Sha´ira erwachte , als die Sonnenstrahlen ihre warmen Finger durch den Schuppen streckten . Sie setzte sich auf und steckte sich , die Kälte der Nacht steckte ihr noch in den Knochen .
Nachdem sie sich angekleidet hatte , trat sie vor den Verschlag und genoss die warme Sonne auf der Haut . Nachdem sie etwas in der Sonne gebadet hatte , suchte sie Wasser , um sich zu waschen .
Das Wasser des nahen Brunnens war bitter kalt , aber sie wusch sich den Dreck und Schweiß vom Körper . Seit drei Tagen hatte sie kein Wasser mehr gesehen , es tat gut wieder sauber zu sein .
Drinnen im Schuppen suchte sie ihre Waffen zusammen , setzte sich auf eine niedrige Mauer nach draußen und schliff alles mit einem kleinen Wetzstein und einem Lederlappen nach . Sie wartete auf die Frau , die sie letzte Nacht getroffen hatte und wunderte sich , wer sie war und woher sie kam .
Sie lies ihre Gedanken schweifen , mal hierhin , mal dorthin , bis sie schließlich zu Hause hängen blieb . Sie sah sie ganz deutlich vor sich , die schlanken Häuschen auf den Stelzen , die Terassen zwischen den Bäumen , Hängebrücken und Stege . Sie konnte fast schon das Harz der Bäume riechen , die Winspiele klimpern hören und die Gespräche zwischen anderen , außer Sicht befindlichen , unter und über ihr .
Sie verschränkte die Arme hinter dem Kopf und legte sich der Länge nach auf die kleine Mauer . Sie reckte und streckte sich und fand , das es gut tat , einmmal einen Tag rast zu tun und müßig zu gehen .
Die freie Wildnis von Ferelden (Dragon Age RP)
Débuté par
Guest_Juleiila_*
, juil. 21 2010 12:04
#1676
Posté 24 février 2011 - 07:40
#1677
Posté 24 février 2011 - 09:35
Lydia rutschte die Leiter an den Holmen nach unten und sah sich um .
An der Wand lehnte Rowan und beobachtete sie . Sie hatten eigentlich nie viel miteinander zu tun gehabt , aber Lydia wüllte sie kennenlernen , also setzte sie sich zu ihr . " Sagt Rowan , ihr beobachtet mich , wie ich dort oben herumpoltere . Wisst ihr , wir hatten nie die Gelegenheit miteinander zu reden und ich finde , wir sollten uns etwas kennenlernen , immerhin sitzen wir zusammen in einem Boot - oder einem Lagerhaus . Ihr scheint etwas dagegen zu haben , das ich mit euch reise , das weis ich und ihr habt es schon oft genug erwähnt . Zweifelt ihr daran , das ich kämpfen kann , oder an was stoßt ihr euch ? "
An der Wand lehnte Rowan und beobachtete sie . Sie hatten eigentlich nie viel miteinander zu tun gehabt , aber Lydia wüllte sie kennenlernen , also setzte sie sich zu ihr . " Sagt Rowan , ihr beobachtet mich , wie ich dort oben herumpoltere . Wisst ihr , wir hatten nie die Gelegenheit miteinander zu reden und ich finde , wir sollten uns etwas kennenlernen , immerhin sitzen wir zusammen in einem Boot - oder einem Lagerhaus . Ihr scheint etwas dagegen zu haben , das ich mit euch reise , das weis ich und ihr habt es schon oft genug erwähnt . Zweifelt ihr daran , das ich kämpfen kann , oder an was stoßt ihr euch ? "
#1678
Posté 25 février 2011 - 09:52
Rowan stellten sich die Nackenhaare auf, als sich das Mädchen zu ihr setzte. Das fehlte ihr gerade noch. Sie wollte sich von der anstrengenden Nacht erholen und hatte nicht im Geringsten Lust, an einem Gespräch.
"Das tut nichts zur Sache. Wenn es nach mir geht, wirst du uns nicht länger begleiten. Du bist noch ein Kind und hast hier nichts zu suchen, so einfach ist das!"
"Das tut nichts zur Sache. Wenn es nach mir geht, wirst du uns nicht länger begleiten. Du bist noch ein Kind und hast hier nichts zu suchen, so einfach ist das!"
#1679
Posté 25 février 2011 - 02:22
" Kind hin oder her , an meinen Händen klebt genauso Blut von Menschen und Elfen wie an euren ! "
Sie spührte , das Rowan eine Abneigung gegen sie hegte , die eigentlich tiefer ging , als diese Worte .
" Wenn ihr denkt , ich solle zurück zu meiner Familie , dann habt ihr etwas übersehen . Die sind nämlich tot . Alle ! Deswegen bin ich hier . Ich habe keine Familie , keine Freunde , Bekannte oder Verwandte , ich bin seit einem Jahr allein . Wenn ihr es aber vorzieht , das ich nicht weiter mit euch ziehe , kann ich gerne wieder gehen . "
Sie spührte , das Rowan eine Abneigung gegen sie hegte , die eigentlich tiefer ging , als diese Worte .
" Wenn ihr denkt , ich solle zurück zu meiner Familie , dann habt ihr etwas übersehen . Die sind nämlich tot . Alle ! Deswegen bin ich hier . Ich habe keine Familie , keine Freunde , Bekannte oder Verwandte , ich bin seit einem Jahr allein . Wenn ihr es aber vorzieht , das ich nicht weiter mit euch ziehe , kann ich gerne wieder gehen . "
#1680
Posté 25 février 2011 - 03:05
„Hätt‘ ich gewusst, dat dieser Kerl dich befummelt, ohne dat du dat wolltest, dann hätte ich den gleich in den Boden gestampft, dat kannse mir glauben“, meinte Heribert, bevor er eine flache Flasche aus seiner Hosentasche zog und diese Leanora hinhielt. „Aber hier, trink erst mal nen Schluck. Wird dir jut tun, Mädel.“
Dann kratzte er sich am Kopf und überlegte. „Hmm, wenne nem Kerl richtig eine reindonnern wills, dann musse dem kräftig ein vor sein Glockenspiel geben. Dann jaulen se alle wie kleine Köter, doch mehr Tipps kann ich dir leider net geben. Bin ja nur nen Pferdemann, kein Krieger oder so. Da musse dann meinen Cheffe, den Kommandanten fragen. Der is nen echt guter Kämpfer und kann dir sicher bei deinem Problem helfen. Doch jetzt lass uns weitermachen. Du striegelst die Gäule auf der Seite und ich die auf der anderen. Und wenn dieser Popanz hier wieder aufkreuzt, dann rufse mich und ich klopp den durch die zue Stalltür, gelle?“
Dann kratzte er sich am Kopf und überlegte. „Hmm, wenne nem Kerl richtig eine reindonnern wills, dann musse dem kräftig ein vor sein Glockenspiel geben. Dann jaulen se alle wie kleine Köter, doch mehr Tipps kann ich dir leider net geben. Bin ja nur nen Pferdemann, kein Krieger oder so. Da musse dann meinen Cheffe, den Kommandanten fragen. Der is nen echt guter Kämpfer und kann dir sicher bei deinem Problem helfen. Doch jetzt lass uns weitermachen. Du striegelst die Gäule auf der Seite und ich die auf der anderen. Und wenn dieser Popanz hier wieder aufkreuzt, dann rufse mich und ich klopp den durch die zue Stalltür, gelle?“
#1681
Posté 25 février 2011 - 03:34
Miandra ließ das Gesagte kurz auf sich wirken, bevor sie Vernita mit einem eher enttäuschtem Gesichtsausdruck zunickte, sich zur Seite wandte und zurück zu der Stellte ging, an welcher sie vorhin ihre Taschen abgestellt hatte. Dort angekommen kniete sie sich auf den Boden, legte ihren Gurt ab und begann damit ihre Schlafmatte auszurollen, einfach um nicht weiterhin auf eine der Kisten sitzen zu müssen.
Normalerweise hätte sie Vernita ohne jeglichen Widerspruch recht gegeben, und dennoch wollte sie es nicht so wirklich einsehen. Irgendetwas gefiel ihr an der Sache einfach nicht. Vielleicht lag es tatsächlich daran, dass sie sich langweilte und nutzlos vorkam, doch wahrscheinlich lag es viel mehr an der Tatsache, dass sie keinem der Anderen auch nur ansatzweise Vertrauen gegenüber brachte, und noch immer nicht deren Absichten verstand, jedoch auch keinerlei Interesse daran hatte, diese herauszufinden. Genau diese Gründe hatten weitere zur Folge. Die Langeweile sorgte dafür, dass sie generell über das Thema nachdachte, die Nutzlosigkeit sorgte dafür, dass ihr klar wurde, wie sehr sie eigentlich auf Vernita angewiesen war - und dass sie eigentlich nicht auf jemanden angewiesen sein wollte - sie jedoch auch keine Ahnung hatte, was sie tun würde, wenn die Elfe einfach nicht mehr wieder kommen würde. Sie wäre hier in einem Lagerhaus, organisiert von einem - aus ihrer Sicht- nicht sehr vertrauenswürdigen Schieber, mit irgendwelchen Leuten, die sie kaum kannte - woran sie auch nichts ändern wollte -, die aus irgendwelchen Gründen - die sie nicht verstand - zusammen mit ihr nach den Ursachen für das Verschwinden der Kinder suchten.
Doch was würde sie dann tun? Wie ihr Vernita deutlich genug vermittelt hatte, würde sie alleine ohnehin nicht weit kommen, und müsste sich wohl oder übel mit den Anderen anfreunden, oder die ganze Suche einfach abbrechen. Aber wollte sie das überhaupt? Nein, dass sie mit der Ungewissheit nicht leben konnte, war ihr ja bereits klar geworden. Miandra begriff, dass sie keinerlei Ahnung hatte, was sie tun würde und dass sie sich komplett planlos fühlte. Sie würde wieder genau da stehen, wo sie begonnen hatte, nur mit noch mehr Problemen. Aber warum dachte sie überhaupt so weit? Vernita wäre doch bestimmt die letzte gewesen, die sich da draußen von der Stadtwache oder irgendwelchen Söldnern hätte schnappen lassen, und andere Gründe dafür, dass sie urplötzlich verschwinden würde gab es doch eigentlich keine, es sei denn sie würde einen solchen Geistesblitz wie Azoth bekommen.
Miandra hätte beinahe über ihre eigenen Gedanken gelacht, als sie realisierte, dass sie gerade beinahe dabei gewesen wäre, die beiden wohl unterschiedlichsten Persönlichkeiten in ihrem Handeln zu vergleichen, setzte sich stattdessen jedoch mit einem Seufzen auf die Matte, welche sie gerade ausgerollt hatte.
Sie wollte ihre Gedanken an sich damit enden lassen, dass sie sich eigentlich nur grundlose Sorgen machte, die sie sich jedoch nur machte, da sie dummerweise komplett auf die Hilfe angewiesen war, als sie bemerkte, dass dies nicht der Auslöser sondern nur eine Schlussfolgerung für all diese Gedanken war. Der Auslöser war doch eigentlich, dass es ihr das Ganze einfach nicht gefiel. Ihr gefiel es nicht, dass Vernita ihr etwas versprach, das man nicht versprechen konnte. Aber seit wann glaube Miandra überhaupt an Versprechen? Versprechen hatten für sie doch eigentlich die Bedeutung, dass jemand irgendetwas sagte und genau das umsetzen wollte, und wenn es nicht gelang, dann hatte derjenige sich eben versprochen. Verredet. Vertan. Es nicht geschafft. Es waren ja nur ein paar Worte. Es war nur halb so wild. Ja, man sagt schnell Dinge, ohne länger darüber nachzudenken.
Doch wahrscheinlich war auch genau das der Punkt. Sie wusste, dass niemand ein solches Verspechen halten konnte, und genau das bereitete ihr eine Art von Angst. Der Satz schien danach zu schreien das Gegenteil zu bewirken - wie es doch schon so oft bei solchen Sätzen der Fall gewesen war. Es war die Angst, die sie begreifen ließ, dass sie sich zu sehr an die Elfe gewöhnt hatte, ihr zu sehr vertraute und diese inzwischen fast so gut wie sich selbst kannte. Wollte sie nicht eigentlich genau so etwas vermeiden? Sie wollte doch nie wieder irgendjemanden vertrauen, hatte doch bereits mit eigenen Augen gesehen, dass es etwas wie Vertrauen nicht gab. Und dennoch tat sie es. Vielleicht war es auch genau das was ihr Angst bereitete, jedoch nicht die Angst enttäuscht zu werden, es war eine andere Art von Angst, doch sie konnte es sich in jenem Moment nicht mehr selbst erklären und versuchte all diese Gedanken aus ihrem Kopf zu schütteln. Sie dachte doch sonst auch nie über solche Dinge nach... denn wozu sollte sie erkennen, wieso sie so handelte, wenn sie ohnehin nicht gewillt war es zu ändern?
Nicht aus Interesse, sondern um sich von ihren eigenen verwirrenden Gedanken abzulenken, blickte sie zu Rowan und Lydia und lauschte deren Gespräch. Die blondhaarige Frau schien eine große Abneigung gegenüber Kindern zu haben, was in Miandra erneut die Frage aufkommen ließ, warum diese ihnen überhaupt bei der Suche half. Natürlich hatte sie recht, dies war kein Ort für ein junges Mädchen, aber für wen war dies dann der richtige Ort? Wären sie nicht eigentlich alle wo anders besser aufgehoben gewesen? Miandra merkte, dass sie auch durch das Zuhören keinen wirklich freien Kopf bekam und sie auch keine Lust hatte sich irgendwie in das Gespräch einzumischen, so beschloss sie sich, sobald das Gespräch der beiden ein Ende gefunden hatte, am Hafengelände umzusehen, so wie Vernita es ihr vorgeschlagen hatte.
Normalerweise hätte sie Vernita ohne jeglichen Widerspruch recht gegeben, und dennoch wollte sie es nicht so wirklich einsehen. Irgendetwas gefiel ihr an der Sache einfach nicht. Vielleicht lag es tatsächlich daran, dass sie sich langweilte und nutzlos vorkam, doch wahrscheinlich lag es viel mehr an der Tatsache, dass sie keinem der Anderen auch nur ansatzweise Vertrauen gegenüber brachte, und noch immer nicht deren Absichten verstand, jedoch auch keinerlei Interesse daran hatte, diese herauszufinden. Genau diese Gründe hatten weitere zur Folge. Die Langeweile sorgte dafür, dass sie generell über das Thema nachdachte, die Nutzlosigkeit sorgte dafür, dass ihr klar wurde, wie sehr sie eigentlich auf Vernita angewiesen war - und dass sie eigentlich nicht auf jemanden angewiesen sein wollte - sie jedoch auch keine Ahnung hatte, was sie tun würde, wenn die Elfe einfach nicht mehr wieder kommen würde. Sie wäre hier in einem Lagerhaus, organisiert von einem - aus ihrer Sicht- nicht sehr vertrauenswürdigen Schieber, mit irgendwelchen Leuten, die sie kaum kannte - woran sie auch nichts ändern wollte -, die aus irgendwelchen Gründen - die sie nicht verstand - zusammen mit ihr nach den Ursachen für das Verschwinden der Kinder suchten.
Doch was würde sie dann tun? Wie ihr Vernita deutlich genug vermittelt hatte, würde sie alleine ohnehin nicht weit kommen, und müsste sich wohl oder übel mit den Anderen anfreunden, oder die ganze Suche einfach abbrechen. Aber wollte sie das überhaupt? Nein, dass sie mit der Ungewissheit nicht leben konnte, war ihr ja bereits klar geworden. Miandra begriff, dass sie keinerlei Ahnung hatte, was sie tun würde und dass sie sich komplett planlos fühlte. Sie würde wieder genau da stehen, wo sie begonnen hatte, nur mit noch mehr Problemen. Aber warum dachte sie überhaupt so weit? Vernita wäre doch bestimmt die letzte gewesen, die sich da draußen von der Stadtwache oder irgendwelchen Söldnern hätte schnappen lassen, und andere Gründe dafür, dass sie urplötzlich verschwinden würde gab es doch eigentlich keine, es sei denn sie würde einen solchen Geistesblitz wie Azoth bekommen.
Miandra hätte beinahe über ihre eigenen Gedanken gelacht, als sie realisierte, dass sie gerade beinahe dabei gewesen wäre, die beiden wohl unterschiedlichsten Persönlichkeiten in ihrem Handeln zu vergleichen, setzte sich stattdessen jedoch mit einem Seufzen auf die Matte, welche sie gerade ausgerollt hatte.
Sie wollte ihre Gedanken an sich damit enden lassen, dass sie sich eigentlich nur grundlose Sorgen machte, die sie sich jedoch nur machte, da sie dummerweise komplett auf die Hilfe angewiesen war, als sie bemerkte, dass dies nicht der Auslöser sondern nur eine Schlussfolgerung für all diese Gedanken war. Der Auslöser war doch eigentlich, dass es ihr das Ganze einfach nicht gefiel. Ihr gefiel es nicht, dass Vernita ihr etwas versprach, das man nicht versprechen konnte. Aber seit wann glaube Miandra überhaupt an Versprechen? Versprechen hatten für sie doch eigentlich die Bedeutung, dass jemand irgendetwas sagte und genau das umsetzen wollte, und wenn es nicht gelang, dann hatte derjenige sich eben versprochen. Verredet. Vertan. Es nicht geschafft. Es waren ja nur ein paar Worte. Es war nur halb so wild. Ja, man sagt schnell Dinge, ohne länger darüber nachzudenken.
Doch wahrscheinlich war auch genau das der Punkt. Sie wusste, dass niemand ein solches Verspechen halten konnte, und genau das bereitete ihr eine Art von Angst. Der Satz schien danach zu schreien das Gegenteil zu bewirken - wie es doch schon so oft bei solchen Sätzen der Fall gewesen war. Es war die Angst, die sie begreifen ließ, dass sie sich zu sehr an die Elfe gewöhnt hatte, ihr zu sehr vertraute und diese inzwischen fast so gut wie sich selbst kannte. Wollte sie nicht eigentlich genau so etwas vermeiden? Sie wollte doch nie wieder irgendjemanden vertrauen, hatte doch bereits mit eigenen Augen gesehen, dass es etwas wie Vertrauen nicht gab. Und dennoch tat sie es. Vielleicht war es auch genau das was ihr Angst bereitete, jedoch nicht die Angst enttäuscht zu werden, es war eine andere Art von Angst, doch sie konnte es sich in jenem Moment nicht mehr selbst erklären und versuchte all diese Gedanken aus ihrem Kopf zu schütteln. Sie dachte doch sonst auch nie über solche Dinge nach... denn wozu sollte sie erkennen, wieso sie so handelte, wenn sie ohnehin nicht gewillt war es zu ändern?
Nicht aus Interesse, sondern um sich von ihren eigenen verwirrenden Gedanken abzulenken, blickte sie zu Rowan und Lydia und lauschte deren Gespräch. Die blondhaarige Frau schien eine große Abneigung gegenüber Kindern zu haben, was in Miandra erneut die Frage aufkommen ließ, warum diese ihnen überhaupt bei der Suche half. Natürlich hatte sie recht, dies war kein Ort für ein junges Mädchen, aber für wen war dies dann der richtige Ort? Wären sie nicht eigentlich alle wo anders besser aufgehoben gewesen? Miandra merkte, dass sie auch durch das Zuhören keinen wirklich freien Kopf bekam und sie auch keine Lust hatte sich irgendwie in das Gespräch einzumischen, so beschloss sie sich, sobald das Gespräch der beiden ein Ende gefunden hatte, am Hafengelände umzusehen, so wie Vernita es ihr vorgeschlagen hatte.
#1682
Posté 25 février 2011 - 04:44
Vernita blieb eine Weile am Ausgang der Lagerhalle stehen und sah Miandra hinterher, die mit gesenktem Haupt zu ihren Sachen zurückging, ihre Decke ausrollte und sich darauf niederließ. Und auch wenn die schwarzhaarige Frau dem Zwiegespräch zwischen Rowan und Lydia lauschte, so reichte Vernita ein Blick in ihr Gesicht, um zu erkennen, dass sie dieser Streit eigentlich gar nicht interessierte. Natürlich konnte die Elfe Miandras Gedanken nicht lesen, sondern bestenfalls erahnen, doch der Ausdruck in Miandras Augen sprachen Bände der Enttäuschung und der Niedergeschlagenheit. Und das tat Vernita in der Seele weh, und sie beschloss, etwas zu tun, was sie später vielleicht bereuen würde.
Schnellen Schrittes trat die Elfe vor Miandra, welche daraufhin etwas überrascht den Blick hob und Vernita direkt ins Gesicht sah. Diese beugte sich kurzerhand vor, nahm das Gesicht der schwarzhaarigen Frau so vorsichtig wie es ihre Panzerhandschuhe erlaubten in ihre Hände und gab ihr einen langen und innigen Kuss auf den Mund. Sie selbst schloss dabei die Augen und genoss die sanften Lippen der Frau auf den ihren. Nach einem endlos scheinenden Moment löste sie sich wieder von Miandra und sah dieser lächelnd in die Augen.
„Der war dafür, dass du niemals vergisst, dass du nicht mehr allein bist“, sagte die Elfe in einer für sie ungewohnt sanften Tonlage. „Und beim nächsten Mal nehme ich dich auf jeden Fall wieder mit. Mein Wort darauf.“
Dann wandte sich Vernita schnell um und ging zügigen Schrittes wieder in Richtung des Ausganges.
Schnellen Schrittes trat die Elfe vor Miandra, welche daraufhin etwas überrascht den Blick hob und Vernita direkt ins Gesicht sah. Diese beugte sich kurzerhand vor, nahm das Gesicht der schwarzhaarigen Frau so vorsichtig wie es ihre Panzerhandschuhe erlaubten in ihre Hände und gab ihr einen langen und innigen Kuss auf den Mund. Sie selbst schloss dabei die Augen und genoss die sanften Lippen der Frau auf den ihren. Nach einem endlos scheinenden Moment löste sie sich wieder von Miandra und sah dieser lächelnd in die Augen.
„Der war dafür, dass du niemals vergisst, dass du nicht mehr allein bist“, sagte die Elfe in einer für sie ungewohnt sanften Tonlage. „Und beim nächsten Mal nehme ich dich auf jeden Fall wieder mit. Mein Wort darauf.“
Dann wandte sich Vernita schnell um und ging zügigen Schrittes wieder in Richtung des Ausganges.
#1683
Posté 25 février 2011 - 05:44
Ernsthaftigkeit... Er war viel zu lange viel zu oft viel zu ernst gewesen. Sicher es war in einige Situationen angebracht, sogar notwendig, aber dadurch konnte man nur allzuleicht die schönen Seiten des Lebens vergessen, die eben dieses eigentlich so lebenswert machen, ganz gleich was in der Vergangenheit geschehen sein mag. Jyvindar sagte nichts mehr, schenkte Vernita allerdings noch ein Lächeln, obgleich dieses diesmal ein wenig dünner ausfallen mochte als zuvor.
Gut mit der Dame war nicht gut Kirschen essen – gehörte wohl zu den Exemplaren die alles immer viel zu ernst nahmen. Aber bitte das war ihre Sache nicht die Seine. Er zuckte ein wenig mit den Schultern, mehr zu sich selbst als mit der Absicht, dass es Jemand hätte sehen sollen. In der Regel war er doch verträglich, ja sicher mit seiner Art machte er sich nicht unbedingt Freunde, aber das sollte auch nicht Sinn und Zweck sein.
Abermals sah er sich in der Halle um, dann legte sich wieder ein schmunzeln auf seine Züge, als sein Blick auf die Blonde Frau und das kleine Kind fiel. Langsam setzte er sich in Bewegung, ging die wenigen Schritte in Richtung der Beiden, nur um sich in respektablem Abstand in die Hocke niederzulassen. Der Blick lag auf dem Mädchen, das er offen und warm anlächelte. „Ist dir langweilig?“ Eigentlich hätte es ihn verblüffen müssen, dass mit diesen Kratzbürsten von Frauen – die sich offenkundig verstecken mussten – ein Kind reiste, aber das war eine Tatsache, die ihm erst jetzt ins Auge stach. „Darf ich fragen wie du heißt?“ Er fixierte weiterhin die Kleine, nur kurz rutschte sein Augenmerk zu Rowan, der er kurz fast schelmisch zuzwinkerte, ehe er wieder das Mädchen betrachtete.
Gut mit der Dame war nicht gut Kirschen essen – gehörte wohl zu den Exemplaren die alles immer viel zu ernst nahmen. Aber bitte das war ihre Sache nicht die Seine. Er zuckte ein wenig mit den Schultern, mehr zu sich selbst als mit der Absicht, dass es Jemand hätte sehen sollen. In der Regel war er doch verträglich, ja sicher mit seiner Art machte er sich nicht unbedingt Freunde, aber das sollte auch nicht Sinn und Zweck sein.
Abermals sah er sich in der Halle um, dann legte sich wieder ein schmunzeln auf seine Züge, als sein Blick auf die Blonde Frau und das kleine Kind fiel. Langsam setzte er sich in Bewegung, ging die wenigen Schritte in Richtung der Beiden, nur um sich in respektablem Abstand in die Hocke niederzulassen. Der Blick lag auf dem Mädchen, das er offen und warm anlächelte. „Ist dir langweilig?“ Eigentlich hätte es ihn verblüffen müssen, dass mit diesen Kratzbürsten von Frauen – die sich offenkundig verstecken mussten – ein Kind reiste, aber das war eine Tatsache, die ihm erst jetzt ins Auge stach. „Darf ich fragen wie du heißt?“ Er fixierte weiterhin die Kleine, nur kurz rutschte sein Augenmerk zu Rowan, der er kurz fast schelmisch zuzwinkerte, ehe er wieder das Mädchen betrachtete.
#1684
Posté 25 février 2011 - 06:00
" Mir ? Langweilig ? Nein . Mein Name ist Lydia und wie darf ich euch nennen ? " antwortete sie und betrachtete ihn . " Nun , ich habe momentan hier zu tun , also von Langeweile ist nicht die Rede , gerade bei solchen Schreckschrauben wie Vernita eine ist , muss man sich um Langeweile keine Gedanken machen . "
Sie lachte und löste den Pferdeschwanz , zu dem sie ihre Haare zusammengebunden hatte und schüttelte den Kopf .
Sie lachte und löste den Pferdeschwanz , zu dem sie ihre Haare zusammengebunden hatte und schüttelte den Kopf .
#1685
Posté 25 février 2011 - 06:45
Miandra hatte nicht darauf geachtet, ob Vernita nun schon gegangen war oder nicht, da sie wohl zu sehr mit ihren eigenen Gedanken beschäftigt war. Umso überraschter war sie als diese plötzlich nichtssagend vor ihr auftauchte. Noch ehe sie sich länger darüber Gedanken machen konnte, weshalb die Elfe denn nun noch einmal zurückgekommen war, bekam sie auch schon ihre Antwort, mit welcher sie absolut gar nicht gerechnet hatte. Im ersten Moment als sie das kalte Metall auf ihren Wangen, sowie die Lippen von Vernita auf den Ihren spürte, wusste sie nicht recht wie ihr gerade geschah und wie sie darauf reagieren sollte. Ihre Gedanken sträubten sich dagegen, und dennoch wehrte sie das Ganze nicht ab, sondern schloss unbewusst ihre Augen und ließ es einfach geschehen, doch warum, darüber dachte sie in jenem Moment nicht nach. Für die kurze Zeit, in der alles Dunkel geworden war, waren auch ihre Gedanken verstummt, ihr Kopf fühlte sich vollkommen leer an, als hätte sie die Nähe von Vernita völlig beruhigt. Erst als sich die Elfe wieder von ihr löste und mit ihr sprach, begann sie zu realisieren was gerade passiert war, doch ehe sie noch etwas hätte sagen können, war Vernita, so schnell sie kam, auch wieder verschwunden.
Ungläubig starrte Miandra zu der Tür, als bruchstückhaft alle möglichen Fragen in ihren Kopf strömten. Warum hat sie sich nicht dagegen gewehrt? Fühlte sie sich gerade einfach zu niedergeschlagen und überrumpelt, um das zu tun was ihr Kopf ihr sagte? Sie wollte doch niemanden mehr vertrauen, oder sich an irgendjemanden binden, und inzwischen passierte genau das Gegenteil. Ihr waren doch sonst nie irgendwelche Gefühle im Weg gestanden. Zudem realisierte sie, dass dies Konsequenzen mit sich bringen würde. Wie sollte sie die Elfe so auf Abstand zu sich halten, wenn sie es nicht einmal mehr schaffte sich gegen so etwas zu wehren? Doch war der Abstand überhaupt das was sie wollte? Inzwischen war sie sich nicht mehr so sicher, denn ihre Meinung war komplett zwiegespalten. Einerseits beruhigten sie Vernitas Worte, sowie das Gefühl nicht alleine zu sein, andererseits wollte sie auch alleine sein, da sie dies den Großteil ihres Lebens war, doch wovor genau sie eigentlich Angst hatte, und wieso sich dagegen so zu wehren versuchte, wusste sie nicht.
Sie blieb noch einige Zeit so sitzen und ließ das Geschehene, sowie ihre Gedanken, immer wieder in ihrem Kopf abspielen - als ob das irgendetwas daran ändern würde. Erst als sie aus dem Hintergrund eine Männerstimme vernahm, blickte sie in die Richtung, in welcher sie auch Rowan und Lydia wusste, und erkannte, dass sich Jyvindar zu den beiden gesellt hatte. Misstrauisch beobachtete sie, wie er sich mit dem Mädchen unterhielt, und achtete dabei gut darauf, dass er der Kleinen nicht zu nahe kam, denn dass sich dieser vielleicht auch noch an ein junges Mädchen ranmachen würde, war das Letzte, was sie nun gebrauchen könnte.
Ungläubig starrte Miandra zu der Tür, als bruchstückhaft alle möglichen Fragen in ihren Kopf strömten. Warum hat sie sich nicht dagegen gewehrt? Fühlte sie sich gerade einfach zu niedergeschlagen und überrumpelt, um das zu tun was ihr Kopf ihr sagte? Sie wollte doch niemanden mehr vertrauen, oder sich an irgendjemanden binden, und inzwischen passierte genau das Gegenteil. Ihr waren doch sonst nie irgendwelche Gefühle im Weg gestanden. Zudem realisierte sie, dass dies Konsequenzen mit sich bringen würde. Wie sollte sie die Elfe so auf Abstand zu sich halten, wenn sie es nicht einmal mehr schaffte sich gegen so etwas zu wehren? Doch war der Abstand überhaupt das was sie wollte? Inzwischen war sie sich nicht mehr so sicher, denn ihre Meinung war komplett zwiegespalten. Einerseits beruhigten sie Vernitas Worte, sowie das Gefühl nicht alleine zu sein, andererseits wollte sie auch alleine sein, da sie dies den Großteil ihres Lebens war, doch wovor genau sie eigentlich Angst hatte, und wieso sich dagegen so zu wehren versuchte, wusste sie nicht.
Sie blieb noch einige Zeit so sitzen und ließ das Geschehene, sowie ihre Gedanken, immer wieder in ihrem Kopf abspielen - als ob das irgendetwas daran ändern würde. Erst als sie aus dem Hintergrund eine Männerstimme vernahm, blickte sie in die Richtung, in welcher sie auch Rowan und Lydia wusste, und erkannte, dass sich Jyvindar zu den beiden gesellt hatte. Misstrauisch beobachtete sie, wie er sich mit dem Mädchen unterhielt, und achtete dabei gut darauf, dass er der Kleinen nicht zu nahe kam, denn dass sich dieser vielleicht auch noch an ein junges Mädchen ranmachen würde, war das Letzte, was sie nun gebrauchen könnte.
Modifié par Kaysallie, 26 février 2011 - 01:09 .
#1686
Posté 25 février 2011 - 08:51
„Ein hübscher Name.“, meinte er mit einem leichten Nicken, während er mit einer Hand in seine eigene Tasche griff. „Jyvindar heiße ich – und nicht so förmlich junge Dame, ich bin es schließlich auch nicht.“ Bei diesen Worten schlich sich wieder das Grinsen in seine Züge. Der Halbelf zog eine kleine, silberne Münze hervor die er in die Luft warf, geschickt hinter dem Rücken wieder auffing um sie dann auf der Spitze seines Zeigefingers zu balancieren. Er mochte nicht sonderlich kräftig erscheinen, doch eine Bewegungen waren schnell, geschickt und zeugten wohl mehr von innerer Kraft. Ruckartig drehte er die Hand und der kleine Silberling war verschwunden. „Ich fürchte wenn ich deine Antwort bekräftige könnte ich mir mehr als nur eine Ohrfeige einfangen von daher sollte ich es vorziehen zu schweigen.“ Das Grinsen wurde noch ein wenig breiter, während er kurz über seine Schulter zu Miandra blickte, zu Rowan und schließlich wieder zu der Kleinen, der er zuzwinkerte. „Aber auf erste Eindrücke verlass' ich mich auch nur ungern – sie täuschen und nichts...“ Er streckte eine Hand nach der Kleinen aus, verharrte mit derselbigen in der Luft, drehte die Hand, die er kurz zur Faust ballte und auf der Handfläche glitzerte die kleine Münze, die er ihr hinhielt. „..ist häufig so wie es zuerst erscheinen mag.“ Jetzt wurde das Lächeln wieder wärmer und er legte Lydia die Münze in die Hand. „Lass' dich nur nicht ärgern Kleines.“ Damit richtete er sich wieder auf, dehnte sich kurz durch ehe er langsam wieder zu seinem eigenen Lager zurückging.
#1687
Posté 26 février 2011 - 09:21
Dankbar nahm Leanora die Flasche von Heribert entgegen und nahm einen kräftigen Schluck daraus. Das Zeug brannte wie Feuer, sie verzog den Mund, mußte einmal kräftig niesen aber dann machte sich wohlige Wärme in ihrem Magen breit, und das Zittern der Knie ließ etwas nach.
Sie gab dem Stallburschen die Flasche zurück.
"Danke Heribert. Darauf könnt Ihr Euch verlassen, dass ich dann schreien werde. Ich hoffe nur, dass ich im Kloster auch solche Beschützer habe."
Sie ging in die nächste Box und begann mit dem Striegeln einer zierlichen Schimmelstute, die regelmäßigen Bewegungen beruhigten sie selber ein wenig. Dazu kam, dass auch dieses Tier ein sanftes Wesen hatte und kurz sogar den Kopf auf Leas Schulter sinken ließ, so als ob es sie trösten möchte. Das Pferd hob erst wieder den Kopf als Lea zart über die Nüstern strich.
Langsam beruhigte sie sich wieder. Aber ihre Gedanken drehten sich im Kreis. Renaldo würde vor nichts zurückschrecken, dass sie mit Worten nicht weit kam, hatte sie nun bemerkt. Von wem wußte er nur, dass sie und Sengaal einen Abend zusammen verbrachten? Lucia? Das konnte sie sich nicht vorstellen, dieser Lüstling ließ ihre Freundin ja links liegen. Und Lucia würde sich wohl eher die Zunge abbeissen, als Lea zu verraten. Zumindest hoffte sie das.
Wie würde sie es schaffen, Renaldo die Informationen herauszulocken, ohne dass sie sich dafür hergeben mußte? Ohne dass sie ihr Gesicht - vor allem vor dem Kommandanten - verlor? Wie kam er auf die Idee, dass sie nicht aus den gesagten Gründen im Kloster ist? Er hatte damit ja völlig Recht, aber woher wußte er das nur? Hatte er geraten?
Sie strich gerade über die Kruppe der Stute, als sie mitten in der Bewegung inne hielt. Er bräuchte jemanden auf seinem Alterslandsitz? Auch wenn er der Neffe der Ehrwürdigen Mutter war und einflußreiche Persönlichkeiten kannte... als Bruder in einem Orden ist bisher noch keiner zu Reichtum gekommen. Hatte er geerbt? Unmöglich, bei seinem Glauben war er sicher nicht freiwillig oder wegen dem Erbauer in den Orden eingetreten.
Lea biss sich auf die Lippe und bearbeitete die Stute weiter, entwirrte Mähne und Schweif. Renaldo hatte wohl mehr Dreck am Stecken, als es auf den ersten Blick schien.
Und sie war hier nicht alleine. Heribert hatte sich als ihr Beschützer erkoren, sollte dieses Schwein nochmal in ihrer Nähe auftauchen. Lucia würde sie unterstützen. Stellte sich nur die Frage, ob sie dies Sengaal erzählen sollte. Dieser handelte schließlich im Sinne und im Auftrag der Kirche.
Langsam aber sicher zeigten die Grübeleien einen Weg auf, der ihr helfen konnte. Sie verzog den Mund kurz zu einem ironischen Lächeln.
"Na warte Du nichtsnutziger Bastard. Zieh dich warm an, Dir zeige ich noch, wo Deine Grenzen liegen", dachte sie sich.
"Danke meine Süsse", flüsterte sie der Stute zu. Sie war wieder zuversichtlich.
Sie schloß die Boxentür hinter sich und widmete sich dem nächsten Tier.
Sie gab dem Stallburschen die Flasche zurück.
"Danke Heribert. Darauf könnt Ihr Euch verlassen, dass ich dann schreien werde. Ich hoffe nur, dass ich im Kloster auch solche Beschützer habe."
Sie ging in die nächste Box und begann mit dem Striegeln einer zierlichen Schimmelstute, die regelmäßigen Bewegungen beruhigten sie selber ein wenig. Dazu kam, dass auch dieses Tier ein sanftes Wesen hatte und kurz sogar den Kopf auf Leas Schulter sinken ließ, so als ob es sie trösten möchte. Das Pferd hob erst wieder den Kopf als Lea zart über die Nüstern strich.
Langsam beruhigte sie sich wieder. Aber ihre Gedanken drehten sich im Kreis. Renaldo würde vor nichts zurückschrecken, dass sie mit Worten nicht weit kam, hatte sie nun bemerkt. Von wem wußte er nur, dass sie und Sengaal einen Abend zusammen verbrachten? Lucia? Das konnte sie sich nicht vorstellen, dieser Lüstling ließ ihre Freundin ja links liegen. Und Lucia würde sich wohl eher die Zunge abbeissen, als Lea zu verraten. Zumindest hoffte sie das.
Wie würde sie es schaffen, Renaldo die Informationen herauszulocken, ohne dass sie sich dafür hergeben mußte? Ohne dass sie ihr Gesicht - vor allem vor dem Kommandanten - verlor? Wie kam er auf die Idee, dass sie nicht aus den gesagten Gründen im Kloster ist? Er hatte damit ja völlig Recht, aber woher wußte er das nur? Hatte er geraten?
Sie strich gerade über die Kruppe der Stute, als sie mitten in der Bewegung inne hielt. Er bräuchte jemanden auf seinem Alterslandsitz? Auch wenn er der Neffe der Ehrwürdigen Mutter war und einflußreiche Persönlichkeiten kannte... als Bruder in einem Orden ist bisher noch keiner zu Reichtum gekommen. Hatte er geerbt? Unmöglich, bei seinem Glauben war er sicher nicht freiwillig oder wegen dem Erbauer in den Orden eingetreten.
Lea biss sich auf die Lippe und bearbeitete die Stute weiter, entwirrte Mähne und Schweif. Renaldo hatte wohl mehr Dreck am Stecken, als es auf den ersten Blick schien.
Und sie war hier nicht alleine. Heribert hatte sich als ihr Beschützer erkoren, sollte dieses Schwein nochmal in ihrer Nähe auftauchen. Lucia würde sie unterstützen. Stellte sich nur die Frage, ob sie dies Sengaal erzählen sollte. Dieser handelte schließlich im Sinne und im Auftrag der Kirche.
Langsam aber sicher zeigten die Grübeleien einen Weg auf, der ihr helfen konnte. Sie verzog den Mund kurz zu einem ironischen Lächeln.
"Na warte Du nichtsnutziger Bastard. Zieh dich warm an, Dir zeige ich noch, wo Deine Grenzen liegen", dachte sie sich.
"Danke meine Süsse", flüsterte sie der Stute zu. Sie war wieder zuversichtlich.
Sie schloß die Boxentür hinter sich und widmete sich dem nächsten Tier.
Modifié par Bellandyrs, 26 février 2011 - 09:22 .
#1688
Posté 26 février 2011 - 02:23
Schon als Vernita die Schneiderei betrat, überkam sie ein ungutes Gefühl. Ein einziger Blick in den schlecht beleuchteten Verkaufsraum zeigte ihr, dass hier etwas nicht stimmte. Alle Schränke und Tresen waren aufgerissen worden. Überall lagen Kleidungsstücke, Stoffzuschnitte, Handwerkszeug und allerlei andere Dinge verstreut auf dem Boden herum. Zudem war es hier verdächtig ruhig…zu ruhig für Vernitas Geschmack.
Die Elfe schlich ganz langsam und vorsichtig durch den Laden, direkt auf die Tür zu, die zu den hinteren Räumlichkeiten führte. Diese stand offen, und nachdem Vernita sie erreicht und einen Blick ins Nebenzimmer gewagt hatte, bestätigten sich ihre schlimmsten Befürchtungen. Auch das Arbeitszimmer des Schneiders war komplett durchsucht worden, es herrschte ein heilloses Durcheinander. Außerdem entdeckte die Elfe die Leiche eines jungen Mannes, welcher allerdings weder Azoth noch Kylar war. Vermutlich handelte es sich bei dem Burschen um einen Angestellten oder Kunden des Schneiders. Und die Söldner hatten bei diesem armen Tropf ganze Arbeit geleistet.
Wie schon bei dem Wirt der Taverne hatten sie ihn den Kopf vom Körper getrennt und seine Augen herausgeschnitten. Zuvor hatten sie den Jüngling aber wohl noch ein wenig gefoltert. Die Elfe sah die Stecknadeln, die sie dem Burschen unter die Finger- und Fußnägel getrieben hatten. Außerdem hatten sie damit begonnen, ihm die Haut vom Körper zu ziehen und auf eine Spindel zu drehen. Zudem hatten sie wie es schien ziemlich grob die Füße ihres Opfers zusammengenäht und ihm zudem mehrere Zehen abgeschnitten. Der ganze Arbeitstisch sah dementsprechend aus. Auf der Tischplatte wie auch auf dem Boden um diesen herum klebten überall große Flecken angetrockneten Blutes.
Vernita hatte genug gesehen, um zu wissen, dass sie hier nichts mehr tun konnte. Sie durchsuchte noch den Rest des Gebäudes, doch fand sie weder von Kylar noch von Azoth irgendeine Spur. Nun konnte sie es eigentlich nur noch in der Schmiede versuchen, auch wenn das ein großes Risiko darstellte. Immerhin könnten die Söldner über Kylars Schneiderei oder den toten Jüngling auf ihr altes Versteck gekommen sein. Trotzdem musste sie sicherstellen, dass dieser trottelige Azoth diesen Typen nicht in die Hände fiel. Auch wenn er sich in letzter Zeit nicht mehr um das gekümmert hatte, was in der Gruppe vorgegangen war, so konnte er doch mitbekommen haben, dass sie ein neues Versteck gesucht hatten und wer ihnen dabei behilflich gewesen war. Und dieses Risiko wollte Vernita nicht eingehen.
So verließ sie die Schneiderei und machte sich umgehend auf dem Weg zur Schmiede. Sie schlich über Seitengassen durch die Stadt, bis sie die Rückseite des Gebäudes erreichte. Auf den ersten Blick sah alles wie gewohnt aus, doch die Elfe wusste auch, dass dieser Schein sehr leicht trügen konnte. So beschloss sie, äußerst vorsichtig zu sein.
In gebückter Haltung nährte sie sich der Tür, umschloss den Türgriff mit ihrer Hand und öffnete sie ganz sachte. Durch den ersten Spalt lugte sie in den Korridor hinein, welcher aber leer war. Die Elfe erblickte nur die Treppen, die nach oben und nach unten führten. Langsam öffnete sie den Eingang komplett und schlüpfte leise in das Haus hinein. Sie wollte sich gerade schon auf den Weg in den Keller machen, als sie Geräusche und Stimmen aus der Schmiede selbst vernahm. Für einen kurzen Moment erstarrte sie, bevor sie beschloss, der Sache auf den Grund zu gehen.
Vernita huschte durch den Gang, bis sie die Tür auf der anderen Seite erreicht hatte. Die Elfe öffnete diese genauso umsichtig wie zuvor die andere, wobei sie ebenfalls nur durch einen schmalen Spalt in den dahinterliegenden Raum spähte.
Die Elfe erblickte den Schmied, der neben seinem Amboss kniete, sowie drei weitere Personen. Einer davon war ein Mann in einem Kapuzenmantel, welcher etwas abseits der anderen stand, offenbar der Anführer. Ein anderer Mann mit blonden Haaren und kräftigem Körperbau drückte Harold nach unten, während die dritte Person, eine weiblich Zwergin gerade mit einem schweren Schmiedehammer ausholte. Und in diesem Moment ließ sie das Werkzeug mit einem wuchtigen Hieb auf den Amboss herniedersausen, vielmehr auf die Hand des Schmiedes, welche darauf lag und durch diesen harten Angriff laut knackend brach. Harold kreischte daraufhin schmerzerfüllt auf.
„Wirst du uns jetzt verraten, wo sich deine „Gäste“ aufhalten, du Wurm?!?“ schnaubte der Mann in dem Kapuzenmantel böse.
„Ich sagte doch schon, ich weiß es nicht“, wimmerte der Schmied leise. „Sie sind heute nacht Hals über Kopf verschwunden.“
„Ich wünschte, ich könnte dir das glauben“, erwiderte der Anführer, bevor er der Zwergin ein Zeichen gab. Diese ließ daraufhin ein weiteres Mal ihren Hammer sprechen.
Vernita überlegte angestrengt. Das mussten drei der Söldner sein, die hinter ihnen her waren. Aber selbst wenn sie die drei überraschen könnte, so hätte sie bestimmt arge Schwierigkeiten damit, diese zu überwinden, denn das waren sicher alles andere als blutige Anfänger. Es war ihr also nicht möglich, den Schmied zu retten. Doch vielleicht konnte sie ihn zumindest von seinem Leid erlösen und zudem noch drei ihrer Feinde ausschalten. Dazu benötigte sie nur einen ihrer Sprengsätze. Sie richtete sich gerade wieder auf, um in ihrer Tasche zu kramen, als die Tür hinter ihr aufgerissen wurde. Drei weitere Gestalten, ein Qunari und zwei identisch aussehende Menschen stürmten in den Korridor und blieben für einen Moment wie angewurzelt stehen, als sie Vernita erblickten. Und auf den ersten Blick erkannte die Elfe, dass einer der beiden Blondschöpfe Miandras Rüstung trug. Und das machte sie mehr als nur wütend.
„Das ist sie!“ rief einer der Zwillinge mit seiner Fistelstimme.
Vernita überlegte fieberhaft. Das waren eindeutig zu viele Gegner für sie. Und sie würde nicht den Fehler machen, diese Söldner zu unterschätzen. Doch wohin sollte sie flüchten? Hinter ihr in der Schmiede befanden sich drei von ihnen und direkt vor ihr ebenso. Und der Weg in den Keller war eine Sackgasse. So konnte sie nur versuchen, über das obere Stockwerk zu entkommen. Noch in derselben Sekunde spurtete sie los. Sie wandte sich nach links und stürmte sogleich die Treppe nach oben empor. Der Qunari und die Zwillinge folgten ihr umgehend. Und sie waren verdammt schnell. Besonders der Riese, womit Vernita nie gerechnet hätte.
Sie hatte etwa die Hälfte der Stufen erklommen, als ihr klar wurde, dass der Qunari sie einholen würde, ehe sie das obere Stockwerk erreichen würde. So beschloss sie kurzerhand, zum Gegenangriff überzugehen. Die Elfe kreiselte auf der Stelle herum, wobei sie noch aus der Drehung heraus zutrat. Ihr Fuß schnellte durch die Luft und der schwere Plattenstiefel, in dem dieser steckte traf den Riesen mit voller Wucht mitten ins Gesicht.
Der Qunari stöhnte auf, während er durch den Treffer das Gleichgewicht verlor und rücklings die Treppe hinunterpolterte. Sein schwerer Körper riss die beiden Zwillinge mit sich, als er in die Tiefe stürzte und scheppernd auf den Treppenabsatz krachte, die beiden Menschen unter sich begrabend.
Vernita grinste dreckig, als sie sah, dass der Qunari und die Zwillinge beträchtliche Schwierigkeiten damit hatten, wieder aufzustehen, als auch schon die Tür zur Schmiede aufgerissen wurde. Die Zwergin war die erste, die in den Korridor stürzte und der Elfe nach oben folgte. Diese zog eines ihrer Schwerter und zog sich in den Gang auf der oberen Etage zurück, von dem aus mehrere Türen abzweigten.
Sie hatte gerade die erste der Türen erreicht, als die Zwergin auch schon heran war und mit ihrer Axt zuschlug. Vernita sprang einen Schritt zurück, woraufhin die scharfe Waffe ihrer Gegnerin wirkungslos die Luft zerteilte. Die Elfe machte daraufhin einen Satz auf die Zwergin zu, wobei sie mit ihrem Kurzschwert zustach. Doch diese Attacke blockte die kleine Frau mit ihrem Schild gekonnt ab.
„Helft diesen Trotteln auf die Füße!“ hörte Vernita einen Mann von unten heraufbrüllen. Offenbar befand sich der Qunari noch immer in seiner misslichen Lage. Doch das würde sich jetzt sicher schnell ändern. Sie hatte also keine Zeit mehr zu verlieren. Ein weiterer Angriff der Zwergin folgte, den die Elfe nur mit Mühe parieren konnte. Diese kleine Kriegerin verstand ihr Handwerk, das musste Vernita neidlos anerkennen. Und das zu gut, um sie innerhalb der kurzen Zeitspanne, die der Elfe noch verblieb, besiegen zu können. Also blieb ihr nichts anderes übrig, als ihr Heil in der Flucht zu versuchen.
Die nächste Attacke der Zwergin endete in der Tür, in die sie ihre Axt trieb, nachdem sie Vernita ein weiteres Mal verfehlt hatte. Sie knurrte böse und deckte sich selbst mit ihrem Schild ab, während sie damit beschäftigt war, ihre Waffe aus dem splitternden Holz herauszuziehen. Die Elfe nutzte diese Zeit, um sich weiter in dem Korridor zurückzuziehen, bis sie die nächste Tür erreichte. Diese öffnete sie und verschwand sofort in dem dahinterliegenden Raum, dem Schlafzimmer des Schmieds. Und sofort warf sie die Tür hinter sich wieder ins Schloss.
„Na warte, du Schlampe!“ zischte die Zwergin wütend, nachdem sie ihre Waffe wieder aus dem Holz der Tür befreit hatte. Sie stürmte der Elfe hinterher, während die anderen inzwischen auch die Treppe hinaufgekommen waren. „Dir werde ich es zeigen! Ich reiße dir die Gedärme aus dem Leib und werde sie kochen! Das gibt ein vorzügliches Mahl!“
Sie hatte inzwischen die Tür erreicht, durch die Vernita verschwunden war. Mit einem wuchtigen Tritt öffnete sie diese, woraufhin diese aufschwang und gegen die Kommode krachte, welche daneben an der Wand stand.
„Nein, wartet!“ brüllte der Magus noch, doch da war es schon zu spät. Direkt vor sich sah die Zwergin die Elfe stehen, in der Hand ein Fläschchen mit einer gelben Flüssigkeit haltend. Vernita warf ihren Sprengsatz auf ihre überraschte Gegnerin, die sie mit weit aufgerissenen Augen anstarrte, den Blick angefüllt mit Hass und Verwunderung. Sie riss noch ihren Schild hoch, doch sie war etwas zu langsam. Die Phiole traf ihre Lederrüstung und zerbrach daran in tausend Teile.
Die Flüssigkeit selbst, durch den frischen Sauerstoff genährt, explodierte in einem gleissenden Feuerball. Diese Flammen erfassten die Tür, die Kommode daneben, sowie die Zwergin selbst, welche sich innerhalb weniger Augenblicke in eine lebende Fackel verwandelte. Kreischend taumelte sie in den Korridor zurück, während sich das Fleisch von ihren Knochen löste, und sie ihre Axt und den Schild fallen ließ.
„Tut weh, nicht wahr? Du mieses Stück Dreck!“ spottete Vernita, bevor sie sich abwandte und zum Fenster hinüberlief. Sie steckte ihr Schwert weg, griff nach dem Schemel, der neben dem Nachttisch stand und schlug damit die Scheibe ein. Klirrend fielen die Glassplitter nach dem ersten kräftigen Schlag der Elfe auf die Straße. Sie warf den Schemel beiseite sprang mit den Füßen zuerst nach draußen, während das Feuer schon das Bett erfasst hatte und dicke Rauchschwaden in der Luft hingen.
Die Zwergin hingegen torkelte immer noch schreiend auf ihre Gefährten zu, wobei sie eine Flammenspur hinter sich herzog. Im Korridor verbreitete sich der Gestank nach verbranntem Fleisch. Und im Schlafzimmer war ein regelrechtes Inferno ausgebrochen.
„Verdammt! Dieses dumme Weib wird uns noch alle abfackeln!“ brüllte der Orlaisianer, bevor er über die Treppe nach unten floh.
Der Magus hingegen konzentrierte sich kurz, bevor er seine Arme ruckartig auf die brennende Zwergin zubewegte. Damit erzeugte er eine Druckwelle, welche die kleine Frau erfasste und bis zum Ende des Korridors zurückschleuderte, wo sie krachend gegen die Wand prallte. Kraftlos sackte ihr brennender Körper an dieser hinab, bevor sie wie ein Häufchen Elend auf dem Boden hockte. Aus dem Schreien war inzwischen ein Wimmern geworden, bis auch das schließlich verstummte und die Zwergin ihr Leben aushauchte.
„Los, raus mit Euch! Und verfolgt diese Elfe! Die ist mit Sicherheit schon draußen auf der Straße!“ brüllte der Magus, während er die Tür aufriss, in welche die Zwergin zuvor ihre Axt gerammt hatte. Schnellen Schrittes durchquerte er den dahinterliegenden Raum und trat ans Fenster. Und just in diesem Augenblick sah er Vernita, die aus dem Nachbarzimmer gesprungen kam, auf den Füßen landete und sich geschickt auf dem Boden abrollte.
„Verflucht!“ zischte er, bevor er mit der Faust durch die Scheibe des Fensters schlug, welches klirrend zerbrach und ihn dabei verletzte. Doch der Magus ignorierte den Schmerz, während er sich kurz konzentrierte. Einen Augenblick später schoss eine feurige Kugel aus seiner offenen Hand hervor und raste auf die Elfe zu. Dicht neben ihr schlug der Feuerball mit einem lauten Krachen ein.
Die Wucht der Explosion brachte Vernita zum Taumeln, doch sie schaffte es, auf den Füßen zu bleiben und loszurennen. Die Flammen selbst erfassten sie zwar, doch ihre feuerfeste Rüstung schirmte sie erfolgreich von dieser magischen Attacke ab. Nur ein paar Haare, die unter ihrem Helm hervorlugten wurden durch das magische Feuer angesengt. Und während sie davonlief dankte sie im Geiste noch einmal Meister Wade für diese ausgezeichnete Rüstung, die er ihr vor so vielen Jahren angefertigt hatte und die ihr heute ein weiteres Mal das Leben rettete.
„Nanu“, meinte der Magus erstaunt, als ihm bewusst wurde, dass er mit seinem feurigen Angriff offenbar nichts erreicht hatte. Etwas verdutzt sah er für einen Moment auf seine blutende Hand, bevor sich ein wissendes Grinsen auf seine Lippen legte. „Mit Feuer scheine ich bei dir nicht sehr weit zu kommen. Dann werde ich bei unserem nächsten Treffen etwas anderes ausprobieren.“
Mit langsamen Schritten verließ er das Zimmer wieder, wobei er über seine Wunde rieb und leise vor sich hinmurmelte. Die Verletzung an seiner Hand verheilte innerhalb weniger Augenblicke. Nur ein Ziehen in den Fingern ließ ihn nicht vergessen, dass es keine gute Idee war, eine Fensterscheibe mit der bloßen Faust einzuschlagen.
Als der Magus den Gang erreichte, warf er noch einen letzten Blick auf den inzwischen völlig verkohlten Leichnam der Zwergin, welcher immer noch an der Wand gelehnt auf dem Boden saß. Das Feuer selbst hatte inzwischen den halben Korridor in seinen Besitz genommen. Der Holzboden brannte wie Zunder, der Magus musste also sehen, dass er hier herauskam, wenn er nicht das Schicksal der Zwergin teilen wollte. So lief er zurück zur Treppe und machte sich wieder auf den Weg nach unten. Er verließ umgehend das Gebäude durch die Hintertür, wo er auch schon auf den Qunari und den Orlaisianer traf.
„Die Schlampe ist weg“, berichtete der Orlaisianer sogleich. „Die Zwillinge versuchen noch, ihre Spur aufzunehmen, doch habe ich wenig Hoffnung auf Erfolg! Das Miststück ist wirklich gut!“
„Das weiß ich selbst!“ entgegnete der Magus wütend. „Und jetzt geht da rein und erledigt den Schmied! Dann wartet Ihr hier auf die Rückkehr der Zwillinge! Anschließend treffen wir uns in der Taverne und planen unsere weiteren Schritte!“
Der Magier wartete nicht einmal auf eine Antwort. Er drehte sich auf der Stelle herum, bevor ruhigen Schrittes die Straße entlangging und sich nachdenklich über den Bart strich.
Die Elfe schlich ganz langsam und vorsichtig durch den Laden, direkt auf die Tür zu, die zu den hinteren Räumlichkeiten führte. Diese stand offen, und nachdem Vernita sie erreicht und einen Blick ins Nebenzimmer gewagt hatte, bestätigten sich ihre schlimmsten Befürchtungen. Auch das Arbeitszimmer des Schneiders war komplett durchsucht worden, es herrschte ein heilloses Durcheinander. Außerdem entdeckte die Elfe die Leiche eines jungen Mannes, welcher allerdings weder Azoth noch Kylar war. Vermutlich handelte es sich bei dem Burschen um einen Angestellten oder Kunden des Schneiders. Und die Söldner hatten bei diesem armen Tropf ganze Arbeit geleistet.
Wie schon bei dem Wirt der Taverne hatten sie ihn den Kopf vom Körper getrennt und seine Augen herausgeschnitten. Zuvor hatten sie den Jüngling aber wohl noch ein wenig gefoltert. Die Elfe sah die Stecknadeln, die sie dem Burschen unter die Finger- und Fußnägel getrieben hatten. Außerdem hatten sie damit begonnen, ihm die Haut vom Körper zu ziehen und auf eine Spindel zu drehen. Zudem hatten sie wie es schien ziemlich grob die Füße ihres Opfers zusammengenäht und ihm zudem mehrere Zehen abgeschnitten. Der ganze Arbeitstisch sah dementsprechend aus. Auf der Tischplatte wie auch auf dem Boden um diesen herum klebten überall große Flecken angetrockneten Blutes.
Vernita hatte genug gesehen, um zu wissen, dass sie hier nichts mehr tun konnte. Sie durchsuchte noch den Rest des Gebäudes, doch fand sie weder von Kylar noch von Azoth irgendeine Spur. Nun konnte sie es eigentlich nur noch in der Schmiede versuchen, auch wenn das ein großes Risiko darstellte. Immerhin könnten die Söldner über Kylars Schneiderei oder den toten Jüngling auf ihr altes Versteck gekommen sein. Trotzdem musste sie sicherstellen, dass dieser trottelige Azoth diesen Typen nicht in die Hände fiel. Auch wenn er sich in letzter Zeit nicht mehr um das gekümmert hatte, was in der Gruppe vorgegangen war, so konnte er doch mitbekommen haben, dass sie ein neues Versteck gesucht hatten und wer ihnen dabei behilflich gewesen war. Und dieses Risiko wollte Vernita nicht eingehen.
So verließ sie die Schneiderei und machte sich umgehend auf dem Weg zur Schmiede. Sie schlich über Seitengassen durch die Stadt, bis sie die Rückseite des Gebäudes erreichte. Auf den ersten Blick sah alles wie gewohnt aus, doch die Elfe wusste auch, dass dieser Schein sehr leicht trügen konnte. So beschloss sie, äußerst vorsichtig zu sein.
In gebückter Haltung nährte sie sich der Tür, umschloss den Türgriff mit ihrer Hand und öffnete sie ganz sachte. Durch den ersten Spalt lugte sie in den Korridor hinein, welcher aber leer war. Die Elfe erblickte nur die Treppen, die nach oben und nach unten führten. Langsam öffnete sie den Eingang komplett und schlüpfte leise in das Haus hinein. Sie wollte sich gerade schon auf den Weg in den Keller machen, als sie Geräusche und Stimmen aus der Schmiede selbst vernahm. Für einen kurzen Moment erstarrte sie, bevor sie beschloss, der Sache auf den Grund zu gehen.
Vernita huschte durch den Gang, bis sie die Tür auf der anderen Seite erreicht hatte. Die Elfe öffnete diese genauso umsichtig wie zuvor die andere, wobei sie ebenfalls nur durch einen schmalen Spalt in den dahinterliegenden Raum spähte.
Die Elfe erblickte den Schmied, der neben seinem Amboss kniete, sowie drei weitere Personen. Einer davon war ein Mann in einem Kapuzenmantel, welcher etwas abseits der anderen stand, offenbar der Anführer. Ein anderer Mann mit blonden Haaren und kräftigem Körperbau drückte Harold nach unten, während die dritte Person, eine weiblich Zwergin gerade mit einem schweren Schmiedehammer ausholte. Und in diesem Moment ließ sie das Werkzeug mit einem wuchtigen Hieb auf den Amboss herniedersausen, vielmehr auf die Hand des Schmiedes, welche darauf lag und durch diesen harten Angriff laut knackend brach. Harold kreischte daraufhin schmerzerfüllt auf.
„Wirst du uns jetzt verraten, wo sich deine „Gäste“ aufhalten, du Wurm?!?“ schnaubte der Mann in dem Kapuzenmantel böse.
„Ich sagte doch schon, ich weiß es nicht“, wimmerte der Schmied leise. „Sie sind heute nacht Hals über Kopf verschwunden.“
„Ich wünschte, ich könnte dir das glauben“, erwiderte der Anführer, bevor er der Zwergin ein Zeichen gab. Diese ließ daraufhin ein weiteres Mal ihren Hammer sprechen.
Vernita überlegte angestrengt. Das mussten drei der Söldner sein, die hinter ihnen her waren. Aber selbst wenn sie die drei überraschen könnte, so hätte sie bestimmt arge Schwierigkeiten damit, diese zu überwinden, denn das waren sicher alles andere als blutige Anfänger. Es war ihr also nicht möglich, den Schmied zu retten. Doch vielleicht konnte sie ihn zumindest von seinem Leid erlösen und zudem noch drei ihrer Feinde ausschalten. Dazu benötigte sie nur einen ihrer Sprengsätze. Sie richtete sich gerade wieder auf, um in ihrer Tasche zu kramen, als die Tür hinter ihr aufgerissen wurde. Drei weitere Gestalten, ein Qunari und zwei identisch aussehende Menschen stürmten in den Korridor und blieben für einen Moment wie angewurzelt stehen, als sie Vernita erblickten. Und auf den ersten Blick erkannte die Elfe, dass einer der beiden Blondschöpfe Miandras Rüstung trug. Und das machte sie mehr als nur wütend.
„Das ist sie!“ rief einer der Zwillinge mit seiner Fistelstimme.
Vernita überlegte fieberhaft. Das waren eindeutig zu viele Gegner für sie. Und sie würde nicht den Fehler machen, diese Söldner zu unterschätzen. Doch wohin sollte sie flüchten? Hinter ihr in der Schmiede befanden sich drei von ihnen und direkt vor ihr ebenso. Und der Weg in den Keller war eine Sackgasse. So konnte sie nur versuchen, über das obere Stockwerk zu entkommen. Noch in derselben Sekunde spurtete sie los. Sie wandte sich nach links und stürmte sogleich die Treppe nach oben empor. Der Qunari und die Zwillinge folgten ihr umgehend. Und sie waren verdammt schnell. Besonders der Riese, womit Vernita nie gerechnet hätte.
Sie hatte etwa die Hälfte der Stufen erklommen, als ihr klar wurde, dass der Qunari sie einholen würde, ehe sie das obere Stockwerk erreichen würde. So beschloss sie kurzerhand, zum Gegenangriff überzugehen. Die Elfe kreiselte auf der Stelle herum, wobei sie noch aus der Drehung heraus zutrat. Ihr Fuß schnellte durch die Luft und der schwere Plattenstiefel, in dem dieser steckte traf den Riesen mit voller Wucht mitten ins Gesicht.
Der Qunari stöhnte auf, während er durch den Treffer das Gleichgewicht verlor und rücklings die Treppe hinunterpolterte. Sein schwerer Körper riss die beiden Zwillinge mit sich, als er in die Tiefe stürzte und scheppernd auf den Treppenabsatz krachte, die beiden Menschen unter sich begrabend.
Vernita grinste dreckig, als sie sah, dass der Qunari und die Zwillinge beträchtliche Schwierigkeiten damit hatten, wieder aufzustehen, als auch schon die Tür zur Schmiede aufgerissen wurde. Die Zwergin war die erste, die in den Korridor stürzte und der Elfe nach oben folgte. Diese zog eines ihrer Schwerter und zog sich in den Gang auf der oberen Etage zurück, von dem aus mehrere Türen abzweigten.
Sie hatte gerade die erste der Türen erreicht, als die Zwergin auch schon heran war und mit ihrer Axt zuschlug. Vernita sprang einen Schritt zurück, woraufhin die scharfe Waffe ihrer Gegnerin wirkungslos die Luft zerteilte. Die Elfe machte daraufhin einen Satz auf die Zwergin zu, wobei sie mit ihrem Kurzschwert zustach. Doch diese Attacke blockte die kleine Frau mit ihrem Schild gekonnt ab.
„Helft diesen Trotteln auf die Füße!“ hörte Vernita einen Mann von unten heraufbrüllen. Offenbar befand sich der Qunari noch immer in seiner misslichen Lage. Doch das würde sich jetzt sicher schnell ändern. Sie hatte also keine Zeit mehr zu verlieren. Ein weiterer Angriff der Zwergin folgte, den die Elfe nur mit Mühe parieren konnte. Diese kleine Kriegerin verstand ihr Handwerk, das musste Vernita neidlos anerkennen. Und das zu gut, um sie innerhalb der kurzen Zeitspanne, die der Elfe noch verblieb, besiegen zu können. Also blieb ihr nichts anderes übrig, als ihr Heil in der Flucht zu versuchen.
Die nächste Attacke der Zwergin endete in der Tür, in die sie ihre Axt trieb, nachdem sie Vernita ein weiteres Mal verfehlt hatte. Sie knurrte böse und deckte sich selbst mit ihrem Schild ab, während sie damit beschäftigt war, ihre Waffe aus dem splitternden Holz herauszuziehen. Die Elfe nutzte diese Zeit, um sich weiter in dem Korridor zurückzuziehen, bis sie die nächste Tür erreichte. Diese öffnete sie und verschwand sofort in dem dahinterliegenden Raum, dem Schlafzimmer des Schmieds. Und sofort warf sie die Tür hinter sich wieder ins Schloss.
„Na warte, du Schlampe!“ zischte die Zwergin wütend, nachdem sie ihre Waffe wieder aus dem Holz der Tür befreit hatte. Sie stürmte der Elfe hinterher, während die anderen inzwischen auch die Treppe hinaufgekommen waren. „Dir werde ich es zeigen! Ich reiße dir die Gedärme aus dem Leib und werde sie kochen! Das gibt ein vorzügliches Mahl!“
Sie hatte inzwischen die Tür erreicht, durch die Vernita verschwunden war. Mit einem wuchtigen Tritt öffnete sie diese, woraufhin diese aufschwang und gegen die Kommode krachte, welche daneben an der Wand stand.
„Nein, wartet!“ brüllte der Magus noch, doch da war es schon zu spät. Direkt vor sich sah die Zwergin die Elfe stehen, in der Hand ein Fläschchen mit einer gelben Flüssigkeit haltend. Vernita warf ihren Sprengsatz auf ihre überraschte Gegnerin, die sie mit weit aufgerissenen Augen anstarrte, den Blick angefüllt mit Hass und Verwunderung. Sie riss noch ihren Schild hoch, doch sie war etwas zu langsam. Die Phiole traf ihre Lederrüstung und zerbrach daran in tausend Teile.
Die Flüssigkeit selbst, durch den frischen Sauerstoff genährt, explodierte in einem gleissenden Feuerball. Diese Flammen erfassten die Tür, die Kommode daneben, sowie die Zwergin selbst, welche sich innerhalb weniger Augenblicke in eine lebende Fackel verwandelte. Kreischend taumelte sie in den Korridor zurück, während sich das Fleisch von ihren Knochen löste, und sie ihre Axt und den Schild fallen ließ.
„Tut weh, nicht wahr? Du mieses Stück Dreck!“ spottete Vernita, bevor sie sich abwandte und zum Fenster hinüberlief. Sie steckte ihr Schwert weg, griff nach dem Schemel, der neben dem Nachttisch stand und schlug damit die Scheibe ein. Klirrend fielen die Glassplitter nach dem ersten kräftigen Schlag der Elfe auf die Straße. Sie warf den Schemel beiseite sprang mit den Füßen zuerst nach draußen, während das Feuer schon das Bett erfasst hatte und dicke Rauchschwaden in der Luft hingen.
Die Zwergin hingegen torkelte immer noch schreiend auf ihre Gefährten zu, wobei sie eine Flammenspur hinter sich herzog. Im Korridor verbreitete sich der Gestank nach verbranntem Fleisch. Und im Schlafzimmer war ein regelrechtes Inferno ausgebrochen.
„Verdammt! Dieses dumme Weib wird uns noch alle abfackeln!“ brüllte der Orlaisianer, bevor er über die Treppe nach unten floh.
Der Magus hingegen konzentrierte sich kurz, bevor er seine Arme ruckartig auf die brennende Zwergin zubewegte. Damit erzeugte er eine Druckwelle, welche die kleine Frau erfasste und bis zum Ende des Korridors zurückschleuderte, wo sie krachend gegen die Wand prallte. Kraftlos sackte ihr brennender Körper an dieser hinab, bevor sie wie ein Häufchen Elend auf dem Boden hockte. Aus dem Schreien war inzwischen ein Wimmern geworden, bis auch das schließlich verstummte und die Zwergin ihr Leben aushauchte.
„Los, raus mit Euch! Und verfolgt diese Elfe! Die ist mit Sicherheit schon draußen auf der Straße!“ brüllte der Magus, während er die Tür aufriss, in welche die Zwergin zuvor ihre Axt gerammt hatte. Schnellen Schrittes durchquerte er den dahinterliegenden Raum und trat ans Fenster. Und just in diesem Augenblick sah er Vernita, die aus dem Nachbarzimmer gesprungen kam, auf den Füßen landete und sich geschickt auf dem Boden abrollte.
„Verflucht!“ zischte er, bevor er mit der Faust durch die Scheibe des Fensters schlug, welches klirrend zerbrach und ihn dabei verletzte. Doch der Magus ignorierte den Schmerz, während er sich kurz konzentrierte. Einen Augenblick später schoss eine feurige Kugel aus seiner offenen Hand hervor und raste auf die Elfe zu. Dicht neben ihr schlug der Feuerball mit einem lauten Krachen ein.
Die Wucht der Explosion brachte Vernita zum Taumeln, doch sie schaffte es, auf den Füßen zu bleiben und loszurennen. Die Flammen selbst erfassten sie zwar, doch ihre feuerfeste Rüstung schirmte sie erfolgreich von dieser magischen Attacke ab. Nur ein paar Haare, die unter ihrem Helm hervorlugten wurden durch das magische Feuer angesengt. Und während sie davonlief dankte sie im Geiste noch einmal Meister Wade für diese ausgezeichnete Rüstung, die er ihr vor so vielen Jahren angefertigt hatte und die ihr heute ein weiteres Mal das Leben rettete.
„Nanu“, meinte der Magus erstaunt, als ihm bewusst wurde, dass er mit seinem feurigen Angriff offenbar nichts erreicht hatte. Etwas verdutzt sah er für einen Moment auf seine blutende Hand, bevor sich ein wissendes Grinsen auf seine Lippen legte. „Mit Feuer scheine ich bei dir nicht sehr weit zu kommen. Dann werde ich bei unserem nächsten Treffen etwas anderes ausprobieren.“
Mit langsamen Schritten verließ er das Zimmer wieder, wobei er über seine Wunde rieb und leise vor sich hinmurmelte. Die Verletzung an seiner Hand verheilte innerhalb weniger Augenblicke. Nur ein Ziehen in den Fingern ließ ihn nicht vergessen, dass es keine gute Idee war, eine Fensterscheibe mit der bloßen Faust einzuschlagen.
Als der Magus den Gang erreichte, warf er noch einen letzten Blick auf den inzwischen völlig verkohlten Leichnam der Zwergin, welcher immer noch an der Wand gelehnt auf dem Boden saß. Das Feuer selbst hatte inzwischen den halben Korridor in seinen Besitz genommen. Der Holzboden brannte wie Zunder, der Magus musste also sehen, dass er hier herauskam, wenn er nicht das Schicksal der Zwergin teilen wollte. So lief er zurück zur Treppe und machte sich wieder auf den Weg nach unten. Er verließ umgehend das Gebäude durch die Hintertür, wo er auch schon auf den Qunari und den Orlaisianer traf.
„Die Schlampe ist weg“, berichtete der Orlaisianer sogleich. „Die Zwillinge versuchen noch, ihre Spur aufzunehmen, doch habe ich wenig Hoffnung auf Erfolg! Das Miststück ist wirklich gut!“
„Das weiß ich selbst!“ entgegnete der Magus wütend. „Und jetzt geht da rein und erledigt den Schmied! Dann wartet Ihr hier auf die Rückkehr der Zwillinge! Anschließend treffen wir uns in der Taverne und planen unsere weiteren Schritte!“
Der Magier wartete nicht einmal auf eine Antwort. Er drehte sich auf der Stelle herum, bevor ruhigen Schrittes die Straße entlangging und sich nachdenklich über den Bart strich.
#1689
Posté 27 février 2011 - 01:26
Miandra beobachtete wie Jyvindar mit einer Münze spielte, offensichtlich wollte er Lydia damit irgendwie aufheitern. Trotzdem verschwendete sie keinen Gedanken daran, sich vielleicht in ihm getäuscht zu haben. Denn immerhin handelte es sich dabei um einen Kerl, und bisher hatte sie noch nie einen getroffen, der am Ende nicht genau das war, was sie erwartet hatte.
Miandra musste schlucken. Eigentlich belog sie sich damit doch nur selbst. Sie korrigierte ihren Gedanken. Sie hatte in den letzten sechzehn Jahren keinen Kerl mehr getroffen, der am Ende nicht genau das war, was sie erwartet hatte, was nicht bedeutete, dass das Ende ein anderes war.
Wohin verschlugen sie an jenem Tag nur ihre Gedanken? Miandra begriff, dass sie irgendetwas tun musste, um sich von all dem abzulenken. Eigentlich war sie schon recht müde, denn immerhin waren sie die gesamte Nacht unterwegs gewesen, doch in einem Raum voller Leuten, denen sie sowieso nicht vertraute, hätte sie ohnehin keinen Schlaf gefunden, und wahrscheinlich hätten ihre Gedanken es auch nicht zugelassen.
Ihr Blick fiel auf eine der Taschen neben sich, welche sie kurzerhand näher zu sich heranzog und durchstöberte. Es war eine der Taschen, in welche sie das Essen, welches das Mädchen gestohlen hatte, gestopft hatte. Darin befanden sich zwei Rotweinflaschen, alle möglichen Gebäcksorten, sowie ein geräucherter Schinken, Käse und Äpfel. Eigentlich hätte sie der Anblick hungrig machen müssen, da sie sich die letzten Tage ausschließlich von trockenem Brot ernährt hatte, und ihre letzte Mahlzeit auch schon ein Weilchen her war. Dennoch hätte sie wohl nichts davon runter gebracht, außer vielleicht des Weines, doch dass sich Alkohol mit einem leeren Magen nicht sonderlich gut vertrug, hatte sie schon des Öfteren am eigenen Leib erfahren.
Mit einem Seufzen schob sie die vollgepackte Tasche wieder von sich und stand auf. Ohne ein Wort an einen der Anderen zu verschwenden, - als ob es irgendjemanden von ihnen interessiert hätte, wohin sie gehen würde - zog sie ihren Umhang enger, bedeckte ihren Kopf mit der Kapuze, und verließ die Lagerhalle.
Kurz musste Miandra ihre Augen zusammenkneifen, als ihr das Sonnenlicht entgegenkam. Wie viele Tage waren nochmal vergangen seitdem sie das letzte Mal am Tag draußen war? Die Frage wurde für sie schnell uninteressant, denn als sich ihre Augen an das grelle Licht gewöhnt hatten, fiel ihr Blick auf das Meer von Amaranthine. Die Sonnenstrahlen spiegelten sich in dem Wasser wider, und ließen es wie unzählige kleine Diamanten funkeln. Einige Möwen flogen über den fast wolkenlosen Himmel und krächzten lauthals, als würden sie sich miteinander unterhalten. Der Horizont schien endlos weit zu sein, und nur in der Ferne konnte sie einige Fischerboote und Schiffe ausmachen, denn schließlich waren sie fast am Ende des Hafengeländes, wo es keine direkte Anlegestellen gab. Wahrscheinlich war Miandra noch nie in ihrem Leben von einem Anblick so bewegt gewesen, wie in jenem Moment. Vielleicht verlieh ihr dieser auch nur ein Gefühl von Freiheit, aber so sehr sie der Anblick auch beflügelte, sie ließ sich nicht lange davon ablenken und sah sich weiter um. Abgesehen von weiteren Lagerhallen, die in einem ziemlich schlechten Zustand waren, Verladestellen, welche teilweise mit irgendwelchen Abfällen blockiert waren, und bestimmt seit einiger Zeit für nichts anderes mehr verwendet wurden, sowie ein paar streunenden Katzen, die sich um eine Frischgräte stritten, konnte sie nichts weiter ausmachen, außer natürlich des widerwärtigen salzigen und fischigen Geruchs, der hier überall in der Luft lag.
Miandra beschloss sich weiter umzusehen, um eventuelle Fluchtmöglichkeiten auszumachen, und wahrscheinlich auch, weil dieses Gebiet ein wenig ihr Interesse geweckt hatte, wohl weil es so anders war, als all das was sie bisher kannte.
Ihre ersten Ziele waren die weiteren Lagerhallen, um herauszufinden ob sich dort auch irgendwelche Leute - so wie sie - versteckten, denn sie hatte keine Lust auf irgendeinen überraschenden Nachbar. Doch diese standen entweder komplett leer, waren beinahe am Einstürzen oder von allen Seiten verriegelt. Nur einige Fußabdrücke, die in den weichen Boden getreten wurden, ließen sie wissen, dass hier wohl nachts irgendwelche verbotenen Geschäfte abliefen, da momentan alles komplett menschenleer war. Doch das Gelände an sich bot in allen Richtungen Wege, die man bei einer Flucht verwenden konnte, daher beschloss sie dieses etwas weiter zu verlassen, um zu wissen, welche Richtung die geeignetste wäre.
Da sie vorhin, als sie über das Meer geblickt hatte, sah, dass all sich die Anlegestellen eher im Norden befanden, und es dort bestimmt nur so von Wachen, die die Waren kontrollierten um Schmuggler zu erwischen, wimmeln würde, beschloss sie sich weiter südlich umzusehen.
Sie musste einige Zeit über das Gelände marschieren, bis die Häuser wieder etwas dichter wurden und sie sogar die Stadtmauern, welche riesig neben dem Gewässer emporragten, erkennen konnte. Miandra fragte sich, ob man dort die Mauern umgehen konnte und gerade als sie sich die Stelle weiter ansehen wollte, vernahm sie einige tiefe Stimmen und Gelächter. Sofort drückte sie sich mit dem Rücken an eine Hauswand und hoffte, dass sich diejenigen nicht weiter nähern würden. Schnell erkannte Miandra, dass es sich wohl um zwei Kerle zu handeln schien, und dass diese höchstwahrscheinlich betrunken waren, da sie keinerlei der lallenden Worte verstehen konnte. Sie schob sich etwas an der Mauer entlang, sodass sie um die Ecke des Hauses blicken konnte. Da erspähte sie auch schon zwei fette Kerle, mit knallroten Backen, jeweils eine Rumflasche in der Hand, die über Belangloses lachten und dabei fast zu ersticken drohten. Die Beiden standen jedoch direkt vor einer Haustür - zumindest glaubte sie das zuerst. Erst als sie das Schild "Zum kleinen Bitterling" las, wusste sie, dass hier wohl jemand direkt an der Stadtmauer eine Taverne besaß.
Kurz fluchte sie innerlich, denn eine Taverne bedeutete Menschen, sowie eine mögliche Razzia. Selbst wenn sie in die abgelegenste Richtung laufen würden, würden sie an einer solchen Gefahrenquelle vorbei müssen. Dennoch schien die Taverne nicht sonderlich viel Profit zu machen, zumindest sah es von außen ziemlich schäbig aus, und auch die Kunden machten auf Miandra keinen besonders adligen Eindruck. Miandra hatte vorerst genug gesehen, verzichtete darauf sich die Stadtmauern genauer anzusehen, und machte kehrt.
Während sie den gesamten Weg über das Gelände zurückmarschierte, überlegte sie, ob es denn überhaupt vom Vorteil war, eine solche Richtung einzuschlagen, denn immerhin wäre dies eigentlich genau das, was man erwarten würde. Sie könnten sich zwar in eine der leer stehenden Bruchbuden versstecken, aber hier würde jede kleinste Bewegung auffallen. Aber zumindest war diese Richtung vom Vorteil, wenn sie noch nicht direkt verfolgt wurden, andernfalls wäre es wohl besser in die Stadt zu flüchten, um in der Menschenmasse und stetigen Bewegung unterzutauchen.
Als sie wieder vor dem Lagerhaus ankam, verzichtete sie darauf dieses sofort zu betreten, sondern setzte sich auf eine der Kisten - natürlich setzte sie sich so hin, dass man sie nicht sah, wenn man auf das Lagerhaus zuging -, zog die Kapuze von ihrem Kopf, lehnte sich mit dem Rücken an die Holzwand, blickte auf das Meer von Amaranthine und genoss es die Sonnenstrahlen auf ihrer Haut zu spüren.
Miandra musste schlucken. Eigentlich belog sie sich damit doch nur selbst. Sie korrigierte ihren Gedanken. Sie hatte in den letzten sechzehn Jahren keinen Kerl mehr getroffen, der am Ende nicht genau das war, was sie erwartet hatte, was nicht bedeutete, dass das Ende ein anderes war.
Wohin verschlugen sie an jenem Tag nur ihre Gedanken? Miandra begriff, dass sie irgendetwas tun musste, um sich von all dem abzulenken. Eigentlich war sie schon recht müde, denn immerhin waren sie die gesamte Nacht unterwegs gewesen, doch in einem Raum voller Leuten, denen sie sowieso nicht vertraute, hätte sie ohnehin keinen Schlaf gefunden, und wahrscheinlich hätten ihre Gedanken es auch nicht zugelassen.
Ihr Blick fiel auf eine der Taschen neben sich, welche sie kurzerhand näher zu sich heranzog und durchstöberte. Es war eine der Taschen, in welche sie das Essen, welches das Mädchen gestohlen hatte, gestopft hatte. Darin befanden sich zwei Rotweinflaschen, alle möglichen Gebäcksorten, sowie ein geräucherter Schinken, Käse und Äpfel. Eigentlich hätte sie der Anblick hungrig machen müssen, da sie sich die letzten Tage ausschließlich von trockenem Brot ernährt hatte, und ihre letzte Mahlzeit auch schon ein Weilchen her war. Dennoch hätte sie wohl nichts davon runter gebracht, außer vielleicht des Weines, doch dass sich Alkohol mit einem leeren Magen nicht sonderlich gut vertrug, hatte sie schon des Öfteren am eigenen Leib erfahren.
Mit einem Seufzen schob sie die vollgepackte Tasche wieder von sich und stand auf. Ohne ein Wort an einen der Anderen zu verschwenden, - als ob es irgendjemanden von ihnen interessiert hätte, wohin sie gehen würde - zog sie ihren Umhang enger, bedeckte ihren Kopf mit der Kapuze, und verließ die Lagerhalle.
Kurz musste Miandra ihre Augen zusammenkneifen, als ihr das Sonnenlicht entgegenkam. Wie viele Tage waren nochmal vergangen seitdem sie das letzte Mal am Tag draußen war? Die Frage wurde für sie schnell uninteressant, denn als sich ihre Augen an das grelle Licht gewöhnt hatten, fiel ihr Blick auf das Meer von Amaranthine. Die Sonnenstrahlen spiegelten sich in dem Wasser wider, und ließen es wie unzählige kleine Diamanten funkeln. Einige Möwen flogen über den fast wolkenlosen Himmel und krächzten lauthals, als würden sie sich miteinander unterhalten. Der Horizont schien endlos weit zu sein, und nur in der Ferne konnte sie einige Fischerboote und Schiffe ausmachen, denn schließlich waren sie fast am Ende des Hafengeländes, wo es keine direkte Anlegestellen gab. Wahrscheinlich war Miandra noch nie in ihrem Leben von einem Anblick so bewegt gewesen, wie in jenem Moment. Vielleicht verlieh ihr dieser auch nur ein Gefühl von Freiheit, aber so sehr sie der Anblick auch beflügelte, sie ließ sich nicht lange davon ablenken und sah sich weiter um. Abgesehen von weiteren Lagerhallen, die in einem ziemlich schlechten Zustand waren, Verladestellen, welche teilweise mit irgendwelchen Abfällen blockiert waren, und bestimmt seit einiger Zeit für nichts anderes mehr verwendet wurden, sowie ein paar streunenden Katzen, die sich um eine Frischgräte stritten, konnte sie nichts weiter ausmachen, außer natürlich des widerwärtigen salzigen und fischigen Geruchs, der hier überall in der Luft lag.
Miandra beschloss sich weiter umzusehen, um eventuelle Fluchtmöglichkeiten auszumachen, und wahrscheinlich auch, weil dieses Gebiet ein wenig ihr Interesse geweckt hatte, wohl weil es so anders war, als all das was sie bisher kannte.
Ihre ersten Ziele waren die weiteren Lagerhallen, um herauszufinden ob sich dort auch irgendwelche Leute - so wie sie - versteckten, denn sie hatte keine Lust auf irgendeinen überraschenden Nachbar. Doch diese standen entweder komplett leer, waren beinahe am Einstürzen oder von allen Seiten verriegelt. Nur einige Fußabdrücke, die in den weichen Boden getreten wurden, ließen sie wissen, dass hier wohl nachts irgendwelche verbotenen Geschäfte abliefen, da momentan alles komplett menschenleer war. Doch das Gelände an sich bot in allen Richtungen Wege, die man bei einer Flucht verwenden konnte, daher beschloss sie dieses etwas weiter zu verlassen, um zu wissen, welche Richtung die geeignetste wäre.
Da sie vorhin, als sie über das Meer geblickt hatte, sah, dass all sich die Anlegestellen eher im Norden befanden, und es dort bestimmt nur so von Wachen, die die Waren kontrollierten um Schmuggler zu erwischen, wimmeln würde, beschloss sie sich weiter südlich umzusehen.
Sie musste einige Zeit über das Gelände marschieren, bis die Häuser wieder etwas dichter wurden und sie sogar die Stadtmauern, welche riesig neben dem Gewässer emporragten, erkennen konnte. Miandra fragte sich, ob man dort die Mauern umgehen konnte und gerade als sie sich die Stelle weiter ansehen wollte, vernahm sie einige tiefe Stimmen und Gelächter. Sofort drückte sie sich mit dem Rücken an eine Hauswand und hoffte, dass sich diejenigen nicht weiter nähern würden. Schnell erkannte Miandra, dass es sich wohl um zwei Kerle zu handeln schien, und dass diese höchstwahrscheinlich betrunken waren, da sie keinerlei der lallenden Worte verstehen konnte. Sie schob sich etwas an der Mauer entlang, sodass sie um die Ecke des Hauses blicken konnte. Da erspähte sie auch schon zwei fette Kerle, mit knallroten Backen, jeweils eine Rumflasche in der Hand, die über Belangloses lachten und dabei fast zu ersticken drohten. Die Beiden standen jedoch direkt vor einer Haustür - zumindest glaubte sie das zuerst. Erst als sie das Schild "Zum kleinen Bitterling" las, wusste sie, dass hier wohl jemand direkt an der Stadtmauer eine Taverne besaß.
Kurz fluchte sie innerlich, denn eine Taverne bedeutete Menschen, sowie eine mögliche Razzia. Selbst wenn sie in die abgelegenste Richtung laufen würden, würden sie an einer solchen Gefahrenquelle vorbei müssen. Dennoch schien die Taverne nicht sonderlich viel Profit zu machen, zumindest sah es von außen ziemlich schäbig aus, und auch die Kunden machten auf Miandra keinen besonders adligen Eindruck. Miandra hatte vorerst genug gesehen, verzichtete darauf sich die Stadtmauern genauer anzusehen, und machte kehrt.
Während sie den gesamten Weg über das Gelände zurückmarschierte, überlegte sie, ob es denn überhaupt vom Vorteil war, eine solche Richtung einzuschlagen, denn immerhin wäre dies eigentlich genau das, was man erwarten würde. Sie könnten sich zwar in eine der leer stehenden Bruchbuden versstecken, aber hier würde jede kleinste Bewegung auffallen. Aber zumindest war diese Richtung vom Vorteil, wenn sie noch nicht direkt verfolgt wurden, andernfalls wäre es wohl besser in die Stadt zu flüchten, um in der Menschenmasse und stetigen Bewegung unterzutauchen.
Als sie wieder vor dem Lagerhaus ankam, verzichtete sie darauf dieses sofort zu betreten, sondern setzte sich auf eine der Kisten - natürlich setzte sie sich so hin, dass man sie nicht sah, wenn man auf das Lagerhaus zuging -, zog die Kapuze von ihrem Kopf, lehnte sich mit dem Rücken an die Holzwand, blickte auf das Meer von Amaranthine und genoss es die Sonnenstrahlen auf ihrer Haut zu spüren.
#1690
Posté 27 février 2011 - 03:07
Lydia beobachtete Jyvindars Spiel mit der Münze . Offenbar versuchte er sie zu beeindrucken . Sie lachte und zog einen ihrer Wurfdolche aus dem Gütel und lies ihn zwischen den Fingern kreisen . Sie warf ihn in die Luft und fing ihn mit Zeige- und Mittelfinger . Mit einer geschmeidigen Drehung warf sie das Messer auf einen Apfel , welcher auf einem der Fässer nahebeilag und schlug ihn herunter .
" Obwohl ich zugeben muss , das das pures Glück war " , grinste sie .
" Wisst ihr , die Beste Möglichkeit mit Vernita umzugehen , ist nicht mit ihr umzugehen . Sie ist mit vorsicht zu genießen , ich persönlich halte mich von ihr fern , aber ich lasse auch keine Gelegenheit aus , sie zu nerven . "
Sie griff nach dem Wurfmesser , steckte es wieder in den Gürtel und knabberte am Apfel .
" Wisst ihr , Jyvindar , mich würde es interessieren , wie ihr hierher kommt . Was zwingt euh dazu im Hafen in einem alten Lagerhaus abzusteigen ? "
" Obwohl ich zugeben muss , das das pures Glück war " , grinste sie .
" Wisst ihr , die Beste Möglichkeit mit Vernita umzugehen , ist nicht mit ihr umzugehen . Sie ist mit vorsicht zu genießen , ich persönlich halte mich von ihr fern , aber ich lasse auch keine Gelegenheit aus , sie zu nerven . "
Sie griff nach dem Wurfmesser , steckte es wieder in den Gürtel und knabberte am Apfel .
" Wisst ihr , Jyvindar , mich würde es interessieren , wie ihr hierher kommt . Was zwingt euh dazu im Hafen in einem alten Lagerhaus abzusteigen ? "
#1691
Posté 28 février 2011 - 03:56
Es war so kurz vor der Mittagszeit, als Neranos den Stall betrat. Er sah sich kurz um, bevor er schnurstracks zu seinem Stallvorsteher schritt, der sich in einer der Boxen befand.
„Läuft hier alles reibungslos?“ fragte der Templer den korpulenten Mann, welcher gerade einen weißen Hengst bürstete.
„Sicher doch, Cheffe“, erwiderte dieser, ohne seine Arbeit zu unterbrechen. „Dank der juten Hilfe, die Ihr mir geschickt habt, kommen wir echt jut voran. Die haut rein wie ein Tier. Sind schon fast fertig deswegen. Eure Parade kann wie geplant losgehen.“
„Sehr gut, Heribert“, lobte Neranos seinen Stallvorsteher. „Und wo ist die junge Frau, der wir das alles zu verdanken haben?“
„Die müsste in der letzten Box auf der linken Seite sein, denke ich.“
Der Kommandant nickte nur, bevor er sich abwandte und zügigen Schrittes auf die Pferdebox zuging, von der Heribert gesprochen hatte. Und je näher er dieser kam, desto unruhiger wurde er. Sein Herz schlug schneller und auch seine Atmung beschleunigte sich leicht. Er konnte es kaum noch erwarten, Leanora wiederzusehen, obwohl er doch erst gestern Nacht zum letzten Mal mit ihr gesprochen hatte. Er hätte nie gedacht, dass eine Frau jemals solche Gefühle und Sehnsüchte in ihm hervorrufen könnte.
Es dauerte nicht lange, bis er sein Ziel erreicht hatte. Er blieb im Eingang der Pferdebox stehen und sah zu Leanora herunter, die mit dem Rücken zu ihm vorübergebeugt stand und gerade damit beschäftigt war, die Hufe des Pferdes auszukratzen, welches neben ihr stand. Und bei diesem Anblick legte sich ein sanftes Lächeln auf seine Lippen.
„Und ist dieses edle Tier denn jetzt bald fertig für seinen Ausritt, Stallbursche!“ rief er laut in die Box hinein, wobei er sich zusammenreißen musste, um nicht lauthals loszulachen.
„Läuft hier alles reibungslos?“ fragte der Templer den korpulenten Mann, welcher gerade einen weißen Hengst bürstete.
„Sicher doch, Cheffe“, erwiderte dieser, ohne seine Arbeit zu unterbrechen. „Dank der juten Hilfe, die Ihr mir geschickt habt, kommen wir echt jut voran. Die haut rein wie ein Tier. Sind schon fast fertig deswegen. Eure Parade kann wie geplant losgehen.“
„Sehr gut, Heribert“, lobte Neranos seinen Stallvorsteher. „Und wo ist die junge Frau, der wir das alles zu verdanken haben?“
„Die müsste in der letzten Box auf der linken Seite sein, denke ich.“
Der Kommandant nickte nur, bevor er sich abwandte und zügigen Schrittes auf die Pferdebox zuging, von der Heribert gesprochen hatte. Und je näher er dieser kam, desto unruhiger wurde er. Sein Herz schlug schneller und auch seine Atmung beschleunigte sich leicht. Er konnte es kaum noch erwarten, Leanora wiederzusehen, obwohl er doch erst gestern Nacht zum letzten Mal mit ihr gesprochen hatte. Er hätte nie gedacht, dass eine Frau jemals solche Gefühle und Sehnsüchte in ihm hervorrufen könnte.
Es dauerte nicht lange, bis er sein Ziel erreicht hatte. Er blieb im Eingang der Pferdebox stehen und sah zu Leanora herunter, die mit dem Rücken zu ihm vorübergebeugt stand und gerade damit beschäftigt war, die Hufe des Pferdes auszukratzen, welches neben ihr stand. Und bei diesem Anblick legte sich ein sanftes Lächeln auf seine Lippen.
„Und ist dieses edle Tier denn jetzt bald fertig für seinen Ausritt, Stallbursche!“ rief er laut in die Box hinein, wobei er sich zusammenreißen musste, um nicht lauthals loszulachen.
Modifié par Aliens Crew, 28 février 2011 - 05:59 .
#1692
Posté 01 mars 2011 - 05:55
Lea war so vertieft in ihre Arbeit, dass sie den Kommandanten nicht gehört hatte. Deswegen ließ sie erschrocken den Huf los und stieß einen kleinen Schrei aus, dabei sprang sie ein kleines Stück zur Seite.
Der Fuchs-Wallach wiederum legte die Ohren an als er durch Leas Reaktion selber erschreckt wurde und hob warnend die Hinterhand.
"Sengaal! Meine Güte, Ihr schleicht Euch aber gekonnt an, ich habe Euch gar nicht gehört!" entrüstete sie sich, aber gleich darauf überzog ein strahlendes Lächeln ihr Gesicht, und ihre vorher noch so grübelnd blickenden Augen glitzerten vor Freude, den Kommandanten zu sehen.
Dennoch wandte sie sich kurz an den Wallach und strich ihm beruhigend über den Hals.
"Schsch.. ist schon gut mein Bester. Tut mir leid dass ich Dich so erschreckt hab, bedank Dich da mal bei Deinem Herren". Der Wallach schnaubte leicht und wandte sich dann gelangweilt dem Futtertrog zu, wo er nach den letzten Halmen stöberte.
Lea war überglücklich, Neranos zu sehen, und sie trat auf ihn zu, um ihm die Hand zur Begrüßung zu reichen.
"Wie schön, dass Ihr vorbeikommt, Sengaal. Und ja, der Fuchs ist gleich fertig, nur noch Mähne und die Hufe einfetten. Dann kommt noch das eine oder andere Zaumzeug dran, und dann dürfte die Arbeit fürs erste erledigt sein. Ich muß mich noch einmal bei Euch bedanken, es macht mir soviel Freude für die Tiere zu sorgen!"
Erst jetzt bemerkte sie, dass der Kommandant noch immer versuchte, seine Lachmuskeln unter Kontrolle zu bringen. Sie blickte an sich hinab, und schmunzelte selber.
"Ihr verzeiht, aber im Stall läßt es sich mit Hosen besser arbeiten als mit einer Robe. Ich weiß dass diese nicht gerade kleidsam ist", lächelte sie ihn an.
Sie hob den Huf des Pferdes nocheinmal auf, um die unterbrochene Arbeit fortzusetzen, und sprach dabei aber weiter.
"Übrigens ist Heribert ein feiner Kerl. Er hat mir heut schon so etwas ähnliches wie mein Leben gerettet. Als Leibwächter leiht Ihr ihn mir nicht zufällig?" fragte sie mit einem neckenden Ton in der Stimme.
Der Fuchs-Wallach wiederum legte die Ohren an als er durch Leas Reaktion selber erschreckt wurde und hob warnend die Hinterhand.
"Sengaal! Meine Güte, Ihr schleicht Euch aber gekonnt an, ich habe Euch gar nicht gehört!" entrüstete sie sich, aber gleich darauf überzog ein strahlendes Lächeln ihr Gesicht, und ihre vorher noch so grübelnd blickenden Augen glitzerten vor Freude, den Kommandanten zu sehen.
Dennoch wandte sie sich kurz an den Wallach und strich ihm beruhigend über den Hals.
"Schsch.. ist schon gut mein Bester. Tut mir leid dass ich Dich so erschreckt hab, bedank Dich da mal bei Deinem Herren". Der Wallach schnaubte leicht und wandte sich dann gelangweilt dem Futtertrog zu, wo er nach den letzten Halmen stöberte.
Lea war überglücklich, Neranos zu sehen, und sie trat auf ihn zu, um ihm die Hand zur Begrüßung zu reichen.
"Wie schön, dass Ihr vorbeikommt, Sengaal. Und ja, der Fuchs ist gleich fertig, nur noch Mähne und die Hufe einfetten. Dann kommt noch das eine oder andere Zaumzeug dran, und dann dürfte die Arbeit fürs erste erledigt sein. Ich muß mich noch einmal bei Euch bedanken, es macht mir soviel Freude für die Tiere zu sorgen!"
Erst jetzt bemerkte sie, dass der Kommandant noch immer versuchte, seine Lachmuskeln unter Kontrolle zu bringen. Sie blickte an sich hinab, und schmunzelte selber.
"Ihr verzeiht, aber im Stall läßt es sich mit Hosen besser arbeiten als mit einer Robe. Ich weiß dass diese nicht gerade kleidsam ist", lächelte sie ihn an.
Sie hob den Huf des Pferdes nocheinmal auf, um die unterbrochene Arbeit fortzusetzen, und sprach dabei aber weiter.
"Übrigens ist Heribert ein feiner Kerl. Er hat mir heut schon so etwas ähnliches wie mein Leben gerettet. Als Leibwächter leiht Ihr ihn mir nicht zufällig?" fragte sie mit einem neckenden Ton in der Stimme.
#1693
Posté 01 mars 2011 - 06:36
Neranos ergriff sofort Leanoras Hand und hauchte ihr einen sanften Kuss auf die Finger.
„Aber nicht doch, die Freude ist ganz auf meiner Seite“, entgegnete er lächelnd. „Ich hatte ja schließlich einen guten Grund hierher zu kommen, und diese Chance konnte ich doch einfach nicht verstreichen lassen. Und wie ich sehe, könnt Ihr wirklich sehr gut mit Pferden umgehen, Sophia. Heribert ist auch ganz begeistert von Eurer Arbeit, wie er mir eben verriet. Aber was Eure Kleidung betrifft...“
Der Kommandant verzog das Gesicht, wobei er sich grübelnd über das Kinn rieb. Der Mann sah Leanora für einen Moment mit ernster Miene ins Gesicht, bevor dieser Ausdruck wie eine alterschwache Steinmauer zusammenbrach und einem schelmischen Grinsen Platz machte. „Nun, diese Hosen stehen Euch doch ausgezeichnet. Vielleicht nicht besonders weiblich, aber für so ein altes Bauernmädel wie Euch doch sehr passend, oder?“
Neranos lachte Leanora freudestrahlend an, wobei auch etwas neckendes in seinem Blick lag. Er brauchte einen Moment, um sich wieder zu fangen. „Verzeiht, werte Dame. Aber das kam so über mich. Irgendwie weckt Ihr den kleinen Jungen in mir zu neuem Leben. Aber verratet mir, weshalb Ihr in einer Garnison voller schwerbewaffneter Templer eine Leibwächter benötigt und dann auch noch Heribert? Ich möchte doch meinen, dass dies der sicherste Ort auf der Welt sein müsste, nicht wahr? Oder hat Euch etwa eines dieser bösen, bösen Pferde gebissen? Wenn ja, dann werde ich dieses ungezogene Tier für seine Schandtat angemessen bestrafen!“
Bei seinen Worten hob er mahnend den Zeigefinger, doch gleichzeitig legte sich auch wieder diese neckische Grinsen auf seine Lippen.
„Aber nicht doch, die Freude ist ganz auf meiner Seite“, entgegnete er lächelnd. „Ich hatte ja schließlich einen guten Grund hierher zu kommen, und diese Chance konnte ich doch einfach nicht verstreichen lassen. Und wie ich sehe, könnt Ihr wirklich sehr gut mit Pferden umgehen, Sophia. Heribert ist auch ganz begeistert von Eurer Arbeit, wie er mir eben verriet. Aber was Eure Kleidung betrifft...“
Der Kommandant verzog das Gesicht, wobei er sich grübelnd über das Kinn rieb. Der Mann sah Leanora für einen Moment mit ernster Miene ins Gesicht, bevor dieser Ausdruck wie eine alterschwache Steinmauer zusammenbrach und einem schelmischen Grinsen Platz machte. „Nun, diese Hosen stehen Euch doch ausgezeichnet. Vielleicht nicht besonders weiblich, aber für so ein altes Bauernmädel wie Euch doch sehr passend, oder?“
Neranos lachte Leanora freudestrahlend an, wobei auch etwas neckendes in seinem Blick lag. Er brauchte einen Moment, um sich wieder zu fangen. „Verzeiht, werte Dame. Aber das kam so über mich. Irgendwie weckt Ihr den kleinen Jungen in mir zu neuem Leben. Aber verratet mir, weshalb Ihr in einer Garnison voller schwerbewaffneter Templer eine Leibwächter benötigt und dann auch noch Heribert? Ich möchte doch meinen, dass dies der sicherste Ort auf der Welt sein müsste, nicht wahr? Oder hat Euch etwa eines dieser bösen, bösen Pferde gebissen? Wenn ja, dann werde ich dieses ungezogene Tier für seine Schandtat angemessen bestrafen!“
Bei seinen Worten hob er mahnend den Zeigefinger, doch gleichzeitig legte sich auch wieder diese neckische Grinsen auf seine Lippen.
#1694
Posté 01 mars 2011 - 07:07
Lea war inzwischen fertig geworden mit dem Tier und gab ihm nochmal einen liebevollen Klaps, bevor sie hinaus auf die Stallgasse trat und nun endgütltig dem Kommandanten in die Augen sehen konnte.
"Ich hab nichts gegen die Hosen, Sengaal, ein paar Nummern kleiner wäre sie wirklich ideal", neckte sie zurück. Sie mußte sogar schmunzeln, als er fragte, ob sie in der Umgebung schwer bewaffneter Templer einen Leibwächter brauchen würde.
"Nein, Sengaal, kein Pferd. Die sind allesamt lieb und zutraulich. Eher eine zweibeinige Gestalt, die eigentlich auch nichts in den Ställen der Templer verloren hat."
Sie schaute ihn ernst an, bevor sie fortfuhr. "Sagt Euch Bruder Renaldo etwas? Dieser hatte mich schon am ersten Abend bedrängt, dem Erbauer sei Dank, dass Bruder Castillá im rechten Moment aufgetaucht ist. Und vorhin hat er sich einfach hereingeschlichen ... wäre Heribert nicht gewesen hätte er sich wohl an mir vergangen. Auch er ist im rechten Moment in den Stall zurück gekommen, da hat der liebe Bruder Renaldo aber schnell Fersengeld gegeben. Und ich weiß nicht, wie ich mich dagegen wehren kann ohne ihn ernsthaft zu verletzen. Aber man muß sich doch das nicht gefallen lassen? Erst recht nicht, wenn man eine angehende Schwester des Ordens ist?"
"Ich hab nichts gegen die Hosen, Sengaal, ein paar Nummern kleiner wäre sie wirklich ideal", neckte sie zurück. Sie mußte sogar schmunzeln, als er fragte, ob sie in der Umgebung schwer bewaffneter Templer einen Leibwächter brauchen würde.
"Nein, Sengaal, kein Pferd. Die sind allesamt lieb und zutraulich. Eher eine zweibeinige Gestalt, die eigentlich auch nichts in den Ställen der Templer verloren hat."
Sie schaute ihn ernst an, bevor sie fortfuhr. "Sagt Euch Bruder Renaldo etwas? Dieser hatte mich schon am ersten Abend bedrängt, dem Erbauer sei Dank, dass Bruder Castillá im rechten Moment aufgetaucht ist. Und vorhin hat er sich einfach hereingeschlichen ... wäre Heribert nicht gewesen hätte er sich wohl an mir vergangen. Auch er ist im rechten Moment in den Stall zurück gekommen, da hat der liebe Bruder Renaldo aber schnell Fersengeld gegeben. Und ich weiß nicht, wie ich mich dagegen wehren kann ohne ihn ernsthaft zu verletzen. Aber man muß sich doch das nicht gefallen lassen? Erst recht nicht, wenn man eine angehende Schwester des Ordens ist?"
Modifié par Bellandyrs, 01 mars 2011 - 07:08 .
#1695
Posté 01 mars 2011 - 08:45
„Ihr meint das ernst, nicht wahr? Das ist jetzt kein schlechter Scherz von Euch, oder?“ meinte Neranos mit ernster Stimme und trat direkt vor Leanora, wo er ihr Gesicht in seine Hände nahm und sanft mit seinen Daumen über ihre Wangen strich. Doch ein Blick in ihre Augen verriet dem Kommandanten, dass es die Frau todernst meinte, was seine Hände zum Zittern brachte. Wut kochte in ihm hoch und ließ sein ansonsten so gelassenes Gemüt überschäumen. Er löste sich von Leanora und wandte sich ab, wobei Zornesröte in sein Gesicht stieg. Wutendbrand schlug er schließlich gegen einen Stützbalken.
„Dieser elende Schuft!“ tobte der Mann böse. „Ich könnte ihn vierteilen lassen für diese perfide Art, Eure Ehre beschmutzen zu wollen! Auf ewig verflucht möge er sein für diese Schandtat!“
Neranos fluchte noch eine Weile vor sich hin, bevor er sich wieder in der Gewalt hatte und sich erneut Leanora zuwandte. „Verzeiht meinen Ausbruch, werte Sophia, doch ein solches Verhalten widert mich zutiefst an. Aber um auf Eure Frage zurückzukommen, ja, ich kenne diesen Renaldo, wenn auch nur flüchtig. Er ist der Neffe der Ehrwürdigen Mutter und Gerüchten zufolge, soll er es mit der Keuschheit auch nicht sehr genau nehmen. Doch ich hätte niemals gedacht, dass er so weit gehen und seine Gelüste mit Gewalt einfordern würde.“
Sein Gesicht nahm einen traurigen Ausdruck an, während er noch einen Schritt auf die Frau zutat, ihre Hände in die seinen legte und ihr tief in die Augen sah. „Es tut mir in der Seele weh, doch leider kann ich Euch nicht helfen, so gerne ich das auch tun würde. Ich unterstehe der Kirche und meine Zuständigkeit endet außerhalb der Kaserne dieses Ordens. Und ohne Beweise kann ich nichts gegen diesen Abschaum unternehmen, auch wenn ich Euch jedes Wort glaube, was Ihr mir erzählt habt. Doch hier geht es nicht um mich, sondern um die Kirchenobrigkeit. Und die Ehrwürdige Mutter wird ihrem Neffen eher glauben, als einer einfachen Schwester, noch dazu einer, die gerade erst der Kirche beigetreten ist.“
Doch schon einen Augenblick später umspielte ein zaghaftes Lächeln die Lippen des Kommandanten. „Aber bitte, verzweifelt jetzt nicht, werte Sophia. Denn wir haben einen gemeinsamen Verbündeten, und zwar Bruder Castillá. Soviel ich weiß, hat er etwas gegen diesen Renaldo und sucht schon lange nach einem Grund, diesen Wichtigtuer aus der Kirche verstoßen zu können. Ihr solltet unbedingt mit ihm über dieses Thema sprechen, ich bin mir sicher er kann Euch weiterhelfen. Ich würde es ja für Euch tun, aber es soll ja nicht gleich jeder erfahren, dass wir uns in der kurzen Zeit, die wir uns ja jetzt erst kennen, doch schon recht nahe gekommen sind, findet Ihr nicht auch?“
„Dieser elende Schuft!“ tobte der Mann böse. „Ich könnte ihn vierteilen lassen für diese perfide Art, Eure Ehre beschmutzen zu wollen! Auf ewig verflucht möge er sein für diese Schandtat!“
Neranos fluchte noch eine Weile vor sich hin, bevor er sich wieder in der Gewalt hatte und sich erneut Leanora zuwandte. „Verzeiht meinen Ausbruch, werte Sophia, doch ein solches Verhalten widert mich zutiefst an. Aber um auf Eure Frage zurückzukommen, ja, ich kenne diesen Renaldo, wenn auch nur flüchtig. Er ist der Neffe der Ehrwürdigen Mutter und Gerüchten zufolge, soll er es mit der Keuschheit auch nicht sehr genau nehmen. Doch ich hätte niemals gedacht, dass er so weit gehen und seine Gelüste mit Gewalt einfordern würde.“
Sein Gesicht nahm einen traurigen Ausdruck an, während er noch einen Schritt auf die Frau zutat, ihre Hände in die seinen legte und ihr tief in die Augen sah. „Es tut mir in der Seele weh, doch leider kann ich Euch nicht helfen, so gerne ich das auch tun würde. Ich unterstehe der Kirche und meine Zuständigkeit endet außerhalb der Kaserne dieses Ordens. Und ohne Beweise kann ich nichts gegen diesen Abschaum unternehmen, auch wenn ich Euch jedes Wort glaube, was Ihr mir erzählt habt. Doch hier geht es nicht um mich, sondern um die Kirchenobrigkeit. Und die Ehrwürdige Mutter wird ihrem Neffen eher glauben, als einer einfachen Schwester, noch dazu einer, die gerade erst der Kirche beigetreten ist.“
Doch schon einen Augenblick später umspielte ein zaghaftes Lächeln die Lippen des Kommandanten. „Aber bitte, verzweifelt jetzt nicht, werte Sophia. Denn wir haben einen gemeinsamen Verbündeten, und zwar Bruder Castillá. Soviel ich weiß, hat er etwas gegen diesen Renaldo und sucht schon lange nach einem Grund, diesen Wichtigtuer aus der Kirche verstoßen zu können. Ihr solltet unbedingt mit ihm über dieses Thema sprechen, ich bin mir sicher er kann Euch weiterhelfen. Ich würde es ja für Euch tun, aber es soll ja nicht gleich jeder erfahren, dass wir uns in der kurzen Zeit, die wir uns ja jetzt erst kennen, doch schon recht nahe gekommen sind, findet Ihr nicht auch?“
#1696
Posté 02 mars 2011 - 05:02
Vernita schleppte sich durch die verwinkelten Gassen Denerims. Der Feuerball hatte sie schwerer getroffen, als es zunächst den Anschein hatte. Auch wenn die Flammen selbst ihre Rüstung nicht durchdringen konnten, so hatte sie sich durch die Detonation wohl einige Rippen geprellt. So kämpfte sie sich weiter in Richtung ihres neuen Verstecks, wobei ihr Brustkorb von unsagbaren Schmerzen durchdrungen wurde.
Als ihr auffiel, dass sie verfolgt wurde, schlug sie einen anderen Weg ein. Sie flüchtete in Richtung des Marktplatzes, auf dem zu dieser Tageszeit sicher schon reger Verkehr herrschte. Dort könnte sie in der Masse untertauchen. Selbst erfahrenen Spürhunden sollte es schwer fallen in diesem Gedränge an ihr dran zu bleiben.
Sie erreichte bald darauf ihr Ziel und sah ihre Vermutung bestätigt. Auf dem großen Platz tummelten sich unzählige Menschen, Elfen und auch einige Zwerge. Es herrschte ein heilloses Durcheinander. Geschrei hier, Gefeilsche dort, es war einfach perfekt. Sie schlüpfte in das Gedränge hinein, verschmolz mit der Masse und bewegte sich geschmeidig an den vielen Körpern vorbei, die sich überall gleichzeitig zu befinden schienen.
Nachdem sie mehrmals die Richtung gewechselt hatte, verließ sie den Marktplatz wieder über eine der Nebenstraßen. Die Elfe bewegte sich weiter, wobei sie sich ständig umsah, doch anscheinend hatte sie ihre Verfolger abgeschüttelt. So machte sie sich umgehend auf den Weg zum Hafen. Gegen Mittag traf sie schließlich dort ein.
Sie humpelte zum Lagerhaus, während sie sich die ganze Zeit über den Oberkörper hielt. Vernita betrat das Versteck und ging dann schnurstracks zu Rowan und Sareth hinüber. Wütend funkelten ihre Augen die beiden an. Sie konnte es nicht erklären, aber deren bisher erfolglosen Versuche, die Söldner aufzuspüren, versetzten sie in diesem Moment ungemein in Rage. Ihre Verletzung spielte dabei sicher eine tragende Rolle.
„Wann gedenkt ihr beiden eigentlich endlich mal, diese verdammten Söldner zu finden! Eure Inkompetenz hätte mir heute fast das Leben gekostet! Seht gefälligst zu, dass ihr mal was auf die Reihe bekommt, anstatt nur zusammen um die Häuser zu ziehen, sonst…“
Die Elfe stöhnte schmerzerfüllt auf, bevor sie sich neben den beiden zu Boden fallen ließ. Mit verzerrtem Gesicht fing sie an, sich von ihrer Rüstung zu befreien. „Dieser elende Bastard hat mich ganz schön erwischt“, stöhnte sie vor sich hin.
Als ihr auffiel, dass sie verfolgt wurde, schlug sie einen anderen Weg ein. Sie flüchtete in Richtung des Marktplatzes, auf dem zu dieser Tageszeit sicher schon reger Verkehr herrschte. Dort könnte sie in der Masse untertauchen. Selbst erfahrenen Spürhunden sollte es schwer fallen in diesem Gedränge an ihr dran zu bleiben.
Sie erreichte bald darauf ihr Ziel und sah ihre Vermutung bestätigt. Auf dem großen Platz tummelten sich unzählige Menschen, Elfen und auch einige Zwerge. Es herrschte ein heilloses Durcheinander. Geschrei hier, Gefeilsche dort, es war einfach perfekt. Sie schlüpfte in das Gedränge hinein, verschmolz mit der Masse und bewegte sich geschmeidig an den vielen Körpern vorbei, die sich überall gleichzeitig zu befinden schienen.
Nachdem sie mehrmals die Richtung gewechselt hatte, verließ sie den Marktplatz wieder über eine der Nebenstraßen. Die Elfe bewegte sich weiter, wobei sie sich ständig umsah, doch anscheinend hatte sie ihre Verfolger abgeschüttelt. So machte sie sich umgehend auf den Weg zum Hafen. Gegen Mittag traf sie schließlich dort ein.
Sie humpelte zum Lagerhaus, während sie sich die ganze Zeit über den Oberkörper hielt. Vernita betrat das Versteck und ging dann schnurstracks zu Rowan und Sareth hinüber. Wütend funkelten ihre Augen die beiden an. Sie konnte es nicht erklären, aber deren bisher erfolglosen Versuche, die Söldner aufzuspüren, versetzten sie in diesem Moment ungemein in Rage. Ihre Verletzung spielte dabei sicher eine tragende Rolle.
„Wann gedenkt ihr beiden eigentlich endlich mal, diese verdammten Söldner zu finden! Eure Inkompetenz hätte mir heute fast das Leben gekostet! Seht gefälligst zu, dass ihr mal was auf die Reihe bekommt, anstatt nur zusammen um die Häuser zu ziehen, sonst…“
Die Elfe stöhnte schmerzerfüllt auf, bevor sie sich neben den beiden zu Boden fallen ließ. Mit verzerrtem Gesicht fing sie an, sich von ihrer Rüstung zu befreien. „Dieser elende Bastard hat mich ganz schön erwischt“, stöhnte sie vor sich hin.
#1697
Posté 02 mars 2011 - 06:44
Lydia beobachtete Vernita , als diese sich neben Rowan und dem Krieger fallen lies . Sie knabberte weiter an ihrem Apfel und rutschte schließlich von der Kiste um Verbandszeug zu suchen und Vernita zu helfen - sie hatte eben ein gutes Herz .
" Vernita , jetzt verhaltet euch ruhig , ich verbinde euch . " Sagte Lydia und entrollte ein kleines Lederetui neben ihr . Darin befanden sich einige Leinenbinden und Salben .
Sie entrollte eine der Binden und wartete , bis Vernita sich beruhigt hatte und ihre Rüstung abgelegt hatte . " So und nun haltet still , ich tu , was ich kann . "
" Vernita , jetzt verhaltet euch ruhig , ich verbinde euch . " Sagte Lydia und entrollte ein kleines Lederetui neben ihr . Darin befanden sich einige Leinenbinden und Salben .
Sie entrollte eine der Binden und wartete , bis Vernita sich beruhigt hatte und ihre Rüstung abgelegt hatte . " So und nun haltet still , ich tu , was ich kann . "
#1698
Posté 02 mars 2011 - 07:56
Rowan verzog ärgerlich die Miene ob der Anschuldigungen der Elfe, doch sie verlor kein Wort darüber. Mit einem Satz schwang sie sich in die Hocke neben die Frau und begutachtete sie, nachdem sie ihre Rüstung abgelegt hatte. Das Mädchen war dabei, ihr Verbandszeug auszupacken, doch Rowan konnte keine äußeren Verletzungen sehen. Die Rüstung war leicht rußig verfärbt und ließ darauf schließen, dass die Elfe mit Feuer in Kontakt gekommen war. Außerdem schien ihr das Atmen Schmerzen zu bereiten.
Energisch schob sie das Mädchen zu Seite.
„Was ist passiert?“
Sie betastete den Brustkorb von Vernita und scherte sie sich nicht darum, vorsichtig zu sein.
„Ich denke, ihr habt euch ein paar Rippen gebrochen.“
Rowan nahm dem Mädchen eine Bandage ab, die diese gerade in der Hand hielt und sah die Elfe abwartend an.
„Wenn ihr euer Hemd auszieht, dann kann ich euch einen Stützverband anlegen. Und wenn ihr keinen Heiltrank habt, dann solltet ihr zusehen, dass ihr euch so wenig wie möglich bewegt, damit die Rippen wieder zusammenwachsen können.“
Sie warf einen spöttischen Blick über die Schulter zu der Magierin, die sich ebenfalls schlafen gelegt hatte.
„Oder ihr lasst euch von ihr wieder zusammen flicken.“
Energisch schob sie das Mädchen zu Seite.
„Was ist passiert?“
Sie betastete den Brustkorb von Vernita und scherte sie sich nicht darum, vorsichtig zu sein.
„Ich denke, ihr habt euch ein paar Rippen gebrochen.“
Rowan nahm dem Mädchen eine Bandage ab, die diese gerade in der Hand hielt und sah die Elfe abwartend an.
„Wenn ihr euer Hemd auszieht, dann kann ich euch einen Stützverband anlegen. Und wenn ihr keinen Heiltrank habt, dann solltet ihr zusehen, dass ihr euch so wenig wie möglich bewegt, damit die Rippen wieder zusammenwachsen können.“
Sie warf einen spöttischen Blick über die Schulter zu der Magierin, die sich ebenfalls schlafen gelegt hatte.
„Oder ihr lasst euch von ihr wieder zusammen flicken.“
#1699
Posté 02 mars 2011 - 10:50
Lea hatte mit allem gerechnet, aber nicht mit einem Wutausbruch des Kommandanten. Unsicher sah sie ihn an, nicht wissend, was sie nun tun sollte. Als dieser sich bei ihr entschuldigte, meinte sie:
"Es gibt nichts wofür Ihr Euch entschuldigen müßtet, Kommandant. Ich dachte auch nicht, dass Renaldo Gewalt anwenden würde, ich habe ihn angefleht, mich los zu lassen, um mich getreten... wie gesagt, es war mein Glück, dass Heribert in dem Augenblick in den Stall zurück kam."
Grübelnd hörte sie Sengaal zu, als dieser meinte, sie sollte sich an Bruder Castillá wenden, und dass er ohne Beweise nichts unternehmen könnte.
"Denkt Ihr, dass mir Bruder Castillá da wirklich helfen kann? Schließlich habe ich keine Beweise, wie Ihr schon so treffend bemerkt habt. Und um ehrlich zu sein, lege ich es nicht darauf an, Beweise zu sammeln." Ihr wurde übel bei dem Gedanken, dass sie ein zufälliges Treffen arrangieren sollte, wo er dann auf frischer Tat ertappt werden würde. Man konnte dies auch anders rum auslegen, und Renaldo hatte einflußreiche Freunde. Zudem würde sie damit unnötige Aufmerksamkeit auf sich ziehen, nicht nur im Kloster. Sollte so etwas Folgen für Renaldo haben, würde darüber bald ganz Denerim Bescheid wissen - und damit auch, wem er seinen Rauswurf zu verdanken hätte.
Sie steckte ganz schön in der Zwickmühle.
Leise seufzte sie auf.
"Ich habe Angst Sengaal, dass er mir noch einmal auflauert. Was, wenn ich das nächste mal nicht soviel Glück habe? Zum Glück hat mir Heribert vorhin einen Trick verraten, welchen wohl jeden Mann für kurze Zeit ausser Gefecht setzt - und mir damit die Möglichkeit zur Flucht geben wird. Ich denke, das wird dann meine einzige Chance sein."
Sie strich ihm zart über die Wange. "Und Ihr habt Recht, es muß nicht jeder erfahren, wie zugetan wir uns sind."
Lea lächelte Neranos an, und in ihrem Blick lag all die Wärme ihrer Gefühle zu ihm. Bei ihm fühlte sie sich beschützt und geborgen. Wieder einmal versank sie in seinen Augen, und die Zeit schien still zu stehen.
Erst als ein Huf gegen eine Boxentür donnerte, fand sie wieder in die Wirklichkeit zurück, und hastig blickte sie sich um, woher das Geräusch kam. Kurz darauf sah sie zwei Boxen weiter einen Braunen stehen, die Ohren angelegt, die Augen wild rollend, immer wieder die Hufe gegen die Tür donnernd. Schnell lief sie zu dem Tier hin, öffnete die Box und sah, wie das Pferd immer wieder in die Richtung seines Bauches biss, das Fell zeigte bereits Schweißflecken.
"Beim Erbauer, das sieht nicht gut aus," murmelte Lea. Doch dann kam Leben in sie, und mechanisch rief sie zu Heribert:
"Ich brauche sofort einen Führ-Strick, Halfter hat der Gute ja zum Glück an! Schnell!"
Sie hob einen Büschel Stroh vom Boden auf, wickelte diesen zusammen, strich dem Pferd dabei mit massageartigen Bewegungen über den Bauch und redete beruhigend darauf ein.
Es war nicht die erste Kolik, die sie bei einem Pferd miterlebte. Lea wußte, was zu tun war.
Heribert stand schon mit dem Strick in der Hand neben ihr, welchen Lea ihm sofort aus der Hand nahm und am Halfter befestigte.
"Nun komm mein Braver, das kriegen wir schon wieder hin... halt bloß durch!"
Sie führte den Braunen aus der Box hinaus ins Freie, wo sie eine Runde nach der nächsten mit ihm im Schritt dahinging. Lea achtete darauf, dass er nicht mehr nach dem Bauch schnappte, und konnte nur hoffen, dass die Bewegung die Darmtätigkeit des Pferdes bald wieder in Gang brachte.
"Es gibt nichts wofür Ihr Euch entschuldigen müßtet, Kommandant. Ich dachte auch nicht, dass Renaldo Gewalt anwenden würde, ich habe ihn angefleht, mich los zu lassen, um mich getreten... wie gesagt, es war mein Glück, dass Heribert in dem Augenblick in den Stall zurück kam."
Grübelnd hörte sie Sengaal zu, als dieser meinte, sie sollte sich an Bruder Castillá wenden, und dass er ohne Beweise nichts unternehmen könnte.
"Denkt Ihr, dass mir Bruder Castillá da wirklich helfen kann? Schließlich habe ich keine Beweise, wie Ihr schon so treffend bemerkt habt. Und um ehrlich zu sein, lege ich es nicht darauf an, Beweise zu sammeln." Ihr wurde übel bei dem Gedanken, dass sie ein zufälliges Treffen arrangieren sollte, wo er dann auf frischer Tat ertappt werden würde. Man konnte dies auch anders rum auslegen, und Renaldo hatte einflußreiche Freunde. Zudem würde sie damit unnötige Aufmerksamkeit auf sich ziehen, nicht nur im Kloster. Sollte so etwas Folgen für Renaldo haben, würde darüber bald ganz Denerim Bescheid wissen - und damit auch, wem er seinen Rauswurf zu verdanken hätte.
Sie steckte ganz schön in der Zwickmühle.
Leise seufzte sie auf.
"Ich habe Angst Sengaal, dass er mir noch einmal auflauert. Was, wenn ich das nächste mal nicht soviel Glück habe? Zum Glück hat mir Heribert vorhin einen Trick verraten, welchen wohl jeden Mann für kurze Zeit ausser Gefecht setzt - und mir damit die Möglichkeit zur Flucht geben wird. Ich denke, das wird dann meine einzige Chance sein."
Sie strich ihm zart über die Wange. "Und Ihr habt Recht, es muß nicht jeder erfahren, wie zugetan wir uns sind."
Lea lächelte Neranos an, und in ihrem Blick lag all die Wärme ihrer Gefühle zu ihm. Bei ihm fühlte sie sich beschützt und geborgen. Wieder einmal versank sie in seinen Augen, und die Zeit schien still zu stehen.
Erst als ein Huf gegen eine Boxentür donnerte, fand sie wieder in die Wirklichkeit zurück, und hastig blickte sie sich um, woher das Geräusch kam. Kurz darauf sah sie zwei Boxen weiter einen Braunen stehen, die Ohren angelegt, die Augen wild rollend, immer wieder die Hufe gegen die Tür donnernd. Schnell lief sie zu dem Tier hin, öffnete die Box und sah, wie das Pferd immer wieder in die Richtung seines Bauches biss, das Fell zeigte bereits Schweißflecken.
"Beim Erbauer, das sieht nicht gut aus," murmelte Lea. Doch dann kam Leben in sie, und mechanisch rief sie zu Heribert:
"Ich brauche sofort einen Führ-Strick, Halfter hat der Gute ja zum Glück an! Schnell!"
Sie hob einen Büschel Stroh vom Boden auf, wickelte diesen zusammen, strich dem Pferd dabei mit massageartigen Bewegungen über den Bauch und redete beruhigend darauf ein.
Es war nicht die erste Kolik, die sie bei einem Pferd miterlebte. Lea wußte, was zu tun war.
Heribert stand schon mit dem Strick in der Hand neben ihr, welchen Lea ihm sofort aus der Hand nahm und am Halfter befestigte.
"Nun komm mein Braver, das kriegen wir schon wieder hin... halt bloß durch!"
Sie führte den Braunen aus der Box hinaus ins Freie, wo sie eine Runde nach der nächsten mit ihm im Schritt dahinging. Lea achtete darauf, dass er nicht mehr nach dem Bauch schnappte, und konnte nur hoffen, dass die Bewegung die Darmtätigkeit des Pferdes bald wieder in Gang brachte.
Modifié par Bellandyrs, 03 mars 2011 - 07:07 .
#1700
Posté 03 mars 2011 - 03:55
Neranos wollte Leanora gerade in den Arm nehmen und fest an sich drücken, als eines der Pferde gegen seine Boxentür trat. Schnell löste sich die Frau von ihm und eilte zu dem Tier, auch Heribert war schnell heran und reichte ihr ein Führungsseil, womit sie den Braunen aus dem Stall herausführte.
Er folgte ihr und beobachtete sie dabei, wie sie das Pferd in Bewegung hielt. Sie verstand wirklich eine Menge von diesen Tieren, das musste Neranos neidlos anerkennen. Es war beim Erbauer kein Fehler gewesen, sie seinem Stallvorsteher zu empfehlen. Nachdem er Leanora eine Weile von der Stalltür aus zugeschaut hatte, gesellte er sich schließlich zu ihr und ging neben ihr her.
„Ich muss jetzt leider wieder gehen, werte Sophia“, meinte er wehmütig. „Und Ihr seid ja im Moment ebenfalls sehr beschäftigt.“
Ein warmes Lächeln legte sich kurzzeitig auf seine Gesichtszüge, bevor er wieder ernst wurde. „Und Ihr solltet wirklich mit Bruder Castllá über die Sache mit diesem elenden Renaldo sprechen. Ihm wird sicher was einfallen, wie er Euch helfen kann. Ich werde Euch noch im Laufe des Tages durch meinen Diener etwas zukommen lassen, mit dem Ihr Euch besser gegen diesen Schuft zur Wehr setzen könnt. Einen schönen Tag wünsche ich Euch noch. Wir sehen uns hoffentlich bald wieder.“
Er drückte noch einmal kurz ihre Hand, bevor er sich abwandte und zu Heribert hinüberging. Nach einem kurzen Gespräch mit dem Stallvorsteher, verschwand der Kommandant wieder durch die Stalltür.
___________________________________________________________________________
Vernita wollte Lydia gerade schon anbölken, welche Verletzung sie da eigentlich verbinden wollte, da sie ja überhaupt nicht blutete, als Rowan sich einmischte und das Mädchen zur Seite schob. Die Elfe hatte ihren Brustharnisch bereist abgelegt und zog sich nun auch ihr Unterhemd über den Kopf.
„Nun, ich hatte gerade eine kleine Begegnung mit unseren Söldnerfreunden“, stöhnte sie unter Schmerzen mit einem sarkastischen Grinsen auf den Lippen. „Und deren Anführer meinte wohl, mir wäre kalt und wollte mir ein hübsches Feuerchen entfachen. Dummerweise hielt er mich für das Brennmaterial, er ist offenbar ein ziemlich mächtiger Magier. Nur Wades feuerresistente Rüstung hat mich davor bewahrt, bei lebendigem Leibe geröstet zu werden. Legt mir jetzt erst einmal den Stützverband an. Auch wenn ich keine Zeit dafür habe, hier tagelang herumzuliegen. Sobald Neria erwacht, soll sie sich um meine Rippen kümmern.“
Vernita hob die Arme und ließ sich von der blondhaarigen Frau einen strammen Verband anlegen. Währenddessen sprach sie einfach weiter.
„Doch kommen wir zu dem, was ich herausgefunden habe. Azoth und sein Kumpel Kylar scheinen sich aus dem Staub gemacht zu haben. Wusste schon immer, dass auf diesen verdammten Bastard kein Verlass ist. Zumindest sind sie den Söldnern nicht in die Hände geraten und plaudern aus, wo wir uns gerade befinden. Der Schmied Harold hatte allerdings nicht so viel Glück. Der dürfte inzwischen das Zeitliche gesegnet haben. Die Söldner selbst…“
Die Elfe stöhnte kurz auf, als Rowan die Bandage festzog, redete dann aber unvermindert weiter. „…sind zu sechst. Neben diesem Magier gehören noch ein ziemlich flinker Qunari dazu, sowie ein kräftiger, blondhaariger Kerl. Zwei weitere von ihnen sind wohl Zwillinge, die vom Gesicht her aussehen, als wären es noch Kinder. Und diese Bälger trugen Azoths und Miandras Rüstungen. Wenn es die Zwillinge sind, von denen ich schon einmal gehört habe, dann ist es nur eine Frage der Zeit, bis die uns hier aufspüren. Das sind verdammte Bluthunde. Und die letzte im Bunde ist, oder besser gesagt war eine axtschwingende Zwergin, aber um die brauchen wir uns keine Sorgen mehr zu machen. Die konnte ich mittels eines Tricks beseitigen. Von der dürfte inzwischen nur noch Asche übrig bleiben. Trotz dieses Teilerfolges dürfen wir nicht locker lassen, sonst erwischen uns diese Typen noch auf dem falschen Fuß. Und deshalb ist es auch so wichtig, dass Ihr diese Bande aufstöbert, Rowan. Fangt am besten damit an, mir diese Elfe zu bringen, der Ihr letzte Nacht begegnet seid. Sollte sie was mit diesen Kerlen zu tun haben, dann will ich sie mir mal ordentlich zur Brust nehmen. Doch jetzt ruhe ich mich erst einmal etwas aus. Ein kleines Schläfchen wird mir jetzt sicher gut tun.“
Die Elfe rappelte sich auf und humpelte zu ihrer provisorischen Schlafstätte hin, wo sie sich stöhnend niederließ und die Reste ihrer Rüstung ablegte. Anschließend legte sie sich hin, um ein wenig zu schlafen. Die Anstrengungen der letzten Nacht und des heutigen Morgen forderten ihren Tribut.
Er folgte ihr und beobachtete sie dabei, wie sie das Pferd in Bewegung hielt. Sie verstand wirklich eine Menge von diesen Tieren, das musste Neranos neidlos anerkennen. Es war beim Erbauer kein Fehler gewesen, sie seinem Stallvorsteher zu empfehlen. Nachdem er Leanora eine Weile von der Stalltür aus zugeschaut hatte, gesellte er sich schließlich zu ihr und ging neben ihr her.
„Ich muss jetzt leider wieder gehen, werte Sophia“, meinte er wehmütig. „Und Ihr seid ja im Moment ebenfalls sehr beschäftigt.“
Ein warmes Lächeln legte sich kurzzeitig auf seine Gesichtszüge, bevor er wieder ernst wurde. „Und Ihr solltet wirklich mit Bruder Castllá über die Sache mit diesem elenden Renaldo sprechen. Ihm wird sicher was einfallen, wie er Euch helfen kann. Ich werde Euch noch im Laufe des Tages durch meinen Diener etwas zukommen lassen, mit dem Ihr Euch besser gegen diesen Schuft zur Wehr setzen könnt. Einen schönen Tag wünsche ich Euch noch. Wir sehen uns hoffentlich bald wieder.“
Er drückte noch einmal kurz ihre Hand, bevor er sich abwandte und zu Heribert hinüberging. Nach einem kurzen Gespräch mit dem Stallvorsteher, verschwand der Kommandant wieder durch die Stalltür.
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Vernita wollte Lydia gerade schon anbölken, welche Verletzung sie da eigentlich verbinden wollte, da sie ja überhaupt nicht blutete, als Rowan sich einmischte und das Mädchen zur Seite schob. Die Elfe hatte ihren Brustharnisch bereist abgelegt und zog sich nun auch ihr Unterhemd über den Kopf.
„Nun, ich hatte gerade eine kleine Begegnung mit unseren Söldnerfreunden“, stöhnte sie unter Schmerzen mit einem sarkastischen Grinsen auf den Lippen. „Und deren Anführer meinte wohl, mir wäre kalt und wollte mir ein hübsches Feuerchen entfachen. Dummerweise hielt er mich für das Brennmaterial, er ist offenbar ein ziemlich mächtiger Magier. Nur Wades feuerresistente Rüstung hat mich davor bewahrt, bei lebendigem Leibe geröstet zu werden. Legt mir jetzt erst einmal den Stützverband an. Auch wenn ich keine Zeit dafür habe, hier tagelang herumzuliegen. Sobald Neria erwacht, soll sie sich um meine Rippen kümmern.“
Vernita hob die Arme und ließ sich von der blondhaarigen Frau einen strammen Verband anlegen. Währenddessen sprach sie einfach weiter.
„Doch kommen wir zu dem, was ich herausgefunden habe. Azoth und sein Kumpel Kylar scheinen sich aus dem Staub gemacht zu haben. Wusste schon immer, dass auf diesen verdammten Bastard kein Verlass ist. Zumindest sind sie den Söldnern nicht in die Hände geraten und plaudern aus, wo wir uns gerade befinden. Der Schmied Harold hatte allerdings nicht so viel Glück. Der dürfte inzwischen das Zeitliche gesegnet haben. Die Söldner selbst…“
Die Elfe stöhnte kurz auf, als Rowan die Bandage festzog, redete dann aber unvermindert weiter. „…sind zu sechst. Neben diesem Magier gehören noch ein ziemlich flinker Qunari dazu, sowie ein kräftiger, blondhaariger Kerl. Zwei weitere von ihnen sind wohl Zwillinge, die vom Gesicht her aussehen, als wären es noch Kinder. Und diese Bälger trugen Azoths und Miandras Rüstungen. Wenn es die Zwillinge sind, von denen ich schon einmal gehört habe, dann ist es nur eine Frage der Zeit, bis die uns hier aufspüren. Das sind verdammte Bluthunde. Und die letzte im Bunde ist, oder besser gesagt war eine axtschwingende Zwergin, aber um die brauchen wir uns keine Sorgen mehr zu machen. Die konnte ich mittels eines Tricks beseitigen. Von der dürfte inzwischen nur noch Asche übrig bleiben. Trotz dieses Teilerfolges dürfen wir nicht locker lassen, sonst erwischen uns diese Typen noch auf dem falschen Fuß. Und deshalb ist es auch so wichtig, dass Ihr diese Bande aufstöbert, Rowan. Fangt am besten damit an, mir diese Elfe zu bringen, der Ihr letzte Nacht begegnet seid. Sollte sie was mit diesen Kerlen zu tun haben, dann will ich sie mir mal ordentlich zur Brust nehmen. Doch jetzt ruhe ich mich erst einmal etwas aus. Ein kleines Schläfchen wird mir jetzt sicher gut tun.“
Die Elfe rappelte sich auf und humpelte zu ihrer provisorischen Schlafstätte hin, wo sie sich stöhnend niederließ und die Reste ihrer Rüstung ablegte. Anschließend legte sie sich hin, um ein wenig zu schlafen. Die Anstrengungen der letzten Nacht und des heutigen Morgen forderten ihren Tribut.





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