Die schwarzhaarige Frau versuchte es sich etwas bequemer zu machen, was jedoch kaum möglich war. Die Stricke um ihren Knöcheln und restlichen Körper schnürten sich nach wie vor in ihre Haut, der Boden, auf dem sie saß, war feucht und kalt, ließ ihre ohnehin hagere Kleidung noch dünner wirken, und die Rinde des Baumstammes hinter ihr, drückte sich gegen ihre Wirbel. Doch dies waren alles nur Lappalien, über die es sich nicht zu beschweren galt. Ein kleiner Preis für eine so hohe Beute.
Hätte ihr dieses Elfenweib aber wenigstens ihre Hände vorne und nicht hinter dem Rücken zusammengebunden, dann könnte sie hier immerhin alleine etwas Spaß haben, um diese irdischen Minuten schneller verstreichen zu lassen, denn in ihren Fingern, sowie zwischen ihren Beinen, kribbelte es nach wie vor. Doch wie gut, dass ihr Geist der eines Dämons war, und dieser das ewige Warten ohnehin zu seinem Alltagsgeschehen zählte. So blieb ihre Haltung starr, irgendwie leer aber auch entspannt, der einer Schlafenden ähnelnd – doch ihr Geist war wacher als wach und nutze die Nachtstunden für verschiedenste Pläne und Gedanken.
Leise hörte sie jedoch immerzu das Knistern des Feuers, wobei sie dabei die Äste vor ihrem geistigen Auge sah, wie diese in Flammen aufgingen und nach und nach zu schwarzen Kohlegespinsten wurden. Schnaufende Laute waren hin und wieder auszumachen, die offenbar dem träumenden Erik gehörten. Deutlicher als die der Frauen, wie Musik in ihren Ohren, traf dieser Klang gegen ihre nun menschlichen Ohren. Wie gerne sie diesen Mann nun in sich gespürt hätte, ein Gedanke, der sie dazu veranlasste, einmal tief Luft zu holen, um sich anschließend anderen Überlegungen zu widmen.
Als die Sperlinge schließlich begannen ihre Lieder zu zwitschern, wusste sie, dass der Sonnenaufgang nicht mehr fern war. Und als sich kurz darauf auch der Star mit seinem schwänzelnden und spottenden Pfeiftönen anschloss, hörte sie auch, wie das kleine Lager unweit von ihr erwachte und sich nur wenig später jemand mit bekannten Schritten näherte. Als ihr die Augenbinde abgenommen wurde, presste sie ihre Lider aufgrund des plötzlichen Lichts etwas zusammen, wodurch sie Vernita nur aus dünnen Schlitzen musterte. Ehe sie auf die Frage jedoch einging, schluckte sie ein paar Mal und befeuchtete ihre spröden Lippen. Denn auch der Knebel hatte nun seine Spuren hinterlassen.
„Oh ja, ich sterbe schon fast vor Hunger…!“ meinte sie übertrieben auf Vernitas Frage hin, ehe sie sich ein weiteres Mal über die Lippen leckte. Dieses Mal jedoch voller Genuss. „Wie wäre es mit dem Saft zwischen deinen Lenden und einen Bissen in eine deiner schmackhaften Brüste?“
Modifié par Kaysallie, 30 octobre 2012 - 10:48 .





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