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Die freie Wildnis von Ferelden (Dragon Age RP)


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2750 réponses à ce sujet

#1701
Bellandyrs

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Lea blutete das Herz, als Sengaal wieder ging, sie hätte so gerne mit ihm geredet, und zuvor hatte es den Anschein gehabt, als wollte er sie in seine Arme ziehen, bevor der Braune sie in die Wirklichkeit zurückgeholt hatte. Aber die Gesundheit des edlen Tieres ging vor.
So nickte sie ihm zum Abschied nur kurz zu und lächelte ihn an.
"Es tut mir leid, gerade nicht mehr Zeit zu haben, Sengaal. Ich glaube, die Mittags-Messe werde ich wohl versäumen, genau wie das Essen. Viel Erfolg heute auf der Parade. Auf den Braunen hier werdet ihr aber verzichten müssen", meinte sie noch abschließend, bevor Sengaal außer Hörweite war.

Heribert gesellte sich kurz danach zu ihr und meinte:
"Mädel, ich mach drinnen noch fertig, dann löse ich dich ab. Bis dahin dürfte es auch Zeit sein, zurück ins Kloster zu gehen und Futter zu fassen. Aber eines muß man dir lassen, tüchtig biste. Hat der Cheffe richtig gehandelt."
Er wandte sich um und ging zurück in den Stall, Lea wanderte weiterhin im Hof auf und ab und sprach dem Pferd beruhigend zu.
Sie freute sich über das Lob, welches sie von den beiden Männern erhalten hatte. Zudem fühlte sie sich tatsächlich wohl. Hier konnte sie vergessen, was ihr widerfahren war. Am liebsten wär sie gar nicht ins Kloster zurück gekehrt und hätte im Stall geschlafen, nur um bei den Pferden zu sein.

Ihr Magen knurrte langsam, und die Müdigkeit kam durch.
"Zum Glück muß ich keinen Dauerlauf machen, was mein Bester?" redete sie mit dem Braunen. "Schon komisch, ich weiß noch nicht einmal wie du heißt, aber das krieg ich auch noch raus... hatte nur keine Zeit mir die Namen einzuprägen die auf der Tür stehen."
Das Tier trottete neben Lea her und ließ die Ohren hängen, aber eines davon drehte sich ihr zu.
"Na, ich wußte doch dass du mir zuhörst", schmunzelte sie.

Ihre Gedanken flogen zurück zu Sengaal, wie liebevoll er sie angeblickt hatte. Sie war gespannt, was er ihr zu ihrer Verteidigung schicken würde. Und sie brauchte etwas, wie sie die Hilfe von Bruder Castillá in Anspruch nehmen konnte, ohne dass es herauskam, wer Renaldo Schwierigkeiten bereiten würde. Konnte sie sich auf die Verschwiegenheit des Bruders verlassen?

Vor sich hingrübelnd und immer wieder auf das Tier blickend wanderte sie weiter.

#1702
Kaysallie

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Miandra schlug die Augen auf als sie ein Windstoß zum Frösteln brachte. Sie muss wohl kurz eingenickt sein, doch sofort beschwerte sich ihr Rücken darüber sitzend auf einer Kiste und angelehnt an einer harten Holzwand gedöst zu haben. Kurz streckte sie sich, um die Muskeln zu entspannen, bevor sie sich gähnend die Augen rieb. Anschließend stand sie auf, um zurück in das Lagerhaus zu gehen. Denn letztlich hatte sich doch Hunger bei ihr breit gemacht, und natürlich um sich vor dem Wind zu schützen. Außerdem wäre es wohl unklug gewesen ein weiteres Mal vor dem Versteck einzuschlafen, denn auch wenn dieses Gebiet so leer wie eine Wüste schien, so wollte sie sich nicht auf diese Regel verlassen.

Miandra musste nur ein paar Schritte gehen, anschließend um die Ecke des Lagerhauses und schon hatte sie dessen Eingang gefunden.

Während sie die Türe hinter sich schloss, blickte sie sich kurz in dem Raum um, doch abgesehen davon, dass sich die Magierin schlafen gelegt hatte, Vernita von ihrem Ausflug zurück war und dieser gleich tat, schien sich im ersten Moment nichts geändert zu haben.

Erst als sie zu ihrem Schlafplatz zurückging und sich dort niederließ, erkannte sie, dass die Elfe einen Stützverband trug und widerstand dem Drang danach diese aufzuwecken und danach zu fragen was passiert sei. Das würde sie wohl noch früh genug erfahren. Aber warum war sie deswegen eigentlich so überrascht? Schließlich hatte sie doch genau mit so etwas gerechnet.

Miandra wandte den Blick ab und lehnte sich mit dem Rücken an die Wand hinter sich.

Aber wahrscheinlich sorgte der Funken an Hoffnung dafür, dass sie überrascht war. Doch scheinbar war es falsch zu glauben, dass sich nicht immer alles nur wiederholen würde, was bisher in ihrem Leben passiert war. Wie konnte sie nur so dumm sein, und überhaupt einen Gedanken daran verschwenden?

Urplötzlich hielt sie die Luft an, und bemerkte erst dabei, wie sehr ihr Puls raste. Vielleicht war es aus Wut, oder Aufregung, sie wusste es nicht. Doch genau in jenem Moment wurde ihr schlagartig alles klar. Noch nie hatte sie so viel über sich selbst und ihr Verhalten nachgedacht, wie in den letzten paar Tagen. Nie hatte sie es für nötig empfunden darüber nachzudenken. Und auf einmal lag alles klar auf der Hand, und all die Fragen schienen beantwortet.

Ja, alle. Denn nun wusste sie auch, wieso ihr Puls raste. Alles was sie die letzten Jahre und Wochen hinuntergeschluckt und verdrängt hatte, schien hochzukommen, wie ein unkontrollierbarer Schwall an Gefühlen, die sie niemals zulassen wollte und konnte. Sie spürte regelrecht, wie die Mauer, die so lange felsenfest gestanden hatte, und hinter der sie sich sicher fühlte, einen Riss bekam. Miandra fühlte sich, wie von einem Moment auf den anderen, angreifbar und schutzlos, merkte dass ihr all das zu viel zu werden schien und sich bereits Tränen in ihren Augen bildeten.

Ruckartig stand sie wieder auf, verließ im Eiltempo das Lagerhaus und ließ die Tür ungeschickt zu prallen, da sie nicht mit dem Windzug gerechnet hatte. Direkt neben dieser blieb sie stehen, drückte sich mit dem Rücken gegen die Lagerhauswand, atmete tief ein und aus und versuchte sich zu beruhigen.

Modifié par Kaysallie, 04 mars 2011 - 03:16 .


#1703
Aliens Crew

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Vernita schreckte auf, als sie das Schlagen einer Holztür hörte. Sie wusste nicht, wie lange sie geschlafen hatte, doch allzu lang konnte es nicht gewesen sein, da die anderen noch genauso zusammensaßen, wie sie es schon zuvor getan hatten. Auch die Untätigkeit ihrer Gefährten war für die Elfe ein sicheres Zeichen, dass dieses Geräusch kein Zeichen für einen Angriff war, wie sie es zuvor schon gefürchtet hatte. Vielleicht war sie nach der unerfreulichen Begegnung mit den Söldnern auch nur etwas schreckhaft geworden. Es war egal. Zumindest war sie froh darüber, dass ihr dieser Zusammenprall ihre Wachsamkeit zurückgebracht hatte, die sie schon für verloren geglaubt hatte, seit...nun, seit Miandra. Besser gesagt, seit sie sich in diese Frau verliebt hatte.
 
Wo sie gerade an die schwarzhaarige Frau dachte, fiel Vernita auf, dass sie diese nicht unter den Anwesenden ausmachen konnte. War sie es vielleicht gewesen, die nach draußen gegangen war und die Tür zugeknallt hatte. Diese konnte sich ja schließlich nicht von selbst geöffnet haben. Trotz der Schmerzen in ihrer Brust beschloss die Elfe, der Sache auf den Grund zu gehen. Dabei störte sie es sie auch nicht, dass sie bis auf ihre Unterhose nichts anhatte.
 
Stöhnend rappelte sich Vernita auf. Als sie auf ihren Füssen stand, blieb sie einen Moment lang stehen, wobei sie sich mit den Händen auf ihren Oberschenkeln abstützte und schwer ein- und ausatmete. Ein kurzer Blick zu Neria zeigte ihr, dass die Magierin noch tief und fest schlief.
 
‚Wird Zeit, dass die kleine Hexe wach wird, damit sie sich mal nützlich machen kann’, ging es der Elfe durch den Kopf, bevor sie sich in Bewegung setzte. Mehr schlecht als recht humpelte sie schwerfällig Richtung Ausgang. Sollte sie Miandra nicht sofort entdecken, nachdem sie das Lagerhaus verlassen hatte, dann müsste sie die Sache wohl aufgeben. Denn allzu weit würde sie in ihrem derzeitigen Zustand nicht mehr kommen.
 
Sie erreichte kurz darauf die Tür und öffnete diese. Die Mittagssonne schien ihr umgehend ins Gesicht und blendete sie. Die Elfe kniff die Augen zusammen und trat ins Freie. Ein kurzer Blick reichte aus, um Miandra neben dem Ausgang an der Wand lehnend stehen zu sehen. Ihr Atem ging schnell, und sie schien völlig durch den Wind zu sein. Was machte der schwarzhaarigen Frau nur so zu schaffen?
 
Vernita humpelte auf Miandra zu und lehnte sich neben dieser an die Holzwand. Ein Stöhnen entwich ihrer Kehle, während sie den Kopf zurücklehnte, bis sie damit die Latten des Lagerhauses berührte. Dann legte sich ein verzerrtes Grinsen auf ihre Lippen, während sie zu Miandra hinüberschielte.
 
„Was ist los mit dir? Bist du sauer, weil ich dich nicht mitgenommen habe, oder was liegt dir sonst auf der Seele?“ fragte die Elfe so unbeschwert, wie es ihr unter den gegebenen Umständen möglich war.
 
 

#1704
Kaysallie

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Miandra erschrak regelrecht als sie mitbekam, wie sich Vernita durch die Tür schleppte. Das hatte ihr wohl gerade noch gefehlt. Sie hätte zwar gerne mit der Elfe geredet, um all das los zu werden, was sie belastete, aber in ihren Augen war das zweitrangig.

"Nein, ich bin nicht sauer.", erwiderte sie schnell und mit angespannter Stimme, "Aber ich werde es gleich.. Seht Euch nur mal an! Was auch immer Ihr da unter dem Verband versteckt, ich bezweifel, dass es Freudensprünge macht, wenn Ihr einfach so durch die Gegend marschiert, anstatt Euch auszuruhen!"

Sie seufzte kurz, als sie realisierte, wie wütend sie gerade geworden war, bevor sie ein wenig ruhiger fortfuhr, "Entschuldigt... ich... ach, nicht so wichtig."

Schnell und zugleich vorsichtig versuchte sie die Elfe ein wenig zu stützen, da in ihren Augen die Holzwand dafür nicht zu reichen schien. "Kommt... Ich helfe Euch wieder nach drinnen."

Modifié par Kaysallie, 04 mars 2011 - 09:33 .


#1705
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„Ach, so schlimm ist es doch gar nicht. Da muss schon etwas mehr kommen, als so ein lächerlicher Feuerball, um mich zur Strecke zu bringen. Blutet ja nicht einmal“, winkte Vernita ab, doch aus ihrer Stimme hörte Miandra den Schmerz heraus, der im Körper der Elfe wie Feuer brannte. Als Miandra ihr den Arm um die Hüfte schlang und gleichzeitig Vernitas Arm auf ihrer Schulter ablegte, um die Elfe zu stützen, stöhnte diese erstickt auf.
 
„Vielleicht ist es doch so schlimm“, grinste diese ironisch und mit verzogener Miene. Vernita fühlte genau, dass mit Miandra etwas nicht stimmte. Irgendetwas ging in der schwarzhaarigen Frau vor, doch die Elfe kannte diese inzwischen gut genug, um zu wissen, dass sie es ihr nicht erzählen würde, solange sie selbst sich in diesem angeschlagenen Zustand befand und sich eigentlich ausruhen sollte, statt hier draußen herumzustehen und Miandra mit Fragen zu löchern. Also gab sie nach. „Na, schön. Hilf mir zurück nach drinnen, damit ich mich etwas hinlegen kann, bis unsere kleine Hexe erwacht und diesen albernen Kratzer heilen kann. Aber versprich mir, dass du nicht wieder wegläufst, ja? Und sobald ich wieder halbwegs schmerzfrei bin, reden wir, einverstanden?“
 

Modifié par Aliens Crew, 05 mars 2011 - 12:55 .


#1706
Kaysallie

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"Ich soll Euch also versprechen nicht mehr wegzulaufen, so wie Ihr mir versprochen habt heil zurückzukommen?", erwiderte Miandra in demselben angespannten Ton, wie zuvor, vermischt mit Ironie.

"Oder vielleicht eher so, wie mein Bruder, der mir versprach nicht auszurasten wegen der Sache mit meinem Vater... oder so wie ich, die meiner Tochter versprach sie vor dem Abendessen von den Nachbarn abzuholen, da ich genau wusste, dass sie es dort hasste...", während sie fortfuhr wurde ihre Stimme deutlich langsamer, zittriger, leiser und schwerfälliger. Zudem bildeten sich in ihren Augen erneut Tränen.

"Nein ich werde Euch nichts versprechen, und Ihr solltet das auch nie wieder tun.. es.. es sind doch ohnehin alles nur Lügen...", sie wischte sich die Tränen mit der freien Hand von den Wangen bevor sie einmal tief ein und ausatmete und mit einem, "Wie auch immer..", von dem Thema abwinkte, zum Gehen ansetzte, und Vernita dabei einfach mit sich zog.

Schnell hatten sie die Tür durchquert, wobei Miandras Blick auf die schlafende Magierin fiel. Wozu war diese überhaupt da, wenn ihr Schönheitsschlaf wohl wichtiger war, als die gebrochenen Rippen von Vernita zu heilen? Miandra begann mit dem Gedanken zu spielen Neria einfach aufzuwecken, aber vorerst musste sie die Elfe absetzen. So wandte sie den Blick ab, führte diese vorsichtig durch die Halle und setzte sie auf deren Schlafstätte ab. Sofort wandte sie sich ohne weitere Worte wieder ab und ging zu dem Schlafplatz von Neria, wo es sich diese, eingewickelt in einer Decke, gemütlich gemacht hatte und tief und fest zu schlafen schien. Verärgert begann Miandra diese zu rütteln, solange bis die Magierin ihre Augen geöffnet hatte und sie verschlafen und verärgert, darüber geweckt worden zu sein, anblickte.

"Schlafen könnt Ihr später noch, wird Zeit, dass Ihr Euch mal nützlich macht.", sagte Miandra nur genervt zu dieser, und deutete dabei in die Richtung in welcher Vernita saß. Neria schien noch etwas verwirrt und verschlafen zu sein, jedoch zu verstehen was Miandra meinte, auch wenn ihr der Ton alles andere als zu gefallen schien. Auch ohne eine Antwort von Neria abzuwarten, wandte sich Miandra ab und ließ sich mit einem Seufzen neben Vernita nieder.

"Warum auf etwas warten, das man gleich haben kann?", sagte sie nur nachdenklich und im Flüsterton, ohne Vernita dabei anzusehen.

Modifié par Kaysallie, 05 mars 2011 - 09:31 .


#1707
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„Wenn du sie jetzt so sehr verärgert hast, dass sie mir die Arme abzaubert, statt meine Rippen zu heilen, dann trete ich dir in den Hintern, Miandra“, grinste Vernita schief, als sich diese zu ihr gesetzt hatte. Stöhnend setzte sich die Elfe auf und lehnte sich neben der schwarzhaarigen Frau an der Wand an, wobei sie sich den schmerzenden Brustkorb hielt. „Und was mein Versprechen angeht...ich finde wohl, dass ich es gehalten haben. Immerhin bin ich hier, trotz der Begegnung mit unseren neuen „Freunden“, diesem Söldnerpack. Und nicht nur das, ich konnte sogar einen von ihnen ausschalten und bin immer noch am Leben. Das ist mehr als ich erwarten konnte.“
 
Bevor Miandra darauf antworten konnte, trat auch schon Neria zu den beiden und ging vor der Elfe in die Hocke. Sie rieb sich noch einmal verschlafen die Augen, bevor sie einen Blick auf Vernitas bandagierten Brustkorb und schließlich in das Gesicht der Elfe warf.
 
„Was ist denn mit Euch geschehen?“ fragte sie müde und sichtlich bemüht ein Gähnen zu unterdrücken.
 
„Ein Magier wollte mich mit seinem Feuerball ein wenig Feuer unterm Arsch machen. Zum Glück hat meine Rüstung die Flammen von mir ferngehalten. Doch die Wucht der Detonation hat mir wohl ein paar Rippen gebrochen, wie es scheint“, berichtete die Elfe mit verzerrtem Gesicht. „Nicht gerade angenehm, sage ich Euch. Und im Kampf behindern tut es mich auch noch.“
 
„Na, das haben wir gleich“, entgegnete die Magierin und kratzte sich am Kopf. „Aber zuerst befreien wir Euch mal von diesem Verband. Den braucht Ihr jetzt nicht mehr.“
 
Neria befreite die Elfe von dem Stützverband, wobei sie sich größtmögliche Mühe gab, es möglichst vorsichtig zu tun. Anschließend befühlte sie Vernitas Brustkorb, die dabei scharf die Luft einsog.
 
„Ja, die Rippen scheinen tatsächlich angebrochen zu sein“, meinte die Magierin trocken. „Doch das kriegen wir schnell wieder hin. Wird allerdings ziemlich weh tun.“
 
„Das tut es jetzt schon. Fangt an.“
 
Neria griff zu einem kleinen Messer. „Gebt mir Eure Hand.“
 
Das tat die Elfe. Neria ergriff diese kurzerhand und schnitt Vernita in die Handfläche, woraufhin diese keine Miene verzog. Dann legte die Magierin das Messer auf den Boden, bevor sie Vernitas blutende Hand auf deren Brustkorb presste. Anschließend schloss Neria die Augen und murmelte leise vor sich hin. Nach kurzer Zeit riss sie plötzlich ihre Augen wieder auf, sie leuchteten rot und strahlten ein unsagbare Kälte aus. Gleichzeitig wurden die beiden Hände auf Vernitas Brustkorb in einen roten Schleier gehüllt.
 
Die Elfe spürte förmlich wie ihre Rippen wieder zusammenwuchsen und sich dabei anfühlten wie in geschmolzenes Eisen getaucht. Sie schloss die Augen und presste die Zähne so fest aufeinander, dass sie schon zu knirschen begannen. Die Schmerzen waren unvorstellbar und erinnerten sie an die Foltergeräte ihrer früheren Peiniger, doch nicht ein Laut drang über ihre Lippen. Und dann war es auch schon wieder vorbei.
 
Neria löste den Griff auf Vernitas Brustkorb, riss etwas von dem Stützverband ab und umwickelte damit die verletzte Hand der Elfe. Diese öffnete die Augen und stellte überrascht fest, das die Schmerzen wie weggeblasen waren. Nur ein leichtes Ziehen machte sich noch in ihrem Brustkorb bemerkbar. Und diese erdrückende Müdigkeit, die sich plötzlich in ihrem Körper breit machte.
 
„Danke“, meinte sie noch leise, doch Neria winkte nur ab, während sie das Messer an den Resten des Verbandes abwischte und wieder wegsteckte.
 
„Dafür bin ich ja da. Doch jetzt entschuldigt mich. Ich war vorher schon müde gewesen, doch jetzt könnte ich wohl glatt in einen Winterschlaf fallen. Ich werde mich etwas hinlegen.“
 
Die Magierin stand umgehend auf und ging zu ihrer Schlaffstätte zurück, wo sie sich wieder hinlegte und in ihre Decke einwickelte.
 
„War wohl doch keine so schlechte Idee, diese Blutmagierin in die Gruppe aufzunehmen, was?“ grinste Vernita Miandra an, bevor sie plötzlich gähnen musste. „Doch nun wird es wohl Zeit für ein kleines Schläfchen. Geh’ nicht weg, Miandra. Bei dir fühle ich mich geborgen.“
 
Sie hatte die Worte kaum ausgesprochen, ihre Stimme wurde dabei immer leiser und undeutlicher, als sie auch schon an der schwarzhaarigen Frau herunterrutschte. Ihr Kopf landete in Miandras Schoß, doch davon bekam sie schon gar nichts mehr mit. Die anstrengende Heilmethode der Blutmagierin hatte ihr endgültig den Rest gegeben. Sie schlief bereits tief und fest, bevor sie die Oberschenkel Miandras berührte.
 
 

#1708
Kaysallie

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Miandra erschauerte als sie die Heilung beobachtete. Sofort musste sie daran zurückdenken, wie Neria ihre eigenen Folterwunden heilte, daran wie unangenehm und schmerzhaft es war, und als sie das Gesicht von Vernita sah, wünschte sie sich ihr einen Teil von den Qualen abnehmen zu können. Dennoch war es wohl eine effektivere Methode, als wochenlang zu warten, bis diese von selbst restlos verheilen würden. Trotzdem traute Miandra der Magierin nicht über den Weg, und verfolgte das Schauspiel angespannt und mit skeptischen Blicken, auch wenn sie viel lieber weggeschaut hätte.

Es dauerte jedoch nicht sehr lange, da war das Ganze auch schon wieder vorbei, und Miandra fiel dabei regelrecht ein Stein vom Herzen, denn die Elfe weiterhin in einem so angeschlagenen Zustand zu sehen, hätte sie nicht ertragen.

Miandra blickte der Magierin noch kurz hinterher, als sich diese wieder zu ihrem Schlafplatz begab, und vernahm währenddessen, was Vernita über diese meinte, womit sie wahrscheinlich auch recht hatte. Die Magierin war mächtig, und damit eine starke Waffe, und wie man gerade eben sehen konnte, auch ziemlich nützlich. Trotzdem wollte Miandra diese nicht als mehr ansehen, außer als nützlich. Ehe sie jedoch dazu etwas sagen konnte, vernahm sie ein Gähnen neben sich, sowie müdes Gemurmel, bei dem sie sich nicht so sicher war, ob sie es auch gerade richtig verstanden hatte. Zeitgleich spürte sie nur, wie Vernita neben ihr umkippte, letztlich mit dem Kopf auf ihrem Schoß landete, und ihren Oberschenkel wohl als Kopfkissen benutzen wollte.

Miandra brachte nur ein überraschtes "Eh..", heraus und sog dabei scharf Luft ein, merkte jedoch sofort, dass die Elfe bereits tief und fest am Schlafen war, ehe sie dazu mehr hätte sagen können. Scheinbar forderte die Heilung nach ihrem Tribut. Miandra starrte einige Augenblicke auf die Elfe, ohne recht zu wissen was sie tun sollte, bevor ihr Blick auf Vernitas Narben fiel und es ihr dabei einen Stich in der Brust versetzte. Schnell wandte sie diesen wieder ab, griff hektisch nach der dünnen Stoffdecke, die neben der Schlafmatte lag, und deckte die Elfe damit zu. Anschließend lehnte sie ihren Kopf mit einem tiefen Seufzen an die Holzwand hinter sich, und schloss für einen Moment ihre müden Augen, doch der gleichmäßige Atem von Vernita sorgte dafür, dass sie schläfrig wurde. Dabei bemerkte sie nicht mehr, dass sie ihren Arm auf den zugedeckten Rücken der Elfe ablegte. Noch bevor erneut all die vielen Gedanken von vorhin durch ihren Kopf drängen konnten, und noch bevor sie es wieder schaffte ihre Augen zu öffnen, um die Anderen beobachten zu können, schlief sie, wie zuvor, sitzend ein.

Modifié par Kaysallie, 07 mars 2011 - 12:27 .


#1709
Aliens Crew

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„Ich denke, das reicht jetzt, Mädel“, meinte Heribert zu Leanora gewandt, nachdem er wieder aus dem Stall gekommen war. „Gib’ mir die Zügel, ich mach dann weiter. Du musst doch was essen, Kleines und dich noch umziehen. Kannst ja schließlich nicht so auf die Parade gehen, gelle?“
 
Der Stallvorsteher grinste die Frau breit an, als er deren ungläubigen Gesichtsausdruck bemerkte. „Ja, haste etwa gedacht, dass die Schwestern nicht an diesem Firlefanz teilnehmen. Dann musse aber noch viel über die Kirche und ihrem Hang zu pompösen Feiern und Aufmärschen lernen, du. Nur auf mich können se verzichten. Und darüber is der alte Heribert auch ganz froh. Aber jetzt geh. Sonst kommse noch zu spät und dann bin ich wieder schuld.“
 
Heribert nahm der Frau einfach die Zügel aus der Hand und setzte die Runde mit Pferd fort, wobei er die etwas verdutzt blickende Leanora einfach stehen ließ.
 

#1710
Bellandyrs

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"D..danke" stotterte Leanora. Sie hatte tatsächlich nicht damit gerechnet, nachmittags bei der Parade zugegen zu sein.
Sie ging zurück zum Stall, um die Hosen wieder gegen ihre Robe zu tauschen und lief dann hurtig zurück ins Kloster, sich dabei immer wieder umblickend, ob Renaldo nicht hinter einem Busch lauern würde. Aber sie erreichte die Schwestern-Unterkünfte ohne Zwischenfälle.

Schnell wusch sie sich den Stallgeruch vom Körper, wenngleich dieser um einiges angenehmer war als tags zuvor. Sie mochte den Geruch von Pferden. Schweine hingegen rochen ... sie rümpfte die Nase.

Heribert war ein lustiges Kerlchen, fein machen für die Parade? Sie würde die Robe anziehen müssen, aber damit mußte sie sich wohl abfinden.
Ein Blick auf den Sonnenstand signalisierte ihr, dass sie sich sputen mußte, wenn sie noch etwas vom Mittagessen haben wollte, und so hastete sie in den Speisesaal, wo sie sich in aller Eile einen Teller nahm und neben Lucia fallen ließ, die ihr netterweise einen Platz frei gehalten hatte.

Lucia grinste sie an: "Ganz schön spät dran, welcher Hengst hat Dich denn aufgehalten?"

Lea verschluckte sich beinahe.
"Lucia!" entrüstete sie sich. "Eines der Pferde hat eine Kolik, und irgendwer mußte mit dem Tier ja rumlaufen während der andere den Rest im Stall fertig machte. Wir dürfen heute auch dabei sein - wußtest Du das?"
Sie kaute andächtig und schielte verstohlen um sich, ob sie sich mit der Freundin ungestört unterhalten konnte. Nachdem aber jeder mit seinem Essen beschäftigt war, wandte sie den Kopf wieder zu Lucia.

"Übrigens hatte ich eine sehr unangenehme Überraschung... das erzähle ich dir in einer ruhigen Minute. Aber eines sag ich dir, gewisse Personen schrecken wohl vor gar nichts zurück..." flüsterte sie der Freundin zu und nickte kurz mit dem Kopf in die Richtung, in der Renaldo normalerweise sass. Ein kurzer Blick dahin zeigte ihr jedoch, dass dieser entweder schon gegessen hatte, oder noch nicht da war. Sie war heilfroh, dass dieser nicht anwesend war, sonst hätte sie wohl ihren Teller nach ihm geworfen.

Modifié par Bellandyrs, 08 mars 2011 - 06:14 .


#1711
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„Sicher sind wir Schwestern auch bei der Parade dabei“, meinte Lucia grinsend. „Ist immer so, wenn die etwas in der Art veranstalten. Aber keine Panik. Wir dienen dabei nur als Zuschauer, damit das Ganze etwas belebter wirkt. Allerdings könnte ich Bruder Castillá ja mal vorschlagen, dass er dich vor versammelter Mannschaft eine Rede halten lässt, was hältst du davon?“
 
Die rothaarige Frau stieß Leanora leicht in die Seite und hatte dabei ein spitzbübisches Grinsen auf den Lippen. Doch als sie das von Renaldo hörte, stockte ihr fast der Atem.
 
„Was? Was ist geschehen? Erzähl mir alles. Nein. Nein, warte. Wir haben jetzt keine Zeit dafür. Also, erzähl es mir später. Schwester Beandricé wird uns sicher vor der Parade noch eine Standpauke halten wollen, so wie sie es immer vor großen Anlässen tut. Also, beeil dich etwas mit dem Essen, ja? Wir müssen bald los.“
 
Die Schwester leerte noch schnell ihren Teller und wartete darauf, dass Leanora auch endlich fertig wurde, und sie den Speisesaal verlassen konnten.
 

#1712
viento2

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Rowan beobachtete, wie sich ihre Gefährten einer nach dem anderen Schlafen legten. Den rothaarigen Mitbewohner ignorierte sie geflissentlich. Sie sah den Sinn nicht darin, sich mit jemandem zu unterhalten, mit dem sie so oder so nichts zu tun haben würde.
Sareth hatte sich mittlerweile an sie gedrückt und fing an, zu schnarchen. Eine leichte Müdigkeit überkam sie, doch sie würde noch eine Weile durchhalten können.
In Gedanken ging sie den Bericht der Elfe durch. Sie hatten es also mit einer Reihe professioneller Söldner zu tun, die auf sie angesetzt worden waren. Es ärgerte sie, dass die letzten beiden Nächte erfolglos geblieben waren und die Elfe sie kritisiert hatte. Rowan hatte getan, was in ihrer Macht stand und war nicht leichtfertig nur durch die Straßen geschlendert. Doch insgeheim befürchtete sie, dass sie niemals Anerkennung in den Augen von Vernita gewinnen würde. Abgesehen von der Schwarzhaarigen, der sie offentsichtlich verfallen war und der Frau, die sie ins Kloster geschickt hatte, schien sich die Elfe einen Dreck um ihre anderen Gefährten zu scheren. Was waren sie überhaupt für ein Haufen? Das Mädchen war noch viel zu jung, um alleine durch die Straßen zu ziehen und sich mit Diebstahl über Wasser zu halten. Sie hatte nicht vor, für sie Babysitter zu spielen. Und ein wirklicher Zusammenhalt war ebenfalls nicht zu spüren.
Rowan fühlte sich seit den Tagen in dem Keller immer unwohler in der Gruppe. Dem Erbauer sei Dank hatte sie Sareth, den sie mittlerweile nicht mehr missen wollte.
Liebevoll strich sie ihm über den Kopf während sie dem Rauschen des Wassers und dem Kreischen der Möwen zu hörte.

#1713
SickOfItAll

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Um sie herum schliefen alle ein , doch Lydia war wach und eigentlich absolut garnicht müde . Sie blickte sich um und entdeckte Rowan . Sie betrachtete Sie und ihren Sareth . Sie gaben ein süßes paar ab , dachte sie , und auch wenn Rowan schroff zu ihr gewesen war , war sie sich sicher , in ihr drinnen war ein weicher Kern .
Sie setzte sich auf eine Kiste in einiger Entfernung zu ihr und beobachtete sie . Sie war harsch zu ihr gewesen , vieleicht konnte sie ihre Einstellung zu ihr noch ändern .
" Sagt Rowan , ihr hattet etwas über jemanden erzählt , die euch die letzte Nacht geholfen hat . Wer ist sie ? " Fragte sie Sie plötzlich neugierig . " Ihr sagtet sie stammt nicht von hier und hat uns ihre Hilfe angeboten , mehr habe ich nicht mitgehört . "

Modifié par SickOfItAll, 10 mars 2011 - 07:18 .


#1714
Bellandyrs

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Leanora schlang die letzten Bissen hinunter und sprang noch kauend auf die Füsse.

"Dann lasch unsch gehen bevorsch ärger gibt", antwortete sie mit vollem Mund. Gemeinsam verließen sie den Speisesaal, und auf dem Weg begann Lea von ihrer Arbeit zu erzählen. Sie spürte, dass Lucia förmlich danach gierte, mehr zu erfahren, aber wußte auch, dass dies hier zu gefährlich war.

"Keine Sorge Lucia, ich werde es dir heute Abend erzählen, wenn wir ungestört sind. Der Hof hier hat mir vielleicht doch zuviele Ohren" flüsterte sie der Freundin zu.

Gerade noch rechtzeitig waren sie bei der Oberschwester eingetroffen, die sie mit einem strafenden Blick begutachtete. Lea zuckte innerlich zusammen, aber mußte sich gleich darauf ein Lächeln verkneifen, denn zwei Minuten nach ihnen kamen die letzten Nachzügler.

Modifié par Bellandyrs, 11 mars 2011 - 06:47 .


#1715
viento2

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Rowan wurde von dem Mädchen aus ihren Gedanken gerissen. Widerwillig blickte sie ihr ins Gesicht. Gerade wollte sie zu einer harschen Erwiderung ansetzen, doch diese verkniff sie sich.

"Ich weiß nicht genau wer sie ist. Wir haben nicht lange miteinander gesprochen. Ihr Akzent kommt mir nicht bekannt vor, deshalb kann ich keine Vermutungen anstellen, woher sie stammen könnte. Aber das wird sich, denke ich, nächste Nacht zeigen, wenn ich sie hier zu uns holen werde."

Ihr Blick wurde milder als sie weiter sprach.

"Du solltest versuchen, etwas zu schlafen, selbst wenn du nicht müde bist. Wir werden alle unsere Sinne und Kräfte brauchen, um das hier zu überleben."

#1716
SickOfItAll

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" Wer weis ? Wir werden sehen , ich bin jedenfalls gespannt . "
Damit hüpfte sie von der Kiste herunter und griff sich einen zweiten Apfel . " Ihr habt recht , aber -- Ich bin zu tief in meinen Gedanken versunken . Es plagt mich wieder und die alten Wunden schmerzen erneut . . . Ich brauche Zeit zum Nachdenken oder jemanden zum Reden . " Sie lies sich gegen die Kiste sinken und rutschte seufzend zu boden . Den Apfel in ihrer Hand betrachtete sie eine Zeit lang , blinzelte dann und legte ihn wieder weg . Der Appetit war ihr vergangen , stattdessen drängten Erinnerungen an die Oberfläche , von denen sie sich wünschte , sie hätte die Erfahrungen nie machen müssen .

#1717
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„Das wurde aber auch Zeit, dass ihr hier aufkreuzt“, meinte Beandricé vorwurfsvoll zu ihren Schwestern, wobei sie mahnend den Finger hob. „Wir haben noch einiges zu tun und so gut wie keine Zeit mehr.“
 
Sie stemmte demonstrativ die Hände in die Hüften, während sie weitersprach. „Der Hof muss noch gekehrt und die Eingangshalle der Kirche geputzt und hergerichtet werden. Und dann müsst ihr euch noch saubere Roben überziehen. Und wenn ihr hinter den Templern steht, und den ankommenden Ehrengast zu sehen bekommt, dann will ich kein Getuschel hören. Ihr sollt auch nicht jubeln oder klatschen oder etwas in der Art. Seid einfach ruhig und gesittet. So zeigt ihr den größten Respekt für unseren Gast, verstanden?“
 
Die Stimme der Oberschwester war schon fast als drohend zu bezeichnen und ihre Augen funkelten bei ihren Worten tückisch. Niemand antwortete ihr, nur nickten einige der Schwestern bestätigend.
 
„Also dann, ans Werk! Und ein wenig Bewegung, wenn ich bitten darf!“ befahl Beandricé in einem zackigen Ton, woraufhin sich die Schwestern umgehend in Bewegung setzten.
 
„Komm, Sophia. Schnappen wir uns einen Besen und gehen nach draußen“, sagte Lucia sofort zu Leanora. „Da haben wir wenigstens unsere Ruhe.“
 
 

#1718
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Sie nickte Lucia zu. "Ja, besser ist das. Die macht ja eine Hektik..." ihre Worte verloren sich im geschäftigen Treiben der anderen.

Die beiden holten sich Besen und gingen in den Hof, wo sie einträchtig nebeneinander hergehend den Weg fegten. Staub wirbelte vor ihren Augen auf, und Lea kniff die Augen zusammen.

"Von wegen saubere Roben, kein Wunder bei dem Staub hier. Von einem Bad hat sie aber nichts gesagt, oder?" vergewisserte sie sich bei der Freundin. Leanora blickte sich um. Vielleicht war ja jetzt eine Möglichkeit, Lucia von dem Vorfall zu erzählen. Nachdem die anderen Schwestern tatsächlich weit genug weg waren um sie zu hören, begann sie zu erzählen.

"Wegen Renaldo... Lucia, er ist nicht nur ein Lustmolch der jedem Rockzipfel nachstellt. Er hat sich vorher in den Stall geschlichen, als ich in der Box war, und als ich aus dieser rauskam hat er sich äußerst unsittlich genähert. Ich hab es zuerst mit Worten versucht, dass er mich losläßt, aber das hat nicht viel gebracht. Er murmelte etwas davon dass er mich gern auf seinem Alters-Landsitz sehen würde und wurde dann richtig gehend zudringlich. Ich hab mich mit Händen und Füssen gewehrt, und dem Erbauer sei Dank, da ist Heribert grad zur rechten Zeit zurück in den Stall gekommen. Da ließ er mich dann ganz schnell aus und hat sich verabschiedet. Allerdings mit einem relativ drohenden Unterton, dass wir uns noch sehen würden. Zudem hat er mir alles möglichke an den Kopf geworfen, was ich denn im Kloster verloren hätte, er glaubt mir nicht, dass ich aus lauteren Gründen hier sei und unterstellte mir sonstwas. Lucia, ich hab Angst vor diesem Mann. Allerdings... so unrecht hat er nicht."

Sie holte tief Luft. Es blieb ihr kaum etwas anderes übrig, aber sie mußte Lucia einweihen.
"Es ist zuviel zu erzählen wieso ich hier gelandet bin. Dass ich vergessen will, was mir passiert ist, das stimmt allerdings schon. Unser Hof wurde überfallen und niedergebrannt, meine Familie und die Knechte und Mägde abgeschlachtet wie Vieh. Durch vorsichtige Nachforschungen habe ich erfahren, dass wohl ein Mitglied der Kirche hier ein großes Wort mitzureden hatte. Ich weiß nicht wieso, und genau das will ich rauskriegen. Das Kloster hier ist mein einziger Schutz den ich derzeit habe. Wäre ich draussen, würde ich wohl gehängt werden, irgendein hohes Tier hat es auf meinen Kragen abgesehen. Der will wirklich die gesamte Familie tot sehen. So jetzt weißt du was es mit mir auf sich hat. Und ich hoffe, Du sagst keiner Menschenseele davon Lucia, sonst kann ich mich gleich selber ausliefern..." bittend sah sie die Freundin an.

Modifié par Bellandyrs, 13 mars 2011 - 04:55 .


#1719
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Lucia fegte munter weiter, während Leanora mit ihr sprach, doch als diese über Renaldo und den Grund ihres Hierseins in der Kirchengemeinschaft redete, da hielt sie plötzlich inne. Entgeistert und mit angsterfüllten Augen starrte sie ihrer neuen Freundin ins Gesicht. Ihre Hände begannen zu zittern und ihre Knie wurden auf einmal ganz weich.
 
„Sophia, was erzählst du mir denn da alles?“ stammelte sie aufreget los. „Das...das ist ja…unglaublich. So ein Mist aber auch. Ich weiß gerade nicht, was ich sagen soll. Mit so etwas hätte ich jetzt nicht gerechnet. Ich muss...nachdenken. Das ist echt zu viel für mein kleines Hirn.“
 
Die rothaarige Frau ließ ihren Besen fallen und ging unruhig im Kreis herum, während sie leise vor sich hinmurmelte. Ihre Stirn zog sich dabei in tiefe Falten, sie dachte ganz offensichtlich angestrengt nach.
 
‚Was mache ich nur? Was soll ich nur tun?‘ ging es Lucia durch den Kopf. ‚Sophia wird also verfolgt, ihre Eltern wurden umgebracht. Und das von einem Angehörigen der Kirche? Könnte wirklich Bruder Renaldo dahinterstecken? Das kann ich mir kaum vorstellen, aber ausschließen kann ich es auch nicht. Und nach allem was mir Sophia erzählt und was ich sonst noch so gehört habe…könnte da wirklich was dran sein. Dieses Schwein. Und in so einen Bastard war ich mal verliebt. Unfassbar. Aber was soll ich denn jetzt tun? Ich kann Sophia doch nicht einfach im Stich lassen, oder? Nein, ich werde ihr helfen. So wie es aussieht, bin ich alles, was sie noch hat. Da lasse ich sie nicht im Stich!‘
 
Sie blieb plötzlich stehen und trat direkt vor Leanora.
 
„Du hast wirklich Talent dafür, mich immer wieder zu überraschen“, grinste sie ihre Freundin an, bevor ihr Gesichtsausdruck wieder ernst wurde. Sie machte noch einen Schritt auf die blondhaarige Frau zu und nahm sie freundschaftlich in den Arm „Tut mir echt leid für dich, ehrlich. Und ja, ich werde dir helfen, so gut ich kann. Versprochen.“
 
Lucia löste sich wieder von Leanora und sah ihr tief in die Augen. „Hast du schon mit jemand anderem darüber gesprochen. Vielleicht mit deinem neuen Freund, dem Kommandanten? So wie du über ihn gesprochen hast, wird er dir sicher gerne helfen. Halt. Lass uns nichts überstürzen. Wir machen jetzt erst einmal unsere Arbeit fertig, gehen zu dieser Parade und sprechen heute Abend noch einmal ausführlich darüber. Dann überlegen wir uns, wie wir diesem Schwein Renaldo das Handwerk legen können, einverstanden?“
 

#1720
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Lea drückte Lucia an sich. Die Worte der Freundin taten ihr gut.

"Danke Lucia, ich weiß es ist ein wenig viel, und eigentlich wollte ich es auch niemanden erzählen.. aber irgendwie greift hier das eine in das andere. Naja, Sengaal... ich habe ihm erzählt, was im Stall vorgefallen ist, und er ist beinahe ausgerastet. Er kann mir leider nicht helfen, aber er meinte, ich sollte Bruder Castillá einweihen. Von meiner Vorgeschichte weiß er allerdings nichts. Weißt Du, er ist so ein rechtschaffener Mann, wenn er wüßte was mir widerfahren ist... wer weiß, ob er nicht doch eher dem Gesetz dienen würde? Ob er mich schützen würde? Nein..." Lea schüttelte den Kopf. "Dazu muß ich ihn erst besser kennen lernen. Und selbst dann weiß ich nicht, ob ich je den Mut habe, es ihm zu sagen. Wohl erst dann, wenn mein Name beziehungsweise der meiner Familie reingewaschen ist. Und bis dahin ist wohl alles zu spät."

Ein bedauernder Seufzer löste sich aus ihrer Kehle. Sengaal nicht mehr wieder zu sehen war mitunter gerade eines der schlimmsten Sachen, die sie sich vorstellen konnte. Aber dieses Versteckspiel war auch nicht gerade besser.

"Hör zu Lucia. Ich brauche Informationen. Ich weiß dass ich sie von Renaldo kriegen würde, aber .. ich kann nicht, wenn Du weißt was ich meine? Ich brauche einen Plan. Aber darüber reden wir heute Abend, ja? Laß uns zusehen dass wir fertig werden, schließlich will ich die Parade nicht verpassen!"
Und in Gedanken fügte sie hinzu: außerdem will ich Sengaal nicht aus der hintersten Reihe zu sehen bekommen.

#1721
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Die Sonne neigte sich bereits zum Horizont hin, als die berittene Templereinheit auf den Vorhof der Kirche von Denerim einschwenkte. Die stählernen Rüstungen der Soldaten glänzten in der Sonne. Sie ritten teilnahmslos zu zweit nebeneinander, ihre Köpfe unter ihren Vollhelmen verborgen, nur ihr Anführer trug keinen.
 
Gromschlag, der Zwerg ritt auf einem kleinen Pony vor seinen Männern her. Trotz seiner geringen Größe war er eine imposante Erscheinung. Er hatte einen kantigen Schädel, der von einem rotbraunen Haarkranz eingerahmt wurde. Seine kleinen, wasserblauen Augen schienen jeden der Anwesenden gleichzeitig zu fixieren. Und seinen Blick als stechend zu bezeichnen wäre die Untertreibung des Zeitalters gewesen. Über seine blasse Gesichtshaut zog sich eine lange Narbe, bis über seine wulstigen Lippen. Doch das befremdlichste an ihm war, dass er als Zwerg keinen Bart, nicht einmal Bartstoppeln, trug. Dadurch wirkten seine Züge härter als Granit.
 
Gromschlag ließ seinen Blick mit zusammengekniffenen Augen über die Menge schweifen, die ihn hier erwartete. Links und rechts standen die Templer der Garnison Denerims Spalier, in ihren auf Hochglanz polierten Rüstungen, die in der Sonne glitzerten und funkelten. Oder sie saßen auf ihren Pferden, mit den Bannern des Ordens in den Händen, die in der lauen Nachmittagsbrise flatterten.
 
Hinter den stramm stehenden Templern hatten sich die Brüder und Schwestern der Kirche versammelt, die den Konvoi des Zwerges anstarrten, als hätten sie noch nie eine Truppe Soldaten beim Einmarsch in ihre Kaserne gesehen. Es hätte nur noch gefehlt, dass sie auch noch Beifall klatschten und ihm zujubelten.
 
Gromschlag schüttelte nur leicht den Kopf, als er diesen Aufwand begutachtete, der hier betrieben wurde, nur weil er und seine Männer in die Stadt kamen. Und dabei war er nur hier, um seine Arbeit zu erledigen. Wenn sie diese elende Blutmagierin gefasst hatten, und sie auf dem Scheiterhaufen brannte, dann konnten sie ein großes Fest daraus machen. Aber im Moment war ihm dieser ganze Firlefanz einfach nur zuwider.
 
Der Zwerg lenkte sein Pony zum Eingang der Kirche, wo offensichtlich der Kommandant der Templer, die Ehrwürdige Mutter und noch zwei Gestalten auf ihn warteten. Mit einem mürrischen Gesichtsausdruck, brachte er sein Pferd vor den Vieren zum Stehen, bevor er wie in Zeitlupe von dem Tier abstieg. Sofort kam ein Templer angelaufen, der ihm die Zügel des Ponys abnahm. Gromschlag beäugte diesen Mann kurz misstrauisch, bevor er ihn mit seinem Pferd von dannen ziehen ließ.
 
Er selbst trat zu den drei Männern und der Frau, die vor dem Eingang standen, wobei die Frau vortrat und eine leichte Verbeugung andeutete.
 
„Seid gegrüßt, Inquisitor Gromschlag“, begann sie. „Ich bin die Ehrwürdige Mutter der Kirche von Denerim und das sind meine engsten Vertrauten. Zum einen mein Verwalter Bruder Castillá, der für alle alltäglichen Belange der Kirche verantwortlich ist.“
 
Der Angesprochene verbeugte sich leicht vor dem Zwerg.
 
„Und das ist mein Neffe, Bruder Renaldo, der mir als Berater dient.“
 
Der dunkelhaarige Mann lächelte Gromschlag überfreundlich an und nickte diesem dabei zu.
 
„Und dies hier ist Kommandant Neranos. Der Befehlshaber der Templergarnison hier in Denerim. Er wird Euch jede Unterstützung zukommen lassen, die Ihr für Eure Arbeit benötigt.“
 
Neranos salutierte vor seinem Vorgesetzten und verneigte sich.
 
„Schön, schön, Ehrwürdige Mutter“, meinte Gromschlag sichtlich genervt. „Und wem habe ich diesen ganzen überflüssigen Aufmarsch hier zu verdanken? Erwartet Ihr etwa noch die Göttliche selbst, oder hattet Ihr nur Langeweile und wolltet Euren Schäfchen mal einen freien Nachmittag in der warmen Sonne gönnen? Solltet Ihr dieses Tamtam für mich aufgezogen haben, so bin ich weder beeindruckt noch hatte ich danach verlangt! Ich bin nur hier, um meine Arbeit zu machen und das möglichst schnell und effektiv. Und deshalb entschuldigt mich jetzt Ehrwürdige Mutter, Bruder Castillá und Bruder Renaldo. Ich habe noch zu tun.“
 
Der Zwerg wandte sich ohne Umschweife an Sengaal und kümmerte sich nicht weiter um die verdutzt blickenden Kirchenoberhäupter. „Kommandant Neranos. Löst diesen Menschenpulk jetzt auf, besorgt ein Quartier für meine Männer und lasst Eure in der Versammlungshalle antreten. Ich habe etwas zu verkünden, verstanden? Und jetzt los, es wurde bereits genug Zeit vergeudet.“
 
Gromschlag warf noch einen Blick in die Runde, in unzählige Augen und Gesichter, die ihm nichts sagten und denen er auch keine weitere Beachtung schenkte. Er wollte sich gerade abwenden, als sein Augenmerk auf Leanora fiel und dort einen Moment hängen blieb. Er zog die Augenbrauen zusammen, während er angestrengt nachdachte. Irgendwoher kam ihm diese Frau bekannt vor, doch er konnte in diesem Moment nicht zuordnen woher. So schüttelte er diesen Gedanken ab und ging an den Vieren vorbei, bevor er ohne ein weiteres Wort zu verlieren die Kirche betrat. Neranos wandte sich inzwischen an seine Männer und setzte die Befehle des Inquisitors in die Tat um.
 

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#1722
Bellandyrs

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Lucia und Lea standen nebeneinander und warteten, bis der Inquisitor eintraf. Lea konnte den Blick kaum von Sengaal abwenden, in seiner Rüstung sah er einfach umwerfend aus. Allerdings stand Renaldo neben ihm, und es drehte sich ihr der Magen um. Sie bewunderte Neranos, wie er es schaffte, die Ruhe in Person zu sein. Bildete sie es sich nur ein, oder brodelte Hass in seinen Augen, wenn er in einem unbeobachteten Moment zum Neffen der Ehrwürdigen Mutter blickte? Auf die Entfernung konnte sie es schlecht einschätzen, genausowenig, ob er sie überhaupt gesehen hatte. Er hatte sich jedenfalls mit keiner Geste oder einem Blick verraten.

Plötzlich wandten sich die Köpfe in eine Richtung - der Inquisitor ritt ein. Die Soldaten ritten diszipliniert nebeneinander, und Lea schenkte ihnen keine weitere Beachtung. Aber als sie Gromschlag erblickte, überzog eine Gänsehaut ihren kompletten Körper, und am liebsten hätte sie sich in den letzten Winkel verkrochen.

Der Zwerg hatte einfach etwas unheimliches brutales an sich. Die stechenden Augen, die Narbe die sich über sein Gesicht zog... Lea schickte ein Stoßgebet gegen den Himmel, er möge nie ihre Gefährten finden. Er würde nicht nur Neria auf den Scheiterhaufen bringen, sondern auch ihre gesamte Gruppe ausradieren, dessen war sie sich sicher. Ihr zitterten die Knie, und sie blickte auf den Boden, nur um den Zwerg nicht weiter ansehen zu müssen.

Allerdings wurde sie gleich darauf wieder von Lucia aufmerksam gemacht, da ihr diese mit dem Ellbogen einen leichten Seitenhieb verpaßte und mit dem Kopf in die Richtung nickte, in der die Oberhäupter standen.
Lea verstand, was der Bartlose sagte, und sie mußte sich ein schmunzeln verkneifen. So wurde Renaldo sicher noch nie behandelt, und sie freute sich innerlich diebisch, dass dieser mit seiner übertriebenen Liebenswürdigkeit einen auf den Deckel bekam. Sie sah, wie die Augen der Ehrwürdigen Mutter in die Höhe schnellten, aber diese nichts sagen konnte. Bruder Castillá hingegen sah aus, als wäre er recht froh, dass er diesem Tamtam entkam. Ihr Blick blieb bei Neranos hängen, und ein verträumtes Lächeln erreichte ihre Augen. Dass der Zwerg sie kurz musterte, bekam sie in dem Moment nicht mit.

Neranos wies seine Leute an, die Parade aufzulösen, und die Templer und Schwestern wurden wieder an ihre Arbeit geschickt.
Die beiden Freundinnen gingen zurück in ihr Zimmer, zogen sich ihre Arbeitsroben über und trennten sich dann. Lea ging in den Stall, um die Tiere der Kirche zu versorgen, und die Einstreu zu wechseln. Zudem sammelte sie wieder die Eier der Hennen ein und fütterte die Tiere.

Dabei grübelte sie vor sich hin. Ihr gefiel es im Kloster, sie hatte hier tatsächlich Ruhe und Frieden gefunden - genau das, wonach sie sich sehnte. Wenn da nicht die ganzen Tatsachen wären: die verschleppten Kinder, der Mord an ihrer Familie, die Aufklärung der Fälle. Und jetzt noch die Angst, dass der Zwerg Neria erwischen könnte. Mit ihr hatte sie sich angefreundet in der Gruppe, und ihr war es egal, ob diese nun Blutmagie anwandte oder nicht. Solange sie es für einen guten Zweck tat. Jedenfalls hatte Leanora Angst. Sogar um das Leben der anderen. Nicht einmal eine hartgesottene Vernita würde dem Zwerg gewachsen sein, dessen war sie sich sicher. Und wenn dieser wußte, dass sie alle unter einer Decke steckten...

Lea erblaßte. Beim Erbauer! Wußte man draussen, dass sie mit den gesuchten unterwegs war? Dann wäre sie nun nicht nur von dem unbekannten hohen Herren verfolgt, sondern ... sie durfte gar nicht weiter denken. Würde sie denn nie zur Ruhe kommen? Sie schnappte nach Luft und zwang sich dann, ruhig weiter zu atmen.

Sie mußte die Probleme der Reihe nach angehen. Und das wichtigste war zu allererst, Informationen von Renaldo zu erhalten. Und diesen unschädlich zu machen. Heute Abend würde sie mit Lucia einen Schlachtplan entwerfen - und dabei auch festlegen, ob sie Bruder Castillá einweihen sollte. Wenn ja - wie viel durfte sie ihm verraten? Sie beschloß, nur die Sache im Stall zu erzählen. Trotzdem - sie brauchte Beweise und Informationen über den Berater der Ehrwürdigen Mutter. Aber sie hegte mittlerweile solche Abscheu gegen diesen Mann, dass sie ihm unmöglich noch liebenswürdig gegenüber treten konnte.

Ihre Gedanken schweiften zurück zum Kommandanten. Er wollte ihr noch etwas zukommen lassen, womit sie sich verteidigen konnte. Aber wenn er nun vom Inquisitor in Beschlag genommen wurde, würde er dazu sicherlich keine Gelegenheit haben.
Unwillkürlich blickte sie sich nach einer brauchbaren Waffe um, die sie zur Not schnell ergreifen konnte. Immerhin war sie dieses mal wirklich mutterseelen allein in den Ställen, und die Schweine würden ihr nicht helfen können.

#1723
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Vernita öffnete schlagartig die Augen. Ihr war warm und etwas berührte ihre Schulter. Sie selbst lag ebenfalls auf etwas Weichem, was aber kein Kissen sein konnte. Vor sich sah sie Neria liegen, die tief und fest schlief. Und schon kam die Erinnerung zurück.
 
Die Blutmagierin hatte sie von ihren Verletzungen geheilt, die ihr der Feuerball des Magiers zugefügt hatte. Ein leichtes Ziehen in ihrem Brustkorb erinnerte die Elfe noch daran. Danach muss sie wohl eingeschlafen sein, auf Miandra, wie sie nun etwas überrascht feststellte, denn ein Blick ihrerseits zeigte ihr, dass sie mit dem Kopf auf deren Oberschenkeln lag.
 
Und sie stellte auch fest, warum ihr so warm war. Die schwarzhaarige Frau hatte ihr eine Decke umgelegt, und ihr Arm lag auf Vernitas Schulter. Sie sah zu der sitzenden Miandra auf, die sich an der Wand angelehnt hatte und schlief. Ein Lächeln umspielte bei dem Anblick die Lippen der Elfe.
 
‚Ja, ruh‘ dich aus, meine Liebe‘, dachte sie bei sich. ‚Du hast dir etwas Ruhe verdient. Ich warte, bist du wieder aufwachst. Solange passe ich auf dich auf.‘
 
Vernita kuschelte sich noch etwas näher an Miandra, schlang die Decke ein Stück weiter um sich herum und beobachtete verträumt die schlafende Magierin, während sie einfach nur da lag und die Nähe der schwarzhaarigen Frau genoss.
 
 

#1724
Kaysallie

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Ein eigenartiges Ziehen in Miandras Bein sorgte dafür, dass sie eher unangenehm aus ihrem ungewollten Schlaf erwachte. Sofort beschwerte sich wieder ihr Rücken, da dieser wohl Holzwände alles andere als eine angemessene Schlafstätte empfand, und anschließend bemerkte sie dass ihr Bein eingeschlafen sein muss, zumindest fühlte es sich ein wenig taub an.

"Ach verdammt! Ich sollte mir abgewöhnen im Sitzen einzuschlafen!", fluchte sie vor sich hin als sie sich ein Stück nach vorne lehnte und dabei ein ziehender Schmerz durch ihre Wirbelsäule jagte. Dementsprechend kniff sie die Augen angestrengt zusammen und fasste sich automatisch mit beiden Händen auf die belasteten Stellen, um die Verspannungen massieren zu können. Erst als sie ihre Augen wieder öffnete, Vernita auf sich liegen sah, die ebenfalls bereits erwacht zu sein schien, und sie erneut an ihr eingeschlafenes Bein erinnert wurde, setzen wieder ihre Gedanken ein. Was tat sie hier nur? Wie konnte sie nur einschlafen!? Sie hätte sich doch einfach wegsetzten können - was sie ja eigentlich auch vor hatte, aber in letzter Zeit schien nichts mehr so zu laufen, wie sie es eigentlich wollte. Aber sie wusste ja was los war, was das Ganze jedoch nicht gerade angenehmer für sie machte.

"Wie lange habe ich geschlafen?", fragte Miandra die Elfe ein wenig nervös, wohl in der Hoffnung, dass sich diese dann von ihr lösen würde, als aus Interesse, und um von dieser - aus ihrer Sicht - eigenartigen Situation abzulenken. Dabei versuchte sie auch das taube Gefühl in ihrem Bein zu ignorieren, und weiterhin die Schmerzen aus ihrem Rücken zu massieren.

Modifié par Kaysallie, 17 mars 2011 - 06:48 .


#1725
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Vernita bemerkte wie Miandra erwachte, sich reckte und vor sich hin fluchte. Und als diese sie fragte, wie lange sie wohl geschlafen hätte, überkam die Elfe ein schlechtes Gewissen. Sie machte sich Vorwürfe darüber, dass sie den Schlaf der schwarzhaarigen Frau dazu genutzt hatte, um dieser nahe sein zu können, anstatt sich von ihr zu lösen, nachdem sie selbst erwacht war. Dabei wusste sie doch genau, wie unangenehm es Miandra war, wenn Vernita mir ihr auf Tuchfühlung ging. Und nun schämte sich die Elfe für ihr egoistisches Verhalten. Langsam richtete sie sich auf, bevor sie Miandra liebevoll anlächelte.
 
„So genau weiß ich das nicht, da ich ja selbst bis gerade eben noch geschlafen habe“, antwortete sie der Frau auf deren Frage. „Wenn ich allerdings sehe, dass es draußen schon langsam dunkel wird, scheinen wir wohl den ganzen Tag verpennt zu haben.“
 
Sie warf bei ihren Worten einen kurzen Blick durch die Oberlichter des Lagerhauses, bevor sie Miandra wieder angrinste. „Allerdings hatten wir eh heute nichts Besseres vor, oder?“
 
Ihr Gesicht nahm schlagartig einen besorgten Ausdruck an, als sie sah, dass die schwarzhaarige Frau offenbar Schmerzen hatte. „Du scheinst ja ziemlich verspannt zu sein, Miandra. Und das ist sicher meine Schuld. Soll ich Dir ein wenig den Rücken massieren? Ob du es glaubst oder nicht, aber darin bin ich wirklich sehr gut.“
 
Sie lächelte ihr Gegenüber verschmitzt an.