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Die freie Wildnis von Ferelden (Dragon Age RP)


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#1126
Aliens Crew

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„Seid Ihr sicher, dass dies das richtige Haus ist, Schätzchen“, meinte der Orlaisianer grinsend zu der Elfe gewandt.
 
„Natürlich bin ich mir sicher“; entgegnete diese leicht gereizt. „Und nennt mich nicht noch einmal so, falls Ihr nicht demnächst als Frau herumlaufen wollt.“
 
Die Zwergin kicherte albern, als sie die Worte der Elfe vernahm, während der Magus überhaupt nicht belustigt zu sein schien. „Schluss mit den Spielchen!“ kam er schnaubend dazwischen.
 
„Sieht so aus, als hätten die beiden schon eine zeitlang hier mit dem Rumhängen verbracht“, witzelte die Zwergin mit einem Blick auf die beiden Leichen, die von der Decke des Zimmers hingen. Unzählige Fliegen kreisten ständig um die Kadaver herum, die schon langsam anfingen zu stinken.
 
„Wundert mich nur, dass die Nachbarn dieser beiden der Stadtwache noch nichts gemeldet haben“, meinte die Elfe nachdenklich. „Diesen Gestank hätten sie doch eigentlich bemerken müssen.“
 
„Nicht unbedingt. Schließlich stinkt das ganze Viertel doch so widerwärtig“, bemerkte der Orlaisianer grinsend und gab der toten Frau einen leichten Stoß, woraufhin diese hin- und herbaumelte. „Ob die beiden tatsächlich Selbstmord begannen haben?“
 
„Sieht so aus“, vermutete die Zwergin. „Hier liegt ja auch ein Brief von einem Mann, der anscheinend der Geliebte dieser Frau war. Wahrscheinlich hat der Mann diesen Brief gefunden und anschließend seine Frau und danach sich selbst umgebracht.“
 
„Klar. Sicher. Natürlich“, entgegnete die Elfe spöttisch. „Die Zeugin eines Mordes begeht einen Tag, bevor die Leute, die sie verpfiffen hat, aus dem Knast befreit werden, Selbstmord. Das kann man vielleicht der Stadtwache erzählen, der das alles am Arsch vorbeigeht oder solch einfältigen Gnomen wie Euch, aber mir bestimmt nicht.“
 
„Ihr wollt wohl unbedingt mit meiner Axt Bekanntschaft machen, was?“ drohte die Angesprochene wütend und funkelte die Elfe mit ihren dunklen Augen böse an. Sie hatte den Griff ihrer Waffe bereits in der Hand.
 
„Ich sagte, es reicht!“ mischte sich der Magus erneut ein. Die beiden Streithähne verstummten sogleich. „Die Elfe hat recht“, fuhr der Magier fort. „Das war das Werk eines Profis. Wahrscheinlich wollte die Elfe, die wir suchen, oder einer ihrer Komplizen nur diese lästigen Zeugen loswerden.“
 
„Das sehe ich genauso“, kommentierte die Elfe. „Und hier werden wir auch keine anderen Anhaltspunkte finden. Suchen wir woanders weiter und überlassen es der Stadtwache, hier aufzuräumen.“
 
„Genauso werden wir es machen. Sagen wir Brangroth Bescheid, dass hier Arbeit für seine Männer herumliegt. Los geht’s!“ befahl der Magus und verließ das Zimmer wieder. Die anderen folgten ihm nach und nach.

_____________________________________________________________________________________ 
 
Vernita lauschte aufmerksam Miandras Ausführungen. Nachdem diese damit fertig war, stand die Elfe auf und setzte sich neben die Frau. Sie unterdrückte den Wunsch, die schwarzhaarige Frau in den Arm zu nehmen, um sie zu trösten. Zum einen aufgrund von Miandras Verletzungen und zum anderen war der Elfe bereits aufgefallen, dass sich die schwarzhaarige Frau unwohl zu fühlen schien, wenn Vernita ihr zu nahe kam. So saß sie einfach neben Miandra, wobei sich die Arme der Frauen leicht berührten. Miandra sollte wissen, dass die Elfe für sie da war, ohne sich bedrängt zu fühlen.
 
„Du brauchst dir keine Vorwürfe zu machen, wegen dem, was geschehen ist, Miandra“, meinte Vernita mitfühlend. „Dich trifft keine Schuld. Schließlich wolltest du nur das Beste für deine Tochter. Du konntest unmöglich wissen, dass etwas Derartiges geschehen würde. Und natürlich will sie dich wieder sehen. Bestimmt mehr als jemals zuvor. Und alles, was sie dir vorgeworfen hat, wird dann vergessen sein. Kinder sagen solche Dinge sehr schnell, ohne weiter darüber nachzudenken. Nach ein paar Stunden tut es ihnen dann meist schon wieder leid. Du wirst schon sehen. Alles wird gut.“
 
In diesem Augenblick kam Leanora mit ihrem Griesbrei vorbei und überreichte diesen an Vernita und Miandra.
 
„Danke“, meinte die Elfe noch, doch da war die Frau auch schon wieder verschwunden.
 
„Und was meine Vision angeht, da bin ich mir ganz sicher, dass dies mehr als ein Traum war. Dazu sind die Bilder immer noch zu deutlich in meinem Kopf vorhanden. Das ist mehr als reines Wunschdenken, wart es nur ab“, lächelte Vernita die Frau neben sich zuversichtlich an. „Aber jetzt lass uns was essen. Ich hoffe, dir bekommt das hier besser als meine gepantschte Suppe.“
 
 

Modifié par Aliens Crew, 19 octobre 2010 - 03:11 .


#1127
Bellandyrs

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Als Lea ihre Portion gegessen hatte fühlte sie sich etwas wohler. Sie stand nochmal auf, schürte das Feuer  damit es nicht ausging und ihrem Versteck etwas Wärme abgeben konnte. Ihr Blick wanderte über die Gruppe. Azoth lag noch immer da wie beinahe tot, Sareth schlief den Schlaf des Gerechten, Rowan zuckte unruhig hin und her.

Helfen konnte sie ohnehin nicht, so beschloß sie, Tjarks Tagebuch weiterzulesen. Sie wickelte sich wieder in ihre Decke, und ihre Hände zitterten leicht, als sie das Buch öffnete. Was würde sie wohl über ihn - und Eshtá erfahren?

Ich glaube ich hab es geschafft. Ich habe endlich jemand gefunden der mächtig genug ist, mich zum Kommandanten von Fort Drakon zu machen. Die Dame wurde mir bei der Feier des neuen Arls vorgestellt. Sie ist zwar nicht hübsch, aber das interessiert mich nun wirklich nicht. Sie dürfte genug Einfluß besitzen, mich dahin zu bringen, wo ich hin will. Ich weiß noch nicht genau welchen Preis ich dafür zahlen muss, aber ich bin immer noch davon überzeugt, dass es das wert sein wird. Ich hoffe, dass es wie immer bei den üblichen Gefallen bleiben wird, Frauen können so einfach gestrickt sein manchmal. Anscheinend habe ich auch Eindruck bei ihr hinterlassen, denn sie hat mich zum Abendessen eingeladen. Nach dem was ich bis jetzt von dieser Eshtá Gianauro gehört habe befürchte ich aber, einen höheren Preis zahlen zu müssen. Aber egal was es ist, sobald ich Kommandant bin, habe ich die Macht hier vieles zu ändern, die Folterungen zu unterbinden, den Soldaten anständige Löhne zu zahlen, Gefangenen Essen zu geben. Ich hoffe es wirklich. Die Zustände, die hier herrschen, sind mit dem Wort menschenverachtend nicht ansatzweise beschrieben. So darf es nicht weiter gehen.

Eshtá Gianauro und ein damit verbundenes gutes Ziel? Irgendwie konnte sich Leanora diese Kombination schon nicht vorstellen. Was war wohl der Preis den Tjark zahlen musste um schlußendlich Kommandant zu werden?  Und was hat ihn wohl daran gehindert seine noblen Vorsätze zu realisieren? Die Antworten darauf waren  hoffentlich in den nächsten Einträgen zu finden.

Meine Güte, ich bin noch völlig durcheinander. Diese Eshtá … nun gut, ich glaube, ich fange lieber von vorne an, zu berichten. Natürlich war ich pünktlich in der Taverne zum Wilden Eber, und die Dame hat mich bereits erwartet. Wir haben uns über alles mögliche während des Essens unterhalten, aber sie hat mich keine Sekunde aus den Augen gelassen. Sie war charmant, was ich von ihr nicht erwartet hätte, aber ich konnte ihr Interesse in ihren Augen erkennen. Ihre Stimme geht einem unter die Haut, sie ist tief und leicht rauchig, und als sie ihr Steak blutig bestellte, schaute sie mir tief in die Augen und meinte, so wäre es doch am besten. Diese Frau ist mir da zum ersten mal ein wenig unheimlich geworden, ich glaube, es wäre nicht gut, sie sich zum Feind zu machen. Wir hatten einen netten Abend, und dieses Weibsbild verträgt mehr Alkohol als eine halbe Kompanie. Weiß der Geier, lag es am Rotwein, am Whiskey, oder hat sie mir etwas ins Glas gemixt? Jedenfalls war ich nach dem Essen wirklich scharf auf sie, keine Ahnung, wie sie das hingekriegt hat. Später sind wir bei ihr gelandet, ohne dem Vorwand, einen Kaffee trinken zu wollen. Sie hat es gleich drauf angelegt und gemeint, sie wolle die Nacht mit mir
verbringen, und verdammt, diese Frau... sie weiß was sie tut. Wer hätte gedacht, dass dieser Mund so göttlich sein kann? Ich gebe zu, es hat mir mehr Spaß gemacht, als mir gut tut, und ich fiebere unserer nächsten Nacht entgegen.


Lea unterdrückte einen Aufschrei. Eigentlich wollte sie vielleicht doch nicht so genau wissen, was er mit Gianauro
zu schaffen hatte, aber da mußte sie nun durch. Weitere Einträge folgten, wo er seine sexuellen Erlebnisse mit Eshtá beschrieb. Leanora fand dafür nur ein Wort: pervers. Sie wußte nicht, wie dieses Weib es geschafft hatte, aber Tjark war süchtig nach der körperlichen Vereinigung mit diesem Miststück.

Heute habe ich nach der bisher besten Nacht mit Eshtá den Gefallen erfahren, den sie von mir fordert, im Gegenzug für meine Beförderung. Ansich nicht ansatzweise so schlimm, wie ich befürchtet hatte. Ich sollte eine Rolle bei einer Verschwörung spielen, jemand des Verrats zu beschuldigen, beziehungsweise den Deckmantel des Schweigens um den Arl legen. Angeblich stecken noch andere, hochgestellte Personen, hinter dieser Verschwörung. Namen habe ich keine erhalten, aber es ist mir auch einerlei. Eshtá versicherte mir, diese Familie habe dem Land bis dato nichts gutes gebracht, und man sie nun endlich ruhig stellen möchte. Da ich den Namen Bardigiano bis jetzt noch nicht gehört habe, gehe ich von einer Privatfehde aus. Oder um strategisch günstigen Landbesitz. Ob ich mich daran nun beteilige oder nicht, diese Intrige wird es geben.
Also werde ich meinen Nutzen daraus ziehen, bald schon werde ich Kommandant sein. Und hoffentlich das wieder gut machen können was ich tun musste um dahin zu kommen. Das Problem dabei ist nur, dass Eshtá mir eine Hiobsbotschaft überbracht hat. Sie ist schwanger.


Sprachlos war kein Ausdruck um Leanora in diesem Moment zu beschreiben, geschockt hätte es auch noch nicht getroffen. Der Mann dem sie binnen weniger Minuten ihr Herz geschenkt hatte sollte an der Intrige gegen ihre Familie beteiligt gewesen sein? Und Eshtá geschwängert haben? Sie wußte nicht, was schlimmer war, der Verrat an ihrer Familie, wo er dabei war - wenn auch nicht in tragender Rolle, oder dass ihr Feindbild, Eshtá, ein Kind von ihrem Liebsten unter dem Herzen trug? Warum hatte Tjark sie letztlich nicht verraten? Hatte er  Schuldgefühle ihretwegen? Auch wenn sie große Angst hatte vor dem was sie noch zu lesen bekommen würde, fasste Leanora ihren restlichen Mut zusammen und las weiter.


Ich habe es geschafft, endlich. Ich bin Kommandant seit heute. Die Amtseinführung war etwas anders als ich es mir vorgestellt hatte, keine Parade, nur eine kleine Feier. Man gab mir einen dicken Wälzer zum lesen. Mit Regeln, Vorschriften. Und ich glaube, ich sollte es besser nicht lesen, steht sicher nur drin was ich eh schon weiß. Eshtá und ich haben eine heiße Nacht verbracht, sie war mit Handschellen gefesselt. Später hat sie mich  noch um meine Besinnung gebracht, und ich denke, es war die letzte Nacht. Es gibt für mich keinen Grund mehr, mit ihr zu schlafen. Andererseits kann ich mich kaum um die Verantwortung um unser Kind drücken. Dennoch ist sie sicher nicht die Frau, die ich mir als Eheweib gewünscht hätte. Außer der Erotik verbindet uns höchstens noch das Streben nach Macht, aber das war es dann schon. Wenn ich jemals heiraten sollte, dann.. müsste ihr Wesen ähnlich Madeleine's sein. Unschuldig, unverbraucht, ehrlich. Liebevoll. Wäre Madeleine nicht meine Schwester, ich glaube, ich würde sie sofort heiraten.

Lea schluckte. War das die Antwort auf ihre Fragen? Er wollte eine Frau, die den Charakter seiner Schwester hatte... und war nicht sie, Leanora, ihr so ähnlich? Die Hoffnung wollte in ihr aufkeimen, aber sie riss sich zusammen und las weiter. Immerhin war da immer noch eine Schwangerschaft, wo sie wissen wollte, was aus Tjarks Kind wurde.

Ich habe heute die Folterungen sofort stoppen lassen, ebenso erste Gefangene entlassen. Meine Soldaten reagierten mehr als entsetzt, fragten mich, ob ich zur Feier des Tages zu viel getrunken hatte. Ich habe Ihnen gesagt sie sollen keine dummen Fragen stellen sondern meine Befehle befolgen.

Das war schon eher etwas, was Leanora lesen wollte, doch wenn Tjark damit begonnen hatte Fort Drakon nach seinen Vorstellungen umzugestalten, was mochte wohl passiert sein, dass er damit nie fertig wurde? Denn das Gefängnis, welches sie sah, war sicher nicht das, was man als human bezeichnen konnte.

Ich wurde heute zum Arl bestellt, meine Berichte abgeben, sagte man mir. Nun, dem war nicht so. Ich wurde nach Strich und Faden zusammengeschissen, was ich mir denn einbilde, Gefangene zu entlassen, die Folterungen zu stoppen. Das alles widerspreche genau dem, was meine eigentliche Aufgabe ist. Für einen reibungslosen Ablauf zu sorgen, dass die Folterungen funktionieren, die Gefangenen solange leben bis sie reden. Was habe ich mir nur dabei gedacht ? Kommandant werden und frei entscheiden zu können? Die Welt zu ändern? Sei es nur im kleinen?
Ich habe keine Wahl. Wenn ich auch nur die Möglichkeit haben möchte, irgendetwas zu ändern, muss ich seinen Befehlen folgen. Der Traum, im großen Sachen zu ändern, war, so leid es mir tut, nur ein Traum. Wenn überhaupt, habe ich nur die Chance einzelne, kleine, ja eventuell sogar unbedeutende Dinge zu ändern. Nur war es das ganze dann noch Wert? Ich habe Leute benutzt, einen Teil meiner Ideale verkauft, sogar mich selbst. Nur für die Chance etwas zu bewegen?
Nun muss ich feststellen, dass mir Hörner aufgesetzt wurden, und ich mein restliches Leben an eine Frau moralisch gebunden bin, die ich nicht will. Wobei sich mir die Frage stellt, ob im Falle Eshtá nicht sie mich benutzt hatte, statt umgekehrt. Vor allem ist ihr Interesse an mir merklich abgekühlt. Und ich bin im Zwiespalt. Pflicht und Ehre? Oder scheiß drauf? Dennoch, es wir mein Kind sein, und dieses Weibsbild wird es sicher nicht allein aufziehen. Ich will, dass es in einem guten Zuhause aufwächst, voller Liebe. Und nicht mit Intrigen und Kälte groß wird. Eshtá mag eine gute Kriegerin sein, eine Hure im Bett, aber eine liebevolle Mutter? Nie im Leben.


Leas Herz zog sich vor Mitgefühl zusammen. Tjark war innerlich doch der strahlende Held, den sie sich gewünscht hatte, aber das Umfeld hatte ihn, nach außen hin zumindest, zu einem völlig anderen Menschen werden lassen. Dennoch erkannte sie in seinen Einträgen, dass er sich diese damalige kindliche Unbeschwertheit erhalten wollte. Leider war es ihm nicht wirklich gelungen. Dass Gianauro ihn benutzt hatte statt umgekehrt hätte sie nicht verwundert. Leise seufzte sie auf. Was war mit dem Kind geworden?

Heute hab ich den Beweis erhalten, welch gutgläubiger Narr ich doch bin. Eshtá hat mir ins Gesicht gelacht, als ich sie darauf ansprach, wie sie sich unser zukünftiges Zusammenleben vorstellt. Sie meinte, es gab nie ein Ungeborenes, sie hatte es nur gesagt, um mich noch ein wenig zu halten, und um sicher zu gehen, dass ich nicht kneife bei der Verschwörung. Und ich sollte endlich lernen, mich wie ein erwachsener Mann zu benehmen, nicht wie ein Weichei. Diese Schlampe!
Aber ich kann nichts, rein gar nichts, gegen sie machen. Sie hat zuviel Macht. Am liebsten würde ich sie dafür grün und blau schlagen, und ihr den Rücken mit der Peitsche zerfetzen. Dann würde sie schon sehen, ob ich ein Weichei bin. Manchmal kann ich die Folterknechte verstehen, wenn sie Spaß an ihrer Arbeit empfinden.
Würde es sich um Eshtá handeln, würde ich mir die Folterung nicht aus der Hand nehmen lassen. Ich könnte mich gerade aufregen ohne Ende, von daher geh ich nun lieber ins Wirtshaus und betrinke mich.


Lea verschlug es die Sprache. Ihre Augen verengten sich und weiterer Hass auf dieses Miststück blitzte hervor. Sie holte tief Luft, um sich zu beruhigen, am liebsten hätte sie Eshtá auf der Stelle zur Rede gestellt. Wütend klappte sie das Buch zu und dachte über das gelesene nach. Sollte sie Vernita näher über dieses Weib ausfragen?

Modifié par Bellandyrs, 19 octobre 2010 - 08:59 .


#1128
SickOfItAll

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Lydia zog Klate Luft ein . Sie lag dick unter Decken eingekuschelt in ihrem Lager . Behaglichkeit machte sich in ihr breit . Sie roch ... Griesbrei . Griesbrei und Honig . Was sie daran erinnerte , das sie seit ewigkeiten nichts gegessen hatte . Verschlafen setzte sie sich auf und wickelte sich in ihre Decken ein .

" Ich rieche Griesbrei .. " brummelte sie verschlafen und lächelte .

#1129
viento2

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Rowan erwachte, als sie Stimmen hörte und das Klappern von Geschirr. Sogleich stieg ihr ein Duft in die Nase und ihr Magen krampfte sich unangenehm zusammen. Ihr wurde bewusst, dass sie schon länger nichts mehr gegessen hatte und sie setzte sich vorsichtig auf und schaute sich um. Neben ihr regte sich Sareth und schlug ebenfalls die Augen auf. Als er Rowan ansah, zog sich sogleich ein Lächeln über sein Gesicht. Rowan errötete und wandte schnell den Blick ab.

Mit etwas wackeligen Beinen stand sie von der Liege auf und streckte sich. Die Wunden an ihrem Rücken und ihrem Oberschenkel spannten schmerzhaft, aber unangenehmer waren ihre steif gewordenen Glieder und Muskeln. Sie hatte zu lange gelegen. Zwar brauchte ihr Körper die Ruhe, aber lange hielt sie es nicht in ein und der selben Position aus.

Der Schmerz, den ihr die Wunden bereiteten, war nichts gegen die Unruhe, die sich in ihrem Inneren breit zu machen begann. Es zog sie weiter. Zu lange schon, war sie hier in dieser Stadt und der Keller, in dem sie sich nun versteckten, brachte ein beklemmendes Gefühl in Rowans Brust.

Sie folgte dem Geruch, der sich in ihrer Nase festgesetzt hatte und entdeckte einen Kessel, in dem scheinbar Grießbrei bereit stand. Sie schaute sich um und begegnete dem aufmunternden Blick von Lea, die bereits dabei war, genüsslich eine Portion zu verspeisen. Neben dem Kessel standen weiter Schalen bereit und Rowan griff sich zwei davon. Sie trug sie zurück zu ihrer Liege und genoss das Gefühl, ihre Beine wieder zu bewegen. Eine Schale reichte sie Sareth und setzte sich dann auf die Kante, um ihre Portion zu essen. Der Grießbrei schmeckte süß und es war ein wundervolles Gefühl, etwas Warmes in den Bauch zu bekommen.

Wohlig seufzte sie, nachdem sie den letzten Löffel vertilgt hatte. Auch Sareth hatte sein Mahl beendet und stellte die Schale neben sich auf den Boden. Eine Hand schob er um Rowans Hüfte herum halb unter ihr Hemd, so dass seine warmen Finger ihre Haut berührten. Rowan erzitterte kurz und war überrascht, welch angenehme Gefühle die Berührung in ihr hervor riefen. Sie hielt einen Moment inne bevor sie sich sanft von ihm löste. So viel Nähe war sie nicht gewöhnt und auch wenn sie sie genoss, blieb sie doch vorsichtig.

Sie brachte sie Schalen zurück an die Kochstelle und schaute sich kurz um. Lea, Miandra und Vernita waren ebenfalls wach und mit Essen beschäftigt. Die Schwarzhaarige sah sehr mitgenommen aus, aber sie lebte. Das kleine Mädel schien noch zu schlafen und der komische Elf war immer noch bewusstlos. Seine Wunden waren verbunden, doch auch er schien viel Blut verloren zu haben. Sein Gesicht war bleich und unbeweglich.

Rowan ging zu dem Wassertrog und nahm einige Schlücke daraus, bevor sie einen Becher mit Wasser befüllte. Dann trat sie an den Elf heran und setzte sich neben ihn auf die Liege. Mit der Linken hob sie seinen Kopf an und legte ihn sich in die Armbeuge. Die Hand griff um seinen Kopf herum an das Kinn und öffnete mit den Fingern im Mundwinkel den Kiefer ein kleines Stück. Sie führte den Becher an seine Lippen und kippte vorsichtig etwas Wasser in seinen Mund. Ein leises Gluckern war die Reaktion des Mannes, der wohl etwas von dem Wasser in die Lunge bekommen hatte, doch schnell setzte der Schluckreflex ein und er trank ein bisschen von dem Wasser.

Zufrieden legte Rowan ihn auf sein Lager zurück und stellte den halb leeren Becher auf den Boden daneben. Dann begann sie langsam im Keller auf und ab zu gehen um ihre Muskeln etwas aufzuwärmen und zu dehnen.

#1130
Kaysallie

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Wortlos nahm Miandra die Schale mit dem Brei entgegen. Eigentlich wollte sie doch nichts essen und starrte daher auch einige Augenblicke nachdenklich in die Schale und rührte das Essen mit dem Löffel nur desinteressiert um. Wie sollte sie sich keine Vorwürfe darüber machen? Wem sollte sie denn sonst die Schuld geben? Ihren Nachbarn, weil sich diese nicht rechtzeitig irgendwo versteckt hatten? Ihrem Mann, der vielleicht in die Sache verwickelt war? Vielleicht dem Erbauer selbst?

Im Prinzip war es egal, wer daran schuld war, es würde nichts an der Sache ändern.

Sie versuchte das Thema zu vergessen und sich auf irgendetwas anderes zu konzentrieren, was ihr nicht wirklich gelang. Sie würde das alles wohl immer irgendwie im Hinterkopf haben. Eher automatisch ohne nachzudenken begann sie damit den Grießbrei zu essen, welcher durchaus genießbar war, und beobachtete die Anderen. Rowan welche unruhig auf und ab ging, doch sie verstand das Verhalten nur zu gut, diese Wände waren erdrückend und auch ihr schliefen die Beine bereits ein und schienen komplett verspannt zu sein. Sie blickte sich weiter um und bemerkte erst jetzt, dass sie einer weniger waren.

"War denn der alte Magier als Einziger klug genug um nicht bei dieser Selbstmordaktion mitzuhelfen?", sagte sie so als sei es eher eine Feststellung, als eine Frage, und blickte kurz zu Vernita bevor sie sich wieder dem Essen zuwandte.

Hennrik war doch ein mächtiger Magier und Miandra schloss es aus, dass gerade dieser fallen würde. Wahrscheinlich weigerte er sich dabei mitzuhelfen, was sie immerhin nachvollziehen konnte. Warum sollte er sich in den Tod stürzten? Er war doch, wie Vernita ihr berichtete, viel zu sehr an diesen Seelensplittern interessiert gewesen. Wahrscheinlich standen ihm die anderen nur im Weg, und er sonderte sich von der Gruppe ab. Das war zumindest die einzig logische Schlussfolgerung für Miandra.

Sie nahm einen weiteres Löffel von dem Grießbrei, welcher ihr inzwischen richtig zu schmecken schien, sodass die Schale bereits zur Hälfte geleert war.

#1131
Aliens Crew

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Vernita hielt mit dem Essen einen Moment inne, als Miandra den alten Magier erwähnte. Den hatte sie schon gänzlich aus ihrem Gedächtnis gestrichen. Er war nichts gewesen, nur ein Bauernopfer, welches sie aufbringen mussten, um die schwarzhaarige Frau zu befreien. Sein Tod konnte ihnen eigentlich nur zum Vorteil gereichen. Nun würde er zumindest kein Problem mehr darstellen, wenn sie hinter das Geheimnis der Seelensplitter kamen.
 
Auf der anderen Seite fragte sich die Elfe, wie sie Miandra begreiflich machen sollte, dass Hennrik ihretwegen gefallen war. Die schwarzhaarige Frau machte sich schon genug Vorwürfe. Sie sollte sich nicht noch die Verantwortung für den Tod dieses alten Narren aufbürden. Sie könnte Miandra natürlich belügen, aber das brachte Vernita auch nicht übers Herz. Dafür mochte sie die Frau inzwischen viel zu sehr.
 
„Hast du schon mal einen klugen Mann gesehen?“ versuchte sie stattdessen einen Witz, doch sie merkte schnell, dass Miandra dafür im Moment nicht zu begeistern war, weswegen sie auch gleich wieder ernst wurde. „Nein, er ist tot. Er fiel in den Katakomben einer Falle zum Opfer. Denk nicht mehr daran. Wir dürfen jetzt nur nach vorne sehen und Vergangenes hinter uns lassen. Und deshalb sollten wir jetzt auch unsere nächsten Schritte planen.“
 
Die Elfe stellte ihr Schälchen zur Seite und hob den Kopf. „Leanora! Rowan! Sareth! Kommt bitte her! Ich habe mit Euch zu reden!“
 
Mehr oder weniger begeistert kamen die drei näher, wobei vor allem Sareth irgendetwas vor sich hingrummelte. Ihm passte es am Allerwenigsten, dass Vernita hier ganz offensichtlich das Kommando übernehmen wollte. Trotzdem gesellte er sich schließlich zusammen mit den anderen zu Miandra und der Elfe.
 
„Ich werde heute Abend eine kleine Exkursion nach draußen wagen, um die Lage zu erkundschaften“, verkündete Vernita, als sie alle beisammen waren. „Und einer von Euch soll mich begleiten. Meldet sich jemand freiwillig?“
 

#1132
Bellandyrs

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Lea riss die Augen auf. Freiwillig? Nach draussen? Allein der Gedanke ließ sie vor Angst beinahe erstarren. Aber Rowan war noch zu schwer verwundet, um Vernita zu begleiten. Und ob Sareth Rowan aus den Augen lassen würde, war zu bezweifeln. Außerdem würden sich die Elfe und der Kerl sonst zerfleischen.
Zaghaft trat sie vor.
"Ich komme mit. Unter der Bedingung, dass Ihr mir alles erzählt, was Ihr über Eshtá Gianauro wißt. Ich bin über ihren Namen des öfteren gestolpert, und sie ist auf jeden Fall mitverwickelt, was die Intrige mit meiner Familie betrifft. Ich denke, ich habe mehr als ein Hühnchen mit dieser Dame zu rupfen."

Modifié par Bellandyrs, 20 octobre 2010 - 07:32 .


#1133
Aliens Crew

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„Nun, da werdet Ihr Euch wohl hinten anstellen müssen, Leanora“, grinste Vernita böse. „Sie führte den Trupp an, der die anderen und mich umbringen wollte, also habe ich ein großes Interesse daran, sie einen Kopf kürzer zu machen. Ferner versuchte sie Rowan im direkten Zweikampf zu töten und als Krönung des ganzen dürfte sie mitverantwortlich für die Entführung von Miandras Tochter sein. Wie Ihr seht, ist die gute Eshtá bei uns allen ausgesprochen beliebt.“
 
Das Grinsen der Elfe verschwand, als sie nüchtern weiterredete. „Leider weiß ich nicht soviel über dieses Weib, wie ich es mir wünsche. Sie ist die rechte Hand des Arls von Denerim und beaufsichtigte die verbrecherischen Aktivitäten der Krähenanführerin Raswenjá in Lothering. Außerdem geht sie für die Durchsetzung ihrer Ziele über Leichen. Dummerweise hatte sie in dieser Stadt noch nichts zu sagen gehabt, als ich das letzte Mal hier zu tun hatte, sonst hätte ich sicher mehr Informationen. Ihr Aufstieg muss erst nach der Verderbnis erfolgt sein. Aber wenn Ihr noch etwas über sie wisst, dann wird es Zeit, uns dies mitzuteilen. Und lasst nichts aus. Alles kann wichtig sein, Leanora.“
 
 

Modifié par Aliens Crew, 20 octobre 2010 - 08:09 .


#1134
Bellandyrs

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Leas Gesichtsfarbe wechselte von bleich auf rot und wieder bleich. War denn das, was sie erfahren hatte, wichtig? Konnte es wichtig sein? Sie fühlte sich, als würde sie Tjark nun vollends verraten, wenn sie etwas davon erzählen würde.
"Sie ... nun... " Lea schluckte. Sie konnte es unmöglich sagen. Schnell huschte sie zurück zu ihrem Lagerplatz, nahm das Buch, schlug die Seite auf, wo die Geschichte mit Eshtá los ging. Außerdem nahm sie noch die beiden Briefe in die Hand und überreichte dies Vernita.

"Hier, lest selber. Es geht über meine Kraft, das zu erzählen. Weiter bin ich aber noch nicht, ich weiß also nicht, ob da noch etwas relevantes drin steht. Insofern wäre ich auch froh, wenn ich das Buch bis zu unserem Ausflug fertig lesen könnte."
Sie reichte Vernita die beiden Briefe und Tjarks Tagebuch und zeigte auf den Absatz, wo Eshtá das erste mal erwähnt wurde.
Mit klopfendem Herzen wartete sie, ob Vernita etwas dazu sagen würde. Außer, dass sie Tjark wohl in der Luft zerreissen würde.

Modifié par Bellandyrs, 20 octobre 2010 - 08:13 .


#1135
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Vernita überflog das Tagebuch und die Briefe nur, die ihr Leanora gegeben hatte, da sie im Grunde nicht davon ausging, dass sie Tjarks Tagebuch irgendwie weiterbringen würde. Er wäre ja auch ein Narr gewesen, wenn er belastendes Material in dieses Buch geschrieben hätte. Aber da er ja ein Mann war, konnte man so etwas Dummes natürlich niemals ausschließen.
 
„Nun, viel weiter bringt uns das auch nicht“, meinte die Elfe nach einer Weile. „Dass die gute Eshtá ein Miststück ist, wussten wir ja schon vorher. Würde sie nicht für die andere Seite arbeiten, könnte mir dieses Weib durchaus sympathisch werden.“
 
Ein Grinsen legte sich bei ihren Worten auf Vernitas Lippen. „Leider wird hier nicht explizit auf die Verschwörung gegen Eure Familie eingegangen, Leanora. Aber so wie ich das sehe, sollte der Oberst wohl nur als Opferlamm dienen, falls etwas bei der ganzen Sache schief gegangen wäre. Er muss wirklich ein Narr gewesen sein, dass er sich auf diese Spielchen eingelassen hat, nur um Kommandant auf Fort Drakon zu werden. Allerdings wenn ich so den Rest hier lese, so hätte ich von diesem idealistischen Träumer ohne Rückgrat auch nichts anderes erwartet, als den Weg des geringsten Widerstandes zu gehen.“
 
Der Tonfall der Elfe wurde immer abfälliger, während sie weiter sprach. „Der traute sich nicht einmal zu für seine naiven Ideale zu kämpfen. Hatte wohl Angst davor, dass er das bisschen Macht, welches er sich ervögelt hat, wieder verlieren könnte, was? Na ja, was anderes würde ich von einem Kerl auch nicht erwarten.“
 
Vernita versuchte sich zu beruhigen, als sie das Tagebuch und die Briefe an Leanora zurückgab. „Und danke dafür, dass Ihr mich begleiten wollt. Mir wäre es zwar lieber gewesen wenn es jemand gewesen wäre, der mehr Erfahrung im Schleichen hat, aber wenn Ihr Euch an mich haltet, so dürfte da eigentlich nichts schief gehen.“
 
Bei ihrem letzten Satz warf sie Sareth einen vorwurfsvollen Blick zu.
 

#1136
Kaysallie

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Miandra dachte, dass sie nicht recht hören würde, als sie erfuhr, dass Hennrik durch eine Falle gestorben war. Im Prinzip war es ihr egal, da er schließlich selbst daran schuld war. Er ging auf seine eigene Verantwortung in diese Katakomben, sie hatte weder ihn noch einen der Anderen darum gebeten sie aus dem Fort zu befreien. Miandra selbst hielt ihr Leben nicht für so wertvoll, dass man dieses retten musste. War sie überhaupt froh darüber, dass man sie gerettet hat? Nun hatte sie zwar die Möglichkeit ihre Tochter wieder zu finden... aber das wieder zu haben, was einem wohl alles im Leben bedeutet, bedeutet auch, dass man es erneut verlieren kann, wenn nicht sogar für immer. Wäre es nicht ein beruhigender Tod gewesen, ohne dem Wissen zu sterben, was genau ihr widerfuhr, als weiterzuleben, mit dem Gedanken daran...

Ja der Tod wäre definitiv eine Erlösung gewesen, davon war Miandra schon seit Jahren überzeugt, doch noch nie kam sie diesem auch wirklich so nahe. Es wäre ein einfacher Weg.. all die Schmerzen und Sorgen wären dahin, es wäre endlich vorbei.. wenn nicht dieses eine Gefühl da wäre, das sie am Leben hielt. Das Gefühl, es Elana schuldig zu sein sie zu finden... das Gefühl zu wissen, dass es ihr gut ging. Das war alles, worum es ging, und der Rest war unwichtig.

Es war unwichtig, dass der alte Mann sein Leben ließ, sie kannte ihn kaum. Natürlich war sie überrascht, da sie es nicht erwartet hätte, aber wahrscheinlich hätte er ohnehin nur noch ein paar Jahre gehabt, in denen er nur umhergeirrt wäre. Er hatte sein Leben schon gelebt.. wie, das würde sie wohl nie erfahren. Natürlich war es schade, da ein Magier eine starke Waffe war...

Miandra kam irgendwie von ihren Gedanken ab, als Vernita und Leanora sich über Eshtá zu unterhalten begannen. Sie erinnerte sich wieder... die Frau die aus Lothering entkommen war... zu schade. Sie verstand zwar nicht ganz, was es mit all diesen Briefen und dem dicken Tagebuch auf sich hatte, doch es schien wohl dem Kommandanten, welcher wohl auch nur irgendein dummer notgeiler Mann zu sein schien, gehören - was sie nicht wirklich beeindruckte. Viel mehr faszinierte Miandra die Gesichtsfarbe von Leanora, sie musste wohl zu lange an dem kleinen Kamin verbracht haben - zumindest dachte Miandra, es würde daran liegen -, so rote Backen wie diese hatte. Es passte richtig gut zu ihren wohl gefärbten roten Haaren, wie ihr erst jetzt auffiel, und sie konnte sich ein Schmunzeln nicht verkneifen.

#1137
viento2

viento2
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„Ich werde mit euch gehen.“ Rowan hatte sich zu Vernita gedreht.

„Ich denke, ich bin von allen hier am besten geeignet für diese Aufgabe....neben euch natürlich.“

Noch während sie zu der Elfe sprach, schaute sie sich bereits nach ihrer Rüstung um. Dabei stieß sie gegen Sareth, der sich ihr in den Weg gestellt hatte. Sein Blick verriet ihr, dass er sie nicht gehen lassen würde. Er hatte die Arme vor der Brust verschränkt und die Stirn in Falten gelegt.

Rowan stieß einen Seufzer aus und ließ resigniert den Kopf hängen.

„Ok, ich geb mich schon geschlagen.“

Mürrisch drehte sie sich weg und setzte ihren Streifzug durch den Keller fort. Doch lange hielt sie es nicht durch und musste sich wieder auf ihre Liege zurück setzen. Sie hasste es, wenn sie dazu gezwungen war, zu warten und untätig herum sitzen.

#1138
HeroOFnation

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Rofl!? Könnt ihr bitte mit eurem scheiß hier aufhören und nicht das Forum damit verschmutzen?

Wenn ihr kein Real-life habt geht sterben oder macht sonst was, denn das ist mehr als armselig.

LÄCHERLICH oder nein das wäre für euch noch ein Kompliment ihr Würmer.

Ich lese hier viel im Forum und seitdem ihr hier mit euren kinder telenovelas seit geht das Forum unter. Es gibt immer weniger User und wahrscheinlich können sie eure billige Scheiße hier nicht mehr sehen. DAS IST EIN DRAGON AGE FORUM UND KEINE SINGLE BÖRSE IHR KINDER!

Wer auch meiner Meinung ist der soll hier für die Abschaffung dieses lächerlichen Scheißs voten!

#1139
Bellandyrs

Bellandyrs
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Lea nahm Briefe und Buch wieder an sich. Eigentlich hätte sie es sich denken können, dass nichts von Belang war, was über Eshtá und Tjark im Buch stand, aber sie wollte auf Nummer sicher gehen. Mit hochrotem Kopf ging sie zurück zu ihrem Lager. Die Standpauke von Vernita hatte sie doch ziemlich verlegen gemacht, eigentlich wollte sie Tjark verteidigen, aber was hätte es gebracht? Rein gar nichts.
Sie setzte sich wieder und nahm ihre Gedanken wieder auf. Wie konnte Eshtá nur Tjark in dem Glauben lassen, Vater zu werden? War ihr nicht bewusst, dass er ein liebevoller Papa sein würde? Sie schlug die Seite auf und las weiter.  Sie musste schmunzeln, als sie den nächsten Satz las:

Bin grad heim, hab wirklich zuviel intus. Nette Bekanntschaft gemacht, keine Ahnung, wie der Typ hieß. Anonym, schnell und befreiend.. muss nun schlafen, der Erbauer möge mir keine zu großen Kopfschmerzen bereiten.


Ob es sich dabei um diesen William handelte? Andererseits wollte Lea das nicht wissen. Dass Männer Sex mit  Männern hatten, war einfach unvorstellbar, ekelhaft und pervers. Zumindest in ihren Augen.
Die nächsten Seiten füllten mehrere Abenteuer aus, Frauen wie Männer. Tjarks Kommentar dazu war folgender:


Ich weiß, es ist eigentlich nicht richtig, was ich derzeit mache. Aber es gibt mir ein gewisses Triumpfgefühl, wenn ich mich hier quer durch Denerim vögle, egal ob männlich oder weiblich. Vor allem das Weibsvolk will es doch nicht anders. Sie betteln geradezu danach, vernascht zu werden. Mir soll's Recht sein.

Im Fort konnte ich immerhin durchsetzen, dass die Gefangenen eine vernünftige Mahlzeit am Tag erhalten, wenngleich ich das Zeug nicht essen würde, was sie vorgesetzt kriegen. Aber wenigstens müssen sie nicht mehr Hunger leiden, und auch Wasser können sie jederzeit haben.

Die Folterungen sind mir mittlerweile fast einerlei, auch wenn dabei schon der eine oder andere sein Leben gelassen hat. Zumeist – und glücklicherweise – haben sie zuvor doch noch gestanden oder die Wahrheit ans Licht gebracht. Ich sehe bei jedem der gefolterten Esthá vor mir, und schalte das Gefühl aus, dass es vielleicht Menschen sind, die nichts verbrochen haben. SIE hat nichts anderes verdient. Aber sie hat zuviel Macht. Sie kennt Leute, von denen man nur träumen kann – nützliche und skrupellose Mörder zum Beispiel. Ob der Arl davon weiß?  Sie versteht sich wohl recht gut mit einem Leutnant aus der Kaserne, der die neuen Rekruten ausbildet.
Er ist ein Riese, kahlköpfig, mit einer Narbe, furchteinflössend.

Ich habe versucht, ein wenig ihr Umfeld zu erforschen. Dabei bin ich auf diesen Brangroth gestossen.  Vorsichtige Erkundigungen ergaben, dass dieser wiederum einige Leute kennt die, nennen wir es beim Namen, nichts anderes als die besten Kopfgeldjäger sind, die ganz Thedas zu bieten hat. Gemunkelt wird von einer Zwergin, einem Qunari, und einem mächtigen Magus. Ich weiß nicht, ob das alle sind, aber mehr konnte ich bisher nicht in Erfahrung bringen. Dennoch reicht dieses, um mir immer bewußter zu werden, dass ich an Eshtá nicht soweit herankomme, um Rache zu nehmen. Mir wird nichts anderes übrig bleiben als eine gute Miene zur Schau zu stellen, zumindest, wenn ich Kommandant bleiben will.

Lea überkam eine leichte Gänsehaut. Wie sehr hatte ihn dieses Weib verletzt, dass er sich so verändert hatte? Auf der Suche nach Bestätigung seiner selbst – der Siegeszug durch die Betten Denerims. Bei den Grausamkeiten, die er ursprünglich verabscheut hatte, sah er Esthá vor sich und genoss es? Sie schüttelte den Kopf, und war gespannt, ob er diesen Schlag doch noch irgendwo verkraftet hatte. Außerdem hoffte sie immer noch, dass sie etwas über sich erfahren würde.
Doch bevor sie eine Antwort auf diese doch brennende Frage zu finden vermochte, stolperte sie über ein ihr durchaus bekanntes Thema.

Ich kann es einfach nicht glauben, ich hab heute den Brief meiner Mutter gelesen, nachdem der meiner  geliebten Schwester doch eher nichtssagend war. Ich könnte mich ohrfeigen, ich hätte bereits seit zwei Tagen auf dem Weg zu ihr sein müssen, doch tat ich den Brief als reine Übertreibung ab, ohne zu ahnen, wie wichtig es wirklich ist. Sollte ihr währenddessen etwas zustoßen könnte ich es mir nie verzeihen. Ich bin bereits auf dem Weg nach Hause, die einzigen Gedanken die ich im Stande bin zu denken sind Hass, Wut und Abscheu. Ich fühle mich wie genau jener Offiziere der ich , meinen Ausbildern zu folge, hätte werden sollen. Hoffentlich komme ich rechtzeitig an, und dann gnade ihm der Erbauer, ich werde es nicht tun. Verdammt, können diese Pferde nicht schneller laufen?

Leanora wusste bereits, was Tjark mit dem Verlobten seiner Schwester tun würde, trotzdem war sie gespannt wie es Tjark empfand. Als gerecht? Als fair? Eventuell als Spass?

Nach ein paar Tagen bei meiner Familie bin ich nun wieder auf dem Weg nach Fort Drakon. Ich konnte meiner Schwester helfen, jedenfalls glaube ich das. Nach einer durchaus einseitigen Unterhaltung, so nannte man das
während der Offiziersschule, habe ich den Verbrecher der Justiz übergeben und dank meiner Beziehungen ein schnelles Urteil samt Vollstreckung erwirkt. Wäre es nach mir gegangen, hätte ich ihn selbst getötet, langsam und schmerzvoll versteht sich. Aber ich weiß nicht, ob Madeleine oder Mutter das verkraftet hätten. Sie halte mich ja immer noch für einen grundguten Menschen. Es tut mir in der Seele weh, die beiden zurück zu lassen, aber sie wollen nicht mit nach Denerim kommen. Mutter meint, den Tod Vaters verarbeitet zu haben, den Eindruck kann sie mit Mühe und Not nach außen erwecken, aber in ihr tobt bestimmt alles. Madeleine … sie wurde übel zugerichtet, und ich könnte heulen vor Wut, was dieses Schwein ihr angetan hat. Auch darüber, dass ich ihr nicht stärker helfen kann. Das schlimmste daran ist einfach der Vorwurf, den ich mir selber mache: Ich versuchte die Welt im Großen zu ändern, dabei zerfällt die Welt im Kleinen, bei mir zu Hause.


Leanora unterdrückte die Tränen, die ihr kommen wollten, was ihr schwer fiel, aber sie las weiter. Anscheinend war Tjark von Selbstzweifeln geplagt.

Seit ich wieder in Denerim bin fühle ich mich leer, wie eine Marionette. Ich fühle mich schuldig gegenüber  meiner Familie. Ich hätte für sie da sein müssen, ganz so, wie mich Vater in seinem Brief gebeten hat. Aber nein, ich musste ja unbedingt Oberst werden. Mir mein Leben zu verbauen hätte ich sicher auch anders haben können. Ein kleiner Lichtblick kam heute durch einen Brief von Madeleine. Sie hat mir verziehen, beziehungsweise mich nie für schuldig gehalten. Das wiederum erleichtert mein Gewissen erheblich. Trotzdem glaube ich, dass ich nicht mehr so weitermachen kann, wie die letzte Zeit. Es wird wohl immer Menschen geben, denen man die Pest an den Hals wünscht. Madeleine konnte ich von Kjeld befreien, wie ich mir Esthá vom Leib schaffen kann, weiß ich jedoch nicht. Ich werde in den sauren Apfel beissen müssen und wenigstens beruflich höflich mit ihr umgehen. Leider kann ich nicht auf sie verzichten. Sie ist die rechte Hand des neuen Arls. Welcher übrigens auch unter die Kathegorie menschlicher Abschaum einzugliedern ist. Für ihn zählt wirklich nur Macht und Geld. Ob Königin Anora davon weiß?

Während Lea sich mit Tjarks Gedanken auseinander setzte, bemerkte sie, dass dies so ziemlich der letzte Eintrag war, aber ihr innigster Wunsch wurde erhört. Sie fand einen Tagebuch Eintrag der scheinbar geschrieben wurde während sie im Badezimmer von Tjark war.

Ich.. ich bin verwirrt. Ich habe noch nie so etwas gespürt, nur davon gelesen. In den Büchern nannte man es Liebe auf den ersten Blick, daran geglaubt hab ich nie. Doch als vorhin diese Sophia durch meine Tür kam, war es, als ginge die Sonne auf. Dieses Weib machte einen lasterhaften Eindruck, gut genug, um sie ins Bett zu kriegen. Aber diese Unsicherheit, als ich mich ihr näherte... ich konnte spüren, wir aufgeregt ihr Herz schlug. Ich könnte meinen Kopf verwetten, dass sie noch nie einen Mann gehabt hat, allein der Kuss war unschuldig, unerfahren. Ich hatte das Gefühl, die Zeit würde still stehen. Und sie ist wunderschön. Ihre Augen, olivgrün, honigfarbene Einsprengsler, ihr Haar weich, duftig, engelsgleich. Ihre Figur ein Traum. Ich glaube, ich habe mich tatsächlich verliebt. Nicht nur in ihre Unschuld. Sie erinnert mich in ihrer Art an.. Madeleine. Ob sie wirklich so ist? Ich werde es herausfinden, und wenn es das letzte ist, was ich tu. Sollte sie ein ähnlich liebevolles Gemüt wie meine Schwester haben, dann werde ich sie heiraten. Sie, oder keine andere. Ich muss aufhören, sie kommt gerade aus dem Bad.

Lea purzelten die Tränen nun wirklich aus den Augen. Vorsichtig schloss sie das Buch, drückte es an ihre Brust. Sie legte sich auf den Bauch und vergrub ihr Gesicht im Kopfkissen, worin ihre Tränen lautlos versickerten. Sie trauerte um Tjark, und es war, als würde ihr Körper vor Schmerz von innen heraus zerrissen werden.

Modifié par Bellandyrs, 22 octobre 2010 - 10:52 .


#1140
Guest_Juleiila_*

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@HeroOFnation ,

wenn du irgendwas dagegen hast, dann lies dieses RP nicht. Es hat was mit DA zu tun, spielt in deren Gegend mit neuen Ideen und Missionen. Und das hier das Forum angeblich untergeht, hat sicherlich nichts mit dem Rp zu tun. Geh wo anders rumnörgeln

#1141
HeroOFnation

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Du hast hier gar nichts zu melden Kleine! Ihr zerstört mit euerem Scheiß nur das Dragon Age Universum! Also haut endlich ab ihr lächerlichen Würmer!

#1142
SickOfItAll

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(((Besser du bist vorsichtig , du liegst arg im Feuer . An deiner Stelle würde ich mich aus der Schusslinie ziehen und den Ball GANZ Flach halten , wir sind doch alle eine große Familie , oder ? :) )))



Lydia quälte sich unter Schmerzen auf . Das erste mal , seitdem sie wieder hierwaren , dass sie aufgestanden war . Sie humpelte hinüber zu Lea und ließ sich zu ihr fallen . Kraftlos legte sie ihr die Arme um die Schultern und lehnte ihren Kopf an sie . Sie wusste in dem Moment nicht wirklich was sie sagen sollte , zumal ihr die Schmerzen sowieso fast den Atem raubten .

#1143
Guest_Juleiila_*

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Klein aber fein! :) Hihi

#1144
Guest_Juleiila_*

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Azoth lag noch immer auf der Liege. Während er einem tiefen langem Schlaf verfallen war, spielten sich in seinem Kopf immer wieder die selben Momente ab. Was hatte er damals falsch gemacht, das ihn seine Eltern so behandelten, und er sie dafür umbringen MUSSTE. Eigentlich hätte alles anders laufen können, wenn das sich nicht so lange hingezogen hätte. Er hatte sich nie gewehrt, auch nicht ein Wort gesagt, die Prügel und Demütigungen hingenommen. Aus Angst. Angst, nochmehr zu erhalten, und irgendwann zu sterben.

Als er seine Eltern umbrachte, überkam ihn das Gefühl der Freiheit, der Erlösung, und er war sogar glücklich in diesem Moment. Er hatte sich zur Wehr gesetzt, wenn auch auf eine Weise, die nicht hätte sein müssen.

Die Bilder änderten sich, und er erinnerte sich daran in einem Käfig zu sitzen. Zusammen mit Miandra. Sie wurden wieder hinausgezogen, und gefoltert. Er sah, wie man ihren Kopf untertauchte, immer und immer wieder, und sie es langsam über sich ergehen lies. Er dachte schon sie hätte aufgegeben. Plötzlich kamen seine Begleiter, und alles ging recht schnell, ehe er bewusstlos wurde.

Doch eine Frage blieb offen. Was war mit Miandra ?? Und, war er etwa tot?

Plötzlich schreckte er hoch, tief Luft holend, und wild am atmen. Die Augen die er aufriss, schloss er sofort wieder schmerzvoll. In seinem Kopf wie an seinem ganzem Körper pochte es. Überall hatte er schmerzen, und er stöhnte schmerzvoll.

Übereilig drehte er sich zur Seite, mit geschlossenen Augen um aufzustehen. Doch er konnte sich nicht an seinen Armen aufstützen, und somit nicht aufstehen. Warum war er überhaupt wieder aufgewacht ?? Kurz kniff er sein Nasenbein mit den Fingern zusammen, und öffnete dann langsam die Augen.

Es war nicht arg Hell, nur ein paar Kerzen erfüllten den Raum mit Licht. Er wusste nicht einmal wo er war. Verwirrt schaute er sich um, sah wie Lea weinte, und von dem kleinen Mädchen getröstet wurde. Sofort fragte er sich was los war. War etwa was mit Miandra geschehen? Er schaute sich weiter um, sah Rowan, die er überhaupt nicht leiden konnte, auf ihrer Liege sitzen. Lange blickte er nicht zu ihr, für ihn war sie uninteressant.

Er schaute weiter, und sah Miandra – endlich – neben Vernita sitzen. Und vor ihnen stand Sareth. Azoth ließ den Blick auf ihnen haften.

„Miandra ??“ ,fragte er schließlich, und war froh, das es ihr soweit gut ging.


#1145
Kaysallie

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Miandra beobachtete Leanora eine Weile. Fast schon wie besessen von diesem Buch des Kommandanten blättere sie dieses durch, was Miandra überhaupt nicht nachvollziehen konnte, vor allem da diese anschließend auch noch zu heulen begann. Wie konnte man wegen eines Buches, wo hauptsächlich Sexgeschichten aufgezählt wurden, zu weinen beginnen? Diese Adeligen.. komplett verweichlicht, ging ihr nur durch den Kopf, als sie plötzlich ihren Namen hörte, den Blick von Leanora abwandte und das schmerzverzerrte Gesicht von Azoth vor sich sah.

Einen Moment vergaß sie zu atmen, da sie bei dem Anblick all die Bilder der Folter vor sich sah. Schnell wandte sie den Blick von ihm ab, und hatte das Gefühl als würden sie diese kalten Steinwände erdrücken. Ihr Puls schien zu rasen, und ihr Körper signalisierte nur noch, dass sie von diesem Ort weg musste.

Ohne auf die Wunden zu achten stand sie schwerfällig auf, und stützte sich dabei in gebückter Haltung an der Steinwand ab. Kurz drehte sich alles vor ihr, und ihre Beine fühlten sich fast zu schwach an um sie tragen zu können, doch das Gefühl zu verschwinden war stärker, sodass sie die Wand los ließ und langsam, weiterhin in gebückter Haltung, in die Richtung des Ausgangs ging. Davor blieb sie schwer atmend stehen, und stützte sich erneut an einer Wand ab. Nur eine kurze Pause, dachte sie sich dabei. Jede Bewegung schmerzte und sie fühlte sich zu schwach um weiter zu gehen, so sehr sie es auch wollte.

#1146
Aliens Crew

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Vernita beobachtete Lydia, die zu der weinenden Leanora hinüberhumpelte und sich zu ihr legte. Was hatte die Frau bloß? Trauerte sie etwa um diesen perversen Lüstling von Oberst? Weshalb? Was hatte sie mit diesem Kerl zu schaffen? Manchmal begriff sie die Menschen und ihr Verhalten einfach nicht. Oder es lag einfach daran, dass sie nur eine verweichlichte Adelige war?
 
Dann hörte sie auf einmal jemanden Miandras Namen rufen. Sie wandte den Kopf und sah direkt auf Azoth, der zum ersten Mal seit sie aus dem Kerker entkommen waren die Augen geöffnet hatte. Sie hatten ihn also doch nicht umsonst durch die halbe Stadt geschleppt. Der Elf fixierte die schwarzhaarige Frau, welche sofort ihren Blick von ihm abwandte. Dann rappelte sich diese schwerfällig auf die Füße. Vernita sah sie mehr als überrascht an.
 
„Was hast du vor?“ fragte die Elfe erstaunt, doch sie erhielt keine Antwort. Stattdessen bewegte sich Miandra langsam durch den Raum und zwar Richtung Ausgang. „Wo willst Du denn hin?“
 
Vernita sprang ruckartig auf, wodurch sie erneut einen schmerzhaften Stich in ihrem Rücken spürte. Sie hielt einen Moment inne, wobei sie mit verkniffener Miene in Sareths Richtung blickte, der sie wütend anstarrte. Offenbar war ihm nicht entgangen, dass sie ihn vorhin indirekt einen Feigling genannt hatte. Und jetzt rang er wohl mit seiner Fassung, bevor er ihr eine passende Antwort geben wollte. Doch darauf wartete die Elfe nicht. Stattdessen lief sie hinter Miandra her. Als diese am Ausgang schwer atmend stehen blieb, holte Vernita sie ein.
 
„Hey, was soll denn das?“ fragte die Elfe sanft und legte ihr ganz vorsichtig ihre Hände auf die Schultern. „Du kannst jetzt nicht einfach gehen. Das ist viel zu gefährlich. Und außerdem bist du dafür noch zu schwach. Komm schon. Ich bringe dich zurück zu deiner Liege. Dort kannst du dich ausruhen und dich beruhigen. Du brauchst keine Angst mehr zu haben. Hier kann dir nichts geschehen. Ich bin ja bei dir.“
 
 

#1147
Kaysallie

Kaysallie
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"Ich muss hier raus.", brachte sie panisch hervor und schnappte anschließend ein paar Mal nach Luft. Sie wollte nicht zurück auf die Liege und egal wie sicher dieser Ort auch war, er erinnerte sie in jenem Moment nur an die Zelle - eingepfercht in kahlem Stein, gefangen unter der Erde, wie lebendig begraben, ohne Ausweg. Doch ihr Körper schien ihren Willen nicht zu teilen, fühlte sich schwach, unbeweglich und jede Bewegung zog schmerzhaft, und hätte Vernita sie nicht an den Schultern festgehalten, wäre sie wahrscheinlich schon längst zusammengebrochen.

#1148
Aliens Crew

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„Na gut, Miandra“, meinte Vernita sanft. “Wir gehen für einen Moment nach oben. Dort kannst du dich an ein Fenster setzen und etwas frische Luft schnappen, in Ordnung? Komm, ich helfe dir.“
 
Die Elfe legte vorsichtig einen Arm um Miandras Hüfte, während sie einen der Frau auf ihre Schulter legte.
 
„Halt dich an mir fest“, sagte sie, wobei sie mit der freien Hand den Öffnungsmechanismus betätigte. „Ich stütze dich.“
 
Vernita führte die schwarzhaarige Frau durch den Ausgang, während sie sich an die anderen wandte. „Schließt die Tür hinter uns. Wir sind gleich zurück.“
 
‚Oder nie mehr...’ vollendete sie den Satz in Gedanken, da sie es als großes Risiko betrachtete ihr Versteck zu verlassen, doch für Miandras Wohlergehen war sie bereit, dieses Risiko einzugehen.
 
Sie dachte eigentlich daran, die Frau die Treppe hinaufzutragen, doch die Elfe wusste auch, dass Miandra dies sicherlich abgelehnt hätte. Dazu war die schwarzhaarige Frau zu stolz. Und außerdem würde ihr etwas Bewegung sicher nicht schaden. Zumindest hoffte Vernita das.
 
Langsam aber sicher geleitete sie Miandra die Treppe hinauf. Sie sah deutlich, wie sehr sich die Frau bemühen musste, doch ihr eiserner Wille hielt sie zusammen mit dem unterstützenden Griff der Elfe auf den Füßen. Aber die Anstrengung konnte man leicht auf dem schweißbedeckten Gesicht Miandras ablesen.
 
Sie führte die Frau in den Wohnbereich der Schmiede und setzte sie auf eine Bank ab, die vor einem Fenster stand. Nachdem sich Miandra stöhnend niedergelassen hatte, öffnete die Elfe die Läden des Fensters und sah hinaus. Draußen sah sie die menschenleere Straße, sowie den Regen, der in Strömen goss. Eine angenehm frische Luft drang durch das Fenster in den Raum. Genau das, was Miandra jetzt brauchte.
 
„Ich hoffe, die Luft wird dir gut tun“, bemerkte die Elfe fürsorglich, während sie sich neben der Frau auf die Bank setzte. Dabei fiel ihr auf, dass sie sich immer noch nichts übergezogen hatte. Sollte der Schmied ins Zimmer kommen, würde ihm sicher wieder die Kinnlade auf den Boden fallen. Vernita schmunzelte leicht bei diesem Gedanken, wobei sie zufrieden Miandra beobachtete, welche die frische Luft genussvoll einatmete.
 
 

#1149
Bellandyrs

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Langsam verebbten Leas Tränen, auch dank des Trostes, den das Mädchen spendete. Trotzdem fühlte sie sich leer, seelenlos, und schuldig. Sie hatte Tjark verraten. Alles lamentieren half nichts, lebendig wurde er nicht mehr, und sie mußte sich wohl oder übel damit abfinden, ihre Liebe, auf die sie gewartet hatte, verloren zu haben. Aber sie schwor sich, dass dieses Tagebuch irgendwann den Weg zu seiner Familie finden würde. Schließlich war es ein Teil der Familienchronik.

Vorsichtig richtete sie sich auf und blickte Lydia mit verheulten Augen an.
"Danke Kleines. Es ... es geht schon wieder. Wie fühlst Du Dich? Ist alles in Ordnung?"
Sie blickte sich im Raum um und bemerkte, dass Azoth erwacht war. Schnell sprang sie von ihrem Lager auf und ging zu ihm.
"Azoth! Andraste sei Dank, endlich habt Ihr die Augen aufgeschlagen! Habt Ihr Hunger oder Durst?" Sie holte ihm einen Becher mit Wasser und führte es ihm an den Mund.
"Hier, trinkt ein wenig, und wenn ihr nur die Lippen damit befeuchtet. Ihr müsst wieder zu Kräften kommen!"

Zu Kräften kommen? Bei diesen worten fiel es ihr wie Schuppen vor die Augen.
"Wo ist Vernita? Ich glaube, ich muß ihr noch etwas erzählen, was vielleicht wichtig ist."

Modifié par Bellandyrs, 23 octobre 2010 - 07:58 .


#1150
Kaysallie

Kaysallie
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Es dauerte eine Weile bis sich ihr Puls und ihre Atmung normalisierten, doch die frische Luft und das Geräusch des Regens beruhigten sie ungemein. Einige Zeit saß sie nur regungslos da, blickte durch das geöffnete Fenster und lauschte dem Prasseln des Wassers. Für einen Moment vergaß sie all die Schmerzen und die frische Luft schien ihr ein Gefühl von Freiheit und der Ruhe zu geben.

"Habt Ihr schon mal mit dem Gedanken gespielt Euch selbst umzubringen, da Ihr nichts lebenswertes in Eurem Leben seht?", fragte sie Vernita ohne diese anzusehen sondern starrte weiterhin durch das Fenster.

Modifié par Kaysallie, 23 octobre 2010 - 11:11 .