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Die freie Wildnis von Ferelden (Dragon Age RP)


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#2701
Aliens Crew

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„Doch, ich denke, ich verstehe sehr gut“, erwiderte Vernita in einem erstaunlich ruhigen Tonfall. All der Zorn war aus Stimme und auch aus ihrem Gesicht gewichen. „Du hältst es für eine Schwäche, was Leanora hier gerade für dich getan hat. Sich selbst zu schwächen, um einem anderen zu helfen. So habe ich früher auch einmal gedacht…und habe mich geirrt.“
 
Sie strich der Adeligen über das Haar, während sie weitersprach. „In Wirklichkeit ist das die größte Stärke, über die wir Sterbliche verfügen. Dadurch bilden wir Gemeinschaften und sind nie allein, was uns in die Lage versetzt, auch das größte Problem zu meistern. Ein Wesen wie du kann das niemals verstehen, denn dir geht es ausschließlich um dich selbst. Und bei deinen Brüdern und Schwestern sieht es genauso aus. Oder glaubst du etwa, ein anderer Dämon würde dich aus deiner jetzigen Lage befreien, wenn er jetzt hier wäre? Oder würde er dir nicht eher eine Klinge in den Leib rammen, wenn er sich dadurch einen Vorteil versprechen würde?“
 
Vernitas Gesicht nahm fast schon einen bemitleideten Ausdruck an. „Und aus diesem Grund werdet ihr auch immer unterliegen, trotz all eurer Macht. Weil ihr einfach nicht fähig seid, euren Artgenossen zu vertrauen, sondern nur auf euch selber zählen könnt. Ihr seid einfach nur armselige Kreaturen.“
 
Erik kam in diesem Augenblick mit der Schnapsflasche angelaufen, welche er auch sogleich der Elfe überreichte.
 
„Danke“, meinte diese knapp, bevor sie das Gefäß mit ihren Zähnen entkorkte und es gleich darauf zu Leanoras Mund führte. „Hier nimm‘ einen Schluck. Aber nicht so hastig. Dann geht es dir gleich viel besser.“
 
 
 
 

#2702
Bellandyrs

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Vorsichtig öffnete sie die Augen, um zu testen, ob die Sehstörungen vorbei waren, schloss sie aber gleich darauf wieder. Noch immer drehte sich alles um sie. Dankbar drückte sie Vernitas Hand, es tat gut, zu wissen, dass sie nicht allein auf sich gestellt war. Das Gelächter und die spöttisch hervorgebrachten Worte des Dämons hallten wie Glockenschläge einer Kathedrale in ihrem Kopf. Als Vernita der Besessenen antwortete, drangen diese Sätze schon besser in ihr Gedächtnis ein, und als sie einen Augenblick über das gesagte nachdachte, strömten nur noch mehr Tränen aus ihren Augen. Wie sehr sich Vernita doch verändert hatte – sie hätte nie im Leben geglaubt, dass die hartherzige Elfe, die sie einst war, nun eine Frau aus Fleisch und Blut war, die Trost spenden konnte, ja sogar liebevoll war.

Dennoch, in einem war sich Leanora sehr sicher. Miandras Mund hatte etwas völlig anderes verraten, etwas, was man nur zwischen den Zeilen lesen konnte.

„Sie hat Recht“, schluchzte sie in Vernitas Rüstung. „Sie hätte sich selber genauso gut heilen können, wenn nicht sogar besser, und das, ohne einen Nachteil davon zu tragen. Wieso ist mir Idiot das nur nicht früher eingefallen?“

In diesem Augenblick tauchte Erik auf und die Elfe flößte ihr das hochprozentige Getränk ein. Leanora musste husten, es brannte wie Feuer die Speiseröhre entlang, die ohnehin noch etwas angeschlagen war, dank des Würfelhustens wenige Minuten zuvor. Aber es half. Langsam kamen ihre Kräfte wieder zum Vorschein, zumindest hatte die Umgebung aufgehört, sich zu drehen. Ihr Kopf rebellierte zwar immer noch, aber Leanora war nicht gewillt, noch mehr Schwäche zu zeigen. Sie hatte sich für diesen Morgen bereits genug blamiert.

Die Enttäuschung wich maßloser Wut, die in ihrem Innersten hoch kroch, und sie ihre stechenden Kopfschmerzen vergessen ließ. Ärgerlich wischte sie mit dem Handrücken die Tränen beiseite und rappelte sich auf. Der Blick, den sie dem Dämon zuwarf, war kälter als Eis. Sie wusste nur nicht, ob sie nun auf das Gewürm in Miandras Körper wütend war, oder über ihre eigene Dummheit. Die Summe von beiden jedenfalls brachte ihr Blut zum kochen und ihren Stolz zum Vorschein. Das war sicher das erste und das letzte Mal, dass sie Miandras Körper geheilt hatte. Zumindest, solange sich dieses widernatürliche Wesen darin befand.

„Ich will mich nur schnell nochmal waschen gehen“, setzte sie Vernita über ihr nächstes Vorhaben in Kenntnis. „Und dann lasst uns hier nur schnell verschwinden, ich habe die Nase gestrichen voll von diesem Ort.“

Sie würde der Elfe während ihrer Weiterreise erklären, was es mit dem Schwächeanfall auf sich hatte, das musste sie nicht vor den Ohren des Dämons ausbreiten. Wenngleich dieser wohl mehr darüber wusste, als sie selber. Und das machte sie gleich noch wütender.

Leanora nickte ihrer Gefährtin zu. „Ich danke Euch, dass Ihr gerade für mich da wart.“ Ein leises Lächeln erreichte dabei ihre Augen, welches jedoch sofort wieder erloschen war. Hurtig drehte sie sich um und ging schnellen Schrittes zu dem Wasserteich.

Modificata da Bellandyrs, 03 dicembre 2012 - 07:37 .


#2703
Kaysallie

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Das humorvolle, unkontrollierte Gelächter, das sie eben zu bändigen geglaubt hatte, schlich sich erneut zurück auf ihre Lippen, je weiter Vernita sprach. In ihren Ohren klang all das wie der beste Witz, den jemals jemand erzählt hatte, oder wie das Lächerlichste, das ihr je zu Ohren gekommen war.

„Ich habe… ich habe noch nie“, drangen dann die Worte zwischen ihrem noch unterdrückten Gelächter hervor, als die Elfe geendet hatte. „Noch nie…“ Sie senkte den Kopf, bewegte ihn fassungslos langsam hin und her, und kicherte gepresst in sich hinein, wie ein kleines, irres Kind, das sich darüber lustig machte einer Fliege die Flügel auszureißen.

„Einen solchen Schwachsinn gehört!“ brach es dann aus ihr heraus, und laut lachte sie weiter, nun wieder ohne es in irgendeiner Hinsicht kontrollieren zu können oder zu wollen. Und wäre sie nicht an diesen Baum gefesselt gewesen, so hätte sie sich wahrscheinlich auf dem Boden gerollt und dort zerkugelt. Stattdessen schlug sie ihren Hinterkopf immer wieder gegen den Baumstamm, während sie lachte und lachte, erneut Tränen an ihren Wangen hinunter liefen, ihre Stimme immer rauer wurde, sie zwischenzeitlich husten musste, um dann erneut hell weiterzulachen. Ihrem Gelächter schien kein Ende in Sicht, doch dann plötzlich hielt sie inne, als ein paar geschluchzte Wortfetzen an ihr Ohr drangen. Aus zusammengekniffenen Augen verfolgten ihre Pupillen die Adlige, und schließlich schloss sie diese, räusperte sich, schluckte den Schleim, der sich durch das viele Lachen in ihrem Mund gebildet hatte, hinunter, räusperte sich abermals und kicherte leise mit einem lässligen Lächeln.

„Wie schade, dass sie eine Jungfrau ist. Richtig niedlich ist sie, mit ihren herzigen blonden Löckchen, gepaart mit diesem reizenden Temperament, findet Ihr nicht auch?“ begann sie in einem ernsten und überheblichen Ton, als sich Leanora in besagte Richtung entfernte. „Und dennoch muss ich sie enttäuschen, es bricht mir wahrlich mein Herz – oh ich vergaß, so etwas besitze ich ja gar nicht. Aber ich finde es… erregend, welch Macht sie mir doch zugedenkt, Ihr nicht auch?“
Langsam und genüsslich leckte sie sich die Lippen ab, an denen sich nach wie vor ihr eigenes Blut befand. „Mmhhh… das Aroma meiner Heimat haftet an ihr…“, seufzte sie mit vibrierender Stimme. „Köstlich.“

Modificata da Kaysallie, 08 dicembre 2012 - 12:04 .


#2704
Aliens Crew

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„Keine Ursache, Leanora,“ antwortete Vernita der Frau noch, bevor diese sich umdrehte und im Dickicht verschwand. Dann murmelte die Elfe noch leise: „Doch hätte der Dämon Miandras Mund wohl nur geheilt, wenn er sicher gewesen wäre, dass er ihren Körper auch behalten kann.“
 
Anschließend warf sie noch einen Blick auf Miandra und grinste dabei abschätzig, bevor sie einen verächtlichen Ton von sich gab. „Ja, lach’ du ruhig so viel du willst, Dämon. Und wenn du damit fertig bist, dann versuche mal dein Hirn zu benutzen, falls du eins hast.“
 
Vernitas Grinsen wurde noch fieser, während sie einen Schritt auf die Schwarzhaarige zumachte. „Wenn ihr so großartig und übermächtig seid, wie du anscheinend denkst, warum schafft es dann keiner von euch, die Macht hier an sich zu reißen oder auch nur für eine längere Zeit einfach nur am Leben zu bleiben? Sobald man euch aufgestöbert hat, ist es um euch geschehen, also nur zu. Lache über uns, solange du kannst. Eines Tages wird ein Sterblicher und seine Freunde deiner jämmerlichen Existenz ein Ende bereiten. Und erst dann wirst du begreifen, was für armselige Gestalten ihr seid. Und dass wir euch immer überlegen sein werden.“
 
Dann wandte sie sich ab und ging zu den Baumstämmen zurück. Dort nahm sie erneut die Axt zur Hand und beendete ihre Zuschnittarbeit. Nun legte sie gemeinsam mit Erik die Stämme zu einem Rechteck auf den Boden, und sie banden diese mit den Seilen zusammen.
 
„Erik!“, sagte die Elfe dann, während sie die Decken über das neu entstandene Gerüst legten und an den Ecken festzurrten. „Das schaffe ich jetzt allein. Geh’ bitte zu Leanora und sage ihr, dass wir gleich aufbrechen werden. Sie möge sich doch bitte beeilen!“
 
Der Mann nickte nur, bevor er sich entfernte.
 
„Und sobald die beiden wieder da sind, machen wir dich auch los, Dämon“, bemerkte Vernita mit einem schiefen Grinsen und einem neckischen Blick in Miandras Richtung. „Ich hoffe, du benimmst dich dann auch anständig.“
 
 

#2705
Bellandyrs

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Sie sah zu, wie sich das eingetrocknete Blut an ihrer Handfläche langsam löste und rote Schlieren im Wasser zog, bevor sie die andere Hand dazu nahm und diese dann aneinander rieb. Im Anschluss wusch Leanora noch mal ihr Gesicht, und sie fühlte sich um einiges besser. Das kühle Wasser tat ihrer Stirn gut, der Kopfschmerz ließ endlich nach.
Dennoch starrte sie gedankenverloren ins Wasser und grübelte über diese Heilung nach. Am liebsten hätte sie sich selber dafür geohrfeigt, ihre kostbare Gabe einfach so zu verschwenden.

Aber andererseits wusste sie nun auch, welche Folgen sie zu tragen hatte. Nachdem auch das Spiegelbild, welches sie auf der Wasseroberfläche sah, keinerlei Runzeln oder Falten zeigte, und auch ihre Hände nach wie vor makellos glatt waren, wurde ihre Lebensspanne also vom voraussichtlichen Lebensende her verkürzt. Einerseits war es ein Trost zu wissen, dass sie nicht sofort alterte, andererseits wusste sie so nicht, wie viel Zeit sie somit opferte, wenn sie jemanden heilte. Lea lächelte leise. In der jetzigen Lage, in der sie sich befand, musste sie Andraste und dem Erbauer ohnehin für jeden Tag dankbar sein, an dem sie lebend auf Thedas wandeln durfte. Steckbrieflich gesucht, auf der Flucht, geächtet. Und wahrscheinlich nun auch noch des Mordes angeklagt, wenngleich das natürlich richtig war.

„Damit hab ich Ferelden und der Königin einen großen Gefallen getan“, murmelte sie, um sich von der Richtigkeit der Tat noch mal zu überzeugen.

„Hier seid Ihr also“, sprach Erik Leanora an. „Wir können aufbrechen. Seid Ihr soweit?“ Er lächelte sie dabei charmant an.

Die Adlige nickte, stand auf, und folgte Erik zurück zum Lager, wo die Mädchen gerade die letzten Habseligkeiten in den Satteltaschen verstauten und Vernita die Trage noch mal überprüfte.

#2706
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„Ah, da bist du ja, Erik“, meinte Vernita sichtlich erfreut und winkte den Mann zu sich. „Komm her, damit wir Miandra auf die Trage kriegen.“
 
Der Angesprochene nickte nur und folgte der Elfe zu dem Baum, an welchem die Schwarzhaarige noch festgebunden war. Vernita erreichte diesen kurz darauf und löste die Fesseln, die um den Stamm verknotet worden waren, ließ den Dämon aber ansonsten so verschnürt wie schon am Abend zuvor.
 
„So, dann wollen wir mal“, verkündete die Elfe, nachdem sie ihre Arbeit abgeschlossen hatte. „Du die Füße und ich den Kopf.“
 
Gemeinsam hoben die beiden den Körper Miandras an und trugen sie zu der Bahre herüber, auf welche sie diese kurze Zeit später legten. Dabei waren sie sehr vorsichtig, wollte doch keiner von ihnen, dass noch etwas geschah, was ihren Aufbruch erneut verzögern würde. Kaum hatten sie die Schwarzhaarige auf die Trage verfrachtet, wandte sich Vernita auch schon wieder an Erik.
 
„Hol jetzt Miandras Pferd hierher, damit wir die Trage daran festbinden können. Ich kümmere mich derweil darum, dass unser Patient sich auch wohlfühlt.“
 
Sie grinste den Mann bei ihren Worten schief an, woraufhin er nur zurückgrinste. „Ja, ist gut“, meinte er noch, bevor er sich auf den Weg machte.
 
Vernita griff sich in der Zeit eine Decke und warf diese über Miandras Körper, so dass nur noch ihr Kopf und der Ansatz ihres Halses zu sehen waren. Die Ecken der Decke selbst band die Elfe an den Balken der Trage fest.
 
„Das ist nur, damit du nicht runterfällst, meine Süße“, sagte sie dabei zu dem Dämon gewandt. „Wird vielleicht etwas warm darunter, aber was soll’s? Und du magst es ja eh heiß, nicht wahr?“
 
Vernita lachte kurz auf, als auch schon Erik mit dem Pferd im Schlepptau ankam. „Ah, sehr gut. Lass uns gleich anfangen.“
 
Zusammen nahmen sie die übrigen Stricke und befestigten damit die Trage am Sattel des Pferdes, so dass dieses die Bahre mitziehen konnte. Dabei achteten sie darauf, dass das Tier dadurch nicht beim Laufen behindert wurde.
 
„Gut, dann wollen wir mal von hier verschwinden. Holt eure Pferde, damit wir hier wegkommen. Lydia, Sha’ira! Ihr kümmert euch dabei um die Packpferde, während du, Erik, Miandras Pferd führst und die Spitze übernimmst. Leanora und ich bleiben in der Mitte und behalten unseren Gast dabei im Auge. Los geht’s!“
 
Vernita und ihre Gefährten setzten sich in Bewegung und taten, wie ihnen aufgetragen worden war. Kurze Zeit später saßen sie alle auf ihren Pferden, so dass die Reise endlich weitergehen konnte. Langsam kehrte der Trupp auf die Straße zurück und setzte seinen Weg Richtung Handelsposten fort. Dort ritten sie hintereinander her – schweigend, denn jeder hing mehr oder weniger seinen eigenen Gedanken nach. Die Elfe beobachtete dabei unentwegt die auf der Bahre festgebundene Miandra und fragte sich, was wohl gerade in deren Kopf vor sich ging und wo die echte Miandra jetzt sein würde.
 
Als sie schließlich davon genug hatte, sich über die Schwarzhaarige Sorgen zu machen, ließ sie sich etwas zurückfallen, bis sie sich direkt neben Leanora befand. Dabei warf sie einen kurzen Blick auf die blondhaarige Frau, bevor sie ihre Aufmerksamkeit wieder Miandra zuwandte.
 
„Vielleicht ist es jetzt an der Zeit, mir zu sagen, was du da vorhin überhaupt mit Miandra angestellt hast, Leanora“, bemerkte sie dabei etwas fordernd. „Mir war nicht bekannt, dass du eine Magierin wärst, doch solltest du mich darüber informieren, falls in dir Talente schlummern, die für uns alle nützlich sein könnten. Immerhin könnte unser aller Leben davon abhängen.“
 
 
 

Modificata da Aliens Crew, 21 dicembre 2012 - 03:58 .


#2707
Bellandyrs

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Sie war heilfroh, als sie endlich auf ihren Pferden saßen und los ritten. Auch wenn sie Gefahr liefen, auf der Handelsstraße Soldaten anzutreffen, so war ihr das immer noch lieber, als an jenem unheilvollen Ort noch eine Minute länger zu verweilen.

Donas passte es überhaupt nicht, in der Mitte der Gruppe gehen zu müssen, wehrte sich anfangs mit aller Macht gegen die Zügel, hatte sich aber dann doch damit abgefunden. Mit hängenden Ohren trottete er hinter seinen Kameraden her. Leanora spürte seine schlechte Laune und klopfte ihm aufmunternd den Hals. Wahrscheinlich hatte ihre eigene Stimmung auf das Pferd abgefärbt, sie selber haderte mit sich und ihrer Handlung vorhin. Wie konnte sie nur so dumm sein? Hin und wieder streifte ihr Blick den Dämon, und jedes Mal überkam sie eine Welle von Wut und Hass. Am liebsten hätte sie sich einen Gegner gewünscht, gegen den sie kämpfen konnte, wo sie all ihre aufgestauten Gefühle auslassen konnte.

Schließlich ritt Vernita neben ihr her und riss Lea aus ihren Gedankengängen.

„Ich bin keine Magierin, Vernita. Ich habe Miandras Körper geheilt, das stimmt. Diese Gabe verdanke ich Andraste.“ Die Adlige sah, wie die Elfe skeptisch eine Augenbraue in die Höhe zog. „Vielleicht ist es nun an der Zeit, Euch zu erzählen, was ich an der Schwelle des Todes erlebt habe.“

Und sie begann zu erzählen, angefangen, wo sie die Hände des Qunaris um ihren Hals gespürt hatte und sie in diese bodenlose Schwärze fiel, die engelsgleiche Eskorte ins Nichts, das Treffen mit ihrer Familie, das heilende Bad in der heißen Quelle. Als sie von der Verhandlung erzählte, stellten sich die Härchen auf ihren Unterarmen auf. Die Emotionen, die sie dort durchlebt hatte, spiegelten sich in ihren Augen wider. Leanora berichtete vom Duell mit Tjark, ihrem Sieg über diesen, und die Gnade, die sie ihm dennoch gewährte. „Er hatte mich allerdings währenddessen an der Schulter verletzt“, informierte sie Vernita. „Als Andraste dann beschloss, mich gehen zu lassen, hat sie mir gezeigt, wie Ihr um mein Leben gekämpft habt.“

Leanora blickte Vernita an und gab die Worte wider, welche Andraste in diesem Moment zu ihr gesagt hatte. „Sie kämpfen um Euer Leben, als wäre es ihr eigenes. Sie wollen Euch nicht einfach aufgeben. Und nachdem, was Ihr hier heute vollbracht habt, werde ich das, ebenso wie die Sorge Eurer Freunde, nicht unbeachtet lassen. So nehmt dieses Geschenk von mir an.“ Die blondhaarige Frau schüttelte erstaunt den Kopf, dass sie den Wortlaut noch so genau im Gedächtnis hatte. „Sie berührte mich an der Schulter, ein helles Licht umgab mich, und als sie kurz darauf ihre Hand wegnahm, war von der Wunde nichts mehr zu sehen. Daraufhin meinte sie, ich besäße nun die Gabe der Heilung, könnte Krankheiten und Wunden anderer Lebewesen behandeln. Doch mahnte sie mich auch zur Vorsicht. Jedes Mal, wenn ich von dieser Gabe Gebrauch mache, kostet mich das selber einen Teil von meinem Leben.“ Sie seufzte leise auf. „Nur wie viel ich davon opfern muss, weiß ich nicht“, fügte sie bitter hinzu. Dennoch – sollte es darauf ankommen, würde sie helfen. Nur dass sie den Dämon geheilt hatte, das war wohl wirklich Verschwendung – und das war bitterer als Galle. „Miandras Körper war sozusagen mein erster Versuch, denn ich wusste nicht, wie diese Gabe einzusetzen ist. Nun weiß ich es. Und ich weiß auch, dass ich nicht sofort um diese Zeitspanne altere. Und noch etwas durfte ich aus dem Nichts mit zurück nach Ferelden nehmen: Das Schwert, welches mir der alte Arl von Denerim in die Hand gedrückt hat, und mir den Sieg über Tjark gebracht hat.“ Beinahe liebevoll strich ihre Hand über den Schwertknauf. Auch wenn sie es erst seit wenigen Tagen in ihrem Besitz hatte, so hatte diese Waffe ihr gute Dienste geleistet. „Man könnte sagen, mein Schicksal und mein Leben sind bereits eng mit dieser Klinge verknüpft.“

Sie fühlte sich etwas erleichtert, als sie sich Vernita anvertraut hatte. Statt der Wut, die sie vorhin noch empfunden hatte, trat Dankbarkeit in den Vordergrund. Dankbarkeit darüber, dass sie noch lebte. Dankbarkeit dafür, dass sie solche Gefährten gefunden hatte. Und Dankbarkeit für Andrastes unendliche Güte und Weisheit.

Modificata da Bellandyrs, 17 dicembre 2012 - 08:50 .


#2708
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„Das ist wirklich eine erstaunliche Geschichte“, bemerkte Vernita nach einer Weile des Schweigens. „Hätte ich nicht gesehen, wie du Miandra geheilt und dazu noch das Schwert, welches du so plötzlich auf diesem Hinterhof in Händen gehalten hast, würde ich sie dir vermutlich nicht abkaufen. So aber habe ich keinen Grund, dir nicht zu glauben. Was das andere betrifft…“
 
Die Elfe schwieg einen Moment, während sie überlegte, ob sie Leanora überhaupt davon erzählen sollte, was sie so sehr bewegt hatte, dass sie der Adeligen unbedingt das Leben retten wollte. Schließlich entschied sie, es doch zu tun.
 
„Wäre es zu einem früheren Zeitpunkt geschehen, wäre es mir höchstwahrscheinlich egal gewesen, ob du lebst oder stirbst. Ehrlich gesagt, hatte ich von dir nie eine besonders hohe Meinung, schon allein weil du ein Mensch und zudem noch von Adel bist. Und dahingehend habe ich eher schlechte Erfahrungen mit deinesgleichen gemacht…“
 
Sie holte tief Luft, ehe sie fortfuhr. „Mein Leben im Gesindeviertel von Denerim war von Gewalt bestimmt – Gewalt gegen uns Elfen durch euch Menschen. Und in meinem Fall ging es sogar noch weiter…bisher habe ich darüber nur mit Miandra gesprochen, doch nun sollst du es auch erfahren…“
 
Vernita sah sich um, um sicherzugehen, dass Lydia und Sha’ira weit genug entfernt waren, um nichts davon mitzukriegen. Erst dann sprach sie weiter. „Meine Jugend wurde durch Gewalt bestimmt, von einem grausamen menschlichen Adeligen, um genau zu sein. Er ließ mich regelmäßig in sein Haus verschleppen, um mich dort zu vergewaltigen. Erst versuchte er ja noch, mich mit Luxus und Geschenken zu ködern, doch als ich ablehnte, nahm er sich mit Gewalt, was ich ihm nicht freiwillig gab. Diese Narbe hier unter meinem Ohr ist ein Zeugnis dieser Ereignisse.“
 
Die Elfe fuhr sich mit dem Finger über die besagte Stelle am Hals. „Erst als ich schließlich schwanger wurde, ließ er von mir ab…allerdings nur bis zur Geburt unseres Sohnes. Als er diesen dann sah…sah wie ähnlich er ihm war, tötete der das Kind, ohne mit der Wimper zu zucken. Anschließend ermordete er noch meinen…Vater.“ Bei diesem Wort stockte Vernita für einen Moment. „Und ließ dann meine Mutter am nächsten Baum aufhängen. Ich selbst wurde verschleppt, gefoltert und vergewaltigt, bis mir schließlich die Flucht gelang. Doch nur mein Beitritt zu den Grauen Wächtern rettete mir damals das Leben. Du kannst dir also vorstellen, dass ich für menschliche Adelige seitdem nicht gerade viel Sympathie aufbringen kann, nicht wahr? Doch alles änderte sich vor zwei Tagen…“
 
Die Elfe dachte noch einmal an den Kampf gegen ihren Peiniger in dessen Arbeitsstube zurück...an den Kampf gegen ihren eigenen Vater. „Der Arl, gegen den ich gekämpft und den ich schließlich auch getötet habe, war niemand anders, als der Mann, der mich in meiner Jugend Tag für Tag vergewaltigt und den ich eigentlich für tot gehalten hatte. Doch stellte sich heraus, dass ich nicht ihn, sondern nur seinen Bruder getötet hatte…und dass dieser Abschaum zu alledem auch noch mein…mein wirklicher Vater war.“
 
Vernita sah für einen Moment nach oben zu den Baumwipfeln über ihr, die sich leise rauschend im Wind bewegten und versuchte dabei krampfhaft nicht losweinen zu müssen. „Offenbar hatte er meiner Mutter dasselbe Angebot gemacht wie mir, nur hatte sie es anscheinend angenommen und die beiden haben bei ihren Sexspielchen mich gezeugt. Und dann wollte mein Vater dasselbe mit mir durchziehen, doch kam dabei leider ein Junge heraus, der zudem mehr Mensch als Elf war, was ihm zum Verhängnis wurde…“
 
Ein gequältes Lächeln legte sich auf Vernitas Lippen, während sie Leanora mit feuchten Augen anblickte. „Du siehst also, es gibt für mich keinen Grund mehr, Menschen oder auch Adelige zu hassen, da ich im Grunde beides selbst in mir trage. Ich bin ein Bastard, mehr nicht. Und mein Hass, der mir so viele Jahre die Stärke gegeben hat, zu überleben, verpuffte in diesem Augenblick, als mir das klar wurde. Nun suche ich nach einem neuen Halt und hoffe darauf, dass meine Liebe zu Miandra ihn mir geben kann…und auch die Freundschaft zu anderen Personen…zu Menschen wie dir, Leanora. Denn was bleibt mir sonst noch auf dieser Welt, wenn nicht ihr?
 
 

#2709
Bellandyrs

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Mit wachsendem Entsetzen und zunehmender Gänsehaut hörte sich Leanora die Geschichte der Elfe an. Ihre Hände verkrampften sich, als sie hörte, welch grausamer Mensch dieser neue Arl gewesen war. Seine eigene Tochter zu vergewaltigen war in ihren Augen unvorstellbar. Aber hier musste sie wieder feststellen, wie unbedarft und naiv sie eigentlich war. Innerlich dankte sie ihren Eltern abermals für das liebevolle Zuhause, welches sie ihr gegeben hatten, und dafür, dass sie so behütet aufwachsen konnte. Zumindest konnte sie Vernitas ehemalige Einstellung nun um einiges besser nachvollziehen. Gerne hätte sie ihr Pferd näher an Vernita gelenkt, um dieser mit einer Berührung verstehen zu geben, dass sie zum einen dankbar für die Ehrlichkeit war, zum anderen, um der Elfe zu zeigen, dass sie auf ihre Freundschaft zählen konnte. Donas machte ihr jedoch einen Strich durch die Rechnung, da dieser die Ohren anlegte und nach Aris schnappte, als er in dessen Nähe kam. Also lenkte Lea ihren Hengst wieder auf einen gewissen Sicherheitsabstand.

Endlich fand sie ihre Worte wieder. „Es tut mir leid“, war das, was sie als erstes herausbrachte. „Es sind nicht alle Adligen so. Der alte Arl zum Beispiel hatte sich für bessere Verhältnisse eingesetzt, traf aber auf genügend Widerstand unter den anderen Adligen. Nur wenige unterstützen seine Einstellung, menschenwürdigere Bedingungen zu schaffen, und respektvoller mit seinen Untergebenen umzugehen. Während meiner Verhandlung im Nichts kamen einige Sachen zur Sprache. Mitunter, dass dieser neue Arl, von dem Ihr gesprochen habt, wohl ziemlich mit Eshtà unter einer Decke gesteckt hatte. Der alte Arl hatte dem damaligen Oberst von Fort Drakon beauftragt, Beweise zu sammeln, und wollte diese Königin Anora vorlegen. Soweit kam es jedoch nie. Tjark selber unterschlug diese Papiere. Innerhalb kurzer Zeit wurden der Arl und der Kommandant vergiftet, dadurch stieg Tjark die Karriereleiter nach oben und wurde zum neuen Oberst. Und Euer Peiniger Arl. Aus Tjarks Tagebuch wusste ich ja schon, dass er wiederum in die Fänge von Eshtá geraten war.“

Die blondhaarige Frau schüttelte den Kopf. Das Leben ging schon seltsame Wege. Jetzt, wo sie wusste, für welches sadistische Dreckschwein Tjark letztlich seinen Vorgesetzten verraten hatte, verstand sie noch weniger, wieso sie jemals Gefallen an Oberst von Talisker gefunden hatte. Ihre Verachtung für diesen Mann hatte nun wirklich die Obergrenze erreicht.

Leanora wandte sich wieder an Vernita. „Sollte ich meine Ländereien zurück erhalten, so verspreche ich Euch, dass Ihr und Miandra ein Stück Land davon haben könnt, sofern Ihr es wollt. Ich kann Euch zwar nicht entschädigen, für das, was Euch angetan wurde, aber ich kann Euch wenigstens ein wenig Frieden schenken. Und damit auch ein wenig Dank ausdrücken, was Ihr für mich getan habt. Ohne Euch gäbe es mich schon öfter nicht mehr“, fügte sie schmunzelnd hinzu.

Die Adlige löste den Wasserschlauch vor ihr und nahm einen Schluck daraus. Der Ritt hatte sie durstig gemacht, und auch, wenn sie jegliches Zeitgefühl verloren hatte, merkte sie anhand des Sonnenstandes, dass die Mittagsstunde schon vorbei war. Sie war gespannt, wann sie den Handelsposten erreichen würden. „Ich hoffe nur, wir treffen an diesem Handelsposten nicht auf Feinde“, meinte sie leise und schmunzelte gleich darauf. Soviel dazu, dass sie gerade noch dachte, dass sie etwas mutiger geworden war.

Modificata da Bellandyrs, 20 dicembre 2012 - 05:56 .


#2710
Kaysallie

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Die schwarzhaarige Frau schwieg, während man sie wie einen Sack Kartoffeln auf diese scheußliche Trage schleppte und ihre Fesseln mit grässlich juckenden Decken kaschierte. Auch Vernitas Kommentare dazu, beantwortete sie lediglich mit einem kurzen, aber sehr stechenden Blick, welcher anschließend nur ausdruckslos gen Himmel wanderte. Auch als sich die Pferde endlich in Bewegung setzten, zeigte sie keine weiteren Regungen. Zu angewidert war sie von dieser Situation. Den Kies konnte sie unter sich knirschen hören und spüren, jeder spitze Stein und Ast drückte sich durch den billigen Stoff, auf den man sie gelegt hatte, und ihr gesamter Körper fühlte sich bereits taub an, aufgrund der Fesseln, die ihr das Blut abschnürten. Sie konnte nichts Positives daran sehen, dass sie sich nun wenigstens in einer anderen Position befand, nachdem sie doch die gesamte Nacht an einen harten Baumstamm gelehnt verbracht hatte. Auch der penetrante Geruch dieser Huftiere war nichts für ihre feine Nase. Diese jämmerlichen Sterblichen… angewiesen auf solch widerliches Getier!
Aber ihr Ärger über diese Situation währte nicht lange. Gedanklich war sie zurück bei der Planung der weiteren Schritte. Ihr Blick huschte dabei nur einmal leicht in die Richtung der beiden Frauen, als diese ein Gespräch begannen. Jämmerliche Wortfetzen vernahm sie dabei, wodurch sich ein spöttisches Grinsen auf ihr Gesicht zauberte. Dieses dämliche Elfenweib sollte sich lieber Gedanken über die folgenden Tage machen, anstatt über ihre wertlose Vergangenheit.

#2711
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„Danke, Leanora“, erwiderte Vernita lächelnd auf das Angebot der blondhaarigen Frau hin. „Das bedeutet mir sehr viel. Solltet wir diese Geschichte hier überleben, komme ich sehr gerne darauf zurück. Und sobald ich Eshtá Gianauros Kopf auf eine Lanze gespießt habe, natürlich. Nach allem, was geschehen ist, wird es mir eine Freude sein, dieser Frau unsägliche Schmerzen zuzufügen...“
 
Die Augen der Elfe nahm bei ihren Worten wieder ihre alte Kälte an und funkelten tückisch. „Nach dem Ableben dieses Kirchenvorstehers und des Arls dürfte sie das Einzige sein, was uns noch im Weg steht...abgesehen vielleicht von diesem ominösen „Er“, von dem wir ja noch nicht einmal wissen, wer oder was das sein soll. Aber auch das wird sich uns sicher noch offenbaren...“
 
Vernita versank kurz in Gedanken, während Leanora einen Schluck aus ihrem Wasserschlauch nahm. Dann blickte die Elfe zum Himmel. Die Mittagssonne stand schon hoch am Himmel und schickte ihr Licht und ihre Wärme durch die üppigen Baumwipfel des Waldes, welche sich sanft im Wind bewegten. Vögel und kleinere Tiere trieben sich auf den Ästen herum, und in der Luft lag der Klang ihres Gezwitschers. Doch auch etwas anderes vernahm Vernita. Sie spitzte die Ohren und konzentrierte sich. Ja, da war etwas.
 
„Pferde!“ meinte sie plötzlich und trieb Aris an. „Wir bekommen Gesellschaft!“
 
Sie schloss zu Erik und der Trage mit Miandra darauf auf, wo sie ihr Tempo wieder zügelte und auf die Straße vor ihnen starrte. Und schon erblickte sie auch schon die ersten Reiter, welche ihnen entgegen kamen. Es handelte sich dabei um einen schwer bewaffneten Trupp in massiven Rüstungen und mit Vollhelmen auf ihren Köpfen: Templer!
 
„Ich hoffe, du denkst an das, was ich dir gesagt habe, Dämon!“ zischte Vernita zu Miandra gewandt. „Außer, du möchtest von diesen Templern gerne exorziert werden! Und ich werde diese Kerle sicher nicht für dich töten, Abschaum! Vergiss das nicht, wenn dir etwas an deinem Leben liegt!“
 
Sie wartete gar nicht auf eine Antwort, sondern schloss gleich zu Erik auf und ritt dann neben ihn, ganz langsam auf den Trupp zu, der sich ihnen immer weiter näherte. „Bleib’ ganz ruhig, mein Freund“, sagte die Elfe zu ihm gewandt. „Wir haben es nicht auf Ärger abgesehen.“
 
Die Templer, welche ein recht rasantes Tempo an den Tag legten, wurden schließlich langsamer, als sie die Gefährten erreichten. Der Anführer von ihnen hob schließlich die Hand, als sie vor den Fünfen zum Stillstand kamen. „Dem Erbauer zum Gruße!“ sagte er daraufhin mit hohl klingender Stimme.
 
„Seid ebenfalls gegrüßt“; erwiderte die Elfe mit einem charmanten Lächeln. „Wohin des Weges, wenn man fragen darf?“
 
„Wir sind auf dem Weg nach Denerim, um die dortige Garnison bei der Jagd nach einer gefährlichen Blutmagierin zu unterstützen!“ lautete die Antwort. „Könnt Ihr uns in dieser Sache vielleicht weiterhelfen? Es scheint, als würdet Ihr gerade aus der Stadt kommen!“
 
„Es tut mir leid, Herr Kommandant“, entgegnete Vernita freundlich. „Aber wir waren nur kurz in Denerim, um unsere Vorräte aufzustocken. Und leider ist nun unsere Freundin krank geworden, so dass wir sie zu einem Heiler bringen müssen.“
 
„Was fehlt ihr denn?“ wollte der Templer wissen, während er sein Pferd antrieb und neben Miandras Trage führte. „Vielleicht können wir ihr helfen?“
 
Der Mann blieb neben der schwarzhaarigen Frau stehen und blickte starr auf diese hinab.
 

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Lea hörte Vernita aufmerksam zu. Es würde sich zeigen, was sie noch alles erwartete, aber sie hatte auf jeden Fall vor, lebendig aus dieser Sache herauszukommen, vorzugsweise auch ohne größere Blessuren. Als sie dies Vernita mitteilen wollte, trieb diese jedoch ihr Pferd an.

Templer. Ausgerechnet. Aber wahrscheinlich noch besser als Kopfgeldjäger oder Soldaten der Stadtwache. Die Adlige versuchte ganz normal zu wirken, obwohl sie sich doch sehr unwohl fühlte. Immerhin wurden sie noch immer gesucht. So lauschte sie angestrengt, was diese zu berichten hatten. Sie waren also unterwegs in die Stadt, aus der sie gerade kamen. Als sie hörte, dass diese als Unterstützung zur Ergreifung der Blutmagierin dienen sollten, rutschte ihr Herz noch ein Stück tiefer. Das konnte an sich nur bedeuten, dass der Zwerg ihrem Liebsten nicht geglaubt hatte. Denn der schlimmste Magier dieser verbotenen Künste war der Kirchenvorsteher, und der war tot. Schließlich hatte sie ihm selber den Kopf vom Rumpf getrennt, und sie konnte sich nicht vorstellen, dass ein Magier, egal wie mächtig, sich aus so einem Tod wieder erheben konnte.

Tausend Fragen brannten auf ihrer Zunge, aber sie stellte keine einzige davon. Denn das würde den Templern verraten, wen sie hier vor sich hatten. Sie blinzelte, um die Tränen zu verhindern, die hochkommen wollten. Nur nichts anmerken lassen. Nur nicht fragen, ob der Befehl von Gromschlag kam oder doch von Neranos. Und ihnen auf keinen Fall an den Kopf werfen, dass sie umsonst hin ritten, da der Schlimmste dieser Sorte ohnehin mausetot war.

Als der Templer schließlich neben Miandras Untersatz stehen blieb und fragte, ob er helfen konnte, war Leas Herz endgültig in ihre Hosentasche gerutscht. Ein falsches Wort dieses Wesens, und sie waren alle geliefert. Und dem Inquisitor wollte sie nicht noch einmal begegnen.

Modificata da Bellandyrs, 27 dicembre 2012 - 07:27 .


#2713
Kaysallie

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Ein schwer zu deutendes Lächeln legte sich schmal auf die Lippen der schwarzhaarigen Frau, als sie die harschen Worte der Elfe vernahm. Templer? Ihre Augen begannen zu funkeln. Dies könnte wohl doch noch ein amüsanter Tag werden…

„Seid gegrüßt edler Mann“, begrüßte sie den Kommandanten, nachdem er sich an sie gewandt hatte, mit einem unschuldigen, anziehenden und eigenartigerweise sehr melancholischen Lächeln. „Ja… eine schwere Krankheit lastet auf meinen Gliedern… kein Heiler hat bisher die Ursache dafür feststellen können. Taub und starr fühlen sie sich an… ach, ich denke ich muss Euch erst erzählen, wie es dazu kam…“

Sie seufzte und ihre Augen wurden urplötzlich glasig, die Lippen begannen zu zittern. „All das begann, als ich meinen lieben Gatten im Bett mit einer anderen erwischt habe. Ein schreckliches Bild war dies, das könnt Ihr Euch vorstellen. Hässlich war dieses Weib, von dunkler Haut überzogen und ein Maul wie ein Pferd. Und er, dieser wunderbare, stattliche Mann, sonnengebräunt und vollkommen, stand hinter ihr, hatte sie auf unserem Ehebett so richtig durchgenommen, genau so, wie ich es eigentlich immer am liebsten mochte. Geschrien und gestöhnt hat diese Hure, voller Lust und Verlangen, so dass ich sie schon hörte, als ich noch im unteren Stock unseres Hauses, das schon sich seit Generationen in dem Besitz meiner Familie befindet, die Türe durchschritt. Ein Schauer lief mir über den Rücken, ja, da hat sie angefangen, die ‚Krankheit‘. Mein lieber Mann mit diesem Miststück. Ich stürmte nach oben, um das ohnehin Offensichtliche noch vor Augen zu bekommen. Wut und Hass überkam mich, als ich sah, wie das schönste Teil von ihm, das er mir auf ewig versprochen hatte, in dieser alten, hässlichen Schlampe steckte… und dass dabei dieser betörende Blick sein Antlitz verzierte, der doch mir allein gehören sollte…“

Die Pferde der Templer begannen unruhig zu tänzeln, wohl da sich deren Reiter innerlich angespannt hatten, als sie allesamt auf die schwarzhaarige Frau blickten und ihren gebrochenen und gleichzeitig anziehenden Worten lauschten. Doch mehr war den Männern nicht anzumerken, sie blieben weiterhin diszipliniert, aber dies konnte auch nur ein Schein sein, den sie ihren Rüstungen und Vollhelmen zu verdanken hatten.

„Ich zerbrach innerlich, mein Herz blutete, und dennoch konnte ich ihm keinen Schaden zufügen für diese Missetat. Überrascht und geschockt starrten mich die beiden an, kein Wort drang über ihre Lippen, ich drehte mich um und verließ das Haus. Nichts hatte ich gepackt, all mein Hab und Gut war mir nicht mehr wichtig, ich ging einfach fort. Immer weiter wanderte ich, nicht wissend, wohin und wozu, durch Wälder und über Landwege. Doch nach und nach breitete sich dieser … fürchterliche Schmerz, der schlimmer war, als alles andere, das ich jemals zu spüren vermochte, weiter aus. Erst wurde ich nur schwächer, schaffte es nicht mehr allzu lange zu gehen, ich dachte, mein Körper wäre nur erschöpft. Dann fiel es mir schwerer meine Finger zu bewegen… sowie meine Zehen, als würden Bleigewichte daran hängen. Glücklicherweise war ich in der Nähe meiner langjährigen ‚lieben Freunde‘, die zufällig auf dem Weg nach Denerim waren, mich vor ein paar Nächten am Straßenrand liegend gefunden haben und mir diese überaus ‚komfortable‘ Trage gebaut haben, da ich nicht mehr dazu im Stande bin, selbst zu laufen oder zu essen. Und seitdem halten wir auf unseren Wegen stets Ausschau nach heilenden Händen... doch es wird von Tag zu Tag schlimmer. Herr Kommandant, glaubt Ihr… glaubt Ihr, dass ich… dass ich sterben werde?“
Tränen hatten sich nun in den blauen Augen der Frau gebildet, als sie den Mann am Pferd fixierte.

Modificata da Kaysallie, 29 gennaio 2013 - 08:35 .


#2714
Aliens Crew

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Vernita verdrehte innerlich die Augen, als sie wie auch der Kommandant den Ausführungen der schwarzhaarigen Frau lauschte. Der Dämon hielt das Ganze wohl für ein Spiel, zumindest schien es der Elfe so. Offenbar hatte dieses Wesen keine Ahnung, welche Bedrohung die Templer für seine Existenz darstellten.
 
„Ihr werdet bestimmt nicht sterben“, meinte der Templer zuversichtlich, doch auch etwas irritiert zu Miandra gewandt. Er hatte wohl eindeutig nicht mit einem solchen Gefühlsausbruch gerechnet. Zugleich zog ihn die Stimme der Frau irgendwie magisch an, ohne dass er es sich selbst erklären konnte. Auch seine Männer schienen davon betroffen zu sein. „Allerdings fürchte ich, dass wir Euch nicht helfen können. Meine Männer und ich sind eigentlich nur in der Wundversorgung ausgebildet und nicht im Heilen von Krankheiten. Aber sagt mir, wer ist Euer Gemahl? Vielleicht erfahren wir mehr darüber, wenn wir ihn befragen.“
 
‚Das darf doch nicht wahr sein!‘ ging es Vernita durch den Kopf, bevor sie sich dazu entschloss einzuschreiten. „Sie hat keinen Mann, Kommandant!“
 
Der Angesprochene schüttelte den Kopf, um dieses Gefühl der Anziehung für die Frau unter ihm aus seinen Gedanken zu bekommen, bevor er in die Richtung der Elfe blickte. „Aber sie sagte doch gerade…“
 
„Sie redet im Fieberwahn, mein Herr. Das tut sie schon seit Tagen. Daher ist es ja so wichtig, dass wir schnellstens einen Heiler finden, der sich um sie kümmern kann, versteht Ihr?“ erwiderte Vernita mit einem freundlichen Lächeln.
 
„Ja, sicher“, erwiderte der Mann langezogen und in einem murmelnden Tonfall, während er zu überlegen schien. Dann klarte sich seine Stimme auf. „Ihr könnt bei dem Handelsposten Euer Glück versuchen, welcher am Rand dieser Straße liegt, der Ihr gerade folgt. Meines Wissens hat dort ein recht fähiger Kräuterkundiger sein Geschäft aufgemacht. Dort habt Ihr die besten Aussichten, Eurer Freundin helfen zu können.“
 
„Danke, für die Auskunft, Herr Kommandant“, meinte die Elfe nickend. „Wir machen uns gleich auf den Weg, wenn Ihr nichts dagegen habt.“
 
"Nein, nein…natürlich nicht“, meinte der Kommandant, während er immer noch wie gebannt die schwarzhaarige Frau auf der Trage musterte. „Wenn Ihr euch beeilt, könnt Ihr diesen Handelsposten schon morgen in der Frühe erreichen. Und wir müssen eh weiter...“
 
„Dann wünsche ich Euch noch eine gute Weiterreise, Herr Kommandant. Und viel Erfolg bei Eurer Jagd“, verabschiedete sich die Elfe von dem Mann.
 
Der Templer riss sich vom Anblick Miandras los und wandte den Kopf in Vernitas Richtung. „Das wünsche ich Euch auch. Und eine gute Besserung für Eure Freundin.“ Dann wandte er sich an seine Männer. „Wir reiten weiter!“
 
Der Trupp setzte sich in Bewegung und entfernte sich von der Gruppe im schnellen Galopp. Staub und Sand wurden durch die Hufe der Pferde aufgewirbelt und hingen für einen Moment wie ein dünner Schleier in der Luft. Die Templer hatten innerhalb sehr kurzer Zeit ein ziemliches Tempo erreicht, so dass sie bald darauf nicht mehr auszumachen waren. Vernita lenkte ihr Pferd neben die Trage und blickte mit einem nichtssagenden Blick auf die Frau darauf herunter.
 
„Nicht schlecht, wenn auch ein wenig zu dick aufgetragen. Außerdem solltest du nicht versuchen, gleich jeden Kerl zu bezirzen, welcher uns über den Weg läuft. Das hätte auch leicht ins Auge gehen können.“
 
 
 

Modificata da Aliens Crew, 31 gennaio 2013 - 08:43 .


#2715
Bellandyrs

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Sie hatte sich unbewusst in Donas Mähne festgekrallt, während der Templer mit dem Dämon sprach. Zu atmen getraute sie sich auch kaum, und sie spürte, wie sich kalter Schweiß auf ihrem Körper bildete. Ausnahmsweise wurde ihr Pferd dadurch weder unruhig noch aggressiv, und dafür war sie dankbar. Normalerweise hätte der Hengst schon längst die Ohren angelegt und nach etwas geschnappt, was in seiner Reichweite war.
Das alles merkte sie aber erst, als die Templer in einer Staubwolke verschwunden waren, da sie laut ausatmete und ihre Finger lockerte.
„Das ging ja gerade noch mal gut“, murmelte sie leise und klopfte Donas auf den Hals.

Aus ihren Augen blitzte die Wut über Miandras Geschichte dennoch hervor. Diese hatte so dick aufgetragen, dass es wohl nur dem Zauber, dem der Kommandant unterlag, zu verdanken war, dass dieser das Erzählte glaubte.

„Ihr habt ganz schön Mut“, wandte sie sich an Vernita. „Ich dachte schon, jetzt ist alles verloren, als Ihr dem Mann gesagt habt, dass unsere Freundin hier im Fieberwahn spricht. Woher wart Ihr Euch nur so sicher, dass dieser dadurch den Befehl zum Aufbruch gibt?“ Sie schüttelte ungläubig den Kopf und brach anschließend in schallendes Gelächter aus. „Ist Euch eigentlich bewusst, dass er uns auch eine erfolgreiche Jagd gewünscht hat?“

Durch ihren Ausbruch sprang Donas etwas zur Seite, aber Lea konnte sich kaum beruhigen, sondern kicherte weiter. „Ihr habt ihm eine gute Weiterreise gewünscht und viel Erfolg bei seiner Jagd, und er meinte nur, das gleiche wünsche er uns auch!“
Mit einer Hand wischte sie sich die Lachtränen aus den Augen, bevor sie wieder ernst wurde. „Morgen früh also erreichen wir den Handelsposten, wenn wir flott voran kommen“, wiederholte sie die Worte des Templers.

#2716
Kaysallie

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Die schwarzhaarige Frau lachte hämisch und sichtlich amüsiert, nachdem die Templer nur noch eine Staubwolke im Wind waren.

„Ja, hätte es!“ antwortete sie vielsagend auf Vernitas Worte, um anschließend weiterzulachen, bis schließlich Tränen flossen. Vernitas Sorgen teilte sie demnach nicht. Im Gegenteil, sie bedauerte es ein wenig, dass sich diese Elfe eingemischt hatte. All das hätte noch um einiges spaßiger werden können…

Modificata da Kaysallie, 09 marzo 2013 - 11:27 .


#2717
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„Dafür, dass Dämonen der Wollust so klug sein sollen, verhältst du dich aber ausgesprochen töricht“, bemerkte Vernita noch bissig, ehe sie ihr Pferd herumführte, um ihre Reise wieder aufnehmen zu können.
 
‚Und den Preis dafür werde ich dich noch zahlen lassen! Verlass dich drauf!‘ führte sie den Satz in ihrem Kopf weiter fort. ‚Für all das, was du Miandra angetan hast, wirst du noch büßen müssen, Abschaum!‘
 
Die Elfe wollte gerade ihr Pferd antreiben, als Leanora sie ansprach und gleich darauf zu lachen begann, was auch Vernita ein kurzes Lächeln auf das Gesicht zauberte. „Mit Mut hat das nicht viel zu tun, meine Liebe“, entgegnete sie freundlich. „Eher mit dem Wissen, dass Templer auch nur einfache Soldaten mit einer Spezialausbildung sind. Und das Heilen von Krankheiten gehört nun mal nicht dazu. Sie sind wohl dazu fähig, dir einen Wundumschlag anzulegen, eine Blutung zu stillen oder im Notfall auch ein Bein oder einen Arm zu amputieren, aber schon bei der Behandlung einer simplen Magenverstimmung sind sie bereits überfordert.“
 
‚Zudem bin ich noch eine erfahrene Lügnerin. Das macht die Sache wesentlich einfacher‘, führte sie in Gedanken weiter fort, bevor sie weitersprach. „Aber jetzt lass uns von hier verschwinden. Wir haben noch ein gutes Stück Weg vor uns.“
 
Vernita gab ihrem Pferd einen leichten Stoß, woraufhin sich das Tier sogleich in Bewegung setzte. „Los! Es geht weiter!“ rief sie noch in die Runde, bevor sie sich an die Spitze der Gruppe setzte.
 
Langsam aber sicher setzte der Trupp seine Reise fort…zu langsam für Vernitas Geschmack, also versuchte sie das Tempo anzuziehen, was aber nur dazu führte, dass sich die Stricke, mit denen Miandras Trage an deren Pferd befestigt waren, lösten, und die Frau beinahe auf den Boden krachte. So mussten sie eine kleine Zwangspause einlegen, in der sie die Hilfsbahre wieder fest vertäuten. Fluchend erledigte die Elfe diese Arbeit selbst, um die Sache zu beschleunigen. Schließlich konnte es weitergehen, wenn auch nicht so zügig, wie es Vernita gerne gesehen hätte.
 
Frustriert hing sie für den Rest des Tages ihren eigenen Gedanken nach, legte sich einen Plan zurecht, für ihre Ankunft bei dem Handelsposten. Sie dachte über die Worte des Templers nach. Dieser Kräuterkundige, von dem der Mann gesprochen hatte, könnte ihnen vielleicht helfen. Vermutlich nicht bei der Austreibung des Dämons, aber wohlmöglich mit dem Namen einer Person, der dies bewerkstelligen könnte. Es war zumindest einen Versuch wert.
 
Schließlich ertappte sie sich bei der Idee, es einfach zu beenden. Ihr Messer zu ziehen, es an Miandras Hals anzusetzen und ihr damit mit einer schnellen Bewegung die Kehle durchzuschneiden. Kurz und schmerzlos. Und sicher besser als für den Rest ihres Lebens als Spielzeug für dieses Monster herzuhalten, welches Dinge mit ihrem Körper anstellte, welche die Schwarzhaarige selbst niemals tun würde und ihren Kopf mit Gedanken vergiftete, auf welche sie selbst niemals kommen würde. Dann hätte sie endlich den Frieden, welchen sie sich nach all der Qual und all dem Leid, welche das Leben ihr bisher bescherte, verdient hatte.
 
Vernita hasste sich selbst für diese Gedankengänge und schüttelte vehement den Kopf, um diese so rasch wie möglich wieder abzuschütteln. Nein, das würde sie niemals tun. Eher würde sie sich selbst opfern, bevor sie der Liebe ihres Lebens, der Frau, welcher ihr ganzes Herz gehörte, ein Leid zufügte. Und sie würde schon einen Weg finden, um diese Frau zu retten. Koste es, was es wolle.
 
Die Reise verlief ohne weitere Zwischenfälle und als es dunkel wurde, suchten sich die Gefährten einen Platz zum Schlafen. Eine kleine Lichtung am Wegesrand tat sich schließlich auf…ein geeigneter Ort zum Lagern. Vernita führte ihr Pferd dorthin und stieg ab.
 
„Erik! Hilf mir dabei, Miandra zu den Bäumen da drüben zu schaffen! Der Rest kümmert sich derweil um das Lager und um ein schönes Feuer! Auf geht’s!“ befahl sie mit fester Stimme.
 
Der Mann nickte und trat zu der Elfe, welche sich gerade damit beschäftigte, die schwarzhaarige Frau von der Trage loszubinden. Nachdem dies geschehen war, trugen die beiden Miandras weiterhin gefesselten Körper zu einer kleinen Baumgruppe in der Nähe. Dort legten sie die Frau vorsichtig auf dem Boden ab.
 
„Und jetzt hilf den anderen. Ich komme gleich nach“, meinte Vernita noch zu Erik, welcher mit einem kurzen „in Ordnung“ antwortete und sogleich verschwand. Nun wandte sich die Elfe an die schwarzhaarige Frau.
 
„So, meine Liebe“, begann sie, während sie die Frau auf die Seite drehte. „Bevor ich dich nun an diesen Baum binde, löse ich mein Versprechen ein, welches ich dir gegeben habe.“
 
Mit einer schnellen Bewegung lockerte sie die Handfesseln Miandras, so dass diese ihre Finger wieder frei bewegen konnte. Die Elfe selbst streifte sich einen ihrer Handschuhe ab und ließ diesen zu Boden fallen, bevor sie die Hand der Schwarzhaarigen ergriff und diese kräftig drückte.
 
„Mit diesem Handschlag besiegle ich unseren Handel, Dämon“, verkündete sie mit fester Stimme. „Ich besorge dir einen neuen Körper und eine weitere Seele, wenn du mir dafür meine Miandra zurückgibst…und zwar so, wie sie war. Aber wir werden diese Sache auf meine Weise tun und nicht anders. Bist du damit einverstanden? Sind wir beide nun im Geschäft?“
 

Modificata da Aliens Crew, 13 marzo 2013 - 06:14 .


#2718
Kaysallie

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Der gehässige Tonfall Vernitas belustigte die schwarzhaarige Frau nur noch mehr. Wie sehr sie es doch liebte diese Sterblichen in falschen Annahmen zu wägen und in die Irre zu führen… sollte dieses Weib sie nur für vollkommen dämlich halten. Letztlich würde sie dies zum Vorteil nutzen. Dennoch… es würde kein Leichtes werden sich aus dieser Lage zu befreien. Viele Faktoren, die sie nicht beeinflussen konnte, spielten eine Rolle. Aber sie hatte genug Zeit gehabt, sich auf jedwede Situation vorzubereiten…

Auch wenn sie sich wenig später eingestehen musste, dass sie nicht damit gerechnet hatte urplötzlich fast auf dem Boden zu laden und von den folgenden Pferden niedergetrampelt zu werden. Wobei andererseits… dass diese widerwärtigen fleischlichen Wesen nicht einmal die einfachsten Dinge auf die Reihe bekamen, war ohnehin abzusehen gewesen. Sie äußerte sich nicht weiter zu dem Vorfall, sondern grinste die Elfe und deren Begleiter nur zynisch über deren Unfähigkeit an, als sie die Seile wieder befestigten.

Für einen Dämon wie sie verlief diese Reise so rasch, wie die paar Flügelschläge eines Schmetterlings, wenn er von einer Blüte zur nächsten schweifte. Die Nacht brach herein und veranlasste die Gruppe zur Rast. Wie lächerlich diese Sterblichen doch waren… doch andererseits: würden sie sich nachts nicht ihren Träumen hingeben, wäre das Nichts ein nur noch langweiligerer Ort als er es ohnehin schon war. Dennoch amüsierte es sie noch viel mehr, sie in ihrer realen Welt zu belästigen, denn hier waren die Konsequenzen ausschlaggebend und nicht nur ein kurzer Schreckensschrei eines Kindes, das sich vor den Dämonen und Geistern fürchtete, sie aber nur wenige Augenblicke später schon wieder vergessen hatte.

Bei diesem Gedanken, mit funkelnden Augen zum Himmel blickend, nachdem man sie wieder wie einen Gegenstand behandelt und in die Nähe einiger Bäume getragen hatte, wurde sie urplötzlich von dieser nervigen Elfe angesprochen. Und es trat etwas ein, was sie dieser sturen Frau eigentlich nicht mehr zugetraut hatte, als diese plötzlich nach ihrer Hand fasste und erneut den Handel erwähnte.

Welche Taktik verfolge diese Elfe nun nur? Was hat sie dazu bewegt, ihre Meinung zu ändern? Eines stand jedenfalls fest: es war nicht relevant… sie würde noch bereuen, diesen Schritt gewagt zu haben, so oder so.

Ein leichtes Zucken ihrer Wange löste den kurzzeitig starren Blick, der auf die beiden Hände gerichtet war. Langsam, fast schon sprunghaft legte sich ein breites Grinsen auf ihr Antlitz, dem ein leises Kichern folgte. Langsam erwiderte sie den Druck des Handschlags, umschloss die verschwitzten Finger der Elfe, bis sich ihre Nägel schon schmerzhaft in deren Haut und Knöchel jagten.

„Ihr werdet Euer Weib bekommen, unverändert, sobald die beiden Seelen mein sind. Und danach werdet Ihr nie wieder ein Wörtchen von mir hören, ich gehe meines Weges und Ihr den Euren. Ich werde mein Wort halten, wenn Ihr dies ebenso tut…“, erwiderte sie mit ernster, flüsternder Stimme, ehe sie den Blick hob, das Gesicht zu einer verrückten Fratze verzogen, die sonst so hellen, blauen Augen im dämonischen Rot glühend, eine unwiderstehliche Anziehung ausstrahlend, die vergleichbar war mit einem ewigen, schwarzen Tunnel, aus dem es kein entrinnen gab. Die Pupillen der Elfe fixierend, wie ein hungriger Wolf seine Beute, verharrten beide in dieser Position, aber plötzlich erhöhte die schwarzhaarige Frau den Druck an der Hand noch weiter, ihre Nägel nun bis unter die Haut der Elfe krallend, sodass Blutstropfen hervortraten. Gleichzeitig zog sie ihr Gegenüber mit einem leichten, fast schon sanften und kaum spürbaren Ruck ein Stück näher zu sich heran, als hätte sie Vernita jegliche Kraft aus den Gliedern gesaugt, um es ihr unmöglich zu machen, sich dem zu widersetzen.

„Und… wagt es nicht mich zu hintergehen… denkt erst gar nicht daran, denn dieser Handschlag hat so eben Euer Wort besiegelt… ein Verrat wird Euch teuer zu stehen kommen. Ich bin keiner dieser niederen Dämonen, diesem Fußvolk, mit denen Ihr es bisher zu tun hattet, meine kleine Heldin eines verkümmerten Landes. Denkt an meine Worte…“, hauchte sie der Elfe noch gefährlich in ihr spitzes Ohr, wobei ihre Stimme hallend von allen Seiten auf Vernita einzuhämmern schien. Und nur einen Augenblick später war alles wieder vorbei, als der Dämon die Hand der Elfe einfach losließ. Mit einem kindhaften Lächeln blickte die Frau erneut empor zum Himmel, als wäre nichts geschehen.

Modificata da Kaysallie, 16 marzo 2013 - 08:29 .


#2719
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Vernita verzog keine Miene, während der Dämon ihr drohte und ihre Hand drückte, bis sich deren Nägel unter ihre Haut gruben. Nachdem dieser die Hand der Elfe losließ, musterte Vernita die leichten Verletzungen auf ihrem Handrücken, bevor sie Miandra schief angrinste. „Auch du solltest nicht daran denken, mich zu hintergehen…ansonsten wirst du schnell feststellen, dass ich gefährlicher bin als du es vielleicht denkst.“
 
Anschließend band die Elfe die Hände der schwarzhaarigen Frau wieder aneinander, bevor sie Miandra selbst an den Baum hinter ihr fesselte. „So, dann wünsche ich  noch eine angenehme Nachtruhe“, meinte Vernita grinsend, während sie aufstand. „Sobald wir den Handelsposten erreichen, suchen wir uns eine ruhige Unterkunft und machen uns dann auf die Suche nach deinen beiden Seelen. Und dabei werden wir leise und diskret vorgehen, um unnötige Aufmerksamkeit zu vermeiden.“
 
Nach diesen Worten wandte sich die Elfe ab und sah zu den anderen hinüber. Erik war derzeit damit beschäftigt, ein Feuer zu entfachen, während Lydia und Sha’ira ihr Lager aufschlugen. Leanora hingegen stand etwas abseits und kümmerte sich um die Pferde. Da kam Vernita eine Idee. Sie ging zu der blondhaarigen Frau, um mit dieser unter vier Augen zu sprechen.
 
„Hast du kurz Zeit?“ fragte sie Leanora, als sie hinter der Frau stand. „Ich habe da ein Anliegen. Es ist gefährlich, aber auch sehr wichtig, wie ich finde, daher komme ich gleich zur Sache. Ich möchte, dass du die Freundschaft dieses Dämons suchst. Wie ist mir ganz egal. Dieses Wesen soll nur denken, dass du fasziniert von ihm bist und dich ihm nicht mehr länger entziehen kannst. Denkst du, du kriegst das hin?“
 
 

#2720
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Leanora stand gerade seitlich hinter Donas und hielt in der einen Hand den Schweif, in der anderen eine grobe Bürste, mit der sie kleine Knoten heraus kämmte, als die Elfe hinter ihr auftauchte. Weiter arbeitend hörte sie sich Vernitas Anliegen an und runzelte dabei die Stirn.

„Ich soll was bitte?“ fragte sie verdutzt und ließ dabei die letzten verfilzten Strähnen des Schweifs aus ihrer Hand gleiten. „Ich dachte, als Jungfrau kann ich ohnehin nicht in ihren Bann geraten? Und das weiß sie doch auch?“ Unschlüssig schüttelte sie den Kopf. Sie war sich nicht sicher, für was dieser Vorschlag gut sein sollte, und mit Sicherheit wollte sie nicht doch noch in diesen Bann geraten, der einem den gesamten Verstand lahm legte.

„Wenn sie das weiß, wird sie mir das nie im Leben glauben, egal wie gut ich schauspielere“, versuchte sie ihre Gedanken in Worte zu fassen. Dann blickte sie der Elfe fest in die Augen. „Was kann dabei schief gehen?“ fragte sie leise. „Und was versprecht Ihr Euch davon?“ bohrte sie nach. „Aber wenn Ihr sicher seid, dass Miandras Bewohner mir das glaubt und es uns weiterbringt, die echte Miandra zurück zu erhalten, dann werde ich es natürlich tun“, gab sie jedoch Antwort auf die Frage, obwohl ihr dabei etwas mulmig zumute war. Zum einen hatte sie sich mit der dunkelhaarigen Frau nie sonderlich gut verstanden, oder besser gesagt, auch nicht viel mit ihr geredet, und zum anderen wusste sie nicht, ob sie gegenüber diesen Künsten des Dämons wirklich gänzlich immun war. Aber letztlich war sie bereit, dieses Risiko einzugehen.

#2721
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Vernita grinste Leanora schief an, als sie deren Zweifel vernahm. „Sicher kann auch eine Jungfrau einem Dämon der Wollust verfallen. Jedes fühlende Wesen kann das, egal ob Kind oder Greis, arm oder reich. Stark oder schwach, schlau oder dumm. Die Wahrscheinlichkeit, dass so etwas passiert, ist bei einer Person, welche noch nicht der sexuellen Berauschung erlegen war, lediglich weitaus geringer als bei den anderen unter uns. Und genau das wird dir zum Vorteil gereichen.“
 
Die Elfe trat noch einen weiteren Schritt auf die blondhaarige Frau zu und legte dieser ihre Hände auf die Schultern und sah ihr tief in die Augen. „Du hast recht. Dieser Dämon ist sehr intelligent. Intelligenter als die meisten, die mir bisher von ihrer Art über den Weg gelaufen sind. Aber zugleich ist und bleibt es dennoch ein Dämon, welcher vor allem von seinen Emotionen und Begierden getrieben wird. Und in einem Dämon der Wollust brennt dieses Verlangen besonders stark…mehr noch als seinen Artgenossen. Hinzu kommt noch, dass du als Jungfrau eine besonders verlockende „Beute“ darstellst. Sie wird gar nicht anders können, als dich verführen zu wollen, sobald du auch nur das kleinste bisschen Interesse zeigst. Du wirst schon sehen.“
 
Der Gesichtsausdruck Vernitas wurde sehr ernst, während sie weitersprach, ihr Blick eindringlicher. „Allerdings besteht dabei natürlich auch die Gefahr, dass du diesem Wesen verfällst, wenn dein Wille schwach ist. Dann endest du als Marionette und Spielzeug dieses Wesens, bis es beschließt, dass für dich die Zeit gekommen ist, zu sterben. Sie wird es mit allen Tricks versuchen…mit allen Begierden, die ein Mensch wie du haben kann. Also nicht nur mit Sex, sondern auch mit Macht, Reichtum, Glückseligkeit und dergleichen. Du musst sehr vorsichtig sein und einen klaren Kopf bewahren, hörst du mich?“
 
Die Elfe verstärkte kurz den Druck auf Leanoras Schultern, bevor sie die Frau schließlich los und ihre Arme sinken ließ. „Und was ich mir davon verspreche? Nun, ich habe nicht die Absicht, diesem Ding zu geben, was es fordert. Zumindest nicht, wenn es sich irgendwie vermeiden lässt. Zum einen verhandle ich mit so einem Gezücht nicht, zum anderen traue ich ihm nicht über den Weg. Also müssen wir einen anderen Weg finden, Miandra von dieser Missgeburt zu befreien. Und das wird nur funktionieren, wenn es uns gelingt, dieses Wesen zu überrumpeln. Und dazu brauche ich dich…denn mir wird dieser Dämon nie und nimmer soweit vertrauen, damit ich das zu unserem Vorteil nutzen kann. Doch du…du bist jung. Und es ist mehr als offensichtlich, dass diese Abscheulichkeit dich für naiv und einfältig hält. Das können wir nutzen…nein, das müssen wir nutzen. Es ist die beste Option, die wir haben. Ansonsten wird es wohl früher oder später darauf hinauslaufen, dass ich Miandra töten muss. Und das wäre dann auch für mich das Ende, denn dieser Schmerz wäre mehr, als mein Herz verkraften könnte…“
 
 

#2722
Bellandyrs

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Lea bekam auf diese Antwort hin doch etwas Bammel, war aber dennoch zuversichtlich, es zu schaffen. Schließlich konnten sie Sachen wie Macht oder Reichtum nicht wirklich locken, und die sexuelle Begierde galt allein ihrem Liebsten.

"Nun gut", nickte die Adlige nochmals zur Bestätigung. "Ich denke, das kann ich meistern."

Sie nahm die letzten Strähnen des Schweifes nochmal in die Hand, die ihr zuvor entglitten waren, und machte mit ihrer Arbeit weiter. Weniger der Notwendigkeit halber, sondern dass sich ihre Gedanken etwas beruhigen konnten.

Vernita nickte ihr kurz zu und ging dann zurück zu den anderen.

#2723
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Nach Leanoras Bestätigung nickte Vernita der jungen Frau noch einmal zu, bevor sie sich zum Gehen umwandte. „Übernimm du die erste Wache“, rief die Elfe ihr noch zu. „Und wecke mich dann gegen Mitternacht.“
 
Sie besorgte sich noch etwas zu Essen und setzte sich anschließend an das inzwischen entzündete Lagerfeuer. Eigentlich hatte Vernita keinen Hunger. Zuviel ging ihr im Kopf herum und nahm ihr den Appetit. Doch sie wusste auch, dass sie bei Kräften bleiben musste. Die folgenden Tage würden sicher sehr anstrengend werden…
 
So zwang sie sich ihr Abendessen vollständig hinein und spülte das Ganze mit einem großen Schluck Wasser hinunter. Dabei warf sie ständig einen Blick zu Miandra herüber, die mit einem nichtssagenden Blick gefesselt an dem Baum saß.
 
Nachdem Vernita eine ganze Weile einfach nur dagesessen und die schwarzhaarige Frau angestarrt hatte, legte sich die Elfe schließlich hin. Mit dem Blick in Richtung des Dämons gewandt, damit sie nur die Augen öffnen musste, um diesen sofort ausmachen zu können – nur für alle Fälle.
 
Doch fiel der Elfe das Einschlafen noch schwerer als das Essen, so dass es ein Weilchen dauerte, bis sie schließlich in einen unruhigen Schlaf fiel.
 
 

#2724
Bellandyrs

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Nachdenklich knabberte sie an ihrer Unterlippe, während sie die restlichen Arbeiten an den Pferden erledigte. Alsbald war sie jedoch fertig und sah, dass Vernita bereits zu Abend gegessen hatte. Auch ihr Magen knurrte, also trat sie auf Erik zu, der gedankenverloren ins Feuer zu blicken schien.

„Ihr habt wahrlich eine Hand für diese Tiere“, meinte er, als sie sich neben ihn setzte und ihre Mahlzeit zu sich nahm.

Leanora nickte. „Ich mach es gerne“, antwortete sie lediglich. Sie konnte nicht einmal sagen, was sie aß, es hätten auch geröstete Regenwürmer sein können. Ihre Nervosität nahm wieder zu. Wie sollte sie das nur bewerkstelligen, ohne dass der Dämon Verdacht schöpfte?
Schließlich tunkte sie mit einem Stück Brot den Rest aus ihrer Holzschale, stand auf und ging geradewegs zu Miandra. Immerhin hatte sie ohnehin bis Mitternacht Wache, da konnte sie die Zeit auch gleich dafür nutzen.

„Entschuldigt, wenn ich störe“, begann sie. „Ich bin mir nicht sicher, ob Ihr schon etwas zu essen hattet?“ Unsicher blickte sie in das Gesicht der dunkelhaarigen Frau. „Oder habt Ihr Durst? Sonderlich bequem sieht das ja nicht aus“, murmelte sie leise. „Wenn Ihr mögt, könnt Ihr eine meiner Decken haben, es kühlt nachts ja doch sehr stark ab.“

Verlegen trat sie von einem Bein auf das andere. Sie spürte förmlich die fragenden Blicke Eriks, wollte sich aber auch nicht gerade umdrehen, sondern lieber auf Miandras Reaktion warten. Auf irgendeine Frage musste sie doch antworten?

Modificata da Bellandyrs, 24 agosto 2013 - 08:37 .


#2725
Kaysallie

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Mit einem zufriedenen, nein, fast schon wahnsinnigen Grinsen blickte die schwarzhaarige Frau zum nächtlichen Himmel empor. So viele Jahrzehnte waren nun vergangen, so vieles hatte sich in dieser kleinen Welt gewandelt, aber die Sterne sahen immer noch gleich aus, wie zu jener Zeit, als sie entstanden waren. Und nun hatte sie den Sieg in der Tasche… dessen war sie sich sicher. Alles was sie nun nur noch tun musste, war abzuwarten, auf den dummen Fehler, den dieses sture Elfenpack begehen würde. Ihre Finger kribbelten bei dem Gedanken daran und ein Lachen wollte sich bereits von ihren vibrierenden Lippen lösen. Es war so komisch. So irre komisch! Aber sie zwang sich zu anderen Gedanken… diesen Witz würden diese Sterblichen ohnehin nicht verstehen.

Ihre Aufmerksamkeit schwankte zu den fleischlichen Kreaturen und sie beobachtete harsch deren Gestik, ohne sich irgendwelche Schlüsse daraus zu ziehen. Einzig der Blick dieser Elfe begann sie allmählich zu nerven. Dass diese Schwarzhaarige das nur so lange ertragen konnte, von diesem Weib immerzu angestarrt zu werden?

Doch dann plötzlich trat diese widerwärtige Jungfrau auf sie zu und Skepsis zeichnete sich deutlich auf ihrem Antlitz ab. Ihr Blick schwankte kurz zu dem Essen, das auch dieser stramme Bursche zu sich nahm, was ihren ohnehin gedämpften Appetit in keinster Weise regte, sondern fast schon das Gegenteil bewirkte. Aber als sie diesen Mann so ansah… regten sich bei ihr ganz andere Dinge.

Nachdem sie kurz mit verträumt funkelnden Augen in Gedanken geschwelgt hatte, wurde ihr Blick wieder eisig, als Leanora erneut den Mund aufmachte, wobei jedes der Worte in klassisch jungfräulicher Unsicherheit getränkt war.

„Durst und Hunger… das Bedürfnis nach Wärme… ja, die habe ich“, erwiderte sie mit einem theatralischen Seufzen. „Wie wäre es mit dem Saft Eurer Lenden, nachdem ich Euer Fleisch spüren durfte und Ihr das Meinige. Und wenn Ihr erfahren möchtet, wie es sich anfühlt gefesselt zu sein, so kann ich Euch den Wunsch gerne erfüllen.“

Sie kicherte ironisch. „Aber ich vergaß, Ihr wollt Euch noch aufsparen für diesen einen ‚Besonderen‘. Ihr wisst nicht, was die Lust und Begierde ist und welch Qual es sein kann, wenn diese in Euch brennt und es kein Wasser gibt, um dieses Feuer zu löschen. Also habt Ihr nichts, das mich amüsieren könnte… also verschwindet, Euer unschuldiger Geruch widert mich an.“

Modificata da Kaysallie, 07 maggio 2013 - 11:07 .