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Die freie Wildnis von Ferelden (Dragon Age RP)


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2750 réponses à ce sujet

#701
Bellandyrs

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"Deswegen habt Ihr befürchtet ich könnte Euch für ein Monster halten? Das erklärt einiges..."

Leanora stand auf, trat einen Schritt näher an Azoth, und strich mit ihrem Handrücken über seine Wange. Dann nahm sie sein Gesicht zwischen ihre Hände und drehte es so, dass er ihr in die Augen blicken mußte.



"Ihr seid ein sehr warmherziger Mann, Azoth. Und es ist kein Wunder, wenn Euch diese Schrecken der Vergangenheit jetzt einholen. Laßt die Trauer zu. Wie sagtet Ihr zu mir? Es gibt auch eine Zeit zu trauern. Und Alkohol ist dabei wirklich keine Lösung."

Noch einmal strich ihre Hand über seine Wangen, dann ging sie zum Wirt in die Küche und bestellte heiße Milch mit Honig und einem kleinen Schuß Rum. Eines der besten Schlafmittel, die sie kannte.



Kurze Zeit später kam sie mit dem dampfenden Getränk zurück und stellte es Azoth vor die Nase.

"Trinkt das. Ein altes Hausmittel, um etwas zur Ruhe zu kommen."

#702
Guest_Juleiila_*

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Azoth blickte Leanora tief in die Augen, während sie seinen Kopf zwischen die Hände nahm. Irgendwie sah er sie ganz anders. Sie war ein äußerst liebenswerter Mensch. Und er fragte sich, wie sie das alles auf sich nahm. Die anderen waren ja nicht immer gerade Nett zu ihr.

Er spürte ihre warmen Zärtlichen Hände an seiner Wange, und genoss diesen Augenblick für eine kurze Zeit. So etwas hatte er seit Jahren nicht mehr erleben dürfen.

Er verfolgte ihre Schritte, und sein Blick folgte ihr auch in die Küche und wieder zurück.

Seufzend nahm er einen Schluck von dem dampfenden Getränk und lächelte kurz, ehe er sie umarmte.

"Danke Lea. Ihr habt mich wirklich aufgemuntert." Langsam ließ er sie wieder los, und lächelte sie noch immer an, während er trank.

#703
Aliens Crew

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Vernita seufzte, als Rowan aufstand, ihre Sachen zusammensuchte und die Elfe wieder mit irgendwelchen Ausflüchten abspeisen wollte. Sie stand wieder auf, wobei sie tief ein- und ausatmete. Sie musste ihre Nerven beruhigen. Sie hatte allmählich genug und war nur einen Schritt davon entfernt, die Wahrheit aus der blonden Frau herauszuprügeln. Diplomatie war wahrhaftig nicht ihr Stärke.
 
„Nein, das werdet Ihr nicht. Ich werde Euch nicht einfach gehen lassen. Nicht schon wieder“, meinte Vernita schließlich, wobei ihre Stimme einen ziemlich scharfen Ton angenommen hatte. „Seit ich vor etwa fünf Jahren zum Grauen Wächter geworden bin, versuchen ständig irgendwelche Leute oder Monster mich zu töten. Und auch jetzt scheint wieder eine ganze Meute meinen Kopf zu fordern. Denkt Ihr etwa, es würde noch einen Unterschied machen, ob da noch ein paar Typen mehr oder weniger auf den Plan treten, die das ebenfalls versuchen werden, wenn Ihr mir endlich erzählt habt, wer hinter Euch her ist?“
 
Vernita stand auf und trat vor Rowan. Mit beiden Händen umklammerte sie die Schultern der blonden Frau und sah dieser direkt ins Gesicht. „Und was habt Ihr denn so großartiges vor, nachdem Ihr uns verlassen habt? Wollt Ihr Euch wieder unter irgendeinen Stein verkriechen? Wo soll es denn diesmal hingehen? Nach Tevinter? Oder vielleicht nach Anderfels? Glaubt Ihr wirklich, es spielt eine Rolle, wo Ihr hinflüchtet? Nein, es ist völlig egal. Wer auch immer hinter Euch her ist, der wird Euch auch finden. Und Euch töten. Ihr habt nur eine Chance aus der Sache herauszukommen. Ihr müsst dasselbe tun, was ich gerade mache. Findet denjenigen, der Euch ans Leder will und kommt ihm zuvor.“
 
Die Gesichtszüge der Elfe versteinerten wieder, und ein fordernder Blick lag nun in ihren Augen. „Und wenn Ihr unbedingt wissen wollt, warum ich das tue, dann sag ich es Euch. Es ist derselbe Grund, weswegen ich Miandra dabei helfe, ihre Tochter zu finden.“
 
Ihr Blick fiel kurz auf die schwarzhaarige Frau, die immer noch bei der Tür stand, bevor sie wieder Rowan ansah. „Sie und Ihr seid die einzigen Personen auf diesem ganzen verdammten Kontinent, die mir etwas bedeuten. Alle anderen können von mir aus eines grausamen Todes sterben. Und solange ich noch dazu fähig bin, auch nur einen einzigen Atemzug zu tun, werde ich sowohl ihr wie auch Euch beistehen. Das ist ein Versprechen.“
 
Die Stimme Vernitas wurde nun vorwurfsvoller, als sie weitersprach. „Also hört endlich mit dieser elenden Flennerei auf, und macht das Maul auf! Ihr stellt meine Geduld auf eine harte Probe! Oder ist es Euch lieber, wenn ich jeden töte, der es wagt sich Euch bis auf fünf Schritte zu nähern? Der Kerl von vorhin wäre damit der erste, den ich mir vorknöpfe werde! Wollt Ihr das vielleicht?“

#704
viento2

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„Ich habe nicht vor, weiter davon zu laufen. Darüber braucht ihr euch keine Sorgen zu machen.“

Ihr Augen funkelten vor Zorn als sie die Hände der Elfe von ihren Schultern fegte.

„Und ich habe euch nie darum gebeten, dass ihr euch für mich einsetzt. Ihr solltet mir nicht trauen, genauso wenig wie ich euch und den anderen traue. Jeder steht im Endeffekt für sich allein.“

Rowan rückte ihre Armschienen zurecht und überprüfte den Sitz ihres Waffengürtels. Sie warf Vernita noch einen Blick zu und schritt dann Richtung Tür. Mit der Rechten umfasste sie die Klinke und hielt dann jedoch seufzend inne.

„Ich bin mit 15 von zu Hause weg gelaufen und habe mich einer Gruppe angeschlossen, die gerade in der Gegend umher zog. Sie haben mich mit nach Orlais genommen und ich wurde dort....ausgebildet.“

Sie wandte sich nicht um und hielt den Kopf Richtung Tür während sie weiter sprach.

„Dort habe ich Sareth kennen gelernt. Er hat hin und wieder für uns Aufträge übernommen. Ich.....bin schließlich von dort geflohen.....und wieder hierher zurück nach Ferelden gekommen. Ich hab immer befürchtet, dass sie mich suchen würden, obwohl ich doch die Hoffnung hatte, dass ich zu unwichtig für sie bin.“

Rowan drehte sich um und schaute Vernita an.

"Ich.....habe bisher mit niemadem darüber gesprochen. Und es fällt mir sehr schwer. Allein die Gedanken an damals.......ich hab sie bisher immer verdrängt."

Rowan ließ von der Tür ab und setzte sich zurück auf ihr Bett.

Modifié par viento2, 04 septembre 2010 - 05:01 .


#705
Kaysallie

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Miandra musterte Rowan und Vernita abwechselnd, und war durch den Anblick urplötzlich beruhigt. Vielleicht lag es an der Tatsache, dass sie bisher immer daran glaubte, dass sich Vernita nur ihr gegenüber so verhält, wie sie es grade tat. Man konnte Sorge in ihren Augen lesen, über die sie in gewisser Hinsicht froh war. Sie verstand nicht genau, wieso das so war, dachte jedoch auch nicht länger darüber nach.

Das einzige was sie daraus ableiten konnte war, dass sie Rowan auf eine gewisse Art und Weise brauchte. Sie brauchte Rowan, weil Vernita sie leiden konnte.

So einfach war das.

Sareth? Also war das dieser Kerl von vorhin..

"Denkt Ihr, dass er alleine gekommen ist? Irgendwie kommt mir das etwas komisch vor.. Wenn diese Gruppe wirklich nach Eurem Kopf trachten sollte, weil Ihr von dort geflohen seid... Wieso sollte er Euch dann verbinden, und damit retten.. Will er Euch vielleicht davon überzeugen dort hin zurück zu kehren?"

Sie überlegte einen Moment. Um wen genau konnte es sich dabei wohl handeln, dass sie wegen einer einzigen Frau von Orlais bis nach Ferelden - bis nach Denerim - die Suche erweiterten?

"Ja.. die Vergangenheit holt wohl uns alle irgendwann ein..", sie seufzte und lehnte sich an die Wand neben der Türe.

Modifié par Kaysallie, 04 septembre 2010 - 06:09 .


#706
Bellandyrs

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"Gern geschehen Azoth. Ich dachte immer, dafür ist eine Familie da. Und nachdem wir beide keine mehr haben... sehe ich derzeit diese Gruppe als meine Familie an, auch wenn dabei sehr viele sind, die anscheinend ohne Liebe und Herzlichkeit auskommen können. Außerdem habt Ihr Euch meinen Kummer schließlich auch angehört, somit ist das wohl das mindeste was ich hier tun kann."



Sie lächelte ihn warm an, und in ihre sonst oliv-farbenen Augen mischte sich ein Hauch goldgelb dazu, wie Akazienhonig. Dann setzte sie sich wieder neben ihn und naschte von den Weintrauben.

#707
Aliens Crew

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„Solche Dinge lassen sich nicht ewig verdrängen, Rowan“, meinte Vernita mitfühlend. „Und je länger Ihr das versucht, desto schlimmer wird es, wenn das Verdrängte wieder an die Oberfläche kommt. Diese Erfahrung habe ich selbst erst vor Kurzem machen müssen. Es ist also an der Zeit, dass Ihr Euch Eurer Vergangenheit stellt, so wie ich mich der meinen stelle.“
 
Die Elfe wandte den Blick ab, und fixierte nun die schwarzhaarige Frau. „Und es ist doch sonnenklar, warum er ihr geholfen hat, Mirandra. Hätte er sie in dieser Situation nicht gerettet, dann wäre er jetzt ebenfalls tot. Das war ihm mit Sicherheit klar. Und er wollte bestimmt noch nicht sterben. Bestimmt wartet er jetzt auf eine bessere Gelegenheit, um sein Ziel zu erreichen. Ich würde das tun. Allerdings...“
 
Vernita fasste sich ans Kinn und wirkte für einen Moment sehr nachdenklich. „Möglicherweise will er Euch auch gar nicht töten, Rowan. Vielleicht hat er auch was ganz anderes im Sinn. Für einen geübten Attentäter war sein Verhalten nicht professionell genug. Wir sollten ihn über den Grund seines Hier seins befragen. Am Besten übernehme ich das. Es könnte zwar sein, dass ihm danach ein paar Körperteile fehlen, aber so finden wir zumindest heraus, wer ihn herschickte und was er vorhat.

#708
viento2

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"Ich kann es euch nicht sagen, was er will. Er ist Söldner und hat hin und wieder für meine Ausbilder gearbeitet."

Rowan wandte sich ab und starrte aus dem Fenster.

"Aber soweit ich weiß, hat er Orlais nie zuvor aus eigenen Interessen verlassen. Warum sollte er es gerade jetzt tun? Und warum dort, wo ich bin? Wären das nicht zu viele Zufälle auf einmal?"

Nachdenklich strich sie sich ihre Zöpfe aus dem Gesicht.

"Und bitte seid vorsichtig. Auch wenn er vielleicht nicht danach aussieht, er ist ein durchaus erfahrener Kämpfer und gefährlicher Gegner."

Sie drehte sich zu Vernita um und schaute sie flehentlich an.

"Aber bitte....wenn es eine andere Möglichkeit gibt, dann.....bitte tut ihm nicht weh."

#709
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Vernita wollte sich gerade abwenden und das Zimmer verlassen, um nachzusehen, ob dieser Kerl noch in der Taverne saß, als ihr klar wurde, was Rowan da gerade eben gesagt hatte. Hatte sie die Elfe wirklich darum gebeten, diesen Typen zu verschonen? Warum sollte sie das tun? Dieser Mann war womöglich ein Attentäter, der nach Denerim gekommen war, um Rowan zu töten. Und ausgerecht diese bat Vernita darum, ihrem potenziellen Mörder nichts anzutun. Das ergab für die Elfe keinen Sinn.
 
Hätte dieser Kerl es auf Vernita abgesehen, dann hätte die Elfe ihm wahrscheinlich schon längst die Eier abgeschnitten und sie ihm ins Maul gesteckt, damit er daran erticken konnte. Vernita verstand die Welt nicht mehr und sah die blonde Frau deshalb noch einmal fest in die Augen.
 
„Ist das Euer ernst, Rowan?“ fragte sie mehr als überrascht. „Dieser Bastard ist eventuell hier, um Euch zu töten, und Ihr wollt, dass ich ihm nicht das Fell über die Ohren ziehe? Das müsst Ihr mir genauer erklären. Was verbindet Euch mit diesem Wichtigtuer?“

#710
viento2

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Rowan wandte den Blick nach unten.

"Ich....kann es euch nicht sagen. Es...gab eine Zeit, da hatten wir viel miteinander zu tun und wir haben uns gut verstanden."

Nervös spielten ihre Finger an einer Schnalle ihrer Lederrüstung.

"Wir sind so etwas wie Freunde geworden...denke ich."

Sie drehte den Kopf zur Seite als sie merkte, wie ihr das Blut ins Gesicht schoss. Warum reagierte sie nur so? Nach all den Jahren....und dabei war noch nicht einmal etwas passiert. Doch seine Anwesenheit hatte ihre Gedanken durcheinander gebracht. Sie wusste nur, dass sie nicht wollte, dass ihm etwas passierte. Sollte er den Auftrag bekommen haben, sie zu töten, dann musste es eine andere Lösung geben.

"Bitte..." Rowan schaute Vernita an. "Lasst uns erst einmal mit ihm sprechen. Vielleicht habe ich eben einfach nur überreagiert. Nach so langer Zeit hatte ich nicht mehr gedacht, noch einmal mit dem, was passiert ist, konfrontiert zu werden. Ich bin einfach überrumpelt worden."

Rowan stand auf und trat ans Fenster. Innerlich war sie aufgewühlt und unruhig. Hatte sie wirklich nur überreagiert oder war er tatsächlich geschickt worden um sie zu suchen? Er war ein fähiger Söldner, der seine Aufträge immer präzise erledigt hatte und sich nicht gescheut hatte, weiter dafür zu reisen. Außerdem kannte er Rowan gut. Wenn sie ihr jemanden hinterher geschickt hatten, dann wäre er eine gute Wahl dafür gewesen. Oder hatte er sich gar freiwillig gemeldet?
Rowan spürte ein Ziehen in ihrer Brust. Würde er wirklich einen Auftrag annehmen, bei dem sie zu Schaden kommen sollte? Sie musste es heraus bekommen, oder es würde ihr keine Ruhe mehr lassen. Und wenn er gekommen war, sie zu töten, dann sollte es so sein. Dann würde sie sich stellen.

Modifié par viento2, 05 septembre 2010 - 03:21 .


#711
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„Ich verstehe. Ihr kennt euch also“, murmelte Vernita leise. „Das macht es für ihn natürlich wesentlich einfacher Euch zu töten, falls er deswegen hierher geschickt worden sein sollte. Würde ich Euren Tod wollen, dann hätte ich auch jemanden entsandt, dem Ihr so etwas wie Vertrauen entgegenbringt. Ich werde mit ihm reden.“
 
Die Elfe wandte sich ab und ging Richtung Tür. Als sie diese gerade durchschritten hatte, blieb sie noch einmal stehen und wandte sich erneut um.
 
„Leider kann ich Euch nicht versprechen, ihn zu verschonen, Rowan“, meinte Vernita mit gedämpfter Stimme. „Sollte ich auch nur den geringsten Verdacht hegen, dass er hier ist, um Euch etwas anzutun, dann werde ich ihm keine zweite Gelegenheit dazu geben. Dann wird er diese Nacht nicht überleben. Um dieses Risiko einzugehen, seid Ihr mir einfach zu wichtig.“
 
Die Elfe wandte ihren Blick noch einmal auf Miandra. „Bleibt am Besten hier, und passt auf sie auf. Ich bin gleich wieder zurück.“
 
Ohne auf eine Antwort zu warten, machte sie sich auf den Weg nach unten. Festen Schrittes marschierte sie den Flur entlang und dachte über das Geschehene nach.
 
Sie waren nach Denerim gekommen, um Antworten zu bekommen. Sie wollten Miandras Tochter finden und die Person, die Vernitas Tod verlangt. Und nun mussten sie sich auch noch mit Rowans Vergangenheit auseinandersetzen. Das machte die ganze Sache nur unnötig kompliziert. Am Liebsten würde sie die Geschichte so schnell wie möglich beenden. Einfach in den Schankraum vor diesen Kerl treten und ihm mit einem schnellen Hieb den Kopf abschlagen. Problem gelöst.
 
Doch dann war da noch Rowan, die sie gebeten hatte, diesen Mann nicht zu töten. Offensichtlich mochte sie diesen Typen ziemlich gern. Oder liebte sie ihn vielleicht sogar? Dieser Gedanke missfiel der Elfe ganz und gar. Trotzdem machte dieser Umstand die Situation ziemlich schwierig. Wer wusste schon, wie die blonde Frau reagieren würde, wenn Vernita mit diesem Wichtigtuer einfach kurzen Prozess machen würde. In ihrem augenblicklichen Zustand war da alles möglich. Von Flucht, über Mord bis hin zum Suizid. Das durfte Vernita nicht zulassen. Sie seufzte. Sie hasste es, wenn die Dinge nicht so einfach waren, um sie mit einem einzigen Schwerthieb aus der Welt zu schaffen.
 
Die Elfe stieg die Treppe zum Schankraum hinunter. Nun würde sich das Schicksal dieses Sareths entscheiden. Doch er war gar nicht da. Vernita sah sich überrascht um, doch sie konnte nur Azoth und Leanora an der Theke sehen, sowie Hennrik, der immer noch auf der Bank saß und schlief. Oder war er bereits tot? Außerdem hörte sie den Wirt in der Küche wirken.
 
Vernita sprang die letzten Stufen der Treppe einfach herunter und lief so schnell es ging zum Ausgang der Taverne. Sie riss die Tür auf und rannte nach draußen, bevor sie sich in der dunklen Gasse umschaute. Sie sah nach links, dann nach rechts und schließlich wieder nach rechts. Doch bis auf eine schwarze Katze, die in einiger Entfernung über die Straße schlich war nichts und niemand zu sehen.
 
„Verdammt!“ fluchte sie, während sie darüber nachdachte ihn zu suchen. Doch sie verwarf diesen Gedanken gleich wieder, da sie keine Ahnung hatte, wo sie mit der Suche beginnen sollte. Dafür war Denerim einfach zu groß.
 
Vernita ging wieder zurück in die Taverne und gesellte sich zu Azoth und Leanora, die sie etwas überrascht ansahen.
 
„Habt Ihr eine Ahnung, wo sich dieser Kerl in der verrosteten Rüstung herumtreiben könnte?“ fragte sie die beiden, obwohl sie wenig Hoffnung auf eine Antwort hatte, die ihr weiterhelfen würde.
 
„Nun, er sprach kurz mit dem Wirt, bevor er die Taverne verließ“, erwiderte Leanora fast automatisch. „Aber was ist denn los?“
 
„Das erkläre ich Euch später“, meinte die Elfe nur kurz, wobei sie mit der Hand abwinkte. Anschließend ging sie in die Küche und sprach den Wirt an. „Dieser Kerl in seinem verrosteten Eimer? Was wollte der von Euch?“
 
„Der? Der wollte ein Zimmer“, antwortete der Wirt, während er einige Töpfe, die er wohl vorhin gespült hatte in einem der Schränke verstaute. „Aber da ich ja dank Euch kein Zimmer mehr frei habe, ist er gegangen, um eine andere Taverne aufzusuchen. Und bevor Ihr fragt, nein, ich weiß nicht zu welcher Taverne er unterwegs ist. Tut mir leid.“
 
„Schon gut“, murmelte Vernita, bevor sie die Küche wieder verließ. Ohne Azoth und Leanora auch nur eines Blickes zu würdigen, ging sie wieder völlig in Gedanken versunken nach oben. Sie trat erneut in Rowans Zimmer, wo sich die beiden Frauen nach wie vor aufhielten.
 
„Er ist weg“, meinte die Elfe nur knapp, wobei sie sich nachdenklich über das Kinn strich. „Und ich denke nicht, dass es viel Sinn macht, ihn heute noch zu suchen. Wir sollten uns jetzt schlafen legen und uns morgen mit der Sache weiter auseinandersetzen.“
 
Sie machte ein kurze Pause, bevor sie weitersprach. „Trotzdem sollten wir einige Vorsichtsmassnahmen ergreifen. Ihr schlaft heute in meinem Zimmer und ich in Eurem, Rowan. Ich habe einen leichten Schlaf, so dass er mich kaum überraschen kann, falls er zurückkehren sollte. Außerdem werde ich eine Sprengladung an dem Fenster in meinem Zimmer anbringen, in dem ihr schlafen werdet. Und keine Angst. Dieses Gemisch macht nur Krach und blendet jeden Eindringling für kurze Zeit, dessen Augen sich an die Dunkelheit gewöhnt haben. Ich habe nicht vor, Euch abzufackeln. Und ich dulde bei dieser Entscheidung keine Widerworte. Morgen sehen wir weiter.“

#712
viento2

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Während die Elfe sich nach unten in den Schankraum begab, schritt Rowan ungeduldig im Zimmer auf und ab. Sie wusste nicht, was sie fühlen sollte. Erleichterung, weil ihr Leben scheinbar doch noch nicht zu Ende war? Oder Angst, Vernita und Sareth könnten sich gegenseitig etwas antun?

Resigniert aber auch erleichtert packte Rowan ihren Rucksack und verließ ihr Zimmer nachdem die Elfe zurückgekehrt war. Sie ließ sich von Vernita deren Zimmer zeigen und warf sich dann erschöpft auf deren Bett.
Heute war viel passiert. Sie hatte den Tag über damit verbracht, sich etwas Gold zu verdienen und eigentlich gedacht, den Abend in Ruhe in der Taverne verbringen zu können. Bleiernde Müdigkeit legte sich auf sie und sie hatte Mühe, ihre Augen offen zu halten.

".....Danke.....für euer Bemühen." Sie fing an, ihre Lederrüstung abzulegen.

"Ich bin es nicht gewohnt, dass sich jemand Sorgen um mich macht, deshalb entschuldigt, wenn es so rüber kommt, als würde ich das nicht zu schätzen wissen. Doch das tue ich."

Sie schaute auf und sah Vernita in die Augen.

"Danke."

Nur mit einem dünnen Leinenhemd bekleidet kroch sie unter die Bettdecke und gähnte hinter vorgehahltener Hand.

"Ich wünsche euch eine angenehme Nachtruhe."

Dann rollte sie sich auf die Seite und zog die Decke bis hoch unter ihr Kinn.

Modifié par viento2, 05 septembre 2010 - 10:27 .


#713
Aliens Crew

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„Keine Ursache, Rowan“, lächelte Vernita die Frau an. „Habe ich gern gemacht.“
 
Dann ging sie zum Fenster. Sie kramte aus ihrer Tasche eine dünne Schnur sowie eine Glasflasche mit einer hellweißen Flüssigkeit darin heraus. Sie befestigte die Schnur quer über die Fensteröffnung und hing die Flasche daran, allerdings so, dass man sie von außen nicht sehen konnte. Sollte nun jemand versuchen, durch das Fenster einzusteigen, würde derjenige ein augeöffnende Überraschung erleben.
 
„Sobald diese Flasche auf dem Boden aufschlägt, gibt es einen lauten Knall sowie einen grellen Lichtblitz, der jeden für einige Augenblicke komplett die Sicht nimmt. Mit etwas Glück stürzt der Eindringling dann aus dem Fenster und bricht sich das Genick. Und falls nicht, so wird der Krach Euch zumindest wecken, und Ihr könnt Euch wehren, also legt Eure Waffen lieber griffbereit neben Euer Bett“, erklärte die Elfe während ihrer Arbeit.
 
Anschließend wandte sie sich zum Gehen. An der Tür steckte sie von innen noch ihren Zimmerschlüssel in das Schloss. „Ihr solltet die Tür verriegeln, sobald ich weg bin. Auch wenn das Schloss nicht viel taugt, so werdet Ihr zumindest mitkriegen, wenn jemand versucht hier einzudringen. Ich wünsche Euch eine gute Nacht.“
 
Nach diesen Worten verließ Vernita den Raum und schloss die Tür hinter sich. Anschließend ging sie in Rowans Zimmer, wo sich immer noch Miandra aufhielt.
 
„Wir sollten uns jetzt vielleicht hinlegen und schlafen“, meinte Vernita zu der Frau gewandt. „Oder wolltet Ihr noch mit mir über etwas reden?“

#714
starbroker1988

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Nachdem er die Taverne verlassen hatte,weil es dort keine Zimmer mehr gab,lief er geradewegs die finstere Gasse entlang.



Es war recht schnell Nacht geworden,sodass Sareth überrascht in den Himmel sah.

Er suchte die Sterne.In jeder Nacht sah er zu aller erst in den Himmel und suchte den ersten Stern den er sah.

Die Sterne gaben ihn Trost.Auch wenn es nur wenig Trost war.



Er ging weiter die Gasse entlang.Ab und an sah er den ein oder anderen Trunkenbold auf den Weg nach Hause oder finstere Gestalten die in noch dunkleren Ecken vor sich her tuschelten und schnell wieder verstummten wenn sie ihn erblickten.



Nach ein paar Minuten Marsch bog Sareth in eine kleine Gasse,die vom Mondlicht erhellt war, und blieb kurz stehen.Er sah in die Gsse hinein und versuchte etwas zu erspähen.

Er sah das die Gasse in einer Sackgasse endete.Aber in der Sackgasse,die wie ein kleiner runder Platz angelegt war und von dem ein paar Häsereingänge oder Hintertüren abgingen, stand ein großer starker Baum.



Sareth ging zu dem Baum,setzte sich an ihn,lehnte sich an und legte seinen Speer quer über seine Beine.Er würde die Nacht hier verbringen müssen.Er kannte sich in Denerim nicht aus und wusste nicht wo die nächste Taverne ist.

Aber er war es gewöhnt im freien zu schlafen.Hatte er doch schon viele Male aufgrund eines Auftrags so verfahren müssen.



Er nahm seine Pfeife heraus,zündete sie an und zog an ihr währrend er in den Nachthimmel schaute und die Sterne betrachtete.

#715
Kaysallie

Kaysallie
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Miandra beobachtete die Gespräche der beiden schweigend und nachdenklich.

Wie konnte man nur jemanden verschonen wollen, der einem vielleicht das Leben nehmen könnte?

Sie wusste keine Antwort auf diese Frage. Wie sollte sie auch?

Und dennoch musste sie darüber nachdenken. An so etwas wie Liebe und Freundschaft hatte sie ihr gesamtes Leben über nicht geglaubt. Wieso sollte sie es jetzt tun? Liebe ließ in ihren Augen die Menschen nur dumm werden, wie sie es des Öfteren beobachtet hatte, und Freundschaft…

Sie wusste es nicht. Vor einigen Monaten hätte sie gesagt, Freundschaft sei, wenn man sich mit irgendwelchen Leuten treffen muss, so tun muss als würde man mit ihnen gleicher Meinung sein und sie verstehen, und mit ihnen den gesamten Tag über irgendwelche unnötigen Dinge schwafeln, sowie über andere Leute zu lästern muss.

Doch inzwischen kannte sie den Unterschied nicht mehr. Lag Freundschaft und Liebe vielleicht doch so nahe aneinander? Ließ Freundschaft die Menschen auch dumme Handlungen vollziehen? Sie selbst hatte sich bis vor kurzem nie über andere Sorgen gemacht – abgesehen von ihrer Tochter, doch das stufte sie wo anders ein – doch nun wo sie Vernita und Rowan beobachtete, bemerkte sie, dass sie das auch tat. Sie machte sich Sorgen, und sie widersprach sich in letzter Zeit immer öfter selbst.

Hatte sie ihr gesamtes Leben über wirklich nur Lügen gelebt, und waren das hier, normale Gefühle? Beherrschte sie die einfachsten Dinge im Leben nicht? Zu wissen, wen man wirklich mag und wen nicht? Auch Miandra verstand die Welt nicht mehr.

„Mal angenommen ich würde Euch töten wollen, würdet Ihr mich dann umbringen?“, sagte sie knapp und blickte zu der Elfe.


#716
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Vernita stand neben dem Bett und zog gerade ihre Panzerhandschuhe aus, welche sie auf den Nachttisch legte, als Miandra ihr tatsächlich noch eine Frage stellte. Aber was für eine! Wie kam die schwarzhaarige Frau nur auf so eine absurde Idee? Worauf wollte sie hinaus? Und vor allem, was sollte sie ihr darauf antworten? Sie entschloss sich, ihr die Wahrheit zu sagen.
 
„Diese Frage ist schwerer zu beantworten, als Ihr vielleicht glaubt, Miandra. Hättet Ihr mir dies vor ein paar Wochen gefragt, so hätte ich wahrscheinlich allein deswegen schon den Fußboden mit Euren Eingeweiden aufgewischt, aber jetzt...“ Die Elfe hielt kurz inne, während sie langsam auf die schwarzhaarige Frau zuging.
 
„Ihr seid mir sehr wichtig geworden, Miandra. Und ich würde jederzeit mein Leben für Euch geben. Doch was würde ich tun, wenn Ihr tatsächlich meinen Tod wollen würdet. Ich weiß es nicht. Wahrscheinlich würde ich mir verraten vorkommen und Euch dafür tatsächlich umbringen. Oder mir wäre alles egal, weil mir nichts mehr auf dieser Welt geblieben ist, und ich würde es einfach geschehen lassen. Ich kann es Euch wirklich nicht sagen.“
 
Vernita blieb direkt vor Miandra stehen, hob die Hand und berührte mit ihren Fingern sanft die Wange der Frau. „Warum stellt Ihr mir so eine Frage? Wollt Ihr mich etwa wirklich tot sehen?“

#717
Kaysallie

Kaysallie
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Miandra musste grinsen, „Es war eine rein rhetorische Frage, keine Sorge. Ich habe mich nur gefragt...“, sie hielt kurz inne und blinkte auf den Boden, als würde es ihr schwer fallen weiterzusprechen.

„Also ich verstehe einfach nicht wieso Rowan diesen Sareth nicht umbringen will. Wieso würde sie sich dem Tod einfach so hingeben… Sie meinte aus Freundschaft… Aber scheinbar hatte ich ein anderes, oder falsches, Bild davon.“

Unsicher kratze sie sich am Kopf, und ihre Stimme wurde leiser, „Also, Ihr meintet doch auch, dass Ihr nicht wisst, wieso Ihr solche Gefühle hegt… Ich dachte es sei Bewunderung.“

Sie hielt wieder zögernd inne, „Ich würde Euch nicht töten…“, sie hob den Blick wieder um der Elfe in die Augen sehen zu können, bevor sie unsicher fortfuhr, „Macht uns das zu Freunden?“

Modifié par Kaysallie, 05 septembre 2010 - 06:00 .


#718
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„Nein, die Tatsache, das wir uns gegenseitig nicht töten wollen, macht uns nicht zu Freunden, Miandra. Zumindest wenn das alles wäre, was uns verbindet“, erwiderte Vernita und lächelte ihr Gegenüber an. „Freunde sind wir, weil wir uns alles erzählen können, selbst unsere geheimsten Gedanken und Gefühle. Dinge, die wir sonst niemanden offenbaren würden. Und weil wir füreinander Dinge tun, aus denen wir selbst keinen persönlichen Nutzen ziehen und für die wir auch keine Gegenleistung erwarten. Außerdem vertrauen wir einander, ohne zu wissen, warum wir das tun. Und wir fühlen uns in der Gegenwart des anderen sicher und geborgen, was wir uns ebenfalls nicht erklären können.“
 
Die Elfe strich sanft über die Wange der Frau. „Ich bin mit diesem Konzept selbst noch nicht wirklich vertraut, da es für mich genauso neu ist wie für Euch. Und selbst wenn ich dieses ganze Getue um Freundschaft und Liebe früher immer als eine Schwäche angesehen habe, so habe ich jetzt erkannt, dass ich mich geirrt habe. Trotz all der Abhängigkeit, in die man sich selbst hineinmanövriert, kann man sehr viel Kraft und Stärke aus so einem Gefühl ziehen. Somit ist man in der Lage, Dinge zu überwinden, die einen ansonsten in den Abgrund stürzen lassen würden.“
 
Vernita hielt kurz inne. „Nein, Miandra. Ich bin davon überzeugt, dass wir keine Freunde sind. Wir sind viel mehr als. Wir sind seelenverwandt. Und was der einen geschieht, das geschieht auch der anderen. Nur erklären kann ich diese Dinge nicht. Sie sind einfach da. Nicht mehr und nicht weniger. Aber sie können für eine Person die Welt bedeuten. Zumindest für mich tun sie es.“

Modifié par Aliens Crew, 05 septembre 2010 - 04:42 .


#719
Kaysallie

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"Ich verstehe.", erwiderte sie nachdenklich und etwas bedrückt darüber. Bedrückt, da es stimmte, dass sie nie Freunde hatte, obwohl sie es manchmal glaubte... doch wahrscheinlich redete sie sich das nur selbst ein, um zu ignorieren was man über sie erzählte. Die stille Mörderin ihres Bruders, die mit den blauen Augen. Manche mieden es sie anzusehen, und andere wollten sich mit ihr 'befreunden' um mehr über die ganze Sache herauszufinden. Was natürlich nie geschah.

"Danke, dafür, dass Ihr das so seht und ich mich in Eurer Gegenwart nicht verstellen muss.. Das klingt vielleicht dumm, aber sich verstellen zu müssen ist sehr anstrengend... und manchmal vergisst man dabei wer man eigentlich ist..."

Sie spürte Vernitas Hand auf ihrer Wange, und wusste nicht wie sie darauf reagieren sollte. Daher schluckte sie einmal und versuchte es einfach zu ignorieren.

"Was ist mit Rowan? Seht Ihr sie als eine Art von Freundin an?", fragte sie wohl mit einem Hauch an Neugierde, doch wohl eher um auf ein anderes Thema zu lenken.

Modifié par Kaysallie, 05 septembre 2010 - 09:09 .


#720
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„Nun, wie soll ich das erklären?“ fragte Vernita mehr zu sich selbst. „Rowan, nun ja, ich mag sie eben ganz einfach. Sie erinnert mich ein wenig an mich selbst, bevor...bevor ich zu dem wurde, was ich heute bin. Für mich ist sie so etwas wie, nun irgendwie so etwas wie eine kleine Schwester, die ich niemals hatte.“
 
Die Elfe wirkte nachdenklich und auch etwas betrübt, als sie weitersprach. „Und ich mache mir große Sorgen um sie. Sie scheint schon einiges mitgemacht zu haben, wenn das auch wohl nicht mit dem zu vergleichen ist, was Ihr oder ich ertragen mussten. Allerdings vermute ich das auch nur. Und sie scheint in Kreise geraten zu sein, die sie genau dorthin führen, wo ich bereits gewesen bin. Und davor habe ich Angst. Ich hoffe, dass ich ihr helfen kann, damit sie nicht ein ähnliches Schicksal erleiden muss wie ich. Das hat sie wahrlich nicht verdient. Niemand hat das.“
 
Vernita dachte wieder an die Vergewaltigungen und Folterungen, die sie in ihrer Jugend über sich ergehen lassen mussten, sowie an die Zeit, die darauf folgte. Und ihr wurde zum ersten Mal bewusst, dass ihr Leben nur aus Gewalt und Brutalität bestanden hatte. Erst der Kampf gegen die Dunkle Brut, dann ihr Leben als Meuchelmörderin mit dem sie ihren Lebensunterhalt bestritten hatte. Nie hatte sie etwas anderes gekannt. War nie einer Person begegnet, die sie so akzeptierte, wie sie wirklich war.
 
Ihr kam in den Sinn, was Miandra vorhin über das Verstellen seines eigenen Ichs gesagt hatte. So etwas hatte Vernita nie getan, außer wenn es für einen Auftrag unbedingt erforderlich gewesen war. Allerdings hatte sie auch nie jemanden ihre weiche Seite gezeigt, was wohl vor allem daran lag, dass ihr erst vor Kurzem bewusst geworden war, dass sie diese überhaupt noch besaß.
 
„Aber Ihr seid mit Rowan nicht zu vergleichen. Müsste ich wählen, wen von Euch beiden ich vor dem sicheren Tod retten würde, so würde ich immer Euch wählen“, sagte die Elfe sanft, aber auch mit Nachdruck. „Doch will ich Euch heute Nacht nicht noch mit meinen Gefühlen für Euch belasten. Ihr habt in den letzten Tagen schon genug mitgemacht. Am Besten, ich bringe Euch jetzt ins Bett. Habt Ihr etwas dagegen, wenn ich meinen Arm um Euch lege?“

#721
Bellandyrs

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Als sie ihr Wasser geleert hatte, gähnte sie verstohlen hinter vorgehaltener Hand.



"Entschuldigt Azoth, aber ich bin müde und werde mich nun zur Ruhe begeben. Ich wünsche Euch eine gute Nacht und hoffentlich auch eine traumlose."

Sie nickte ihm lächelnd zu und begab sich auf ihr Zimmer, wo Lydia wie eine Katze zusammengerollt in ihrem Bett lag. Nero hatte es sich rechts davon auf dem Boden bequem gemacht.



Lea seufzte leise, schickte der neuen Matratze einen bedauernden Blick nach und breitete die Decke wieder auf dem Boden aus. So würde sie eben eine zweite Nacht auf dem Boden verbringen, langsam gewöhnte sie sich daran.

Sie wickelte sich in die Satteldecke, blies die Kerze aus und legte sich auf den Boden. Dort seufzte sie nochmal. Der Seufzer ging jedoch in einem herzhaften Gähnen unter, und bald darauf waren ihr auch die Augen bereits zugefallen.

#722
Kaysallie

Kaysallie
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"Ich wollte mich nicht mit ihr vergleichen. Ich wollte es nur wissen, da ich Euch bisher noch nie gesehen habe, wenn Ihr Euch um jemanden sorgt... außer um mich. Es freut mich für Euch, dass Ihr so etwas wie eine Schwester gefunden habt..."

Eigentlich wollte sie nicht, dass sich die Elfe Sorgen um sie machte, aber sie wusste, dass es nichts bringen würde dagegen zu protestieren.

"Ja... Denerim ist keine Stadt, die freudige Erinnerungen für die Zukunft bringen wird. Aber es war absehbar...", sie beendete den Satz nicht, sondern hielt kurz inne und überlegte.

"Den Arm um mich legen? Wozu denn das?", entgegnete sie schließlich leicht verwirrt. "Oh und keine Sorge, ich finde schon alleine in mein Zimmer.", fügte sie ablenkend hinzu und blickte zur Seite zu der Türe.


#723
Aliens Crew

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„Nichts für ungut, Miandra“, lächelte Vernita etwas verlegen, wobei sie sich den Nacken rieb. „Ihr saht nur etwas durcheinander aus und ich wollte nur...ach vergesst es einfach.“
 
Innerlich verfluchte sich die Elfe wieder einmal. Sie mochte Miandra mehr als sie zu Anfang dachte, doch wusste sie nicht, wie sie ihr das begreiflich machen konnte, ohne die Frau zu verschrecken. Vernita wollte ihr nah sein, wusste aber auch, dass sie die Frau nur von sich stoßen würde, wenn sie es zu schnell anging. Es war einfach zum Verrücktwerden.
 
„Ich werde jetzt ins Bett gehen. Und das solltet Ihr auch tun“, meinte sie noch, während sie neben den Nachtisch trat, auf dem sie ihren Helm platzierte. „Ich wünsche Euch eine Gute Nacht.“
 
Lächelnd setzte sie sich dann auf die Bettkante und begann damit, ihre Rüstung abzulegen.

#724
Kaysallie

Kaysallie
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Erleichternd erwiderte sie das Lächeln der Elfe, als sich diese an die Bettkante setzte. So sehr sie Vernita auch mochte und schätzte, bekam sie immer wieder dieses ungute Gefühl, wenn sie ihr zu nahe kam. Es war kein Gefühl der Angst, eher der Bedrängnis. Sie verstand das alles nicht, doch wahrscheinlich fühlte sie sich dabei einfach in eine bereits vergangene Rolle und Zeit zurückversetzt.

"Das werde ich. Ich wünsche Euch eine erholsame Nacht.", mit diesen Worten drehte sie sich zur Seite, und verließ das Zimmer. Da der Türgriff herausgebrochen war, konnte sie die Türe zwar nicht komplett schließen, versuchte es aber zumindest. Nur der Erbauer konnte wissen, wie lange die Türe geschlossen bleiben würde.

Seufzend begab sie sich in ihr Zimmer, wo sie sofort damit begann ihre Rüstung abzulegen. Währenddessen ließ sie die Ereignisse des Tages noch einmal Revue passieren, doch als sie sich nur noch mit Unterwäsche bekleidet ins Bett fallen ließ, schob sie all das zu Seite und fiel in einen, wie immer, traumlosen Schlaf.


#725
viento2

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Rowan schloss die Tür hinter Vernita ab und legte sich dann wieder in das Bett. Auf der Seite zusammen gerollt starrte sie zum Fenster und wartete. Als sie sicher sein konnte, dass die anderen sich ebenfalls zu Bett begeben hatten, erhob sie sich wieder und legte ihre Rüstung und ihre Waffen an. Sie zog ihren Rucksack über und machte sich daran, Vernitas Falle zu entschärfen.

Vorsichtig legte sie das Behältnis neben dem Fenster ab und schob die Läden weit auf. Sie atmete die Nachtluft tief ein und genoss sie für einen kurzen Moment. Dann schwang sie sich hinaus und landete sanft in einer schmalen Gasse. Für einen Moment überlegte sie. Vernita hatte gesagt, dass Sareth die Taverne verlassen hatte. Wo mochte er sich hingewandt haben?

Rowan lief die dunkle Gasse entlang und hielt Ausschau. Hier in der direkten Nähe war keine weitere Taverne zu finden. Er musste ein ganzes Stück laufen, um die nächste zu erreichen, aber er kannte sich hier nicht aus.

Sie bog in eine weitere Gasse ab, die sich nach ein paar Metern als Sackgasse herausstellte. Nichts zu sehen von ihm. Sie wandte sich wieder zurück und suchte weiter. Gerade als sie die nächste Gasse probieren wollte stieg ihr ein bekannter Geruch in die Nase. Sie ging weiter geradeaus und der Geruch wurde intensiver. Rowan wusste was das bedeutete und grinste. Doch auch Unsicherheit schlich sich in ihr Herz. Was würde gleich passieren? Wie würde die Begegnung enden?

Mit einem beherzten Sprung erklomm sie das Vordach einen Hauses und schwang sich auf eine angrenzende Mauer. Lautlos schlich sie die Mauer weiter entlang bis sich die Gasse in einen kleinen Platz öffnete. In deren Mitte stand ein Baum.

Rowan verharrte in der Hocke und beobachtete Sareth, der an diesem Baum lehnte und Pfeife rauchte. Kleine Rauchwolken stiegen in den Himmel hinauf während er anscheinend dabei war, die Sterne zu betrachten.

Wieder zog es schmerzhaft in ihrer Brust. Es war nicht das erste Mal, dass sie ihn in dieser Pose sah.