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Die freie Wildnis von Ferelden (Dragon Age RP)


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#1776
Aliens Crew

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Lucia lag wach in ihrem Bett. Sie konnte nicht einschlafen, zu viel ging ihr im Kopf herum.
 
Sophia war also auf der Suche nach dem Mörder ihrer Familie, und das hier in der Kirche. Unglaublich. Und ausgerechnet Renaldo soll dieser Mörder sein. Das wollte der rothaarigen Frau immer noch nicht in den Kopf.
 
Sie hatte diesen Mann geliebt, sich mit jeder Faser ihres Körpers und ihrer Seele nach ihm gesehnt. Und jetzt das. Konnte das überhaupt wahr sein? Nun, nach all dem, was sie von Sophia gehört hatte, blieben eigentlich gar keine Zweifel mehr übrig. Wie konnte sie sich nur so in diesem Mann getäuscht haben? Inzwischen machte ihr der Name Renaldo richtig Angst. Hoffentlich konnte ihre Freundin Bruder Castillá davon überzeugen, ihnen zu helfen. Sonst wüsste Lucia nicht, was sie noch hätten tun können.
 
Sie umklammerte ganz fest den Griff des Dolches, den sie von Leanora bekommen hatte und schloss die Augen. Doch sofort sah sie wieder das hämisch grinsende Gesicht Renaldos vor sich. Lautlos schien er mit ihr zu reden.
 
‚Willst du mich etwa aufhalten?‘ wollte er wohl sagen. ‚Wie lächerlich. Du wirst sterben, und deine Freundin wird trotzdem mein sein. Solange, wie es mir gefällt.‘ Dann verfiel er in ein lautloses Lachen.
 
Lucia riss die Augen wieder auf und starrte in die Dunkelheit. Ihr Herz raste und Schweiß hatte sich auf ihrer Stirn gebildet. In diesem Moment öffnete sich die Tür. Lucia verkrampfte sich und sie hielt den Atem an. Doch es war nur Leanora, die leise den Raum betrat.
 
„Dem Erbauer sei Dank“, stöhnte Lucia erleichtert. „Du bist es nur. Ich dachte schon…egal. Hast du deine Freundin getroffen?“
 
 
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Der Kerl, welcher rechts neben seinem Anführer stand, kam gar nicht mehr dazu, seine Waffe zu ziehen, da hatte ihn bereits eine der beiden Schwerter Vernitas durchbohrt. Die scharfe Waffe drang in den Brustkorb des Mannes ein, so als bestände dieser lediglich aus Butter. Der Kerl gab nur einen erstickten Laut von sich, während er wie ein nasser Sack zusammenbrach.
 
Doch darauf achtete die Elfe schon gar nicht mehr. Sie wandte sich stattdessen ihrem nächsten Gegner zu. Der Anführer selbst war zu Boden gestürzt und blieb benommen liegen. Vernitas Schlag schien ihm ganz schön zugesetzt zu haben. Und sein kleiner Berater erlag just in diesem Augenblick Miandras Wurfmessern. So näherte sich die Elfe dem vierten im Bunde, welcher sie mit seinem rostigen Kurzschwert attackierte. Der Angriff kam so plump und ungeschickt, dass Vernita ihn vermutlich mit geschlossenen Augen hätte parieren können.
 
Die beiden Waffen klirrten gegeneinander, während die Elfe mit ihrem anderen Schwert sogleich nachsetzte und es im weiten Bogen auf ihren Gegner niedersausen ließ. Dieser hatte sich jedoch mit seiner Attacke verkalkuliert und wankte unbeholfen zwei Schritte zur Seite. Diese Ungeschicklichkeit hatte zur Folge, dass Vernitas Attacke nur seinen Arm aufschnitt, anstatt ihm den Schädel zu spalten.
 
Keuchend torkelte der Kerl zurück und versuchte sich mit seinem alten Kurzschwert die wütende Elfe vom Leib zu halten, die sich ihm schnaubend näherte. Offensichtlich missfiel es ihr, dass dieser Typ nur aufgrund eines glücklichen Zufalls noch am Leben war. Ihr nächster Angriff traf noch im selben Augenblick die spröde, rostige Klinge ihres Gegners, welche daraufhin wie ein morscher Ast zerbrach. Ungläubig starrte der Kerl für einen Moment auf die zerborstene Waffe, bevor ihm Vernita eines ihrer Schwerter in den Bauch rammte.
 
„Du hättest besser auf deine Waffe achten sollen, du Wurm!“ fauchte sie böse, während der Mann mit weit aufgerissenen Augen an ihr herabglitt und tot zu Boden fiel.
 
Die Elfe wandte den Kopf und sah auch schon einen der beiden Männer, die hinter ihnen aufgetaucht waren auf sich zukommen. Brüllend und mit erhobener Waffe stürmte er ihr entgegen. Sie wich zur Seite aus, während sie ihm zugleich ein Bein stellte. Der Kerl stolperte und krachte auf die staubige Straße, wobei er seine Waffe verlor, welche über den Boden schlitterte. Vernita wollte gerade nachsetzen, als ihr Blick auf Miandra fiel, die momentan beträchtlichen Ärger mit dem anderen Mann hatte, der gerade über ihr hockte und sie nach unten drückte. Die Augen der Elfe weiteten sich vor Entsetzen.
 
Sie machte auf der Stelle kehrt und eilte zu der schwarzhaarigen Frau herüber. Der Kerl über Miandra schien sie gar nicht zu bemerken, zumindest reagierte er nicht, als die Elfe näher kam.
 
„Hey, du Arschloch!“ fauchte Vernita böse. Erst jetzt blickte der Mann auf, nur um einen Moment später den Panzerstiefel der Elfe in seinem Gesicht zu spüren. Vernita hatte dem Kerl mit voller Wucht vor den Unterkiefer getreten, welcher laut knackend brach. Der Typ selbst rollte seitlich von Miandra herunter, während er vor Schmerzen aufheulte.
 
„Hier! Nimm das!“ sagte die Elfe zu der schwarzhaarigen Frau gewandt und drückte dieser eines ihrer Schwerter in die Hand. „Und nun kannst du das Schwein fertigmachen!“
 
Dann wandte sie sich wieder ab, ihrem letzten Gegner zu, welcher sich gerade aufrappelte und wohl das Weite suchen wollte. Zumindest setzte er zur Flucht an. Die Elfe holte sofort mit ihrem zweiten Kurzschwert aus, bevor sie es dem Mann hinterher warf. Die Waffe überschlug sich mehrmals in der Luft, bevor sich die scharfe Klinge in den Rücken des Flüchtigen bohrte. Stöhnend brach der Kerl zusammen und blieb regungslos liegen.
 
Vernita selbst ging langsamen Schrittes zu dem Anführer der Bande zurück, der wohl langsam wieder zu sich kam. Ohne ein Wort zu sagen, ging sie hinter ihm in die Hocke, packte den Kerl und schlang ihre Arme um seinen Hals. Mit regungsloser Miene drückte sie ihrem Opfer die Kehle zu, bevor sie ihm mit einer schnellen Bewegung das Genick brach. Anschließend ließ sie die Leiche wie ein Stück Abfall fallen und stand langsam wieder auf.
 

#1777
Bellandyrs

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"Du bist ja ganz verschwitzt", stellte Leanora fest. Hastig blickte sie sich im Raum um. "Ist etwas in der Zwischenzeit passiert?" fragte sie mit weit aufgerissenen Augen.

Lucia schüttelte nur den Kopf, und Lea erzählte ihr von dem Treffen mit Vernita, ohne die Namen derer zu nennen. "Natürlich hat sie geschimpft als sie hörte, dass ich jemanden ins Vertrauen ziehe und meinte, was denn so schwer sein könnte, nen Kerl zu verführen, der ohnehin scharf auf einen ist..." Lea schüttelte verständnislos den Kopf. "Aber ehrlich Lucia, selbst wenn ich damit keine Probleme hätte, einfach mit einem Mann ins Bett zu gehen - bei Renaldo stellt sich in mir alles quer. Ich weiß nicht, ob er der Mörder an sich ist, oder ob jemand anders dahinter steckt - aber ich bin mir beinahe sicher, dass er mit dem ganzen zu tun hat. Und das, Lucia, schwöre ich Dir: ich werde herausfinden, wer und was dahinter steckt."

Leanora strich der Freundin beruhigend übers Gesicht, bevor sie sich selber schlafen legte. Sie holte Luft, um die Kerze auszublasen, besann sich dann aber und ließ sie brennen. Irgendwie war ihr wohler, wenn ein wenig Licht im Zimmer war. Sie konnte nicht sagen wieso, aber ihr kroch eine Gänsehaut über den Rücken, aus Angst davor, was nun auf sie zukommen würde. Und vor allem hatte sie nun jemanden mit in die Sache hineingezogen - Lucia, die völlig unschuldig an dem ganzen war, konnte in Gefahr geraten.

"Lucia? Es tut mir leid, ich hätte dir das nicht erzählen dürfen. Ich kann nur hoffen, du gerätst nicht in Gefahr" sagte sie leise.

Der Kampf hatte begonnen, die Figuren auf dem Spielbrett waren platziert. Ab dem nächsten Tag würde sich zeigen, ob sie ihre Strategie richtig eingeschätzt hatte - oder endgültig verlor.

#1778
SickOfItAll

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Als Lydia erwachte , war es noch stockfinster . Sie lag auf ihrer Liege und lauschte den nächtlichen Geräuschen der Stadt . Die Sille war nur vom leisen plitsch-platsch des Meeres und den tiefen , gleichmäßigen Atemzügen ihrer Zimmergenossin unterbrochen . Nachdem sie einige Zeit wach gelegen hatte , setzte sie sich auf und kletterte leise nach unten , eine Decke unter dem Arm . Unten schienen alle zu schlafen , also trat sie durch das halboffene Tor hinaus .
Es war kühl und vom Meer her zog ein kaum spürbarer Luftzug und brachte den Geruch von Salz , Fernweh und Neuland mit sich .
Sie setzte sich auf eine flache Kiste und wickelte sich in ihre Decke ein . Jetzt erst hatte sie Muße das Meer richtig zu betrachten , hier am Ende eines Hafensteges , zwischen wankenden Masten und knarrenden Schiffen . Sie beobachtete die im Mondlicht glitzernden Wellen und den tanzenden Schimmer , ihr Blick glitt weiter und weiter hinaus , bis an den Horizont , der in der Ferne mit dem Himmel zu einem grauschwarzen Dunst verschwamm . Sie war fasziniert , sprachlos , begeistert , beängstigt . Das war das erste Mal das sie das Meer sah und auch das erste mal , das ihr bewusst wurde , wie unermesslich riesig ihre Welt doch war . An Schlaf war nichtmehr zu denken , zusehr faszinierte sie der Gedanke , was hinter dem Horizont denn läge , und was hinder dem Horizont dort dann läge . Ob dort wohl noch einer war ? Sie wusste es beim besten Willen nicht . Aber es fesselte sie , sosehr , das sie den kalten Wind vergaß und auch die Gefahr , die von den Stadtwachen ausging , doch die waren hier im Hafenviertel nicht ganz so uft zu sehen wie sonstwo .

#1779
Kaysallie

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Miandras Gehirn arbeitete auf Hochtouren, als sie von dem Mann zu Boden gedrückt wurde, und der Kerl wohl vor hatte, sie mit ihrem eigenen Messer zu bedrohen. Doch gerade als er sich abwandte, um das Messer aus seinem Schenkel zu ziehen, machte er wohl den Fehler kurzzeitig nicht aufzupassen, da er nur einen Moment darauf mit gebrochenem Kiefer zur Seite flog. Für den Bruchteil einer Sekunde blickte Miandra dem Mann ungläubig nach, der nun heulend wie ein Häufchen Elend neben ihr lag, und beide Hände auf seinen Unterkiefer drückte – als ob das etwas bringen würde. Doch als Vernita ihr das Schwert die Hand drückte, kam sie schlagartig wieder zur Besinnung. Ohne zu zögern, wandte sie sich zur Seite und stach zu. Der muskulöse Mann kam nicht mehr dazu, sich zu wehren. Zu sehr war er in seine Kieferschmerzen versunken, um die Attacke mitzubekommen. Mit der scharfen Klinge war es eine Leichtigkeit den Brustkorb des Mannes zu durchstoßen, um ihm das Leben zu nehmen. Nach einem schmerzhaftem Stöhnen seinerseits und weiteren röchelnden Atemzügen, verlor der Körper jegliche Spannung, und als seine Hände schlaff seitlich zu Boden fielen, zog Miandra das Schwert aus dem Leichnam und stand vom Boden auf.

Kurz blicke sie sich um, und erkannte, dass alle Angreifer ihr Ende gefunden hatten. Anschließend wandte sie sich ein letztes Mal dem Leichnam des muskulösen Mannes zu, um das Wurfmesser mit einer zügigen aus seinem Oberschenkel zu ziehen.

„Süß…“, murmelte sie dabei angewidert und kopfschüttelnd, während sie die Klingen flüchtig säuberte, indem sie das Blut an ihrem Mantel abstreifte, bevor sie zu der Leiche des kahlköpfigen kleinen Mannes ging, dessen tote geweitete Augen geradeaus zum schwarzen Nachthimmel starrten. Miandra beachtete dies jedoch nicht, sondern entfernte hier ebenfalls die Wurfmesser, welche sie anschließend wieder an ihrem Gürtel anbrachte.

Kurz überblickte sie die Gasse, bevor sie einfach über den Leichnam des Kahlköpfigen hinweg stieg, neben Vernita trat und ihr das Kurzschwert entgegen reichte. „Danke“, sagte sie dabei ohne die Elfe anzusehen und griff sich mit der anderen Hand dabei ein wenig beschämt an den Hals, wobei ihr erst dabei auffiel, dass sie vorhin von dem rostigen Messer erwischt wurde. Kurz starrte sie emotionslos auf ihre Finger, an welchen etwas Blut haften geblieben war.

„Wir sollten lieber von hier verschwinden. Ich bezweifel, dass die Kerle etwas Wertvolles bei sich haben…“, sagte sie dann fest, wenn auch ein wenig verwirrt, und blickte zu der Leiche des Anführers der direkt zu ihren Füßen lag.
„Oder hatten.“

#1780
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„Ich habe nur schlecht geträumt, Sophia. Das ist alles“, beruhigte Lucia ihre Freundin lächelnd. „Aber jetzt, wo du wieder da bist, werde ich wohl gut schlafen können. Und du brauchst dich bei mir auch nicht dafür zu entschuldigen, dass du bist, wer und wie du bist. Ich bin stolz darauf, wie wichtig deine Prinzipien für dich sind und dass du sie sie nicht leichtfertig aufgibst. Und ich bin sogar froh darüber, dass du mir von der ganzen Sache erzählt hast. So kann ich zumindest meinen Beitrag dazu leisten, ein großes Unrecht aufzudecken. Und dies ist es doch, warum viele Menschen zum Kirchenorden gehen, oder nicht? Um ihren Mitmenschen in der Not beizustehen. Und das habe ich auch vor.“
 
Der rothaarigen Frau überkam plötzlich ein Anflug von Müdigkeit und sie gähnte ausgiebig. „Tut mir leid, Sophia. Aber lass uns morgen weiterreden. Wir sollten schlafen. Gute Nacht, Süße.“
 
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„Gern geschehen, Miandra. Und du hast recht. Wir sollten uns nicht allzu lange hier aufhalten, aber…“, meinte Vernita und nahm ihr Schwert entgegen, ohne den Blick von dem Anführer der Bande abzuwenden. Sie steckte ihre Waffe weg, während ihr Gesicht einen nachdenklichen Ausdruck annahm. „…aber irgendwie kommt mir kommt dieser Kerl hier bekannt vor. Den habe ich irgendwo schon einmal gesehen, aber wo?“
 
Sie wandte sich ab und ging zu dem Mann, welchem sie durch ihren Schwertwurf erledigt hatte. Sie packte ihre Waffe, zog sie aus dem Rücken der Leiche, bevor sie die Klinge an seiner Kleidung abwischte und in die Scheide auf ihrem Rücken steckte. Anschließend drehte sie sich wieder zu Miandra um und sah ihr zum ersten Mal seit dem Ende des Kampfes ins Gesicht, wobei ihr Blick sofort auf ihre Wunde am Hals fiel.
 
„Du bist ja verletzt“, sagte sie etwas erschrocken. „Lass mich mal sehen. Es ist doch hoffentlich nichts erstens, oder? Wir sollten zurückgehen, damit Neria sich das ansehen kann. Zumindest sollten wir die Wunde auswaschen. Bei den rostigen und schartigen Waffen dieses Lumpenpacks holst du dir sonst noch einen Wundbrand. Und das wäre alles andere als wünschenswert.“
 
 

#1781
Kaysallie

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„Ist nicht so schlimm, ich sollte wohl nächstes Mal besser aufpassen. Sieht bestimmt nicht sehr vornehm aus, wenn man mit Blut am Hals in eine Taverne voller feiner Leute geht, aber vielleicht kann ich es ja mit irgendwas verdecken.“, erwiderte sie gelassen, wenn auch etwas genervt deswegen. Denn sie hatte keine Lust darauf wegen eines Kratzers extra zu dieser Magierin zu gehen, anstatt weiter nach dem Aufenthaltsort der Söldner zu suchen. Wie sie solche Zwischenfälle hasste.

„Der kommt Euch bekannt vor?“, wechselte sie das Thema und musterte den Leichnam des Anführers eingehend, „Vielleicht sieht er aber auch nur irgendjemanden ähnlich. Aber wenn diese Kerle unser größtes Problem wären, dann hätten wir wohl keine Probleme.“

#1782
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„Schön zu hören, Miandra“, meinte Vernita beruhigt. „Wir sollten uns trotzdem einen Brunnen suchen, um die Wunde zu reinigen. Ich habe auch etwas Alkohol zum Desinfizieren dabei, nur um sicher zu gehen. Außerdem haben mich diese Penner auch mit ihrem Blut besudelt, welches ich gerne abwaschen würde, bevor wir uns in irgendwelche Tavernen begeben.“
 
Die Elfe starrte wieder wie gebannt auf das Gesicht des Anführers. „Nein, den Kerl verwechsle ich nicht mit irgendeinem anderen Typen. Nur fällt mir im Moment beim Besten Willen nicht ein, wo ich diese Visage schon einmal gesehen habe. Egal. Komm, wir verschwinden. Es müsste hier in der Nähe einen Brunnen geben, an dem wir uns waschen können.“
 
Vernita wandte sich ab und setzte sich umgehend in Bewegung.
 

#1783
Kaysallie

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Miandra folgte der Elfe ohne Weiteres zu dem Thema zu sagen, sondern war einfach nur froh diese Leichen hinter sich lassen zu können. Nachdem sie weiterhin durch die dunkle Gasse, sowie einigen abzweigenden Wegen marschiert waren, fanden sie schließlich einen Brunnen, welcher jedoch nicht gerade an einem abgelegenen Ort platziert war, sondern in der Mitte eines kleinen Hofes, umgeben von vielen Wohnhäusern stand - wie es oftmals üblich war. Doch die Laternen außerhalb dieser Häuser, welche den Hof ein wenig erhellten, zeigten, dass deren Bewohner wohl alle in einem tiefen Schlaf versunken waren, denn durch die Fensterscheiben drang keine Spur von Kerzenlicht. Alles schien wie ausgestorben. Trotzdem würden sie sich leise verhalten müssen, wenn sie keine Beobachter beim Waschen haben wollten.

Aus der dunklen Seitengasse lugten sie zögernd zu dem Brunnen. Die Situation hatte beinahe Ähnlichkeit damit, als wären sie scheue Rehe, die sich vor Wölfen fürchten mussten, wenn sie den Wald verließen und eine große Lichtung betraten. Ob hier nachts eine Patrouille der Stadtwache vorbeikam? Aber an welchem Ort in dieser Stadt waren sie diesem Risiko denn eigentlich nicht ausgesetzt?

So näherten sie sich dem Brunnen, und kurbelten den Eimer mit dem kalten Wasser nach oben. Die Vorrichtung gab währenddessen einen anhaltend quietschenden Laut von sich, der Miandra die Nackenhaare aufstellte, doch in den Wohnhäusern um sie, regte sich nichts. So begann sie sich das Blut vom Hals zu waschen, bis man das eigentliche Ausmaß der Wunde erkennen konnte. Es war - zu ihrem Glück - kein tiefer Schnitt, die Klinge war wohl nur knapp an ihrer Haut gestreift, doch er zog sich ein wenig schräg vom Rumpf bis zum Kinn. Anschließend reichte sie den Eimer an Vernita weiter, wobei ihr Blick wohl deutlich genug zeigte, dass ihr der Ort und diese drückende Stille alles andere als zu gefallen schienen.

#1784
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Vernita säuberte notdürftig ihr Gesicht, ihre Hände und ihre Rüstung vom Blut dieser Wegelagerer. Dabei sah sie sich ständig um, da es ihr missfiel sich auf diesem Hinterhof aufzuhalten, welcher nur einen Zugang hatte. Während sie sich wusch, sprach sie kein Wort und versuchte auch sonst, so leise wie möglich zu sein. Erst als sie damit fertig war, trat sie zu Miandra und untersuchte gründlich deren Wunde am Hals.
 
„Hast recht“, flüsterte die Elfe der schwarzhaarigen Frau zu. „Ist halb so wild der Kratzer. Trotzdem sollten wir etwas drauf tun, damit sich die Verletzung nicht entzündet. Warte einen Moment.“
 
Vernita holte ein Tuch und ein Fläschchen mit Alkohol aus ihrer Tasche, wusch den Lappen einmal mit frischem Wasser aus, bevor sie etwas von dem Alkohol auf eine Spitze des Stoffstückes träufelte. Anschließend wandte sie sich wieder an Miandra.
 
„So. Jetzt halt einmal kurz still. Wird nicht lange dauern. Brennt nur ein wenig“, grinste sie die Frau an, während sie die Wunde mit dem Tuch behandelte. Dabei ging sie äußerst vorsichtig vor, zog sogar zuvor noch ihre Panzerhandschuhe aus, welche sie auf den Brunnenrand legte.
 
„Das war’s schon“, meinte sie nach kurzer Zeit, während sie das Tuch und den Alkohol wieder in ihrer Tasche verstaute. Anschließend griff sie zu ihren Handschuhen und streifte diese erneut über. „Jetzt lass uns von hier verschwinden.“
 
Die Elfe wollte sich gerade abwenden und den Hof verlassen, als sie plötzlich inne hielt. Nachdenklich tippte sie sich mit dem Finger an ihr Kinn. „Moment mal. Jetzt weiß ich wieder, wo ich die Visage dieses Kerls schon einmal gesehen habe. Legin Dingolor. Genau. In der Spelunke dieses Halsabschneiders trieb sich dieser Abschaum herum. Frage mich gerade nur, ob er in Legins Auftrag gehandelt hatte oder auf eigene Faust unterwegs war. Ich denke, ich muss meinem alten „Freund“ noch einmal auf den Zahn fühlen, um herauszufinden, ob der Windhund mich vielleicht hintergehen wollte.“
 
 

#1785
Kaysallie

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Miandra verzog das Gesicht, als das Tuch, welches zuvor in den Alkohol getränkt wurde, die Schnittwunde an ihrem Hals berührte. Es brannte wie Feuer, war jedoch erträglich. Als die Prozedur beendet war, reinige Miandra noch zügig ihre besudelnden Wurfmesser. Anschließend benutzte sie eines dazu, um am unteren Teil des Umhangs einen langen Streifen aus dem Stoff zu schneiden. Der Umhang wurde dadurch zwar einige Zentimeter kürzer, doch das fiel nicht weiter auf. Das herausgeschnittene längliche Stück Stoff, wickelte sie sich anschließend um den Hals, wodurch der Schnitt verdeckt wurde. Nebenbei lauschte sie dem was die Elfe im Flüsterton sagte.

„Warum wusste ich, dass wir von dem Kerl noch nicht das letzte Mal gehört hatten?“, seufzte sie wenig beeindruckt über diese Erkenntnis leise hervor, während sie sich den Stoff am Hals ein wenig enger schnürte, „Wollt Ihr ihm gleich einen Besuch abstatten, und erst später die Tavernen abklappern?“

#1786
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„Ich denke, das wäre das Gescheiteste, Miandra. Immerhin weiß dieser Kerl genau, wo wir uns versteckt halten“, erwiderte Vernita nachdenklich. Die Elfe überlegte angestrengt, wie sie jetzt am Besten vorgehen sollten.
 
War Legin nun ein Verräter oder nicht? Verdächtigte sie ihn vielleicht gerade zu unrecht? Brachte es überhaupt etwas, mit ihm zu reden? Oder wäre es nicht das Sicherste, ihn einfach auszuschalten? Immerhin war er nur ein kleiner Schieber, ein mieser, schmieriger Wurm, den eh niemand vermissen würde. Also, was machte es da schon für einen Unterschied, ob er lebte oder starb? Sollten die Söldner ihn finden, dann war sein Schicksal ohnehin besiegelt. Aber zuvor würde er sie auf jeden Fall verraten, um seine schäbige Haut zu retten. Selbst wenn es ihm nichts nützen würde. Außerdem war sie diesem Kerl nichts schuldig. Sie hatte ihn vor langer Zeit vor dem Strick bewahrt und allein deshalb hatte er ihr geholfen. Doch nun...
 
Diese Männer hatten vielleicht in seinem Auftrag gearbeitet, und selbst wenn sie es nicht getan hatten, so sind sie durch ihn an sie herangekommen. Da war sich Vernita sicher. Und angesichts der extremen Situation, in der sich die Elfe und ihre Gefährten befanden, würde er nur ein unbedeutendes, jedoch notwendiges Opfer darstellen. In harten Zeiten mussten eben harte Entscheidungen getroffen werden. Das wusste Vernita nur zu gut.
 
„Ich weiß auch nicht, ob es viel bringt mit ihm zu reden“, sprach die Elfe weiter. „Was denkst du? Glaubst du nicht auch, es wäre das Beste, diesen Abschaum einfach kalt zu machen? Und wenn ja, sollten wir dann noch Neria als Rückendeckung mitnehmen? Oder meinst du, wir schaffen das auch ohne sie?“
 

#1787
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Miandra war ein wenig überrascht, dass Vernita sie nach ihrer Meinung fragte. Sonst war sich die Elfe eigentlich immer recht sicher, bei dem was sie tat und vor hatte. Doch der kleine Hof, die Wohnhäuser und die drückende Stille rund um sie, schien nicht der richtige Ort für solche Gespräche. Zumindest sagte das Miandras innere Stimme. Vielleicht saß bereits irgendwo jemand am Fenster und lauschte dem was sie sagten?

„Kommt.“, sagte sie nur knapp, griff nach dem Unterarm der Elfe, und zog diese einfach mit sich. Erst als sie eine Weile durch die anliegende Gasse gegangen waren, sie eine Kreuzung erreicht hatten, und man mehrere schmalere Abzweigungen, die wie schwarze Linien zwischen den Häusern wirken, erkennen konnte, blieb Miandra neben einigen Kisten in einer dunklen Ecke stehen und ließ Vernita wieder los. Anschließend musterte sie die Elfe einen kurzen Augenblick kritisch mit zusammengekniffenen Augen, bevor sie fortfuhr.

„Er ist Euer „Freund“, da solltet Ihr eigentlich besser als ich wissen, ob wir dazu die Hilfe einer Blutmagierin brauchen, oder nicht. Wenn Ihr denkt, dass er uns eine Falle mit dem Kerl hier gestellt hat, und vielleicht sogar von Euch erwartet, dass wir ihn ein weiteres Mal aufsuchen, dann sollten wir sie mitnehmen. Wenn er jedoch nur ahnungslos in seinem Schuppen sitzt, mit ein paar seiner lächerlichen Möchtegern-Beschützern, dann könnten wir Zeit sparen und direkt dorthin aufbrechen. Aber er weiß zu viel, ebenso wie der Albinoelf, und dass der bei einer Folter nicht dicht hält, wissen wir ja bereits.“, bei diesen Worten legte sich kurz ein zaghaften Grinsen auf ihr Gesicht. Wahrscheinlich musste sie daran denken, wie sie Shendár in dem Bordell verhört hatten, und er wie ein kleiner Hund gewinselt hat.
„Und ob ich diesem Dingolor weitestgehendes Vertrauen schenke, um ihn am Leben zu lassen, steht wohl nicht zur Debatte. Die Magierin könnte nützlich sein, verschafft uns jedoch Umwege, zudem traue ich Ihr nicht, und egal wie sie sich die letzten Tage auch verhalten haben mag, so habe ich nicht vor meine Meinung über sie zu ändern, aber auch das steht nicht zur Debatte. Wie wir nun vorgehen, ist Eure Entscheidung, und wie sie auch ausfallen mag, ich bin überzeugt davon, dass es die richtige sein wird.“

#1788
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„Gut, dann machen wir uns auf den Weg zu Dingolors Versteck. Wir werden schnell und hart zuschlagen. Das dürften wir beide eigentlich auch ohne Nerias Hilfe hinkriegen“, grinste Vernita und wandte sich ab. „Los, komm. Es gibt eine Bande von Abschaum zu töten.“
 
Die Elfe schlich zusammen mit Miandra durch die dunklen Straßen der Stadt. Sie hatte sich beim letzten Mal genau eingeprägt, wohin sie der Albinoelf geführt hatte, sodass es nun kein Problem darstellte, das Versteck des Schiebers wiederzufinden.
 
Zwischendurch lief den beiden ein Patrouille der Stadtwache über den Weg, doch da die beiden Frauen das Scheppern derer Rüstungen schon von weitem hörten, konnten sie den Soldaten ohne große Mühe ausweichen. Trotzdem dauerte es eine ganze Weile, bis sie ihr Ziel erreichten, da sie die halbe Stadt durchqueren mussten und dabei die Hauptstraßen mieden. Doch schließlich standen die beiden vor der heruntergekommenen Spelunke, die Legin zu seinem Unterschlupf auserkoren hatte.
 
Vernita und Miandra versteckten sich auf der gegenüberliegenden Straßenseite der Kneipe hinter ein paar alten Fässern und Kisten, während sie das Gebäude beobachteten.
 
„So, da wären wir“, flüsterte die Elfe der schwarzhaarigen Frau zu. „Der Plan ist simpel. Wir gehen rein bis wir in Legins Kämmerlein kommen und töten jeden, der sich uns in den Weg stellt. Sollten es zu viele für einen Zweikampf sein, dann fackle ich die Bude mit meinen Sprengsätzen ab. Zuvor sollten wir dir aber noch eine Nahkampfwaffe besorgen, da du in dieser Hütte mit deinen Wurfdolchen wohl nicht viel ausrichten wirst. Ich kann dir eines meiner Schwerter geben, oder du greifst dir die Waffe, die der erste Wachposten, welchen ich erledige fallen lässt. Ganz wie es dir beliebt.“
 
 

#1789
Kaysallie

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Miandra nickte der Elfe nur zu, und wollte gerade auf ihre Frage wegen der Waffe eingehen als sich die Eingangstür der schäbigen Taverne öffnete, und ihr Blick auf denjenigen fiel, der diese verließ. Es handelte sich um einen blonden Kerl, der eine ziemlich abgenutzte und dreckige Rüstung trug, und auch für den Rest seines Körpers war wohl so etwas wie Wasser ein Fremdwort. Nachdem die Tür zuschlug lehnte er sich mit dem Rücken an diese, und begann damit aus der Rumflasche zu trinken, die er in seiner Rechten hielt. Wahrscheinlich handelte es sich um einen der Schläger von Legin, dem es bestimmt verboten war während seines Dienstes etwas zu trinken – zumindest machte es einen solchen Eindruck.

Kaum hatte er seinen ersten Schluck aus der Flasche genommen, begann er zu husten, als hätte er sich verschluckt. Aber dies war nicht der Auslöser. Ein Wurfmesser stecke direkt unter seinem Kehlkopf, und er sackte röchelnd mit dem Rücken an der Tür zu Boden. Die Flasche umklammerte er dabei noch fest, bis ihn jegliche Kraft verließ, diese zur Seite kippte, und der staubige Boden mit dem Alkohol bedeckt wurde. Dabei sah er, seinen letzten Atemzug nehmend, auf, und das Letzte was er erblickte, waren blaue Augen, die eine solche Kälte auszustrahlen schienen, als würden sie ihm den letzten Funken Leben entreißen.

Miandra war vor den Mann getreten, und zog das Wurfmesser aus seinem Hals, wobei Blut ihre Finger befleckte. Anschließend begutachtete sie kurz den Leichnam, bevor sie diesem seine Waffe samt Scheide entriss. Es handelte sich um ein eher billiges Langschwert, hatte jedoch den Vorteil, dass es recht leicht war.

„Naja, besser als nichts.“, sagte sie achselzuckend in Vernitas Richtung und band sich die Schwertscheide an ihren Gürtel. Durch die dünne Holztür konnte sie Schritte vernehmen, zudem einige unverständliche Worte, die offenbar an den Toten unter ihr gerichtet waren. Scheinbar wollte jemand seine Leviten lesen, da er sich wohl von der Arbeit drückte. Miandra ging einen Schritt zurück, und als das Gemurmel recht laut war, trat sie kräftig gegen die Tür, sodass diese mit voller Wucht nach innen aufschlug. Der dunkelhäutige Mann, der gerade dahinter gestanden hatte, bekam sie direkt ins Gesicht, und fiel rücklings zu Boden. Für einen kurzen Moment waren jegliche Gespräche in der Taverne verstummt und alle Gäste und Bediensteten starrten geschockt auf den Mann der mitten im Raum auf dem Boden lag, und sich fluchend seine bereits blutende Nase hielt.

Erst als eine Frau den toten blondhaarigen Schläger, der nicht weit entfernt im Türbogen lag erkannte und zu kreischen begann, griffen die Männer hastig nach ihren Waffen und stürmten brüllend zum Eingang. Die Dirnen flüchteten sofort panisch in ein Hinterzimmer, und der fettleibige Wirt duckte sich hinter seine Theke. Doch auch er schien kein Feigling zu sein, da er nur wenige Sekunden später wieder auftauchte, eine Armbrust in beiden Händen hielt und damit zur Tür zielte. Scheinbar wollte er sein Geschäft um jeden Preis verteidigen. Allerdings schien dies sein Todesurteil zu sein, denn noch bevor er einen Bolzen abfeuern konnte, wurde auch seine Kehle von einem Wurfmesser durchbohrt. Mit einem lauten Krach fiel der Fette zur Seite, und würde nun wohl für immer hinter der Theke verschwunden sein. Miandra hatte sich inzwischen um die Ecke gestellt, und presste sich mit dem Rücken an die Außenwand der Taverne.

„Na dann los.“, zwinkerte sie Vernita zu, die inzwischen auf der anderen Seite neben der Türe stand, und rammte nur einen Herzschlag später dem Ersten, der durch diese stürmte, das Langschwert in die Magengrube.

#1790
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Vernita rammte eines ihrer Kurzschwerter in die Brust des Mannes, den schon Miandra aufspießte. Der Kerl sackte daraufhin zusammen und machte gleich dem nächsten Platz, dem ein ähnliches Schicksal erwartete.
 
„Bleibt gefälligst zurück, ihr Narren!“ brüllte jemand aus dem Schankraum. „Sonst metzeln die uns einfach nieder!“
 
Ein kurzer Blick der Elfe zeigte ihr, dass dieser jemand gerade hinter der Theke hervorschaute, die Armbrust des Wirtes in der Hand. Vier weitere Männer und eine Frau warfen diverse Tische um und versteckten sich hinter den Tischplatten.
 
„Sieht so aus, als müssten wir jetzt da rein“, grinste Vernita Miandra an, griff sich eine der auf dem Boden liegenden Leichen, welche sie als Schutzschild benutzte, während sie in den Raum hineinstürmte.
 
Der Armbrustschütze feuerte instinktiv seine Waffe ab, der Bolzen bohrte sich daraufhin in die Brust der Männerleiche, welche die Elfe direkt danach über einen der umgeworfenen Tische stieß und damit die Frau darunter begrub. Sie selbst stürzte weiter durch den Raum, bis sie die Theke erreicht hatte.
 
Der Armbrustschütze, welcher gerade damit beschäftigt war, seine Waffe nachzuladen, sah sie mit schreckgeweiteten Augen an. Einen Augenblick später hatte Vernita dem Mann schon den Kopf abgeschlagen, der polternd zu Boden fiel.
 
Nun sprangen die vier verbliebenden Männer auf, von denen sich zwei der Elfe zuwandten, während die anderen beiden sich Miandra greifen wollten. Die Frau hatte inzwischen arge Probleme unter der Leiche hervorzukriechen.
 
Die beiden Männer griffen Vernita gleichzeitig an. Der eine von links, der andere von rechts. Die Elfe riss ihre Schwerter hoch und parierte geschickt die beiden Angriffe. Noch im selben Augenblick trat sie nach dem rechten der beiden Angreifer. Ihr Fuß traf ihn vor die Brust. Der Mann keuchte erstickt, während er zurücktaumelte. Der andere zog seine Waffe inzwischen wieder zurück und griff Vernita ein weiteres Mal an.
 
Erneut parierte die Elfe diesen einfachen Angriff des Mannes, wobei sie ihm aber gleichzeitig ihr zweites Schwert in den Leib rammte. Bis zum Heft drang die Waffe in seinen Körper ein. Und nur ein erstickter Laut, drang über die Lippen des Angreifers, bevor er wie ein nasser Sack zu Boden ging.
 
Der zweite Mann hatte sich inzwischen wieder in der Gewalt und stürmte erneut mit erhobener Waffe auf Vernita zu. Kurzerhand kreiselte diese herum und warf eines ihrer Schwerter nach dem Angreifer. Die Waffe überschlug sich zweimal in der Luft, bevor sie sich in die Brust des Mannes bohrte. Dieser rannte noch weiter auf die Elfe zu, wobei er allerdings immer langsamer wurde. Als er ganz nah herangekommen war, griff Verntia nach seinem Schwertarm, drehte sich auf der Stelle herum und warf den Kerl über ihre Schulter. Doch als dieser auf dem Boden aufschlug, war er schon tot.
 
Die Elfe entwand ihm das Langschwert aus der Hand, ging damit zu der Frau, die immer noch mit der auf ihr liegenden Leiche zu kämpfen hatte und durchstieß mit der Waffe ihres letzten Opfers den Körper des toten Mannes, bis die Klinge sich auch in die Brust der Frau bohrte. Diese stöhnte erstickt auf, bevor sich seufzend ihr Leben aushauchte.

Anschließend besorgte sich Vernita ihr zweites Kurzschwert zurück, um Miandra zu unterstützen.
 
 

#1791
Kaysallie

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Die Männer, welche auf Miandra zustürmten, schlugen wie wild gewordene Tiere mit ihren schäbigen Waffen auf sie ein. Dank des Langschwertes war es ihr möglich die Schläge zu parieren, doch konnte sie keinen Angriff damit starten, ohne ihre Deckung zu vernachlässigen. Ohne die Männer eingehend mustern zu müssen, erkannte sie währenddessen, wie unterschiedlich die Beiden waren. Der Linke, eher schmal gebaut, helle junge Haut, und eine gewisse Unsicherheit, die er mit seinen Schlägen ausstrahlte. Zudem trug er keine richtige Rüstung, und nur billige Lederplatten schützten seine Schultern, und Handschuhe seine dürren Finger. Der Rechte machte ihr jedoch mehr Probleme. Er war ein Hüne von Mann, seine Arme schienen so breit, wie Miandra selbst. Doch er schien recht stolz auf seine protzige Figur zu sein, da er seine Arme völlig frei und ungeschützt trug. Oder vielleicht auch, weil er damit in keine Rüstung passte? Zumindest schien er sich seiner Sache sicher, auch wenn er lediglich starke Schläge ohne Sinn und Verstand austeilte.

Miandra wusste nicht, wie lange sie sich bereits versuchte die beiden vom Leib zu halten, als der Junge urplötzlich mit einem Bein zusammenknickte. Er war über eine der Leichen, die am Boden lagen gestolpert. Gleichzeitig musste sie einen starken Schlag des anderen parieren. Er hatte wohl viel Kraft in diesen gesteckt, da sie ihn anschließend ein wenig zurückstoßen konnte, mit dem Schwert ausholte, und dem Jungen, der gerade dabei war sich schnell wieder aufzurichten, den Kopf abschlug. Sein Körper fiel zur Seite, und eine weitere riesige Blutlache breitete sich auf dem Boden aus. Den kräftigen Kerl schien das kurz etwas verwirrt zu haben, da er für den Bruchteil einer Sekunde auf die Leiche seines Komplizen starrte, bevor er wieder auf Miandra zustürmte. Diese jedoch ließ sich von dem toten jungen Kerl nicht beirren und nutzte die Zeit, um auf Abstand zu kommen. Dabei lief sie auch die zwischen die umgefallenen Tische, um es dem Kerl schwieriger zu machen, sie zu erreichen. Dieser jedoch rammte die alten Holzplatten, wie ein wilder Stier zur Seite, als bestünden sie nur aus Papier. Miandra fluchte kurz innerlich, da sie den Kerl wohl nicht weit genug von sich weg brachte, um ein Wurfmesser benutzen zu können, doch er schien kaum Ausdauer zu haben, da ihm bereits Schweiß auf der Stirn stand und er stark nach Luft schnappte. Auch seine Schläge schienen etwas schwächer geworden zu sein. So drehte sie sich mitten im Laufen einfach um, womit er absolut nicht gerechnet hatte, und trat ihm mit dem Knie zwischen die ungeschützte Stelle seiner Beine. Dabei weiteten sich seine Augen vor Schock und Schmerzen, sein ganzer Körper verkrampfte sich und nahm eine gebückte Haltung ein, welche sich Miandra sofort zunutze machte, und ihm das Schwert von oben, senkrecht in den Rücken jagte. Der Kerl schrie auf, und wurde dabei von Wut durchströmt, da er ein letztes verzweifeltes Mal mit seiner kleinen Axt ausholte. Miandra hatte sich jedoch bereits zwei Schritte von ihm entfernt, sodass er ihr damit nur einen Schnitt am Oberschenkel verpasste, bevor er vor Schmerzen schreiend zu Boden krachte, sich blutiger Schaum vor seinem Mund bildete und er zitternd mit dem Schwert im Rücken sterben würde.

Miandra taumelte nach hinten auf den Boden als sie von der Axt gestreift wurde. Kurz saß sie schnaubend am Boden und starrte auf den zuckenden Mann ohne recht den Schnitt am Bein zu realisieren, bevor sie sich kurz im Raum umblickte, und erkannte, dass alle Angreifer ausgeschaltet waren.

„Sieht so aus, als müssten wir uns anschließend wieder einen Brunnen suchen.“, scherzte sie mit einem zaghaften Grinsen in Vernitas Richtung, bevor ihr Blick zu der Tür fiel, durch welche sie selbst tags zuvor gegangen waren, als sie einige Schritte und Gemurmel vernahm.

„Was ist denn das hier schon wieder für ein Lärm, könnt ihr eure Probleme nicht vor der Tür lö...“, ertönte plötzlich eine genervte Stimme. Ein weiterer Schläger von Legin stand in der Hintertür, durch welche man zu seinem Kämmerchen kommen würde. Doch als er all die Leichen und das Chaos sah, nahm sein Gesicht eine aschfahle Farbe an, und er verstummte für einen zeitlosen Moment. Anschließend starrte er kurz zu Vernita und Miandra, bevor er sich schnell umdrehte, zu laufen beginnen wollte, um Bescheid über den Vorfall im Gastraum geben zu können.

#1792
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„Ja, und wie es aussieht, muss ich dich wohl auch schon wieder verarzten“, grinste Vernita zurück, als Miandra sie ansprach und deutete dabei auf das Bein der schwarzhaarigen Frau. Doch bevor diese darauf etwas hätte erwidern können, wurde auch schon die Tür aufgerissen. Der bärtige Schläger schien ziemlich überrascht über das Gemetzel zu sein, welches die beiden Frauen hier im Schankraum angerichtet hatten. Doch es dauerte nicht lange, bis er seine Fassung wiedergefunden hatte. Er kreiselte herum und fing an zu laufen.
 
„Verdammt!“ fluchte Vernita und setzte gleich nach. Sie lief zum Seitenausgang, wo sie den Mann vor sich herlaufen sah. Ohne zu überlegen holte sie mit ihrer Waffe aus und warf ihm diese hinterher. Das Schwert überschlug sich mehrmals in der Luft, bevor es sich in den Rücken des Schlägers bohrte. Erstickt stöhnte er auf, während er der Länge nach zu Boden krachte und dort liegen blieb. Wie ein Mahnmal ragte die Waffe aus seinem Körper heraus.
 
Die Elfe wandte sich wieder ab und ging schnellen Schrittes zu Miandra herüber.
 
„Wir müssen uns beeilen, sonst geht uns Legin noch durch die Lappen“, meinte sie gehetzt und hielt der sitzenden Frau ihre Hand hin, um dieser beim Aufstehen behilflich zu sein. „Wird es denn gehen, Miandra?“
 
 

#1793
Kaysallie

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„Ach, wer ohne Rüstung kämpft, darf sich auch nicht über Kratzer wundern.“, sagte sie während sie sich Schweißperlen mit dem Handrücken von der Stirn streifte, und sich aufrichtete – ohne Vernitas Hand dafür in Anspruch zu nehmen. Kurz blickt sie auf ihr Bein. Der Stoff ihrer Hose hatte bereits gut daran getan das Blut aufzusaugen, so dass ein riesiger Blutfleck um den Schnitt entstanden war, und das Ganze noch schlimmer aussehen ließ, als es eigentlich war. Aber wahrscheinlich konnte man auch an ihrem Gesichtsausdruck erkennen, dass ihr die Verletzung ein wenig zu schaffen machte.

„Es muss gehen.“, erwiderte sie knapp und versuchte dabei ein wenig zu lächeln, als ihr Blick kurz dem von Vernita streifte - was ihr jedoch nicht wirklich gelang. Das Ziehen in ihrem Bein ignorierend, ging sie in schnellem Tempo weiter zu der Tür, durch welche der bärtige Kerl gerade wieder verschwinden wollte, denn Legin durfte ihnen keinesfalls entwischen. Während sie durch den Gastraum ging, hob sie mit prüfendem Blick ein Kurzschwert vom Boden auf, welches direkt neben einem der Toten lag, denn das Langschwert wollte sie nichtmehr aus dem Hünen herausziehen – vielleicht gefiel ihr der Gedanke, dass dieses Schwert das letzte Geschenk für ihn gewesen sei, das er von einer Frau bekam.

#1794
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„Gut, dann bringen wir das jetzt zuende“, nickte Vernita bestätigend und folgte Miandra zu Legins Hinterräumen. Sie schritt an dieser vorbei, als die schwarzhaarige Frau stehen blieb und sich einem der Toten ein Kurzschwert ausborgte. Die Elfe selbst ging zu der Leiche, in dessen Rücken ihre eigene Waffe steckte. Sie hockte sich neben den toten Mann hin, ergriff das Schwert und zog es wieder heraus. Blut lief an der Klinge herunter, bevor es auf den regungslosen Körper tropfte. Mit einem harten Gesichtsausdruck blickte Vernita in Miandras Richtung. „Schnappen wir uns diesen Kerl.“
 
Sie stand wieder auf und ging zu der Tür, hinter der sie Legin vermutete. Es war dasselbe Zimmer, in das sie Shendár in der letzten Nacht geführt hatte. Die Elfe legte ihr Ohr an das Holz des Einganges und lauschte. Sie vernahm undeutliche Stimmen, die sich zu unterhalten schienen. Doch sie klangen ganz normal, offensichtlich hatten sie noch nichts von dem Gemetzel im Schankraum mitbekommen.
 
„Lass uns das schnell hinter uns bringen, Miandra“, flüsterte sie der schwarzhaarigen Frau zu. Anschließend trat sie einen Schritt zurück, bevor sie kurz Anlauf nahm und der Tür einen wuchtigen Tritt verpasste. Sie brach aus dem Schloss heraus und schwang ganz auf, bevor sie gegen die Wand donnerte. Die drei Männer sahen erschrocken zur Tür. Einer von ihnen, der auf Legins Tisch saß, sprang sogleich auf. Doch allzu weit kam dieser nicht. Schon bohrte sich Vernitas Schwert in seine Brust, welches die Elfe nach ihm geworfen hatte. Leblos und mit weit aufgerissenen Augen sackte er nach hinten und landete hart auf der Tischplatte, die Arme weit von sich gestreckt.
 
Der zweite Mann, welcher direkt neben der Tür stand, griff gerade zu seinem Schwert, als Vernita ihm ihr eigenes in den Unterleib rammte. Bis zum Heft drang die scharfe Waffe in den Körper des Schlägers ein. Stöhnend fiel er gegen den Körper der Elfe. Diese stieß ihn einfach von sich, wodurch sie gleichzeitig das Schwert wieder aus ihm herauszog. Der Kerl brach zusammen, doch Vernita achtete nicht weiter auf ihn. Stattdessen wandte sie sich dem letzten von Legins Männern zu.
 
„Wo ist dein Boss, Kleiner?“ zischte Vernita böse, während sie sich dem jungen Mann nährte, der sich sichtlich nervös umschaute, als auch noch Miandra den Raum betrat. Offenbar suchte er verzweifelt nach einem Ausweg, um lebend aus dieser Sache herauszukommen.
 
„Lässt du mich am Leben, wenn ich es dir sage?“ fragte er unruhig, während er krampfhaft seine Axt umklammerte.
 
„Warum sollte ich das tun?“
 
„Das wäre doch ein gutes Geschäft, oder?“ stammelte der Junge nervös. „Jeder von uns bekommt, was er will und niemand muss verletzt werden.“
 
„Na , schön. Sage mir, wo dein Boss ist, und ich werde dir nichts tun.“
 
„Gut, gut. Er ist mit seiner Lieblingsnutte in seinem Zimmer und amüsiert sich.“
 
„Danke, Kleiner“, meinte Vernita übertrieben freundlich und ging auf die Hintertür zu. Während sie das tat, wandte sie den Blick in Miandras Richtung und grinste diese dreckig an. „Würdest du den Kleinen für mich erledigen. Ich kümmere mich in der Zwischenzeit um Legin.“
 
„Was?“ rief der Mann überrascht und vorwurfsvoll. „Was soll das? Ich dachte, wir hätten eine Abmachung.“
 
„Haben wir doch auch“, lästerte Vernita mit höhnischer Stimme. „Ich habe dir versprochen, dass ich dir nichts tue, und dieses Versprechen halte ich auch. Von meiner Freundin war aber nie die Rede und deshalb wird sie dich eben töten, Kleiner, und nicht ich. So ist nun mal das Geschäft. Viel Spaß, Miandra.“
 
Die Elfe erreichte die Hintertür, welche sie leise öffnete. Ein Blick in die kleine Kammer dahinter, sagte alles. Dies war also Legins Vergnügungszimmer. Im Innern befand sich lediglich ein Tisch mit zwei Stühlen, ein Nachttisch, auf dem eine brennende Öllampe stand, sowie ein großes Bett, auf dem sich der Schieber und die Nutte amüsierten, welche schon gestern Nacht auf seinem Schoß gesessen hatte. Sie hockte vor ihm auf allen vieren, so dass ihre langen, blonden Haare seitlich an ihrem Gesicht herunterhingen, während Legin hinter ihr kniete und es ihr von hinten besorgte. Beide stöhnten so laut, dass die Elfe das Gefühl hatte, dass dieses Geräusch auch noch in Lothering zu hören sein musste.
 
Vernita stand für einen Moment grinsend im Eingang und beobachtete die beiden bei ihrem Liebesspiel. Sie schienen so sehr damit beschäftigt zu sein, dass sie die Elfe gar nicht bemerkten. Erst als diese neben das Bett trat, hielt Dingolor inne und starrte Vernita überrascht und auch wütend an.
 
„Was zum Henker...“, fluchte er, doch weiter kam er nicht. Da traf ihn auch schon der Griff von Vernitas Kurzschwert, welches sie ihm vor die Schläfe donnerte. Stöhnend fiel der Mann aus dem Bett und krachte auf den harten Fußboden.
 
„Deine Freunde, die du mir hinterher geschickt hast, waren nicht gerade besonders erfolgreich, Legin“, bemerkte die Elfe abfällig und wandte sich an die Hure. Diese hatte inzwischen auch mitbekommen, was vorgefallen war und wollte gerade aus dem Bett springen, als Vernita schon hinter ihr war und dieser ihr Schwert an die Kehle hielt. Sofort erstarrte die Frau mitten in der Bewegung und schloss die Augen, während sie anfing, ängstlich zu wimmern.
 
„Wovon redet Ihr da bloß?“ erwiderte Dingolor lautstark, während er sich den Kopf hielt, der durch Vernitas Treffer eine Platzwunde erlitten hatte, welche stark blutete. „Ich habe nichts dergleichen getan. Ich bin doch nicht lebensmüde.“
 
„Ob du es warst oder ob du nur nachlässig bei der Wahl deiner Gäste in dieser Spelunke bist, spielt keine wirkliche Rolle mehr. Du bist ein Sicherheitsrisiko, welches ich aus dem Weg räumen muss. So einfach ist das. Du weißt doch, wie dieses Geschäft läuft, also stell dich jetzt nicht dümmer, als du bist.“
 
„Aber ich habe Euch geholfen. Ist das jetzt der Dank dafür?“
 
„Das warst du mir noch schuldig, Kleiner. Ohne mich wäre deine Leiche doch schon längst verfault. Aber du hast ja nichts aus deiner Vergangenheit gelernt und machst immer noch krumme Geschäfte mit dem Leben anderer Leute, anstatt dir auf ehrliche Art und Weise dein Brot zu verdienen. Und selbst das machst du noch nicht einmal besonders professionell. So war es eben nur eine Frage der Zeit, bis irgendwer dich aus dem Spiel nimmt. Nun, und heute ist es eben soweit.“
 
Vernita bemerkte, wie die Frau, welche sie umklammerte, zu zittern begann und dieser der kalte Schweiß auf der Stirn stand. Ihre Zähne klapperten, und sie wimmerte nach wie vor leise vor sich hin. „Schade nur, dass du Unschuldige mit in diese Sache reinziehst, Legin. Aber Geschäft ist nun mal Geschäft. Nimm das jetzt nicht persönlich, Süße.“
 
Nach diesen Worten schnitt die Elfe der Hure mit einer schnellen Bewegung die Kehle durch. Die Frau fing gleich an, erstickt zu röcheln, während ihr das Blut aus dem Hals sprudelte und das ganze Bett besudelte. Vernita ließ die Frau auf die Matratze fallen, welche dort zuckend und gurgelnd ihr Leben aushauchte.
 
Die Elfe selbst richtete sich auf und wandte sich Legin zu, der nun ebenfalls wieder auf den Beinen war. Nervös stand der nackte Mann vor ihr und überlegte fieberhaft, wie er hier herauskommen konnte. Doch zwischen ihm und dem einzigsten Ausgang befand sich Vernita, die langsam auf ihn zukam.
 
„Du miese Schlampe!“ schrie er plötzlich hasserfüllt los, als er merkte, dass es kein Entkommen mehr gab und stürzte sich auf die Elfe, die Hände nach ihrem Hals greifend. Vernita ließ ihn kommen und wich ihm im erst letzten Moment aus, wobei sie ihm die Seite mit ihrem Kurzschwert aufschlitze.
 
Der Mann brüllte schmerzerfüllt auf und torkelte weiter, woraufhin die Elfe sofort nachsetzte. Sie sprang hinter Legin und stieß ihm ihre Waffe von hinten durch den Brustkorb, womit sie sein Herz durchbohrte. Dingolor starb noch im selben Augenblick. Achtlos ließ Vernita seinen leblosen Körper zu Boden fallen und verließ das Zimmer, wobei sie sogar noch die Tür hinter sich schloss.
 

#1795
Kaysallie

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Verwirrt blickt der Junge Vernita hinterher, als diese in Legins Zimmer verschwand. Miandra hatte den Knaben während des Gesprächs eindringlich gemustert. Seine Finger umklammerten zittrig die Axt, die er in beiden Händen hielt. Er war mager, hatte helle Haut, die im Gesicht von vielen Hautunreinheiten übersät war, anstatt mit einem Bartwuchs. Miandra schätzte ihn auf vielleicht sechzehn Jahre - wenn überhaupt. War Legin nicht dazu imstande sich echte Männer für eine solch dreckige Arbeit zu suchen?

"Ihr...Ihr... Ihr... was wollt Ihr mir schon tun... ich meine.. Ihr seid... seid eine Frau und da...", stotterte er plötzlich selbsteinredend los und blickte auf Miandras blutenden Oberschenkel, "Ihr blutet... also, wovor sollte ich schon... schon Angst haben?"

Anschließend schloss er krampfhaft die Augen, woraus sogar Tränen der Furcht entwichen, und seinen blassen Wangen hinab liefen, bevor er einfach schreiend auf sie losstürmte, ohne überhaupt zu sehen wohin er lief.

Miandra trat einfach zwei Schritte zur Seite, sodass der Knabe einfach durch die offene Tür lief und gegen die gegenüberliegende Wand prallte. Dabei verfing sich seine Axt in dem Holz dieser, und er fiel nach hinten zu Boden. Schnell richtete er sich jedoch wieder auf, blickte sich kurz nervös um, wobei er auch nach hinten zu Miandra sah, die sein Tun eher nachdenklich und gelangweilt verfolgte, bevor er krampfhaft versuchte die Axt aus dem gesplitterten Holz zu ziehen. Doch die Axt wollte einfach nicht mehr aus der Wand befreit werden, so sehr sich der Junge auch anstrengte. Nach einigen kläglichen Versuchen, gab er auf, blickte noch einmal hinter sich, grinste Miandra ängstlich an, und sprintete Richtung Ausgang.

Er kam jedoch gerade mal bis zum Ende des Gangs, da sie bereits mit einem Fluchtversuch gerechnet hatte, und sein Rücken von zwei Wurfmessern erfasst wurde. Sofort krachte er schreiend und winselnd zu Boden. Tränen des Schmerzes, der Angst und Hoffnungslosigkeit machten sich nun in großer Zahl breit. Miandra betrachtete ihn von weitem, bevor sie sich langsam auf ihn zu bewegte - sie hatte keine Lust sich wegen eines Bengels mit dem Schnitt am Bein mehr als nötig zu bewegen.

Er wälzte sich am Boden, versuchte sich aufzurichten. Vergebens. Blickte nach hinten, wurde panisch, und versuche kriechend weiterzukommen. Vergebens.

Miandra blieb neben ihm stehen, und trat mit einem Fuß auf seinem Rücken, drückte ihn zu Boden, damit er nicht mehr weiterkam. Ein schmerzhafter Schrei entwich ihm dabei, und noch mehr Tränen tropften auf den dreckigen Boden.

"Nein bitte, tötet mich nicht... ich... ich hatte doch keine Wahl...als... als für ihn zu arbeiten... ich... ich brauchte das Geld für etwas zu essen... für meine Frau und... und meinen kleinen Sohn!", wimmerte er plötzlich los.

Miandra blickte ausdruckslos auf den Knaben herab, und dachte nach. Wäre es falsch einen unschuldigen Jungen zu töten, und dessen Familie ein ähnliches Schicksal zu überbringen? Aber vielleicht log er auch? Vielleicht aber auch nicht. Nein, er musste sterben, es gab keinen Ausweg, zu viel stand auf dem Spiel. Er war jung und dumm. Er würde reden, erzählen, wer die Taverne hier ausgelöscht hatte, und ob dies nun von Wert war oder nicht, stand nicht zur Debatte. Spuren verwischen bestand nicht darin einen Fingerabdruck zurückzulassen.

Ohne irgendetwas zu sagen, nahm sie den Fuß von dem Knaben, beugte sie sich nach vorne, packte ihn am Kragen, drehte ihn in ihre Richtung, zog ihn etwas nach oben und schnitt dem winselnden Jungen mit dem Kurzschwert ohne zu zögern die Kehle durch. Noch röchelnd ließ sie ihn zurück auf den Boden fallen, zog dem noch zuckendem Körper die Wurfmesser aus dem Rücken, und wandte sich einfach ab. Ein sanfter Luftzug war ihr aufgefallen, der aus der Tür neben ihr zu kommen schien. Sie war nur einen Spalt geöffnet, und so ließ sie diese mit einer Berührung komplett auf schwenken. Die Fenster in dem eher kleinen Zimmer standen sperrangelweit offen. Miandra trat in den Raum und blickte sich kurz um. Es gab nur einige Stockbetten und viele Kleidungsstücke die im gesamten Raum verstreut waren. Die Kerzen waren wohl dank des Windes erloschen. Anhand der Kleidung erkannte sie, dass es sich um das Zimmer von Huren oder irgendwelchen Dienstmädchen handeln musste, wahrscheinlich jene, die vorhin panisch aus dem Gastraum geflüchtet waren. Sie hatten wohl die Flucht durch das Fenster ergriffen.

Miandra verließ das Zimmer wieder, und ging den Gang zurück, wobei sie jede weitere Tür aufstieß, oder es versuchte, um zu überprüfen, ob diese leer waren. Einige waren abgeschlossen, andere komplett leer und dunkel. Sie kam wieder zu Legins Zimmer, und blickte zu Vernita, welche gerade das Hinterzimmer verlassen hatte, und die Tür hinter sich schloss.

"Der Elf ist nicht hier.", stellte sie fest, "Und auch sonst niemand mehr. Wir sollten verschwinden, bevor diese Weiber noch irgendjemanden herschicken - auch wenn ich das bei einem solchen Drecksviertel wie diesem hier bezweifel. Aber immerhin wären wir dann diesen widerwärtigen Gestank los, der sich hier überall breit gemacht hat. Vielleicht hätte der fette Wirt seine Huren lieber auch im putzen unterrichten sollen.", ein wenig angewidert sah sie sich in dem Raum um, während sie sich an den Türrahmen lehnte.

#1796
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„Das macht nichts, Miandra“, meinte Vernita beschwichtigend und winkte dabei ab. „Ich kenne solche Typen wie diesen Albinoelfen ganz genau. Das sind nur Laufburschen nichts weiter. Sobald er sieht, was hier geschehen ist, wird er die Beine in die Hand nehmen und türmen, aus Angst, ihn könnte das gleiche Schicksal ereilen. Der Kerl dürfte uns nicht mehr gefährlich werden.“
 
Die Elfe ging zu der Leiche auf dem Tisch, aus dessen Brust sie ihr Schwert wieder herauszog, bevor sie vor die schwarzhaarige Frau trat, welche immer noch im Türrahmen stand und sich das Schlachtfeld in diesem Zimmer ansah. Vernita kam vor der Frau zum Stillstand und ihr Blick wirkte etwas besorgt. „Und du hast recht. Lass uns von hier verschwinden. Gehen wir zurück ins Lagerhaus. Dort können wir deine Verletzung behandeln. Außerdem dürfte es inzwischen schon zu spät sein, um noch mit der Suche nach diesen Söldnern zu beginnen. Darum kümmern wir uns morgen. Also los! Ich hoffe, deine Wunde ist nicht so schlimm, wie sie aussieht und du schaffst es bis zu unserem Versteck. Brauchst du vielleicht Hilfe?“
 

#1797
Kaysallie

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"Trotzdem weiß er, wo sich das Versteck befindet.", antwortete Miandra schlicht. Kurz überblickte sie das Zimmer, bevor sie auf ihren linken Oberschenkel starrte. Der Stoff der Hose war bereits bis zu ihrem Schienbein in dem Blut des Schnittes getränkt, und sie spürte wie der Stoff an ihrem Bein zu kleben schien. Die Wunde selbst verursachte ihr durchaus Schmerzen, die sie selbst jedoch für erträglich hielt, zumindest wenn sie sich nicht bewegen musste.

"Es ist nur eine Schnittwunde, sonst nichts.", beschwichtigte sie kühl, und wandte sich einfach ab. Der Geruch in diesem Dreckloch würde sonst noch dafür sorgen, dass sie sich übergeben würde. Nachdem sie sich einen Weg durch das Chaos, welches sie hier veranstaltet hatten, bis zur Tür nach draußen gefunden hatte, atmete sie tief die kühle Nachtluft ein, welche sie sogar kurz schaudern ließ. Anschließend setzte sie sich auf ein umgefallenes Fass, welches direkt neben der Hauswand der Taverne lag, nahm eines der Wurfmesser, und schnitt das Hosenbein ab, welches ohnehin voller Blut war, und ließ es achtlos zu Boden fallen. Nun lag das Beim samt Wunde komplett frei, doch die Dunkelheit der Nacht verschaffte wenig Sicht auf deren Ausmaß. Doch das schien Miandra nicht zu interessieren, da sie erneut zu dem Messer griff, und wie zuvor einen Streifen aus ihrem Umhang schnitt, und diesen als Bandage verwendete. Ihr Gesicht nahm schmerzerfüllte Züge an, als sie den Stoff fester zog, um die Blutung vorübergehend zu stillen.

"Ich sollte mir wohl bis morgen neue Kleidungsstücke besorgen.", sagte sie mit einem zaghaften Lächeln, welches jedoch nicht die Schmerzen verbarg, die sie wohl verbergen wollte, bevor sie das Wurfmesser wegsteckte, sich wieder von dem Fass erhob, und die Richtung ansteuerte, welche der Albinoelf tags zuvor genommen hatte, um zum Versteck zu gelangen.

#1798
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„Ja, das wäre wohl hilfreich. Wäre etwas auffällig, wenn du hier nackt durch die Gegend laufen würdest“, grinste Vernita die schwarzhaarige Frau schief an. Anschließend übernahm sie die Führung und ging gemeinsam mit Miandra so schnell wie diese laufen konnte zurück zum Lagerhaus. Die Elfe sah deutlich, dass die schwarzhaarige Frau Schmerzen hatte und ihr das Gehen immer schwerer fiel. Und es tat ihr in der Seele weh. Trotzdem hielt sie sich von dieser fern, da sie wusste, dass Miandra es nicht gewollt hätte, dass sie ihr half.
 
Erst als die beiden das Hafenviertel erreichten und sie kaum noch vorwärts kamen, wurde es Vernita zuviel. Schnurstracks trat sie zu Miandra, schlang ihren Arm um deren Brustkorb und stützte diese beim Gehen. Die Elfe merkte deutlich, dass dies der schwarzhaarigen Frau nicht behagte, doch das war ihr in diesem Moment ziemlich egal. Und als diese protestieren wollte, schnitt sie ihr einfach das Wort ab.
 
„Halt einfach die Klappe und komm mit!“ fuhr sie die Frau an. „Je eher wir wieder im Lagerhaus sind, desto eher kannst du dich um dein Bein kümmern, also sei einfach still!“
 
Miandra schwieg daraufhin und ließ sich von Vernita mitschleifen. Dank der Hilfe der Elfe kamen die beiden nun deutlich schneller voran und erreichten auch bald darauf ihr neues Versteck. Sie betraten das Lagerhaus, bevor die Elfe Miandra zu deren Lager half, wo sie diese vorsichtig absetzte. Anschließend hockte sich Vernita neben die schwarzhaarige Frau und nahm ihre Tasche ab. Dann kramte sie in dieser herum, holte den Alkohol und etwas Verbandszeug heraus, welchen sie neben Miandra auf den Boden legte.
 
„Hier“, meinte sie tonlos. „Du willst das sicher selbst machen, nehme ich an. Vergiss aber nicht, die Wunde vorher zu reinigen, damit du dir keine Infektion einfängst. Das würde uns auch noch zu unserem Glück fehlen.“
 
Sie suchte noch weiter in ihrer Tasche herum, bevor sie aus dieser ein Hemd und eine lange Hose herauszog. Diese legte sie ebenfalls neben Miandra auf die Erde.
 
„Das ist meine zweite Garnitur Zivilkleidung, die ich immer mit mir herumschleppe. Probier’ sie ruhig mal an. Vielleicht passen dir die Klamotten. Und jetzt entschuldige mich bitte. Ich ziehe jetzt erst einmal diese Rüstung aus.“
 
Die Elfe stand auf und ging zu ihrer eigenen Schlafstätte, wo sie ihre Tasche ablegte und sich seufzend niederließ. Einen Moment lang sah sie versonnen auf den Boden des Lagerhauses, bevor sie allmählich damit begann, ihre Rüstung abzulegen.
 
 

#1799
Kaysallie

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Miandra blickte der Elfe kurz wortlos nach, bevor sie den erneut in Blut getränkten provisorischen Verband löste. Der lange Marsch bis zum Versteck hatte nicht gerade dafür gesorgt, dass sich die Wunde schließen konnte. Mit leicht zittrigen Händen, griff sie zu ihrem Wasserschlauch sowie nach einem Tuch und säuberte damit ihr Bein von dem trockenen Blut, sowie die Wunde selbst. Erst als dies erledigt war, sah sie, wie tief der Schnitt tatsächlich war. Wahrscheinlich wäre es sogar besser gewesen, die Wunde zu nähen, doch Miandras Blick glitt kurz zu der bereits schlafenden Magierin. Diese nun extra aufwecken, stand jedoch nicht in Miandras Sinnen, da sie deren Hilfe ohnehin nur ungern entgegen nahm. So griff sie nach der Flasche mit dem Alkohol, und goss etwas davon über den Schnitt, wobei sie krampfhaft einen Schmerzensschrei unterdrückte. Es brannte stärker als Feuer. Nachdem sie einmal kurz nach Luft geschnappt hatte, wickelte sie sich den Verband um den Oberschenkel, bis nichts mehr von der Wunde zu sehen war. Kurz lehnte sie sich mit geschlossenen Augen zurück, und wartete bis sich ihr Puls normalisierte.

Anschließend füllte sie einen Eimer mit etwas von dem Wasser aus ihrem Wasserschlauch, legte ihre Kleider ab, und begann damit sich ein wenig den Schweiß und andere Blutreste vom Körper zu waschen. Dabei band sie ihre langen schwarzen Haare zu einem Zopf, so dass auch ihr Rücken frei lag. Darüber ob sie dabei jemand beobachten würde, machte sie sich wenig Gedanken, da ohnehin alle schliefen – abgesehen von Vernita, die jedoch auch beschäftigt schien.

Als sie sich etwas sauberer fühlte, zog sie die Kleidungsstücke der Elfe über, wobei sie kurz schauderte, als sie dadurch deren Geruch vernahm. Doch sie versuchte es zu ignorieren, wickelte sich zusätzlich in ihre Decke und durchwühlte die Tasche mit den Lebensmitteln. Jedoch war sie nicht auf der Suche nach etwas Essbarem, sondern nach der Weinflasche. Miandra wusste genau, dass sie mit dem schmerzenden Bein sonst keinen ruhigen Schlaf finden würde. Mit geübten aber zittrigen Fingern zog sie den Korken aus dem Flaschenhals und nahm einen kräftigen Schluck daraus, wobei sich kurz ihr Gesicht verzog. Der Wein war nicht ganz nach ihrem Geschmack, doch besser als jener durch welchen die Blutmagierin vor einigen Tagen in einen Vollrausch geriet. Nachdem sie etwas mehr von dem Wein zu sich genommen hatte, spürte sie bereits wie schwer ihre Augen wurden, und dass sich ihre Wahrnehmungsfähigkeiten änderten.

„Möchtet Ihr auch etwas von dem Wein?“, sagte sie halblaut mit fast geschlossenen Augen, an die Wand hinter sich gelehnt, und hielt dabei die Flasche etwas höher.

#1800
SickOfItAll

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Lydia erwachte , als sie Schritte und vertraute Stimmen vernahm .Vernita und Miandra kehrten von ihrem nächtlichen Spaziergang zurück . Sie wusste nicht , wie lange sie hier gesessen und geschlafen hatte , aber sie war nichtmehr ganz so müde wie zuvor .
Sie folgte den Beiden zurück ins Lagerhaus , die Decke hatte sie immernoch um sich gewickelt .
Sie beobachtete die Beiden und fand Gefallen an Miandra . Sie sah auszunehmend gut aus , wenn aich immer übellaunig , doch das würde sich vielleicht bessern .
" Ihr seit zurück , aber besonders erfolgreich seht ihr nicht aus ? Ist etwas vorgefallen ? " fragte sie schließlich und lies sich auf einer Kiste in der Nähe nieder .

Modifié par SickOfItAll, 24 avril 2011 - 05:28 .