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Die freie Wildnis von Ferelden (Dragon Age RP)


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#126
Bellandyrs

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Lea schloß die Augen, als die beiden ihr Zimmer verließen. Daran hatte sie gar nicht gedacht, dass sie während der Reise ja sicher nicht in Wirtshäusern oder Herbergen übernachten würden, so wie sie es von früher her gewohnt war, wenn sie mal mit den Eltern auf Reisen war. Nun, das war im Moment noch ihre geringste Sorge, sie würde das Problem lösen, wenn es anstand.



Schnell zog sie sich um und warf einige Kleidungsstücke in einen Leinen-Rucksack. Aus der Kommode nahm sie ihre Handschuhe sowie etwas Geld und auch etwas von ihrem Schmuck. Seltsam dass die Männer nicht ihr Zimmer durchsucht hatten. Entweder hatten sie es übersehen, oder wurden bereits bei den Eltern beziehungsweise ihrem Bruder fündig nach dem was sie suchten. Lea zuckte die Schultern, darüber war zu grübeln war im Moment absolut müßig. Außerdem wollte sie nicht daran denken, was sie gesehen hatte.



Vielleicht war sie tatsächlich zu zart besaitet. Wie hätte sie auch anders sein sollen? Sie war in einem gut behütetem Elternhaus aufgewachsen, hatte bisher nie mit Gewalt zu tun. Das brutalste war noch, ein totes Tier auszuweiden. Und das spürte schließlich nichts mehr.



Seufzend nahm sie ihren Bogen und den Rucksack und ging in die Küche, trank einen Becher Milch und sah Vernita in die Augen. "Von mir aus kann es los gehen. Wie ich sehe, habt Ihr die letzten Vorräte bereits als Reiseverpflegung eingepackt. Aber um die Milch wäre es schade. Ich will sie nur kurz umfüllen, bin sofort wieder da."



Schnell schüttete sie die restliche Milch in mehrere kleine Keramik-Flaschen, die mit einem Korken zugemacht wurden. Eine halbe, getrocknete Salami hing noch in der Vorratskammer, die nahm sie auch vom Haken und steckte sie in den Rucksack.



Sie nickte Miandra und Vernita zu. "Dann laßt uns gehen."


#127
Aliens Crew

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„Gut, dann machen wir, dass wir hier wegkommen. Wir haben uns viel zu lange hier aufgehalten“ erwiderte Vernita, nachdem sie die letzten Lebensmittel eingepackt hatten. „Und Euer Pferd ist draußen bei Hennrik. Er ist Magier, vielleicht ist das Tier deswegen nicht weggelaufen. Magiern habe ich noch nie über den Weg getraut.“
 
Die drei verließen das Herrenhaus und trafen dort auf Hennrik, der zusammen mit Leanoras Pferd auf sie wartete. Vernita blickte sich um, doch von Lian fehlte jede Spur.
 
„Wo ist denn dieser übereifrige Elf schon wieder hin?“ fragte die Elfe den Magier.
 
„Nun“, entgegnete dieser langgezogen. „Er schnappte sich das letzte Pferd, das sich hier noch auf dem Hof befand und ist damit auf und davon.“
 
„Hmpf, Männer“, brummte Vernita, wobei sie die Augen verdrehte. „Dieser Kerl sollte mal eine kalte Dusche nehmen, um seinen Übereifer zu kühlen. Egal. Machen wir, dass wir hier wegkommen. Sattelt Euer Pferd, Prinzessin Lea und dann nichts wie weg.“
 
Da der Stall aufgrund der Flammen nun nicht mehr zu betreten war, musste Leanora auf das Übungszaumzeug samt Sattel zurückgreifen, welches über dem Zaun an der Pferdekoppel hing. Sie machte ihr Pferd relativ schnell Abreisebereit, obwohl die anderen ihr anmerkten, dass dies wohl normalerweise ihre Knechte für sie erledigten. Vernita wurde daraufhin etwas ungeduldig und ermahnte sie, sich zu beeilen.
 
Etwas später war sie dann schließlich soweit, und die vier verließen diesen Ort des Grauens, um ihren Weg nach Denerim fortzusetzen.
 

#128
Bellandyrs

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Leanora war glücklich, ihr Pferd unversehrt zu sehen. Beim Satteln bereitete ihr das Übungszaumzeug jedoch einige Probleme, ihre Hände zitterten dank der Anspannung sehr. Außerdem mußte sie dabei noch eine Riemen umändern, das beanspruchte Zeit. Hätte sie auf die normale Trense und Donas Sattel zurückgreifen können, wäre das alles kein Problem gewesen.

Doch war es dann soweit, Donas stupste sie mit seiner Nase an.
"Was meinst du Donas, läßt du den alten Mann auf dir reiten?" Das Pferd spielte neugierig mit den Ohren, Lea befestigte ihren Rucksack am Sattel und bot Hennrik an, aufzusteigen.

Dieser verneinte lachend. "Ich mag ja alt aussehen, aber momentan bin ich noch gut zu Fuss. Wenn meine Knochen müde werden komme ich aber gerne auf das Angebot zurück."
Lea nahm Donas am Zügel, sie wäre sich blöd vorgekommen, wenn sie als einziges hoch zu Ross gewesen wäre.

Nachdem sie den Hof überquerten und am Waldrand standen, drehte sie sich noch einmal um.
"Ich werde zurückkommen. Wenn ich euch gerächt habe", flüsterte sie leise. Still schickte sie ein Gebet zum Himmel, und dachte voller Dankbarkeit an ihre Familie.

Dann folgte sie vertrauensvoll den neuen Begleitern, ruhig und in sich gekehrt. Dabei versuchte sie, die grauenvollen Bilder und Schreie aus ihren Gedanken zu verbannen. Sie wollte ihre Angehörigen in Erinnerung behalten, wie sie diese 24 Jahre lang gekannt hatte, und nicht geschändet und brutal ermordet.

Nach kurzer Zeit stieß der Schäferhund dazu, im Maul die Reste eines Kaninchens, und ging neben Lea her. Sie hoffte, dass die anderen nichts dagegen hatten, wenn er sie begleitete. In Denerim würde sie versuchen, eine neue Bleibe für Nero zu finden.

Modifié par Bellandyrs, 28 juillet 2010 - 06:42 .


#129
Kaysallie

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Miandra musterte während des Gehens die Neue, sagte jedoch nichts. Sie hatte keine Fragen, da sie die Antworten schon vermutete, und sie diese nur verärgern würden. Doch vielleicht würde sich das Ganze noch als witzig herausstellen. Ja, Miandra empfand leichte Schadenfroheit, obwohl sie die junge Frau nicht kannte.

Doch wieso kein Mitleid? Sie kannte Leanora nicht, und diese verlor gerade ihre gesamte Familie, welche sie bestimmt mehr geliebt hatte als Miandra die ihre jemals hätte lieben können. Wahrscheinlich war es genau das. Ja, sie erfreute sich daran, wenn Menschen die nie gelitten hatten, auch einmal Schmerz erfuhren.

Sie starrte Leanora weiterhin von der Seite an. Eine gepflegte Jagdausrüstung, die wohl noch nie schmutzig war. Die Sonne ließ ihre blonden Haare Silber glänzen. Und sonst hatte sie ein bezauberndes Gesicht, welches wohl jedem Mann den Kopf verdrehen konnte, wenn sie wollte. Eine von Erbauer gesegnete junge Frau.

Trotz alledem empfand sie keinen Neid. Es war eher eine Art von Hass … In Leanora sah sie all die Reichen und Adeligen die glaubten etwas ganz besonderes zu sein. So besonders, dass sie andere ihre Arbeit machen ließen …

Nein, inzwischen war sie sogar froh, dass das gesamte Dorf niedergebrannt wurde, samt der Leute, die keine Schuld trugen, auch wenn einige davon ihre Freunde waren. Freunde … waren es überhaupt Freunde? Einige davon vielleicht … zumindest hätte sie diesen noch eher ein Überleben gewünscht als ihrem Mann.

Ihre Gedanken schweiften wieder einmal ab, so dass sie gar nicht bemerkte, dass sie Leanora noch immer anstarrte.


#130
Bellandyrs

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Leanora war selbst in Gedanken versunken und bemerkte lange nicht, dass sie von Miandra angestarrt wurde. Erst nach einiger Zeit bemerkte sie es aus den Augenwinkeln, und konnte den Blick nicht zuordnen. War es Hass? Trauer? Wut? Lea bekam eine leichte Gänsehaut. Sie hatte der Frau nichts getan, und verstand nicht so recht, wieso diese sie anstarrte wie eine Kuh die fünf Beine hatte. Durch den Blick wurde sie total verunsichert und senkte wiederum ihren Blick nach unten, als ob sie Donas Hufe begutachten würde.

Als sie wieder nach oben schaute, hatte Miandra noch immer diesen seltsamen Blick.
Lea faßte sich ein Herz:
"Ich weiß nicht wieso Ihr mich so bitterböse anblickt, Miandra. Ich habe Euch nichts getan, und ich will Euch sicher nicht zur Last fallen. Ich bin mir auch nicht bewußt, dass ich Euch in irgendeiner Art und Weise beleidigt hätte. Ich wäre nur froh, wenn Ihr mir nicht Euer Messer in den Rücken rammt, wenn ich Euch diesen versehentlich zudrehe."

In welche Runde war sie hier nur geraten? Die beiden Frauen wortkarg und zynisch, der Magier paffte seine Pfeife. Aber Nero und Donas trotteten den Frauen nach, und wäre Gefahr von ihnen ausgegangen, hätte einer von den Tieren sicherlich Lea in irgendeiner Form davor gewarnt. Gerade Donas war in dieser Richtung sehr feinfühlig.
Durch diese Erkenntnis war sie etwas erleichtert. Aus dem Rucksack zog sie einige getrocknete Aprikosen hervor, und bot den Frauen und Hennrik davon an.

Modifié par Bellandyrs, 28 juillet 2010 - 12:22 .


#131
Kaysallie

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Plötzlich wurde sie aus den Gedanken gerissen, als sich Leanora zu Wort meldete. Sie selbst bekam gar nicht so recht mit, dass sie diese so lange angestarrt hatte.

„Ja Ihr habt garantiert noch nie jemanden etwas angetan.“, sagte sie mit einem leichten Grinsen und zwinkerte Leanora zu.

„Und nein ich denke mein ‚Messer‘, spar‘ ich mir für jemand anderes auf, kein Sorge …“

Mit einem Handzeichen und Kopfschütteln deutete sie, dass sie an den getrockneten Aprikosen nicht interessiert war. Anschließend blickte sie wieder nach vorne und abwechselnd auf den Boden. Sie hatte keine Lust sich mit der Frau zu unterhalten.


#132
Aliens Crew

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Vernita lehnte das Angebot Leanoras ab. Sie hatte momentan keinen Hunger, und außerdem kannte sie die blonde Frau noch nicht gut genug, um von ihr irgendwelche Lebensmittel anzunehmen. Sie glaubte zwar nicht, dass diese vorhatte, sie zu vergiften, aber sie vertraute nun mal keinen Fremden. Und diese Gewohnheit ließ sich nicht so einfach ablegen.
 
Die vier marschierten weiter Richtung Denerim. Schweigend, denn sie hatten sich eigentlich nichts zu sagen. Vernita interessierte sich nicht für Leanoras bisheriges Leben, und diese schien auch keine Traute zu haben, um die Elfe nach dem ihren zu fragen. Solange sich ihr Neuzugang als nützlich erweisen würde, dürfte sie mit ihnen reisen. Sollte sie allerdings für Ärger sorgen, so würde diese verwöhnte Göre, für die sie Vernita hielt, die Elfe mal von ihrer unfreundlichen Seite her kennen lernen. Und die endete eigentlich immer tödlich.
 
Der Tag zog weiter ins Land, während die vier der Handelstraße in die Hauptstadt Fereldens folgten. Es war ruhig und friedlich. Die vier hingen ihren eigenen Gedanken nach. Erst gegen Nachmittag wurde Vernita hellhörig, als ein Trupp Soldaten ihnen auf der Straße entgegen kam. Ihr Anführer saß auf einem Pferd und war in einen roten Umhang gehüllt. Trotzdem konnte die Elfe erkennen, dass der Mann da drunter eine schwere Plattenrüstung trug. Als er die vier erreicht hatte, hielt er sein Pferd an und hob dabei seinen rechten Arm, woraufhin auch seine Gefolgsleute augenblicklich stoppten.
 
„Macht Platz für den Abgesandten des Arls von Denerim!“ verkündete der Mann auf dem Pferd, wobei seine Stimme hinter seinem Vollhelm dumpf und verzerrt klang. „Wir sind auf der Suche nach einigen Verbrecherbanden, die hier in der Gegend Dörfer und Höfe überfallen sollen, um diesen den Garaus zu machen! Könnt Ihr uns dazu vielleicht nähere Informationen geben, gute Leute?“
 

#133
Bellandyrs

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Lea stutzte als sie die Worte vernahm. Der Arl wußte also schon dass mordende und plündernde Männer unterwegs waren? Sie trat einen Schritt vor.



"Jawohl mein Herr. Ich bin eigentlich auf dem Weg, um dem Arl von den Vorkommnissen zu berichten, die mir heute widerfahren sind. Wenn Ihr noch ein gutes Stück weiter reitet werdet Ihr sicherlich noch Rauchsäulen sehen. In den frühen Morgenstunden kamen zwei Dutzend Männer auf unseren Hof geritten, plündereten die Vorräte, schändeten die Frauen. Was diese mit meiner Mutter und meiner Schwägerin angestellt haben will ich nicht näher erläutern, aber es war grauenvoll. Die Männer wurden abgeschlachtet wie Schweine.. und.."

Leas Stimme begann verdächtig zu zittern, sie biß sich auf die Unterlippe um nicht schon wieder zu weinen zu beginnen. Tief holte sie Luft um weiterzusprechen.

Etwas gefaßter fuhr sie fort: "letztlich setzten sie die Stallungen in Brand. Ich habe von meinem Versteck nur gehört, dass einer der Männer sagte, sie hätten alles was ihnen aufgetragen wurde und wollten der Herrin Meldung machen. Dann verschwanden sie genauso schnell wie sie zuvor auftauchten. Ich weiß nicht, in welche Richtung sie geritten sind. Aber die Stimmen würde ich sofort wieder erkennen und wahrscheinlich auch einige der Männer."

#134
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„Ja, das ist sehr interessant, werte Dame“, erwiderte der Mann auf dem Pferd, während er sich vom Rücken des Tieres schwang. Seine Plattenstiefel krachten auf den Boden und stoben kleine Dreckwölkchen in die Luft. Zwei Männer in Kettenrüstungen traten sofort vor und folgten dem Ritter, als dieser auf die vier zuging. Während er sich Leanora näherte öffnete sich sein Umhang leicht und gab den Blick auf einen flachen türkisfarbenen Opal frei, der an einer einfachen Goldkette um den Hals des Mannes hing. Vernita zuckte unmerklich zusammen und kniff bei dem Anblick sofort die Augen zusammen.
 
„Dann gebt mir bitte eine Beschreibung der Männer und teilt mir mit, was Euch sonst noch zu der ganzen Sache einfällt, werte Dame“, redete der Ritter weiter, während er immer noch auf die Leanora zukam. „Aber zuvor nennt mir bitte Euren Namen.“
 
„Meine Name ist Vernita!“ mischte sich die Elfe ein, als der Mann sie passierte. Dabei legte sie ihm die rechte Hand auf die Schulter. „Und Ihr scheint da etwas unter Eurem linken Arm zu haben.“
 
„Was, was meint Ihr?“ erwiderte der Mann überrascht, während er den Kopf wandte und seinen Arm hob.
 
Die Elfe zog mit ihrer linken Hand eines ihrer Schwerter und rammte es dem Ritter unterhalb seines Armes von der Seite her in seinen Brustkorb, dort, wo seine Rüstung am schwächsten war. Schmerzerfüllt keuchte er auf, als die Klinge in seinen Körper eindrang.
 
„Ach, das war nur mein Schwert, du mieser Bastard!“ fauchte Vernita, als sie die Waffe wieder aus ihrem Opfer herauszog und in der selben Sekunde herumkreiselte, wobei sie ihr blutverschmiertes Kurzschwert im Halbkreis herumsausen ließ. Die Klinge schlitzte sogleich die Kehle eines der beiden Wachen auf, die dicht hinter dem Ritter standen. Er griff sich an den Hals, während das Blut aus der Wunde spritzte, und er röchelnd zu Boden ging.
 
Die zweite Wache wollte gerade zu ihrem Schwert greifen, als sie der kräftige Tritt Vernitas auf die Straße beförderte. Bevor dieser hätte wieder aufstehen können, war die Elfe schon über ihm und schlug ihm mit einem einzigen Hieb den Kopf ab.
 
Sofort wandte sich Vernita wieder an den Ritter, der nach ihrem Angriff auf die Knie gesackt war, die Hand auf die Wunde gepresst. „Du miese kleine Schlampe!“ zischte er böse. Die Elfe trat nur wortlos hinter ihn, bevor sie ihm den Helm vom Kopf riss. Ein mittelblonder Mann kam darunter zu Vorschein. Ohne zu zögern fuhr sie dem Ritter mit ihrem Kurzschwert über den Hals und schnitt ihm kurzerhand die Kehle durch. Nur ein erstickter Laut drang über seine Lippen, als er vergeblich versuchte, die Blutung mit seinen Händen zu stoppen.
 
„Dieser Kerl gehört zu Gianauros Männern!“ rief sie ihren Gefährten zu, wobei sie ihr zweites Schwert zur Hand nahm. „Macht euch kampfbereit! Das wird sicher nicht einfach!“
 
Die Elfe kreiselte herum, wo sie auch schon die Soldaten des Ritters erblickte, die mit gezückten Waffen auf die vier zugestürmt kamen.
 

#135
Kaysallie

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Als Vernita zu kämpfen begann, kramte Miandra schnell das Gift, welches ihr Vernita einige Tage zuvor gegeben hatte, aus der Tasche. Sie tropfte es auf die Dolche, welche von der klebrigen Masse umschlossen wurden und nun einen leicht grünlichen Schimmer zeigten. Inzwischen hatte Vernita bereits den Ritter sowie die zwei Wachen auf dem Gewissen. Miandra blickte auf und sah bereits weitere Ritter auf sie zukommen.

Einer aus den hinteren Reihen blieb festgefroren stehen, und wurde kurz daraufhin von einer Blitzkugel getroffen die über den Köpfen der anderen hinweg flog. Der Mann wurde von dem Blitz geschüttelt, sodass sogar leichter Rauch aufstieg und er kurz darauf zu Boden fiel.

Ja, Magier waren mächtig, dachte Miandra nur, als ihr inzwischen ein Langschwert entgegen sauste. Sie wehrte den Angriff aus, indem sie sich leicht zur Seite bewegte. Ein weiterer Schlag, welchen sie mit den Dolchen zügelte, folgte gleich darauf. Der junge Ritter war recht flink, dachte Miandra, doch sie spürte eine leichte Unsicherheit ihres Gegenübers. Er hatte scheinbar erst selten gegen Frauen gekämpft. Sie duckte sich ein weiteres Mal und ließ den Dolch ihrer Rechten, direkt in seine Magengegend schnellen, und währte einen eher schwachen Angriff mit der Linken ab. Plötzlich blieb ihr Gegenüber einfach stehen, als könne er sich nicht mehr bewegen und begann schmerzerfüllt zu schreien.

Ein leichtes Lächeln legte sich über Miandras Gesicht. Das Gift war echt Gold wert, dachte sie, trat schnell einen Schritt näher an den Mann, schnitt ihn mit der Linken die Kehle durch, und zog mit der Rechten den Dolch wieder aus seinem Magen. Galle floss dabei aus seinem Magen, und Blut bespritzte Miandra, welches wie eine Fontäne die aus seiner Kehle strömte. Sie wandte den Blick zur Seite, um nicht im Gesicht getroffen zu werden, und versetzte dem bereits toten Mann ein Schubsen, sodass er zu Boden fiel, und sich dort, bereits Sekunden später, eine riesige Blutlacke bildete.

Sie sah kurz einen weiteren Blitz, mit ungeheurer Geschwindigkeit, an sich vorbeischweben, nahm es jedoch eher in Zeitlupe wahr. Sie sah wie die Ritter in die Richtung von Hennrik liefen. Ja sie wollten den Magier zu erst töten, da er die größte Gefahr darstellte. Einer der Ritter lief direkt an ihr vorbei, und sie stach ihm mit einer schnellen Bewegung in den freigelegenen Nacken. Auch er blieb schreiend an Ort und Stelle stehen, sodass sie auch hier nur noch sein Leben durch einen Schnitt an der Kehle beenden musste.

Ein weiterer eilte brüllend in ihre Richtung, als merkte er, dass nicht nur der Magier gefährlich zu sein schien. Über Miandras Gesicht lag noch immer ein Lächeln. Sie wischte sich, wie wenn sie alle Ruhe und Zeit der Welt hätte, einige Blutflecken mit dem Arm aus dem Gesicht, holte aus und warf den Dolch direkt in die Richtung des theatralisch schreienden Ritters. Der Dolch schlug direkt in seiner Stirn ein, und durchbrach den harten Knochen, sodass man ein eigenartiges Geräusch vernehmen konnte. Der Mann ließ seine Waffen fallen. Blut lief ihm langsam über sein Gesicht, und seine Augen waren entsetzt aufgerissen. Nur einen kurzen Moment darauf, fiel er zu Boden. Miandra schnellte auf ihn zu und zog den Dolch aus seinem Kopf, wodurch nun noch mehr Blut auf den Boden floss.

Sie drehte sich um, und blickte zu Hennrik, welcher all die Ritter die sich in seine Nähe begaben am Boden festgefroren hatte. Ja, die Ritter standen da, wie Trauben die man nur noch pflücken musste. Mit einem leicht verrückten Lächeln eilte sie in die Richtung und half dem Magier, die einfachen Todesstöße zu versetzen.

Modifié par Kaysallie, 29 juillet 2010 - 10:50 .


#136
Guest_Juleiila_*

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Lian war noch nicht lange unterwegs und auch nicht schnell. Zufrieden holte er einen Apfel aus seiner Tasche, und biss herzhaft hinein. Er war saftig, dazu knackig. Genau so wie ein frischer Apfel sein sollte. Doch dann hörte er etwas. Er zog die Zügel, um das Pferd anzuhalten. Dann lenkte er um, und hörte noch einmal genauer hin. Wenn ihn das nicht täuschte, dann waren das Kampfgeräusche. Klingen die sich kreuzten, und laute von sich gaben.

“Hia!” schrie er, um das Pferd anzutreiben, und haute dabei leicht mit seinen Fersen in den Brustkorb des Pferdes, damit es losrannte. Sein Hund lief neben ihm her, die Zunge raushängend, und am spurten. Lian und sein Pferd verranten sich fast, als ein Baumstamm im Weg lag, Das Pferd sprang hoch in die Luft, und Lian ließ es beinahe herunter. Mit Pferden hatte er nicht besonders viel Erfahrung. Um so schlimmer war der Schmerz zwischen dem Schritt, als das Pferd wieder Boden unter den Füßen hatte. Egal. Stürmisch ritt er weiter.

Dann sah er sie. Den Magier, Vernita, Miandra und die Adlige Frau, dessen Namen er noch nicht wusste. Schnell sprang er von dem Pferd ab und zog seine Schwerter. Sein Hund lie vorraus und suchte sich schon einen Gegner, die er wie immer überwältigte. Lian lief in die Gruppe und begann zu fechten. Er war dicht neben Vernita, die gerade mit einem der Männer beschäftigt war. Doch anscheinend bemerkte sie nich, das sich hinter ihr ein weiterer näherte. Lian reagierte, und schlug dem Mann den Kopf ab, bevor er sein Schwert in Vernitas Rücken rammen konnte.

Lian grinste sie schelmisch an, und kämpfte weiter. Er suchte sich einen der stabileren Männer und ging wieder in Angriff. Der holte mit seinem Schwert aus, Lian drehte und duckte sich dabei, sodass das Schwert des Mannes, nur die Luft über seinem Kopf schnitt. Lian selbst stach zur selben Zeit mit beiden Schwertern in den Unterleib des Mannes. Er keuchte, und Lian zog seine Schwerter heraus. Da er geduckt war, spritze das Blut Lian direkt ins Gesicht. Er erhob sich, und stoß den Mann mit dem Fuß um. Dannach wischte er einmal mit dem Handrücken über sein Gesicht, und machte sich weiter ans Geschehen ....

Modifié par Juleiila, 29 juillet 2010 - 02:02 .


#137
Bellandyrs

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Lea war entsetzt. Hatte die Elfe den Verstand verloren? Wie konnte diese die Abgesandten des Arls einfach angreifen? Am liebsten hätte sie sich aus dieser Auseinandersetzung rausgehalten, aber sie konnte gar nicht, weil einer der Soldaten direkt auf sie zustürmte. Donas legte die Ohren an und hob warnend seinen Hinterhuf. Leanora zog geistesgegenwärtig ihren Dolch aus dem Gürtel und nahm ihn fest in die Hand, blieb aber stehen. Der Kerl rannte ohnehin auf sie zu, ein hämisches Grinsen im Gesicht und sein Kurzschwert auf sie gerichtet.

Lea trat einen Schritt rückwärts und duckte sich seitlich weg, als der Mann zustechen wollte. Mit einer schnellen halben Drehung brachte sie sich an den Rücken des Mannes und zog ihm ihren Dolch seitlich über den Hals. Die Klinge war extrem scharf, und nachdem Lea den gleichen Druck ausübte als würde sie ein Tier aufschlitzen, zierte eine tiefe Schnittwunde den Hals des Soldaten. Dabei mußte sie auch die Schlagader getroffen haben, das Blut schoß fontänenartig aus der Wunde. Angeekelt von ihrer eigenen Tat trat sie einen weiteren Schritt zur Seite, und sah nur noch, wie der Mann sein Schwert fallen ließ und sich mit den Händen um den Hals griff, die Augen ungläubig aufgerissen. Sein Gesicht nahm eine ungesunde Farbe an, und ein gezieltes Ausschlagen von Donas beförderte den Kerl zu Boden, mit der Nase nach vorne.

Sie kam nicht dazu, sich Gedanken zu machen, schon sah sie aus einiger Entfernung zwei weitere Soldaten auf den Magier zustürmen. Lea nahm ihren Bogen zur Hand, spannte zwei Pfeile ein, wovon sie jeweils ein Stück der Feder abbiß, zielte und schoß. Wunschgemäß teilten sich die beiden Pfeile während ihres Fluges, der eine ein Stückchen links, der andere ein Stückchen rechts. Dass sie ihr Ziel nicht verfehlte merkte sie, als der linke im Laufen stehen blieb und den Pfeilschaft in seinem Oberschenkel umklammerte, dabei höchst undamenhaft fluchte. Den rechten hatte sie besser erwischt, dort sah sie den Pfeil seitlich im Brustkasten stecken.

Die anderen kämpften verbissen weiter. Sogar der Schäferhund stürmte auf einen am Boden liegenden Mann zu und biss ihn in die Kehle. Donas schlug aus, stellte sich auf die Hinterbeine und traf so den einen oder anderen Gegner relativ unsanft. Lea rannte zu den festgefrorenen Soldaten beim Magier und schlitzte die Kniekehlen durch, so dass die Männer mit Sicherheit nicht mehr laufen würden. Töten wollte sie keinen, aber kampfunfähig machen würde es den anderen erleichtern.
Sie ließ erst davon ab, als sie merkte, dass sich die Reihen gelichtet hatten, und die paar wenigen kämpfenden Soldaten von ihrer Gruppe attackiert wurden.

Modifié par Bellandyrs, 29 juillet 2010 - 05:50 .


#138
Kaysallie

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Während sie die Kehle einer der eingefrorenen Männer durchschnitt, schielte sie zu Leanora hinüber. Sie verwundete einige der Männer an den Beinen. Eigentlich keine schlechte Idee, so konnten sie diese anschließend noch verhören, und ihnen erst dann die Kehle durchschneiden. Doch sie tat dies wohl aus nur leicht taktischen Gründen, sondern eher, da sie bereits bei dem Anblick des ersten Mannes, welchen sie – zu Miandras Erstaunen – die Kehle durchschnitt, wohl nun eine leichte Hemmschwelle hatte.

Oder eher eine große Hemmschwelle, wie Miandra ihren Gedanken ausbesserte.

Sie eilte stattdessen zu den anderen, und stellte erst jetzt fest, dass Lian mitkämpfte. Hatte er die Gruppe verfolgt? Oder war das auch nur ein Zufall? Wie auch immer, er war hier und tötete an ihrer Seite. Ein Kämpfer mehr, hieß weniger Gegner die über sie selbst herfielen.

Nachdem alle Ritter und Wachen tot zu Boden sackten –ausgenommen derer, die heulend am Boden lagen, und Leanora als Schlampe oder sonstiges bezeichneten, da sie ihnen die Kniekehlen durchschnitten hatte, und sie nun nicht mehr laufen konnten – vergewisserte sich Miandra kurz mit einigen Blicken ob einer der Gefährten verletzt schien, doch dem war nicht so. Entweder hatten sie mehr Glück als Verstand gehabt, waren wirklich allesamt bessere Kämpfer als diese Ritter, oder der Magier war eine stärkere Waffe als Miandra angenommen hatte. Im selben Moment ließ sich Hennrik zu Boden fallen, und begann mit Schweißperlen auf der Stirn seine Pfeife zu stopfen. Der Kampf hatte ihn wohl viel Kraft gekostet.

Sie wischte sich das Blut mit dem Arm vom Gesicht – oder versuchte es zumindest – und ging dann auf die jammernden Männer zu, welche nur einige Meter von Leanora – welche wie ein scheues Reh eher im Hintergrund des Geschehens stand, und Miandra das Entsetzen in ihren Augen lesen konnte - entfernt am Boden lagen. Insgesamt waren es vier, die noch am Leben waren.

Einer der Männer beschimpfte Miandra und sie verpasste ihm einen Tritt in die Magengegend, sodass er zusammenzuckte und wie ein räudiger Hund winselte.

Dann blickte sie zu Vernita und ein leicht amüsiertes Grinsen legte sich auf ihrem blutverschmierten Gesicht nieder, „Ich denke das hier ist Euer Spezialgebiet, sofern Ihr denkt, dass diese Würmer hier etwas wissen könnten.“

Modifié par Kaysallie, 29 juillet 2010 - 06:53 .


#139
Bellandyrs

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An Leanora zogen die Worte vorbei ohne dass sie diese wahr nahm. Ihr zitterten die Knie, sie war kreidebleich und ihr war übel. Was beim Erbauer hatte sie nur getan? Sie unterdrückte das Würgegefühl, welches in ihr aufkam und ging mit wackeligen Beinen zu Donas, der noch immer wild mit den Augen rollte und schweiß gebadet war. Sie tätschelte seinen Hals und vergrub dann ihren Kopf in seiner Mähne. Das beruhigte sie, und auch der Hengst entspannte sich langsam wieder.



Als sie innerlich etwas zur Ruhe kam, nahm sie einen Schluck aus dem Milchkrug, wanderte langsam zum nächsten Baum und setzte sich dort auf den Boden, den Rücken am Stamm angelehnt. Sie blickte nun mit einem verträglichen Abstand auf das Blutbad und begann am ganzen Körper zu zittern wie Espenlaub.

#140
Aliens Crew

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Vernita stieß gerade ihr Schwert in die Brust eines Soldaten, als sie merkte, dass sich ihr jemand von hinten näherte. Sie wandte kurz den Kopf und wollte sich gerade auf den neuen Angreifer stürzen, als ihr plötzlich Lian ins Auge fiel, der wie ein Irrer herangestürmt kam und diesem Mann kurzerhand den Kopf abschlug.
 
‚Was tut denn dieser Kerl schon wieder hier? Ich dachte, der wäre beleidigt von dannen gezogen’, dachte Vernita. Doch statt diesen impulsiven Gedanken auszusprechen meinte sie nur: „Danke, mein junger Herr Elf. Anscheinend seid Ihr doch nicht so unnütz wie ich zuerst dachte. Zumindest könnt Ihr kämpfen. Das ist immerhin ein Anfang.“
 
Sie grinste den Mann mit ihrem blutverschmierten Gesicht an, bevor sie sich wieder schreiend ins Kampfgeschehen stürzte. Sie tänzelte um ihre Feinde herum, während sie ihre Schwerter wie einen tosenden Wirbelwind durch die Luft sausen ließ. Sie schrie, tobte, fauchte und lachte. Das Abschlachten dieser einfachen Soldaten bereitete ihr Freude. Ihr Gesicht war von Wahnsinn verzerrt, als sie sich durch die Körper und Gliedmaßen dieser Menschen schnetzelte.
 
Diese Soldaten schienen gerade frisch ausgebildet zu sein. Sie waren plump und unfähig, für Vernita einfach keine Gegner. Sie war eine Kämpferin, eine Killerin. Fast ihr ganzes Leben lang hatte sie nur Schlachten gefochten und sie alle gewonnen. Sie war in ihrem Element. Es gab nicht anderes, was sie so gut beherrschte wie das Töten. Solcher Abschaum könnte sie nie besiegen, sie hätten sie höchstens überrennen können. Doch dazu waren es einfach zu wenige.
 
Nach einem kurzen, blutigen Gefecht waren alle Feinde niedergestreckt. Vernita ließ keinen ihrer Gegner am Leben. Doch anscheinend haben einige der anderen ein paar der Soldaten verschont. Die Elfe sah irgendwie keinen Sinn darin. Sie trat zu Miandra, die neben den Gefangenen stand.
 
„Gute Arbeit, Lian“, bemerkte sie noch zu dem Elf gewandt, während sie grinsender Weise an ihm vorbeiging. „Wenn Ihr jetzt noch Euren Übereifer zügeln könnt, so könnte ich glatt noch einen echten Meuchelmörder aus Euch machen. Aber lasst Euch das jetzt nicht zu Kopf steigen, ja?“
 
„Hat es einen bestimmten Grund, warum dieser Abschaum noch lebt?“ wandte Vernita sich schließlich an Miandra. „Ach, vergesst es. Ich übernehme das schon.“
 
Sie trat vor den ersten Soldaten und hielt ihm eines ihrer blutverschmierten Kurzschwerter unter die Nase. „Deine Herrin heißt Eshtá Gianauro und ihr wurdet hierher geschickt, um uns zu töten. Das weiß ich bereits. Also erzähle mir etwas neues, wenn du das hier überleben willst.“
 
„Was...was wollt Ihr wissen?“ stammelte der Mann, als er das Schwert und vor allem auch Vernitas Augen sah, in denen nur Kälte lag. Kälte und Mordlust.
 
„Warum lässt Deine Herrin Kinder entführen? Und warum will sie unseren Tod? Und weshalb brennt ihr einfache Bauernhöfe nieder?“
 
„Ich...ich weiß es nicht, ehrlich! Ich schwöre es beim Erbauer, ich...“
 
Er kam nicht weiter, denn in diesem Moment hatte ihm die Elfe bereits den Kopf abgeschlagen und ging zum nächsten Gefangenen.
 
„Deine Herrin heißt Eshtá Gianauro und ihr wurdet hierher geschickt, um uns zu töten. Das weiß ich bereits. Also erzähle mir etwas neues, wenn du das hier überleben willst.“
 
„Nein, tut mir nichts! Bitte! Ich habe Frau und Kind und...“
 
Der nächste Kopf fiel in den Staub. Vernita war nicht überrascht. „Das sind Lakaien, mehr nicht. Die wissen rein gar nichts, außer das sie uns töten sollten. Und dazu werde ich ihnen keine weitere Gelegenheit geben.“
 
Ohne weitere Fragen zu stellen, tötete sie auch noch die letzten beiden Soldaten. Anschließend ging sie zu dem toten Ritter zurück und wischte mit dessen Umhang ihre Schwerter ab. Nachdem sie diese weggesteckt hatte, nahm sie das Amulett des Toten an sich. Nach genauer Untersuchung sah sie auch das „E“, welches auf die Rückseite dieses Schmuckstückes eingraviert worden war. Sie hatte also recht.
 
Dann fiel ihr ein, was der Ritter gesagt hatte. War er wirklich im Auftrag des Arls unterwegs oder hatte er sie angelogen? Sollte er wirklich für den Arl von Denerim arbeiten, so wäre das gar nicht gut. Und was war mit Leanora? Wollte sie nicht zum Arl reiten? Wie passte das mit der Vernichtung ihres Hofes zusammen? Sie wollte es herausfinden. Auf der Stelle.
 
Die Elfe sah sich nach der blonden Frau um und erblickte sie auch gleich darauf. Sie hatte sich vor einen Baum hingesetzt. Sofort ging sie zu ihr hinüber. Als sie direkt vor Leanora stand, ging sie vor dieser in die Hocke und sah ihr fest in die Augen.
 
„So, meine kleine Prinzessin“, meinte die Elfe zynisch. „Es wird Zeit, dass wir uns unterhalten.“
 
Leanora sah ihr Gegenüber nur mit großen Augen an.
 
„Der Anführer dieser Männer hat behauptet, er würde für den Arl von Denerim arbeiten“, fuhr Vernita sachlich aber auch mit einem drohenden Unterton fort. „Vielleicht war das gelogen, aber vielleicht hat er doch die Wahrheit gesagt. Seine Aussage zu ignorieren wäre ein Risiko, das ich nicht eingehen werde. Denn auf der anderen Seite habt Ihr ja gesagt, dass Ihr zum Arl wollt. Also gehe ich davon aus, dass Ihr oder auch Eure Familie den Arl kennt. Welchen Grund könnte er also dafür haben, uns und auch Eure Familie zu töten? Denn ich glaube nicht, dass das Ganze hier ein Zufall ist. Also verratet mir, was Euch mit dem Arl verbindet. Und kommt nicht auf die Idee, mir irgendwelche Märchen aufzutischen. Wie Ihr gesehen habt, kann ich ziemlich unfreundlich werden, wenn jemand versucht, mich zu verarschen!“

#141
Guest_Juleiila_*

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„Keine Ursache.“ grinste er Vernita entgegen. „Ein Meuchelmörder müsst Ihr nicht aus mir machen, das bin ich schon längst.“ lachte Lian, und zog seine Schwerter aus den Leichen. Danach ging er damit zu seinem Pferd, holte ein Tuch und sein Wasser aus dem Rucksack heraus. Damit Putzte er seine Schwerter, und auch sein Gesicht. Es war komplett mit Blut verschmiert. Dann schob er seine Schwerter wieder in die Scheiden, und zog sich wieder den Umhang um, Kapuze tief ins Gesicht.



Lian blickte zu den anderen. Er sah wie die blonde Frau so halb am Boden kauerte. Schien wohl ihr allererster Kampf gewesen zu sein. Nicht jeder verkraftete so etwas. Aber daran würde sie sich wohl oder übel gewöhnen müssen, wenn sie mit der Gruppe mit reisen wollte. Und töten, nun ja, das war ja nun wirklich nicht schwer.



So holte er eine kleine Phiole aus dem Rucksack. Darin befand sich starker Alkohol, für alle Fälle. Damit ging er zu den anderen, und überreichte sie der blonden Frau. „Hier. Für die Nerven!“ meinte er, und ging wieder ein paar Schritte zurück. Lian verschrenkte seine Arme, und hörte dem zu, was Vernita zu reden hatte.

#142
Bellandyrs

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Leanora roch an der Phiole und verzog angewidert das Gesicht.

"Beim Erbauer, wollt Ihr mich umbringen? Was ist da drin?" Sie gab ihm die Phiole mit einem Kopfnicken zurück.



Sie zitterte noch immer, wenngleich es langsam leichter wurde. Als Vernita sie ansprach, stockte ihr der Atem.

"Ihr! Wieso sollte dieser Mann gelogen haben? Erinnert Ihr Euch vielleicht daran dass er mich gerade zu den Vorkommnissen befragen wollte, bevor Ihr ihm Euer Schwert in den Brustkasten gebohrt habt? Und wer ist diese Estha Dingsda? Was soll dieser Ritter mit der Dame zu schaffen haben?"



Tief holte sie Luft. Sie verstand die Welt nicht mehr. Was wurde hier gespielt? Was hatte Vernita mit dieser Gianauro zu tun?

"Um Eure Frage zu beantworten: Ich habe den Arl nur ein einziges mal gesehen, und da war ich noch 15 Jahre jünger. Ich würde den Mann nicht mal erkennen wenn er vor mir stehen würde. Meine Eltern kannten ihn durch den Handel, den sie hin und wieder mit ihm betrieben. Dabei ging es meist um Pferde. Wie Ihr vielleicht erkennen könnt, ist Donas ein edler Hengst, von reinstem Blut, und es gibt einige Nachkommen von ihm.

Ich denke, mein Vater wollte, dass ich dem Arl Meldung mache, damit er eingreifen kann und diese Plündereien stoppt. Ich kann mir nicht vorstellen, dass er versucht hatte, uns umzubringen oder unsere Familie auszurotten. Was sollte es ihm bringen? Wenn meine Eltern vom Arl sprachen dann taten sie dies voller Achtung und ohne Angst. Verratet Ihr mir nun wieso Ihr diese Leute abgeschlachtet habt?"

#143
Aliens Crew

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„Sicher weiß ich, dass Ihr mit diesem Ritter über den Überfall auf Euren Hof gesprochen habt. Ich bin weder taub noch leide ich unter Gedächtnisschwund! Aber auf der anderen Seite habe ich auch erkannt, dass dies nur eine Finte dieses Ritters war, um unser Vertrauen zu gewinnen.“ Vernita legte eine kurze Pause ein, um ihre Nerven zu beruhigen. Sie musste erst wieder ihren Blutrausch in den Griff bekommen, in den sie fast immer verfiel, wenn sie einen Kampf bestritt. Doch da sie damit inzwischen schon viel Erfahrung hatte, dauerte dies nicht lang.
 
„Seht Ihr das hier?“ fragte sie dann und hielt Leanora das Amulett des Ritters vors Gesicht. „Anhand dieses Schmuckstückes habe ich den Ritter als einen von Eshtá Gianauros Gefolgsleuten erkannt, da nur sie etwas derartiges tragen. Soviel haben wir inzwischen herausgefunden. Nur wer genau Gianauro eigentlich ist und was sie vorhat, wissen wir nicht. Ihren Namen kennen wir von einer Krähe namens Raswenjá Givanti, die für Gianauro anscheinend Kinder entführt hat. Was sie mit diesen Kindern vorhat, wissen wir auch nicht. Allerdings haben schon mehrere von Gianauros Leuten versucht, meinen Gefährten und mir ein schnelles Ende zu bereiten, so dass es eigentlich klar ist, dass dieser Kerl etwas ähnliches vorhatte.“
 
Sie nickte bei ihren Worten in die Richtung des toten Ritters. „Wie dem auch sei, wir sind auf dem Weg nach Denerim, um herauszufinden, was hier eigentlich gespielt wird. Und sollte dieser Ritter tatsächlich für den Arl arbeiten, so wäre es sicher eine blöde Idee, wenn wir diesem einfach so einen Besuch abstatten würden. Dann können wir uns auch selbst gleich hier und jetzt die Kehlen aufschlitzen. Nein, ich werde zuerst meinen alten Kontakt in der Stadt nach den neuesten Informationen ausquetschen. Schließlich war ich selbst schon lange nicht mehr in Denerim. Wer weiß, was sich dort in der Zwischenzeit alles zugetragen hat. Und jetzt steht endlich auf. Wir müssen weiter.“
 
Die Elfe richtete sich wieder auf. „Ich werde Hennrik sagen, er soll Euer Pferd benutzen. Er ist schließlich nicht mehr der jüngste und der Kampf wird ihn ziemlich erschöpft haben“, bestimmte Vernita zu der blonden Frau gewandt, bevor ihre Stimme wieder finster wurde. „Und noch etwas. Wenn Ihr weiter mit uns reisen wollt, Prinzessin Lea, so solltet Ihr Euch angewöhnen, unsere Feinde zu töten. Ich habe nicht vor, Euch ständig diese Drecksarbeit abzunehmen, klar?“
 
_______________________________________________________________________________________
 
 
Ein Schatten lauerte in den Büschen. Unbemerkt beobachtete er mit seinen funkelnden, blauen Augen den Kampf der Gefährten gegen die Soldaten, wobei er ständig mit dem Kopf schüttelte. Ein satanisches Grinsen lag dabei auf seinen Lippen, als er sah, wie der Trupp innerhalb weniger Minuten komplett ausgemerzt wurde.
 
„Gianauro sucht sich ihre Leute offenbar nicht nach deren Verstand aus“, lachte der kahlköpfige Mann in dem langen schwarzen Mantel. „Haben diese Narren tatsächlich geglaubt, sie könnten diese Elfe und ihre Gefährten mit so einem plumpen Trick überrumpeln. Diese Einfaltspinsel. Um solche Gegner zu bezwingen, bedarf es einer subtilen und hinterhältigen Methode. Und ich weiß auch schon, wie ich es anstellen werde. Also kommt nur, meine Freunde. Ich erwarte euch.“
 
Der Schatten wandte sich um und verschwand ebenso leise und lautlos im Wald wie er erschienen war.
 

Modifié par Aliens Crew, 30 juillet 2010 - 11:14 .


#144
Bellandyrs

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Mit offenem Mund hörte sie Vernita zu. Wenn die Elfe Recht hatte, dann schwebte sie selber in höchster Lebensgefahr, und der Besuch beim Arl wäre defintiv tödlich. Aber dass der Arl und Gianauro gemeinsame Sache machten? Dass unschuldige Kinder entführt wurden, schlug dem Fass noch den Boden aus. Zum Glück gab es auf ihrem Gut derzeit keine Kinder, sonst hätten diese Männer wohl statt dem Korn und dem Wein die Kinder mitgenommen.

So ungern es sie sich eingestand, aber sie glaubte Vernitas Version. Hätte ihr jemand zu Hause von so einer Vermutung berichet wäre sie wohl in schallendes Gelächter ausgebrochen. Aber Vernita hatte den Beweis auf der Hand.



"Natürlich kann Hennrik das Pferd haben, das hatte ich bereits heute Morgen angeboten. Und Vernita?" Sie hielt einen kurzen Moment inne, um sich zu vergewissern, dass die Elfe ihr zuhörte, wenngleich auch mit völlig genervtem Blick. "Es tut mir leid. Ich wuchs behütet auf, hatte keinerlei Kontakt mit Gewalt oder Intrigen. Ich wurde auch von den Geschäften heraus gehalten, diese erledigten der Bruder und die Eltern. Was ich heute alles gehört und gesehen habe hätte ich noch gestern für absoluten Humbug gehalten. Aber es scheint, als wäre ich wohl in einem goldenen Käfig aufgewachsen." Sie nickte Vernita zu, damit war für sie die Diskussion beendet.



Leanora säuberte ihren Dolch mit einem Tuch und versuchte dabei, nicht daran zu denken, dass sie Menschenblut von der Klinge entfernte. Die Feinde töten. War das tatsächlich notwendig? Hatte nicht jedes Lebewesen ein Recht auf Leben?



In ihrem inneren Zwiespalt gefangen marschierte sie hinter Vernita und Miandra weiter. Sie grübelte, was den Arl so verändert haben konnte, sie kannte ihn nur gütig und gerecht.

#145
Kaysallie

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Währenddessen Vernita und Leanora sich unterhielten, durchstöberte Miandra die Leichen. Mehr als ein paar Silberlinge trugen sie nicht bei sich, denn wozu auch? Anschließend überlegte sie, ob sie all die Toten einfach an Ort und Stelle liegen lassen sollte, oder sie in den leichten Graben neben des Weges zu werfen. Doch eigentlich war es egal ob sie nun hier, oder einige Meter etwas versteckter lagen. Vermissen würde man die Kerle so oder so erst, wenn sie in Denerim angelangt sein würden.

Sie lauschte dem Gespräch und bot Hennrik an ihm auf das Pferd zu helfen, doch scheinbar war es ihm schon peinlich genug, den Anspruch des Tieres zu beanspruchen, sodass er alleine auf das Pferd kletterte.

Der Geruch des Blutes, welches an ihrer Haut eintrocknete, stieg ihr in die Nase. Sie hatte fast vergessen, dass sich dieses auf ihr befand. Während des Gehens zog sie ein Tuch aus der Tasche, befeuchtete es mit Wasser ihres Trinkschlauchs und wusch sich damit das Gesicht, und anschließend säuberte sie oberflächlich ihre Dolche.

„Ich muss gestehen, Vernita, dass es mit dem Gift weitaus mehr Spaß bereitet.“, sagte sie zu ihr mit einem leichten Grinsen im Gesicht.

Ja inzwischen machte ihr das Töten Spaß. Sonst war ihr immer alles recht gleichgültig gewesen. Es war ihr egal, dass man sie schlug, es war ihr egal, wenn man über sie lachte. Sie empfand keinerlei Gefühlsregungen, auch nicht nachdem sie glaubte, ihr Leben hätte so oder so keinen Sinn mehr. Sie tötete aus Rache, anschließend um Hinweise zu finden, dann weil es ihr gleichgültig war, und nun aus Spaß. Ja sie sah es gerne, wenn sie winselnden und litten, und dem Tod geschockt ins Auge blickten. Oder war es eine indirekte Art von Rache?

Wie auch immer, sie schob den Gedanken beiseite, und steckte die Dolche in den Waffengurt. Dann blickte sie kurz nach hinten, wo Lian und Leanora, welche die Zügel des Pferdes in der Hand hielt, gingen. Doch anstatt sich erneut eine Meinung zu bilden, da diese eh immer auf das selbe hinaus kam, drehte sie sich wieder nach vorne, Richtung Nordosten, immer den Weg entlang.


#146
Aliens Crew

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„Ja, diese Gifte können einen das Töten sehr vereinfachen.“, erwiderte Vernita, während sie neben Miandra die Straße langmarschierte. Sie sah sich kurz um und bemerkte, dass Lian, Hennrik und Leanora in einigem Abstand hinter ihnen hergingen. Es war also ein gute Gelegenheit, um ungestört mit der schwarzhaarigen Frau zu sprechen.
 
„Ich hatte Euch doch von meinem Kind erzählt“, begann sie unvermittelt und erstaunlich ruhig und gelassen. Sie hatte kurz zuvor getötet und danach war sie immer sehr gelassen, ohne jede Emotion, so als hätte sie nicht nur Menschen sondern auch ihren eigenen Gefühlen das Leben genommen. Es war also der beste Augenblick, um Miandra den Rest ihrer Geschichte zu erzählen, ohne wieder einen Wutanfall zu bekommen. „Der Vater meines Kindes, dieses miese Schwein, das sich ständig an mir vergangen hatte, holte mich zwar während meiner Schwangerschaft nicht mehr in sein Anwesen, er ließ mich aber trotz allem weiter beobachten. Ein paar Tage nach der Geburt meines Kindes, drangen sie schließlich in unser Haus ein...“
 
„Lasst mich das Kind sehen!“ brüllte der dunkelhäutige Mann mit dem Vollbart und drängte sich bis zur Kinderkrippe an Vernitas Eltern vorbei. Was er dann sah, ließ sein Blut in den Adern gefrieren. Das Baby, welches dort in einer Decke eingewickelt lag, hatte dieselben Gesichtszüge wie er selbst. Es war fast so, als würde er in ein Spiegelbild seines jüngeren Ichs erblicken. Selbst die Ohren waren abgerundet wie bei einem Menschen statt spitz zulaufend wie bei einem Elfen. Nie und nimmer hätte er abstreiten können, dass dieses Kind sein Sohn war. Er zog seinen Dolch und hob ihn über das Baby, bereit die scharfe Klinge in den Körper des Kindes zu vergraben.
 
„Nein!“ schrie Vernitas Vater, wobei er auf den dunkelhäutigen Mann zustürzte. Dieser drehte blitzschnell seine Dolchhand zur Seite und stieß die Waffe in die Kehle des herannahenden Elfen. Der Mann kam mitten in der Bewegung zum Stillstand. Seine Augen weiteten sich vor Erstaunen, während er nur röchelnde Laute von sich gab. Einen Augenblick später brach der Elf zusammen, und sein Blut verteilte sich über den schmutzigen Fußboden.
 
„Vater!“ kreischte Vernita, die die ganze Zeit über von vier Wachen festgehalten wurde und alles mit ansehen musste, ohne etwas dagegen unternehmen zu können. Auch Vernitas Mutter fing an zu weinen und zu schreien, als sie sah, wie ihr Mann getötet wurde. Doch bevor sie hätte auf seinen Mörder losgehen können, wurde auch sie von zwei weiteren Wachen ergriffen.
 
„Es wird Zeit, den Fluch dieser Familie ein für alle mal von mir zu nehmen!“ rief der dunkelhäutige Mann und wandte sich wieder dem Baby zu, dass durch den Lärm wach geworden war und nun ebenfalls zu Schreien begonnen hatte. Der Mann hob den blutverschmierten Dolch. Einige Tropfen liefen daran herunter und fielen schließlich auf des schreiende Kind. Einen Augenblick später ließ er die Waffe hinunterschnellen. Die Klinge bohrte sich in das Fleisch des Babys, doch sein Schreien verstummte nicht. Der Mann hatte das Kind nicht richtig getroffen. Er hob erneut seinen Dolch und stach ein weiteres mal zu. Dann noch mal und noch mal. Nach dem sechsten Treffer schließlich war das Kind tot.
 
„Du Mörder!“ kreischte Vernita, während der Mann das Baby abschlachtete. Ihre Augen waren vor Schreck und Entsetzen geweitet. Ihr Gesicht eine Maske des Hasses. Sie versuchte sich loszureißen, doch sie kam gegen die Kraft der vier Männer nicht an. „Das wirst du büßen, du Bastard! Ich werde dich töten, Du Schwein! Und wenn es da letzte ist, was ich tue!“
 
„Schafft die junge Elfe in mein Anwesen!“ befahl der dunkelhäutige Mann. „Und ihre Mutter hängt an den nächsten Baum! Ich werde diese Familie mit Stumpf und Stiel ausrotten!“
 
Die Wachen zerrten die beiden Frauen aus dem Haus. Draußen angekommen fesselten sie die Hände von Vernitas Mutter auf deren Rücken zusammen und legten ihr einen Strick um den Hals. Dann warfen sie das andere Ende des Seiles über den stabilen Ast eines Baumes, der direkt vor dem Haus stand und zogen die dünne Frau daran hoch. Nachdem ihre Füße in der Luft hingen und zu zucken begannen, banden sie das Seil an dem dicken Stamm des Baumes fest. Mit einem dreckigen Grinsen auf den Lippen standen sie vor der hängenden Elfe und beobachteten, wie diese langsam erstickte. Zuerst spannte sie noch ihren Nacken, wehrte sich so gut sie konnte gegen das Unvermeintliche, doch irgendwann ließ ihre Kraft nach und sie starb einen qualvollen Tod.
 
„Das Kind sah seinem Vater zum Verwechseln ähnlich“, fuhr Vernita fort, die für einen Moment an den schrecklichsten Tag ihres Lebens zurückdacht hatte. „Als mein Peiniger das sah, tötete er kurzerhand unser Kind. Er hatte wohl Angst vor der Schande oder was weiß ich. Dann brachte er noch meinen Vater um und ließ meine Mutter aufhängen. Ich selbst wurde in sein Anwesen gebracht und dort ausgepeitscht, gefoltert und vergewaltigt. Tag für Tag. Ich weiß nicht, wie lange ich seine Gefangene war. Tage. Wochen. Keine Ahnung. Ich hatte jedes Zeitgefühl verloren. Ich wollte nur noch sterben. Aber nicht ohne diesen Bastard mit mir zu nehmen.“
 
Sie hielt kurz inne und sah sich noch mal nach den anderen um. Sie wollte nicht, dass sie etwas von dem mitbekamen, was sie Miandra erzählte. Doch sie waren noch weit genug entfernt.
 
„An einem Tag simulierte ich eine Bewusstlosigkeit. Meine Sinne waren inzwischen so abgestumpft, dass ich rein gar nichts mehr fühlte. Meine Folterer machten mich los, und ich ließ mich zu Boden fallen. Dort fand ich einen alten rostigen Nagel, den ich mir unauffällig in den eigenen Arm trieb. Sie haben nichts davon gemerkt. Als sie mich später wieder aus meiner Zelle holen wollte, habe ich einen von ihnen diesen Nagel in sein Auge getrieben. Ich konnte ihn anschließend entwaffnen und beide Wachen töten. Und mithilfe einer ihrer Rüstungen drang ich in das Schlafgemach meines Peinigers ein und nahm grausame Rache an ihm. Eine Weile blieb ich noch auf seiner Leiche sitzen und wartete auf die Wachen. Ich hatte bekommen, was ich wollte und hatte nur noch den Wunsch zu sterben. Doch dann kam mir der Gedanke, dass dieser Bastard am Ende gewinnen würde, wenn sie mich erwischen und töten würden, also zog ich erneut die Rüstung an und schlich mich aus dem Anwesen.“
 
Die Elfe nahm einen Schluck aus ihrem Wasserschlauch ehe sie weitersprach.
 
„Ich ging zum Haus meiner Eltern zurück, um mir noch ein paar Sachen zu besorgen, bevor ich die Stadt verließ. Doch dort wurde ich von den Wachen gestellt, die mich auch nach einem harten Kampf überwältigten. Sie wollten mich ohne Prozess an den selben Baum hängen, an dem schon zuvor meine Mutter ihr Leben ausgehaucht hatte, doch bevor es dazu kam, mischte sich ein kräftig gebauter Mann ein, der wissen wollte, was hier los sei. Nachdem er sich beide Seiten angehört hatte, stellte er sich als Grauer Wächter vor und berief sich auf sein Recht jeden in seinen Orden aufnehmen zu können, den er wollte. So ließen mich die Wachen gehen, und ich wurde zum Grauen Wächter. Im Nachhinein betrachtet hätten mich die Kerle auch gleich aufhängen können, denn seitdem habe ich nichts anderes getan als für andere die Karre aus dem Dreck zu ziehen. Auf der anderen Seite hätte ich Euch nicht kennen gelernt und könnte Euch dabei helfen, Eure Tochter wiederzufinden. So hat es sich wohl doch gelohnt, diesen Tag zu überleben.“
 
Ein leichtes Grinsen machte sich auf Vernitas Gesicht breit, als sie wieder zum Himmel schaute. Die Sonne sengte sich langsam zu Abend hin.
 
„Aber jetzt sollten wir uns allmählich einen Ort zum Schlafen suchen. Es wird bald dunkel.“
 

Modifié par Aliens Crew, 10 juin 2011 - 11:16 .


#147
Kaysallie

Kaysallie
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Miandras Hals schnürte sich zu, als sie Vernita lauschte. Jetzt waren alle Puzzlesteine komplett, und sie wusste, wie man sie zusammensetzte. Noch nie hatte sie jemand angetroffen, dem ein schlimmeres Schicksal als ihr selbst widerfahren war. Die wenigen Personen die ihr Liebe schenkten wurden alle kaltblütig ermordet, und ihr selbst prügelte man jeglichen Verstand und jegliches Gefühl, im wahrsten Sinne des Wortes, aus dem Leibe. Und sie durfte das Kind, welchem sie unter Qualen ein Leben schenkte, nicht einmal kennen lernen.

Und sie? Sie wurde von ihrem eigenen Vater als junges Mädchen unzählige Male vergewaltigt, ihr Bruder starb vor ihren Augen, und seit dem wurde sie nur noch verachtet, von den eigenen Eltern wie eine Mörderin angesehen, ihr Mann schlug ihr jeden Tag die Augen und Wangen blau … doch das war nichts im Vergleich zu den Qualen der Elfe. Miandra durfte ihr Kind sehen, wie es von einem kleinen Geschöpf immer größer wurde, wie es laufen lernte, und sprechen. Wie es einen eigenen Charakter entwickelte, begann Wünsche und Ängste zu äußern.

Ja ihre Tochter war der Grund, wieso sie so lange dort blieb. Sie wollte ihr ein normales Leben bieten, mit einer Familie, und Freunden … und nicht mit ihr durch Ferleden streifen in der Hoffnung dort ein besseres Leben zu finden.

Doch das hätte sie wohl lieber tun sollen, dann wäre sie ihr vielleicht nicht entrissen worden … sie verdrängte die Gedanken daran wieder …

Stattdessen drängten sich die Bilder immer wieder vor ihre Augen. Bilder von dem Baby, wie sein kleines Herz, durchbohrt wurde. Kaum das Licht der Welt erblickt, und schon wurde ihm dieses wieder qualvoll entrissen. Bilder von dem Mann, wie er Vernita den Dolch an die Kehle hielt und sich an ihr vergriff, und es genoss über jemand Schwächeren zu stehen – oder zu liegen. Bilder, als könnte sie die Elfe angekettet vor sich sehen, voller Blut und selbst jeden Schlag der Peitschen, welche einem die Haut aufrissen, spüren. Die Narben auf der Haut waren geringer, als die in ihrer Seele, und sie bewunderte Vernita dafür, dass sie ihr die Geschichte erzählen konnte.

Plötzlich fühlte sie sich schuldig. Schuldig sie darum gebeten zu haben, ihr bei der Suche nach ihrer Tochter zu helfen. All das weckte bestimmt all die grauenhaften Erinnerungen in ihr wieder. Und nun auch noch Denerim … der Ort, an dem all das passierte.

All diese Gedanken schossen ihr in wenigen Sekunden durch den Kopf, und mit glasigen Augen blickte sie zu Vernita, wusste jedoch nicht was sie sagen sollte. Keines ihrer Worte würde das Vergangene Rückgängig machen. Zudem war sie noch nie in einer solchen Situation, bisher hatte ihr niemand eine solch tragische Geschichte aus dem eigenen Leben erzählt.

„Ihr müsst das nicht tun … Ich meine, Denerim.“, begann sie dann doch mit einer unsicheren jedoch behutsamen sowie leicht flüsternden Stimme, welche sie zuvor noch nie in Gegenwart der anderen gesprochen hatte, und legte ihr tröstend die Hand auf die Schulter, „Ihr müsst mir dabei nicht helfen, ich möchte nicht, dass Ihr das alles noch einmal gedanklich durchlebt, wenn wir in Denerim sind.“


#148
Aliens Crew

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„Ich danke Euch, für Eure Anteilnahme, Miandra“, erwiderte Vernita mit einem leichten Lächeln. „Denn ich weiß, das Ihr es ehrlich meint, da Ihr ein ähnliches Schicksal wie ich erlitten habt. Und aus diesem Grund fühle ich mich auch irgendwie mit Euch verbunden. Ich kann es mir selbst nicht erklären. Seit dem Tod meiner Eltern und meines Kindes hatte ich dieses Gefühl nicht mehr.“
 
Unbewusst legte die Elfe ihren Arm um Miandras Schultern, so als wollte sie sie nie wieder loslassen.
 
„Nur in einem Punkt irrt Ihr Euch“, fuhr sie fort. „Ich muss das tun. Auch wenn es mir widerstrebt, an diesen Ort zurückzukehren, so habe ich dennoch keine Wahl. Und dabei geht es nicht nur um das Versprechen, das ich Euch gegeben habe, selbst wenn ich bedenke, dass ich mein Wort bisher immer gehalten habe. Nein, es gibt noch einen anderen Grund.“
 
Sie sah der schwarzhaarigen Frau fest in die Augen.
 
„Irgendjemand will meinen Tod. Noch bevor ich Euch getroffen habe, versuchten einige von Raswenjás Männer ein Attentat auf meine Gefährten und mich zu verüben. Und Gianauro war ebenfalls dort. Und ich glaube, sie werden erst Ruhe geben, wenn ich tot bin, doch diesen Triumph werde ich ihnen nicht gönnen. Also gehe ich nach Denerim und finde heraus, was es herauszufinden gibt. Und dann werden sich die Verantwortlichen für diesen ganzen Scheiß wünschen, dass ihre verkommene Mutter sie niemals ausgespuckt hätte!“
 
Sie merkte, dass sie bei ihren letzten Worten wieder deutlich aggressiver wurde. So atmete sie ein paar mal schweigend tief durch, um sich wieder zu beruhigen.
 
„Seht, dort könnten wir unser Nachtlager aufschlagen“, meinte sie nach einer kleinen Weile deutlich ruhiger, wobei sie auf eine kleine Lichtung wies, die unweit der Straße im Wald zu sehen war.
 

Modifié par Aliens Crew, 11 août 2010 - 10:00 .


#149
Kaysallie

Kaysallie
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Sie nickte Vernita zu, nahm die Hand wieder von ihrer Schulter und begann einige Äste und trockene Blätter, vom Boden einzusammeln, währenddessen sie in die Richtung der Lichtung durch den Wald marschierte. Dort angekommen, warf sie das Geäst zu Boden um daraus ein Feuer entzünden zu können.

Es war für Miandra nicht wirklich schockierend, dass jemand den Tod von Vernita wollte, denn sie war durchaus gefährlich und hatte bestimmt schon Unzählige auf dem Gewissen, trotz alledem war ihr bei dem Gedanken an Denerim nicht gerade wohl in der Magengegend.

Miandra entzündete das trockene Geäst mit einem Zündstein und ließ sich mit einem Seufzen zu Boden fallen. Hennrik stieg vom Pferd, lehnte sich an einen Baumstamm, und verdeckte mit seinem Hut seine Augen. Nachdem er noch einige Male an seiner Pfeife gezogen hatte, schlief er – samt der Pfeife im Mund – ein.
Eigentlich hatte sie vor etwas zu essen, doch irgendwie war ihr flau im Magen. Stattdessen schürte sie das Feuer, und pustete ab und an Luft in die entstandene Glut, um es daran zu hindern wieder zu erlöschen, denn ein kühler Wind zog über die Lichtung, und die Kälte der Nacht brach ein.

Modifié par Kaysallie, 30 juillet 2010 - 06:48 .


#150
Guest_Juleiila_*

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Auch Lian stieg von seinem Pferd. Er band es mit den Zügeln an einen dickeren Ast, der niedrig aus einem Baum heraus ragte. Dann nahm er den Rucksack von dem Pferd herab, und ging zum Lagerfeuer. Davor breitete er die Matte aus, und legte den Rucksack wieder an das Kopfende. Er setzte sich erst einmal auf die Matte. Müde war er noch nicht, und irgendjemand müsste ja Wache schieben. Sein Hund hatte es sich bereits bequem und dicht am Lagerfeuer gemacht. Mit dem Kopf über seinen Pfoten schlief der Mabari ein.



Verdutzt blickte Lian zu seinem Hund. Er hatte ihm noch keinen Namen gegeben. Da fiel ihm ein Name ein. Peligroso. Die Bedeutung kam aus dem Süden, und bedeutete so viel wie gefährlich. Also der Gefährliche. Das war ein perfekter Name für einen Mabari, der so gut wie jedem Gegner, den Hals zerfetzte.



Dann blickte er in die Runde. Schnell wandte er den Blick wieder ab, denn er blieb bei Miandra hängen. Danach holte er sich wieder einen Apfel aus dem Rucksack, und begann diesen zu essen. Fleisch, hatte er keines mehr übrig. Das müsste er erst wieder Jagen. Nachdem er den Apfel gegessen hatte, streifte er sich die Kapuze vom Kopf, und legte den Umhang ab. Starr blickte er weiter in das heiße, aufflammende Lagerfeuer.