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Die freie Wildnis von Ferelden (Dragon Age RP)


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2750 réponses à ce sujet

#1151
marcAnton

marcAnton
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Hallo Leute.
Tut mir leid dass ich euch störe, aber ich finde euer Roleplay hier echt genial! Lasst euch nicht unterkriegen! Der Gnom stänkert hier überall rum.
Ihr habt es echt drauf. Vielleicht könnt ihr ja ma Verstärkung in eurem Roleplay gebrauchen....;) 

Liebe Grüße Marc

#1152
Aliens Crew

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Vernita war etwas überrascht, als sie Miandras Frage hörte. Deshalb antwortete sie auch nicht sofort, sondern grübelte erst einige Augenblick vor sich hin.
 
„Nein“, erwiderte sich schließlich fest. „Ich habe noch nie an Selbstmord gedacht. Nur einmal hatte ich mit dem Gedanken gespielt, mich einfach töten zu lassen, da ich keinen Sinn mehr darin sah, weiterzuleben. Das war der Moment, nachdem ich das Schwein getötet hatte, welches mir alles genommen hatte, was ich besaß. Meine Familie, meinen Stolz, meine Würde...mein Kind.“
 
Die Worte der Elfe wurden immer leiser, und sie schloss die Augen, da sie merkte, wie ihr die Erinnerung an ihr Baby, welches in seinem Bettchen abgeschlachtet worden war, Tränen in die Augen trieb. Sie atmete einige Male tief durch, um sich wieder zu fangen, was ihr aber nur halbwegs gelang.
 
„Doch ich habe diesen Gedanken schnell wieder verworfen“, erzählte Vernita weiter. „Mir wurde klar, dass mein Peiniger selbst nach seinem Ende noch gewonnen hätte, wenn ich aufgeben und den Freitod wählen würde. So beschloss ich, alles zu tun, was nötig war, um am Leben zu bleiben. Ich wurde ein Grauer Wächter, nicht weil ich von der Sache dieses Ordens überzeugt war, sondern nur, weil mir der Beitritt ein Ende an einem Strick erspart hatte. Genauso verhielt es sich mit der Verderbnis. Ich kämpfte nicht für diese Welt, sondern nur für mich selbst. Denn an jedem Tag, den ich mir erkämpfte und an dem ich nicht gestorben bin, besiegte ich dieses kranke Stück Scheiße. Und für lange Zeit, war dies mein einziger Lebensinhalt. Doch nun...“
 
Sie legte sanft ihre Hand auf Miandras Schulter und überlegte. Sollte sie es ihr sagen? Sollte sie es ihr offenbaren, was doch so offensichtlich war? Tat sie damit das Richtige? Oder würde sie nur alles zerstören? Doch schließlich konnte sie ihre Gefühle nicht ewig für sich behalten. Irgendwann müsste sie darüber reden oder daran ersticken. Und wer weiß, ob sie später noch einmal eine Gelegenheit dazu bekam, sie Miandra offen darzulegen.
 
„...nun habe ich dich“, fuhr sie mit leiser Stimme fort. „Und ich werde alles tun, was in meiner Macht liegt, um dir und deiner Tochter zu helfen, weil...nun...weil ich dich liebe, Miandra.“
 
Nach diesen Worten schwieg die Elfe, und für den Moment hörten die beiden Frauen nur das Plätschern des Regens und das Schlagen ihrer eigenen Herzen.
 

Modifié par Aliens Crew, 25 octobre 2010 - 08:55 .


#1153
Kaysallie

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Miandra beobachtete weiterhin den herabfallenden Regen. Während Vernita ihre Frage beantwortete, musste sie zurückdenken, an vergangene Tage. Momente an denen sie ebenfalls den Regen beobachtete. Miandra mochte den Regen, und verstand es eigentlich nicht, warum er als schlechtes Wetter definiert wurde. Der Regen tränkte die durstigen Pflanzen und spülte Blut und Schmutz vom Boden. Gäbe es keinen Regen, gäbe es auch kein Leben. Es waren vielleicht solche einfachen Dinge, wie der Regen, ein Windstoß oder der Sonnenschein, die es durch ihren einmaligen Anblick verhinderten, dass sie sich schon einst das Leben nahm. Aber waren solch kleine Dinge nicht ein unrechter Tausch gegen all die Qualen, die das Leben mit sich brachte? War sie vielleicht auch immer nur zu feige gewesen, es einfach zu tun, oder sah sie im Leben doch noch mehr? Die Frage wurde wohl beantwortet, als sie die Folter über sich ergehen ließ. Nun war sie davon überzeugt, dass der Tod eine Erlösung von diesem sinnlosen Leben, das zum größten Teil aus Schmerz und Leid bestand, war. Es war nicht so, dass sie sich selbst bemitleidete, das tat sie noch nie, aber manchmal wenn sie andere sah die lachen konnten... einfach so... dann fragte sie sich... warum?

Vielleicht verstand sie die Denkweise von Vernita. Am Leben bleiben, um denjenigen nicht gewinnen zu lassen, der ihr so viel Leid zufügte und um Abschaum abzuschlachten, der es nicht verdiente am Leben zu sein. Aber sie selbst... es gab niemanden der sich dafür interessierte ob sie nun tot war oder weiterhin unbedeutend vor sich hin vegetierte. Es wäre egal gewesen. Vielleicht hätte sie sogar mit ihrem Tod einigen eins auswischen können, aber mit ihrem Leben? Eher nicht.

Doch dann wurde sie aus ihren Gedanken gerissen und in ein vollkommen anderes Thema katapultiert, womit sie überhaupt nicht gerechnet hatte. Erst dachte sie, sie hätte sich verhört, doch die nachfolgende Stille, bestätigten ihr insgeheim, dass dem nicht so war. Miandra verstand noch nicht einmal das Wort Freundschaft so wirklich, wie sollte sie dann erst so etwas wie Liebe verstehen? Für sie waren das beides Dinge an die sie nicht glaubte... Oder redete sie sich das nur selbst ein, um ihnen aus dem Weg zu gehen? Wollte sie vielleicht gar nicht so sein, wie die Leute die lachen konnten?

Miandra versuchte all die Fragen die durch ihren Kopf drängten zu ignorieren, um sich auf die Situation zu konzentrieren, doch sie war noch nie in einer solchen, und wusste nicht wie sie damit umgehen sollte. Konnte sie das Gesagte überhaupt ernst nehmen? Gab es sowas Liebe überhaupt? Und selbst wenn... was sollte sie darauf antworten?

Miandra sah Vernita als eine Art Freundin an, als so etwas was sie nie hatte, jemanden der wusste, dass das Leben nicht aus Lachen und Glück bestand, jemand bei dem sie wusste, dass er sie verstehen würde, das in gewisser Weise nachvollziehen konnte, was ihr widerfuhr. Vernita verstand sie, und sie verstand Vernita. Das war das was Miandra als Freundschaft definierte. Aber ab wann sah die Elfe mehr darin? War Miandra das nicht aufgefallen? War sie so blind?

Nein sie war nicht blind. Sie wusste es, seit dem Vorfall mit ihren Eltern. Ab da hatte sich Vernita verändert, wurde immer fürsorglicher und schien nach ihrer Nähe zu suchen. Miandra wusste es die gesamte Zeit über, bei jedem Gespräch mit der Elfe spürte sie diese sorgenhaften Blicke - und ignorierte es. Aber warum? Warum blockte sie immer wieder ab und wollte das Offensichtliche nicht wahr haben? Hatte sie vielleicht Angst? Und selbst wenn, wovor?

Ja sie hatte Angst, genau vor diesem Moment, wo sich das Vermutete bestätigte, und nach Bestätigung suchte.

Miandra wusste keine Antwort. Sie war mit der Situation komplett überfordert. Welchen Schaden könnte sie mit ein paar Worten anrichten? Sie wollte Vernita nicht weh tun, diese hatte ohnehin schon genug in ihrem Leben durchgemacht... aber sie konnte doch auch nicht lügen.. Aber sie musste irgendetwas sagen..

"Warum sagst Du mir das?", Miandra wandte den Blick von dem Fenster ab und drehte den Kopf zur Seite, riskierte es Vernita direkt anzusehen, obwohl sie es eigentlich lieber nicht getan hätte.

"Du solltest doch wissen, dass ich Dir die Antwort die Du gerne hättest nicht geben kann... Du weißt doch, dass ich so etwas nicht kann...", vorsichtig nahm sie Vernitas Hand von ihrer Schulter und legte diese an der Bank ab, bevor sie den Blick wieder auf das Fenster richtete.

"Es tut mir leid... Du hättest was besseres verdient..", fügte sie bedrückt hinzu, wusste nicht, was sie sonst hätte sagen sollen.

#1154
Aliens Crew

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„Ich...ich verstehe“, erwiderte Vernita mit zittriger Stimme nach einem endlos scheinenden Moment des Schweigens, in dem nur das Plätschern des Regens zu hören war. Sie wandte sich ab, als die Tränen langsam über ihr Gesicht liefen. Sie schloss die Augen und versuchte ein Schluchzen zu unterdrücken.
 
Sie war enttäuscht. Mehr als jemals zuvor in ihrem Leben. Sie hatte soviel für diese Frau getan, und doch liebte diese sie nicht dafür. Was sollte sie denn noch alles vollbringen, damit Miandra klar wurde, dass die Elfe nicht mehr ohne sie sein wollte? Sollte sie die ganze Welt abschlachten? Um Miandra zu gefallen, würde sie das sogar tun.
 
Sie war enttäuscht, ja. Enttäuscht, aber nicht überrascht. Was hatte sie denn eigentlich erwartet? Hatte sie tatsächlich geglaubt, Miandra würde ihr vor Glück um den Hals fallen, nur weil sie ihr ihre Liebe gestanden hatte? Sie kannte die schwarzhaarige Frau doch inzwischen gut genug. Sie wusste genau, dass alle Gefühle in der Frau gestorben waren, und sie rein gar nichts mehr empfand. Und das würde sich auch so schnell nicht ändern. Warum sollte es sie also interessieren, dass so eine dumme, naive Elfe wie sie, ihr Herz an sie verloren hatte?
 
Wut kam in Vernita hoch und versuchte von ihr Besitz zu ergreifen und sie zu übermannen. Doch Miandra war nicht der Grund dafür. Nein, Vernita gab sich selbst die Schuld. Sie hatte nach dem Tod ihrer Familie eine Art Schutzpanzer um ihr Herz gelegt. Hatte jede Gefühlsregung außer Wut und Hass von sich gewiesen. Niemanden hatte sie je an sich herangelassen, um niemals wieder diesen Schmerz spüren zu müssen, der jetzt durch ihre Brust jagte und der schlimmer war, als alles, was sie in der Folterkammer ertragen musste.
 
Sie ballte die Hände zu Fäusten. Sie kämpfte gegen den unwiderstehlichen Wunsch an, die Einrichtung des Schmiedes kurz und klein zu schlagen. Nur mit Mühe unterdrückte sie dieses Bedürfnis, um Miandra keine Angst einzujagen. Das hätte sie sicherlich nicht verstanden.
 
Sie wischte sich mit einer schnellen Bewegung die Tränen aus dem Gesicht und rieb sich über die Augen. Sie schämte sich dafür geweint zu haben. Es ließ so schwach und hilflos aussehen, wie ein kleines Kind, dass sich im Wald verlaufen hatte und nach seiner Mama schrie, weil es nicht mehr nach Hause zurückfand. Und dabei wollte sie nie wieder schwach sein. Sie musste doch stark sein, für die Mission und für Miandra. Was anderes würde die Frau doch nicht von ihr erwarten, und die Elfe wollte sie auf keinen Fall enttäuschen.
 
Vernita nahm sich zusammen, bevor sie weitersprach. Sie hatte nicht viel Erfahrung damit, jemanden ihre Gefühle zu offenbaren oder überhaupt mit Situationen wie dieser hier umzugehen.
 
„Es muss dir nicht leid tun“, sagte sie so ruhig und sachlich wie sie nur konnte, doch schon bildeten sich erneut Tränen in ihren Augen und dafür verfluchte sie sich selbst. „Ich weiß, dass du im Moment nicht imstande bist, für jemanden etwas zu empfinden, was über schlichte Toleranz hinausgeht. Ich habe dir das auch nur gesagt, weil ich nicht will, dass es zwischen uns noch irgendwelche Geheimnisse gibt. Und dass du weißt, dass ich bis zum Ende bei dir bleiben werde, ganz gleich, was da auch noch auf uns zukommen mag. Ich erwartete nicht von dir, dass du mich liebst, so wie ich dich liebe. Ich hoffe nur, dass du dich von nun an nicht unwohl in meiner Nähe fühlen wirst, jetzt wo du weißt, was ich für dich empfinde. Alles, was ich will ist, dir dabei zu helfen, deine Tochter zu finden. Und wer weiß, vielleicht erlaubst du mir auch, dass ich bei dir bleiben darf, nachdem wir sie aus den Klauen dieser Scheusale befreit haben. Aber das sollten wir nicht heute entscheiden. Nicht, wo noch soviel Arbeit vor uns liegt.“
 
Die Elfe stand auf und ging auf den breiten Tisch zu, der in der Mitte des Raumes stand, wobei sie sich abermals über die Augen rieb. Danach stützte sie sich mit beiden Händen auf dem Möbelstück ab und starrte ausdruckslos auf die Tischplatte.
 

#1155
SickOfItAll

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Als Lea aufsprung stieß sie Lydia rückwärts um , welche flach auf dem Steinboden aufschlug . Sie rang nach Luft und versuchte die Schmerzen zu ertragen welche mit einem Knacken in ihrer Brust aufflammten . " So .... weit würde.... ich sa.... gen ... ich le-be .... noch ... so . " stöhnte sie .und versuchte zu grinsen .



Mit zittrigen armen stützte sie sich ab und stemmte sich auf die Knie , doch weiter kam sie nicht . als sie versuchte aufzustehen , versagten Arme und Beine den Dienst und sie wäre fast mit der geasmmten Brust auf dem Stein aufgeschlagen . Mit Mühe hielt sie sich auf den Knien und versuchte mehr schlecht als recht zurück zu ihrem Lager zu kommen . Es war nicth allzuwarm im Versteck und sie hatte - gelinde gesagt - ein ahuch von nichts an - eigentlich nicht viel mehr als einen Verband , welcher ihre gesammte Brust verdeckte und ein paar Wollhosen , was nicht wirklich gegen die Kühle Luft dees Kellers isolierte .

#1156
Kaysallie

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Miandra starrte weiterhin aus dem Fenster, wagte es nicht Vernita anzusehen. Sie spürte an dem zittrigen Klang ihrer Stimme wie viel Kummer darin innewohnte, und ohne hinzusehen merkte sie wie sich Vernita neben ihr verkrampfte und mit ihren Tränen kämpfte.

Wäre die Stimmung in jenem Moment nicht so drückend gewesen, hätte Miandra beinahe zu lachen begonnen. Nicht über Vernita, sondern einfach über das Leben. Als sie noch ein kleines Mädchen war, hätte sie sich wohl nichts sehnlicher gewünscht als von irgendjemanden solche Worte zu hören. Ja, sogar als sie heirate glaubte sie noch daran, dass es so etwas wie Glück und Freude im Leben gab. Aber jetzt?

Jetzt?

Nach so vielen Jahren?

Jetzt wo sie sich bereits damit abgefunden hatte, dass es für sie so etwas nicht gab?

Jetzt wo sie nicht mehr dazu fähig war, wie ein kleines Mädchen zu denken?

Jetzt wo sie nicht mehr daran glaubte?

Jetzt wo es zu spät war?

Jetzt kamen diese Worte?

Ja, das Leben war lächerlich. Miandra konnte nicht nachvollziehen was gerade in der Elfe vor sich ging, aber sie fühlte sich schuldig dafür, auch wenn sie nicht wusste wieso... was hätte sie denn dagegen machen sollen, dass diese so für sie empfand? Oder hatte sie etwas falsch gemacht? Was war der Auslöser dafür?

Natürlich waren das Fragen die sie sich selbst nicht beantworten konnte, denn so einfach schienen solche Gefühle nicht zu funktionieren. Miandra musste sich zwar schon oft in eine solche Rolle hineinversetzen, wenn man nur so tun musste als ob.. aber das war auch nicht schwierig für sie, da es sich dabei immer um irgendwelche Männer, ihren eigenen Mann oder dumme Tratschweiber handelte, die sie nicht leiden konnte.

Aber hier? Sie konnte hier nicht einfach so tun als ob ... das war etwas komplett anderes. Damals diente das alles nur einem einfachen Zweck, aber hier? Sie würde Vernita nur belügen - was sie nicht konnte und womit sie ihr ohnehin nur noch mehr weh tun würde.

Miandra musste einige Male schlucken als sie erneut die Stimme hörte, welche voller Enttäuschung war, und erst als Vernita aufstand und sich wegsetzte, blickte sie ihr nach. Sie konnte sich an den Moment erinnern, als diese ihr das mit der Folter und ihrem Kind erzählte, konnte sich an all die Trauer, den Schmerz und das Leid erinnern, welches sie in Vernita sah, wenn sie diese anblickte. Nie hätte sie gedacht, diese noch niedergeschlagener zu sehen als damals, als sie an dem Feuer saßen.

Sie hatte sich geirrt, denn gerade eben sah sie es... und es war nur wegen ihr. Noch nie sah sie wie jemand weinte wegen ihr, als würde die Welt untergehen... und Vernita nahm es ihr nicht einmal übel? Wollte ihr noch immer helfen?

Miandra war mit ihrer Weisheit am Ende und wäre am liebsten an einem anderen Ort gewesen, doch sie wusste, dass das nicht ging, aber der Anblick machte sie wahnsinnig. Noch nie ertrug sie es die Elfe weinen zu sehen. Das war ein Bild das einfach nicht passte und sich in ihre Seele grub - so wie damals am Feuer - so wie damals in der Taverne.

All das ging über Miandras Verstand hinaus und sie hatte keine Ahnung was sie tun sollte. Nichts was sie sagen würde, würde etwas an der Situation ändern. Aber vielleicht ging es auch gar nicht darum? Immer wieder schien sie sich im Kreis zu drehen - aber es gab nur eine Lösung, und die konnte sie ihr nicht geben. Vernita wollte von ihr geliebt werden, auch wenn sie es gerade nicht zu gab - wieso sollte sie denn sonst weinen? Bestimmt nicht weil es ihr egal war. Aber zu so etwas war Miandra einfach nicht im Stande. Das Einzige was sie empfand war Mitleid - genau das was Vernita wohl am wenigsten von ihr brauchte und wollte... aber mehr konnte sie ihr einfach nicht geben.

Nachdem sich Vernita an den großen Tisch niedergelassen hatte, kehrte ein langer Moment der Stille ein, wo man nur das Plätschern des Regens hören konnte. Miandra ließ die Situation mehrmals auf sich wirken, überlegte was sie tun oder sagen sollte, aber es half nichts. Sie konnte hier nichts schön reden.

"Wir sollten wieder nach unten gehen...", sagte sie heiser und begann sich bereits von der Bank aufzurappeln - was ihr sichtlich schwer fiel, da all die Wunden höllisch spannten. Eigentlich wäre sie lieber hier geblieben wo man sich nicht wie in einem Gefängnis fühlte, aber sie hielt es nicht länger aus Vernita anzuschweigen, wusste aber auch nicht, was sie ihr sagen, oder worüber sie mit ihr reden sollte.

#1157
Aliens Crew

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Miandras Worte rissen Vernita aus ihren Gedanken. Sie schreckte hoch und sah für einen Moment die gegenüberliegende Wand an. Dann fuhr sie sich noch einmal über das Gesicht, bevor sie sich wieder zu der schwarzhaarigen Frau hin umdrehte.
 
„Du hast recht“, sagte sie und versuchte zu Lächeln, was ihr allerdings nicht wirklich gelang. Der Elfe fiel auf, wie Miandra sich mit dem Laufen schwer tat und trat sogleich zu ihr. „Warte, ich helfe dir. Und keine Widerrede. Ich werde dich auch nicht beißen, in Ordnung?“
 
Vernita schlang einen Arm um Miandras Körper, die ihrerseits einen ihrer Arme wie schon zuvor über die Schulter der Elfe legte. Diese merkte sofort, dass es der schwarzhaarigen Frau sichtlich ungenehm war, dass Vernita ihr so nah kam, da sich deren ganzer Körper schlagartig versteife. Doch sie ließ sich trotzdem von der Elfe helfen, da sie ja auch nicht wirklich eine Wahl hatte. Alleine wäre sie die Treppe niemals unbeschadet hinunter gekommen.
 
Schweigend gingen die beiden Frauen wieder zurück in den Keller und in das Versteck. Vernita führte Miandra zu deren Liege, auf der sie diese sich vorsichtig hinsetzen ließ. Sie selbst setzte sich direkt neben sie und sah die schwarzhaarige Frau mit leeren Augen an.
 
„Hast du vielleicht Durst? Möchtest du etwas trinken?“ fragte die Elfe schließlich, nur um dieses bedrückende Schweigen zu brechen. Ein verlorenes Lächeln legte sich dabei auf ihre Lippen.
 
 

#1158
Kaysallie

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"Nein es geht schon...", erwiderte sie bedrückt.

Vernita wollte nicht, dass sie sich in ihrer Umgebung unwohl fühlte, aber das Wissen darüber zu haben, welche Gefühle diese für sie hegte, schien das Verhalten nur noch zu verstärken. Wie sollte sie sich denn sonst fühlen? Würde sie in Vernita denn nicht mit jedem anderen Gefühl eine Art von Hoffnung wecken? Wo es doch nichts zu hoffen gab..

Miandra fühlte sich nun so als würde jede Antwort auf eine Frage, oder jede Aussage die sie tätigte von großem Wert sein, als könnte sie jederzeit irgendetwas damit zerstören oder aufflackern lassen, als würde sie vor einem Richter sitzen der sie genauestens unter die Lupe nahm, als würde man sie von allen Seiten anstarren. Ja sie fühlte sich einfach unwohl. Doch Miandra fragte sich dennoch, wie lange die Elfe es aushalten würde so viel zu tun, ohne etwas dafür in Anspruch zu nehmen.. oder eher ohne irgendjemand anderen dafür zu köpfen.. Miandra kannte Vernita gut genug um zu wissen, das Geduld oder eher ein Weg ohne Gewalt nicht wirklich zu den Stärken der Elfe zählten. Oder hatte sie sich in ihr vielleicht geirrt? Zumindest fühlte sie sich gerade eher so als hätte sie einen dünnen Faden in der Hand, der nur bei der kleinsten Bewegung reißen könnte.

Man konnte das Gefühl nicht als 'Macht über einen anderen haben' definieren, da sie diese nicht hatte. Sie konnte Vernita aus ihrer Sicht nur in eine Richtung lenken - in eine falsche.

Etwas abwesend griff Miandra nach einer Decke, lehnte sich vorsichtig an die kühle Wand und wickelte sich förmlich in dem Stoff ein - als würde dieses unwohle Gefühl dadurch verschwinden.

"Wolltet Ihr nicht mit einem der anderen nach draußen gehen?", fragte sie Vernita vorsichtig, damit es nicht so klang, als würde sie diese los werden wollen.

Modifié par Kaysallie, 25 octobre 2010 - 08:32 .


#1159
Aliens Crew

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Entsetzt musste Vernita feststellen, dass Miandra sie wieder mit einem sehr förmlichen „Ihr“ angesprochen hatte, statt sie wie vorhin noch zu duzen. Das wog für die Elfe schlimmer, als alles, was die schwarzhaarige Frau hätte sagen können, selbst schwerer als der Eindruck, dass Miandra im Moment nur versuchte, sie loszuwerden. Es zeigte ihr deutlich, dass die Frau sie nicht liebte und es auch niemals tun würde und dass sie offenbar nicht einmal ihre Freundschaft anstrebte. Ein Stich schien Vernitas Herz in diesem Augenblick zu durchbohren Sie hatte alles verloren, was sie sich so sehr gewünscht hatte und hätte am Liebsten gleich wieder angefangen zu weinen. Doch dieses Mal riss sich die Elfe zusammen. Sie wollte kein Zeichen von Schwäche mehr aufkommen lassen.
 
„Das hat noch etwas Zeit. Es muss draußen erst einmal dunkel werden, ansonsten ist es zu riskant“, erwiderte sie nur tonlos. „Aber ich habe trotzdem noch etwas zu tun. Ich muss mich vorbereiten…etwas trainieren, um wieder in Form zu kommen. Dieses ganze Herumlungern hier lässt mich sonst noch einrosten. Wenn du mich brauchst, dann findest du mich dort hinten in der Ecke.“
 
Das war natürlich eine glatte Lüge, da sich die Elfe in Topform befand, trotz der Verletzung, die sie erlitten hatte. Doch sie wusste genau, dass die Enttäuschung, welche sie soeben erlitten hatte bei ihr in Aggression umschwenken würde. Und diese wollte sie nicht an Miandra auslassen, vor allem deshalb nicht, weil sie der Frau nicht einmal die Schuld für dies alles hier gab.
 
Die Elfe stand auf und ging zu der Stelle hinüber, an der sie das Lagerfeuer angezündet hatte. Während sie dorthin unterwegs war, ballte sie ihre rechte Hand zur Faust und schlug mit der anderen Handinnenfläche immer wieder auf diese Faust ein. Dabei verzog sich ihr Gesicht zu einer Maske des Zorns. Ihre Augen funkelten bedrohlich im Schein des Feuers.
 
Kaum hatte sie ihr Ziel erreicht, ließ sich Vernita gleich nach vorne fallen. Kurz bevor sie auf dem Boden aufschlug fing sie sich mit beiden Handflächen ab. Dann drückte sie ihren gestreckten Körper nach oben, stemmte sich ab, klatschte in der Luft in die Hände und fing sich anschließend wieder auf, um nicht mit dem Gesicht auf den Stein zu krachen. Anschließend wiederholte sie den Vorgang. Wieder und wieder. Doch es half nichts. Sie spürte zwar den stechenden Schmerz, der ihren Rücken durchfuhr, doch der Schmerz in ihrem Herzen überwiegte diesen bei Weitem. Und das Bedürfnis Miandra liebevoll in den Arm zu nehmen, schwächte diese Übung auch nicht im Geringsten ab. Sie brauchte etwas anderes.
 
Die Elfe unterbrach ihre Liegestützen und kniete sich auf den Steinboden hin, während ihre Augen über das Lagergut des Schmiedes fuhren. Hatte dieser nicht etwas, was sie im Moment verwenden konnte, um die Wut abzubauen, die sie auf sich selbst hatte? Es sah nicht so aus. Oder etwa doch? Da war doch was.
 
Sie stand auf und ging auf die Ecke des Raumes zu, wo eine alte Übungspuppe stand, die aus hartem Holz bestand und ziemlich schwer aussah. Genau das konnte Vernita jetzt gebrauchen. Sie zog die Puppe aus der Ecke und platzierte sie neben das Lagerfeuer. Dann gab sie der Konstruktion einen leichten Schlag, um dessen Standfestigkeit zu prüfen, doch das Ding bewegte sich nicht einen Millimeter vom Fleck. Perfekt.
 
Die Elfe positionierte sich vor die Puppe, welche die Silhouette eines Menschen darstellte und hob ihre Fäuste. Sie tänzelte locker vor dem Gestell herum, bevor sie den ersten Schlag ausführte. „WHAM!“ machte es, als ihre Faust auf das harte Holz traf. Und schon folgte der nächste Schlag. WHAM!
 
Ihre Gedanken schweiften ab. Wut stieg in ihr auf. Wut auf sich selbst. Sie war eine solche Närrin! Miandra fing gerade an, ihr zu vertrauen und dann machte sie diesen dummen Fehler. Nun hatte sie mit ihrer Ungeduld alles zerstört. WHAM!
 
Dabei ging es ihr ja nicht einmal um Sex. Sie hatte in ihrem Leben schon oft genug Sex gehabt, mit Männern wie auch mit Frauen, um zu wissen, dass dies nicht die Erfüllung für sie bedeutete. WHAM!
 
Nein, alles was sie wollte, war etwas Geborgenheit. Die zarte Berührung einer Hand auf ihrer Haut. Die Umarmung und die Wärme einer anderen Person, der sie blind vertrauen konnte und die sie so liebte, wie sie eben war. WHAM!
 
Wie konnte sie nur auf die dumme Idee kommen, dass irgendjemand sie überhaupt lieben könnte? Das war doch absurd. Wut, Hass und Verachtung. Das waren die einzigen Dinge, die man ihr bisher entgegen gebracht hatte. Und somit auch die einzigen Dinge, die sie anderen entgegenbringen konnte. Sie war wirklich naiv zu glauben, dass sich daran jemals was ändern würde. WHAM!
 
Schweiß lag auf der Stirn der Elfe, während ihre Schläge immer heftiger wurden. An einer Stelle splitterte schon das Holz der Figur. Vernitas Faustknöchel waren bereits aufgeschlagen. Hautfetzen hingen von ihnen herunter, Blut lief in dünnen Rinnsalen zwischen ihren Fingern herab. Doch diese Schmerzen bedeuteten ihr nichts. Sie machte unvermindert weiter. WHAM!
 
Sie dachte, zwischen Miandra und ihr würde es anders laufen. Sie dachte, dass sich die beiden so ähnlich wären, da sie ja auch ähnlich traumatische Vergangenheiten zu bewältigen hatten. Doch die schwarzhaarige Frau suchte nicht wie sie selbst nach der Geborgenheit einer anderen Person. Ihre Gefühlswelt war kalt, leer, aus ihrer Seele entrissen. Und Vernita kannte dafür auch den Grund. WHAM!
 
Das waren natürlich wieder einmal die Männer. Zum einen ihr abartiger Vater, der sich an ihr vergangen und sie verprügelt hatte. Und zum anderen ihr nichtsnutziger, versoffener Ehemann, der diesem Bastard in nichts nachstand. Beide hatten der jungen Frau jedweder Gefühle beraubt, sie ausgesaugt, bis nur noch eine große Leere in ihr übrig geblieben war. Und Vernita konnte diese Leere mit Sicherheit nicht füllen. Dies vermochte wohl nur eine einzige Person auf dieser Welt: Elana. Schon aus diesem Grund musste die Elfe sie finden. Und zwar lebend. WHAM!
 
Vor ihrem geistigen Auge nahm der simple Holzkopf der Übungspuppe vor ihr eine neue Gestalt an. Sie sah plötzlich das Gesicht von Miandras Vater, dem Urheber dieser ganzen Misere. Der Hass in Vernita wurde immer größer. Und ihr nächster Schlag dementsprechend heftiger. WHAM! KRACKS!
 
Durch Vernitas letzten Treffer brach ein Stück des harten Holzes von der Kopfsilhouette der Puppe heraus. Einige Splitter bohrten sich in die Hand der Elfe und rissen kleinere Wunden. Doch auch das war ihr vollkommen egal. Sie prügelte weiterhin wie eine Besessene auf die Holzfigur ein. Der nächste Gegner, der sich ihr in den Weg stellen würde, konnte einem wirklich nur Leid tun.
 

#1160
Guest_Juleiila_*

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Azoth nahm das Wasser entgegen was Lea ihm gab, und trank alles auf einmal aus. Seine Kehle brannte noch immer, von diesem Gift was in dem Kellerraum verteilt wurde. Er hatte noch ausgesprochene schlimme Schmerzen, ignorierte es aber so gut wie es ging.

Nachdem er ausgetrunken hatte versuchte er aufzustehen. Er hatte schon bemerkt das Vernita und Miandra kurz weg waren, und das Vernita alles andere als gut aufgelegt war, als sie wieder zurück waren. Er schenkte keinem weiteren mehr einem Blick und stand auf. Er hielt sich an den Wänden und drehte sich nochmal um.

"Keine Sorge ich haue nicht ab, ich muss nur schnell .... " ,er hielt sich mit einer Hand an der Schulter fest. Die Schmerzen durchzuckten ihn total... ", nur schnell, was fragen." Dann ging er weiter, und hoch zum Thresen. Der Schmied stand dort, und schaute Azoth an.

"Ahh Ihr seid endlich erwacht. Kylar hatte sich schon sorgen gemacht!" ,er eilte auf Azoth zu um ihn zu stützen, und setzte ihn auf einen Hocker der sich hinter dem Thresen befand. "Danke." ,Azoth schaute zum Schmied auf. Ihm gefiel es gar nicht, das er ihn anfasste, und hätte sich am liebsten losgerissen. Doch die Schmerzen machten ihn eher unbeweglich, und er wäre womöglich gestürzt hätte er das getan.

"Sag mal, wo ist Kylar eigentlich? Ich brauche ... etwas von ihm."

Der Schmied zuckte mit den Schultern. "Ich weiß es nicht. Ich kann aber meinen Lehrling nach ihm schicken. Er soll Kylar berichten das ihr erwacht seid, und nach ihm fragt."

Azoth nickte. "Ja tut das... " Der Schmied ging hinter in die Schmiede, und beauftragte den Lehrling, Kylar zu holen. Er machte sich schnell auf den Weg, und verließ die Schmiede. Azoth blieb noch immer auf dem Hocker sitzen, und verfliel in schlimmen Gedanken. Er zuckte immer wieder, so als würde er erneut spüren, wie sein Körper mit Nägeln durchhämmert wird.

#1161
Bellandyrs

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Lea ging zurück zu Lydia, um ihr zu helfen auf ihr Lager zurückzukommen. Dann deckte sie das Mädchen fürsorglich zu und holte ihre eigene Decke, die sie zusätzlich darüber legte.
"Magst Du etwas trinken? Tee vielleicht? Dann brühe ich Dir danach kurz welchen auf."

Sie wandte sich Vernita zu, die wütend auf die Holzstatue eindrosch. Lea zuckte bei jedem Schlag zusammen, aber was sie erfahren hatte, duldete keinen Aufschub.

"Vernita? Ich muß Euch hier kurz unterbrechen, tut mir leid. Aber ich glaube, Ihr solltet noch etwas erfahren, was ich gelesen habe. Gianauro ist wohl mit einigen skrupellosen Kopfgeldjägern bekannt. Darunter eine Zwergin, ein Magae und ein Quanri, aber Tjark wußte nicht, ob das alle sind. Ich finde, Ihr solltet das wissen."

Dann wandte sie sich wieder ab und begab sich zum Kessel, um Tee für Lydia aufzubrühen.

Modifié par Bellandyrs, 26 octobre 2010 - 06:23 .


#1162
SickOfItAll

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" Danke Lea ." flüsterte sie heiser . Sie fühlte sich ... ja wie ? Nicht unbedingt schwach oder hilflos , nur unendlich müde , obwohl sie sehr lange geschlafen hatte . Die Schmerzen in der Brust waren einigermaßen verschwunden und ihre Rippen würden wohl relativ bald wieder zusammengewachsen sein . Sie seufzte und setzte sich ein bischen auf , gestützt von einem kleinen bauschigen Kissenberg . Sie blicke an sich erhunter - zumindest soweit die Decke den Blick freigab . " Irgendwie hat dieser Kleidungsstil ... stil . Modisch , wenn auch etwas frisch um die Arme . " Sie konnte sich ein lachen nicht verkneifen und grinste Lea an .

#1163
Aliens Crew

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Vernita blickte Leanora nicht mal an, als diese sie ansprach. Stattdessen drosch sie weiter wie ein Berserker auf die Übungspuppe ein. Der nächste Treffer zerlegte den Rest des Kopfes, der krachend zu Boden fiel. Sie schüttelte kurz die Hände, um die Gelenke zu lockern, bevor sie damit begann auf den Brustkorb der Holzpuppe einzuschlagen. Nach den ersten Treffern sah man schon Blutspuren an der Figur, die von Vernitas verletzten Fäusten herrührten.
 
„Es wundert mich absolut nicht, dass jemand wie Eshtá Kopfgeldjäger anheuert, um ihre Drecksarbeit verrichten zu lassen“, bemerkte die Elfe eher beiläufig und nicht wirklich interessiert klingend, während sie nicht aufhörte, auf die Übungspuppe einzuprügeln. „Wahrscheinlich stände ich ebenfalls auf ihrer Lohnliste, wenn wir nicht auf unterschiedlichen Seiten stehen würden. Aber sie soll ihre Häscher ruhig schicken. Wenn ich mit denen fertig bin, dann werde ich diese Schlampe mit deren Eingeweiden füttern, bis sie daran erstickt!“
 
Mehr hatte Vernita dazu nicht zu sagen. Stattdessen bearbeitete sie weiter ihren neuen „Freund“.
 

Modifié par Aliens Crew, 01 décembre 2010 - 11:10 .


#1164
Kaysallie

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Weiterhin an die Wand gelehnt starrte Miandra ins Leere, zuckte jedoch bei jedem Schlag den Vernita an der Holzpuppe tätigte zusammen.

Sie wusste, dass diese wohl oder übel so reagieren würde, zumindest früher oder später. Miandra fühlte sich mehr als nur schuldig deswegen. Noch nie hatte sie sich wegen irgendeiner Entscheidung so schlecht gefühlt als gerade eben. Miandra wollte ihr nicht weh tun, und dennoch hatte sie es getan. Sie sah keinen anderen Weg. Sie musste das tun... Sie musste ihrer ersten und einzigen Freundin, welche so viel für sie getan hatte und noch immer tun wollte weh tun und konnte ihr nichts anderes geben außer Abweisung? Sollte sie nicht eigentlich froh darüber sein so jemanden nach so langer Zeit gefunden zu haben?

Natürlich sollte sie das, aber sie konnte es einfach nicht, so sehr sie sich auch darum bemühen würde. Dieses unwohle Gefühl, diese Angst davor berührt zu werden und die wenige Lust am Leben waren so stark, wie kaum andere Gefühle in ihr.

Natürlich abgesehen von dem Schuldgefühl welches sie gerade quälte.

Wieder drehte sie sich im Kreis.

Miandra hörte einen weiteren Schlag und ein Krachen, spürte diesen beinahe so als hätte Vernita direkt auf sie eingeschlagen. Aber wahrscheinlich hätte sie diese auch verdient.

Schlagartig huschten ihre Gedanken an einen anderen Ort. Sie winkelte die Beine an und zog die Decke, in welche sie sich gehüllt hatte, zittrig enger. Eine Art Schauer lief ihr den Rücken hinab und sie kniff die Augen zusammen. Der vermeidliche Lagerraum, welcher einst Katakomben bildete, die nun verschüttet waren, ließ durch seine hallenartige Form und hohen Steinwände, all die wütenden Schläge in sich widerhallen. Dieser kalte Stein und das Geräusch schienen sie an die Zelle Fort Drakons zu erinnern. "Hör auf daran zu denken, Du bist nicht mehr dort... hier ist es sicher.", redete sie sich in Gedanken selbst immer wieder vor, was sie nur eher weniger zu beruhigen schien. Eher unbewusst hielt sie sich anschließend die Ohren mit den Handflächen zu und begann mit weiterhin krampfhaft geschlossenen Augen ein Lied zu summen - in der Hoffnung, dass sie das ablenken und beruhigen würde, wippte jedoch dabei immer wieder leicht auf und ab.


#1165
Aliens Crew

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Vernitas nächster Schlag trieb ein tiefes Loch in die Holzpuppe. Splitter zerkratzten der Elfe den Arm, als dieser durch den Brustbereich der Figur stieß. Das war es dann wohl. Dieses Ding war fertig, nicht mehr zu gebrauchen.
 
Wütend über diese schlechte Konstruktion warf Vernita die Puppe einfach um, direkt in das Lagerfeuer hinein. Asche und Funken stoben in die Luft, die wie Schnee zu Boden rieselten, und das Kochgestell fiel zur Seite, bevor es klirrend auf den harten Stein landete. Die Puppe selbst blieb in den Flammen liegen und fing kurz darauf selbst Feuer.
 
Die anderen sahen überrascht oder auch erschrocken in Vernitas Richtung, doch niemand sagte etwas. Ein Blick in die funkelnden Augen der Elfe reichte aus, um ihnen klar zu machen, dass dies nicht der richtige Zeitpunkt dazu war. Schnaubend wandte sie sich ab und ging zu ihrer Liege zurück. Auf ihrem Weg dahin warf sie einen kurzen Blick auf Miandra, die in einer Decke eingewickelt an der Wand angelehnt saß und ins Leere starrte.
 
Doch im Moment konnte und wollte die Elfe nicht mit der Frau sprechen. Sie wusste auch nicht, was sie ihr hätte noch sagen sollen. Außerdem bestand immer noch die Gefahr, dass sie ihre Wut trotz alledem noch an Miandra auslassen würde. Und das wollte sie eigentlich vermeiden.
 
So setzte sie sich auf ihre eigene Liege, wobei sie der schwarzhaarigen Frau ihren Rücken zuwandte. Sie untersuchte ihre Hände, doch waren die Verletzungen nur minimal, zumindest ihrer Ansicht nach. So fing sie an, mit den Fingern und Handgelenken zu knacken, während sie auf die Kerze starrte, die vor ihr stand und an der sie ablesen konnte, wann es draußen dunkel wurde. Sie sehnte diesen Augenblick herbei, damit sie endlich etwas zu tun bekam, was sie von ihrer Bedrücktheit und den Selbstvorwürfen, die sie momentan beschäftigten, abzulenken vermag.
 

#1166
Guest_Juleiila_*

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Als der Lehrling des Schmieds in die Schneiderei platzte, brachte Kylar ihn sofort in einen hinteren Raum.

"Was ist??" ,fragte er, worauf der Lehrling, völlig außer Puste, antwortete. "Euer Freund, ist erwacht. Er verlangt nach Euch und etwas. Er hat auf jedenfall starke Schmerzen genau wie die anderen."

Kylar nickte, und der Junge verließ wieder die Schneiderei. Er wusste was Azoth wollte. Damals, als sie auf dem Weg nach Denerim waren, begegnete ihnen nach einem Zwischenfall ein äußerst begabter Magier. Der zudem Kräuterkundiger war. Mit einigen Kräutern braute er schließlich ein Schmerzmittel zusammen, was die Schmerzen im nu weg bließ. Die Kräuter dazu waren eher selten, deshalb sammelten sie unterwegs einige, falls sie sie nochmal brauchten. Kylar hatte sie noch, und er machte sich sofort an die Arbeit.

Er machte eine Kanne voll, von dem Schmerzmittel, und verließ damit ruhig die Schneiderei. Schließlich durfte er ja keine Aufmerksamkeit erregen, auch wenn es normal war, das ein Schneider ab und zu eine Schmiede besuchte.

Er ging hinein und grüßte seinen Freund Harold sofort, und ging dann auf Azoth zu.

"Azoth!!! Endlich bist du erwacht!!"

Azoth schaute auf und nickte, zuckte jedoch immer noch, durch die Schmerzen. "Ich sehe du hast was dabei. Bitte ... lass es das Schmerzmittel sein."

Kylar lächelte und nahm einen Becher. "Ja das ist es, gleich wird es dir besser gehen." ,sagte Kylar, während er einschenkte und Azoth dann den Becher überreichte. Azoth nahm den Becher entgegen, mit zittriger Hand, und begann dann das Schmerzmittel auszutrinken. Es fühlte sich gut an, wie es seinen Hals hinunter glitt, und auch dort die Schmerzen linderte.

"Danke Kylar. Ich hoffe da ist noch genug für die anderen?"

Kylar nickte. "Ja es müsste für jeden von Euch reichen."

#1167
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Die Zeit verging sehr langsam, zumindest kam es Vernita so vor. Sie saß da und starrte gebannt auf die Kerze vor ihr, während sie unaufhörlich mit den Fingern knackte. Doch wirklich wahrnehmen tat sie die kleine Flamme nicht, zu weit entfernt waren dafür ihre Gedanken.
 
Sie dachte wieder einmal an Miandra, die Frau, welche direkt hinter ihr saß, in eine Decke gehüllt und leise vor sich hinsummend. Sie schien ihr so nah zu sein, sie konnte die schwarzhaarige Frau förmlich hinter sich spüren. Und doch war sie weiter von ihr entfernt als jemals zuvor. Und alles nur wegen Vernitas eigener Dummheit.
 
Die Elfe fühlte sich, als würde eine kalte Hand ihr Herz umklammern und fest zudrücken, ihr allen Lebens und aller Hoffnung berauben, bis sie schließlich genau so hohl und leer sein würde wie Miandra es anscheinend war.
 
‚Verdammt, das werde ich nicht zulassen’, ging es Vernita durch den Kopf. ‚Ich werde diesen Schmerz ertragen, und die Hoffnung nicht aufgeben. Sie ist alles, was ich noch habe. Und warum geht diese elende Zeit nicht schneller um?’
 
So hockte sie da. Die Stunden, die vergingen, kamen ihr wie Tage wenn nicht gar Wochen vor. Doch schließlich stand sie auf. Sie wandte den Kopf in Miandras Richtung, wobei sich ein dünnes Lächeln auf ihre Lippen legte.
 
„Ich werde mal nachsehen, wie es draußen aussieht“, meinte die Elfe nüchtern. „Und sorge dich nicht um mich. Ich werde zurückkommen.“
 
Die letzte Worte waren eher an sie selbst anstatt an die schwarzhaarige Frau gerichtet. Die Elfe wandte sich ab und zog ihr blutrotes Hemd an. Außer ihrem Messer nahm sie keine Waffen mit. Schließlich wollte sie keine Aufmerksamkeit erregen. Anschließend ging sie zu Leanora.
 
„Kommt. Es wird Zeit. Lasst uns gehen“, meinte Vernita knapp, woraufhin die Angesprochene nur nickte. Gemeinsam verließen die beiden Frauen das Versteck und gingen die Treppe nach oben. Als sie zusammen in den Verkaufsraum des Schmiedes kamen, sahen sie ihn und Azoth an dessen Tresen sitzen. Und außerdem erblickten sie auch noch diesen Schneider Kylar, der dem verletzten Elf irgendetwas zu trinken gab.
 
„Was im Namen aller Erzdämonen tut Ihr hier?!?“ fluchte die Elfe an Kylar gewandt, wobei sie merkte, wie ihre Wut sie allmählich zu übermannen drohte. „Wollt Ihr etwa, dass die ganze Stadtwache auf uns aufmerksam wird und uns hier drinnen niedermetzelt?!?“
 
 

#1168
Guest_Juleiila_*

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Kylar drehte sich um, und stellte die Kanne auf dem Thresen ab. Er runzelte die Stirn und schaute die erzürnte Elfe an.

"Hallo auch. Denkt Ihr etwa ich bin blöd? Es ist nicht ungewöhnlich das ich diese Schmiede hier besuche. Also beruhigt Euch erstmal." ,er schüttelte genervt den Kopf und Azoth starrte Vernita nur an. Die Augen leicht zusammen gekniffen, und eher mit einem gefährlichen Blick.

Kylar nahm noch einen Becher und schenkte etwas von dem Mittel ein. "Hier. Das ist Schmerzmittel. Azoth hat es auch getrunken, und es ist für alle noch was da."

#1169
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„Ich brauche kein Schmerzmittel, Kylar. Mir geht es gut“, winkte Vernita ab. „Außerdem will ich draußen nach dem Rechten sehen. Da dürfen meine Sinne und meine Reflexe nicht durch so ein Mittel benebelt sein. Und ob ich Euch für blöd halte? Nun, ja, das tue ich oder zumindest für verdammt leichtsinnig. Außer Ihr beabsichtigt, die Stadtwache auf uns aufmerksam zu machen. Vergesst nicht, dass Euch Gianauros Leute schon einmal im Visier hatten. Es kann also durchaus sein, dass Sie Euch beobachten. Und wenn die nur halb so gut sind wie ich, dann werdet Ihr nicht einmal merken, dass sie da sind. Also solltet Ihr Eure Besuche hier besser unterlassen, wie nett sie auch gemeint sein mögen.“
 
Die Elfe wandte sich von dem Elf ab und richtete ihre ganze Aufmerksamkeit stattdessen auf Azoth, welchen sie wütend mit ihrem Blick fixierte.
 
„Aber ich kann mir schon denken, wem wir das hier zu verdanken haben, nicht wahr?“ meinte sie verärgert. „Kaum aus dem Knast raus und wieder auf den Beinen, sorgt Ihr gleich dafür, dass wir wieder auf dem schnellsten Weg dort hineinkommen, was? Hat es Euch so gut in Fort Drakon gefallen, dass Ihr es gleich noch einmal besuchen wollt? Hättet Ihr mir das nicht vorher sagen können, dann hätten wir Euch gleich da gelassen. Wann werdet Ihr es endlich lernen, Vorsicht walten zu lassen, hm? Ich fürchte, mir bleibt nichts anderes übrig, als Euch auf meinem Rundgang nach draußen mitzunehmen, damit Ihr in meiner Abwesenheit nicht noch mehr Schaden anrichten könnt. Natürlich nur, falls Euch dieses Schmerzmittel wieder einsatzbereit gemacht hat und Ihr für mich nicht nur eine Belastung darstellt. Also, seid Ihr bereit, mit mir zu kommen?!?“
 
 

#1170
viento2

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Rowan lauschte noch eine Weile den Gesprächen der Gefährten, bevor sie einnickte. Erst als die Geräusche von gesplittertem Holz an ihre Ohren drangen, öffnete sie verschlafen wieder ihre Augen. Sareth hatte sich wieder neben sie gelegt und lächelte sie an, während er ihr mit einer Hand über das Haar fuhr. Ihre Glieder fühlten sich mittlerweile nicht mehr so steif und schmerzend an, wie beim letzten Mal, als sie erwacht war.

Als sie sich umsah, bemerkte sie die Elfe, die voller Wut auf eine Übungspuppe eindrosch und diese dabei langsam aber sicher zerstörte. Dabei schnitten ihr Splitter des Holzes in die Haut und rissen diese auf. Rowan konnte über dieses kindische Verhalten nur verwundert den Kopf schütteln. Hatten sie nicht genug Verletzungen erlitten? Als Vernita die Puppe dann in das Feuer stieß und Glut und Asche im Keller verteilte, schnaufte Rowan ärgerlich. Hier befanden sich viele leicht brennbare Gegenstände, die Feuer fangen konnten. So ein gedankenloses Verhalten hätte sie von der Elfe nicht erwartet.

Doch diese schien sich nicht darum zu kümmern. Sie warf sich auf ihre Liege und starrte vor sich hin. Als sie sie beobachtete, fiel ihr auf, dass der Elf fehlte. Sie ging davon aus, dass er aufgewacht war und den Keller verlassen hatte.

Rowan schob sanft Sareths Hand zu Seite und erhob sich von ihrer Liege. Sie fing an, weiter Dehnübungen zu machen. Erst leicht, dann etwas mehr, als sie merkte, dass sie nicht allzu große Schmerzen hatte.

#1171
SickOfItAll

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Lydia stellte den Tee auf eine Kiste , welche sie sich als Nachttisch geangelt hatte und griff bei dieser Gelegenheit gleich nach ihren Haarnadeln . Sie strich sich die Haare hinter ihren spitzen Ohren zusammen - da viel ihr ein , das keine ihrer Gefärten wusste das sie eigentlich eine Elfe war . Jetzt würden sie es zwar erfahren , aber ihr war das gleich . Sie setzte sich auf und steckte sich mit einigen flinken Handgriffen die Haare hoch und griff wieder nach ihrem Tee . Der Dampf stieg ihr in die Nase und sie nahm einen großen Schluck wärend sie die Holzpuppe im Feuer betrachtete .

" Sie ist eine echte masochistin " sagte sie halblaut zu sich als sie zu Vernita hinüberblickte . " Mehr als sich selbst zu verletzen hat sie auch nicht zu tun ... "

#1172
Doomheart43

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Denerim war nicht mehr weit, in der Ferne konnte Neria trotz der Dunkelheit erste Konturen der Stadt wahrnehmen, kleine Lichter spiegelten sich im Nachthimmel. Sie nahm das Tempo von Aris ihrem schwarzen Rappen etwas zurück. Einerseits war er durch den langen Ritt sicher schon müde andererseits musste sie nun vorsichtig sein; sie wollte wenn möglich unerkannt in die Stadt gelangen. Die Templer die seit Tagen ihrer Spur folgten, hoffte sie mittlerweile abgeschüttelt zu haben.
 
Neria verließ die Strasse und folgte einem ausgetretenen Pfad der sich kaum dazu eignete dort zu reiten. Geschickt lenkte sie Aris durch den gewundenen Pfad der mehr und mehr zuzuwachsen schien, bald war an ein weiterkommen zu Pferde nicht mehr zu denken und sie führte Aris so gut es ging durchs Dickicht. Während sie durch die Finsternis stapfte musste sie unweigerlich an ihr Vorhaben denken.
 
 „Ich werde sie alle zur Rechenschaft ziehen und sie werden für ihre Taten bezahlen“ sagte sie leise vor sich hin als könnte Aris sie verstehen. Die Geschehnisse die schon Jahre zurücklagen wurden auf einmal so klar und deutlich als wären sie gestern gewesen; die anderen Kinder die sie wegen ihrer Herkunft gequält haben, die Leute die immer mit ihrem Finger auf sie gezeigt hatten, die drei Schweine die sich an ihr vergehen wollten und ihren Freund Theofillas beinahe getötet hatten und diejenigen die sie an die Templer ausgeliefert hatten.
 
Sie würde ihnen das nehmen was sie ihr genommen hatten „Ihr Leben“   Jeder Schritt mit dem sie sich der Stadt näherte schien ihren Hass und ihre Entschlossenheit zu steigern.
Selbst der Gedanke an ihre Mutter und ihren Geliebten Theofillas konnte ihren hasserfüllten Gefühlen, die in ihr wie Schlangengift hochkrochen, keinen Einhalt gebieten.
 
„ Sie würden mich sowieso nicht mehr wieder erkennen und es wäre auch besser so“. Sie war nicht mehr das liebe kleine Mädchen das sie kannten, sie hatte in ihrem Herzen keinen Platz mehr für Gefühle wie Liebe, Geborgenheit und Mitleid. Solche Gefühle sind ihr schon lange fremd geworden. In Gedanken versunken wäre sie fast gegen die Stadtmauer gelaufen die plötzlich vor ihr emporragte.
 
Aris dem offensichtlich die nächtliche Wanderung durchs Dickicht überhaupt nicht zu behagen schien, schnaubte leise, und trat nervös von einem Bein zum anderen. Irgendetwas schien ihn zu beunruhigen. Neria strich ihm sanft durch die Mähne und redete beruhigend auf ihn ein.
 
Gerade als sie ihm mit einem Klaps zu verstehen gehen wollte dass sie nun alleine weiterziehen müsste, entzündeten sich wie aus dem Nichts mehrere Fackeln rund um sie. Von der plötzlichen Helligkeit geblendet zuckte sie kurz zusammen und vernahm eine raue Stimme.
 
„Na was haben wir denn da so alleine im dunklen“ „Sieht so aus als hätten wir ein neues Pferd und bisschen Spaß heute“
 
Sie hatte es offensichtlich mit Wegelagerern zu tun da sie im Fackelschein nur Lederrüstungen und kleine Handwaffen erkennen konnte. Normalerweise hätte sie die finstern Gesellen umgehend ins Jenseits befördert doch sie wollte so nahe der Stadtmauer kein Aufsehen erregen deshalb entgegnete sie mit ruhiger Stimme.
 
„Ihr wisst nicht mit wem ihr es zu tun habt, ich würde an eurer Stelle aufpassen was ihr sagt sonst zeig ich euch was ich unter Spaß verstehe“

Den finsteren Gesellen dürften Nerias Worte ziemlich belustigt haben und er entgegnete
 
„Ihr wollt mir drohen? Ihr habt doch nicht einmal eine Waffe“ sein Blick wanderte auf Nerias Zauberstab „oder wollt ihr uns mit eurem Gehstock prügeln?“ sogleich hallte schallendes Gelächter seiner Kumpanen durch die Nacht.
 
Sie erkannte das sie anscheinend keine andere Wahl hatte als zu kämpfen, noch ehe der letzte Lacher verstummt war hatte sie ihren Stab gefasst und zwei der finsteren Gestalten gingen aus Mund, Nase und Ohren blutend zu Boden. Entsetzt wichen die anderen  zurück.
 
 „Los macht sie fertig“ schrie ihr Anführer und die Meute stürzte sich auf sie.
 
Geschickt wich sie den ersten ungestümen Hieben aus, während ein weiterer Widersacher sich röchelnd an den Hals fasste als würde ihm eine Geisterhand den Atem rauben. Neria konnte das triumphierende Lächeln ihres Anführers sehen der gerade sein Schwert in Nerias Brust rammen wollte, als dieser plötzlich erstarrte als würde die Zeit stehen bleiben. Nach wenigen Momenten der Starre zerriss es den guten in all seine Einzelteile.
 
Die verbliebenen drei Wegelagerer sahen sich mittlerweile ebenso  ihrer Bewegungsfähigkeit beraubt; gelähmt und mit schreckgeweiteten Augen mussten sie mit ansehen wie Neria ihren Stab hob, ein paar Worte flüsterte dann wurde es still.  Die Fackeln waren mittlerweile erloschen und Neria konnte durch die plötzliche Stille sogar ihren Herzschlag hören. Ihr Puls hatte sich nur unwesentlich erhöht, zu oft war sie schon in so einer Situation als dass sie der kurze Kampf beunruhigt hätte.
 
Ein kurzer Pfiff und Aris, der zuvor geflüchtet war, kam herangetrabt. Während sie ihm zuflüsterte „du musst leider hier bleiben“ nahm sie ihre Tasche und begab sich zum Rand des Dickichts. Die beiden Wachen vom nächstgelegenen Stadttor hatten ihren Posten verlassen. Der Kampflärm war anscheinend schwer zu überhören und sie wollten dessen Ursache herausfinden. Sie kamen direkt auf Neria zu die Deckung hinter einem Baum suchte.
„Hm schaut gut aus zwei Wachen die Wegelagerer überrascht haben“  somit würde kein Verdacht auf sie fallen. Wenig später lagen die beiden Wachen tot unter den Wegelagerern.
 
Neria konnte unerkannt die Stadttore passieren. Wie ein Schatten huschte sie in die nächstgelegene Seitengasse auf der Suche nach einem sicheren Unterschlupf.

#1173
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Der blondgelockte Mann mit dem fein gezwirbelten Schnauzbart saß auf einem prächtigen Stuhl hinter seinem mächtigen Schreibtisch und war voll und ganz in sein Buch vertieft. Auf dem Tisch stand eine Tasse mit dampfenden Tee, von der er von Zeit zu Zeit nippte, ohne von seiner Lektüre aufzublicken. Auf dem Buchdeckel stand in goldenen Buchstaben, die das Kerzenlicht reflektierten „Blutmagie – Wie schütze ich mich vor der Geißel der Welt“. Seine graugrünen Augen überflogen die Seiten, während er leise vor sich hinmurmelte.
 
In diesem Moment wurde ruckartig die Tür auf der anderen Seite des Raumes aufgerissen und ein junger Mann in einer schweren Plattenrüstung stürmte hinein. Den Luftzug, welchen er dabei erzeugte hätte fast die Kerzen auf dem Schreibtisch ausgeblasen. Doch nach einem kurzen Flackern, hatten sich diese wieder beruhigt. Der junge Mann durchquerte schnellen Schrittes den Raum und blieb vor dem Schreibtisch stehen, wobei er Haltung annahm.
 
„Was habt Ihr zu berichten?“ meinte der Mann auf dem Stuhl tonlos, wobei er nicht einmal von seinem Buch aufsah und noch einen Schluck Tee zu sich nahm.
 
„Kommandant!“ stammelte der Jüngling noch ganz außer Atem. „Wir haben soeben die Nachricht erhalten, dass eine gefährliche Blutmagierin namens Neria auf dem Weg in die Stadt ist und dass Gromschlag ihr auf den Fersen ist.“
 
Der Kommandant hätte sich fast an seinem Tee verschluckt, als er diese Nachricht hörte. Er hustete kurz, wobei er sein Buch und die Tasse auf den Tisch zurücklegte. „Gromschlag? Der Inquisitor? Seid Ihr sicher, mein Junge?“
 
„Ja, Kommandant! Die Nachricht kam soeben per Brieftaube!“
 
„Dann muss diese Magierin wahrhaft gefährlich sein, wenn sie extra den Inquisitor auf sie ansetzen. Und wenn die Nachricht per Taube kam, dann ist es vielleicht noch nicht zu spät!“ Der Mann hinter dem Schreibtisch sprang sogleich auf. „Alarmiert sofort alle verfügbaren Templer! Durchkämmt die Stadt und kontrolliert die Zugänge! Sollte diese Blutmagierin bereits hier sein, so müssen wir sie aufspüren! Sputet Euch!“
 
„Jawohl, Kommandant!“ brüllte der Templer noch befehlsbewusst, bevor er auf der Stelle kehrt machte und den Raum so schnell wieder verließ, wie er ihn betreten hatte.
 
‚Wieso ausgerechnet Gromschlag?’ ging es dem Kommandanten durch den Kopf, während er sich in seinen Stuhl zurückfallen ließ. Er nahm noch einen Schluck Tee, bevor er wieder zu seinem Buch griff. Doch er konnte sich nicht wirklich mehr darauf konzentrieren. Zu sehr war er mit den Gedanken bei dem Zwerg Gromschlag und seinen Mannen. Gromschlag, der Bartlose. Gromschlag, der Inquisitor. Er war skrupellos und nahm keinerlei Rücksicht, nicht einmal auf seine eigenen Männer. Für ihn gab es nur die Erfüllung seiner heiligen Mission, alles andere war zweitrangig. Er galt als der schlimmste Alptraum für jeden abtrünnigen Magier aber auch für jeden, der sich ihm sonst noch in den Weg stellte. Und nun kam er ausgerecht hierher. Die Stille des Raumes wirkte auf einmal so erdrückend.
 
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„Was ist los mit Euch? Hat Euch das Zeug die Sprache verschlagen, oder was?“ schnauzte Vernita Azoth an, der sie nur schweigend anstierte. „Seid wohl schon total zugedröhnt von dem Gesöff Eures Freundes, wie ich das sehe! Gut, dass ich nichts davon genommen habe.“
 
Sie wartete noch einen Moment, wobei sie unruhig mit dem rechten Fuß wippte, einen genervten Ausdruck auf ihren Gesichtszügen. Doch Azoth machte weder Anstalten aufzustehen, noch sagte er etwas.
 
„Dafür habe ich keine Zeit!“ tobte die Elfe weiter. „Bleibt ruhig hier sitzen, bis Ihr verrottet seid! Und Ihr macht, dass Ihr in Eure Schneiderei zurückkommt, Kylar, bevor Eure Anwesenheit uns noch verrät! Wenn ich wiederkomme, will ich Euch hier nicht mehr sehen! Und haltet Euch von uns fern! Es ist nur zu Eurer eigenen Sicherheit! Kommt Leanora, wir verschwinden!“
 
Vernita verließ wütend die Schmiede, während die Angesprochene ihr sogleich folgte. Leanora sah Azoth noch einmal kurz an, wobei sie leicht mit Schultern zuckte. Als ihr Blick zu Kylar weiterwanderte, wurde sie leicht rot und schenkte dem Elfen ein warmes Lächeln. Dann war der Augenblick auch schon vorbei, und sie trat zusammen mit der Elfe auf die Straße.
 
Die Dunkelheit hatte inzwischen von der Stadt Besitz ergriffen und umschloss sie wie ein schwerer Mantel. Die Straße war menschenleer. Aus einigen Fenstern drang Licht nach draußen. Ansonsten war es stockfinster. Perfekt für Vernitas Unterfangen.
 
Die Elfe atmete ein paar Mal tief durch, um sich zu beruhigen, und damit sich ihre Augen an die Dunkelheit gewöhnen konnten. Hier war sie in ihrem Element und konnte zeigen, welchen Wert sie hatte. Vergessen waren der Kummer, die Wut und der Schmerz. Nun konnte sie wieder das tun, was sie am Besten konnte. In die Schatten eintauchen und einem arglosen Feind den sicheren Tod bringen.
 
„Folgt mir, Leanora“, meinte sie nur und lief los. „Wir machen uns auf den Weg zur Kirche. Bleibt dicht bei mir. Und tut, was ich tue. Dann wird uns niemand finden, und wir können diesen Ausflug unbeschadet überstehen.
 
„Ich versuche es“, erwiderte diese leise, während sie Vernita so schnell es ging folgte. Schon bald verschluckte die Nacht die beiden Frauen, als hätten diese niemals existiert.
 

#1174
Doomheart43

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Neria suchte schon einige Zeit nach einem passenden Unterschlupf wo sie sich in aller Ruhe auf ihren Rachefeldzug vorbereiten könnte  Sie spürte  wie sie langsam die Müdigkeit übermannte. Sie war ja doch tagelang geritten und hatte kaum geschlafen da ihr die Templer ständig im Nacken saßen.
 
Vergeblich rüttelt sie an einer weiteren Tür eines scheinbar unbewohnten  Hauses als plötzlich laute Stimmen durch die Stille der Nacht hallten. Sie hörte das scheppern von schweren Rüstungen und ging davon aus, dass man die beiden toten Wachen und die Wegelagerer mittlerweile gefunden hatte.
 
„Doch wie kam es das die mitten in der Nacht außerhalb der Stadt im Dickicht so schnell gefunden wurden“ schoss es ihr durch den Kopf…..“und warum wurden die Stimmen immer lauter wenn sie doch außerhalb der Stadt sein müssten?“ Kaum hatte sie den Gedanken zu Ende gesponnen sah sie im Mondschein das glitzern von silbernen Rüstungen die direkt auf sie zukamen. „Was zum Teufel?“ „das waren keine Stadtwachen das waren Templer!“. „Es kann doch nicht sein dass ihre Verfolger sie schon eingeholt hatten“. „Wie konnten sie so schnell in Denerim sein?“, ein Ding der Unmöglichkeit wie sie meinte und überlegte fieberhaft was sie nun machen sollte.
 
„Es sind zu viele und hier in der engen Gasse würden sie ihr gefährlich Nahe kommen. Es war etwas  anderes als sie im freien Gelände zu bekämpfen, wo sie die Templer schon aus der Ferne mit ihren Zaubern eindecken konnte. Wegen deren Resistenz gegen viele ihrer Zauber würde sie viel Zeit und Platz brauchen und das hatte sie hier nicht, somit könne sie sich hier auf keinen Fall auf einen Kampf einlassen. Um Aris ihr Pferd herbei zu pfeifen war es schon zu spät.“  
 
„Ich muss ein sicheres Versteck finden und das schleunigst“ sie schlägt wütend gegen die nächste verschlossene Tür. Die Templer hatten sie offensichtlich noch nicht entdeckt da die Gasse nur spärlich beleuchtet war, doch sie waren ihr  mittlerweile bedrohlich Nahe gekommen.
 
Während sie zu laufen begann klapperten ihre beschlagenen Absätze auf der gepflasterten Strasse. Im Schutz des Schattens der Häuser  lief sie zielstrebig  so schnell sie ihre Beine trugen auf die nächste etwas weniger beleuchtete Seitenstrasse zu. Wie sie im vollen Tempo um die Kurve schoss, riss es ihr plötzlich die Beine weg. Neria hatte die den Halt ihrer beschlagenen Stiefel auf der Strasse überschätzt und landete unsanft am Boden.

Modifié par Doomheart43, 02 novembre 2010 - 07:38 .


#1175
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Vernita und Leanora bewegten sich durch die dunklen Straßen der Stadt. Zum großen Erstaunen der Elfe stellte sich die blonde Frau dabei sogar recht geschickt an. Das hatte sie von einer Frau aus reichem Hause eigentlich nicht erwartet. Vielleicht hatte Leanora doch mehr auf dem Kasten, als Vernita ihr zugetraut hatte. Fragte sich nur, ob das auch so blieb, wenn es mal etwas brenzliger werden würde.
 
Die beiden bogen gerade um die nächste Kurve, als die Elfe inne hielt. Sie hatte etwas gehört. Sie bedeutete Leanora mit einer Handbewegung stehen zu bleiben und lauschte in die Dunkelheit. Ja, da war etwas. Ganz eindeutig. Und zwar etwas sehr Unerfreuliches. Es war eindeutig das Scheppern von Rüstungen. Hatte man sie etwa entdeckt. Unmöglich. Dafür war das Geräusch zu weit entfernt. Und es bewegte sich zu schnell für einen gewöhnlichen Patrouillengang. Trotzdem mussten sie von der Straße herunter. Und zwar schleunigst.
 
Gehetzt blickte sich Vernita in der schmalen Gasse um. Es war beinahe stockdunkel. Trotzdem konnte sie schemenhaft eine kleine Nische zwischen den Häusern ausmachen, in der sich die beiden vor den neugierigen Blicken der Wachen verstecken konnten.
 
„Schnell! Folgt mir!“ zischte sie Leanora zu, bevor sie sich umgehend in Bewegung setzte. Die Angesprochene folgte ihr sogleich. Vernita gab der Frau durch Handzeichen zu verstehen, dass sie sich in die hinterste Ecke dieser kleinen Nische verbergen sollte. Diese folgte der Anweisung der Elfe auch prompt. Vernita selbst blieb am Rand dieser Einbuchtung stehen und lugte mit einem Auge in die Gasse hinein, aus der die Geräusche kamen, die lauter und lauter wurden.
 
Nach kurzer Zeit sah die Elfe die Umrisse einer Frau in diesen Seitenweg stolpern, die offenbar verfolgt wurde. Die Elfe zuckte zurück in den Schatten, um nicht entdeckt zu werden, und die Frau an sich vorbeirennen zu lassen. Diese Verfolger waren nicht ihnen gewidmet und sich hier einzumischen wäre sehr unklug gewesen. Allerdings meinte das Schicksal die Sache wohl anders und ließ die Frau an irgendetwas hängen bleiben und zu Boden stürzen. Und sie krachte direkt neben der Nische, in der sich Leanora und sie selbst sich verbargen auf den gepflasterten Weg.
 
Vernita stand für einen Moment regungslos da und starrte auf die vor ihr liegende Frau, während ihr Verstand fieberhaft arbeitete. Sollten die Verfolger dieser Frau sie an dieser Stelle finden, würde es sicher zum Kampf kommen, bei dem auch Leanora und sie selbst entdeckt werden könnten. Und da die Verfolger den Geräuschen zu urteilen schon sehr nah zu sein schienen, blieb der Frau auch kaum noch eine Chance vor deren Ankunft diese Gasse wieder zu verlassen. Und das würde die beiden Frauen ebenso gefährden. So fasste die Elfe einen für sie ungewöhnlichen Entschluss. Sie half der fremden Frau.
 
Diese ganze Überlegung hatte gerade mal fünf Sekunden gedauert. Danach fiel die Starre von Vernita ab, und sie stürzte zu der Frau, die sich gerade wieder aufrappeln wollte. Sie packte die Fremde an den Schultern, riss sie hoch und warf sich gemeinsam mit ihr zurück in die finstere Nische. Im Laufen drehte sie die Frau herum, bevor sie diese mit dem Rücken gegen die Wand presste. Die Elfe legte der Fremden eine Hand auf den Mund und deutete ihr mit der anderen ruhig zu bleiben. Diese schien sie zu verstehen, da sie kurz nickte.
 
Vernita wandte den Blick in Richtung Straße, von wo das Geräusch der Schritte schwerer Plattenstiefel und das Scheppern der Rüstungen fast schon ohrenbetäubend in der ansonsten absoluten Stille der Nacht klangen. Leanora presste sich ängstlich gegen die Hauswand und hielt den Atem an. Und da stapfte der Trupp Templer schon an ihnen vorbei. Sie schienen es ziemlich eilig zu haben, da keiner von ihnen einen Blick in diese Nische verschwendete. Innerhalb weniger Augenblicke hatten sie die drei schon passiert.
 
Nachdem die Schritte und das Scheppern leiser wurden, atmete Vernita tief durch und ließ von der Fremden ab. Sie trat einen Schritt zurück, wobei ihre Hand aber schon zu ihrem Gürtel wanderte, um im Notfall schnell zu ihrem Messer greifen zu können. Schließlich konnte man nicht vorsichtig genug sein.
 
„Damit wir uns richtig verstehen“, begann sie im Flüsterton zu sprechen. „Ich habe das nicht für Euch getan, also kommt nicht auf komische Gedanken, verstanden? Durch Eure Ungeschicklichkeit hättet Ihr uns fast zusammen mit Euch selbst ins Unglück gestürzt. Und nur deshalb, habe ich Euch aus der Schusslinie gezogen. Doch jetzt ist es wohl an der Zeit, mir zu sagen, warum diese Templer Euch verfolgt haben, findet Ihr nicht?“