Erschöpft schlug Miandra die Augen auf, und richtete sich auf. Sie fühlte sich ausgelaugt, und dennoch konnte sie nicht länger schlafen. Für einen Moment hatte sie vergessen, warum sie überhaupt geschlafen hatte, doch als sie sich umsah, und ihr Neria ins Blickfeld fiel, wusste sie es wieder. Der Schmerz in ihrem Bein war verschwunden, doch auch die Kopfschmerzen, die sie vorhin geplagt hatten, waren wie wegeblasen. Selbst der dünne Schnitt an ihrem Hals war nicht mehr zu spüren, als sie mit den Fingern darüber fuhr. Doch konnte sie sich nicht mehr daran erinnern, zurück zur Liege gegangen zu sein - stellte es aber auch nicht weiter in Frage. Miandras Blick war nach oben gewandert, denn es drang kaum noch Licht von außen in das Lagerhaus. So griff sie etwas hastig nach ihrem Gürtel, welchen sie sich sofort umschnallte, und legte sich ihren Umhang um.
„Wie wollen wir vorgehen?“, fragte sie unvermittelt, während sie die Knöpfe des Umhangs zumachte. Anschließend griff sie nach ihrem Wasserschlauch, trank daraus und blickte fragend in Vernitas Richtung.
Die freie Wildnis von Ferelden (Dragon Age RP)
Débuté par
Guest_Juleiila_*
, juil. 21 2010 12:04
#1876
Posté 22 mai 2011 - 02:15
#1877
Posté 22 mai 2011 - 06:08
Lydia schreckte hoch , als sie Stimmen hörte . Sie saß noch immer auf der Kiste , eingewickelt in eine Decke . Offensichtlich war sie kurz eingenickt . Als sie hörte , das Vernita und Miandra in die Stadt aufbrechen würden , meldete sie sich zu Wort .
" Wenn ihr diese Nacht in die Stadt geht , dann werden wir euch begleiten , zumindest ein Stück weit . Wir brauchen noch einige Sachen aus der Stadt und ich habe noch ein Versprechen zu erfüllen ."
Sie hüpfte von der Kiste und griff nach ihren Sachen , welche nahebei auf einem Fass lagen .
Nachdem sie alles verstaut hatte und sich ihren Umhang über die Schultern geworfen hatte , griff sie nach der Maske zu ihrem Anzug .
" Ich hoffe , ihr habt nichts dagegen ? "
" Wenn ihr diese Nacht in die Stadt geht , dann werden wir euch begleiten , zumindest ein Stück weit . Wir brauchen noch einige Sachen aus der Stadt und ich habe noch ein Versprechen zu erfüllen ."
Sie hüpfte von der Kiste und griff nach ihren Sachen , welche nahebei auf einem Fass lagen .
Nachdem sie alles verstaut hatte und sich ihren Umhang über die Schultern geworfen hatte , griff sie nach der Maske zu ihrem Anzug .
" Ich hoffe , ihr habt nichts dagegen ? "
#1878
Posté 22 mai 2011 - 06:15
Je näher das Ende der Messe kam, desto nervöser wurde Lea. Sie biß sich auf die Unterlippe, ohne dass sie es bemerkte, ihre zum Gebet gefalteten Hände waren nicht mehr entspannt. Ihre Finger drückten sich abwechselnd gegeneinander und sie merkte, wie sich der Schweiß in den Handflächen bildete, obwohl ihr nicht heiß war.
Endlich war es soweit, mit Andrastes Segen verließen sie die Kirche. Lucia und Lea schlenderten wortlos noch ein wenig im Klostergarten herum, bis sie die anderen Schwestern wirklich alle in ihre Stuben begeben hatten. Lucia drückte Lea, wünschte ihr viel Glück und verschwand auch.
Lea blickte der Freundin nach, wischte ihre feuchten Handflächen an ihrer Robe ab, holte Luft und ging zum Büro des Kirchenvorstehers. Hoffentlich war sie nicht zu früh, nicht dass Bruder Castillá noch nicht da war. Noch einmal holte sie Luft, unterdrückte ihre Nervosität und klopfte beherzt gegen die Tür.
Endlich war es soweit, mit Andrastes Segen verließen sie die Kirche. Lucia und Lea schlenderten wortlos noch ein wenig im Klostergarten herum, bis sie die anderen Schwestern wirklich alle in ihre Stuben begeben hatten. Lucia drückte Lea, wünschte ihr viel Glück und verschwand auch.
Lea blickte der Freundin nach, wischte ihre feuchten Handflächen an ihrer Robe ab, holte Luft und ging zum Büro des Kirchenvorstehers. Hoffentlich war sie nicht zu früh, nicht dass Bruder Castillá noch nicht da war. Noch einmal holte sie Luft, unterdrückte ihre Nervosität und klopfte beherzt gegen die Tür.
#1879
Posté 23 mai 2011 - 02:59
„Kommt herein!“ hallte es durch die Tür, was Leanora dann auch gleich tat. Ihr bot sich das übliche Bild. Bruder Castillá saß hinter seinem Schreibtisch und kritzelte mit seiner Feder auf einem Pergamentbogen herum. Mit einer Hand deutete er auf den Stuhl vor sich, wobei er aber nicht aufsah.
„Setzt Euch doch, Schwester Sophia“, meinte er freundlich. „Einen Moment noch, ich bin gleich soweit.“
Der Alte schrieb hastig weiter. Die Feder flog nur so über das Pergament, nur unterbrochen von dem gelegentlichen Eintauchen in das Tintenfass. Nach einer kurzen Weile wurde er schließlich fertig und steckte die Feder weg. Dann nahm er den Pergamentbogen in die Hand und pustete die Tinte trocken. Anschließend faltete er das Schriftstück, goss etwas Wachs von der Kerze, welche neben ihm stand, darüber, bevor er dieses mit seinem Siegel festdrückte.
„So, schon bin ich ganz der Eure“, bemerkte Bruder Castillá lächelnd, während er das versiegelte Dokument zur Seite legte. „Und wie geht es Euch? Hattet Ihr einen angenehmen Tag? Ich hoffe doch. Darf ich Euer Kommen am heutigen Abend so deuten, dass Ihr uns bei unserem kleinen Problem helfen wollt?“
___________________________________________________________________________
Vernita war im Sitzen eingeschlafen. Erst als Miandra sich ruckartig aufsetzte, wurde auch sie wieder wach und schlug die Augen auf. Sie wandte den Kopf in deren Richtung und beobachtete sie dabei, wie sie sich ihren Umhang überzog.
„Nun, wir klappern noch ein paar Tavernen ab und schauen mal, ob wir unsere Söldnerfreunde nicht ausfindig machen können. Anschließend statten wir dann unserer Prinzessin noch einen Besuch ab, bevor wir uns gemeinsam die Sterne ansehen.“
Bei ihren letzten Worten legte sich ein Lächeln auf ihre Lippen. Doch dieses zerfaserte in dem Augenblick, als Lydia sie ansprach.
„Was hast du denn jetzt schon wieder vor, Kleine? Wieder etwas, über das ich mich tierisch aufregen muss?“ Die Elfe bedachte das Mädchen mit einem sehr kritischen Blick.
„Setzt Euch doch, Schwester Sophia“, meinte er freundlich. „Einen Moment noch, ich bin gleich soweit.“
Der Alte schrieb hastig weiter. Die Feder flog nur so über das Pergament, nur unterbrochen von dem gelegentlichen Eintauchen in das Tintenfass. Nach einer kurzen Weile wurde er schließlich fertig und steckte die Feder weg. Dann nahm er den Pergamentbogen in die Hand und pustete die Tinte trocken. Anschließend faltete er das Schriftstück, goss etwas Wachs von der Kerze, welche neben ihm stand, darüber, bevor er dieses mit seinem Siegel festdrückte.
„So, schon bin ich ganz der Eure“, bemerkte Bruder Castillá lächelnd, während er das versiegelte Dokument zur Seite legte. „Und wie geht es Euch? Hattet Ihr einen angenehmen Tag? Ich hoffe doch. Darf ich Euer Kommen am heutigen Abend so deuten, dass Ihr uns bei unserem kleinen Problem helfen wollt?“
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Vernita war im Sitzen eingeschlafen. Erst als Miandra sich ruckartig aufsetzte, wurde auch sie wieder wach und schlug die Augen auf. Sie wandte den Kopf in deren Richtung und beobachtete sie dabei, wie sie sich ihren Umhang überzog.
„Nun, wir klappern noch ein paar Tavernen ab und schauen mal, ob wir unsere Söldnerfreunde nicht ausfindig machen können. Anschließend statten wir dann unserer Prinzessin noch einen Besuch ab, bevor wir uns gemeinsam die Sterne ansehen.“
Bei ihren letzten Worten legte sich ein Lächeln auf ihre Lippen. Doch dieses zerfaserte in dem Augenblick, als Lydia sie ansprach.
„Was hast du denn jetzt schon wieder vor, Kleine? Wieder etwas, über das ich mich tierisch aufregen muss?“ Die Elfe bedachte das Mädchen mit einem sehr kritischen Blick.
#1880
Posté 23 mai 2011 - 03:34
Lydia lachte , als Vernita ihr Befürchtungen äußerte .
"Nein , keine Sorge . Ihr könnt euch wieder abregen . Wir wollen uns einige Dinge besorgen , die wir brauchen könnten , Kleider , Kräuter , etwas zu Essen ... was sich so findet . Außerdem will ich ein Versprechen nicht brechen , das ich sowieso schon gebrochen habe . "
Sie machte eine kurze Pause , bevor sie weitersprach .
" Ihr ... wisst von dem Mädchen aus der Taverne ? Rowan gab mir ein stück Stoff von ihr . Offenbar ein Stück von einer Karte . Es zeigt die Lage eines Hofes außerhalb der Stadt an , dort ist sie jetzt . Ich habe ihr versprochen , das ich sie suchen komme , aber das ist schon eine Woche her . "
"Nein , keine Sorge . Ihr könnt euch wieder abregen . Wir wollen uns einige Dinge besorgen , die wir brauchen könnten , Kleider , Kräuter , etwas zu Essen ... was sich so findet . Außerdem will ich ein Versprechen nicht brechen , das ich sowieso schon gebrochen habe . "
Sie machte eine kurze Pause , bevor sie weitersprach .
" Ihr ... wisst von dem Mädchen aus der Taverne ? Rowan gab mir ein stück Stoff von ihr . Offenbar ein Stück von einer Karte . Es zeigt die Lage eines Hofes außerhalb der Stadt an , dort ist sie jetzt . Ich habe ihr versprochen , das ich sie suchen komme , aber das ist schon eine Woche her . "
#1881
Posté 23 mai 2011 - 05:18
„Dir ist wohl bewusst, dass jeder Ausflug außerhalb der Stadtmauern ein großes Risiko darstellt, oder?“ fragte Vernita stichelnd. „Du wirst genauso gesucht wie wir, und die Tore werden sicher schwer bewacht. Sollten sie dich schnappen, so werden wir wohl keine Möglichkeit haben, dich zu befreien. Und sollte man dich verfolgen, so bringst du dieses Mädchen ebenfalls in Gefahr. Auch wenn sie dich bei einem Einbruch ertappen, bist du auf dich allein gestellt. Und solltest du vor Einbruch des Tages nicht zurück sein, gehen wir davon aus, dass sie dich erwischt haben. Und dann wirst du uns bestimmt nicht mehr in diesem Lagerhaus antreffen.“
#1882
Posté 23 mai 2011 - 06:14
"Danke der Nachfrage Bruder Castillá, der Tag an sich war ganz angenehm. Außer einem kleinen Zwischenfall, wo der Inquisitor sein Pony gesattelt haben wollte und ich nicht wußte wo Heribert steckte. Es hat ein wenig gedauert, bis ich das richtige Zaumzeug gefunden hatte, das richtige Tier dazu war jedoch ein Leichtes." Mittlerweile konnte sie sogar darüber lächeln. Allerdings wurde sie auch gleich darauf wieder ernst.
"Helfen ist gut. Schließlich hab ich das ganze ja irgendwie angefacht, da werde ich Euch sicher nicht allein meine Suppe auslöffeln lassen. Ich bin ja froh, dass Ihr mir helfen wollt. Habt Ihr denn einen Plan ausarbeiten können?" fragte Lea neugierig.
"Helfen ist gut. Schließlich hab ich das ganze ja irgendwie angefacht, da werde ich Euch sicher nicht allein meine Suppe auslöffeln lassen. Ich bin ja froh, dass Ihr mir helfen wollt. Habt Ihr denn einen Plan ausarbeiten können?" fragte Lea neugierig.
#1883
Posté 23 mai 2011 - 06:52
Lydia seufzte und schüttelte den Kopf .
" Macht euch keine Gedanken , mit Rückendeckung von euch rechne ich so oder so nicht . Außerdem wissen wir auf uns aufzupassen . "
Sie machte eine Pause bevor sie weitersprach .
" Vertraut mir . Ich weis , was ich tue . "
Mit diesen worten verschwand auch ihr Kopf unter der zum Anzug gehörigen Maske . Sie stellte fest , das die Augenlöcher die Sicht nicht im Mindesten behinderten , aber es war schwieriger zu atmen und sprechen konnte sie auch nicht mehr .
" Macht euch keine Gedanken , mit Rückendeckung von euch rechne ich so oder so nicht . Außerdem wissen wir auf uns aufzupassen . "
Sie machte eine Pause bevor sie weitersprach .
" Vertraut mir . Ich weis , was ich tue . "
Mit diesen worten verschwand auch ihr Kopf unter der zum Anzug gehörigen Maske . Sie stellte fest , das die Augenlöcher die Sicht nicht im Mindesten behinderten , aber es war schwieriger zu atmen und sprechen konnte sie auch nicht mehr .
#1884
Posté 24 mai 2011 - 09:42
Während sich Vernita mit Lydia unterhielt, trank Miandra ein weiteres Mal aus dem Wasserschlauch, und biss einige Male von einem Brotlaib ab. Eigentlich konnte sie dieses trockene Brot und Trockenfleisch schon nicht mehr sehen. Wann würde sie mal wieder etwas „Richtiges“ in den Magen bekommen? Irgendwie schien ihr der Aufenthalt in der Taverne, als sie in Denerim ankamen, urplötzlich Ewigkeiten entfernt. Sie legte den angebissenen Brotlaib zur Seite, und mit ihm all diese Gedanken.
„Gut, dann lasst uns gehen.“, sagte sie drängend während sie bereits aufgestanden und in die Richtung des Ausgangs gegangen war. Kurz musterte sie dabei Lydia, und schüttelte über deren neue Kleidung nur den Kopf, fasste nur einen Augenblick später den Türgriff, und schritt wortlos nach draußen. Miandra blieb direkt neben der Türe stehen, den Blick zum Himmel gerichtet, wobei ein kühles Lächeln ihr Gesicht zierte.
„Gut, dann lasst uns gehen.“, sagte sie drängend während sie bereits aufgestanden und in die Richtung des Ausgangs gegangen war. Kurz musterte sie dabei Lydia, und schüttelte über deren neue Kleidung nur den Kopf, fasste nur einen Augenblick später den Türgriff, und schritt wortlos nach draußen. Miandra blieb direkt neben der Türe stehen, den Blick zum Himmel gerichtet, wobei ein kühles Lächeln ihr Gesicht zierte.
#1885
Posté 24 mai 2011 - 03:35
Bruder Castillá schmunzelte, als Leanora ihm die Geschichte über den Inquisitor Gromschlag erzählte, wurde aber gleich darauf wieder ernst, als die Frau das Thema wechselte.
„Ich habe mir tatsächlich etwas überlegt, auch wenn etwas riskant für Euch werden wird. Doch ich werde mich bemühen, dieses Risiko so gut es geht einzudämmen“, meinte er mit nachdrücklich klingender Stimme. „Ich möchte Euch darum bitten, in die Stube von Bruder Renaldo einzubrechen und dort nach Hinweisen wenn nicht sogar nach Beweisen für seine Machenschaften zu suchen und sie mir zu bringen. Ich besorge Euch einen Schlüssel zu seiner Kammer und werde ihn ebenfalls solange beschäftigen, damit Ihr in Ruhe seine Unterlagen durchforsten könnt. Vielleicht finden wir auf diese Weise schon etwas Handfestes gegen ihn. Oder zumindest eine Spur, auf die wir den Inquisitor hetzen können.“
Der Alte machte eine etwas längere Pause, in der er Leanora tief in die Augen blickte. „Ich weiß, ich verlange viel von Euch. Und ich werde Euch wohl nicht helfen können, falls man Euch bei diesem Einbruch erwischen sollte. Zumal ich als Mittäter dann mit Sicherheit genauso in Schwierigkeiten stecken werde wie Ihr, da jeder hier weiß, wie ich zu Bruder Renaldo stehe. Solltet Ihr dennoch mit meinem Vorschlag einverstanden sein, dann trefft mich morgen Abend um dieselbe Zeit hier in meiner Stube. Bis dahin besorge ich Euch den Schlüssel zu Renaldos Kammer und dann können wir auch über die Einzelheiten dieser Angelegenheit sprechen. Was sagt Ihr dazu?“
___________________________________________________________________________
Vernita legte sich gerade ihre Rüstung an, als Miandra aufsprang und nach einigen kurzen Worten nach draußen eilte.
„Ich bin gleich da!“ rief die Elfe der Frau hinterher, während sie sich weiter ankleidete. Sie setzte sich wieder hin und legte so schnell es ihr möglich war die restlichen Teile ihrer Plattenrüstung an. Anschließend steckte sie noch ihre Schwerter weg und hängte sich auch noch ihre Tasche um, bevor sie Miandra nach draußen folgte.
„Denk‘ an meine Worte Lydia. Trödel also nicht solange herum, verstanden?“ meinte die Elfe noch zu dem Mädchen gewandt, bevor auch sie das Lagerhaus verlassen hatte. Vor der Tür traf sie auch gleich auf Miandra, welche lächelnd zum Himmel emporblickte. Und auch auf Vernitas Gesicht formte sich ein liebevolles Lächeln.
„Möchtest du noch einen Moment hierbleiben und die Sterne betrachten, bevor wir aufbrechen?“ fragte sie in einem sanften Ton.
„Ich habe mir tatsächlich etwas überlegt, auch wenn etwas riskant für Euch werden wird. Doch ich werde mich bemühen, dieses Risiko so gut es geht einzudämmen“, meinte er mit nachdrücklich klingender Stimme. „Ich möchte Euch darum bitten, in die Stube von Bruder Renaldo einzubrechen und dort nach Hinweisen wenn nicht sogar nach Beweisen für seine Machenschaften zu suchen und sie mir zu bringen. Ich besorge Euch einen Schlüssel zu seiner Kammer und werde ihn ebenfalls solange beschäftigen, damit Ihr in Ruhe seine Unterlagen durchforsten könnt. Vielleicht finden wir auf diese Weise schon etwas Handfestes gegen ihn. Oder zumindest eine Spur, auf die wir den Inquisitor hetzen können.“
Der Alte machte eine etwas längere Pause, in der er Leanora tief in die Augen blickte. „Ich weiß, ich verlange viel von Euch. Und ich werde Euch wohl nicht helfen können, falls man Euch bei diesem Einbruch erwischen sollte. Zumal ich als Mittäter dann mit Sicherheit genauso in Schwierigkeiten stecken werde wie Ihr, da jeder hier weiß, wie ich zu Bruder Renaldo stehe. Solltet Ihr dennoch mit meinem Vorschlag einverstanden sein, dann trefft mich morgen Abend um dieselbe Zeit hier in meiner Stube. Bis dahin besorge ich Euch den Schlüssel zu Renaldos Kammer und dann können wir auch über die Einzelheiten dieser Angelegenheit sprechen. Was sagt Ihr dazu?“
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Vernita legte sich gerade ihre Rüstung an, als Miandra aufsprang und nach einigen kurzen Worten nach draußen eilte.
„Ich bin gleich da!“ rief die Elfe der Frau hinterher, während sie sich weiter ankleidete. Sie setzte sich wieder hin und legte so schnell es ihr möglich war die restlichen Teile ihrer Plattenrüstung an. Anschließend steckte sie noch ihre Schwerter weg und hängte sich auch noch ihre Tasche um, bevor sie Miandra nach draußen folgte.
„Denk‘ an meine Worte Lydia. Trödel also nicht solange herum, verstanden?“ meinte die Elfe noch zu dem Mädchen gewandt, bevor auch sie das Lagerhaus verlassen hatte. Vor der Tür traf sie auch gleich auf Miandra, welche lächelnd zum Himmel emporblickte. Und auch auf Vernitas Gesicht formte sich ein liebevolles Lächeln.
„Möchtest du noch einen Moment hierbleiben und die Sterne betrachten, bevor wir aufbrechen?“ fragte sie in einem sanften Ton.
#1886
Posté 24 mai 2011 - 05:26
Nur vereinzelt konnte man helle leuchtende Linien am klaren Firmament erkennen, die einen an zaghafte Pfeilschüsse erinnerten. Doch sie waren nur für Bruchteile von Sekunden zu sehen, bevor sie von der Dunkelheit verschluckt wurden. Jemand der nicht wusste, dass dieses Ereignis in jener Nacht stattfand, würden sie wahrscheinlich nicht auffallen.
„Nein“, erwiderte Miandra trocken, wandte sich von dem Anblick ab, und setzte sich sogleich in Bewegung. „Wir haben Wichtiges zu tun“, fügte sie noch hinzu – konnte sich jedoch während sie weiterging einige verstohlene Blicke nach oben nicht verkneifen.
„Nein“, erwiderte Miandra trocken, wandte sich von dem Anblick ab, und setzte sich sogleich in Bewegung. „Wir haben Wichtiges zu tun“, fügte sie noch hinzu – konnte sich jedoch während sie weiterging einige verstohlene Blicke nach oben nicht verkneifen.
Modifié par Kaysallie, 27 décembre 2011 - 09:39 .
#1887
Posté 24 mai 2011 - 06:39
Lydia drehte sich noch einmal zu Vernita um und kicherte .
" mhm " , machte sie und nickte . Darauf verschwanden die Beiden in der Dunkelheit der Gassen Denerims .
Die Stadt war still geworden mit dem Einzug der Nacht . Leise hallte das Tapsen der Schritte durch die Gassen und Sträßchen , zwischen leeren Marktständen und abgestellten Kisten und Fässern . Lydia stellte fest , das ihr Anzug sie in keinster Weise behinderte . Die Maske war etwas ungewohnt und der Tritt etwas fester als mit ihren Stiefeln , aber sie war quasi lautlos und unsichtbar unterwegs . Sie war überrascht von Sha´ira , das sie so leise unterwegs war , trotz ihrer Panzerung .
Als sie den Markt passierten und sich dem landseitigen Ende der Stadt näherten stoppte Lydia bei einer größeren Kreuzung . Sie versuchte etwas zu Sha´ira zu sagen , was ihr trotz der Maske flüsternd gelang . Sie duckten sich hinter einige Kisten um den Stadtwachen zu entgehen , die das Gebiet patroulierten .
" Ich glaube , " begann sie wispernd , " ich habe dir noch nicht gesagt , wo wir hingehen . Draußen vor der Stadt liegt ein kleiner Hof mit einer Taverne . Vor einer Woche habe ich hier in Denerim ehr zufällig ein Mädchen kennen gelernt , das hier in der Taverne gearbeitet hatte . Nachdem die Taverne aber von den Söldnern , die hinter Uns herwaren , ausgeräuchert wurde , ist sie auf diesen Hof geflohen . Ich habe ihr versprochen , das ich sie suchen gehe , aber das war vor einer Woche . Ich hoffe , sie ist noch dort . "
Als sie Sha´iras Gesichtsausdruck bemerkte , nahm Sie sie bei der Hand .
" Keine Angst , die Wachen werden uns nicht sehen . " sie lächelte , auch wenn es durch die Maske kaum zu sehen war . Sha´ira schien es gesehen zu haben .
" Komm große , ich pass auf dich auf . " lachte Lydia , als Sie Sha´ira vom Boden aufhalf . Die Art , wie Sha´ira ihre Hand entgegennahm und sie drückte , sprach für Lydia Bände . Gemeinsam machten sie sich auf den Weg in Richtung Stadtmauer .
" mhm " , machte sie und nickte . Darauf verschwanden die Beiden in der Dunkelheit der Gassen Denerims .
Die Stadt war still geworden mit dem Einzug der Nacht . Leise hallte das Tapsen der Schritte durch die Gassen und Sträßchen , zwischen leeren Marktständen und abgestellten Kisten und Fässern . Lydia stellte fest , das ihr Anzug sie in keinster Weise behinderte . Die Maske war etwas ungewohnt und der Tritt etwas fester als mit ihren Stiefeln , aber sie war quasi lautlos und unsichtbar unterwegs . Sie war überrascht von Sha´ira , das sie so leise unterwegs war , trotz ihrer Panzerung .
Als sie den Markt passierten und sich dem landseitigen Ende der Stadt näherten stoppte Lydia bei einer größeren Kreuzung . Sie versuchte etwas zu Sha´ira zu sagen , was ihr trotz der Maske flüsternd gelang . Sie duckten sich hinter einige Kisten um den Stadtwachen zu entgehen , die das Gebiet patroulierten .
" Ich glaube , " begann sie wispernd , " ich habe dir noch nicht gesagt , wo wir hingehen . Draußen vor der Stadt liegt ein kleiner Hof mit einer Taverne . Vor einer Woche habe ich hier in Denerim ehr zufällig ein Mädchen kennen gelernt , das hier in der Taverne gearbeitet hatte . Nachdem die Taverne aber von den Söldnern , die hinter Uns herwaren , ausgeräuchert wurde , ist sie auf diesen Hof geflohen . Ich habe ihr versprochen , das ich sie suchen gehe , aber das war vor einer Woche . Ich hoffe , sie ist noch dort . "
Als sie Sha´iras Gesichtsausdruck bemerkte , nahm Sie sie bei der Hand .
" Keine Angst , die Wachen werden uns nicht sehen . " sie lächelte , auch wenn es durch die Maske kaum zu sehen war . Sha´ira schien es gesehen zu haben .
" Komm große , ich pass auf dich auf . " lachte Lydia , als Sie Sha´ira vom Boden aufhalf . Die Art , wie Sha´ira ihre Hand entgegennahm und sie drückte , sprach für Lydia Bände . Gemeinsam machten sie sich auf den Weg in Richtung Stadtmauer .
#1888
Posté 24 mai 2011 - 07:33
Ein Einbruch? So simpel? Würde Renaldo denn brisante Dokumente in seiner Stube haben? Lea biss sich auf die Unterlippe und überlegte, bevor sie eine Antwort gab.
Sie blickte Bruder Castillá fest in die Augen.
"Wenn Ihr dafür bürgt, ihn lange genug festzuhalten und ich wirklich ungestört suchen kann, dann bin ich dabei. Die Frage ist eher, ob er solch heikle Dokumente hier aufbewahrt, oder in seinem Landsitz. Sofern er einen hat", fügte sie hinzu.
Sie überlegte fieberhaft. Was, wenn Renaldo eine Falle im Zimmer hatte, wo er sofort wußte, dass jemand seinen Raum betreten hatte? Was, wenn sie geschnappt wurde? Bruder Castillá würde ihr in dem Fall in den Rücken fallen müssen, und Lucia würde sich nicht trauen, sie zu befreien. Sie brauchte Hilfe in dem Fall - von jemandem, der kaltblütig genug war: Vernita.
Der Kirchenvorsteher blickte sie noch immer an, als würde er wissen, dass sie überlegte. Schließlich nickte sie und reichte ihm die Hand: "In Ordnung. Ich werde morgen um die gleiche Zeit bei Euch sein und den Schlüssel holen. Gute Nacht, Bruder Castillá."
Sie blickte Bruder Castillá fest in die Augen.
"Wenn Ihr dafür bürgt, ihn lange genug festzuhalten und ich wirklich ungestört suchen kann, dann bin ich dabei. Die Frage ist eher, ob er solch heikle Dokumente hier aufbewahrt, oder in seinem Landsitz. Sofern er einen hat", fügte sie hinzu.
Sie überlegte fieberhaft. Was, wenn Renaldo eine Falle im Zimmer hatte, wo er sofort wußte, dass jemand seinen Raum betreten hatte? Was, wenn sie geschnappt wurde? Bruder Castillá würde ihr in dem Fall in den Rücken fallen müssen, und Lucia würde sich nicht trauen, sie zu befreien. Sie brauchte Hilfe in dem Fall - von jemandem, der kaltblütig genug war: Vernita.
Der Kirchenvorsteher blickte sie noch immer an, als würde er wissen, dass sie überlegte. Schließlich nickte sie und reichte ihm die Hand: "In Ordnung. Ich werde morgen um die gleiche Zeit bei Euch sein und den Schlüssel holen. Gute Nacht, Bruder Castillá."
Modifié par Bellandyrs, 24 mai 2011 - 09:16 .
#1889
Posté 25 mai 2011 - 03:11
„Ich werde tun, was ich kann, um ihn solange wie möglich zu beschäftigen“, bemerkte Bruder Castillá noch zum Abschluss. „Ob Ihr in seiner Stube etwas finden werdet, weiß ich nicht. Aber wenn er wirklich Dreck am Stecken hat, könnten sich dort Dokumente zu neueren Operationen befinden. Es ist zumindest ein Chance.“
Der Alte lächelte Leanora an, als er aufstand und die Hand der jungen Frau ergriff. „Auf gutes Gelingen. Wir sehen uns morgen.“
Anschließend setzte er sich wieder hin und widmete sich erneut seinen Unterlagen, während er leise vor sich hinmurmelte.
___________________________________________________________________________
„Wie du meinst“, erwiderte Vernita auf Miandras knappen Kommentar und setzte sich ebenfalls in Bewegung. Sie führte die beiden in den nobleren Teil der Stadt, wo auch mehr Stadtwachen ihre Runden drehten. So mussten sich die beiden einige Mühen geben, um nicht in die Fänge einer Patrouille zu geraten.
„Wir sollten über unser Vorgehen in der nächsten Taverne sprechen, Miandra“, meinte die Elfe nach einer Weile des Schweigens. „Ich würde vorschlagen, dass du den Wirt in ein Gespräch verwickelst, wärend ich mich etwas umsehe. Lass deinen Charme spielen und versuche ihn aus der Reserve zu locken. Ich greife dann ein, wenn ich den Zeitpunkt für passend halte.“
Der Alte lächelte Leanora an, als er aufstand und die Hand der jungen Frau ergriff. „Auf gutes Gelingen. Wir sehen uns morgen.“
Anschließend setzte er sich wieder hin und widmete sich erneut seinen Unterlagen, während er leise vor sich hinmurmelte.
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„Wie du meinst“, erwiderte Vernita auf Miandras knappen Kommentar und setzte sich ebenfalls in Bewegung. Sie führte die beiden in den nobleren Teil der Stadt, wo auch mehr Stadtwachen ihre Runden drehten. So mussten sich die beiden einige Mühen geben, um nicht in die Fänge einer Patrouille zu geraten.
„Wir sollten über unser Vorgehen in der nächsten Taverne sprechen, Miandra“, meinte die Elfe nach einer Weile des Schweigens. „Ich würde vorschlagen, dass du den Wirt in ein Gespräch verwickelst, wärend ich mich etwas umsehe. Lass deinen Charme spielen und versuche ihn aus der Reserve zu locken. Ich greife dann ein, wenn ich den Zeitpunkt für passend halte.“
Modifié par Aliens Crew, 25 mai 2011 - 04:07 .
#1890
Posté 25 mai 2011 - 06:43
„In Ordnung“, erwiderte sie nur knapp, lugte dabei um die Ecke der Häuserwand, an welcher sie standen. Ihr Blick fixierte die Taverne, welche noch gute vier Häuserblöcke entfernt lag, jedoch von dem einladenden Schild „Zum goldenen Krug“ – an welchem sogar tatsächlich ein goldener Krug abgebildet war - verraten wurde. Hin und wieder betraten einige Männer und Frauen die Stube, oder waren dabei diese zu verlassen. Zu Miandras Beruhigung erkannte man zwar den gehobenen Stand der Leute, doch waren auch hin und wieder welche dabei, die sich in normaleren Kleidern zeigten. Sie würde – zumindest was das anging – nicht sonderlich auffallen.
„Wartet lieber noch ein wenig. Ich glaube es ist besser, wenn wir getrennt hinein gehen“, sagte sie noch während sie sich ihre Haare zu einem Pferdeschwanz band. Schließlich kannte sie ihr Bild vom Steckbrief, und wusste, dass sie auf diesem die Haare geöffnet trug. Jemand der es nur flüchtig gesehen hatte, würde sie so zumindest nicht auf dem ersten Blick erkennen.
Miandra wartete noch einen kurzen Augenblick ab, und als die Situation geeignet schien, trat sie ohne weitere Worte aus der Ecke hervor und schlenderte die Gasse entlang, bis sie die Taverne erreicht hatte. Dabei kamen ihr eine ziemlich kräftige Frau, begleitet von einem noch kräftigeren Mann entgegen, welche sie keines Blickes würdigten und ziemlich angeheitert schienen – zumindest konnte sie das anhand deren Gekichers und der roten Backen erkennen.
Sofort am ersten Blick der Inneneinrichtung konnte man erkennen, dass diese Taverne für reichere Persönlichkeiten gedacht war. Die Wände waren mit handgewebten dunkelroten Teppichen verziert, passend zu der Polsterung der dunklen Mahagonistühle. An den vielen Tischen wurde gespeist, getrunken, oder beides. Miandra konnte den Geruch von frisch gebratenem Lammfleisch vernehmen, als eine Kellnerin knapp an ihr vorbeihuschte, wobei es ihr regelrecht den Magen zusammenzog. Aus einer Ecke war sanfte Musik zu hören, doch konnte sie deren Spieler nicht sehen, da viele Männer und Frauen mit ihrem stimmigen Tanz die Sicht versperrten. Doch das Beste an der Situation war wohl, dass ihr niemand auch nur einen Funken von Beachtung zukommen ließ, als sie sich weiter in den Raum vorwagte, um zur Theke zu gelangen.
An dem langen hölzernen Schanktisch saßen nur vereinzelt einige Männer, die wortlos an einem Bierkrug – welcher vergoldet zu sein schien, wie Miandra erst jetzt auffiel – nippten, oder kleine Schnapsgläser leerten. Miandra wollte sich gerade auf einen der hohen Stühle am Rand setzen, als ihr der Wirt ins Auge fiel, und sie für einen Moment völlig aus der Fassung geriet. Miandra hatte mit allem gerechnet, doch nicht mit so etwas. Jeder fettleibige verschwitzte Kerl, oder muskulöse Schleimbeutel wäre ihr lieber gewesen. Denn der sogenannte Wirt war eine zierliche blasse Frau mit blonden hochgesteckten Haaren, wobei einige gelockte Haarsträhnen an den Seiten herabhingen. Sie scherzte gerade mit einem ihrer betrunkenen Kunden, welcher wohl sein Glück bei ihr versucht hatte. Eine Wirtin? In Miandra gefror für einen Moment alles zu Eis. Wie sollte sie bei einer Frau ihren Charme spielen lassen, geschweige denn sie „aus der Reserve locken“ – wie Vernita es so schön gesagt hatte? Miandra wusste in jenem Moment nicht einmal, wie sie mit ihr überhaupt ins Gespräch kommen sollte, außer sie würde sich vielleicht schnell in einen gutaussehenden Mann verwandeln können – was natürlich nicht möglich war.
„Da sieht ja jemand richtig verloren aus! Wie kann ich dir helfen, Schätzchen?“ die Wirtin stand ihr plötzlich auf der anderen Seite der Theke gegenüber, und sah sie aus blassblauen Augen mit einem herzhaften Lächeln erwartungsvoll an.
Miandra fiel erst jetzt auf, dass sie sich noch immer nicht hingesetzt hatte, und wohl die gesamte Zeit auf die blonde Frau gestarrt hatte. Ebenso war ihr entgangen, dass der Mann mit welchen die Wirtin vorher gesprochen hatte, verschwunden war.
Sie riss sich aus ihrem kurzen Schockzustand und setzte sich endlich auf den Stuhl. „Ein... nein besser zwei Gläser mit Rum.“
Das Lächeln der Wirtin wurde breiter, und ohne sich abzuwenden holte sie zwei kleine Gläser hervor, und füllte diese randvoll mit dem besagten Getränk, bevor sie diese Miandra entgegen schob, welche das erste augenblicklich leerte – in der Hoffnung dadurch etwas lockerer zu werden.
„Ich habe dich noch nie hier gesehen, bist du auf der Durchreise?“, fragte die blondhaarige Frau freundlich, während sie einige Bierkrüge füllte, und an die Kellnerin weiterreichte, welche neben Miandra aufgetaucht war, und sofort wieder im Getümmel verschwand.
Miandra nickte nur stumm und überblickte flüchtig den Raum. „Ja, aber eine solch ordentliche Taverne kam mir bisher selten unter. Und wie mir scheint, bin ich da nicht die einzige mit dieser Meinung.“
Die Wirtin kicherte, während sie mit einem feuchten Tuch die Theke polierte. „Ja, die meisten Tavernen werden auch von Männern betrieben, die zu faul sind einen Besen zu benutzen! Ordnung ist kein besonders gutes Erfolgsgeheimnis, aber es stimmt. Seit ich sie von meinem Vater übernommen, und ein wenig auf Vordermann gebracht habe, ist es hier nahezu jeden Abend so voll, wie gerade eben“, sie hielt kurz inne und blickte Miandra dabei tief in die Augen, „Wobei ich zugeben muss, dass sich selten einsame Rehe bis an meine Theke verirren.“
Miandra schluckte und nahm es mit einem gespielten Lächeln hin, bevor sie die das zweite Glas leerte.
„Also was genau führt dich hier her? Benötigst du ein Zimmer? Oder willst du dich erst noch ein wenig umsehen, um die genaue Anzahl der Betten zu wissen?“ bohrte die Frau grinsend weiter, wobei sich Miandra bei deren Frage regelrecht am Rum verschluckte und zu husten begann.
„Ich bezweifel, dass ich mir eine Nacht in einem Eurer gepflegten Zimmer leisten kann“, versuchte sie der Frage auszuweichen.
„Die da drüben können es bestimmt“, grinste sie und deutete dabei mit einer leichten Kopfbewegung zu einem Tisch, an welchem eine Gruppe von gut gekleideten Männern saß, wobei einige von ihnen mit den verschiedensten Arten von Frauen tuschelten.
Miandra hatte unwillig zu dem Tisch geblickt, wobei ihr sofort ein etwas jüngerer Kerl zuzwinkerte, und sie sich sofort wieder abwandte. Sie wollte eigentlich etwas darauf erwidern, doch die Wirtin war ans andere Ende der Theke gehuscht, um die dortigen Bestellungen entgegenzunehmen. Miandra seufzte. Wie sollte sie nur aus einer so gesprächigen und aufdringlichen Frau - die sie scheinbar versuchte zu verkuppeln - etwas herausbekommen? Doch Miandra versuchte die Zeit in der sie alleine an der Theke saß zu nutzen, um sich darüber Gedanken zu machen.
„Wartet lieber noch ein wenig. Ich glaube es ist besser, wenn wir getrennt hinein gehen“, sagte sie noch während sie sich ihre Haare zu einem Pferdeschwanz band. Schließlich kannte sie ihr Bild vom Steckbrief, und wusste, dass sie auf diesem die Haare geöffnet trug. Jemand der es nur flüchtig gesehen hatte, würde sie so zumindest nicht auf dem ersten Blick erkennen.
Miandra wartete noch einen kurzen Augenblick ab, und als die Situation geeignet schien, trat sie ohne weitere Worte aus der Ecke hervor und schlenderte die Gasse entlang, bis sie die Taverne erreicht hatte. Dabei kamen ihr eine ziemlich kräftige Frau, begleitet von einem noch kräftigeren Mann entgegen, welche sie keines Blickes würdigten und ziemlich angeheitert schienen – zumindest konnte sie das anhand deren Gekichers und der roten Backen erkennen.
Sofort am ersten Blick der Inneneinrichtung konnte man erkennen, dass diese Taverne für reichere Persönlichkeiten gedacht war. Die Wände waren mit handgewebten dunkelroten Teppichen verziert, passend zu der Polsterung der dunklen Mahagonistühle. An den vielen Tischen wurde gespeist, getrunken, oder beides. Miandra konnte den Geruch von frisch gebratenem Lammfleisch vernehmen, als eine Kellnerin knapp an ihr vorbeihuschte, wobei es ihr regelrecht den Magen zusammenzog. Aus einer Ecke war sanfte Musik zu hören, doch konnte sie deren Spieler nicht sehen, da viele Männer und Frauen mit ihrem stimmigen Tanz die Sicht versperrten. Doch das Beste an der Situation war wohl, dass ihr niemand auch nur einen Funken von Beachtung zukommen ließ, als sie sich weiter in den Raum vorwagte, um zur Theke zu gelangen.
An dem langen hölzernen Schanktisch saßen nur vereinzelt einige Männer, die wortlos an einem Bierkrug – welcher vergoldet zu sein schien, wie Miandra erst jetzt auffiel – nippten, oder kleine Schnapsgläser leerten. Miandra wollte sich gerade auf einen der hohen Stühle am Rand setzen, als ihr der Wirt ins Auge fiel, und sie für einen Moment völlig aus der Fassung geriet. Miandra hatte mit allem gerechnet, doch nicht mit so etwas. Jeder fettleibige verschwitzte Kerl, oder muskulöse Schleimbeutel wäre ihr lieber gewesen. Denn der sogenannte Wirt war eine zierliche blasse Frau mit blonden hochgesteckten Haaren, wobei einige gelockte Haarsträhnen an den Seiten herabhingen. Sie scherzte gerade mit einem ihrer betrunkenen Kunden, welcher wohl sein Glück bei ihr versucht hatte. Eine Wirtin? In Miandra gefror für einen Moment alles zu Eis. Wie sollte sie bei einer Frau ihren Charme spielen lassen, geschweige denn sie „aus der Reserve locken“ – wie Vernita es so schön gesagt hatte? Miandra wusste in jenem Moment nicht einmal, wie sie mit ihr überhaupt ins Gespräch kommen sollte, außer sie würde sich vielleicht schnell in einen gutaussehenden Mann verwandeln können – was natürlich nicht möglich war.
„Da sieht ja jemand richtig verloren aus! Wie kann ich dir helfen, Schätzchen?“ die Wirtin stand ihr plötzlich auf der anderen Seite der Theke gegenüber, und sah sie aus blassblauen Augen mit einem herzhaften Lächeln erwartungsvoll an.
Miandra fiel erst jetzt auf, dass sie sich noch immer nicht hingesetzt hatte, und wohl die gesamte Zeit auf die blonde Frau gestarrt hatte. Ebenso war ihr entgangen, dass der Mann mit welchen die Wirtin vorher gesprochen hatte, verschwunden war.
Sie riss sich aus ihrem kurzen Schockzustand und setzte sich endlich auf den Stuhl. „Ein... nein besser zwei Gläser mit Rum.“
Das Lächeln der Wirtin wurde breiter, und ohne sich abzuwenden holte sie zwei kleine Gläser hervor, und füllte diese randvoll mit dem besagten Getränk, bevor sie diese Miandra entgegen schob, welche das erste augenblicklich leerte – in der Hoffnung dadurch etwas lockerer zu werden.
„Ich habe dich noch nie hier gesehen, bist du auf der Durchreise?“, fragte die blondhaarige Frau freundlich, während sie einige Bierkrüge füllte, und an die Kellnerin weiterreichte, welche neben Miandra aufgetaucht war, und sofort wieder im Getümmel verschwand.
Miandra nickte nur stumm und überblickte flüchtig den Raum. „Ja, aber eine solch ordentliche Taverne kam mir bisher selten unter. Und wie mir scheint, bin ich da nicht die einzige mit dieser Meinung.“
Die Wirtin kicherte, während sie mit einem feuchten Tuch die Theke polierte. „Ja, die meisten Tavernen werden auch von Männern betrieben, die zu faul sind einen Besen zu benutzen! Ordnung ist kein besonders gutes Erfolgsgeheimnis, aber es stimmt. Seit ich sie von meinem Vater übernommen, und ein wenig auf Vordermann gebracht habe, ist es hier nahezu jeden Abend so voll, wie gerade eben“, sie hielt kurz inne und blickte Miandra dabei tief in die Augen, „Wobei ich zugeben muss, dass sich selten einsame Rehe bis an meine Theke verirren.“
Miandra schluckte und nahm es mit einem gespielten Lächeln hin, bevor sie die das zweite Glas leerte.
„Also was genau führt dich hier her? Benötigst du ein Zimmer? Oder willst du dich erst noch ein wenig umsehen, um die genaue Anzahl der Betten zu wissen?“ bohrte die Frau grinsend weiter, wobei sich Miandra bei deren Frage regelrecht am Rum verschluckte und zu husten begann.
„Ich bezweifel, dass ich mir eine Nacht in einem Eurer gepflegten Zimmer leisten kann“, versuchte sie der Frage auszuweichen.
„Die da drüben können es bestimmt“, grinste sie und deutete dabei mit einer leichten Kopfbewegung zu einem Tisch, an welchem eine Gruppe von gut gekleideten Männern saß, wobei einige von ihnen mit den verschiedensten Arten von Frauen tuschelten.
Miandra hatte unwillig zu dem Tisch geblickt, wobei ihr sofort ein etwas jüngerer Kerl zuzwinkerte, und sie sich sofort wieder abwandte. Sie wollte eigentlich etwas darauf erwidern, doch die Wirtin war ans andere Ende der Theke gehuscht, um die dortigen Bestellungen entgegenzunehmen. Miandra seufzte. Wie sollte sie nur aus einer so gesprächigen und aufdringlichen Frau - die sie scheinbar versuchte zu verkuppeln - etwas herausbekommen? Doch Miandra versuchte die Zeit in der sie alleine an der Theke saß zu nutzen, um sich darüber Gedanken zu machen.
Modifié par Kaysallie, 27 décembre 2011 - 09:42 .
#1891
Posté 25 mai 2011 - 08:58
Lea nickte dem Kirchenvorsteher noch einmal zu bevor sie sein Zimmer verließ. Langsam schlenderte sie zurück in ihre Stube, wo Lucia schon auf sie wartete. Neugierig, wie diese war, löcherte sie Leanora sofort mit Fragen.
"Eile mit Weile, Lucia. Wie soll ich denn antworten können wenn Du mir Löcher in den Bauch fragst und mir nicht mal die Möglichkeit gibst, einen Satz hervorzubringen?" lachte Lea.
Dann berichtete sie der Freundin, was Bruder Castillá ausgeheckt hatte und Lucia machte große Augen.
"Und mich braucht er nicht?" fragte diese dann auch sofort.
"Ich weiß es nicht, Lucia. Gesagt hat er noch nichts, aber ich denke, es schadet nicht, wenn Du aufpassen könntest, wie lange er Renaldo aufhalten kann. Und ihn dann schlimmstenfalls in ein Gespräch verwickelst, wenn ich noch nicht zurück sein sollte. Was ich morgen Abend brauchen werde ist Zeit. Schließlich soll er ja nicht merken, dass eingebrochen wurde, und eventuell irgendwelche Unterlagen fehlen."
Mehr Kopfzerbrechen bereitete Lea allerdings, nach was sie genau suchen sollte. Zu allererst wohl, wo er Dokumente versteckt haben könnte, sie konnte sich nicht vorstellen, dass er heikle Unterlagen einfach so offen liegen ließ. Es sei denn, er war sich seiner Sache so sicher, dass ohnehin niemand sein Refugium betreten würde.
"Weißt Du, wo er sich normalerweise mit seinen Damen vergnügt? In seinem Zimmer, oder eher woanders?" fragte Lea die Freundin. Die Antwort würde vielleicht darauf schließen lassen, ob er alles herumliegen ließ, oder eben doch irgendwo einen Safe oder ein Versteck hatte. Nämlich dann, wenn er Damenbesuch bei ihm empfing.
Sie würde auf jeden Fall nachts wieder zum Baumstumpf gehen. Ob Vernita kam oder nicht, wußte sie zwar nicht, aber es war allemal ein Versuch wert. Auch wenn sie die Nacht zuvor selber sagte, dass man die Kommunikation rein auf Notizen beschränken sollte, aber dieses Thema war einfach zu gefährlich. Wenn der Zettel in falsche Hände fiel, konnte das das Aus für ihre Pläne bedeuten, noch bevor sie zur Tat schreiten würde.
"Eile mit Weile, Lucia. Wie soll ich denn antworten können wenn Du mir Löcher in den Bauch fragst und mir nicht mal die Möglichkeit gibst, einen Satz hervorzubringen?" lachte Lea.
Dann berichtete sie der Freundin, was Bruder Castillá ausgeheckt hatte und Lucia machte große Augen.
"Und mich braucht er nicht?" fragte diese dann auch sofort.
"Ich weiß es nicht, Lucia. Gesagt hat er noch nichts, aber ich denke, es schadet nicht, wenn Du aufpassen könntest, wie lange er Renaldo aufhalten kann. Und ihn dann schlimmstenfalls in ein Gespräch verwickelst, wenn ich noch nicht zurück sein sollte. Was ich morgen Abend brauchen werde ist Zeit. Schließlich soll er ja nicht merken, dass eingebrochen wurde, und eventuell irgendwelche Unterlagen fehlen."
Mehr Kopfzerbrechen bereitete Lea allerdings, nach was sie genau suchen sollte. Zu allererst wohl, wo er Dokumente versteckt haben könnte, sie konnte sich nicht vorstellen, dass er heikle Unterlagen einfach so offen liegen ließ. Es sei denn, er war sich seiner Sache so sicher, dass ohnehin niemand sein Refugium betreten würde.
"Weißt Du, wo er sich normalerweise mit seinen Damen vergnügt? In seinem Zimmer, oder eher woanders?" fragte Lea die Freundin. Die Antwort würde vielleicht darauf schließen lassen, ob er alles herumliegen ließ, oder eben doch irgendwo einen Safe oder ein Versteck hatte. Nämlich dann, wenn er Damenbesuch bei ihm empfing.
Sie würde auf jeden Fall nachts wieder zum Baumstumpf gehen. Ob Vernita kam oder nicht, wußte sie zwar nicht, aber es war allemal ein Versuch wert. Auch wenn sie die Nacht zuvor selber sagte, dass man die Kommunikation rein auf Notizen beschränken sollte, aber dieses Thema war einfach zu gefährlich. Wenn der Zettel in falsche Hände fiel, konnte das das Aus für ihre Pläne bedeuten, noch bevor sie zur Tat schreiten würde.
#1892
Posté 26 mai 2011 - 04:21
„Er hat zumindest ein großes Bett in seiner Stube, welches hinter einem Sichtschirm verborgen ist. Und das ist eigentlich zu groß für eine einzelne Person, also vermute ich mal, dass er sich auch dort mit seinen Bekanntschaften vergnügt“, bemerkte Lucia grinsend, wobei ihr der etwas überraschte Blick Leanoras sofort ins Auge sprang. „Das weiß ich aber nicht aus eigener Erfahrung, da er mich ja nie wollte.“
Den letzten Satz sprach sie sehr hastig aus, wohl um jeden Zweifel im Keim zu ersticken, bevor sie etwas ruhiger fortfuhr. „Nach allem, was ich von dir über ihn gehört habe, bin ich auch sehr froh darüber.“
Die rothaarige Frau sah für einen Moment geistesabwesend auf den Boden, bevor sie diesen Gedanken abschüttelte und ihr Gegenüber wieder frech angrinste. „Allerdings befindet sich in seinem Zimmer auch ein verdammt großer Schreibtisch. Möglicherweise ist dort drin etwas zu finden. Vorausgesetzt natürlich, du bekommst dessen Schloss aufgebrochen. Bist du darin geübt? Bist du vielleicht eine professionelle Einbrecherin?“
___________________________________________________________________________
Vernita ließ das betrunkene Pärchen an sich vorbeigehen und Miandra einen zeitlichen Vorsprung, bevor sie sich selbst in Bewegung setzte. Langsam ging sie auf die Taverne zu, aus dessen Innern sie schon von weitem Musik und lautes Gelächter vernehmen konnte. Offenbar herrschte dort reger Betrieb.
Kurz bevor sie ihr Ziel erreichte, hielt sie inne. An dem Haus direkt neben der Taverne hingen mehrere Steckbriefe. Auch einer von Miandra und ihr selbst. Sie verzog das Gesicht, als sie die gezeichneten Gesichter sah. Die Elfe blickte sich kurz um, und nachdem sie sich überzeugt hatte, dass sie niemand beobachtete, riss sie die beiden Steckbriefe von der Wand ab, knüllte diese zusammen und steckte sie sich in die Tasche. Anschließend ging sie weiter und betrat die brechend volle Taverne.
Es herrschte eine ausgelassene Stimmung. Es wurde getanzt, gegessen und getrunken. Sie wirkte mit ihrer Rüstung zwar etwas deplatziert unter dieser feinen Gesellschaft, doch das störte sie nicht weiter. Vernita wusste, dass in solchen Tavernen auch schon mal Söldner anzutreffen waren, um ihren frisch verdienten Sold auf den Kopf zu hauen.
Die Elfe ließ den Blick über das Innere des Schankraums schweifen und bemerkte auch kurz darauf Miandra, welche an der Theke stand und sich mit der Wirtin unterhielt. Ein schelmisches Grinsen legte sich auf Vernitas Gesicht, als ihr auffiel, dass es der schwarzhaarigen Frau anscheinend schwerfiel mit einer anderen Frau anzubändeln, um diese ein wenig auszuquetschen.
‚Sieht so aus, als hätte ich dich da vor eine richtige Herausforderung gestellt, was?‘ ging es der Elfe durch den Kopf. ‚Aber das wirst du schon hinkriegen, da bin ich mir ganz sicher. Ich lass dich erst einmal machen und sehe mich etwas um.‘
Sie setzte sich in Bewegung und begab sich ins Gedränge, während sie ihre Blicke im Raum kreisen ließ. Es war recht laut in dem Schankraum und dichte Rauchschwaden hingen unterhalb der Decke. Die meisten Gäste beachteten sie nicht. Sie lachten, redeten und tranken, was das Zeug hielt. Nur einige wenige warfen der Elfe flüchtige Blick zu, doch Vernita beachtete diese nicht weiter. Doch plötzlich blieb ein ziemlich angetrunkener Mann direkt vor ihr stehen und musterte sie mit seinem glasigen Augen.
„Bist du etwa die neue Raußchmeißerin oder bist du nur hier, um die Gäste zu erschrecken?“ lallte der fettleibige Kerl mit den rot angelaufenen Wangen. Dabei kicherte er wie ein kleines Mädchen, welches in einem Rülpser endete, woraufhin er gleich darauf weiterlachen musste.
„Du kannst ja mal einen Streit provozieren, Dickerchen, dann wirst du es schon feststellen“, zischte die Elfe und bleckte dabei die Zähne. Ihre Augen funkelten währendessen wie kleine Diamanten.
„Schon gut, schon gut“, beschwichtigte der Mann und trat zwei Schritte zurück, wobei er entschuldigend die Hände hob. „Das sollte doch nur ein Witz sein.“
Vernita knurrte kurz und ging an dem Angetrunkenen vorbei. Dabei rempelte sie ihn aber noch höchst unsanft mit der Schulter an. Der Mann torkelte zur Seite und konnte nur mit Mühe sein Gleichgewicht halten, doch da beachtete die Elfe ihn schon gar nicht mehr. Sie sah stattdessen noch einmal zu Miandra hinüber, welche im Moment allein an der Theke saß. Vernita beschloss, sie noch etwas dort sitzen zu lassen und sich den hinteren Teil der Taverne anzusehen.
Den letzten Satz sprach sie sehr hastig aus, wohl um jeden Zweifel im Keim zu ersticken, bevor sie etwas ruhiger fortfuhr. „Nach allem, was ich von dir über ihn gehört habe, bin ich auch sehr froh darüber.“
Die rothaarige Frau sah für einen Moment geistesabwesend auf den Boden, bevor sie diesen Gedanken abschüttelte und ihr Gegenüber wieder frech angrinste. „Allerdings befindet sich in seinem Zimmer auch ein verdammt großer Schreibtisch. Möglicherweise ist dort drin etwas zu finden. Vorausgesetzt natürlich, du bekommst dessen Schloss aufgebrochen. Bist du darin geübt? Bist du vielleicht eine professionelle Einbrecherin?“
___________________________________________________________________________
Vernita ließ das betrunkene Pärchen an sich vorbeigehen und Miandra einen zeitlichen Vorsprung, bevor sie sich selbst in Bewegung setzte. Langsam ging sie auf die Taverne zu, aus dessen Innern sie schon von weitem Musik und lautes Gelächter vernehmen konnte. Offenbar herrschte dort reger Betrieb.
Kurz bevor sie ihr Ziel erreichte, hielt sie inne. An dem Haus direkt neben der Taverne hingen mehrere Steckbriefe. Auch einer von Miandra und ihr selbst. Sie verzog das Gesicht, als sie die gezeichneten Gesichter sah. Die Elfe blickte sich kurz um, und nachdem sie sich überzeugt hatte, dass sie niemand beobachtete, riss sie die beiden Steckbriefe von der Wand ab, knüllte diese zusammen und steckte sie sich in die Tasche. Anschließend ging sie weiter und betrat die brechend volle Taverne.
Es herrschte eine ausgelassene Stimmung. Es wurde getanzt, gegessen und getrunken. Sie wirkte mit ihrer Rüstung zwar etwas deplatziert unter dieser feinen Gesellschaft, doch das störte sie nicht weiter. Vernita wusste, dass in solchen Tavernen auch schon mal Söldner anzutreffen waren, um ihren frisch verdienten Sold auf den Kopf zu hauen.
Die Elfe ließ den Blick über das Innere des Schankraums schweifen und bemerkte auch kurz darauf Miandra, welche an der Theke stand und sich mit der Wirtin unterhielt. Ein schelmisches Grinsen legte sich auf Vernitas Gesicht, als ihr auffiel, dass es der schwarzhaarigen Frau anscheinend schwerfiel mit einer anderen Frau anzubändeln, um diese ein wenig auszuquetschen.
‚Sieht so aus, als hätte ich dich da vor eine richtige Herausforderung gestellt, was?‘ ging es der Elfe durch den Kopf. ‚Aber das wirst du schon hinkriegen, da bin ich mir ganz sicher. Ich lass dich erst einmal machen und sehe mich etwas um.‘
Sie setzte sich in Bewegung und begab sich ins Gedränge, während sie ihre Blicke im Raum kreisen ließ. Es war recht laut in dem Schankraum und dichte Rauchschwaden hingen unterhalb der Decke. Die meisten Gäste beachteten sie nicht. Sie lachten, redeten und tranken, was das Zeug hielt. Nur einige wenige warfen der Elfe flüchtige Blick zu, doch Vernita beachtete diese nicht weiter. Doch plötzlich blieb ein ziemlich angetrunkener Mann direkt vor ihr stehen und musterte sie mit seinem glasigen Augen.
„Bist du etwa die neue Raußchmeißerin oder bist du nur hier, um die Gäste zu erschrecken?“ lallte der fettleibige Kerl mit den rot angelaufenen Wangen. Dabei kicherte er wie ein kleines Mädchen, welches in einem Rülpser endete, woraufhin er gleich darauf weiterlachen musste.
„Du kannst ja mal einen Streit provozieren, Dickerchen, dann wirst du es schon feststellen“, zischte die Elfe und bleckte dabei die Zähne. Ihre Augen funkelten währendessen wie kleine Diamanten.
„Schon gut, schon gut“, beschwichtigte der Mann und trat zwei Schritte zurück, wobei er entschuldigend die Hände hob. „Das sollte doch nur ein Witz sein.“
Vernita knurrte kurz und ging an dem Angetrunkenen vorbei. Dabei rempelte sie ihn aber noch höchst unsanft mit der Schulter an. Der Mann torkelte zur Seite und konnte nur mit Mühe sein Gleichgewicht halten, doch da beachtete die Elfe ihn schon gar nicht mehr. Sie sah stattdessen noch einmal zu Miandra hinüber, welche im Moment allein an der Theke saß. Vernita beschloss, sie noch etwas dort sitzen zu lassen und sich den hinteren Teil der Taverne anzusehen.
#1893
Posté 26 mai 2011 - 06:35
Lea lachte auf, als Lucia die Vermutung äußerte, sie sei eine Einbrecherin.
"Nein, Einbrecherin bin ich wirklich keine, Lucia. Du bist dir ganz sicher, dass der Schreibtisch mit einem Schloss geschützt ist? Nun gut, das dürfte hoffentlich kein Problem werden. Wer weiß, vielleicht versteckt er das Zeug ja auch in seinem Kopfkissen oder unter seiner Matratze. Wenn es was zu finden gibt, werde ich es finden, das schwöre ich Dir. Achja, und Mitternacht werde ich nochmal kurz hinaus gehen, ich hoffe, dass ich meine Bekannte treffen kann, die dürfte einige Tipps für mich haben."
Eigentlich war sie rechtschaffen müde, aber sie wollte um keinen Preis verschlafen und so hielt sie sich noch wach, in dem sie in dem Buch über Pferderassen von Sengaal stöberte. Natürlich schweiften ihre Gedanken dabei des öfteren ab, und sie sah sein Gesicht vor sich. Wie sehr sehnte sie sich nach ihm, und wenn sie ihm nur in die Augen blicken könnte. Leise seufzte sie auf, und konzentrierte sich wieder auf das Buch.
"Nein, Einbrecherin bin ich wirklich keine, Lucia. Du bist dir ganz sicher, dass der Schreibtisch mit einem Schloss geschützt ist? Nun gut, das dürfte hoffentlich kein Problem werden. Wer weiß, vielleicht versteckt er das Zeug ja auch in seinem Kopfkissen oder unter seiner Matratze. Wenn es was zu finden gibt, werde ich es finden, das schwöre ich Dir. Achja, und Mitternacht werde ich nochmal kurz hinaus gehen, ich hoffe, dass ich meine Bekannte treffen kann, die dürfte einige Tipps für mich haben."
Eigentlich war sie rechtschaffen müde, aber sie wollte um keinen Preis verschlafen und so hielt sie sich noch wach, in dem sie in dem Buch über Pferderassen von Sengaal stöberte. Natürlich schweiften ihre Gedanken dabei des öfteren ab, und sie sah sein Gesicht vor sich. Wie sehr sehnte sie sich nach ihm, und wenn sie ihm nur in die Augen blicken könnte. Leise seufzte sie auf, und konzentrierte sich wieder auf das Buch.
#1894
Posté 26 mai 2011 - 08:10
"Ah ich seh' schon. Sie entsprechen nicht deinem Geschmack", sagte die Wirtin immer noch grinsend, als sie ihre Arbeit beendet hatte und zu Miandra zurückgegangen war.
"Ist es denn üblich, dass die Zimmer hier nur für eine Nacht herausgegeben werden?" fragte Miandra prompt und konnte zum ersten Mal so etwas wie Verblüffung in dem Gesicht der Frau erkennen.
"Hältst du meine Taverne etwa für ein Bordell!?" fuhr die Wirtin sie plötzlich wütend an, jedoch in einem gepressten Ton, um kein Aufsehen zu erregen. Noch ehe Miandra dazu etwas sagen konnte, fuhr die Frau schnell fort.
"Nein, dies hier ist eine Taverne mit gutem Ruf. Sollte dich also deine Reise weiterhin durch Denerim führen, so pass gut auf, welche Worte du in den Mund nimmst! Aber ja, ich habe nichts dagegen, wenn sich jemand eines meiner Zimmer nur für eine Nacht nimmt, um gewissen Intimitäten nachzugehen, die ihm vielleicht an anderen Orten schwer möglich sind. Doch glaube nicht, dass das der einzige Zweck dieses Hauses ist. Ich habe durchaus auch normale Gäste, die meine Zimmer für längere Zeit und normale Tätigkeiten, beanspruchen."
"Ich wollte dich nicht beleidigen ...", erwiderte Miandra als sie endlich zu Wort kam und absichtlich in der vertrauten Form, in welcher auch die Wirtin die gesamte Zeit mit ihr sprach - denn schließlich wollte sie etwas aus der Frau herausbekommen, was vielleicht auf einer persönlicheren Ebene einfacher sein würde.
"Adriana.", sagte die Wirtin knapp, als sie Miandras Stocken vernahm.
"Ich wollte dich nicht beleidigen, Adriana", begann sie also von vorne. "Mir wurde nur bisher in keiner Taverne geraten, an welchem Tisch die besten Männer sitzen", dabei lächelte sie die Frau schief an, wobei sie sehen konnte, wie sich diese wieder entspannte, als sie begriff offenbar falsch verstanden zu haben, und sich eine Art schlechtes Gewissen in ihr breit zu machen schien.
"Nun ja, um ehrlich zu sein", Adriana beugte sich ein wenig über den Tresen, so dass sie Miandra zuflüstern konnte, wobei sie ihr erstaunlich nahe kam - für Miandras Geschmack etwas zu nahe.
"Die Kerle dort hinten, welche ich dir gezeigt habe, wären tatsächlich besser in einem Bordell aufgehoben, doch dort dürfen sie sich dank ihres feinen Standes nicht hinwagen. Richtige Schweine sind das, sogar an meine Kellnerinnen haben sie sich schon rangemacht! Und meine Zimmer versauern sie.. widerwärtig, das sag ich dir! Nein, für dich habe ich durchaus eine interessantere Idee. Denn ich habe so das Gefühl, dass du nach etwas mehr aus bist, als diese dummen Weiber dort hinten", sie kicherte kurz, bevor sie flüsternd fortfuhr, wobei sie mit den Augen die Taverne im Blickfeld behielt - ob sie auch niemand beobachtete.
"Vor einigen Tagen haben richtige Exoten meine Taverne bezogen! Darunter ist sogar ein Orlaisianer! Doch lassen sie sich nicht oft blicken und sind nicht sehr gesprächig... Aber wen kümmert das schon! Reich müssen sie sein, da sie schon so lange in meinen besten Zimmern einquartiert sind! Glaube mir, einer von denen und du brauchst dir keine Gedanken mehr darüber machen, wie du deine Silberlinge verdienst!"
Ein Orlaisianer? Exoten? Hatte nicht Vernita erst heute Mittag davon gesprochen, wie "exotisch" diese Söldner waren? Doch konnte das alles auch nur ein Zufall sein. Orlais war schließlich ein großes Land und Denerim die einzig wichtige Stadt in Ferelden. Trotzdem spürte Miandra, wie unruhig sie diese Informationen machten.
"Was ist? Gefallen dir Orlaisianer denn nicht? Hach, ich liebe diesen Akzent!", schwärmte Adriana weiter, als Miandra darauf nichts erwiderte.
"Ist dieser Orlaisianer denn hier?" fragte sie die Frau leise und versuchte interessiert zu klingen.
"Leider nicht... er ist vorhin zusammen mit den anderen, welche ihn scheinbar begleiten, weggegangen. Aber die Nacht ist ja noch jung, vielleicht kannst du ja einen Blick erhaschen, wenn sie wieder zurückkommen. Aber pass lieber auf, dass du dabei nicht diesen zwei dürren blassen - was auch immer sie sein mögen - entgegenkommst, ich fürchte das sind irgendwelche Verbrecher! Wie gut, dass meine Krüge nicht aus echtem Gold sind", seufzte ihr Gegenüber, während sie sich wieder ein Stück von ihr entfernte. Miandra nahm es mit einem Lächeln hin.
"Ich danke dir für diesen Ratschlag, denn in der Tat... ich bin auf etwas mehr aus, doch frage ich dich nun, was ich denn in der Zeit des Wartens so treiben könnte? Wer weiß denn schon, ob mir dieser Orlaisianer - sofern er denn auftaucht - überhaupt gefällt?" erwartungsvoll fixierte sie die Wirtin, welche sofort ein spitzbübisches Grinsen aufsetzte.
"Nun, da habe ich schon so eine Idee", kicherte Adriana während sie die beiden Schnapsgläser füllte. "Die hier gehen alle aufs Haus, meine Liebe", fügte sie noch hinzu, während sie Miandra eines der Gläser entgegen schob und das andere hochhob, um mit ihr anstoßen zu können.
"Ist es denn üblich, dass die Zimmer hier nur für eine Nacht herausgegeben werden?" fragte Miandra prompt und konnte zum ersten Mal so etwas wie Verblüffung in dem Gesicht der Frau erkennen.
"Hältst du meine Taverne etwa für ein Bordell!?" fuhr die Wirtin sie plötzlich wütend an, jedoch in einem gepressten Ton, um kein Aufsehen zu erregen. Noch ehe Miandra dazu etwas sagen konnte, fuhr die Frau schnell fort.
"Nein, dies hier ist eine Taverne mit gutem Ruf. Sollte dich also deine Reise weiterhin durch Denerim führen, so pass gut auf, welche Worte du in den Mund nimmst! Aber ja, ich habe nichts dagegen, wenn sich jemand eines meiner Zimmer nur für eine Nacht nimmt, um gewissen Intimitäten nachzugehen, die ihm vielleicht an anderen Orten schwer möglich sind. Doch glaube nicht, dass das der einzige Zweck dieses Hauses ist. Ich habe durchaus auch normale Gäste, die meine Zimmer für längere Zeit und normale Tätigkeiten, beanspruchen."
"Ich wollte dich nicht beleidigen ...", erwiderte Miandra als sie endlich zu Wort kam und absichtlich in der vertrauten Form, in welcher auch die Wirtin die gesamte Zeit mit ihr sprach - denn schließlich wollte sie etwas aus der Frau herausbekommen, was vielleicht auf einer persönlicheren Ebene einfacher sein würde.
"Adriana.", sagte die Wirtin knapp, als sie Miandras Stocken vernahm.
"Ich wollte dich nicht beleidigen, Adriana", begann sie also von vorne. "Mir wurde nur bisher in keiner Taverne geraten, an welchem Tisch die besten Männer sitzen", dabei lächelte sie die Frau schief an, wobei sie sehen konnte, wie sich diese wieder entspannte, als sie begriff offenbar falsch verstanden zu haben, und sich eine Art schlechtes Gewissen in ihr breit zu machen schien.
"Nun ja, um ehrlich zu sein", Adriana beugte sich ein wenig über den Tresen, so dass sie Miandra zuflüstern konnte, wobei sie ihr erstaunlich nahe kam - für Miandras Geschmack etwas zu nahe.
"Die Kerle dort hinten, welche ich dir gezeigt habe, wären tatsächlich besser in einem Bordell aufgehoben, doch dort dürfen sie sich dank ihres feinen Standes nicht hinwagen. Richtige Schweine sind das, sogar an meine Kellnerinnen haben sie sich schon rangemacht! Und meine Zimmer versauern sie.. widerwärtig, das sag ich dir! Nein, für dich habe ich durchaus eine interessantere Idee. Denn ich habe so das Gefühl, dass du nach etwas mehr aus bist, als diese dummen Weiber dort hinten", sie kicherte kurz, bevor sie flüsternd fortfuhr, wobei sie mit den Augen die Taverne im Blickfeld behielt - ob sie auch niemand beobachtete.
"Vor einigen Tagen haben richtige Exoten meine Taverne bezogen! Darunter ist sogar ein Orlaisianer! Doch lassen sie sich nicht oft blicken und sind nicht sehr gesprächig... Aber wen kümmert das schon! Reich müssen sie sein, da sie schon so lange in meinen besten Zimmern einquartiert sind! Glaube mir, einer von denen und du brauchst dir keine Gedanken mehr darüber machen, wie du deine Silberlinge verdienst!"
Ein Orlaisianer? Exoten? Hatte nicht Vernita erst heute Mittag davon gesprochen, wie "exotisch" diese Söldner waren? Doch konnte das alles auch nur ein Zufall sein. Orlais war schließlich ein großes Land und Denerim die einzig wichtige Stadt in Ferelden. Trotzdem spürte Miandra, wie unruhig sie diese Informationen machten.
"Was ist? Gefallen dir Orlaisianer denn nicht? Hach, ich liebe diesen Akzent!", schwärmte Adriana weiter, als Miandra darauf nichts erwiderte.
"Ist dieser Orlaisianer denn hier?" fragte sie die Frau leise und versuchte interessiert zu klingen.
"Leider nicht... er ist vorhin zusammen mit den anderen, welche ihn scheinbar begleiten, weggegangen. Aber die Nacht ist ja noch jung, vielleicht kannst du ja einen Blick erhaschen, wenn sie wieder zurückkommen. Aber pass lieber auf, dass du dabei nicht diesen zwei dürren blassen - was auch immer sie sein mögen - entgegenkommst, ich fürchte das sind irgendwelche Verbrecher! Wie gut, dass meine Krüge nicht aus echtem Gold sind", seufzte ihr Gegenüber, während sie sich wieder ein Stück von ihr entfernte. Miandra nahm es mit einem Lächeln hin.
"Ich danke dir für diesen Ratschlag, denn in der Tat... ich bin auf etwas mehr aus, doch frage ich dich nun, was ich denn in der Zeit des Wartens so treiben könnte? Wer weiß denn schon, ob mir dieser Orlaisianer - sofern er denn auftaucht - überhaupt gefällt?" erwartungsvoll fixierte sie die Wirtin, welche sofort ein spitzbübisches Grinsen aufsetzte.
"Nun, da habe ich schon so eine Idee", kicherte Adriana während sie die beiden Schnapsgläser füllte. "Die hier gehen alle aufs Haus, meine Liebe", fügte sie noch hinzu, während sie Miandra eines der Gläser entgegen schob und das andere hochhob, um mit ihr anstoßen zu können.
Modifié par Kaysallie, 27 décembre 2011 - 09:46 .
#1895
Posté 27 mai 2011 - 05:41
Gemeinsam huschten die beiden Mädchen durch die nächtlichen Gassen , bedacht darauf , nicht aus Versehen in Patroulien oder andere Gestalten zu laufen , welche zur Abendstunde noch in Denerim auf den Straßen verkehrten .
Die Stadt war groß , doch Lydia kannte sich schon einigermaßen aus und nach einigem Laufen fanden sie sich vor der Stadtmauer wieder . Lydia sah die Mauer von Norden nach Süden hinauf und hinab . An einer Stelle wuchsen Rankgewächse bis hinauf auf den Wehrgang . Offenbar störte sich niemand daran , doch für die Beiden waren sie ideal . Lydia schwang sich hinauf und kletterte nach oben . Sie bedeutete Sha´ira unten zu warten , sie wollte ein Seil suchen gehen , da sie nicht wusste , ob die Kletterpflanzen Sie und ihre Rüstung aushalten würden . Doch kaum war Sie oben angelangt kam Sha´ira behende nachgeklettert , wenn auch nicht ganz so leise wie Lydia war . Oben angekommen strich sie sich ihre grünen Haare aus dem Gesicht und grinste sie an .
" Mit so einer Route hätte ich nicht gerechnet , aber das war mal etwas anderes " , sagte sie auf elfisch zu ihr .
Lydia kicherte und winkte ihr , zu folgen .
Sie gingen eine Weile die Stadtmauer nach Norden entlang , bis sie an einem der Wehrtürme ankamen . Vor dem Wehrturm war eine Art Galgen mit Flaschenzug angebacht , weiter Unten waren Gerüste zu erkennen . Offensichtlich wurde hier Tagsüber repariert . Lydia musste nicht lange suchen , und sie hatte ein Seil gefunden . Dicht an der Mauer lag ein kleines Wäldchen , die Bäume reichten bis an die Mauerzinnen an Höhe und weiter nach oben . Sie suchte ein Stemmeisen , mit dem die Arbeiter normalerweise die Steine bewegen würden , und knotete es quer ins Seil . Es war ein schwerer Knäuel , aber der würde auch Halt zwischen den Ästen finden . Mit voller Wucht schmetterte sie den provisorischen Anker hinüber , doch erst nach dem dritten Versuch fand er Halt . Das andere Ende band sie an den Galgen mit dem Seilzug .
" Da sollen wir jetzt hinüber ? " fragte Sha´ira unsicher .
" Mhm " , antwortete Lydia und nickte . Sie kletterte vor , kopfüber wie eine Sipnne im Netz hangelte sie sich in die Bäume . Sha´ira blickte etwas skeptisch , kletterte aber schließlich nach .
Drüben im Baum angelangt stellte sich die Sache nun aber als schwieriger heraus , als sie gedacht hatten . Das Geäst war dicht und Sha´ira war nicht die Leiseste beim Abstieg , doch als sie unten angekommen waren und einige Zeit lauschten ,war nichts zu vernehmen als der Wind .
Lydia nahm die Maske ab und sah sich um .
Der Hof musste am südwestlichen Ende des Waldes liegen , etwa eine Meile entfernt auf einer leichten Anhöhe . Nach einer Weile im Wald sahen sie Lichter von Süden her durch die Bäume schimmern . Sie mussten wohl schräg durch den Wald gegangen sein , um ein Haar hätten sie den Hof verfehlt . Sie konnten Gelächter , das Aneinanderstoßen von Krügen und Musik hören und Schattenhafte Figuten auf und ab laufen sehen .
Offenbar war die Taverne gut besetzt .
Die Stadt war groß , doch Lydia kannte sich schon einigermaßen aus und nach einigem Laufen fanden sie sich vor der Stadtmauer wieder . Lydia sah die Mauer von Norden nach Süden hinauf und hinab . An einer Stelle wuchsen Rankgewächse bis hinauf auf den Wehrgang . Offenbar störte sich niemand daran , doch für die Beiden waren sie ideal . Lydia schwang sich hinauf und kletterte nach oben . Sie bedeutete Sha´ira unten zu warten , sie wollte ein Seil suchen gehen , da sie nicht wusste , ob die Kletterpflanzen Sie und ihre Rüstung aushalten würden . Doch kaum war Sie oben angelangt kam Sha´ira behende nachgeklettert , wenn auch nicht ganz so leise wie Lydia war . Oben angekommen strich sie sich ihre grünen Haare aus dem Gesicht und grinste sie an .
" Mit so einer Route hätte ich nicht gerechnet , aber das war mal etwas anderes " , sagte sie auf elfisch zu ihr .
Lydia kicherte und winkte ihr , zu folgen .
Sie gingen eine Weile die Stadtmauer nach Norden entlang , bis sie an einem der Wehrtürme ankamen . Vor dem Wehrturm war eine Art Galgen mit Flaschenzug angebacht , weiter Unten waren Gerüste zu erkennen . Offensichtlich wurde hier Tagsüber repariert . Lydia musste nicht lange suchen , und sie hatte ein Seil gefunden . Dicht an der Mauer lag ein kleines Wäldchen , die Bäume reichten bis an die Mauerzinnen an Höhe und weiter nach oben . Sie suchte ein Stemmeisen , mit dem die Arbeiter normalerweise die Steine bewegen würden , und knotete es quer ins Seil . Es war ein schwerer Knäuel , aber der würde auch Halt zwischen den Ästen finden . Mit voller Wucht schmetterte sie den provisorischen Anker hinüber , doch erst nach dem dritten Versuch fand er Halt . Das andere Ende band sie an den Galgen mit dem Seilzug .
" Da sollen wir jetzt hinüber ? " fragte Sha´ira unsicher .
" Mhm " , antwortete Lydia und nickte . Sie kletterte vor , kopfüber wie eine Sipnne im Netz hangelte sie sich in die Bäume . Sha´ira blickte etwas skeptisch , kletterte aber schließlich nach .
Drüben im Baum angelangt stellte sich die Sache nun aber als schwieriger heraus , als sie gedacht hatten . Das Geäst war dicht und Sha´ira war nicht die Leiseste beim Abstieg , doch als sie unten angekommen waren und einige Zeit lauschten ,war nichts zu vernehmen als der Wind .
Lydia nahm die Maske ab und sah sich um .
Der Hof musste am südwestlichen Ende des Waldes liegen , etwa eine Meile entfernt auf einer leichten Anhöhe . Nach einer Weile im Wald sahen sie Lichter von Süden her durch die Bäume schimmern . Sie mussten wohl schräg durch den Wald gegangen sein , um ein Haar hätten sie den Hof verfehlt . Sie konnten Gelächter , das Aneinanderstoßen von Krügen und Musik hören und Schattenhafte Figuten auf und ab laufen sehen .
Offenbar war die Taverne gut besetzt .
#1896
Posté 27 mai 2011 - 07:55
Vernita bahnte sich weiter ihren Weg durch das Gedränge, bis sie schließlich den hinteren Teil der Taverne erreicht hatte. Hier befanden sich mehrere Esstische, an denen einige Gäste saßen und ihre Speisen zu sich nahmen. Dieser Bereich wurde durch einige Lampen erleuchtet, die zwischen den Fenstern an den Wänden hingen. Sie erhellten diesen Bereich nur unvollständig, sodass eine gemütliche Atmosphäre im Halbdunkel geschaffen wurde.
Die Elfe wandte den Blick nach rechts, wo sie ein Treppe ausmachte, welche in die obere Etage führte, wo es bestimmt zu den Zimmern ging. ‚Vielleicht sollte ich mich dort einmal umsehen’, ging es Vernita durch den Kopf.
Sie bewegte sich auf die Treppe zu, doch je näher sie dieser kam, desto mehr fiel ihr der runde Tisch auf, welcher neben diesem Aufgang in der Ecke stand, wo kaum ein Lichtschein ihn erreichen konnte. Anscheinend hatte jemand die Lampe, die dort an der Wand angebracht worden war, gelöscht, doch die Elfe konnte schemenhaft erkennen, dass dort jemand saß. Und zwar ziemlich zusammengekauert, wie Vernita feststellen musste. Nur ein lichtscheuer Betrunkener? Oder jemand, der etwas zu verbergen hatte? Vernitas Neugier war geweckt.
Langsam näherte sie sich dem Schemen an dem Tisch, welchen sie mit jedem weiteren Schritt deutlicher erkennen konnte. Die Person schien nicht besonders groß und von hagerer Gestalt zu sein. Doch durch den weiten Mantel, den sie trug, war von ihr nicht viel zu erkennen, vor allem, weil sie die Kapuze tief ins Gesicht gezogen hatte. Der Körper der Elfe spannte sich, bereit zu ihren Kurzschwertern zu greifen, falls die Situation es erfordern sollte, während sie sich dem Tisch immer weiter näherte. Als sie dicht vor der dunklen Gestalt stand, sah diese langsam auf.
„Da seid Ihr ja endlich, Vernita. Ich dachte schon, Ihr würdet uns nie finden. Das hätte mich aber sehr enttäuscht“, sagte der hagere, blondhaarige Junge (oder war es ein Mädchen) ruhig mit seiner Fistelstimme, während es die Elfe hämisch angrinste. „Und ich werde doch so ungern enttäuscht.“
Vernita zuckte zurück und zog sogleich ihre Kurzschwerter, als sie in der Gestalt einen der beiden Zwillinge erkannte, auf welche sie schon in der Schmiede getroffen war. Sie richtete ihre Waffen augenblicklich auf ihren Gegner. „Dann will ich dich auch gar nicht lange auf die Folter spannen und dir gleich den Kopf abschlagen, du Missgeburt!“ zischte die Elfe böse.
„Aber, aber warum denn so unhöflich?“ lachte der Blondschopf leise. Seine Stimme klang wie die eines Kindes, aber gleichzeitig auch ziemlich bedrohlich und auch ein wenig irrsinnig. „Wir haben uns doch noch gar nicht richtig vorgestellt und sollten das noch unbedingt tun, bevor wir zum geschäftlichen Teil übergehen, nicht war Schwesterherz?“
„Du hast wie immer recht, geliebter Bruder“, antwortete eine ebensolche Fistelstimme aus dem Dunkel direkt neben Vernita.
‚Eine Falle!“ dröhnte es im Schädel der Elfe. ‚Diese Bälger haben mich ausgetrickst!’
Vernita kreiselte herum, doch da bohrte sich der Dolch schon in ihre Seite, nicht tief, nur einen Fingerbreit, aber es reichte aus, um in ihren Körper einzudringen. Sie stemmte sich zur Seite und stieß gegen den Körper des Mädchens, welche gegen die Treppe geschleudert wurde. Vernita wollte gerade ihr Schwert zu einem vernichtenden Schlag erheben, als ihr rechter Arm auf einmal schwer wie Blei wurde. Das Kurzschwert schien mit einem Mal Tonnen zu wiegen, und sie sah sich nicht mehr im Stande, ihre Waffe festzuhalten. Klirrend landete diese Augenblicke später auf dem Holzboden.
Nun spürte die Elfe auch, wie all ihrer Glieder schwerer und schwerer wurden und wie sich Schweiß auf ihrer Stirn bildete. Ziemlich steif wankte sie einige Schritte zurück, wobei sie Mühe hatte nicht zu stürzen. Ihr Blick wurde glasig und sie nahm die beiden Zwillinge nur noch verschwommen wahr.
„Siehst du wie einfach es ist, eine mächtige Kriegerin wie diese Vernita zu Fall zu bringen, Schwesterherz? Du musst sie nur in Sicherheit wiegen und schon reicht ein kleiner Piekser mit einer vergifteten Klinge“, meinte der Junge, während er vom Stuhl aufstand und um den Tisch herumging.
„Du sagst es, geliebter Bruder. In diesem Punkt sind sie alle gleich überheblich und halten sich für unbesiegbar“, antwortete das Mädchen und trat neben ihren Zwilling. Gemeinsam beobachteten sie, wie Vernita verzweifelt gegen das lähmende Gift ankämpfte, welches nun durch ihre Adern floss. Und beide grinsten die Elfe diabolisch an, während sie langsam auf sie zukamen.
Vernita merkte, dass sie in ihrem augenblicklichen Zustand unmöglich gegen die beiden kämpfen konnte, so ließ sie ihr Kurzschwert fallen und wandte sich um. So schnell es ihr möglich war, torkelte sie Richtung Ausgang, wobei sie einige Leute anrempelte, die schreiend auseinander stoben, als ihnen klar wurde, was hier gerade vor sich ging.
„Es ist lustig, wie sie sich zu wehren versucht, findest du nicht Bruderherz?“
„Ja, das ist es. Und ich könnte dem stundenlang zusehen. Aber wir haben auch eine Aufgabe zu erfüllen. Gehe zu den anderen in die Kaserne und hole sie her. Ich kümmere mich solange um unsere gute Vernita.“
„In Ordnung, geliebter Bruder. Aber lass’ mir was von ihr übrig, ja?“
„Natürlich, geliebte Schwester.“
Nach diesen Worten wandte sich das Mädchen ab und eilte an der Treppe vorbei Richtung Hinterausgang. Kurz darauf war sie auch schon verschwunden. Der Junge hingegen zog seinen Dolch und schritt langsam auf Vernita zu.
Diese war inzwischen auf einen Tisch gekracht, welchen sie dabei komplett abräumt hatte. Teller, Gläser und Speisen fielen zu Boden. Das Glas zerschellte dabei, während in der Taverne ein großer Tumult ausbrach. Die Gäste strömten panikartig zu den Ausgängen, wobei sie sich gegenseitig umstießen oder niederschlugen. Es wurde geschrieen und gekreischt, als jeder versuchte so schnell wie möglich vom Schauplatz dieses Kampfes zu entfliehen. Nur die wirklich Betrunkenen kamen nicht weit, fielen zu Boden und wurden niedergetrampelt. Und unzählige Tische und Stühle teilten ihr bedauernswertes Schicksal.
Vernita selbst hingegen lag immer noch auf dem Tisch und konnte sich nicht rühren. Nur ihre Augen ließen sich weiterhin bewegen. Und mit ihnen sah sie den teuflisch grinsenden Blondschopf, der mit gezogenem Dolch auf sie zukam, welcher im Lampenschein gefährlich aufblitzte.
„Wer hätte gedacht, dass wir Euch sogar mit dem Lebendbonus einfangen können? Doch ganz so unversehrt wird das für Euch wohl doch nicht enden. Denn immerhin brauche ich ja noch eine Trophäe von Euch. Also, was soll ich Euch dafür abschneiden?“
Die Elfe wandte den Blick nach rechts, wo sie ein Treppe ausmachte, welche in die obere Etage führte, wo es bestimmt zu den Zimmern ging. ‚Vielleicht sollte ich mich dort einmal umsehen’, ging es Vernita durch den Kopf.
Sie bewegte sich auf die Treppe zu, doch je näher sie dieser kam, desto mehr fiel ihr der runde Tisch auf, welcher neben diesem Aufgang in der Ecke stand, wo kaum ein Lichtschein ihn erreichen konnte. Anscheinend hatte jemand die Lampe, die dort an der Wand angebracht worden war, gelöscht, doch die Elfe konnte schemenhaft erkennen, dass dort jemand saß. Und zwar ziemlich zusammengekauert, wie Vernita feststellen musste. Nur ein lichtscheuer Betrunkener? Oder jemand, der etwas zu verbergen hatte? Vernitas Neugier war geweckt.
Langsam näherte sie sich dem Schemen an dem Tisch, welchen sie mit jedem weiteren Schritt deutlicher erkennen konnte. Die Person schien nicht besonders groß und von hagerer Gestalt zu sein. Doch durch den weiten Mantel, den sie trug, war von ihr nicht viel zu erkennen, vor allem, weil sie die Kapuze tief ins Gesicht gezogen hatte. Der Körper der Elfe spannte sich, bereit zu ihren Kurzschwertern zu greifen, falls die Situation es erfordern sollte, während sie sich dem Tisch immer weiter näherte. Als sie dicht vor der dunklen Gestalt stand, sah diese langsam auf.
„Da seid Ihr ja endlich, Vernita. Ich dachte schon, Ihr würdet uns nie finden. Das hätte mich aber sehr enttäuscht“, sagte der hagere, blondhaarige Junge (oder war es ein Mädchen) ruhig mit seiner Fistelstimme, während es die Elfe hämisch angrinste. „Und ich werde doch so ungern enttäuscht.“
Vernita zuckte zurück und zog sogleich ihre Kurzschwerter, als sie in der Gestalt einen der beiden Zwillinge erkannte, auf welche sie schon in der Schmiede getroffen war. Sie richtete ihre Waffen augenblicklich auf ihren Gegner. „Dann will ich dich auch gar nicht lange auf die Folter spannen und dir gleich den Kopf abschlagen, du Missgeburt!“ zischte die Elfe böse.
„Aber, aber warum denn so unhöflich?“ lachte der Blondschopf leise. Seine Stimme klang wie die eines Kindes, aber gleichzeitig auch ziemlich bedrohlich und auch ein wenig irrsinnig. „Wir haben uns doch noch gar nicht richtig vorgestellt und sollten das noch unbedingt tun, bevor wir zum geschäftlichen Teil übergehen, nicht war Schwesterherz?“
„Du hast wie immer recht, geliebter Bruder“, antwortete eine ebensolche Fistelstimme aus dem Dunkel direkt neben Vernita.
‚Eine Falle!“ dröhnte es im Schädel der Elfe. ‚Diese Bälger haben mich ausgetrickst!’
Vernita kreiselte herum, doch da bohrte sich der Dolch schon in ihre Seite, nicht tief, nur einen Fingerbreit, aber es reichte aus, um in ihren Körper einzudringen. Sie stemmte sich zur Seite und stieß gegen den Körper des Mädchens, welche gegen die Treppe geschleudert wurde. Vernita wollte gerade ihr Schwert zu einem vernichtenden Schlag erheben, als ihr rechter Arm auf einmal schwer wie Blei wurde. Das Kurzschwert schien mit einem Mal Tonnen zu wiegen, und sie sah sich nicht mehr im Stande, ihre Waffe festzuhalten. Klirrend landete diese Augenblicke später auf dem Holzboden.
Nun spürte die Elfe auch, wie all ihrer Glieder schwerer und schwerer wurden und wie sich Schweiß auf ihrer Stirn bildete. Ziemlich steif wankte sie einige Schritte zurück, wobei sie Mühe hatte nicht zu stürzen. Ihr Blick wurde glasig und sie nahm die beiden Zwillinge nur noch verschwommen wahr.
„Siehst du wie einfach es ist, eine mächtige Kriegerin wie diese Vernita zu Fall zu bringen, Schwesterherz? Du musst sie nur in Sicherheit wiegen und schon reicht ein kleiner Piekser mit einer vergifteten Klinge“, meinte der Junge, während er vom Stuhl aufstand und um den Tisch herumging.
„Du sagst es, geliebter Bruder. In diesem Punkt sind sie alle gleich überheblich und halten sich für unbesiegbar“, antwortete das Mädchen und trat neben ihren Zwilling. Gemeinsam beobachteten sie, wie Vernita verzweifelt gegen das lähmende Gift ankämpfte, welches nun durch ihre Adern floss. Und beide grinsten die Elfe diabolisch an, während sie langsam auf sie zukamen.
Vernita merkte, dass sie in ihrem augenblicklichen Zustand unmöglich gegen die beiden kämpfen konnte, so ließ sie ihr Kurzschwert fallen und wandte sich um. So schnell es ihr möglich war, torkelte sie Richtung Ausgang, wobei sie einige Leute anrempelte, die schreiend auseinander stoben, als ihnen klar wurde, was hier gerade vor sich ging.
„Es ist lustig, wie sie sich zu wehren versucht, findest du nicht Bruderherz?“
„Ja, das ist es. Und ich könnte dem stundenlang zusehen. Aber wir haben auch eine Aufgabe zu erfüllen. Gehe zu den anderen in die Kaserne und hole sie her. Ich kümmere mich solange um unsere gute Vernita.“
„In Ordnung, geliebter Bruder. Aber lass’ mir was von ihr übrig, ja?“
„Natürlich, geliebte Schwester.“
Nach diesen Worten wandte sich das Mädchen ab und eilte an der Treppe vorbei Richtung Hinterausgang. Kurz darauf war sie auch schon verschwunden. Der Junge hingegen zog seinen Dolch und schritt langsam auf Vernita zu.
Diese war inzwischen auf einen Tisch gekracht, welchen sie dabei komplett abräumt hatte. Teller, Gläser und Speisen fielen zu Boden. Das Glas zerschellte dabei, während in der Taverne ein großer Tumult ausbrach. Die Gäste strömten panikartig zu den Ausgängen, wobei sie sich gegenseitig umstießen oder niederschlugen. Es wurde geschrieen und gekreischt, als jeder versuchte so schnell wie möglich vom Schauplatz dieses Kampfes zu entfliehen. Nur die wirklich Betrunkenen kamen nicht weit, fielen zu Boden und wurden niedergetrampelt. Und unzählige Tische und Stühle teilten ihr bedauernswertes Schicksal.
Vernita selbst hingegen lag immer noch auf dem Tisch und konnte sich nicht rühren. Nur ihre Augen ließen sich weiterhin bewegen. Und mit ihnen sah sie den teuflisch grinsenden Blondschopf, der mit gezogenem Dolch auf sie zukam, welcher im Lampenschein gefährlich aufblitzte.
„Wer hätte gedacht, dass wir Euch sogar mit dem Lebendbonus einfangen können? Doch ganz so unversehrt wird das für Euch wohl doch nicht enden. Denn immerhin brauche ich ja noch eine Trophäe von Euch. Also, was soll ich Euch dafür abschneiden?“
#1897
Posté 28 mai 2011 - 10:43
Gerade als Miandra nach dem Glas greifen wollte, ertönten unruhige Geräusche aus dem hinteren Teil der Taverne. Nicht nur der Ihre, sondern auch der Blick der Wirtin und anderen Gästen wanderte in diese Richtung. Plötzlich verstummte die angenehme Hintergrundmusik, und erste Leute drängten in Richtung Ausgang, gefolgt von weiteren, bis schließlich regelrecht Panik ausbrach.
Sie solle sich vor den zwei dürren blassen - was auch immer sie sein mögen - in Acht nehmen. Miandra verstand urplötzlich welch genauen Sinn Adriana damit gemeint hatte.
So ergriff auch sie eine Art von Panik - wenn auch eine andere, wie den Rest, der aus der Taverne stürmte - und sie versuchte irgendwie an den Leuten vorbeizukommen, um an den Ort des Geschehens zu gelangen, doch wurde sie von der Masse immer wieder zurück an die Theke gedrängt. Hinter sich konnte sie immer wieder die Wirtin hören, wie sie versuchte die Leute zu beruhigen, doch keiner schien sie auch nur zu hören.
Als Miandra ein weiteres Mal gegen die harte Kante des Schanktisches prallte, realisierte sie, dass es wohl ein Ding der Unmöglichkeit war, gegen den Strom dieser Masse ankämpfen zu können, ohne dabei niedergetrampelt zu werden. Doch sie wollte nicht einfach dastehen und warten bis es vielleicht zu spät war. So wandte sie sich um, und kletterte auf die Theke. Oben angekommen richtete sie sich auf, und überblickte den Raum. Weiter hinten neben dem Treppenaufgang erspähte sie schließlich, was sie befürchtet hatte. Sie sah eine dürre Gestalt, verdeckt von einem dunklen Umhang, mit dem Rücken in ihre Richtung gewandt, sodass sie nur blonde Haare erkennen konnte. Doch es hatte einen Dolch gezogen, und schien auf irgendetwas zuzugehen.
Miandra setzte sich in Bewegung, und lief den Schanktisch entlang bis an das andere Ende - einige Männer und Frauen versuchten nun jedoch ebenfalls auf die Theke zu klettern, um sich zu retten und versperrten ihr dadurch den Weg, weshalb sie einigen von ihnen einen Fußtritt versetzen musste, wodurch diese wieder in die Masse zurückflogen. Von dort aus hatte sie eine bessere Sicht, und erkannte nun auch auf wen diese hagere Gestalt - man konnte tatsächlich nicht sagen, ob es ein Mann oder eine Frau war - zuging. Sie schauderte. Für einen kurzen Moment war sie von dem Anblick erstarrt. All diese panischen Menschen, das stetige Geräusch wie Gläser und Geschirr zerbrachen, schreiende Laute von jenen, die auf den Boden gefallen und niedergetrampelt wurden. Völlig konträr dazu, sah sie nun den Bereich, welcher inzwischen Menschenleer war. Sie sah Vernita die auf einem Tisch zusammengebrochen war, und sich offenbar nicht mehr bewegen konnte, ihr Blick gerichtet auf dieses Subjekt, welches eine ungewohnte Gelassenheit und Ruhe ausstrahlte.
Ihre Hände waren bereits an ihren Gürtel gewandert, und umklammerten unruhig die Griffe zweier Wurfmesser. Sie zögerte, denn ihr Ziel war weit entfernt - fast zu weit. Doch versuchte sie sich darauf zu konzentrieren - was nicht sehr einfach war, da ständig Menschen gegen die Theke krachten, oder daran hinaufkletterten. Der Schanktisch war zudem nicht sonderlich breit, so dass ihr das Ausholen schwer fallen würde, ohne dabei das Gleichgewicht zu verlieren. Miandra biss sich auf die Unterlippe. Doch musste sie es vielleicht gar nicht treffen, sondern erstmals nur von Vernita ablenken?
Sie zog zwei Messer, atmete einmal tief ein und hielt den Atem an. Dabei versuchte sie sich besser hinzustellen und fixierte die blonde Gestalt, wie ein Bussard eine kleine Maus, bevor sie ausholte und das erste Messer warf, dicht gefolgt von dem zweiten, und sie beide in blitzschnellen kreiselnden Bewegungen auf ihr Ziel zurasten. Sofort danach zog sie bereits weitere Messer, denn sollte sie es verfehlen, musste sie schnell sein... und hatte Adriana nicht etwas von zwei dürren blassen - was auch immer sie sein mögen - gesagt?
Sie solle sich vor den zwei dürren blassen - was auch immer sie sein mögen - in Acht nehmen. Miandra verstand urplötzlich welch genauen Sinn Adriana damit gemeint hatte.
So ergriff auch sie eine Art von Panik - wenn auch eine andere, wie den Rest, der aus der Taverne stürmte - und sie versuchte irgendwie an den Leuten vorbeizukommen, um an den Ort des Geschehens zu gelangen, doch wurde sie von der Masse immer wieder zurück an die Theke gedrängt. Hinter sich konnte sie immer wieder die Wirtin hören, wie sie versuchte die Leute zu beruhigen, doch keiner schien sie auch nur zu hören.
Als Miandra ein weiteres Mal gegen die harte Kante des Schanktisches prallte, realisierte sie, dass es wohl ein Ding der Unmöglichkeit war, gegen den Strom dieser Masse ankämpfen zu können, ohne dabei niedergetrampelt zu werden. Doch sie wollte nicht einfach dastehen und warten bis es vielleicht zu spät war. So wandte sie sich um, und kletterte auf die Theke. Oben angekommen richtete sie sich auf, und überblickte den Raum. Weiter hinten neben dem Treppenaufgang erspähte sie schließlich, was sie befürchtet hatte. Sie sah eine dürre Gestalt, verdeckt von einem dunklen Umhang, mit dem Rücken in ihre Richtung gewandt, sodass sie nur blonde Haare erkennen konnte. Doch es hatte einen Dolch gezogen, und schien auf irgendetwas zuzugehen.
Miandra setzte sich in Bewegung, und lief den Schanktisch entlang bis an das andere Ende - einige Männer und Frauen versuchten nun jedoch ebenfalls auf die Theke zu klettern, um sich zu retten und versperrten ihr dadurch den Weg, weshalb sie einigen von ihnen einen Fußtritt versetzen musste, wodurch diese wieder in die Masse zurückflogen. Von dort aus hatte sie eine bessere Sicht, und erkannte nun auch auf wen diese hagere Gestalt - man konnte tatsächlich nicht sagen, ob es ein Mann oder eine Frau war - zuging. Sie schauderte. Für einen kurzen Moment war sie von dem Anblick erstarrt. All diese panischen Menschen, das stetige Geräusch wie Gläser und Geschirr zerbrachen, schreiende Laute von jenen, die auf den Boden gefallen und niedergetrampelt wurden. Völlig konträr dazu, sah sie nun den Bereich, welcher inzwischen Menschenleer war. Sie sah Vernita die auf einem Tisch zusammengebrochen war, und sich offenbar nicht mehr bewegen konnte, ihr Blick gerichtet auf dieses Subjekt, welches eine ungewohnte Gelassenheit und Ruhe ausstrahlte.
Ihre Hände waren bereits an ihren Gürtel gewandert, und umklammerten unruhig die Griffe zweier Wurfmesser. Sie zögerte, denn ihr Ziel war weit entfernt - fast zu weit. Doch versuchte sie sich darauf zu konzentrieren - was nicht sehr einfach war, da ständig Menschen gegen die Theke krachten, oder daran hinaufkletterten. Der Schanktisch war zudem nicht sonderlich breit, so dass ihr das Ausholen schwer fallen würde, ohne dabei das Gleichgewicht zu verlieren. Miandra biss sich auf die Unterlippe. Doch musste sie es vielleicht gar nicht treffen, sondern erstmals nur von Vernita ablenken?
Sie zog zwei Messer, atmete einmal tief ein und hielt den Atem an. Dabei versuchte sie sich besser hinzustellen und fixierte die blonde Gestalt, wie ein Bussard eine kleine Maus, bevor sie ausholte und das erste Messer warf, dicht gefolgt von dem zweiten, und sie beide in blitzschnellen kreiselnden Bewegungen auf ihr Ziel zurasten. Sofort danach zog sie bereits weitere Messer, denn sollte sie es verfehlen, musste sie schnell sein... und hatte Adriana nicht etwas von zwei dürren blassen - was auch immer sie sein mögen - gesagt?
#1898
Posté 29 mai 2011 - 02:44
Der Blondschopf näherte sich seinem wehrlosen Opfer. Sehr langsam und sehr bedächtig. Der Dolch glänzte im Schein der Lampen, während sich ein diabolisches Grinsen auf die Lippen des Zwillings legte. Er entblößte seine Zähne, die weiß und strahlend waren. In seinen Augen lag eine eisige Kälte, auf seinem Gesicht die pure Gelassenheit. Das Geschrei und Gepolter der fliehenden Menschen störte ihn nicht, er ignorierte diesen Lärm ganz einfach, freute sich einzig und allein auf seine Trophäe. Was würde er der Elfe abschneiden? Einen Finger? Ein Ohr? Oder vielleicht ein Auge? Während er auf sie zuging, dachte er darüber nach.
Vernita selbst lag auf dem Tisch und versuchte krampfhaft auch nur einen Finger zu rühren. Doch es gelang ihr nicht. Das Gift hatte sich nun vollständig in ihrem Körper ausgebreitet und entfaltete sein ganze, grausame Wirkung. Der Zwilling kicherte, als ihm auffiel, dass die Elfe sich noch immer wehrte, doch im Grunde nichts tun konnte als sich seiner Gnade zu unterwerfen, welche er ihr nicht gewähren würde. Doch plötzlich hielt er inne. Irgendetwas hatte sich geändert, fühlte sich falsch an und beunruhigte ihn. Seine Nackenhaare stellten sich auf. Er fühlte sich beobachtet.
Auf der Stelle kreiselte er herum und erblickte auch sogleich Miandra, die just in diesem Moment ausholte und ihre Wurfmesser nach dem Zwilling warf. Reflexartig hob er seinen linken Arm und wich zur Seite aus. Das erste Wurmesser bohrte sich in seinen Unterarm, während das zweite dicht an ihm vorbeiwirbelte und direkt unterhalb von Vernita in die Tischplatte eindrang. Zitternd blieb die Waffe im Holz des Möbelstückes stecken.
Der Zwilling grinste die schwarzhaarige Frau mit einem irren Blick in den Augen an, während er sich mit der dolchbewehrten Hand das Messer aus dem Arm zog. Blut klebte daran, doch das schien den Blondschopf nicht weiter zu stören. Er ließ die Waffe einfach fallen, bevor er sich seiner neuen Gegnerin zuwandte. Und noch immer grinste er ihr wie von Sinnen entgegen.
„Wie schön“, sinnierte er belustigt, als er Miandra vor sich sah. „Die nächste Figur in unserem schönen, kleinen Spiel. Wollt Ihr nicht zu mir kommen? Wir spielen gerade „Jäger und Beute“. Ihr dürft dabei auch mitmachen. Ihr müsst Euch nur entscheiden, welchen Part Ihr dabei übernehmen wollt?“
Die letzten Worte klangen trotz der heiseren Fistelstimme des Jungen wahrhaft boshaft und bedrohlich. Und kaum hatte er sie ausgesprochen, da setzte er sich auch schon in Bewegung. Flink wie ein Wiesel stürzte er auf die schwarzhaarige zu, übersprang dabei Stühle und Tische, während er mit schnellen Bewegungen mit seinem Dolch hin - und herfuchtelte. Miandra konnte förmlich hören wie die scharfe Klinge die Luft durchschnitt. Innerhalb weniger Augenblicke hatte der dürre aber äußerst agile Zwilling die Frau schon fast erreicht.
Vernita selbst lag auf dem Tisch und versuchte krampfhaft auch nur einen Finger zu rühren. Doch es gelang ihr nicht. Das Gift hatte sich nun vollständig in ihrem Körper ausgebreitet und entfaltete sein ganze, grausame Wirkung. Der Zwilling kicherte, als ihm auffiel, dass die Elfe sich noch immer wehrte, doch im Grunde nichts tun konnte als sich seiner Gnade zu unterwerfen, welche er ihr nicht gewähren würde. Doch plötzlich hielt er inne. Irgendetwas hatte sich geändert, fühlte sich falsch an und beunruhigte ihn. Seine Nackenhaare stellten sich auf. Er fühlte sich beobachtet.
Auf der Stelle kreiselte er herum und erblickte auch sogleich Miandra, die just in diesem Moment ausholte und ihre Wurfmesser nach dem Zwilling warf. Reflexartig hob er seinen linken Arm und wich zur Seite aus. Das erste Wurmesser bohrte sich in seinen Unterarm, während das zweite dicht an ihm vorbeiwirbelte und direkt unterhalb von Vernita in die Tischplatte eindrang. Zitternd blieb die Waffe im Holz des Möbelstückes stecken.
Der Zwilling grinste die schwarzhaarige Frau mit einem irren Blick in den Augen an, während er sich mit der dolchbewehrten Hand das Messer aus dem Arm zog. Blut klebte daran, doch das schien den Blondschopf nicht weiter zu stören. Er ließ die Waffe einfach fallen, bevor er sich seiner neuen Gegnerin zuwandte. Und noch immer grinste er ihr wie von Sinnen entgegen.
„Wie schön“, sinnierte er belustigt, als er Miandra vor sich sah. „Die nächste Figur in unserem schönen, kleinen Spiel. Wollt Ihr nicht zu mir kommen? Wir spielen gerade „Jäger und Beute“. Ihr dürft dabei auch mitmachen. Ihr müsst Euch nur entscheiden, welchen Part Ihr dabei übernehmen wollt?“
Die letzten Worte klangen trotz der heiseren Fistelstimme des Jungen wahrhaft boshaft und bedrohlich. Und kaum hatte er sie ausgesprochen, da setzte er sich auch schon in Bewegung. Flink wie ein Wiesel stürzte er auf die schwarzhaarige zu, übersprang dabei Stühle und Tische, während er mit schnellen Bewegungen mit seinem Dolch hin - und herfuchtelte. Miandra konnte förmlich hören wie die scharfe Klinge die Luft durchschnitt. Innerhalb weniger Augenblicke hatte der dürre aber äußerst agile Zwilling die Frau schon fast erreicht.
#1899
Posté 29 mai 2011 - 05:12
Als sie sich der Taverne näherten , erkannte Sha´ira was dort tatsächlich vonstatten ging . Auf dem Vorplatz war ein großes Feuer entzündet worden und einige kleine Fackeln staken rundherum im Boden . Auf angesägten Holzklötzen saßen Personen um das Feuer , jemand spielte Laute und ein Mädchen sang dazu . Der Hof war von drei Seiten umbaut . Im Nordosten stand die Taverne mit dem kleinen Stall für die Pferde der Reisenden , im Südosten war ein überdachter Platz , unter welchem einige Kisten standen sowie Stroh lagerte , und im Westen war das eigentliche Farmhaus und der Stall , ein typisches fereldisches Gebäude , niedrig mit dicken Mauern , kleinen Fenstern und Strohdach .
Sha´ira gefiel es hier . Sie umrundeten den Hof , denn sie wollten nicht unbedingt aus dem Wald gekrochen kommen und traten durch das Hoftor auf den offenen Platz . Als sie näher an die Gesellschaft herantraten , wurden sie von einigen Begrüßt , man prostete ihnen zu und bot ihnen Sitzplätze an . Das sie zu später Stunde noch unterwegs waren störte hier niemanden , es fragte auch niemand nach dem Grund , warum sie hier waren .
Es herrschre im allgemeinen eine ausgelassene Stimmung , es wurde gegessen und noch mehr getrunken und schon nach kurzer Zeit hatte Sha´ira ein Bier in der Hand . Sie war keine große Trinkerin , aber dieses mal machte sie eine Ausnahme und auch Lydia schien nichts gegen ein Bier zu haben .
Sie kamen mit einigen Gästen ins Gespräch , einem orlaisianischen Kaufmann , der hier in Denerim Leder und Pelze kaufte , und einem Zwergenhändler , der Rüstungen auf dem Markt verkaufte . Sie staunten , als Sha´ira über Nevarra zu erzählen begann , als sie von den gigantischen Totentempeln sprach , von den leeren Hallen und reich geschmückten Arkaden , von den silbernen Türmen unter denen silberne Armeen marschierten und von der weiten Landschaft , den endlosen Feldern , den dichten Wäldern und den Auen im Süden .
Auch Lydia erzählte von ihrer Heimat im Süden , von den Bergen , den Wäldern und den engen Tälern mit ihren kristallklahren Flüsschen , den Wintern , wenn der Schnee sich wie eine weiche Decke über das Land legte , über ihr kleines Dorf und über ihr frühres Leben . Doch warum sie es hinter sich gelassen hatte , darüber schwieg sie und niemand fragte danach .
Nach einiger Zeit kam ein Mädchen aus der Taverne und trug eine große verzierte Holzplatte mit verschiedensten Speisen darauf .
Lydia sprang auf und als das Mädchen die Platzte abgestellt hatte , umarmten sie sich .
" Lydia , da bist du ja . ich habe schon gedacht du kommst nichtmehr . " sagte das Mädchen mit dem Pferdeschwanz .
" Ich hab es dir doch versprochen , also halt ich mich auch dran . Ich bin auch nicht allein . Komm und setz dich mal ein Weilchen zu uns . "
Lyida stellte Sah´ira und Mika , wie das Mädchen hies , einander vor . Miak verbeutge sich und lächelte schüchtern , nam aber schließlich auf einem Holzklotz zwischen ihnen platz .
Sie erzählten ihr , was alles vorgefallen war , seit Lydia und Mika sich in der Taverne das letzte Mal getroffen hatten und auch Mika erzählte .
Vor einigen Tagen war wohl eine gruppe Söldner auf ihren Hof gekommen und hatte alles auf den Kopf gestellt . Sie sagten sie suchen einige Personen zu denen auch Lydia gehörte , doch fanden sie niemanden .
" Die warne ganz ... seltsam . Jeder von denen war irgendwie ... kalt . Unfreundlich waren sie . Sie haben gesagt , wenn sie jemanden finden , brennen sie den Hof nieder und erschlagen jeden , dem sie habhaft werden können . "
Lydia fragte sie nach einer genaueren Beschreibung , doch außer das zwei Zwillinge und ein Hühne von Qunari dabei waren wusste sie nichtsmehr .
" Ich würde euch ja gern helfen , aber wie ? Ich kann ja schlecht mit euch kommen . Wer weis , was der alte Ohm dazu sagen würde und ihr seit ja nicht allein . Zumindest die Frau , der ich die Karte gegeben hatte , ist noch bei euch . " sagte Mika und legte den Kopf in die Hände .
Sha´ira war verblüfft von Lydias Antwort .
" Du kannst , wenn du willst . Die Frau , der du die Karte gegeben hast , hat uns verlassen , aber wir sind nicht alleine , das stimmt . Mit uns reisen noch eine colerische männlich anmutende Elfe , eine verschlossene Frau , die sich für nichts und niemanden zu interessieren scheint und eine Blutmagierin die am liebsten isst oder schläft . Wenn dein Ohm nichts dagegen hat , kannst du mit uns kommen . Aber sei gewarnt . Wir werden mit der Todesstrafe gesucht und unser Weg ist ein gefährlicher . Wir wissen nicht , ob wir am ende des Tages noch leben werden . "
Mika lachte und schüttelte den Kopf .
" Ich weis es nicht . Ihr werdet sicherlich noch eine Weile in der Stadt bleiben . Noch werde ich nicht mit euch kommen können , aber es klingt interessant . Wenn ihr mir sagt , wo ihr lagert , werde ich euch zumindest mit Essen und sonstigem versorgen . Ich bin nicht wirklich geschult im Kämpfen , auch wenn ich hin und wieder mit meinem Cousin aus Spaß fechte . Wenn eure Begleitung einverstanden ist , würde ich warscheinlich mit euch kommen . "
Sie einigten sich darauf , Vernita davon zu berichten und ein gutes Wort für sie einzulegen und verbrachten noch einige Zeit erzählend und essend am Feuer .
Sha´ira gefiel es hier . Sie umrundeten den Hof , denn sie wollten nicht unbedingt aus dem Wald gekrochen kommen und traten durch das Hoftor auf den offenen Platz . Als sie näher an die Gesellschaft herantraten , wurden sie von einigen Begrüßt , man prostete ihnen zu und bot ihnen Sitzplätze an . Das sie zu später Stunde noch unterwegs waren störte hier niemanden , es fragte auch niemand nach dem Grund , warum sie hier waren .
Es herrschre im allgemeinen eine ausgelassene Stimmung , es wurde gegessen und noch mehr getrunken und schon nach kurzer Zeit hatte Sha´ira ein Bier in der Hand . Sie war keine große Trinkerin , aber dieses mal machte sie eine Ausnahme und auch Lydia schien nichts gegen ein Bier zu haben .
Sie kamen mit einigen Gästen ins Gespräch , einem orlaisianischen Kaufmann , der hier in Denerim Leder und Pelze kaufte , und einem Zwergenhändler , der Rüstungen auf dem Markt verkaufte . Sie staunten , als Sha´ira über Nevarra zu erzählen begann , als sie von den gigantischen Totentempeln sprach , von den leeren Hallen und reich geschmückten Arkaden , von den silbernen Türmen unter denen silberne Armeen marschierten und von der weiten Landschaft , den endlosen Feldern , den dichten Wäldern und den Auen im Süden .
Auch Lydia erzählte von ihrer Heimat im Süden , von den Bergen , den Wäldern und den engen Tälern mit ihren kristallklahren Flüsschen , den Wintern , wenn der Schnee sich wie eine weiche Decke über das Land legte , über ihr kleines Dorf und über ihr frühres Leben . Doch warum sie es hinter sich gelassen hatte , darüber schwieg sie und niemand fragte danach .
Nach einiger Zeit kam ein Mädchen aus der Taverne und trug eine große verzierte Holzplatte mit verschiedensten Speisen darauf .
Lydia sprang auf und als das Mädchen die Platzte abgestellt hatte , umarmten sie sich .
" Lydia , da bist du ja . ich habe schon gedacht du kommst nichtmehr . " sagte das Mädchen mit dem Pferdeschwanz .
" Ich hab es dir doch versprochen , also halt ich mich auch dran . Ich bin auch nicht allein . Komm und setz dich mal ein Weilchen zu uns . "
Lyida stellte Sah´ira und Mika , wie das Mädchen hies , einander vor . Miak verbeutge sich und lächelte schüchtern , nam aber schließlich auf einem Holzklotz zwischen ihnen platz .
Sie erzählten ihr , was alles vorgefallen war , seit Lydia und Mika sich in der Taverne das letzte Mal getroffen hatten und auch Mika erzählte .
Vor einigen Tagen war wohl eine gruppe Söldner auf ihren Hof gekommen und hatte alles auf den Kopf gestellt . Sie sagten sie suchen einige Personen zu denen auch Lydia gehörte , doch fanden sie niemanden .
" Die warne ganz ... seltsam . Jeder von denen war irgendwie ... kalt . Unfreundlich waren sie . Sie haben gesagt , wenn sie jemanden finden , brennen sie den Hof nieder und erschlagen jeden , dem sie habhaft werden können . "
Lydia fragte sie nach einer genaueren Beschreibung , doch außer das zwei Zwillinge und ein Hühne von Qunari dabei waren wusste sie nichtsmehr .
" Ich würde euch ja gern helfen , aber wie ? Ich kann ja schlecht mit euch kommen . Wer weis , was der alte Ohm dazu sagen würde und ihr seit ja nicht allein . Zumindest die Frau , der ich die Karte gegeben hatte , ist noch bei euch . " sagte Mika und legte den Kopf in die Hände .
Sha´ira war verblüfft von Lydias Antwort .
" Du kannst , wenn du willst . Die Frau , der du die Karte gegeben hast , hat uns verlassen , aber wir sind nicht alleine , das stimmt . Mit uns reisen noch eine colerische männlich anmutende Elfe , eine verschlossene Frau , die sich für nichts und niemanden zu interessieren scheint und eine Blutmagierin die am liebsten isst oder schläft . Wenn dein Ohm nichts dagegen hat , kannst du mit uns kommen . Aber sei gewarnt . Wir werden mit der Todesstrafe gesucht und unser Weg ist ein gefährlicher . Wir wissen nicht , ob wir am ende des Tages noch leben werden . "
Mika lachte und schüttelte den Kopf .
" Ich weis es nicht . Ihr werdet sicherlich noch eine Weile in der Stadt bleiben . Noch werde ich nicht mit euch kommen können , aber es klingt interessant . Wenn ihr mir sagt , wo ihr lagert , werde ich euch zumindest mit Essen und sonstigem versorgen . Ich bin nicht wirklich geschult im Kämpfen , auch wenn ich hin und wieder mit meinem Cousin aus Spaß fechte . Wenn eure Begleitung einverstanden ist , würde ich warscheinlich mit euch kommen . "
Sie einigten sich darauf , Vernita davon zu berichten und ein gutes Wort für sie einzulegen und verbrachten noch einige Zeit erzählend und essend am Feuer .
#1900
Posté 30 mai 2011 - 04:17
Miandra spürte wie ihr gesamter Körper schauderte, als sie in das Gesicht dieses Wesens blickte, und diese fistelhafte Stimme vernahm. Die irren Augen, bei denen sie sich nicht sicher war, ob sie davon angestarrt wurde oder nicht, die Gleichgültigkeit über das Messer in seinem Unterarm, und der selbstgefällige Ton, der hinter jedem Wort lag, ließ sie für einen Moment glauben, dass sie vor einem Dämonen stand. Vielleicht war es sogar tatsächlich so, denn noch immer konnte sie nicht sagen, ob es sich um einen Mann oder eine Frau handelte. Auch hatte sie bisher nur Erzählungen von diesen Wesen des Nichts gehört. Natürlich war es kein Dämon, sondern irgendein geisteskranker Söldner, wie sie ihre innere Stimme selbst berichtigte.
Doch hatte sie keine Zeit, um sich über so etwas Gedanken zu machen, da sich diese Gestalt sofort in Bewegung gesetzt hatte und wie ein Tier auf sie zuraste. Als sie das Geräusch der Klingen vernahm, mit welchen es die Luft durchschnitt, signalisierte es ihr, "Lauf". Augenblicklich warf sie ihre bereits gezogenen Messer, und ohne nachzusehen ob sie treffen würde, wandte sie sich um und sprang auf die andere Seite der Theke, wo sonst nur die Wirtin und Kellner Zugang hatten. Die Menschenmasse wurde von Sekunde zu Sekunde kleiner, und es würde wohl nicht mehr lange dauern, bis sie die Taverne für sich alleine haben würden - auch die Wirtin schien bereits verschwunden zu sein.
Miandra hastete den Bereich hinter des Schanktisches entlang, ohne ein genaues Ziel zu wissen, wobei sie spürte, dass sie mehrmals auf zerbrochenes Glas stieg. Auch musste sie mehrmals über bewusstlose Männer und Frauen springen, die wohl alle denselben Weg nehmen wollten, den sie nun entlanglief, dabei jedoch aus verschiedensten Gründen scheiterten.
Innerhalb weniger Herzschläge hatte sie das Ende der Theke erreicht, wobei ihr eine Tür ins Auge gestochen war. Ohne lange nachzudenken, prallte sie regelrecht gegen diese, aufgrund der hohen Geschwindigkeit, und öffnete hastig die Türschnalle, verschwand in dem Raum, und schlug diese schnell hinter sich zu.
Der Raum offenbarte sich als die Küche der Taverne, welche bestimmt recht geräumig war, würden nicht so viele Regale und Kästen, in welchen unzählige Lebensmittel gelagert wurden, sowie Arbeitstische den Weg versperren. Doch war auch hier das Licht sehr spärlich und ging größtenteils von dem Kaminfeuer aus einer Ecke aus. Rauchschwaden hingen an der Decke, und allgemein roch es stark nach Eintopf und gebratenem Fleisch. Auch die Köche schienen wohl von dem Vorfall im Schankraum mitbekommen zu haben, denn man sah, dass viele Arbeiten einfach stehen gelassen wurden, und sich offenbar niemand mehr in dem Raum befand.
Miandra drang weiter in die Küche vor, musste jedoch schnell feststellen, dass diese keinen zweiten Ausgang hatte. So presste sie sich mit dem Rücken direkt neben einem Regal an die Wand, welche im Schatten lag, und versuchte so gut sie es konnte, ihre Atmung zu beruhigen. Dabei fixierte sie die Tür, wartete darauf, dass diese aufgeworfen wurde, und umklammerte dabei bereits erneut die Griffe zweier gezogener Wurfmesser. Wahrscheinlich stand sie erst wenige Sekunden so da, doch kam es ihr bereits wie eine Ewigkeit vor. Eine Ewigkeit in der sie spürte, wie ihr Herz raste, und ihr Schweißperlen die Schläfen hinab liefen. Selbst der Geruch des Gemüses, welches in dem Regal neben ihr eingeordnet war, kam ihr urplötzlich enorm stark vor. Sie merkte, dass ihre Hände vor Aufregung zitterten, doch konnte sie sich nicht beruhigen. Hatte sie sich nun selbst in eine Falle gelockt?
Doch hatte sie keine Zeit, um sich über so etwas Gedanken zu machen, da sich diese Gestalt sofort in Bewegung gesetzt hatte und wie ein Tier auf sie zuraste. Als sie das Geräusch der Klingen vernahm, mit welchen es die Luft durchschnitt, signalisierte es ihr, "Lauf". Augenblicklich warf sie ihre bereits gezogenen Messer, und ohne nachzusehen ob sie treffen würde, wandte sie sich um und sprang auf die andere Seite der Theke, wo sonst nur die Wirtin und Kellner Zugang hatten. Die Menschenmasse wurde von Sekunde zu Sekunde kleiner, und es würde wohl nicht mehr lange dauern, bis sie die Taverne für sich alleine haben würden - auch die Wirtin schien bereits verschwunden zu sein.
Miandra hastete den Bereich hinter des Schanktisches entlang, ohne ein genaues Ziel zu wissen, wobei sie spürte, dass sie mehrmals auf zerbrochenes Glas stieg. Auch musste sie mehrmals über bewusstlose Männer und Frauen springen, die wohl alle denselben Weg nehmen wollten, den sie nun entlanglief, dabei jedoch aus verschiedensten Gründen scheiterten.
Innerhalb weniger Herzschläge hatte sie das Ende der Theke erreicht, wobei ihr eine Tür ins Auge gestochen war. Ohne lange nachzudenken, prallte sie regelrecht gegen diese, aufgrund der hohen Geschwindigkeit, und öffnete hastig die Türschnalle, verschwand in dem Raum, und schlug diese schnell hinter sich zu.
Der Raum offenbarte sich als die Küche der Taverne, welche bestimmt recht geräumig war, würden nicht so viele Regale und Kästen, in welchen unzählige Lebensmittel gelagert wurden, sowie Arbeitstische den Weg versperren. Doch war auch hier das Licht sehr spärlich und ging größtenteils von dem Kaminfeuer aus einer Ecke aus. Rauchschwaden hingen an der Decke, und allgemein roch es stark nach Eintopf und gebratenem Fleisch. Auch die Köche schienen wohl von dem Vorfall im Schankraum mitbekommen zu haben, denn man sah, dass viele Arbeiten einfach stehen gelassen wurden, und sich offenbar niemand mehr in dem Raum befand.
Miandra drang weiter in die Küche vor, musste jedoch schnell feststellen, dass diese keinen zweiten Ausgang hatte. So presste sie sich mit dem Rücken direkt neben einem Regal an die Wand, welche im Schatten lag, und versuchte so gut sie es konnte, ihre Atmung zu beruhigen. Dabei fixierte sie die Tür, wartete darauf, dass diese aufgeworfen wurde, und umklammerte dabei bereits erneut die Griffe zweier gezogener Wurfmesser. Wahrscheinlich stand sie erst wenige Sekunden so da, doch kam es ihr bereits wie eine Ewigkeit vor. Eine Ewigkeit in der sie spürte, wie ihr Herz raste, und ihr Schweißperlen die Schläfen hinab liefen. Selbst der Geruch des Gemüses, welches in dem Regal neben ihr eingeordnet war, kam ihr urplötzlich enorm stark vor. Sie merkte, dass ihre Hände vor Aufregung zitterten, doch konnte sie sich nicht beruhigen. Hatte sie sich nun selbst in eine Falle gelockt?





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