobei sie leicht den Kopf schüttelte, bevor sie wieder mit tropfnasser Haut und Haaren erneut auf die Teichoberfläche blickte. Nach einem kurzen Moment sah sie schließlich zur Seite, wo ihr Augenmerk auf die kleine Axt fiel, die neben ihr lag.
 
„Dann wollen wir mal!“ meinte sie mit fester Stimme, ergriff den Stiel des Werkzeugs und stand auf. Die Elfe ging zum nahen Unterholz und suchte nach einigen Bäumen mit schmalen Stämmen. Nach kurzer Zeit entdeckte sie eine noch junge Eiche, welche gerade mal etwa zwei Meter hoch war. Zufrieden nickte Vernita, bevor sie damit begann, den Baum zu fällen. Nach ein paar wuchtigen Schlägen gab er schließlich kracksend nach und kippte zur Seite hin um. Sie befreite den gefällten Stamm von den Ästen und der Baumkrone, bevor sie ihn zum Teich zurückschleppte. Dann suchte sie weiter.
 
Ein zweiter Baum war schnell gefunden und gefällt. Ein dritter folgte bald darauf. Anschließend nahm sie die Stämme mit und machte sich auf den Rückweg zum Lager. Dort stellte sie fest, dass Erik und Leanora bereits alles wieder verstaut hatten und schon auf sie warteten.
 
„Ah, gut...ihr seid auch soweit. Dann könnt ihr mir helfen, eine Trage für Miandra zu bauen. Ich benötige Seil und mehrere dicke Decken“, meinte sie zu den beiden gewandt, bevor sie wieder zu der schwarzhaarigen Frau herüber blickte. „Hast du gehört, Dämon. Wir werden dich auf einer Trage befördern. Und jedem, dem wir begegnen, sagen wir, dass du krank bist und wir dich zu einem Heiler bringen wollen. Um deinetwillen solltest du dabei mitspielen, falls du nicht stattdessen die Dienste eines Inquisitors in Anspruch nehmen möchtest, der deine Seele reinigen wird.“
 
 
 
 

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#2690
Kaysallie

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Kein Handschlag also. Dieses Weib verlangte von ihr also einen Handel ohne Sicherheit, sie wollte, dass sie auf diesen Körper Acht gab, ohne die Garantie darauf zu haben, einen neuen zu erhalten. Wut qualmte wie Schaum in ihr hoch über diese Arroganz, diese Frechheit, die sich Vernita nahm, einem Dämon den Handschlag zu verwehren. Sie zog sie ins Lächerliche, glaubte, sie würde ohnehin darauf eingehen, weil sie keine andere Wahl hatte, da sie hier gefesselt saß, nicht fähig dazu, sich zu wehren oder zu bewegen, und das schon seit Stunden, die ihr die Glieder steif und taub werden ließen. Und diese Elfe würde ihr keinen neuen Körper verschaffen, niemals hatte sie dies in Erwägung gezogen, sonst hätte sie sich nicht so feige vor diesem kleinen Ritus gedrückt. Dies war kein Handel, war es nie gewesen, dessen war sie sich nun sicher.

Doch nun reichte es ihr, dieses Spiel wurde ihr zu mühsam und langweilte sie allmählich. Genug Demütigungen musste sie sich bereits anhören, zu wenig Spaß hatte sie dafür erhalten. Sie wollte sich bewegen, endlich raus aus diesem Wald und ein paar hübschen Burschen die Sinne verdrehen, sich wie ein Tier einfach nehmen lassen, stöhnend, schreiend nach immer mehr, und dafür heiße Küsse und Liebkosungen zurückgeben, sie wollte Spaß und Schmerz vereinen, tiefe Lust und Begierde entstehen lassen, Leidenschaft in den Augen brennen sehen, Erregung und Schweiß an ihrem Körper spüren und spüren lassen, dann diese Seelen in sich aufnehmen, deren Herzen in sich pochend fühlen, wie sie nur im Augenblick vor dieser einzigartigen Glücksmomente gequält schlagen konnten, deren Stärke aussaugen wie ein Lebenselixier, um zurück zu ihrer alten, unerschöpflichen Kraft zu gelangen.

Aber diese Gruppe würde ihr nicht, wie sie eigentlich angenommen hatte, eine amüsante Reisegelegenheit bieten, sondern verschleppte sie zu einem Handelsposten und dann wahrscheinlich weiter irgendwohin ins Unbekannte, auf der Suche nach einem Magus oder ähnlichem Gewürm, der sie austreiben konnte. Und dabei sollte sie nicht einmal ihre Reize spielen lassen dürfen? Keinen Spaß mit ein paar Männern haben? Wer glaubte diese Elfe eigentlich zu sein, ihr so etwas zu befehlen? Die Kranke sollte sie spielen, aber warum sollte sie das tun? Warum sollte sie sich fügen? Sie war eine Gefangene und nicht anders würde sie sich verhalten.

Sie würde diesem Weib zeigen, dass sie bei diesem langweiligen Spiel nicht mitmachte, dass man sie so nicht behandeln konnte, nicht behandeln durfte. Denn wenn sie keine Gegenleistung mit Gewissheit erhielt, warum sollte sie dann auf diesen Körper weiterhin aufpassen? Es wurde Zeit, ein neues Spiel zu beginnen, dieses Mal jedoch nach ihren Regeln.

Ihr Blick ging durch die Elfe und ihre Begleiterinnen hindurch, als diese zurückkehrte und sie zusammen versuchten eine Trage für sie zu bauen. Irrsinn stand ihr in den Augen, Hass und Gleichgültigkeit. Das Grinsen war verloschen, wie eine kleine Flamme vom frostigen Wind. Ganz langsam ließ sie ihren Kopf nach hinten baumeln, bis sich ihre dunklen Haare in der Rinde des Baumstammes verfingen und sie diese hart an der Kopfhaut spüren konnte. Die Augen schließend atmete sie den Waldgeruch tief ein, füllte ihre Lungen langsam damit und ließ diese ebenso langsam wieder daraus entweichen. Dann, ganz plötzlich, begann sie gell zu lachen, um die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Und während sich ihre Lippen in einem gleichmäßigen Takt auf und zu bewegten und der amüsierte Laut daraus drang, konnte sie nur noch an eines denken: Zerstörung. Sie würde diesen Körper bluten lassen für die Taten dieser Elfe. Und zwar jetzt sofort!

Ihre Augen öffneten sich wieder, auch wenn nur zu dünnen Schlitzen geformt, und grinsten Vernita aus der Ferne an, der Blick all das schreiend wie ein offenes Buch, was sie sich bereits gedacht hatte. Und dann, ohne weitere Vorwarnung, biss sie zu, jagte ihre Zähne fest in das Fleisch ihrer Unterlippe, so tief, dass sie ihr Gebiss gleich darauf aneinander spüren konnte, Nerven und Gewebe fast vollständig durchdrängt. Blut quoll zwischen den Zahnlücken hervor, floss sofort an ihrem Kinn hinab, füllte ihren Mund und vermischte sich mit Speichel. Wie ein hungriger Wolf funkelte sie aus gierigen Augen zu der Gruppe hinüber, deren geschockter Blick ihr eine andere Art von Erregung verschaffte, während sie die rote Flüssigkeit schluckte wie einen leckeren Trunk und an ihrem eigenen triefenden Fleisch lutschte, es tiefer in den Mund einsaugte und darauf kaute. Einzig der momentane Schmerz, den man ihr in keinster Weise anmerken konnte, blieb ihr selbst überlassen, doch sie sah ihn nicht als ihr eigenes Leid an, weswegen er sie erfreute und ihre Augen voller Freude aufleuchten ließ.

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#2691
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Vernita war gerade dabei einen der Stämme mit der Handaxt zu halbieren, um diese Stücke dann als Querbalken für das Kopf- und Fußende der Trage verwenden zu können, als Miandra plötzlich wie eine Verrückte zu lachen begann. Irritiert blickte die Elfe in die Richtung der schwarzhaarigen Frau, wo ihr gleich auffiel, wie diese sie mit einem irrsinnigen Ausdruck in den Augen anstierte. Und dann begann sie völlig unvermittelt damit, sich selbst in die Unterlippe zu beißen.
 
„Was zum Henker geht hier denn jetzt schon wieder ab?!?“ tobte Vernita erbost, nachdem sie den ersten Schock überwunden hatte. Ihre Gesichtszüge verzerrten sich dabei vor Wut, während sie die Axt mit einem wuchtigen Hieb  in den Baumstamm trieb und aus ihrer knienden Haltung auf die Füße sprang. Schnaubend und mit schnellen Schritten marschierte sie auf Miandra zu, welche sie mit funkelnden Augen fixierte.
 
„Was soll das? Hör sofort auf damit, hörst du?!?“ brüllte die Elfe die schwarzhaarige Frau an, als sie diese erreicht hatte. Doch diese schien nicht gehorchen zu wollen, also verpasste sie der Frau eine schallende Ohrfeige, welche deren Kopf zur Seite beförderte. „Hast du jetzt völlig den Verstand verloren?!? Was soll das werden?!?“
 
 

#2692
Bellandyrs

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Sie halfen alle zusammen. Erik und die Mädchen bauten das Lager ab, säuberten den Topf und die Teller, legten Planen und Decken zusammen und vergewisserten sich, dass die Feuerstelle komplett verloschen war. Währenddessen pflegte Leanora die Tiere, sattelte und trenste diese auf, so dass die Abreise nicht noch weiter verzögert werden musste.

Gleich darauf bat Vernita um Seile, damit sie eine provisorische Trage bauen konnten. Während an dem mobilen Reiseuntersatz für Miandra gebastelt wurde, lachte diese plötzlich hell auf. Es hörte sich jedoch eher zynisch denn fröhlich an.

Leanora blickte leicht genervt zu der Besessenen. Im gleichen Augenblick formte sich ihr Mund zu einem tonlosen Schrei, sie presste die Handflächen darauf und unterdrückte mit Gewalt den Impuls, ihren Mageninhalt wieder auszuspucken, denn dieser wollte unbedingt ihren Körper verlassen, als sie die bluttriefende Miandra sah. Das hübsche Gesicht der Frau war furchtbar entstellt, als hätte jemand mit einem groben Messer die Unterlippe abgetrennt.
Das alleine hätte der Adligen vielleicht noch nicht soviel ausgemacht, Blut und abgetrennte Gliedmaßen hatte sie auch in ihrer Schlacht gesehen. Aber was ihr den Brechreiz verursachte, war die Tatsache, dass der Dämon genussvoll darauf herum lutschte, als sei es irgendeine süße Köstlichkeit. Wieder zog sich ihr Magen zusammen, und Lea schaffte es gerade noch hinter einen der Büsche, bevor sie sich übergab.

#2693
Kaysallie

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Einige Herzschläge lang wurde alles schwarz vor ihren Augen. Ihr Kopf baumelte zur Seite und ihre Wange schien Feuer zu fangen. Einige Male hustete sie, Blut und Speichel tröpfelten dabei aus ihrem Mund heraus. Doch nur wenige Augenblicke später hatte sie sich von dem Schlag wieder erholt und lenkte ihren Blick langsam in die Richtung von Vernita, welche sie unheilvoll und stechend anstarrte, als hätte ein Dämon des Zorns von ihr Besitz ergriffen. Aber niemand wusste besser über die mindere Intelligenz dieser Wesen Bescheid als sie. Sie griffen ihre Feinde mit der größtmöglichen Macht an, die sie besaßen, solange bis dieser verging. Zudem waren sie hässlich, furchtbar hässlich und anwidernd. Welch interessante Parallelen sie doch gerade entdeckt hatte.

„Wieso regt… Ihr Euch denn so auf?“ nuschelte sie schließlich zynisch, die Unterlippe kaum bewegend. „Kein Handschlag… kein Handel… also kann ich tun… und lassen… was ich will“, murmelte sie stur und den Vorfall als Nichtigkeit betrachtend weiter. Doch selbst jetzt, wo ihr halbes Gesicht von Blut verschmiert war, ihre Lippe anschwoll und deren Mundbewegungen kaum noch zu erkennen waren, konnte man dennoch anhand der dünnen Falten, die sich wie die Wellen an einer Wasseroberfläche neben ihren Augen bildeten, erkennen, dass ein hündisches Grinsen ihr Gesicht überzog, welches sich köstlich amüsierte über die Wut der Elfe.

#2694
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Die Wut wich nach der Antwort des Dämons aus Vernitas Gesicht. Zuerst verwandelten sich ihre Züge in eine Maske der Verständnislosigkeit, bevor sich ein breites Grinsen auf ihre Lippen legte. Kurz darauf brach sie in schallendes Gelächter aus.
 
„Das….das…ist alles?!?“ prustete sie während ihres Lachanfalls hervor. Sie stützte sich mit ihren Händen auf ihren Knien ab, während sie zu Boden starrte und nicht mehr aufhörte zu lachen. Tränen bildeten sich dabei in ihren Augen und auch ihre Gesichtshaut lief dunkler an, als sie es ohnehin schon war. Es dauerte eine Weile, bis sie sich wieder beruhigt hatte. Und als sie dann wieder in Miandras blutiges Antlitz blickte, musste sie sich sehr zusammenreißen, um nicht erneut einen Anfall zu bekommen.
 
„Dir ist vermutlich nicht einmal klar, dass du dich gerade wie ein bockiges Kind verhältst, schätze ich mal“, meinte die Elfe amüsiert, während sie sich die Tränen aus dem Gesicht wischte. „Dafür dass ihr Dämonen der Wollust als so intelligent eingestuft werdet, benimmst du dich im Moment ziemlich töricht. Falls du dein Leben als Mensch nicht innerhalb kürzester Zeit wieder einem jähen Ende entgegensehen willst, nachdem sich unsere Wege getrennt haben, solltest du schnell lernen, dass es hier in unserer Welt nicht nur nach deinem Willen geht. Denn ansonsten sticht irgendjemand deinen Wirtskörper einfach ab oder du wirst sogar noch als Dämon enttarnt, was dir einen netten Besuch der Templer bescheren wird. So oder so, du wirst begreifen müssen, dass du dich unseren Gepflogenheiten anzupassen hast…oder eben die Konsequenzen tragen müssen.“
 
Vernitas Miene wurde wieder ernster und nahm einen grübelnden Ausdruck an. „Was mich zu einem anderen Punkt bringt...was soll ich jetzt nur mit dir machen? Du bestehst auf diesen Handschlag? Gut, du sollst ihn bekommen...aber nicht jetzt. Ich habe im Moment keine Zeit, dich von deinen Fesseln zu befreien, nur um ihn dir zu geben. Das können wir heute Abend erledigen, wenn du das unbedingt willst. Wir können den Handelsposten jetzt eh nicht mehr vor morgen erreichen. Dafür werden wir nicht schnell genug reisen können. Allerdings ist da noch was anderes...“
 
Die Elfe ging in die Hocke und nahm einen der etwas dickeren Äste auf, welchen sie von einem der Stämme abgehackt hatte. „Ich hatte eigentlich vor, dir, als Zeichen meines guten Willens, den Knebel für den heutigen Reisetag zu ersparen. Jedoch scheine ich dich ja keine fünf Minuten aus den Augen lassen zu können, ohne das du irgendeinen Blödsinn veranstaltest oder dich wie eine irre Stute aufführst. Und da ich nicht will, dass du Miandras Körper weiter misshandelst, werde ich dir wohl oder übel einen Stock als Knebel zwischen den Zähnen festbinden müssen, um weitere Übergriffe deinerseits ihr gegenüber zu ersparen. Oder du versprichst mir jetzt, dass du vernünftig sein wirst, als Zeichen deines guten Willens. Dann könnte ich es in Erwägung ziehen, auf diese wirklich unangenehme Maßnahme zu verzichten. Also, was sagst du dazu? Kommen wir ins Geschäft?“
 
Nun grinste Vernita ihr Gegenüber wieder hämisch an, während sie den kurzen Ast in der Hand wiegte.
 
 

#2695
Kaysallie

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Wie es eigentlich zu erwarten war, nahm diese Elfe sie weiterhin nicht ernst. Ihr linkes Auge begann zu zucken vor Ärger und sie spürte den Drang danach Vernita das Blut ins Gesicht zu spucken, das ihren Mund erneut füllte, als diese sich ihr mit dem Stock näherte. Noch nie hatte sie in so kurzer Zeit einen solchen Hass gegen ein anderes Wesen entwickelt. Sie, die Wollust, konnte sich normalerweise auf jeden und alles einlassen, egal was es dafür zu tun galt, sie tat es. Nie spielten andere Gefühle, wie die Sterblichen sie nannten, dabei eine Rolle. Es gab immer nur ein Ziel, nur einen Grund und nichts, das ihr im Weg stand.

Doch allmählich dämmerte es ihr: dieser menschliche Körper war die Ursache für ihre Empfindungen. Sie hätte sich sofort, nachdem sie in diese Welt übergetreten war, über die Männerwelt hermachen sollen, wie es auch geplant gewesen war, um deren Seelen an sich zu reißen. Doch selbst der erste hübsche Bursche war ihr durch die Lappen gegangen, nur wegen diesem Weib, das vor ihr stand und sie veralberte. Die Zeit wurde also knapp...

Sie schluckte das Blut angestrengt hinunter. „Sieht so aus, als müsste ich diesen Körper tatsächlich erst verlassen, damit Ihr begreift, dass er mir weitaus weniger wert ist, als Ihr denkt. Wenn ich nicht bekomme, was ich will, dann kann ich ebenso gut wieder gehen“, beharrte sie weiterhin auf ihrer Meinung. Das spielerische Grinsen war verschwunden, denn es war kein Spielchen mehr.

Todernst fuhr sie nach einer kurzen Pause fort, in der sie das Gesicht immer wieder eigenartig verzog, als würde dies etwas gegen das Blut bringen, das noch immer über ihr Kinn rann, und erstaunlicherweise sprach sie trotz der Wunde an der Unterlippe recht zügig und verständlich. Der Schmerz schien sie kaum zu behindern. „Aber ich gebe Euch die Gelegenheit das zu überdenken bis heute Abend. Sollte ich dann immer noch keinen neuen Körper, diesen hier in Freiheit oder einen abgeschlossenen Handel über einen neuen verfügen, dann werde ich einfach verschwinden, noch ehe Ihr Gelegenheit dazu haben werdet, mich mit Eurem ach so tollen Zahnstocher aufzuspießen. Und bis dahin… werde ich von mir aus bei Euren erbärmlichen Spielchen mitmachen. Aber wenn Ihr glaubt, mich verarschen oder weiterhin so behandeln zu können, dann habt Ihr Euch getäuscht… Und das ist ein Versprechen.“

#2696
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„Ich denke, das brauchen wir dann doch nicht“, meinte Vernita mit grinsend, während sie den Stock einfach aus ihren Händen gleiten ließ, woraufhin dieser zu Boden fiel. „Sieh es als eine Art Geschenk von mir an.“
 
Im nächsten Augenblick wurde ihr Gesicht sehr ernst, so dass es ihrem Gegenüber klar sein musste, dass sie nun keine Scherze mehr machte. „Einen neuen Körper kann ich dir nicht versprechen. Nicht bis heute Abend. Wir kommen an keiner bewohnten Gegend vorbei, also werden wir vermutlich auch niemanden treffen, dessen Körper du übernehmen könntest. Und selbst wenn doch, so ist die Wahrscheinlichkeit doch eher gering, dass es auch eine Frau sein wird, die deinen Anforderungen entspricht. Denn du wirst dich sicher nicht mit der Hülle einer ausgedienten Dirne zufrieden geben, schätze ich mal. Also wirst du dich wohl oder übel in Geduld üben müssen.“
 
Dann zog die Elfe die Augen noch enger zusammen, während sie weitersprach. „Und wo wir gerade bei den Versprechen sind, so kann ich dir auch eins geben. Solltest du je auf die Idee kommen, diesen Körper zu verlassen, ohne mir die Frau zurückzugeben, die ihn einst besaß, dann werde ich dich jagen, auch wenn das den Rest meines Lebens beanspruchen sollte. Und ich finde dich, verlass’ dich drauf! Und dann wirst du dir wünschen, wir wären uns niemals begegnet! Vergiss das niemals, Abschaum!“
 
Vernita sah für einen Moment zur Seite, wobei sich ihre Gesichtszüge wieder etwas entspannten. „Es wird sich gleich jemand um deine Verletzung kümmern. Und dann müssen wir auch weiter. Sonst sitzen wir noch hier herum, wenn es wieder dunkel wird“, sagte sie deutlich ruhiger, bevor sie aufstand und sich abwandte.
 
Ein Blick in die Runde zeigte ihr, dass Leanora nicht mehr bei ihnen war. Die Elfe verdrehte kurz die Augen, bevor sie sich auf die Suche nach der blondhaarigen Frau machte. Zu Erik gewandt meinte sie nur: „Halte dich ja von ihr fern, verstanden?“
 
Sie wartete nicht einmal auf eine Antwort, sondern setzte sich sogleich in Bewegung. Lange musste sie aber nicht nach Leanora Ausschau halten, da fand sie diese auch schon auf ihren Knien hinter dem nächsten Gebüsch vor einer kleinen Lache ihres eigenen Erbrochenen. Fürsorglich legte sie der Adeligen ihre Hand auf die Schulter.
 
„Geht’s wieder?“ fragte sie besorgt. „Wenn du deinen Ekel überwunden hast, könntest du dich dann um Miandras Verletzung kümmern? Oder möchtest du lieber mit Erik zusammen die Trage bauen? Dann übernehme ich das eben.“
 
 

#2697
Bellandyrs

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Ihr Magen rebellierte. Viel konnte er nicht hergeben, von daher würgte sie zuletzt nur noch Galle. Völlig entkräftet hockte sie auf allen Vieren, als Vernita ihr die Hand auf die Schulter legte. Bleich wie eine frisch getünchte Wand rappelte sich Leanora hoch.

„Entschuldigt bitte, das war gerade ein wenig… zuviel“, versuchte sie ihre Schwäche in Worte zu fassen. „Ich möchte mir nur eben den Mund ausspülen, dann kümmere ich mich um die Verletzung. Baut Ihr ruhig die Trage fertig, ich denke, darin habt Ihr geschicktere Hände als ich.“

Ohne eine Antwort abzuwarten, ging sie zurück zu ihrem Trinkschlauch, schüttete etwas Wasser in die Handfläche und spülte ihren Mund aus. Der ekelhafte Geschmack ließ sich jedoch mit Wasser nicht vertreiben und angewidert verzog sie das Gesicht.
„Ist noch etwas Wein hier?“ fragte sie Erik, welcher nickte und ihr kurz darauf das Gefäß hinhielt. Dankbar nahm sie daraus einen kräftigen Schluck und wiederholte die Prozedur des Spülens, bis sie endlich den Geschmack des Weins in ihrem Mund hatte. Statt diesen zu schlucken, spuckte sie den Rest davon auf den Boden. Alkohol zu früher Stunde auf nüchternen Magen konnte nicht gut sein.

Schließlich wühlte sie in ihren Satteltaschen herum, zog daraus Nadel, einen dünnen Garn, und etwas hochprozentigen Alkohol hervor, sowie saubere Tücher aus Leinen. Sie holte tief Luft und begab sich mit den Utensilien zu der verletzten Frau.

Während sie den Weg beschritt, überlegte sie. Tiefere Fleischwunden bei Pferden hatte sie schon versorgt. Aber das zarte Gewebe um die Mundpartie zu nähen würde eine Herausforderung werden. Ohne Narben würde das nicht machbar sein. Gedanklich legte sie sich schon einen Plan zurecht, wie die Nähte gesetzt werden sollten, als ihr plötzlich die Begegnung mit Andraste einfiel. Hatte ihr diese nicht versprochen, sie würde heilen können? Kurzfristig kam sie aus dem Schritt, bevor sie weiterging. Lea hatte keine Ahnung, wie das vor sich gehen sollte. Aber einen Versuch war es wert.

Letztlich hatte sie die dunkelhaarige Frau erreicht, die sie eingehend musterte. Leanora konnte den Blick nicht deuten, er konnte gelangweilt sein, aber genauso gut auch lauernd, erfreut oder wütend. Es war ihr herzlich egal. Ihr Blick hatte die Wunde fokussiert, welche der Dämon Miandras hübschen Gesicht zugefügt hatte. Sie kniete sich vor der Frau hin.

„Da habt Ihr ja ganze Arbeit geleistet“, fauchte sie das Wesen nicht gerade freundlich an. „Es blutet noch immer, wie ich da die Unterlippe wieder annähen soll, ist mir wahrlich ein Rätsel!“

Würde es richtig sein, einen Dämon zu heilen? Würde Andraste es gut heißen, ihre kostbare Gabe an solch Gezücht zu verschwenden? Andererseits war das immer noch der Körper von Miandra, und auch wenn sie zu der Frau nicht sonderlich viel Kontakt hatte und ihre Beziehung mehr höflich denn freundschaftlich verlief, so würde Leanora es nicht zulassen, dass die Frau auch noch sichtbare Schäden des Dämons davon tragen würde, solange es noch Hoffnung gab, dass sie diesen aus dem Körper der Dunkelhaarigen vertreiben konnten.

Resignierend schüttelte sie den Kopf. „Also schön, solang das blutet, hat Nähen keinen Sinn. Fühlt Euch geehrt, Ihr seid nun mein Versuchskaninchen.“

Nachdem sie keine Ahnung hatte, wie viel Zeitspanne ihres Lebens abgezogen würde, war das Ganze für die Adelige eine Gratwanderung. Sie hatte nicht gerade Lust, dass sie ihr Leben um Jahrzehnte verkürzte, nur um eine, von einem Dämon besessene Frau, zu heilen.

„Nun gut, versuchen wir es“, machte sie sich selber Mut und legte ihre rechte Hand auf Miandras Kinn. Gebannt starrte sie auf die Lippe, aber diese blutete lustig weiter. So wurde das also nichts. Leanora überlegte kurz, schloss die Augen und konzentrierte sich. Letztlich war nur noch ein einziger Gedanke in ihr: Dass die Blutung stoppte und die Unterlippe sich soweit wieder an das Gewebe band, dass der Rest von selber heilen konnte. Sie sah es direkt vor sich, wie das Blut endlich aufhörte, aus der Wunde zu strömen, und die im Gewebe entstandenen Löcher sich langsam schlossen und soweit mit der Haut wieder verwuchsen, ohne auch nur eine einzige Narbe zurückzulassen, die empfindliche Mundpartie jedoch trotz allem noch etwas wund war. Nur die oberste Hautschicht, innen wie außen, ließ sie gedanklich zusammenwachsen.

Als sie die Augen wieder aufmachte, ließ sie einen spitzen Schrei los. Fassungslos starrte sie auf das Ergebnis. Es war genauso ausgefallen, wie sie sich in Gedanken vorgestellt hatte - die Lippe war lediglich stark geschwollen, aber sonst sah man kaum noch etwas von der schweren Verletzung. Hektisch blickte sie auf ihre Hände, ob es Anzeichen gab, dass sie um Jahre gealtert war, fand aber nichts, außer dem restlichen Blut, welches ihr in der Handinnenfläche klebte. Ihr Handrücken sah noch genauso aus wie zuvor.

„Ich glaube, es sollte soweit wieder gehen“, stammelte sie. „Kommt nur nicht auf die Idee, so etwas noch mal zu tun, ich lasse Euch bei einer Wiederholung elendig verbluten, das schwöre ich bei allem, was mir heilig ist.“

Dass diese Heilung sie dennoch geschwächt hatte, bemerkte sie erst, als sie aufstand. Ihr Kreislauf spielte völlig verrückt, sie sah dunkle Flecken statt der Landschaft, und was von dieser noch zu sehen war, nahm sie nur verschwommen wahr. Dazu durchfuhr sie ein stechender Schmerz in ihrer Stirn, genau zwischen den Augen, so dass sie sofort wieder vornüber auf die Knie auf den Boden sackte, wo sie die Hände in ihren Nacken legte und heftig atmete, die Augen dabei geschlossen. Was passierte im Moment nur mit ihr? Panische Angst überkam sie. Welchen Tribut musste sie nun bezahlen? Tränen sammelten sich in ihren Augen, bevor sich diese ihren Weg über ihre Wangen suchten.

#2698
Kaysallie

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‚Das werden wir ja noch sehen…‘, dachte sie hämisch bei sich, als sich die Elfe von ihr entfernte. Mit neugierigen Blicken verfolgte sie Vernita, bis diese schließlich im Dickicht verschwand. Nur wenig später trat die Jungfrau aus derselben Richtung hervor, doch ihre sonst so gesunde Gesichtsfarbe und zarte Haut hatte einen eher blassen Ton angenommen. Skeptisch zog sie eine Augenbraue etwas nach oben, als sich ihr die junge Frau weiter näherte. Was hatte die denn nun wieder vor?

Abwertend beobachtete sie Leanora weiter und auch deren Wut kaufte sie ihr nicht wirklich ab. Doch als diese das Wort „Versuchskaninchen“ in den Mund nahm, zeichnete sich Neugier und leichte Verwirrung auf ihrem Gesicht ab. Sie musste einige Zeit nachgrübeln und in den Erinnerungen ihres Wirtskörpers stöbern, um zu verstehen, was die Frau damit meinte. Doch noch ehe sie eine Antwort fand, berührte Leanora ihr Kinn und stirnrunzelnd verfolgte sie das weitere Geschehen. Aber es gab nicht wirklich etwas zu sehen, außer einer blonden Frau mit geschlossenen Augen, und sie stand kurz davor ihre Langeweile kundzutun. Doch dann plötzlich spürte sie etwas. Erst nur ein leichtes Kribbeln, dann ein spannendes Ziehen, das schnell in ein höllisches Jucken überging, als hätte sich eine Kruste an jener Stelle gebildet, die sie gerade eben fast durchgebissen hatte. Es fühlte sich an, als würde sich diese tiefe Wunde in rasender Geschwindigkeit verschließen und das Gewebe heilen. Nein, es fühlte sich nicht nur so an, es war tatsächlich der Fall. Und dies konnte eigentlich nur eines bedeuten…

War sie eine Magierin!? Jedes noch so feine Härchen ihres Körpers stellte sich vor Furcht auf und verwehrte es ihr Luft zu holen. Aus vor Schock geweiteten Augen, der ihren Gedankenfluss wie ein Staudamm blockierte, starrte sie Leanora an, während ihre Zunge die nun fast völlig geheilte Lippe ungläubig abtastete. Aber sie konnte keine Magierin sein, dies war unmöglich! Und schließlich dämmerte es ihr. Schwach waren die Erinnerungen an den Moment – scheinbar waren sie ihrer Wirtin nicht sonderlich wichtig gewesen – an dem die Seele dieser Frau bereits das Nichts betreten hatte, eigentlich um für immer an diesem Ort zu währen. Dies musste der Grund sein. Und tatsächlich… ein milder Hauch des Duftes ihrer Heimat haftete an dieser Person, so schwach, dass jeder andere grässliche Gestank dieser Welt ihn überdeckte, wenn es keinen Grund gab darauf zu achten. Irgendetwas muss mit dieser Frau geschehen sein… irgendetwas hatte diese aus dem Nichts mitgenommen, auch wenn sie nicht verstand, wie dies überhaupt möglich sein konnte.

Doch dann ergriff Leanora ein letztes Mal das Wort und drohte ihr kraftlos, wodurch sie wieder daran erinnert wurde, was hier eben eigentlich passiert war. Diese Frau hatte ihre Lippe geheilt und dafür scheinbar etwas eingebüßt – ihrem nun schwächlichen Verhalten nach zu urteilen. Der Schock und die Überraschung wichen aus dem Antlitz der schwarzhaarigen Frau so schnell wie sie gekommen waren und verwandelten sich in ein zitterndes Grinsen, das einem Ausbruch von Gelächter nicht länger standhalten konnte. Und so lachte sie erst höhnisch und schrill, dann herzhaft und erleichtert bis sich Tränen in ihren Augen bildeten und ihr beinahe die Luft ausging. Ihre eben noch aschfahlen und entgeisterten Wangen verfärbten sich dunkelrot, wie die eines Trunkenen, und schließlich musste sie husten, als es kein Lacher mehr über ihre Kehle schaffte und diese rau wie Gestein wurde. Doch kaum war der Hustreiz wieder beruhigt, lachte sie weiter, immer spöttischer und heiterer.
„Ihr dämliches Weib!“ gackerte sie zwischendrin, als ihr Gelächter endlich einem Ende näher schien. „Was für eine Verschwendung!“
Weiter begründete sie ihre Kommentare dann jedoch nicht, sondern lachte stattdessen sichtlich amüsiert weiter.

Modifié par Kaysallie, 02 décembre 2012 - 01:07 .


#2699
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Vernita folgte Leanora zurück zu ihrer Lagerstätte. Doch nur bis zu den Baumstämmen, in denen noch die Handaxt steckte. Diese zog sie erneut heraus und setzte ihre Arbeit fort, diese in Stücke von brauchbarer Länge zu hacken. Dabei warf sie zwischendurch immer wieder einen Blick in Leanoras Richtung, welche erst mit dem Dämon sprach und anschließend ihre Hand auf deren Lippe legte. Was hatte sie nur vor?
 
Die Elfe beobachtete Leanora dabei, wie diese sich anscheinend sehr zu konzentrieren schien, etwa so wie es ein Magier tat, der einen Spruch wirken wollte. Aber die blondhaarige Frau war keine Magierin, also was sollte das Ganze? Hatte diese etwa den Verstand verloren? Vernita wollte gerade schon etwas sagen, als sie feststellen musste, dass Leanoras Heilungsversuch offenbar Früchte trug. Mit offenem Mund sah die Elfe wie Miandras Lippen innerhalb weniger Augenblicke verheilten. Und dies ohne eine Spur zu hinterlassen, dass sie jemals verletzt gewesen wären. Wie war das nur möglich?
 
Vernita blickte die Adelige überrascht aber auch mit einem Grinsen auf den Lippen an. Sie wollte dieser gerade ihren Dank aussprechen, doch da sackte Leanora auch schon auf ihre Knie und schien am Ende ihrer Kräfte zu sein. Welchen Preis hatte sie nur für diese Heilung bezahlen müssen?
 
„Erik! Hol mir die Flasche Schnaps aus meiner Satteltasche!“ rief Vernita dem Mann zu, während sie die Axt fallen ließ und dabei aufsprang. Ihr Grinsen war inzwischen wie verflogen und hatte einer besorgten Miene Platz gemacht. „Und beeil dich!“
 
Schnellen Schrittes bewegte sich die Elfe auf die blondhaarige Frau zu. Im gleichen Moment fing der Dämon aus vollem Halse an zu lachen. Dieses Lachen dröhnte in Vernitas Ohren und machte diese mehr als nur wütend. Doch musste das warten. Leanoras Wohlergehen war im Moment wichtiger.
 
Sie warf sich neben der Adeligen auf den Boden, beugte sich von hinten über diese, ergriff deren Schultern und zog sie mit sich. Anschließend ließ sich zu Boden fallen, wobei sie die Blondhaarige in den Arm nahm und an sich drückte. Auch wenn sie Leanora dabei nur an ihre kalte Rüstung presste, so gab sie dieser trotzdem das Gefühl, das jemand bei ihr war, während sie hier auf der Erde lag, indem sie die Hand der Frau ergriff und diese kräftig festhielt.
 
„Ich bin ja bei dir, Leanora“, flüsterte sie der Frau ins Ohr. „Es wird alles gut. Erik besorgt dir was zu trinken. Danach geht es dir dann sicher besser. Du wirst schon sehen.“
 
Während die Elfe mit Leanora sprach, hallte immer noch das Gelächter des Dämons in ihren Ohren. Was wiederum die Wut in ihr hochkommen ließ. Ruckartig wandte sie deshalb ihren Kopf in deren Richtung und fixierte diese mit einem giftigen Blick.
 
„Was ist so witzig daran, Abschaum?!?“ fauchte sie ihr Gegenüber hasserfüllt an.
 
 
 

Modifié par Aliens Crew, 02 décembre 2012 - 07:33 .


#2700
Kaysallie

Kaysallie
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Sie hatten wirklich keine Ahnung! Diese dummen Sterblichen waren wirklich immer wieder für einen Lacher gut. Aber deren Unwissenheit würde ihr nur Vorteile bringen. Schließlich beruhigte sie sich ein wenig und atmete zufrieden tief ein und aus, ehe ihr Blick auf Leanora und Vernita fiel. Als sie aber sah, wie die Jungfrau kraftlos in den Armen dieser Elfe lag, kicherte sie ein weiteres Mal spöttisch. Und hätte ihr Vernita keine Frage gestellt, so wäre ihr deswegen bestimmt ein Kommentar über die Lippen gesprudelt.
„Dämonenhumor“, meinte sie dann aber nur knapp und grinste dabei weiterhin übers ganze blutverschmierte Gesicht. Man sah ihr an, dass sie sich zusammenreißen musste, um nicht wieder laut loszulachen. „Würdet Ihr ohnehin nicht verstehen.“