Aller au contenu

Die freie Wildnis von Ferelden (Dragon Age RP)


  • Veuillez vous connecter pour répondre
2750 réponses à ce sujet

#1726
Kaysallie

Kaysallie
  • Members
  • 1 082 messages
Miandra sah sich ebenfalls kurz um, erkannte, dass tatsächlich kein Licht mehr von draußen hereinkam, und wie dumm ihre Frage doch eigentlich gewesen war, aber wenigstens ging Vernita darauf ein und benutzte sie nicht länger als Kopfkissen. Aber kaum war sie erleichtert deswegen - und weil sie wieder langsam so etwas wie ein Gespür in ihrem Bein vernahm - hätte sie beinahe erneut die Fassung verloren. Massieren? Miandra hätte es beinahe laut wiederholt, starrte die Elfe jedoch nur für einen Moment mit geweiteten Augen ungläubig und ziemlich überrascht an.

"Ich eh.. nein, es.. es ist nicht so schlimm.", brachte sie nur völlig perplex hervor, bevor sie sich abwandte und den Gedanken aus ihrem Kopf schüttelte. Anschließend stand sie auf, was für sie wie eine Erlösung war. Ihr Bein fühlte sich zwar beim Auftreten noch etwas eigenartig an, aber länger hätte sie nicht mehr so da sitzen können. Wahrscheinlich wäre eine Massage wirklich das Richtige gewesen... aber bei sowas sollte man sich doch eigentlich entspannen, aber Miandra war bei dem Gedanken alles andere als entspannt. Sie ging zu ihrer eigenen Schlafstätte, neben welcher auch die Tasche mit dem Essen stand, woraus sie sich den Wasserschlauch schnappte und erstmals einen kräftigen Schluck davon nahm. Anschließend kniete sie sich hin, riss sie ein Stück von einem der Brotlaibe ab, und begann auch sofort dieses zu verzehren.

"Wir haben also heute nichts Besseres vor, als zu Schlafen?", begann sie mit vollem Mund, weiterzureden, wobei sie das Thema wohl auch nur anschnitt, um auf andere Gedanken zu kommen.

"Wir müssen also keine Angst vor irgendwelchen Söldnern haben, mit denen Ihr ja scheinbar bereits Bekanntschaft gemacht habt, oder nach unserer zukünftigen Kirchenschwester sehen?", skeptisch blickte sie zu Vernita.

"Hm, na wenn das so ist... sollte ich mir wohl ein richtiges Bett besorgen.", fuhr sie ironisch fort und hielt sich die Hand vor den Mund, da sie das Ganze urplötzlich total komisch fand und darüber zu lachen begann.

Modifié par Kaysallie, 18 mars 2011 - 08:25 .


#1727
Aliens Crew

Aliens Crew
  • Members
  • 5 178 messages
Vernita schwang in Miandras Gelächter mit ein, obwohl sie eigentlich gar nicht wusste, weshalb. Sie hatte deutlich die Ironie aus der Stimme der schwarzhaarigen Frau herausgehört, doch es kam so selten vor, dass Miandra einmal lachte, dass die Elfe einfach nicht anders konnte, als es ihr gleich zu tun.
 
„Wir können uns hier ja auch noch genau umsehen. Vielleicht finden wir ja ein paar Vorhänge, mit denen wir die Fenster verhängen können. Dann wird die Hütte hier doch gleich viel wohnlicher, was?“ stammelte sie lachend los, wobei ihr schon Tränen in die Augen schossen.
 
Es dauerte eine Weile, bis sich die Elfe wieder im Griff hatte. Immer noch glucksend schälte sie sich aus der Decke und suchte sie ihr Unterhemd, welches sie sich sogleich über den Kopf zog.
 
„Ich hätte vielleicht dabei sagen sollen, dass wir tagsüber nicht viel anderes machen können, was?“, bemerkte sie immer noch grinsend.
 
„Was ist denn hier für ein Krach?“ gähnte Neria, die durch das Gelächter der beiden Frauen wach geworden war. Mit zusammengekniffenen und verschlafenen Augen sah sie abwechselnd Miandra und Vernita an.
 
„Nichts besonderes. Schlaft weiter“, winkte die Elfe lapidar ab.
 
Die Angesprochene brummelte nur unverständlich vor sich hin, bevor sie sich umdrehte und die Decke über den Kopf zog. Vernita kicherte bei dem Anblick gleich schon wieder los, riss sich aber insoweit zusammen, dass sie nicht gleich wieder laut loslachen musste. Irgendwie fühlte sich Vernita im Moment wie ein kleines Mädchen, dass eine Menge Blödsinn im Kopf hat und nur dem Nachbarsjungen einen Streich spielen will. Erst als ihr Blick auf Rowan und Sareth fiel, wurde sie wieder ernst. Sie trat zu den beiden und baute sich demonstrativ vor ihnen auf.
 
„Rowan, Ihr spracht heute von einer Elfe, die Euch geholfen hat, und welche eventuell Verbindung zu den Söldnern haben könnte, die uns suchen“, begann sie mit harter Stimme. Dieser Stimmungswandel erfolgte erstaunlich schnell, praktisch von einer Sekunde auf die andere. „Bringt mir dieses Weib her, damit ich mit ihr reden kann. Hoffen wir für sie, dass sie eine vernünftige Erklärung für ihr Handeln hat, sonst landet sie schneller bei den Fischen als sie ihren eigenen Namen sagen kann.“
 
Die Elfe wandte sich gleich wieder ab, ging zu ihrer Schlafstätte zurück und begann damit, ihre Rüstung anzulegen.
 
„Mal sehen, was uns diese Nacht noch alles erwarten wird, was, Miandra?“ grinste sie verschmitzt zu der schwarzhaarigen Frau herüber.
 
 

#1728
Kisu

Kisu
  • Members
  • 89 messages
Sha´ira reckte sich und setzte sich auf . Es war kühler geworden und die Sonne war im Begriff zwischen den Häusern im Westen unterzugehen . Sie hatte wohl den Nachmittag auf der niedrigen Mauer verschlafen , aber die Rast hatte ihr gutgetan und sie hatte neue Kraft geschöpft . Sie richtete gerade ihre Habseligkeiten zum weiterziehen , da fiel ihr die Frau ein , welche eigentlich schon längst hätte wieder vorbeikommen sollen .
Sie lauschte einmal in die Gassen hinaus , doch außer den normalen Stadtgeräuschen , Hundegebell , Kinderufe und das übliche Geräuschorchester war nichts bemerkenswertes zu vernehmen . Sie setzte sich wieder auf die Mauer und genoss die letzten warmen Sonnenstrahlen , bis diese hinter dem Horizont verschwunden war . Sie beschloss noch ein wenig zu waren , vieleicht wurde die Frau auch nur aufgehalten , in Ferelden war alles möglich .

#1729
viento2

viento2
  • Members
  • 701 messages
Rowan schrak hoch, als sie die harte Stimme der Elfe vernahm. Für einen Moment verwirrt blinzelte sie sich den Schlaf aus den Augen und setzte sich auf. Eine Hand strich ihr über den Arm und sie blickte in das aufmunternde Gesicht von Sareth. Wie lange war es her, dass sie ihn geweckt hatte, um sich selber ein paar Stunden Ruhe zu gönnen? Jeder Zentimeter ihres Körpers schien sich über die unterbrochene Ruhe zu beschweren, doch sie ignorierte das Gefühl. Nach ein paar Atemzügen, die sie brauchte um ihre Gedanken zu ordnen, blickte sie zu Vernita hoch. Die Frau starrte ihr mit unerbittlichem Ausdruck in die Augen, bevor sie sich wieder abwandte und sich zu der Schwarzhaarigen gesellte. Schlagartig schien sich ihre Laune aufzuhellen, was Rowan einen schmerzhaften Stich in der Brust versetzte.
Hatte sie nicht stets alles in ihrer Macht stehende getan für das Wohl der Gruppe? Sich aufgeopfert wie der Rest auch und Leid und Schmerz ausgehalten? Womit hatte sie soviel Abneigung und so viel Missachtung verdient? Vernita war zu ihrer damaligen Gruppe dazu gestoßen und hatte sich ihrem gemeinsamen Ziel angeschlossen. Mittlerweile war sie so etwas wie ihre Anführerin. Doch Rowan hatte sich ihr gefügt und war ihr gefolgt, weil sie gefühlt hatte, das es richtig war.
Nun musste sie sich eingestehen, dass sich ihre Gefühle verändert hatten. Bis vor einer Weile hatte es nur sie selbst in ihrem Leben gegeben. Sie hatte sich durch das Land geschlagen, von einem Job zum nächsten, und war einfach nur am Leben geblieben. Plötzlich war Sareth in ihre Leben getaumelt. Und alles war anders geworden. Sie hatte nun eine neue Perspektive, eine neue Möglichkeit. Endlich schien ihr Leben einen Sinn zu bekommen. Plötzlich eröffneten sich ihr völlig neue Wege, die zuvor nicht dagewesen waren.
Viele Gedanken strichen durch Rowans Kopf, während sie ihre Sachen zusammen suchte. Ein Blick zur Decke verriet ihr durch ein Loch in dem morschen, verwitterten Holz, dass sich der Tag langsam dem Ende neigte. Auch wenn es noch nicht dunkel war, so verließ Rowan doch das Lagerhaus mit dem Krieger an ihrer Seite. Die Sonne tauchte den Hafen in einen dunklen Goldton, der rötliche Schatten über die Stege streifen ließ. Sie sog einmal die kühler werdende Luft ein, dann fiel sie in einen zügigen Schritt, der sie und Sareth hinaus aus dem Hafenviertel führte.

#1730
Kaysallie

Kaysallie
  • Members
  • 1 082 messages
Nachdem sich Miandras Lachstimmung verzogen hatte, kaute sie weiterhin an dem Brot herum, und beobachtete das Geschehen. Die Magierin mit ihren zerzausten Haaren und verschlafenem Gesicht, wäre beinahe erneut ein Grund gewesen, in schallendes Gelächter auszubrechen. Stattdessen ignorierte Miandra die Halbelfe und lauschte aufmerksam dem, was Vernita zu Rowan sagte. Anhand des Ausdrucks der blonden Frau erkannte sie, dass ihr der Ton der Elfe und die Worte alles andere als zu gefallen schienen, doch trotzdem führte sie ohne Widerspruch den Befehl aus und verschwand nachdem sie ihre Sachen gepackt hatte zusammen mit dem Söldner aus dem Lagerhaus. Miandra blickte den beiden ein wenig nachdenklich nach, während sie weiterhin das Brot verzehrte. Eigentlich kannte sie die Beiden nicht, wobei sie es aber auch belassen wollte, trotzdem wurde sie das Gefühl nicht los, dass der Frau irgendetwas nicht zu passen schien.

„Solange es keine weiteren Klötze am Bein sind, ist mir alles recht.“, erwiderte sie auf Vernitas Aussage, nachdem Rowan und Sareth verschwunden waren.

„Wie gut kennt Ihr sie eigentlich?“, fuhr sie kurz darauf fort.

„Ihr habt mir einst gesagt, sie wäre so etwas wie eine kleine Schwester für Euch, den Eindruck habe ich jedoch nicht mehr. Liegt das an dem Kerl den sie da angeschleppt hat? Oder seid Ihr einfach nur wütend wegen der Söldner?“, fragte sie die Elfe mit ein wenig Verwunderung.

„Aber vielleicht habe ich auch einfach nur ein anderes Bild von Geschwistern wie Ihr.“, fügte sie noch achselzuckend hinzu, bevor sie einen Apfel aus der Tasche kramte und auch diesen zu essen begann.

#1731
Aliens Crew

Aliens Crew
  • Members
  • 5 178 messages
Vernita schnallte sich gerade ihren Brustharnisch um, als Miandra sie nach Rowan fragte. Die Elfe sah der schwarzhaarigen Frau direkt in die Augen, als sie ihr antwortete.
 
„Ich weiß nicht, was ich dazu sagen soll, Miandra. Vielleicht kannst du es mir beantworten. Wie war dein Verhältnis zu deinem Bruder? Habt ihr euch nie gestritten? Verlief es zwischen euch immer harmonisch. Ich hatte keine Geschwister wie du weißt. Und durch die Sache mit dem Arl und meiner Mutter wurde ich auch von den anderen Kindern gemieden. Verdammt, sie waren schlimmer als ihre Eltern.“
 
Der Ausdruck in Vernitas Augen nahm einen traurigen Ausdruck an. „So konnte ich die anderen Kinder nur beobachten. Und dabei fiel mir auf, wie oft gerade Geschwister miteinander stritten. Meist ging es um Kleinigkeiten, um Spielzeug oder etwas in der Art. Und ich habe mich dann immer gefragt: ‚Warum tun die das? Sie sollen doch froh sein, dass sie einander haben und nicht ständig zanken, sondern stattdessen die Gesellschaft des anderen genießen.‘ Denn es gibt nichts Schlimmeres, als allein zu sein.“
 
Die Elfe schwieg für einen Moment, indem sie verträumt zu Boden blickte. Dann sah sie wieder auf und lächelte Miandra leicht an. „Doch dann sah ich auch, was passierte, wenn jemand von außen versuchte, den Streit dieser Geschwister für sich selbst auszunutzen. Das hat aber nie geklappt. Sofort hörten die beiden auf zu streiten und stellten sich gemeinsam gegen den Fremden. Blut ist eben dicker als Wasser. Und ich denke, dass ist es, was Familie ausmacht.“
 
Vernita kratzte sich am Kopf, während sie weitersprach. „Aber um auf Rowan zurückzukommen…ich mag sie. Ich mag sie wirklich. Aber in letzter Zeit macht sie mich einfach nur noch wütend. Warum das so ist? Nun, ich könnte dir viele Gründe dafür nennen. Ihretwegen ist Hennrik gestorben, den ich zwar nicht wirklich mochte, der allerdings ein nützliches Werkzeug war. Dann ihr Unfähigkeit, diese Söldner ausfindig zu machen. Dabei kann ich ihr wahrscheinlich nicht einmal die Schuld für diese Dinge geben. Aber das ändert nichts der Ineffektivität ihrer nächtlichen Ausflüge. Und Ineffektivität ist etwas, was ich auf den Tod nicht ausstehen kann.“
 
Sie schüttelte leicht den Kopf. „Doch das alles sind nur vorgeschobene Dinge. Ebenso wie meinen Unmut darüber, dass sie sich ständig mit Neria streitet. Und warum? Nur weil diese eine Blutmagierin ist. Na, und? An meinen Händen klebt wahrscheinlich mehr Blut als an ihren. Auch wenn mir Neria schon eine Menge Ärger bereitet hat, so hat sie mir auch mehr als einmal geholfen. Insbesondere durch deine Heilung…“
 
Vernita machte eine kurze Pause, in der sie verloren auf die Tür blickte, durch die vor wenigen Augenblicken Rowan und Sareth verschwunden waren. „Ich denke der wahre Grund für meine Wut auf sie ist ihre abweisende Haltung mir gegenüber. Seit ich sie kenne, habe ich ständig versucht, mehr über sie zu erfahren, ihr Handeln zu verstehen und ihre Motive zu begreifen. Doch sie wies mich immer wieder zurück. Und nachdem sie gerade anfing, sich mir zu öffnen, und ich ihren ersten echten Gefühlsausbruch miterlebt hatte, tat sie sich mit diesem Penner zusammen, den ich ohnehin nicht leiden kann und dem ich auch in keinster Weise über den Weg traue. Seitdem hat sie sich mehr und mehr von mir abgekapselt. Und das macht mich einfach nur wütend. Nachdem ich immer für sie da gewesen war und ihr geholfen habe, wo ich konnte, habe ich das nicht verdient, oder? Und die Tatsache, dass mich einer dieser Söldner heute grillen wollte, hat meine Laune auch nicht gerade verbessert.“
 
Bei diesem letzten Satz grinste sie Miandra ironisch an.
 

Modifié par Aliens Crew, 22 mars 2011 - 02:11 .


#1732
SickOfItAll

SickOfItAll
  • Members
  • 319 messages
Lydia lauschte den Ausführungen von Vernita über Geschwister . Sie hatte hie Geschwister gehabt , aber sie hatte einige Freundinnen mit denen sie ihre Zeit verbrachte . Beim Gedanken an sie zog sich ihr Magen zusammen . Sie waren auch gestorben . Erschlagen oder erschossen .
Sie seufzte und setzte sich auf . Sie hatte eine neue Familie gefunden . Hatte sie wirklich ? Sie wunderte sich . Eine zusammenhaltende Gruppe sah anders aus . Sie waren schweigsam , vieleicht sogar abweisend einader gegenüber und es sah so aus , als würden sie sich untereinander nicht wirklich für die anderen interessieren .
Und sie selbst ? Sie kam sich ignoriert vor . Alleingelassen , verachtet , weil sie angeblich zu jung war um mit ihnen zu reisen . Wenn dem so wäre , dann wäre sie nie zu ihnen gestoßen . Aber warum sollte sie sich ihnen mit Gewald beweisen ? Entweder sie akzeptierten sie , oder eben nicht .
Sie brummte und rutschte von der Kiste auf der sie gesessen hatte . Von draußen fiel fast kein Licht mehr ins Lagerhaus . Sie trat durch das offene Tor hinaus und blickte über den Hafen und hinaus auf die See . Die Sonne warf rote Schatten über das Land und die letzten Strahlen wärmten ihre Haut . Als sie hinausblickte und die Wellen glitzern sah , da stockte ihr plötzlich der Atem .
Konnte es sein ? Hatte sie es vergessen ? Eilig rechnete sie nach , doch sie hatte es vergessen . Da sank sie auf den Boden gerade wo sie stand und weinte bitter . An diesem Tag hatte ihre Mutter Geburtstag gehabt und trotz das sie tot war , wollte sie dem gedenken . Doch sie hatte nichts . Gein Gebet , keine Gabe an die Götter , nichts . Sie lehnte gegen einen Pfosten am Wasserrand und weinte . Ob sie jemand sah , war ihr egal . Mit zitternden Händen suchte sie nach ihrer Kette und zog sie hervor . Daran baumelte ein kleiner Anhänger , ein klahrer , blauer Stein . Ihre Mutter hatte ihn ihr vor Jahren einmal geschenkt und seitdem trug sie ihn immer an einem Lederbändchen um den Hals .
" Fast schon wie tränen " wisperte sie , als sich das Licht der Sonne ein letztes mal darin brach und der Stein glitzerte wie ein Regenbogen an einem Sommertag .
Sie blickte hinaus aufs Meer und beobachtete die Möven , wie sie ihre Kreise zogen , doch in Gedanken war sie ganz bei ihrer Mutter .

#1733
viento2

viento2
  • Members
  • 701 messages
Noch bevor sie das Hafenviertel verließen, setzte Rowan Sareth in einer verborgenen Nische ab. Nach den Ereignissen der letzten Nacht hatte sich der Krieger seine Rüstung wieder angelegt, doch nun klapperte er bei jedem Schritt und würde nur die Aufmerksamkeit auf die beiden ziehen. Sie gab ihm einen flüchtige Kuss, bevor sie ihren Weg allein fortsetzte. Die Sonne sendete gerade ihre letzten Strahlen durch die Gassen der Stadt, als Rowan den Heustober erreichte.
Die Fremde hockte auf der Mauer neben dem Verschlag und blinzelte versonnen in das letzte Licht des Tages. Zufrieden bemerkte Rowan, dass sie ihre Sachen bereits zusammen gepackt hatte und abmarschbereit schien.
Sie räusperte sich und trat neben die Frau.
„Wenn ihr euch uns immer noch anschließen wollt, dann folgt mir“

#1734
Kisu

Kisu
  • Members
  • 89 messages
" Yrch! " Rief Sha´ira aus und purzelte von der Mauer . " Bei den Göttern , euch hört man nich kommen . " sagte sie , als sie sich aufgerappelt hatte und den Staub abklopfte .
" Ich wollte bis Nachtanbruch waren , dann wäre ich weitergezogen . Ihr habt euch Zeit gelassen , aber gehen wir , reden wir später . "
Sie sah sich prüfend um , ob sie auch nichts vergessen habe und folgte der Frau . Sie gingen offenbar in Richtung Hafenviertel , denn sie hörte das Rauschen und gurgeln von Wasser und die Möwen wurden mehr und vor allem dreister .

#1735
viento2

viento2
  • Members
  • 701 messages
Kurz bevor sie das Lagerhaus erreichten, trat Sareth aus dem Schatten und gesellte sich zu den beiden Frauen. Er bildete das Schlusslicht und musterte die Fremde argwöhnisch. Gemeinsam betraten sie den hölzernen Steg, der leicht unter ihren Füßen knarrte. Rowan führte sie bis an die Tür heran und wandte sich dann zu der Frau hinter ihr um.
„Ich werde nicht mit hinein gehen, da ich heute Nacht etwas anderes zu tun habe. Ihr müsst mit Vernita sprechen. Keine Angst, ihr werdet sie erkennen, sie wird euch wahrscheinlich gleich als erste ansprechen.“ Ein gefühlloses Grinsen zog sich über ihr Gesicht.
Sie kramte in einer ihrer Taschen und gab der Fremden einen Zettel in die Hand.
„Geb der Elfe das. Es ist die Karte, mit der sie unsere Pferde wieder finden kann. Und nun lebt wohl.“ Rowan drehte sich weg und schaute Sareth an. Sie zögerte einen Moment, doch der Krieger lächelte sie an und nickte ihr zu.
„Eins noch.....sagt ihr bitte, dass es mir leid tut.“
Mit diesen Worten setzten sich Rowan und der Krieger in Bewegung und verließen zügig das Hafenviertel. Sie führte Sareth durch die mittlerweile dunklen Gassen Denerims wobei sie darauf achtete, die belebteren Straßen zu meiden. Ihr Füße fanden den Weg wie von selbst und ihre Sinne waren voll auf ihre Umgebung konzentriert.
In einer Seitengasse verabschiedete sie sich von dem Krieger und lief ein paar Straßen weiter. Im Nu hatte sie eine Mauer erklommen und sich in den vertrauten Garten geschlichen. So oft war sie den Weg schon gegangen. Ein leichtes war es, das Gebäude zu erklimmen und die wie immer stets unverschlossenen Fenster zu öffnen.
Als sie sich in das Zimmer hinein gleiten ließ erstarrte der Mann vor ihr nur den Bruchteil eines Atemzuges. Schnell erkannte der Schwarzhaarige sie und ein breites Lächeln verzerrte sein ebenmäßiges Gesicht. Doch schnell schlug es in Wut um und seine Hände ballten sich zu Fäusten.
„Verdammt Rowan! Was hast du angestellt? Überall in der Stadt ziert dein Gesicht die Kopfgeldplakate. Außerdem befindet sich das komplette Gesindel der Stadt auf den Fersen von dir und deiner Gruppe. Du solltest gar nicht mehr hier sein!“
Besorgt trat er auf sie zu und fasste sie an den Schultern.
„Beruhige dich. Noch haben sie mich nicht. Und ich werde mich auch nicht so leicht fassen lassen.“
Sie streifte seine Hände von sich ab und schaute ihn eindringlich an.
„Ich weiß, du hast schon so viel für mich getan.....und ich war mir nicht sicher, ob ich wirklich hier her kommen soll.....aber....“ sie knetete nervös ihre Hände und wich seinem Blick aus.
„Du musst dir keine Gedanken darüber machen. Ich hab die gesagt, dass ich immer für dich da bin, egal was passiert. Und darauf kannst du dich auch weiterhin verlassen. Brauchst du Geld um unterzutauchen?“
Sie nickte.
„Das ist doch kein Problem. Moment....“ er ging zu seinem Sekretär und zog wahlweise ein paar Schubladen auf, bis er gefunden hatte, was er suchte. Er drückte Rowan einen klimpernden Lederbeutel in die Hand und verschloss ihre Hände mit seinen. Eine Weile standen sie so da, bevor er von ihr abrückte.
„Nun sie zu, dass du hier abhaust. Und lass dich so schnell nicht wieder blicken, hörst du? Ich will dich hier nicht am Pranger hängen sehen, sonst werde ich alles in Bewegung setzen, dir deine Zeit im Nichts aufs Beste zu vermiesen!“
Rowan merkte, wie ihr Tränen in die Augen traten. Der Kloß in ihrem Hals machte ihr das Sprechen unmöglich, doch sie hätte auch gar nicht gewusst, was sie sagen sollte. Deshalb drückte sie ihm einen Kuss auf die Wange und verschwand dann auf dem gleichen Weg, den sie gekommen war. Mit der Hand wischte sie sich die Augen frei, damit das Wasser ihr nicht die Sicht nahm. Ohne Sareth anzuschauen, lief sie an ihm vorbei und hoffte, dass er ihr ohne ein Wort folgen würde.

Sie führte die beiden in den Nordwesten der Stadt, wobei sie den Marktplatz über Schleichwege umging. Bald hatten sie die Stadtmauer erreicht und Rowan machte halt. Sie drehte sich zu Sareth um und schaute ihn unsicher an. Der Krieger trat auf sie zu und nahm ihre Hände in seine.
„Du tust das Richtige, glaube mir. Das hier ist nicht unser Kampf. Und macht dir keine Gedanken. Deine Gefährten sind stark. Sie werden das schaffen, auch ohne dich.“
Rowan nickte nur. Sie wusste, dass er Recht hatte. Doch sie war trotzdem unendlich traurig. Auch wenn sie zu den anderen kaum Kontakt hatte, so mochte sie die Elfe doch sehr gerne. Nie hätte sie für möglich gehalten, dass ihr eine Fremde Person so ans Herz wachsen könnte. Sie wäre Vernita ohne zu zögern in den Tod gefolgt, doch die Elfe hatte sich von ihr abgewandt. Rowan hatte sich ihr geöffnet und ihr Vertrauen entgegen gebracht. Etwas, dass sie seit langer Zeit nicht mehr getan hatte. Doch die Elfe schien das nicht bemerkt zu haben.
Ein letztes Mal ließ Rowan den Blick über die Dächer Denerims schweifen. Obwohl sie große Städte hasste, bereitete ihr der Gedanke, dass sie nun für eine sehr lange Zeit nicht mehr hierher zurück kehren konnte, Schmerzen. Mit einem Ruck drehte sie sich zur Mauer und schob eine handvoll Efeuranken zur Seite. Sie gaben den Blick auf ein dunkles Loch in der Mauer frei. Mit Erleichterung stellte Rowan fest, dass der Durchgang frei und gut erhalten war. Geschwind betraten sie die Dunkelheit zwischen den Steinen und waren in kurzer Zeit unter dem Gemäuer hindurch. Auf der anderen Seite war keine Menschenseele zu sehen. Leicht geduckt und so leise wie möglich rannten Rowan und Sareth über die freie Fläche bis sie außer Atem ein kleines angrenzendes Wäldchen erreichten. Ohne sich umzuschauen stürzte sich Rowan in das Dickicht hinein und bahnte sich den Weg durch dichtes Gestrüpp und moosige Stämme. Die kühle Nachtluft und der Geruch des Waldes vertrieben nach und nach ihre dunklen Gedanken und ließen ihr Herz zur Ruhe kommen. Eine Ruhe, die sie lange vermisst hatte. Ihr kurzen Zöpfe flatterten an ihrem Kopf und die Luft brannte in ihren Augen. Doch genauso sollte es sein.
Sie gehörte nicht in Städte. Sie gehörte nach draußen, wo sie frei war und ihr eigener Herr. Ihre Nächte würde sie unter dem schützenden Netz der Sterne verbringen und sich von der Natur nehmen, was sie benötigte. Und dieses Mal war sie nicht allein.
Sie blickte zur Seite und sah den Krieger neben sich an. Seine Rüstung blinkte im sanften Mondlicht und seine Augen leuchteten vor Erregung. Er war der Mann, den sie liebte und sie wusste, dass er sie von nun an nicht mehr verlassen würde.

#1736
Kisu

Kisu
  • Members
  • 89 messages
Sha´ira betrat ein großes Lagerhaus an den Piers . Drinnen war es duster und als sie sich an das Lich gewohnt hatte , erkannte sie einige Personen , sitzend und stehend , im Lagerhaus verteilt . Eine Elfe mit kantigem , grobschlächtigem Gesicht musterte sie herablassend .
" Mae Govannen . Gehe ich recht in der Annahme , das ich hierher kommen sollte ? " Fragte sie sie grimmige Elfe und legte sich die Faust auf die Brust , so wie man im Militär von Nevarra grüßt .
" Eine junge Frau , der ich die letzte Nacht etwa aus der Klemme geholfen hatte , führte mich hierher und gab mir dies " , wobei sie der Elfe den Zettel der Frau übergab . " Ich soll mich in ihrem Namen zutiefst bei euch entschuldigen , sie scheint nicht wiederzukommen . " Erneut verbeugte sie sich leicht .

#1737
Kaysallie

Kaysallie
  • Members
  • 1 082 messages
...post buggy...

Modifié par Kaysallie, 22 mars 2011 - 12:12 .


#1738
Kaysallie

Kaysallie
  • Members
  • 1 082 messages
Miandra hätte sich beinahe an dem Apfel verschluckt als sie Vernitas Gegenfragen hörte. So legte sie diesen beiseite und lauschte weiter nachdenklich den Ausführungen der Elfe, bis diese geendet hatte, dabei bemerkte sie jedoch nicht, dass das Mädchen das Lagerhaus verließ.

"Nein, Farren und ich haben uns nie gestritten, ob Ihr es mir nun glaubt oder nicht.", begann sie mit einem schwerfälligen Seufzer.

"Ich hatte nicht viel Freizeit... eigentlich kann ich mich gar nicht an eine Zeit erinnern, in der ich nicht irgendwo mithelfen musste, sei es nun im Haus bei meiner Mutter, in Ställen, auf Feldern, in der Taverne bei meiner Tante oder bei meinem Vater... ich hatte immer recht viel zu tun, da war wenig Platz für so etwas, wie Spielsachen, um die man sich streiten konnte... Eigentlich hatte ich gar keine Spielsachen... Und wenn ich Zeit hatte.. nun, da habe ich viel nachgedacht, hauptsächlich über meine Eltern und die Anderen beobachtet. Die anderen Kinder haben das nicht verstanden, ich hörte sie manchmal, wie sie über mich redeten.. und Kinder können zudem ziemlich gemein werden, wenn ihnen langweilig wird. Ich kann mich noch erinnern, wie sie einmal zu mir kamen und meinten sie hätten irgendwo im Wald etwas entdeckt das sie mir zeigen wollten.", kurz verzog sich ihr betroffener Blick und sie legte ein Grinsen auf, als würde sie das Ganze nun für total komisch empfinden und zuckte mit den Schultern.

"Nun ja ich war jung und naiv, aber spätestens als ich kopfüber an einem Seil hang, ausgelöst von der Falle, die sie mir gestellt hatten, und meine ganze Kleidung voller Schlamm war, mein Rock nach unten hing, sodass man meine Unterwäsche sehen konnte und alle über mich lachten, wurde mir klar, dass es wohl besser war, denen nichtmehr so leichtfertig zu vertrauen.", erneut seufzte sie, bevor sie fortfuhr.

"Ich muss einige Stunden dort gehangen haben, nachdem sie sich verzogen hatten. War ziemlich ungemütlich, aber... viel schlimmer war es wohl, dass meine Mutter ausrastete wegen meiner Sachen, und mein Vater, weil ich nicht rechtzeitig zurück war, um meine Arbeit zu erledigen. Wäre wohl nicht mein Bruder derjenige gewesen, der mich letztendlich im Wald fand, hätten sie mir ohnehin nicht geglaubt... und bestimmt mal wieder mehr als nur Worte sprechen lassen... Ja, und sonst... sie wollten mich von da an eigentlich immer öfter aufziehen und nerven, ich war sowas wie die Hauptattraktion geworden. Eigentlich hatten sich immer alle gegen mich gestellt, abgesehen von meinem Bruder. Er hat immer auf mich aufgepasst, mich verteidigt oder beschützt, wenn man mich ärgern wollte, oder getröstet wenn es schon zu spät für war... er war der Einzige dem ich jemals vertrauen konnte.", Miandras letzte Worte waren immer leiser geworden, bevor sie einen Moment inne hielt und an irgendeine Stelle im Raum starrte, als würde sie überlegen, ob sie weiterreden sollte oder nicht.

"Könnt Ihr Euch noch daran erinnern, als wir damals an dem Lagerfeuer saßen, nachdem wir die Sache in Lothering beendet hatten?", sagte sie plötzlich und blickte wieder zu der Elfe.

"Als alles noch seinen Anfang hatte.. Ihr habt mir erzählt, was man Euch und Eurem Sohn angetan hat. Einfach so.. aber dabei waren wir doch nichts weiter als Geschäftspartner. Ich habe vorher noch nie jemanden kennen gelernt, dem so viel Schlimmes im Leben widerfahren war. Ich lebte tagtäglich umgeben von Leuten, die eigentlich alles hatten, was das Leben lebenswert macht. Aber keiner von ihnen schätzte es. Vielleicht verachtete ich sie deswegen alle so... wie sie sich immer über Kleinigkeiten aufgeregt haben... aber ein Teil von mir wollte wohl immer so sein, wie sie... aber eigentlich habe ich mich damit nur selbst belogen.", sie machte eine nachdenkliche Pause, als sie bemerkte, dass sie dabei war abzuschweifen.

"Ich hatte Mitleid mit Euch, denn alleine die Vorstellung von all dem, tat mir in der Seele weh. Und von einen Moment auf den anderen, habe ich Euch vertraut. Und ohne groß darüber nachzudenken, erzählte ich Euch von meinem Vater und Bruder, jedoch nicht um es mir von der Seele zu reden, sondern eher um Euch von Euren eigenen Gedanken abzulenken.", ihre Stimme war ein wenig leiser geworden bevor sie schnell fortfuhr, als müsste sie sich dafür rechtfertigen.

"Ich habe so etwas noch nie zuvor getan, aber ich fühlte mich wohl auf irgendeine Art und Weise mit Euch verbunden... Aber genau das machte mir Angst. Ich hielt es im Nachhinein für ziemlich dumm, einfach so jemanden zu vertrauen und solche Dinge erzählt zu haben. Ich hielt es für besser und sicherer einfach so weiter zu machen wie bisher, aber es fiel mir alles andere als leicht. Ihr denkt jetzt bestimmt, dass ich davor Angst habe enttäuscht zu werden, doch das ist es eigentlich nicht, zumindest nicht direkt. Zu Vieles hatte sich so plötzlich geändert. Alles schien so schnell zu gehen... vor ein paar Wochen waren meine Tage durchgeplant mit alltäglichen Dingen, und nun bin ich in einer Stadt, werde wegen Mordes an meinen Eltern gesucht und habe nicht die geringste Ahnung davon ob meine Tochter, wegen der ich all diese Reise angetreten habe, überhaupt noch am Leben ist, und wäre dabei schon fast an einer Folter in dem größten Gefängnis von Ferelden gestorben.", erneut schwieg sie und blickte ein wenig beschämt nach unten.

"Wenn Ihr mich da nicht rausgeholt hättet, versteht sich... Wofür ich mich nie bedankt habe... ich war wütend deswegen. Ich weiß nicht ob Ihr das versteht, aber als ich in dieser Zelle aufgewacht bin, und erkannte, dass es keinen Ausweg geben würde, da habe ich es akzeptiert... zwar nicht sofort, aber...", Miandra holte kurz tief Luft, und schien nach den richtigen Worten zu suchen, bevor sie weitersprach.

"Ich kann mich noch daran erinnern, als sie mich nach der ersten Folter zurück in die Zelle gebracht haben. Trotz dieser unvorstellbaren Schmerzen, spürte ich, wie der kalte Boden auf dem ich lag von dem Blut, das von meinem Rücken hinab lief, bedeckt wurde und sich unter mir eine Lache bildete. Mein Magen schmerzte, da mich dieses Schwein getreten hatte, und ich musste mich übergeben. Anschließend lag ich einfach nur da... komplett alleine, denn den Elfen hatten sie irgendwo anders hingebracht... und bemerkte, dass ich weinte. Zum ersten Mal seit Jahren fühlte ich mich einsam, und wusste, dass ich es eigentlich hasste. Und ich hatte versagt, da ich meine persönlichen Probleme vor die Sicherheit meiner selbst und damit vor meine Tochter gestellt hatte, und dadurch in dieser Lage war. Es war ein Fehler meine Eltern so leichtfertig zu töten... aber mir war klar, dass ich es nicht mehr ändern konnte. Ich wusste, dass dieser Ort derjenige sein würde, an dem ich mein Leben lassen werde. Die Einsamkeit ließ mich begreifen, dass eigentlich auch besser so war, denn der schlimmste Schmerz von allen, war der zu wissen, dass irgendwo da draußen jemand wartet, der auf mich angewiesen ist, meine Hilfe braucht, und ich nichts dagegen tun kann.
Die meisten Dinge, die danach passierten sind sehr verschwommen, was wohl auf das Fieber zurückzuführen ist... eigentlich kann ich mich nur noch an zwei weitere Sachen richtig gut erinnern. An meine Träume.. und an den Moment, als ich spürte wie mein Kopf in dieses ekelhafte kalte Wasser eintauchte. Alles um mich herum war schwarz und still geworden, und ich alleine hatte es plötzlich in der Hand, ob ich leben oder sterben wollte. Und so schnappte ich nach Luft, wo doch eigentlich keine war. Ich wusste, dass die Schmerzen in meinem Hals und meiner Lunge meine letzten sein würden, und war froh darüber.", kurz schloss sie die Augen und seufzte, bevor sie ernst fortfuhr und wieder zu der Elfe blickte.

"Aber ich hatte mich geirrt. Die Schmerzen hörten nicht auf, mein Leben ging weiter, und ich gab Euch die Schuld dafür. Ich war doch nichts weiter als ein Krüppel, konnte nicht einmal mehr aufrecht gehen.. Es hätte unter normalen Bedingungen Wochen gedauert, bis meine Wunden geheilt gewesen wären... Ich hätte Wochen verloren.. und die Wahrscheinlichkeit, dass ich Elana dann noch gefunden hätte wäre radikal gesunken. Was hätte mir dieses Leben noch gebracht? Irgendwo in einem Keller darauf zu warten, gesund zu werden, um dann.. ja .. für mich ergab das alles keinen Sinn mehr.", sie wandte den Blick von Vernita ab, und musterte von Weitem die schlafende Halbelfe.

"Aber wie Ihr ja bereits sagtet, war es wohl nicht so schlecht, diese Magierin in die Gruppe aufzunehmen. Ziemlich nützlich, wenn auch anfangs schwer kontrollierbar.", kurz überzog ein zaghaftes Lächeln ihr Gesicht, welches jedoch schlagartig wieder verschwand, als sie sich wieder an Vernita wandte.

"Es war schwierig etwas, das man bereits aufgegeben hatte wieder zu akzeptieren. Ich war so sehr mit diesen Gedanken beschäftigt, wie sehr ich es doch nicht alles hasste, wie sinnlos es war, so weiter zu machen und wie befreiend der Tod gewesen wäre, dass ich alles andere um mich nicht mehr wahr nahm. Oder wahr nehmen wollte. Aber...", erneut hielt sie inne. Eigentlich war es nicht ihre Art über solche Dinge zu reden - oder überhaupt so viel zu reden. Es fiel ihr schwer auf den Punkt zu kommen, dennoch fuhr sie fort.

"Aber Ihr habt mich mit ein paar einfachen Worten wieder ein wenig wachgerüttelt. Und von da an habe ich begonnen über all das nachzudenken. Erst wusste ich nicht, warum es mich plötzlich interessierte zu wissen, warum ich so bin, wie ich bin. Es hat mich nie gekümmert, denn was sollte es mir bringen es zu wissen, ich hatte ohnehin nie vor etwas daran zu ändern. Wozu denn auch...
Ich hatte Euch doch erzählt, wie Farren ums Leben kam. Er war bisher der Einzige dem ich jemals vertraut habe, und genau das sorgte dafür, dass er starb. Hätte ich ihm das von meinem Vater nicht erzählt... ja mein Leben wäre wohl komplett anders verlaufen. Zumindest hatte sich von da an alles geändert. Mein Vater rührte mich zwar nicht mehr an, aber den einzigen Menschen der einem etwas bedeutet vor seinen Augen sterben zu sehen... solche Schmerzen sind schlimmer als jede Demütigung oder Verachtung. Es ist wie wenn etwas aus Euch herausbricht. Wie wenn von einen Moment auf den anderen etwas fehlen würde, und Ihr Euch komplett leer fühlt. Ich fühlte mich schuldig dafür, dass das passiert war - wahrscheinlich auch, weil mir das jeder einredete... aber gut, ich war auch nur ein Kind. Von da an war ich alleine, auch in all den Situationen in denen ich sonst jemanden hatte, der es für wert empfand auf mich aufzupassen, aber ich sah all das als Strafe dafür an, einen solch dummen Fehler gemacht zu haben... Hatte ich denn nicht schon oft genug erlebt, dass man niemanden vertrauen sollte? Ich beschloss, dass ich so etwas nie wieder zulassen werde. Nie wieder...", sie machte eine kurze Pause, bevor sie unsicher weitersprach.

"Und der Grund wieso ich Euch all das erzählt habe, ist nicht der, weil ich das Gefühl hatte es los werden zu müssen. Aber nun ja.. Ihr wart der Grund, warum ich darüber nachgedacht habe, und auch wenn es mich selbst nie interessiert hat, so hatte ich das Gefühl, dass es für Euch vielleicht von wert sein könnte, zu wissen, wieso ich so... abweisend bin und wieso ich auch niemanden von den Anderen näher kennen lernen möchte. Und weil ich weiß, dass Rowan nicht die Einzige ist, die Ihr verstehen wollt. Ich hatte Euch gesagt, dass ich so etwas nicht kann... aber eigentlich habe ich Angst davor... Nur glaube ich manchmal, dass ich einen Kampf fechte, den ich eigentlich bereits verloren habe... aber ich... ich fechte ihn doch schon so lange... ich will so etwas einfach nicht, und trotzdem tue ich es... ja, und das macht mir Angst.", nachdem sie geendet hatte blickte sie nur nachdenklich zu dem angebissenen Apfel, den sie neben ihrer Schlafmatte abgelegt hatte. Sie hatte gerade so viel gesagt, dass ihr endgültig nichts mehr einfiel, aber der Hunger war ihr nun auch vergangen. Doch gerade als sie geendet hatte, vernahm sie das Geräusch der Türe. Automatisch blickte sie in die Richtung, und sah eine junge Elfe, wohl jene die Rowan herbringen sollte. Hatte sie gerade so viel geredet, dass so viel Zeit vergangen war? Misstrauisch musterte Miandra die eigenartige Rüstung, und deren Waffe. Zielstrebig ging sie zu Vernita, drückte dieser einen Zettel in die Hand und stellte sich übertrieben nett vor. Welch perfekter Moment... ging Miandra bei deren Worte nur ironisch durch den Kopf.

Modifié par Kaysallie, 22 mars 2011 - 08:57 .


#1739
SickOfItAll

SickOfItAll
  • Members
  • 319 messages
Lydia saß noch einige Zeit am Pier und hing ihren Gedanken nach , bis sie plötzlich scheppernde Schritte vernahm . Als sie sich umsah , erkannte sie jemanden am Eingang der Lagerhalle stehen und mit Vernita sprechen . Sie trat näher und lauschte . Die fremde war offensichtlich die , von der Rowan gesprochen hatte .
Und was sie sagte , machte sie nicht glücklich . Rowan hatte sie hergeführt , aber sie hatte sich von ihr verabschiedet und war wohl verschwunden . Sie seufzte und sprach das Mädchen an . Sie war relativ groß und sehr hübsch . " Entschuldigt , aber sagtet ihr , sie würde nicht wiederkommen ? Aber wo bleiben meine Manieren . Mein name ist Lydia und ich bin erfreuht euch kennen zu lernen . "

#1740
Aliens Crew

Aliens Crew
  • Members
  • 5 178 messages
Vernita hörte Miandra aufmerksam zu. Viel stürzte auf die Elfe herein, als die schwarzhaarige Frau von ihren Erlebnissen und vor allem auch von ihren Gefühlen sprach, welche diese Geschehnisse ausgelöst hatten.
 
Der frühe Tod ihres Bruders hatte sie also geprägt. Ihre abweisende Haltung der Elfe gegenüber hatte also nichts mit ihr oder ihren Gefühlen für sie zu tun. Es war nur eine Schutzreaktion, um nicht wieder diesen Schmerz ertragen zu müssen, jemanden zu verlieren, der ihr nahe steht. Sie hatte die Hoffnung verloren und durch die Elfe wiedergefunden. Und sie vertraute Vernita.
 
Das Herz der Elfe machte einen Freudensprung, als sie diese Worte vernahm. Und gleichzeitig machte sie sich auch große Vorwürfe, weil sie ihr Leben so leichtfertig auf Spiel gesetzt hatte, um sich auf die Suche nach diesem elenden und absolut unzuverlässigen Azoth zu machen. Und es hätte nicht viel gefehlt, und Miandra hätte wieder um jemanden trauern müssen, mit dem sie sich verbunden fühlte. Vernita schwor sich, so etwas nie wieder geschehen zu lassen.
 
Sie wollte gerade auf die schwarzhaarige Frau zugehen und diese tröstend in den Arm nehmen und ihr dafür danken, dass sie sich ihr offenbart hatte und ihr ihre Hilfe beim Bestreiten ihres inneren Kampfes zusichern. Doch da wurde auch schon die Tür zum Lagerhaus geöffnet und eine leicht bekleidete Frau, die nach ihren Gesichtszügen und den Ohren zu urteilen, ganz klar eine Elfe sein musste, trat ein. Sie kam schnurstracks auf Vernita zu, gab ihr einen Zettel und stellte sich vor. Als sie über Rowan und deren Entschuldigung sprach, zog sich Vernitas Herz für einen Augenblick zusammen.
 
‚So ist das also‘, ging es ihr durch den Kopf. ‚Du entschuldigst dich durch eine Wildfremde bei mir dafür, dass du mich im Stich lässt…zum zweiten Mal bereits. Und das alles nur für diesen dämlichen Kerl. Ich hoffe, du weißt, was du tust und rennst auch ja weit genug weg, damit dich bloß keiner findet. Denn sollten wir scheitern, wirst du wohl auch nirgendwo mehr sicher sein.‘
 
Vernita warf einen kurzen Blick auf die schwarzhaarige Frau. „Wie du siehst, geht es mir auch nicht viel anders als dir, Miandra. Neben dir war Rowan die erste Person, der ich wirklich vertraut habe und nun…hat sie mich bitter enttäuscht. Unter dem Begriff „Freunde“ verstehe ich etwas anderes.“
 
Sie wandte sich wieder an ihren Neuankömmling. „Doch wie ich sehe, hat sie mir wenigstens noch Euch vorbeigeschickt. Also, wer seid Ihr? Und was tut Ihr hier in Denerim? Ihr stammt nicht aus Ferelden. Das höre ich an Eurer Aussprache. Und vor allem will ich wissen, woher Ihr Eshtá Giaunauro kennt?!?“
 
Bevor die Elfe Vernita antworten konnte, trat schon Lydia hinzu und stellte sich dem Neuankömmling vor. Vernita schüttelte leicht den Kopf. Die Kleine war einfach zu vertrauensselig.
 
„Lass gut sein, Lydia. Wir sollten uns die Nettigkeiten sparen, bis wir ein paar Antworten von diesem Weib haben“, winkte sie ab, bevor sie sich wieder an die Elfe wandte. „Also, ich hatte Euch ein paar Fragen gestellt und erwarte daraufhin auch auf Antworten! Sprecht rasch!“
 

#1741
Kisu

Kisu
  • Members
  • 89 messages
" Mein Name ist Sha´ira . Ich bin auf der Durchreise gewesen . Wohin wusste ich nicht . Ich komme aus Nevarra und suche hier mein Glück und helfe wo ich kann . Eure Freundin , die mit dieses Pergament gab , sagte , ihr würdet die gleiche Beute jagen , wie ich es tue und sie führte mich nun zu euch . "
Sie grummelte , als ihr Gegenüber den Namen Eshta in den Mund nahm . " Yrch ! Sie ! Dieses Hurenkind hat meine Weggefährten an der Straße von Highever hinrichten lassen , in ihrem Namen wurden sie getötet , weil wir gegen ihre Handlanger vorgingen , die ein Dorf dort in der Nähe terrrorisierten . Seitdem verfolge ich deren Spuren , bis hierher . Ich gehe vermutlich recht in der Annahme , das die Söldner , welche die Frau die mich brachte angegriffen haben , ebenfalls von ihr angeheuert waren . "
Sie verschränkte die gepanzerten Arme vor der Brust und musterte ihr Gegenüber . " Ich nannte euch meinen Namen , so solltet ihr ebendies auch tun . Wer seit ihr , und was habt ihr mit der ... gwarth ... zu schaffen ? "

#1742
Aliens Crew

Aliens Crew
  • Members
  • 5 178 messages
„Ein nobles Ziel muss ich sagen, wenn Ihr wirklich deshalb unterwegs seid, Sha´ira“, meinte Vernita mit einem abwegigen Grinsen. „Aber kein sehr einträgliches. Ich bin in dieser Hinsicht eher praktisch veranlagt und helfe anderen nicht aus einer Laune heraus. Doch da wir beide anscheinend das gleiche Ziel haben, steht einer Zusammenarbeit wohl nichts im Wege.“
 
Die Elfe grübelte, während sie sich das Kinn rieb. „Nur stellt sich mir die Frage, weshalb ich Euch trauen sollte? Ich hatte schon so manchen Begleiter bei dieser Mission dabei, der mir bis zum Ende zur Seite stehen wollte. Meine „Freundin“, wie Ihr sie schön genannt habt, war eine davon. Und Ihr habt ja gesehen, wie tief diese Freundschaft ging, da sie es ja vorgezogen hat, sich mit ihrem Kerl aus dem Staub zu machen, anstatt mir dabei zu helfen, Esthá das Handwerk zu legen. Andere wiederum sind inzwischen tot, nur der harte Kern ist noch hier, um an meiner Seite zu kämpfen! Haltet Ihr Euch für jemanden, der dazu in der Lage ist?“
 
Vernita musterte Sha´ira von oben bis unten. „In Eurer Aufmachung würde ich eher vermuten, Ihr würdet im nächsten Freudenhaus anheuern, anstatt in den Kampf zu ziehen. Und hier in Ferelden ist es vor allem nachts recht frisch. Da wäre etwas mehr Kleidung wohl angesagt. Übringens, mein Name ist Vernita. Wundert mich, dass ihr den nicht kennt. Hängt denn nicht an jedem zweiten Haus ein Steckbrief von mir?“
 

#1743
Kisu

Kisu
  • Members
  • 89 messages
" Ihr seit nicht vertraut mit der Mentalität aus Nevarra , doch will ich es euch nicht zum Vorwurf machen . Weit bin ich gereist , viel habe ich gesehen und weit werde ich noch reisen und viel werde ich noch sehen . "
Sie musterte ihr Gegenüber . " Wenn wir schwören zu helfen , dann helfen wir , wir aus Nevarra halten unseren Eid und koste er uns das Leben . Habt ihr je hinter die Grenzen eures kleinen Ferelden geschaut ? Wir Nevarraner halten unsere Versprechen . " womit sie die Unterarme vor ihrer Brust verschränkte . " Seit mir versichert , von mir habt ihr nichts zu befürchten , solange wie ich nichts von euch zu befürchten habe . "
Sha´ira lachte . Es klang fremd und dunkel . " Ihr habt ein angenehmes Klima hier . Ich bin von Anderfels bis nach Denerim gereist , über die Pässe der Frostgipfel und habe nicht mehr als jetzt getragen . Es ist die Tracht meines Clans und meiner Berufung , es ist die Tracht der Kampftänzer . "
Sie sah sich um und stutzte , als sie das Mädchen ansprach . " Mae Gowannen , hannon . Sha´ira ieneth nín . "
Doch mehr staunte sie noch , als diese ihr in der selben Sprache antwortete . " So seit ihr also auch mit der alten Sprache betraut . Ihr überrascht mich . "
Zu Vernita gewand sagte sie " Sagt , wo soll ich mein Lager aufschlagen ? Ich gedenke seit langem einmal wieder in einem Bett zu schlafen , die Erde war lang genug meine Unterlage . "

#1744
Aliens Crew

Aliens Crew
  • Members
  • 5 178 messages
„Ihr seid also eine Frau von Ehre, was? Nun, die Ehre hat schon Tausende umgebracht, aber noch nicht einen gerettet. Und bloße Worte können mich nicht überzeugen, Sha´ira. Für mich zählen nur Taten. Tut was sage, und wir kommen gut miteinander aus. Hintergeht mich, und Ihr endet mit einer Klinge in der Brust. Ihr sollt Euer Handwerk verstehen, wie ich gehört habe, doch das tue ich auch.“ Vernitas Stimme klang ernst und hart.
 
Sie deutete um sich herum, bevor sie ruhiger weitersprach. „Sucht Euch selbst einen Platz zum Schlafen. Hier gibt es keine Betten. Und wir reden dann ein anderes Mal weiter. Die Nacht bricht herein, und das bedeutet für uns, aktiv zu werden. Ihr werdet sicher verstehen, dass ich Euch nicht mitnehmen kann, ehe ich nicht mehr über Euch weiß. Lydia hier kann Euch Gesellschaft leisten, während ich weg bin. Das wär’s dann erst einmal.“
 
Die Elfe wandte sich von dem Neuankömmling ab und trat stattdessen zu Miandra. „Lass uns nach draußen gehen. Wir müssen miteinander reden.“
 

#1745
Kaysallie

Kaysallie
  • Members
  • 1 082 messages
Desinteressiert beobachtete Miandra das Gespräch zwischen Sha´ira und Vernita. Irgendwie war es doch immer dasselbe. Die einen kamen, andere gingen, und von sowas, wie Ehre oder der Mentalität aus Nevarra verstand Miandra ohnehin nichts - sie hatte ja noch nicht einmal die aus Ferelden so wirklich verstanden. Aber im Prinzip interessierte sie auch deren Geschichte nicht, und ihr Kopf war irgendwie zu leer, um sich großartige Gedanken darüber zu machen – worüber sie froh war, denn von diesem ewigen Denken bekam sie allmählich Kopfschmerzen. Und was Rowan anging... ihr selbst würde diese bestimmt nicht abgehen, denn immerhin hatte sie auch nie wirklich mit ihr zu tun... und genau so sollte es aus ihrer Sicht auch sein. Denn etwas das man nicht kennt, kann man auch schwer in irgendeiner Weise vermissen.

Jedoch schien es Vernita dabei wohl etwas anders zu gehen, wie sie anhand deren Aussage von vorhin und dem enttäuschten Gesichtsausdruck erkannte.

„In Ordnung.“, erwiderte sie nur knapp, und stand auf. Beinahe hätte sie wohl ihren ungemütlichen Schlaf von vorhin vergessen, wenn dabei nicht wieder dieser spannende Schmerz ihre Wirbelsäule durchzogen hätte. Aber sie versuchte es zu ignorieren, knöpfte sich den Umhang ein wenig enger, und verließ ohne weitere Worte das Lagerhaus.

Modifié par Kaysallie, 22 mars 2011 - 08:25 .


#1746
Kisu

Kisu
  • Members
  • 89 messages
Sha´ira nickte und sah sich um . Wirklich gemütlich sah es nirgendwo aus , doch sie hätte gern einmal wieder warm geschlafen und vor allem weich . Also suchte sie Lydia , doch die war wie vom Erdboden verschluckt .
Plötzlich hörte sie über sich einen kurzen Pfiff und als sie nach oben sah , sah sie das Mädchen aus einer kleien Luke schauen und Sie zu sich heraufwinken . Vor ihr führte eine lange wackelige Leiter bis nach oben , aber oben angekommen stellte sie fest , das sie einen kleinen Raum unterm Dach betreten hatte . Es war schon spärlich eingerichtet und in einer Ecke stand ein breites Feldbett mit einem ganzen Haufen Kissen und Decken darauf .
Das Mädchen grinste sie an . " Mae tollen na mar , willkommen zu Hause . "
Da staunte sie aufs neue . " Sagt Lydia , ihr habt nich einen warmen Platz zum schlafen ? Seit wochen und Monaten habe ich entweder in Heuschobern oder auf dem Waldboden meine Nächte verbracht , warm war es ebenfalls nicht , auch wenn es mich nicht stört . "
Sie lies ihren Blick wandern und begutachtete das kleine Dachzimmer . Offenbar stammten all diese Dinge aus den Kisten unten in der Halle . Das Mädchen hatte ein Auge für Gemütlichkeit , trotz der spärlichen Einrichtung sah es wohnlich aus . Lydia bedeutete ihr hereinzukommen und sich umzusehen . Als sie sich aufrichtete krachte und schepperte es und sie fühlte sich , als ob ihr jemand einen Hammer auf den Kopf gedroschen hatte " Yrch ! " Fluchte sie und setzte sich auf den Holzboden .

#1747
SickOfItAll

SickOfItAll
  • Members
  • 319 messages
" Wenn ihr einen warmem Schlafplatz sucht , werdet ihr außer hier oben keinen finden . Wie können noch ein Feldbett und weiteres Bettzeug nach oben schaffen , ich hab schon ein Seil für meinen Flaschenzug gefunden . "
Mit diesen Worten kletterten sie wieder nach unten und verschwanden im hinteren Teil des Lagerhauses . Kurze Zeit später hatten sie , was sie suchten und mit einiger Mühe auch nach Oben geschafft und das Feldbett aufgeschlagen . Es war eng aber es würde gehen .
Lydia setzte sich auf ihr Bett und musterte Sha´ira . Sie sah auszunehmend gut aus , sie war hübsch . " Sag , wie kommst du eigentlich aus Nevarra nach Ferelden ? Was führt dich so weit in den Süden ? " fragte Sie sie . " Erzähl ruhig , ich werde nichts verraten , aber ich bin neugierig , dann erzähle ich auch , wie ich zu dieser interessanten Truppe gestoßen bin . "
Sha´ira begann zu erzählen und Lydia lauschte gebannt , irgendwann schweiften sie ab , erzählten über dies und das , kamen von Hölzchen auf Stöckchen und sprachen bis tief in die Nacht hinein .
Sha´ira war also eigentlich garnicht allein unterwegs gewesen . Sie war zusammen mit ihren Gefährten aus Nevarra aufgebrochen und durch halb Thedas gereist und hatte erst vor kurzem ihre Gefährten an dieselbe Person verloren , die auch die jagten .
Sie lehnte sich zurück und betrachtete sie eingehend . Sie lag lang ausgestreckt auf ihrer Liege , die grünen Haare umrahmten ihren Kopf  wie eine Krone . Sie musste zugeben , sie war wirklich betörend schön . Doch sie schüttelte den Kopf und streckte sich . Sie löschte die Kerzen im Zimmer und bevor sie die letzte Kerze auspustete , sah sie , das Sha´ira einfach eingeschlafen war . Sie konnte nicht anders , als ihr wenigstens eine Decke überzulegen . Danach löschte sie die letzte Kerze und ging ebenfalls zu Bett . Bevor sie einschlief , dachte sie über ihre neue Zimmergefährtin nach . Sie war nett und trotz aller Befürchtungen hatte sie offen mit ihr gesprochen , fast schon freundschlaflich .

Modifié par SickOfItAll, 22 mars 2011 - 09:14 .


#1748
Aliens Crew

Aliens Crew
  • Members
  • 5 178 messages
Vernita folgte Miandra nach draußen, nachdem sie beobachtet hatte, wie sich Lydia und die Neue in das selbstgebastelte Zimmer des Mädchens zurückzogen. Dabei schüttelte die Elfe leicht den Kopf, da dieses Kind diesem Weib offenbar viel zu schnell vertraute. Sie musste anscheinend noch viel über das Leben lernen. Doch dafür hatte die Elfe jetzt keine Zeit.
 
Vor dem Lagerhaus wartete eine frische Brise auf die beiden Frauen, die vom Meer durch die Stege und Wege der Hafengegend blies. Die Sonne war inzwischen komplett untergangen und hatte einem klaren Sternenhimmel Platz gemacht. Keine Wolke befand sich am Himmel, und die Sterne ließen das Wasser im Hafenbecken glitzern und funkeln.
 
Vernita sog einmal kräftig die Luft ein, bevor sie Miandra mit sich von der Tür weg zum Rand des Lagerhauses zog.
 
„Hör zu, Miandra“, begann sie, als die beiden an der Ecke stehen blieben, und die Elfe ihr Gegenüber eindringlich ins Gesicht sah. „Durch Rowans und Sareths Verrat an uns, müssen wir uns selbst wohl oder übel auf die Suche nach unseren Feinden machen. Da die beiden uns ja im Stich gelassen haben, bevor sie die Söldner aufspüren konnten, müssen wir die Sache nun selbst in die Hand nehmen. Außerdem müssen wir Kontakt zu Leanora aufnehmen, um zu erfahren, ob sie noch etwas herausgefunden hat. Wir könnten uns trennen, um diese beiden Aufgaben bewerkstelligen zu können, aber es wäre mir lieber, wenn wir zusammenbleiben würden, damit wir uns gegenseitig den Rücken freihalten können. Und Neria möchte ich auch lieber vorerst hier im Lagerhaus verweilen lassen. Zum einem, damit sie uns zusammenflicken kann, wenn es nötig werden sollte und zum anderen, damit sie ein Auge auf diese neue Elfe werfen kann. Nur für alle Fälle. Aber da ist noch was anderes…“
 
Die Elfe sah verlegen zu Boden, während sie überlegte, wie sie ihre derzeitigen Gefühle in Worte fassen sollte. „Wie soll ich es nur ausdrücken, damit du verstehst, was gerade in mir vorgeht? Ich versuche es einfach mal gerade heraus…Nun, ich war schockiert, als ich hörte, dass du mich dafür gehasst hast, dass ich dein Leben gerettet habe. Ich hätte nie gedacht, dass du dir selbst den Tod gewünscht hast. Und nun bin ich mehr als nur glücklich darüber, dass dem jetzt nicht mehr so ist. Ich danke dir auch dafür, dass du mich ins Vertrauen gezogen und mir erzählt hast, was dich bewegt und wie es in dir aussieht. Ich werde dir so gut helfen, wie ich kann. Das habe ich dir versprochen, und das werde ich auch halten. Du weißt, was ich für dich empfinde, so wie ich weiß, dass du diese Gefühle nicht teilst. Aber ich halte trotzdem zu dir.“
 
Vernita hob die Hand, um Miandras Gesicht zu berühren, als ihr auffiel, dass sie schon ihren Panzerhandschuh überzogen hatte. Mit einer schnellen Bewegung streifte sie diesen ab und ließ ihn neben sich zu Boden fallen. Anschließend legte sie ihre rechte Hand auf die linke Gesichtshälfte der Frau, strich mit den Fingern durch ihr schwarzes Haar und mit ihrem Daumen über ihre Wange. „Rowans selbstsüchtiges Verhalten hat mir einen Stich ins Herz versetzt, da ich dachte, ihr vertrauen zu können. Doch deine Nähe und die Offenheit, die du mir dafür im Gegenzug geschenkt hast, geben mir wieder Kraft. Und das Wissen, dass wir uns gegenseitig brauchen und uns nicht im Stich lassen werden, bis dieser Alptraum für uns beide vorüber ist. Und vielleicht sogar darüber hinaus.“
 

#1749
Kisu

Kisu
  • Members
  • 89 messages
Sha´ira und Lydia sprachen noch einige Zeit , doch irgendwann übermannte sie der Schlaf . Sie hörte noch , wie Lydia die Kerzen auspustete , dann war alles dunkel . Sie dachte über die Gruppe nach , zu der sie gestoßen war .
Diese Vernita schien knallhart und eiskalt zu sein . Oder einfach nur dem Wahn anheim gefallen . Sie machte einen professionellen , und kalten Eindruck auf sie . Sie schien viel Leid gesehen und erfahren zu haben , doch konnte sie genausogut nur oberflächlich hart sein .
Lydia machte einen anderen Eindruck auf sie . Sie schien zu wissen , was sie tat und wann sie was zu sagen hatte , doch war sie um einiges warmherziger und freundlicher . Außerdem , gestand sie sich selbst ein , war sie auszunehmend hübsch für ihr Alter .
Über diesen Gedanken schlief sie ein , doch der Schlaf währte nicht lange . Gesichter tauchten vor ihr auf , verschwommen und wie durch einen Nebelschleier gesehen . Sie verformten sich , lachten , schallend , höhnisch . Sie gröhlten , schrien , schlugen sie , sie lief , doch sie kam nicht weg . Sie war nackt und angekettet , und um sie herum lagen ihre Freunde , ihre Familie , geschlachtet wie Vieh in ihrem eigenen Blut .
Schnell atmend schlug sie die Augen auf . Es war dunkel , sie lag warm und weich . Keine Gesichter , keine Toten , kein Blut . Nur sanfe und gleichmäßige Atemzüge .
Sie setzte sich auf und versuchte sich umzusehen , aber in der Dachkammer war es ziemlich dunkel , also lies sie sich wieder ins Bett fallen und versuchte zu schlafen .
Irgendwann schien sie dann endlich eingeschlafen zu sein , denn sie träumte wieder . Sie träumte oft , manchmal über vergangenes , manchmal auch über das , was vieleicht noch kommen könnte . Diesmal sah sie Lydia an einem Pier stehen und auf das Wasser zum Horizont hin zu blicken , als suche sie etwas . Sie hield eine kleine Schale in der Hand ,den Inhalt konnte sie nicht sehen , denn als sie näher trat , verschwamm die Schale zu einer Halskette . Sie drehte sich zu Ihr um , lächelte sie warm an und zusammen gingen sie den Pier hinunter , wohin , das sah sie nicht . danach war es wieder schwarz und still .
´Ob das was zu bedeuten hat ? ´ fragte sie sich .

#1750
Bellandyrs

Bellandyrs
  • Members
  • 1 091 messages
Leanora war heilfroh, als sie mit ihrer Arbeit fertig war und ohne Zwischenfälle zurück in ihrem Zimmer war. Sie ließ sich erst für wenige Minuten auf ihr Bett fallen, erst dann zog sie sich aus und wusch sich. Kurze Zeit später kam Lucia in den Raum, welche sich auch frisch machte und gemeinsam gingen sie zum essen.
Lea merkte der Freundin an, dass in ihr alles brodelte und ihr Gehirn wohl auf Hochtouren lief, aber Lucia verlor kein Wort. Sie unterhielten sich statt dessen über belangloses, und auch über den Auftritt des Inquisitors.
Beim Essen hing ohnehin jede ihren eigenen Gedanken nach, und während der Abendandacht gab es keine Möglichkeit, weiter über irgendetwas zu sprechen. Leas Blick streifte die Statur von Bruder Castillá, aber sie wollte erst mit Lucia reden. Den Kirchenvorsteher konnte sie noch immer am nächsten Tag einweihen.

Schließlich war ihr Tagwerk vollbracht mitsamt den ganzen Pflichten, und sie durften sich in ihre Zimmer zurückziehen. Lea schenkte sich und Lucia einen Becher Wasser ein und ließ sich dann im Schneidersitz auf ihrem Bett nieder, Lucia machte es sich am Ende des Bettes bequem und lehnte sich gegen die Wand.

"Ich muß Dir nochmal danken, Lucia. Ich weiß nicht, was ich ohne Dich tun würde. Und mir ist noch etwas eingefallen.... Woher glaubst du könnte Renaldo wissen, dass Sengaal und ich uns näher gekommen sind? Dass ich bei ihm eingeladen war ist sicher nicht schwer, heraus zu bekommen, aber woher weiß dieser Bastard, dass der Kommandant und ich uns nahe stehen? Wörtlich meinte er, er wüßte von dem Techtelmechtel mit Neranos, und fragte ob ich seinetwegen hier sei, bevor er mir eben alles andere an den Kopf warf."

Leanora nahm einen Schluck Wasser bevor sie fortfuhr:
"Eine Freundin hat mir Pillen mitgegeben, verschiedene sogar. Welche, die den Geist ausschalten, welche, die den Körper nichts spüren lassen. Aber wenn ich Informationen von Renaldo haben will gibt er mir die sicher nur auf eine Weise - und das ist nicht einmal garantiert. Und da frage ich mich - sollte ich lieber meinen Geist benebeln oder meinen Körper?"

Lucia blickte sie irritiert an. "Wieso willst Du Deinen Körper betäuben?" fragte sie verständnislos.

Lea wurde rot. "Lucia, Du magst es mir vielleicht nicht glauben, aber in Sachen körperliche Liebe habe ich keinerlei Erfahrung, und ich möchte nicht gerade das erste mal mit einem Mann erleben, den ich abgrundtief hasse. Betäube ich also meinen Körper, spürt der zwar nichts, aber das Erlebnis würde vielleicht doch einen Schock in mir auslösen. Schalte ich meinen Geist aus, dann krieg ich zwar nichts von der Demütigung mit, aber leider auch nichts anderes. Und mein Körper würde trotzdem geschändet werden."
Sie seufzte. Wieso konnte man diese Pillen nicht beide nehmen? Immer diese unangenehmen Nebenwirkungen!

"Nun denn, hast Du schon einen Plan? Ich bin nämlich ziemlich ratlos. Auch bezüglich Bruder Castillá, wieviel ich ihm erzählen sollte. Selbst wenn er mir glauben würde wegen dem Vorfall von heute Vormittag, aber beweisen kann ich nichts. Und ohne Beweis wird er auch nicht viel ausrichten können. Außerdem, wenn er was ausrichten kann und Renaldo der Kirche verwiesen wird - dann ist meine Informationsquelle erst recht weg. Ich weiß ja nicht, ob er selber dahinter steckt, oder jemand anderes. Achje, ist das alles verzwickt".
Sie hatte tatsächlich angehende Kopfschmerzen von der ganzen Nachdenkerei.

"Übrigens, Du hast nicht zufällig ein Päckchen für mich entgegen genommen? Neranos wollte mir noch etwas zukommen lassen - zu meinem Schutz, wie er sagte."