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Die freie Wildnis von Ferelden (Dragon Age RP)


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#1926
Aliens Crew

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„Ja, du hast recht. Es wird Zeit“, meinte Vernita lächelnd zurück, bevor sie sich abwandte und ihre Rüstungsteile zusammensuchte, die sie nach und nach wieder anlegte. Erst die Bein- und dann die Armschienen, bevor sie sich erneut die Stiefel und Handschuhe überzog. Zu guter letzt setzte sie sich noch ihren Helm auf und gesellte sich zu Miandra, welche schon an der Tür auf sie wartete. Gemeinsam traten die beiden Frauen in das Dunkel der Nacht hinaus.
 
Der Himmel war nach wie vor wolkenlos und am Himmel funkelten und glitzerten die Sterne. Vernita sah zu ihnen auf und wünschte sich für einen Moment, dass sie das alles einfach hinter sich lassen könnte, um sich nur hier und jetzt mit Miandra zusammen auf die Erde zu setzen und einfach nur in den Himmel zu starren und den Himmelskörpern beim Leuchten zuzusehen. Sie schüttelte diesen Gedanken gleich wieder ab und atmete einmal tief durch. Die Luft war recht frisch geworden und in ihr lag der Geruch eines schwelenden Feuers, die Nachwirkungen ihres letzten Tavernenbesuches.
 
Die Elfe sah sich noch einmal um. Aber es war niemand zu sehen. So setzten sich die beiden in Bewegung und gingen in Richtung Kirche, wobei sie den Bereich um der abgebrannten Taverne großzügig umgingen. Dementsprechend dauerte es eine Weile, bis sie wieder einmal an der Rückseite des heiligen Gemäuers standen und ein weiteres Mal über die Mauer kletterten.
 
Auf der anderen Seite angekommen, bemerkte die Elfe, dass sich jemand auf dem Hinterhof aufhielt. Konnte das Leanora sein? Wollte sie nicht lediglich eine Nachricht hinterlassen? Hatte sie vielleicht etwas derartig wichtiges zu besprechen, dass sie es ihnen nur persönlich sagen wollte? Sie würden es früh genug erfahren.
 
Die beiden Frauen schlichen näher an die Person im Schatten heran, bis sie sich sicher waren, dass es sich dabei tatsächlich um Leanora handelte. Erst danach gaben sie sich dieser zu erkennen.
 
„Was gibt es denn so dringendes zu berichten, dass Ihr uns offensichtlich persönlich treffen wolltet, statt uns lediglich eine Nachricht zu hinterlassen, Leanora?“ fragte Vernita sachlich aber auch ein wenig fordernd. Dabei blickte sie sich ständig im Hof um, um sicher zu gehen, dass die drei hier tatsächlich auch allein waren.
 

#1927
Bellandyrs

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"Guten Abend Vernita, guten Abend Miandra" begrüßte Leanora die beiden Frauen. "Es gibt tatsächlich etwas zu berichten. Ich habe heute den Kirchenvorsteher von Renaldo erzählt, und auch angedeutet, was wir auf dem Weg hierher erfahren haben. Bruder Castillá ist außer sich vor Wut, und will den Neffen der Ehrwürdigen Mutter ohnehin schon längst aus dem Orden haben. Er will mir behilflich sein, Beweise für Renaldos schmutzige Geschäfte, egal welcher Art, zu finden, indem er ihn morgen Abend in irgendeiner Besprechung so lange wie möglich fest hält. Inzwischen muß ich in der Stube einbrechen. Meine Zimmerkollegin hat mir erzählt, dass sich in dieser Stube ein großes Bett befindet sowie ein Schreibtisch, der zusätzlich mit einem Schloß gesichert ist. Und ich weiß nicht so recht, nach was ich überhaupt suchen soll. Zudem könnte ich wohl einen Schnellkursus in Sachen Schlösser knacken gebrauchen", flüsterte sie leise.

#1928
Aliens Crew

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„Das Knacken eines Schlosses ist keine Fähigkeit, die man so mir nichts dir nichts erlernen kann, Leanora. Dazu bedarf es jahrelanger Erfahrung“, meinte Vernita nachdenklich, wobei sie sich ans Kinn fasste und vor sich hin grübelte. „Ich fürchte, Ihr seid dafür nicht qualifiziert genug. Doch dürfen wir uns eine solche Gelegenheit nicht entgehen lassen.“
 
Die Elfe warf einen kurzen Blick zu Miandra herüber, bevor sie wieder Leanora ansah. „Ich würde sagen, das Beste wäre es, wenn ich mit Euch gemeinsam diesen Einbruch ausüben werde. Ich werde schon einen Weg finden, unerkannt in dieses Gemäuer einzudringen. Darin habe ich Übung. Und gemeinsam werden wir auch etwas finden. Hoffen wir mal, dass es auch etwas sein wird, mit dem wir etwas anfangen können. Andernfalls wäre unsere ganze Arbeit hier völlig umsonst gewesen.“
 

#1929
Bellandyrs

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"Ihr... Ihr wollt mir dabei helfen?" fragte Lea verdutzt. Aber je länger sie darüber nachdachte, um so besser war die Idee. Schließlich wußte sie wirklich nicht, wie Schlösser zu knacken waren, und wenn sie zu zweit waren würde sie sich bei unliebsamen Überraschungen auch leichter verteidigen können.
"Notfalls kann ich Euch sicher auch eine Verkleidung besorgen". Sie musterte Vernita. Ob der Elfe eine Robe von ihr passen würde?

#1930
Kaysallie

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Miandra lauschte dem Gespräch zwischen Leanora und Vernita nur am Rande. Auch blickte sie nicht in deren Richtung, sondern starrte abwesend aus trägen Augen zum Himmel. Die gesamte Zeit während sie zur Kirche gegangen waren, hatte sie geradeaus oder zu Boden geblickt. Sie versuchte über alles nachzudenken, war aber immer noch keinen Schritt weiter gekommen.

„Wo findet diese Besprechung statt?“ fragte sie stattdessen leise und nachdenklich, als wäre alles andere was die beiden bisher gesagt hätten irrelevant. Und erst nachdem sie den Satz beendet hatte wandte sie ihren Blick zu Leanora, und sah diese ohne jegliche Regung aus müden Augen an.

Modifié par Kaysallie, 12 janvier 2012 - 11:27 .


#1931
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„Nicht nötig, Leanora“, winkte Vernita ab. „Ich werde schon etwas finden, mit dem ich unerkannt in die Kirche eindringen kann.“
 
Nun meldete sich auch Miandra zu Wort. „Guter Punkt, Miandra. Außerdem würde ich gerne wissen, zu welcher Zeit nun genau das Ganze steigen soll? Und ob Ihr noch weitere Informationen habt, die Ihr mir geben könnt?“
 
 

#1932
Bellandyrs

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Leanora wandte sich an Miandra um zu antworten.
"Soweit ich Bruder Castillá verstanden habe wird die Besprechung in den Mauern des Klosters statt finden. Er wird einen Schlüssel für die Kammer von Renaldo besorgen, so dass ich wenigstens die Tür unversehrt öffnen kann. Ich soll den Kirchenvorsteher morgen nach der Abend Andacht in seinem Büro treffen, wo ich letzte Einzelheiten erfahren werde und auch den Schlüssel erhalte. Was er allerdings genau vorhat weiß ich nicht. Ich denke, auch das werde ich erst morgen erfahren." Sie kam ins grübeln und stutze einen Augenblick.
"Na hoffentlich habe ich ihn nicht falsch verstanden, er sagte morgen nach der Andacht soll ich zu ihm ins Büro kommen, dort würden wir weitere Details besprechen, und er würde mir da den Schlüssel aushändigen. Das hörte sich für mich so an, als würde er dann im Anschluß gleich die Besprechung einberaumen, damit der Schlüssel nicht länger als unbedingt notwendig in meinen Händen ist."
Unsicher biß sie sich auf die Unterlippe. Hatte sie das ganze falsch verstanden? Es war von äußerster Wichtigkeit, Vernita einen richtigen Zeitpunkt zu nennen.

#1933
Aliens Crew

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„Nun, es ist äußerst wichtig, dass wir bei dieser Sache keinen Fehler machen, Leanora“, bemerkte Vernita und rollte dabei mit den Augen. „Und daher werde ich Euch morgen Abend auch treffen. Gebt mir nur eine grobe Beschreibung der Örtlichkeiten innerhalb der Kirche, dann werde ich Euch schon finden. Und habt keine Angst. Ich werde schon einen Weg finden, mich unbemerkt durch dieses Gebäude zu bewegen.“
 
Vernita sah noch einmal kurz zu Miandra herüber, welche fast die ganze Zeit über zum Himmel blickte, bevor sich die Elfe wieder Leanora zuwandte. „Gibt es sonst noch etwas, was wir wissen sollten? Sonst würde ich vorschlagen, dass Ihr mir den Innenbereich dieses Gemäuers beschreibt und wir uns für heute wieder trennen.“
 
 

Modifié par Aliens Crew, 16 juin 2011 - 04:02 .


#1934
Bellandyrs

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Lea kniff die Augen zusammen, als sie angestrengt nachdachte. Letztlich kam sie zu dem Entschluß, dass sie alles berichtet hatte, was von Wichtigkeit war und auch nichts übersehen hatte.

"Nein Vernita, ich glaube, alles was von Belang ist, habe ich Euch gesagt."

Sie sah sich suchend um. Kurz darauf fand sie einen kleinen Stock. Damit malte sie in den Kiesweg die Gemäuer des Klosters ein und erklärte anhand der Linien, wo was zu finden war.
Erst als sie ganz sicher war, dass sich die Elfe den Grundriss eingeprägt hatte, verwischte sie die Skizze wieder, in dem sie mit ihren Füssen über den Weg strich und die Kieselsteine dadurch zu neuen Mustern fanden.

"Wir sehen uns dann morgen, nach der Abend-Messe. Gute Nacht."
Mit diesen Worten wandte sie sich um und ging leise zurück in ihr Zimmer. Lucia schlief bereits, und auch Lea steckte die Müdigkeit in den Knochen. Dennoch ließ sie die Nervosität wegen dem bevorstehenden Einbruch eine Zeit lang nicht zur Ruhe kommen.

#1935
Kaysallie

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Miandra beobachtete ebenfalls, wie Leanora einen Plan in den Kieselboden zeichnete, diesen wieder verwischte, sich verabschiedete und schließlich im Schatten der Klostermauern verschwand. Sie wusste nicht warum, aber sie wurde das dumpfe Gefühl nicht los, dass ihnen die Frau etwas verschwiegen hatte. Zumindest war es eigenartig, dass Leanora ihrerseits keine Fragen zu Neuigkeiten stellte. Oder war es das Gefühl, dass diese ganze Einbruchssache sie an eine Art Falle erinnerte? Aber wahrscheinlich bildete sie sich all das nur ein, denn irgendwelchen Leuten blindlings vertrauen zählte nun mal noch nie zu ihren Stärken.

"Hm.. Wollt Ihr, dass ich darauf achte, dass dieser Renaldo auch tatsächlich nicht zu einem unpassenden Zeitpunkt in seiner Kammer aufkreuzt, oder traut ihr dem Kirchenvorsteher?" fragte Miandra leise und misstrauisch, nachdem sie sich sicher war, dass Leanora verschwunden war, jedoch ohne Vernita dabei anzusehen.

Modifié par Kaysallie, 12 janvier 2012 - 11:27 .


#1936
Aliens Crew

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„Du kennst mich, Miandra“, erwiderte Vernita trocken. „Ich traue niemandem wirklich über den Weg. Na ja, außer dir natürlich. Und Leuten, denen ich noch nie zuvor begegnet bin, schon gar nicht. Allerdings bietet sich uns hier eine gute Gelegenheit, die wir nicht ungenutzt verstreichen lassen sollten. Wenn dieser Kirchenvorsteher wirklich gegen unseren Feind vorgehen will, dann könnte uns das zum Vorteil gereichen. Und ich nutze jeden Vorteil zu meinen Gunsten, wie du weißt.“
 
Die Elfe machte eine kurze Pause, in der sie sich eingehend auf dem Hof umsah, doch konnte sie niemanden ausmachen. „Trotzdem sollten wir Vorsicht walten lassen. Ich werde dich morgen auf jeden Fall mitnehmen, doch wie wir dann weiter vorgehen werden, entscheiden wir erst, sobald wir nähere Informationen haben. Aber jetzt lass‘ uns hier verschwinden. Wir haben uns hier schon lang genug aufgehalten.“
 
So machten sich die beiden Frauen wieder auf den Rückweg zum Lagerhaus. Sie überwanden die Kirchenmauer und verschwanden im Dunkel der Nacht. Auf den Straßen herrschte noch immer reger Betrieb der Stadtwache, so dass die beiden sich mehr als einmal verstecken mussten oder einen Umweg einschlugen.
 
Lag das etwa an dem Feuer in der Taverne? Oder hatte diese Aufregung noch einen anderen Grund, von dem sie nichts wussten? ging es Vernita durch den Kopf. Es spielte wohl keine Rolle, da sie in dieser Stadt genug Schlupflöcher kannte, die dafür Sorge trugen, dass die beiden nicht entdeckt wurden.
 
So erreichten die beiden auch bald darauf ihr Versteck, wo alles ruhig und friedlich schien. Als sie dann vor dem Eingang standen, wandte sich die Elfe noch einmal an Miandra.
 
„Sollen wir schon hineingehen?“ fragte sie mit einem Lächeln. „Oder möchtest du dir vielleicht jetzt doch noch mit mir zusammen ein wenig die Sterne ansehen nach dem ganzen Ärger, den wir heute hatten? So zur Entspannung, meine ich.“
 

Modifié par Aliens Crew, 22 juin 2011 - 05:24 .


#1937
Kaysallie

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"Bald glaube ich, Ihr wollt Euch den Nachthimmel noch lieber ansehen als ich selbst", lachte Miandra aufgrund der Frage, während sie einfach an Vernita vorbei ging.

"Auch wenn ich bezweifel, dass man sich dabei entspannen kann..." murmelte sie, während sie die Wand des Lagerhauses weiter entlang schlenderte. Miandra blickte dabei immer wieder nach oben und unten, als schien sie etwas zu suchen. Schließlich blieb sie vor einer Kiste stehen und begutachtete diese einen Moment, bevor sie einfach daran hochkletterte, auf dieser aufstand, nach der Dachkante des Lagerhauses griff und sich daran hochzog, wobei sie sich mit den Füßen an der Hauswand abstützte. Oben angekommen stieg ihr sofort der Geruch von altem Stroh in die Nase, welches wohl schon des Öfteren einen Regentag durchstehen musste. Noch sitzend blickte sie noch einmal kurz nach unten und musterte Vernita einen Augenblick.

"Ob dieses morsche Ding Euch und Eure Rüstung tragen kann...? Naja, wir werden es wohl bald herausfinden", sagte sie nachdenklich, jedoch schwang auch ein wenig Humor in ihrer Stimme mit, bevor sie sich abwandte und vorsichtig etwas weiter an dem Dach hochkletterte. Die Neigung des Daches war zwar leicht schief, doch konnte man daran nicht abrutschen. Als sie die Hälfte erreicht hatte, drehte sie sich um, und ließ sich vorsichtig nach hinten fallen, wobei sie ihre Arme hinter dem Kopf verschränkte.

Für einen kurzen Moment ließ sie ihre Augen zu fallen, doch als sie diese wieder öffnete, sah sie nichts anderes mehr vor sich, außer endlos vieler Sternenbilder, gezeichnet auf ein klares, noch endloseres, Schwarz. Es war auch kein Mond am Himmel zu sehen, wodurch jeder einzelne helle Punkt noch stärker zu leuchten schien, als es sonst der Fall war. Für einen kurzen Augenblick fühlte sich Miandra von jeglicher Last befreit, doch als sie die erste helle Linie vernahm, welche schnell zwischen den anderen Sternen vorbeizog, um wieder in der Dunkelheit zu verschwinden, spürte sie wie sich eine tiefe Wehmut in ihr breit machte und viele Fragen durch ihren Kopf schossen. Fragen die sich doch schon unzählige Male gestellt hatte, und auf welche es noch keine Antwort gab, egal wie oft sie sich diese stellen würde. Sie versuchte es beiseite zu schütteln, doch die Ausgangsfrage , ob Elana gerade jetzt in diesen Moment ebenfalls zum Himmel blicken konnte, wollte nicht aus ihrem Kopf.

"Ich hätte Schnaps mitnehmen sollen..." sagte sie zu sich selbst mit einem Seufzen und schloss erneut die Augen, wobei sie versuchte an irgendetwas anderes zu denken.

Modifié par Kaysallie, 12 janvier 2012 - 11:27 .


#1938
Aliens Crew

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Vernita beobachtete Miandra dabei, wie diese sich an der Wand des Lagerhauses hochzog und auf dessen Dach kletterte.
 
„Da könntest du recht haben“, grinste sie auf die Frage der schwarzhaarigen Frau hin. „Warte. Ich bin gleich zurück.“
 
Die Elfe wandte sich ab und ging zurück ins Lagerhaus. Sie versuchte leise zu sein, da sie Neria nicht wecken wollte, ebenso wie Lydia und Sha’ira, dessen Atemgeräusche sie vom Dachboden aus hören konnte. Nicht aber aus Rücksicht auf die drei, vielmehr, weil sie lediglich ungestört mit Miandra zusammen sein wollte. So schlich sie zu ihrer Schlafstätte, wo sie sich so lautlos wie möglich von ihrer Rüstung befreite und diese einfach neben ihrem Lager ablegte. Anschließend zog sie sich ihr Hemd und ihre Hose über und machte sich auf den Weg nach draußen.
 
Als sie an den Vorräten der Gruppe vorbeischlich, warf sie einen kurzen Blick darauf. Ihr fiel sofort die Flasche Rotwein auf, die sich darunter befand. Das handbeschriebene Etikett verriet ihr, dass es sich dabei um ein ziemlich altes Getränk aus Orlais handelte.
 
‚Der ist ja noch älter als ich!‘ ging es Vernita durch den Kopf. ‚Wo hat Lydia den nun schon wieder aufgelesen? Egal, er wird uns beiden sicher schmecken. Und besser wir trinken ihn, als unsere versoffene Magierin!‘
 
Bei ihren letzten Gedanken stahl sich ein Grinsen auf ihr Gesicht. Dabei griff sie nach der Flasche und verließ anschließend das Lagerhaus. Sie folgte Miandra auf demselben Weg auf das Schrägdach des Lagerhauses, wlchen diese genommen hatte und wo sie die schwarzhaarige Frau auch schon liegen sah. Sie gesellte sich gleich zu ihr und setzte sich dicht neben diese hin.
 
Dort griff sie zu ihren Messer und entkorkte damit die Weinflasche, bevor sie einen kräftigen Schluck daraus nahm. Es tat richtig gut, diesen edlen Tropfen über ihre Zunge und ihren Gaumen laufen zu lassen. Wirklich ein ausgezeichneter Jahrgang. Nachdem sie die Flasche abgesetzt hatte, reichte sie diese an Miandra weiter.
 
„Hier! Probiere den mal. Schmeckt wirklich gut“, meinte sie lächelnd, bevor sie sich nun ebenfalls hinlegte und zum Himmel hinaufblickte. Es dauerte nicht lange, da hatte sie sich auch schon in der Schönheit dieses Anblickes verloren, was sie selbst sehr überraschte. Sie hatte schon oft des Nachts den Himmel beobachtet, doch hatte sie nie so etwas dabei empfunden wie an diesem Abend. Aber vielleicht lag das auch nur an der Person, in dessen Gesellschaft sie sich befand. Neben ihr fühlte sie sich einfach gut.
 
„Es ist wirklich ein sehr schöner Anblick, Miandra“, schwärmte sie versonnen. „Und ich bin froh, dass du diesen mit mir teilst.“
 
 

#1939
SickOfItAll

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Lydia hatte schon einige Zeit geschlafen , als sie plötzlich erwachte . Sie glaubte ein Geräusch gehört zu haben , etwas , das wie ein metallisches knirschen klang , aber sie war sich nicht sicher , von was es stammte .
War Vernita und Miandra zurück ? Oder hatten die Wachen sie letztendlich doch aufgespürt ? Sie setzte sich auf und lauschte in die Dunkelheit . Lange Zeit verahm sie nichts als Sha´iras ochsenhaftes Schnaufen wärend sie sich neben ihr auf ihrer Liege herumwälzte , doch dann vernahm sie eine Stimme , die ihr nur allzu bekannt vorkahm . Aber aus einer ungewöhnlichen Richtung . Sie schien von über ihr zu kommen . Dumpf und unverständlich , doch der Klang und Tonfall waren unmissverständlich .
Sie schüttelte verschlafen den Kopf , warf die Decke zurück , stand auf und kletterte die Leiter zur Halle nach unten . Als sie unten angekommen war , merkte sie erst , das sie splitterfasernackt war , aber das war ihr jetzt egal .
Auf leisen Sohlen schlich sie zum Ausgang des Lagerhauses und spähte auf das Dach hinauf . Oben saßen zwei Personen , ganz unmissverständlich Miandra und Vernita .
Lydia hustete auffällig , bevor sie die beiden ansprach . " Und , wie ist die Luft da oben ? Und vor allem die Aussicht ? Dürfte ich erfahren , was ihr beiden auf dem Dach unseres Lagerhauses macht ? "

#1940
Kaysallie

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Etwas verblüfft blickte Miandra zur Seite und beobachtete Vernita dabei, wie sie einen Korken von einer Flasche zog. Entweder hatte sie vorhin lauter gesprochen als gewollt, oder die Elfe konnte Gedanken lesen. Aber wahrscheinlich war es nur ein Zufall. Miandra schüttelte den Gedanken zur Seite und nahm wortlos die Weinflasche entgegen, setzte sich etwas auf und trank einen kräftigen Schluck daraus. Er schmeckte tatsächlich sehr gut, dennoch konnte sie es nicht wirklich genießen. Stattdessen trank sie ein weiteres Mal daraus, bevor sie sich wieder nach hinten fallen ließ.

"Ja, das ist es", stimmte sie ein wenig abwesend zu, bevor sie eine kurze Zeit lang schwieg, und ehe sie mehr sagen konnte, vernahm sie eine bekannte Stimme. Seufzend setzte sie sich auf und drückte Vernita dabei die Flasche in die Hand, ließ sich anschließend etwas an dem Stroh hinunter rutschen und blickte von dem Dach nach unten auf den Boden. Sie hatte ja bereits an der Stimme erkannt, dass es sich um das Mädchen handelte, doch nun blickte sie Lydia etwas verdutzt an.

"Hmm... eine viel interessantere Frage wäre doch, wieso Ihr völlig nackt vor dem Lagerhaus steht und durch die Gegend brüllt?"

Modifié par Kaysallie, 12 janvier 2012 - 11:28 .


#1941
SickOfItAll

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" Nun ja , gut aussehen . So wie ihr , nur eben nackt . " Lachte sie und stricht sich die Haarsträhnen von der Brust , welche die Sicht auf die Brustwarzen verdeckten .
"Ich habe bis gerade eben geschlafen , aber Vernita war so laut , das ich nachsehen wollte , was ihr denn genau auf unserem Dach so treibt . Aber ihr habt recht , brüllen wir nicht durchs Hafengelände , uns muss nicht jeder zuhören . Wartet einen Moment ich komme nach Oben . "
Das sie nun splitternackt durch das Hafengelände kletterte , störte sie nicht . Sie war es in gewisser weise gewohnt , das man sie nackt sah .

Als sie über die Dachkante spähte , traf sie auf verwunderte Gesichter . " Warum so verdutzt ? Habt ihr noch nie ein nacktes Mädchen gesehen ? " fragte sie schelmisch grinsend .

#1942
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Vernita genoss es, schweigend neben Miandra zu liegen und einfach nur zum Himmel empor zu sehen. Es war so ruhig, so friedlich. Die Elfe fühlte sich seit langer Zeit mal wieder so richtig gut und entspannt. Doch leider währte diese Ruhe nicht für besonders lang, denn schon kurz darauf konnte sie von unten die quäkende Stimme Lydias vernehmen. Sie schloss genervt die Augen, als ihr Miandra die Weinflasche in die Hand drückte.
 
‚Hat man hier denn nicht einmal für einen Moment seine Ruhe, ohne dass einem irgendwer auf die Nerven geht?’ ging es Vernita durch den Kopf, während sie sich frustriert die Augen rieb. ‚Womit habe ich das alles eigentlich nur verdient?’
 
Langsam setzte sie sich auf und beobachtete Miandra, welche sich zum Rand des Daches begab und mit Lydia sprach. Und die Elfe verdrehte genervt die Augen, als sie hörte, dass das Mädchen sie jetzt auch noch hier oben besuchen kommen wollte, was diese auch sogleich wahr machte.
 
„Aus welchem Grund sollte ich überrascht sein, Kleines?“ seufzte Vernita gedämpft und sichtlich bemüht nicht auszurasten. „Ich habe schon Dinge gesehen, die dir das Blut in den Adern gefrieren lassen würden, also warum sollte mich Anblick eines nackten Kleinkindes aus der Fassung bringen, hm? Aber sollte jemand in deinem Alter um diese Zeit nicht schon längst schlafen? Also, was lungerst du noch hier draußen herum und störst uns? Ab ins Bett mit dir!“
 

#1943
SickOfItAll

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Lydia grummelte . " Ihr guckt wie eine Kuh wenns blitzt , deswegen frage ich . Nicht das ihr noch am Herzkasper zusammenklappt , meine Liebe . Außerdem komme ich aus dem Bett und wäre liebend gern dort geblieben , wenn nicht so ein trampeliger Ochse wie ihr auf dem Dach liegen , und sich grundlos besaufen würde . Ihr wart so laut , ich hätte euch können durch das Dach erstechen . "

Sie setzte sich Vernita gegenüber , bevor sie weitersprach .
" Aber wenn ihr es vorzieht auf dem Dach zu sitzen und euch zu betrinken , will ich euch davon nicht abhalten . Ihr könntet mir bloß verraten , was ihr außer euch zu besaufen hier oben treibt ? Ist es euch nicht ein bischen Frisch ? "

#1944
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„Warum sollte uns frisch sein?“ fragte Vernita spöttisch. „Wir sind schließlich nicht so verweichlicht wie ein Mädchen, das ich zufälligerweise kenne. Wir sind eben an dieses Klima gewöhnt und laufen auch nicht den ganzen Tag nackt durch die Weltgeschichte.“
 
Die Elfe grinste Lydia hämisch an, bevor ihr Gesichtsausdruck wieder ernst wurde. „Und was wir hier tun, ist unsere Sache, verstanden? Kannst du nicht einmal verstehen, dass wir Erwachsene auch mal gern für einen Moment ungestört sein wollen, ohne ständig von euch Kindern belästigt zu werden? Geht das nicht in deinen Schädel, Kleines?“
 

Modifié par Aliens Crew, 24 juin 2011 - 06:39 .


#1945
SickOfItAll

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" Nun ja , verweichlichte Mädchen stehen auch nicht nackt im kalten Nachtwind . Und hier an der Küse ist es generell wärmer als in den Bergen , dort wo ich herkomme . Verweichlichte Mädchen spielen tagsüber mit ihren Püppchen und schlafen nachts in ihren wohlbehüteten Bettchen . " Antwortete Lydia un hob eine Augenbraue .

Sie musterte die beiden Frauen und die Umgebung . " Nunja , was ihr hier treibt ist eigentlich ziemlich offensichtlich , aber tut , wie euch beliebt , solange ihr nicht vom Dach fallt . Ich gehe wieder zu Bett , ich will nicht solche Augenringe tragen wie ihr . Eure Augenringe haben schon Augenringe . Ein bischen Schlaf würde euch auch gut stehen . Eine erholsame Nacht , die Damen . " sagte Lydia , lachte die beiden Dachspatzen an und kletterte wieder zu Boden .

Das Pflaster war kalt und die Steinplatten im Lagerhaus ebenso . Bis sie sich wieder zu ihrer Liege geschafft hatte , fühlten sich ihre Füße an , als wären sie in Eiswasser geschwommen . Zufrieden rollte Lydia sich in ihre Decken ein und lauschte Sha´iras merklich leiseren Atemgeräuschen , bis ihr die Augen wieder zufielen und sie gen Schlaf driftete .

#1946
Kaysallie

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Miandra lauschte ruhig dem Gespräch zwischen Lydia und Vernita, ohne sich einzumischen. Mittlerweile hatte sie sich schon daran gewöhnt, dass die beiden niemals auf einen Nenner kamen. Sie blickte dem Mädchen noch kurz nach, als es in der Dunkelheit verschwand. Was sie hier trieben sei offensichtlich? Miandra wusste mit diesen Worten nichts anzufangen.

„Was meinte sie denn damit?“ platzte es aus Miandra heraus, wobei sie fragend zu Vernita blickte. Doch ehe diese antworten konnte zuckte sie mit den Schultern.

„Naja, wie auch immer… verrücktes Ding“, fügte sie hinzu, wandte sich kopfschüttelnd ab und kletterte wieder an die Stelle zurück, an welcher sie sich bereits zuvor niedergelassen hatte.

„Ihr solltet Euch nicht so sehr von ihr ärgern lassen. Sie ist jung, sucht Aufmerksamkeit und Zugehörigkeit... haben wir das nicht auch gesucht, als wir noch jünger waren?“ seufzte sie noch müde als sie sich bereits wieder auf den Rücken gelegt hatte und gedankenverloren zum Nachthimmel starrte.

Modifié par Kaysallie, 12 janvier 2012 - 11:28 .


#1947
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„Vergiss einfach, was die Kleine gesagt hat, Miandra“, meinte Vernita, während sich die schwarzhaarige Frau wieder zu ihr gesellte. Die Elfe nahm noch einen Schluck aus der Weinflasche, bevor sie diese Miandra reichte und weitersprach. „Und wahrscheinlich hast du recht. Ich sollte mich wirklich nicht so leicht von der Kleinen provozieren lassen. Ich war ja bei weitem nicht so lange Mutter wie du, wie du weißt, also wirst du schon wissen, wovon du redest. Es ist nur so...“
 
Vernita legte sich wieder flach hin und sah versonnen zum Sternenhimmel empor. „Als Kind lernte ich schnell, dass zuviel Aufmerksamkeit nur Ärger bedeutete, zumindest in meinem Fall war das so. Also versuchte ich zumeist eben diese Aufmerksamkeit so weit wie möglich zu vermeiden. Und als ich älter wurde, hatte ich meist auch nur noch mit Gesindel zu tun oder mit professionellen Mördern, Soldaten, Söldnern, Kriegern oder Magiern. Es ging meistens sehr hart aber auch sehr diszipliniert zu. Ich bin es nicht gewohnt, dass jemand meine Anweisungen in Frage stellt, ohne dass diese Person nicht kurz darauf vor mir liegt und den Staub von der Straße frisst.“
 
Die Elfe wandte den Blick von den Sternen ab und richtete diesen auf Miandra, ein leichtes Lächeln auf den Lippen. „Aber vielleicht kannst du mir dabei helfen, etwas ruhiger zu werden und die Dinge nicht nur mit Gewalt zu lösen, auch wenn ich damit bisher sehr erfolgreich gewesen bin. Nur lässt sich wohl nicht alles nur mit der Faust regeln, wie es scheint.“
 
 

#1948
Kaysallie

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Auch wenn es nicht den Anschein hatte, so lauschte Miandra recht aufmerksam den Ausführungen der Elfe. „Ich kann es ja mal versuchen…“ erwiderte sie ohne den Blick vom Himmel abzuwenden, auch wenn sie eigentlich keinerlei Ahnung hatte, wie sie Vernita dabei helfen konnte. Sie selbst war schon immer ruhig gewesen, auch wenn sich in ihrem Inneren wohl genau das Gegenteil abspielte.

„Und sollten wir Elana doch noch finden, werdet Ihr genug Gelegenheit haben, es zu erlernen. Sie kann auch ziemlich stur sein, müsst Ihr wissen“, fügte sie nachdem sie kurz nachdenklich geschwiegen hatte noch mit einem schwerfälligen Seufzen hinzu, bevor sie einen Schluck aus der Weinflasche nahm.

„Wisst Ihr, meine Eltern haben mir es eigentlich immer verboten, mir die Sterne in dieser Nacht anzusehen, sie glaubten wohl, dass dann irgendetwas Schlimmes passieren würde. Lächerlich, nicht wahr?“ begann sie, nachdem sie erneut kurz geschwiegen hatte plötzlich zu erzählen, und nahm einen weiteren Schluck aus der Flasche, bevor sie diese in Vernitas Richtung streckte und fortfuhr.

„Denn habe ich es mir heimlich trotzdem immer angesehen. Sie trafen sich immer zusammen am Marktplatz, mit all den anderen, die daran glaubten, direkt vor dem Kloster, wo sie zum Erbauer beteten. Was genau sie sich dabei erhofften weiß ich nicht, irgendwie hat es immer jeder anders gedeutet. Mein Bruder stahl sich immer davon, um mir die Türe aufzusperren, denn haben mich meine Eltern immer im Keller eingesperrt, damit ich nicht durchs Fenster nach draußen blicken konnte. Ich mochte den Keller nie... er war kalt und unheimlich. Danach sind wir immer auf das Dach des Stalls von nebenan geklettert, denn von da oben war die Sicht am besten. Und wenn ich eingeschlafen bin, hat er mich rechtzeitig aufgeweckt, damit meine Eltern den Keller nicht leer vorfinden würden.“ Sie hielt kurz inne, bevor sie langsamer fortfuhr. „Naja und die Jahre darauf… es war nicht sonderlich schwer zu erlernen, das Schloss des Kellers zu knacken… Aber es ist schwer, sich alleine wach zu halten, vor allem da die Zeit langsamer vergeht… Aber am aller Schwersten war es wohl, alleine ein Kind zur Welt zu bringen, aber das wisst Ihr ja wahrscheinlich…“

Erst jetzt blickte sie zu Vernita und sah diese ausdruckslos an. „Ihr habt mir nie seinen Namen verraten… Ich meine, den Eures Sohnes.“

Modifié par Kaysallie, 12 janvier 2012 - 11:29 .


#1949
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Vernita wurde es ganz warm ums Herz, als Miandra davon sprach, dass sie es erleben würde, wie deren Tochter so war. Hieß das, dass sich die Wege der beiden Frauen nicht trennen würden, nachdem sie das hier überstanden hatten. Die Elfe hoffte es zumindest, und zwar von ganzem Herzen.
 
Sie lauschte weiterhin den Worten der schwarzhaarigen Frau und sah dabei gedankenverloren zu Himmel empor und dachte daran, wie verrückt manche Leute doch waren, dass sie ihre eigene Tochter wegen eines Phänomens am Himmel in den Keller sperrten. Wirklich völlig unbegreiflich, wozu einen der eigene Aberglaube manchmal treiben konnte. Sie war so mit diesen Gedanken beschäftigt, dass sie erst im zweiten Moment Miandras letzte Frage realisierte.
 
„Du meinst mein Baby? Das Licht meines Lebens? Die Hoffung einer Hoffnungslosen? Ja, genau dies war sein Name...“, flüsterte die Elfe leise, griff völlig unbewusst nach Miandras Hand und hielt diese ganz fest. Tränen bildeten sich in ihren Augen, als sie an den einen Tag zurückdachte, der ihr Leben so grundlegend verändert hatte. Sie starrte gebannt zu den Sternen empor, von denen just in diesem Moment wieder einer vom Himmel zu fallen schien, in einer funkelnden, geraden Linie. „Celaanon’hi’donar heißt das in der Sprache meiner Vorfahren. Hat mir zumindest meine Mutter gesagt, und ich muss ihr glauben, da ich selbst diese Sprache kaum beherrsche. Mir gefiel dieser Name so gut, dass ich meinen Sohn so genannt habe. Und er passte doch auch so gut zu ihm, da Celaanon mein Leben doch so einschlägig verändert hatte. Zumindest für einen kurzen Moment des Friedens und der inneren Ruhe, bis er schließlich...“
 
Vernita klammerte sich immer fester an Miandras Hand, so als würde sie in einen bodenlosen, schwarzen Abgrund stürzen, aus dem es kein Entkommen mehr gab, wenn sie es nicht tat. Die Tränen liefen ihr inzwischen über die Wangen, während sie immer noch ausdruckslos ins Nichts zu starren schien und apathisch weiterredete. „...mein Leben so dermaßen beeinflusste, wie ich es nie für möglich gehalten hätte. Sein Tod hinterließ in mir nur eine kalte, gähnende Leere, welche sich mit Schmerz und Demütigen füllte...und letztendlich nur noch mit Hass und Tod!“
 
Sie wandte ihren Kopf in Miandras Richtung und blickte dieser tief in die Augen. Dann redete sie mit einfühlsam klingender Stimme weiter, während sich auch der Griff ihrer Hand lockerte und weitaus sanfter wurde.„Doch dann kamst du in mein Leben. Und zum ersten mal kam wieder so etwas wie Hoffnung in mir auf. Hoffnung, diese Leere, diesen Hass und diesen Schmerz für immer zu besiegen. Du gibst meiner Existenz wieder einen Sinn, womit ich nach so vielen Jahren des Mordens und des Tötens nicht mehr zu träumen gewagt hatte. Nun bist du das Licht meines Lebens. Meine Fackel in der Finsternis, die mehr den Weg zurück ins Licht ebnet. Und ich werde alles tun, was nötig ist, um dir zu helfen. Was es auch kostet! Denn ich liebe dich von ganzem Herzen. Und dieses Gefühl wird von Tag zu Tag stärker und stärker, ohne dass ich mich dagegen zu wehren vermag...was ich auch gar nicht mehr will. Ganz gleich, was auch geschieht...ich werde immer bei dir bleiben, Miandra. Solange ich lebe. Das schwöre ich dir bei meinem Blut.“
 

Modifié par Aliens Crew, 26 juin 2011 - 07:03 .


#1950
Kaysallie

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Miandra beobachtete die Elfe neben sich, während diese sprach. Von einer Sekunde auf die andere wirkte sie so schwach und zerbrechlich, wie sie es sonst nie zeigte. Miandra war wohl bewusst, dass dieses Thema sehr schmerzhaft für Vernita war, jedoch wusste sie nicht, wieso sie danach gefragt hatte. Namen. Sie hatten doch eigentlich keine Bedeutung, und sagten nichts über denjenigen aus, der ihn trug. Es waren nur Bezeichnungen, unter denen man ein Gesicht zuordnen konnte. Aber wahrscheinlich hatte genau das gefehlt. Urplötzlich kam ihr ein Bild des Traumes in den Sinn, welchen sie unter Fieber und Schmerzen in Fort Drakon hatte. Ein blutüberströmter Säugling. Celaanon’hi’donar. In Miandras Hals bildete sich ein Klos, denn fiel ihr plötzlich das Schlucken schwer. Es schmerzte sie, solch Worte aus dem Mund der Elfe zu hören, da es Worte waren, die sie nur all zu gut verstand, und diese einen Schein von Tatsachen auf sie selbst warfen. Auch ihr Licht war verschwunden. Es war fort, vielleicht für immer, doch der Gedanke daran ließ ihr Innerstes vor Schmerzen zusammenziehen, als würde sich die tiefe Trauer von Vernita auf sie übertragen. Vielleicht lag es auch daran, dass die Elfe ihre Hand so fest umklammerte, was Miandra tatsächlich erst jetzt aufgefallen war. Doch noch bevor sie darauf reagieren, oder etwas sagen konnte, wurde sie aus glasigen Augen angeblickt und vernahm weitere Worte, welche sie regelrecht erschlugen. Für einen kurzen Moment, der ihr wie eine Ewigkeit vorkam, wusste sie weder was sie tun, sagen oder denken sollte. Sie war wie gelähmt. Denn waren es Worte, die sie nicht hören wollte. Tatsachen, die sie bereits kannte, aber lieber ignorierte. Es begann sie zu frösteln, und sie drehte ihren Kopf langsam wieder auf den Rücken, schluckte und starrte abwesend zu den Sternen.

"Ein sehr schöner Name", sagte sie leise, war aber gedanklich inzwischen an einem komplett anderen Ort. Danach zog sie vorsichtig ihre Hand zurück, da sie sich schlagartig unwohl fühlte. Aber wie hätte sie sich auch sonst fühlen sollen? Vernita hatte ihr gerade ihr Herz ausgeschüttet, und sie wusste nicht was sie darauf sagen sollte, genauso, wie sie es vor nicht all zu langer Zeit, als sie in der Schmiede waren, nicht wusste. Ein Teil von ihr wäre am liebsten aufgestanden und weggelaufen, der andere Teil wehrte sich jedoch gegen diesen Drang. Es wäre nicht richtig gewesen, denn ebenso, wie man nicht alle Probleme mit den Fäusten lösen konnte, so konnte man auch nicht immer vor allem weglaufen.

"Aber... Ihr könnt das nicht einfach so tun... Ich meine Ihr müsst doch irgendetwas von mir wollen, mehr als ich...", stotterte sie gebrochen, ohne den Satz zu beenden. Miandra spürte, wie der Drang danach wegzulaufen immer größer wurde, sie bereits zu zittern begonnen hatte, und schließlich auf sich selbst wütend wurde. Wie konnte sie nur so dumm sein, und mit Vernita hier hoch kommen, ohne dabei damit zu rechnen, so etwas zu hören? Wieso hatte sie überhaupt etwas gesagt, oder gefragt? Wie konnte sie nur glauben, dass sie ein einziges Mal in dieser Nacht nicht von irgendwelchen Gedanken oder Gefühlen belästigt wird? Wie konnte sie überhaupt etwas Positives an dieser Nacht sehen? Es war Elanas Geburtstag, und sie war nicht hier. Wahrscheinlich war sie ohnehin bereits tot. Und sie lag hier rum und sah sich den Nachthimmel an... Wie bescheuert war sie eigentlich!?

"Was erwartet Ihr eigentlich von mir, wenn Ihr so etwas sagt?" fragte sie plötzlich mit vibrierender Stimme, blickte rasch zur Seite, und sah Vernita aus glasigen Augen an. Nur kurz darauf drehte sie sich komplett zur Seite, klammerte sich mit beiden Händen an dem Hemd der Elfe fest, und schrie diese wütend, aber in gedämpftem Ton, an. "Los! Sagt schon! Und lügt mich ja nicht an, und sagt Ihr würdet nichts von mir wollen, außer neben mir zu liegen! Wollt Ihr, dass ich Euch um den Hals falle und etwas Gleichwertiges sage!? Und dann!? Was wollt Ihr dann!? Glaubt Ihr, dass das irgendetwas ändert, wenn Ihr mir Dinge sagt, die ich gar nicht hören will, da ich nicht weiß, was ich dazu sagen, oder deswegen tun soll?"

Tränen liefen ihr an den Wangen hinab, als sie sich einfach abwandte, aufstand und zu der Dachkante stolperte. Sie konnte nicht länger hier bleiben. Jede Faser ihres Körpers schrie danach wegzulaufen. Sie brauchte keine Antworten auf diese Fragen. Sie wollte nur noch weg. So ging sie schnell die Dachkante entlang, bis sie von oben die Kiste sehen konnte. In einer Windeseile ließ sie sich an dem Dach hinab, und ging einfach weiter. Sie wischte sich die Tränen aus den Augen und erst als Miandra das Rauschen des Meeres noch deutlicher als sonst vernahm, realisierte sie, dass sie bereits direkt davor stand. So hockte sie sich schnaubend am Ufer hin, hielt sich den Kopf und versuchte sich irgendwie zu beruhigen.

Modifié par Kaysallie, 12 janvier 2012 - 11:30 .