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Die freie Wildnis von Ferelden (Dragon Age RP)


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#1951
Aliens Crew

Aliens Crew
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Vernita ließ sich einfach von Miandra packen und durchschütteln. Sie wehrte sich nicht dagegen und sagte auch kein Wort. Sie wusste nicht, was sie hätte sagen sollen. Zum ersten Mal in ihrem Leben hatte es ihr die Sprache verschlagen. So blickte sie die schwarzhaarige Frau nur ausdruckslos an, während sie verzweifelt versuchte, ihre Gedanken zu ordnen. Und auch wenn sie Miandra direkt vor sich wahrnahm, so schien diese doch meilenweit von der Elfe entfernt zu sein. Selbst deren Worte drangen kaum bis in ihren Verstand vor, so sehr stand Vernita neben sich.
 
Es dauerte eine Weile, bis sie sich wieder gefangen hatte, bis sie wieder Herr über ihren Körper und ihren Geist wurde. Doch zu diesem Zeitpunkt war die schwarzhaarige Frau bereits verschwunden. Vernita seufzte schwermütig auf, während sie aus glasigen Augen zum Himmel emporblickte. Sie merkte nicht einmal, dass ihr weitere Tränen über die Wangen liefen.
 
‚Was wollt Ihr von mir?‘ Miandras Worte hallten immer noch in ihrem Schädel nach. Und sie wusste auf diese Frage nicht einmal eine Antwort. Oder etwa doch? Wollte sie nicht ganz einfach das, was alle lebenden Wesen wollen, doch was ihr schon immer verwehrt worden war? Wollte sie nicht einfach eine Person, die sie lieben konnte und welche sie im Gegenzug ebenfalls liebte? Vor Jahren dachte sie, sie hätte diese Person in ihrem Sohn gefunden, doch dieser Traum wurde ihr auf grausame Weise entrissen. Daraufhin wurde sie so kalt und so hart wie Stahl. Nur auf sich selbst fixiert, nur davon besessen, dieser rücksichtslosen Welt zu zeigen, dass sie es schaffen konnte, ihr einen weiteren Tag zu entreißen, den sie Blut und Tod tränken konnte.
 
Nun dachte sie, hätte sich das alles endlich ausgezahlt, und sie hätte nach all dem Schmerz und dem Leid in Miandra eine andere Person gefunden, die ihr diesen Traum erfüllen konnte. Doch dies erwies sich mehr und mehr als Trugschluss, denn die schwarzhaarige Frau war offensichtlich nicht dazu in der Lage, ihr das zu geben, was ihr Herz so sehr verlangte. Was sollte nun aus ihr werden? Beim letzten Mal verwandelte sie dieser Verlust in eine kaltblütige Killerin, die ohne Gewissensbisse alles und jeden tötete, der ihr in die Quere kam. Doch nun? Was würde nun geschehen? Würde sie sich jetzt zu einer kranken Psychopathin entwickeln, der lediglich ein falsches Wort ausreichte, um Blut zu vergießen? Gab es dann überhaupt noch Hoffnung für sie? Oder läutete dieser erneute Rückschlag jetzt langsam aber sicher ihr endgültiges Ende herbei? Ein Ende, welches sie ja schon vor etlichen Jahren erleiden sollte.
 
Gedankenverloren beobachtete sie einen weiteren Stern, der augenscheinlich vom Himmel fiel, bevor sie wieder in die Realität zurückgerissen wurde. Ein plötzlicher Gedanke machte ihr zu schaffen und ließ sie aufschrecken. Miandra war ziemlich aufgewühlt vom Dach gestürzt. Was, wenn sie sich selbst etwas antat? Wenn sie davon überzeugt war, dass ihr Leben nichts mehr wert sei, und sie nur so ihre Probleme lösen könnte? Das könnte sich Vernita niemals verzeihen.
 
Die Elfe setzte sich ruckartig auf, bevor sie so schnell es ihr möglich war, vom Dach kletterte. Unten angekommen blickte sie sich suchend um, konnte aber keine Spur von Miandra entdecken. So machte sie sich auf, sie zu finden. Sie stellte dabei die halbe Hafengegend auf den Kopf und machte sich währenddessen die größten Vorwürfe. Schließlich und endlich, als sie gerade schon die Hoffnung aufgeben wollte, fand sie die schwarzhaarige Frau am alten Hafenbecken hocken und auf das Meer hinausstarren.
 
„Da bist du ja. Ich habe mir schon Sorgen um dich gemacht“, meinte sie tonlos, wobei sie einige Meter hinter Miandra stehen blieb und diese nur aus den Augenwinkeln betrachtete. „Falls du es noch wissen möchtest…alles, was ich von dir will, ist das, was alle lebenden Wesen wollen. Ich suche nach deiner Wärme, deiner Geborgenheit. Ich möchte deine Haut auf der meinen spüren und deinen Atem in meinem Nacken. Ich suche nach jemandem, der für mich da ist und für den ich auch da sein kann. Ich will bis tief in deine Seele blicken und biete dir dafür meine eigene. Mich dürstet einfach nur nach dem Glück, was scheinbar allen anderen Leuten zuteil wird…nur mir eben nicht…“
 
Ihr Herz krampfte sich zusammen und fühlte sich so an, als würde jemand mit einer Schraubzwinge jegliches Leben aus diesem herauspressen und den Abwasserschacht hinunterspülen. Und ihr Gesicht versteinerte zu einer scheinbar leblosen Maske, als sie weitersprach. „Doch mir ist klar geworden, dass du mir dieses Glück ebenso wenig geben kannst wie es auch sonst niemand auf dieser Welt tun kann. Und das bricht mir das Herz. Und auch wenn ich dieses Gefühl für dich nicht abstellen kann, so sehr ich das vielleicht auch zu wünschen vermag, so werde ich dich trotzdem nicht mehr damit behelligen. Somit habe ich beschlossen, dir deine Tochter zurückzuholen, wie ich es dir versprochen habe. Und anschließend haben mich Schmerz und Tod wieder, so wie es schon immer in meinem Leben gewesen ist. Nur dieses Mal werde ich die Klinge willkommen heißen, die meiner wertlosen Existenz ein Ende bereitet. Der Tod war eh immer der einzige Begleiter, den ich jemals wirklich hatte…wird also Zeit, dass wir beide uns ein wenig näherkommen. Es kümmert ja eh niemanden, ob ich lebe oder sterbe, also spielt es auch keine große Rolle, wenn er mich etwas früher zu sich holt, nicht wahr?“
 
Die Elfe wandte sich zum Gehen ab, hielt dann aber doch noch für einen Moment inne. „Mach‘ dir aber deswegen jetzt keine Vorwürfe, Miandra. Das hat nichts mit dir zu tun. Ich habe nur erkannt, wie sinnlos mein Leben im Grunde ist und dass es eigentlich schon immer so war. Es wäre wohl für alle das Beste gewesen, wenn ich bereits wie bereits mein Sohn im Kindbett gestorben wäre. Das hätte dieser Welt sicher eine Menge Ärger erspart. Und eine Menge Blut. Doch jetzt entschuldige mich bitte. Ich bin plötzlich so unsagbar müde. Ich denke, ich werde mich ein wenig hinlegen und schlafen. Vielleicht habe ich ja das Glück und dieser Alptraum von einem Leben findet morgen endlich sein Ende. Ich bin es so leid…ich…ach, vergiss es. Ich plappere nur noch dummes Zeug. Ich gehe jetzt schlafen und das solltest du auch bald tun. Morgen wird es sicher wieder ein anstrengender Tag werden. Und irgendwie scheinen sie auch immer länger zu werden…“
 
Nach diesen Worten setzte sich Vernita in Bewegung und schlurfte langsam und kraftlos in Richtung des Lagerhauses.
 

Modifié par Aliens Crew, 15 juillet 2011 - 10:58 .


#1952
Kaysallie

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Es dauerte eine Weile, bis Miandra es schaffte sich zu beruhigen. Immer wieder wischte sie sich Tränen von den Wangen, während sie der kalte Meereswind wieder und wieder schaudern ließ. Dabei wusste sie nicht einmal genau warum sie gerade so wütend geworden war. Nie hatte sich jemand für sie ernsthaft interessiert. Sie hatte sich damit abgefunden und es akzeptiert. Und nun? Nun hatte sie jemanden getroffen, der mit ihr seelenverwandt war, und ihr wahrscheinlich all das geben konnte was ihr seit ihrer Kindheit fehlte. Aber das Beste, was sie damit anzufangen wusste, war es wegzustoßen oder zu ignorieren. Doch sie wusste wirklich nicht anders damit umzugehen. Was sollte sie sonst tun? Das war das, was sie immer tat, und das, was immer funktionierte.

Nur funktionierte es nicht. Es funktionierte schon seitdem sie Vernita kennengelernt hatte nicht mehr. Und dennoch stand Miandra ihr Kopf immer wieder im Weg und wehrte sich gegen jegliches Gefühl. Immer wieder bekam sie Angst, wusste inzwischen aber gar nicht mehr wovor.

Sie atmete tief durch und wischte sich Tränen von den Wangen.

Noch nie hatte sie so viel geweint, wie an diesem Tag, und dabei wusste sie nicht einmal, warum sie weinte. Wahrscheinlich weil sie sich dafür schämte, dass sie letztendlich doch wieder weggelaufen war, und Vernita einfach mit all den Fragen, die sie ihr an den Kopf geworfen hatte, alleine ließ. Eigentlich wollte sie doch nicht mehr weglaufen. Eigentlich wollte sie... ja was wollte sie eigentlich?

Miandra wischte sich eine weitere Träne von der Wange und blickte zum ersten mal auf das Meer vor sich, über dem die unzähligen Sterne den Himmel erleuchteten, und deren Licht sich in sanften Wellen widerspiegelte. Es war ein überwältigender Anblick, der sie jedoch für den Moment nicht im geringsten berührte.

Was wollte sie? Hatte sie nicht gerade eben Vernita eine ähnliche Frage gestellt? War es das was sie wollte? Jemanden, der ihr diese Frage abnehmen konnte? Jemanden, der ihr sagen konnte, wie sie mit all dem umgehen sollte?

Miandra wurde aus ihren Gedanken gerissen, als sie die Elfe plötzlich hinter sich hörte. Sie spürte, wie sie sich verkrampfte, regte sich jedoch kein Stück. Auch blickte sie nicht nach hinten, als Vernita geendet hatte und wieder verschwand.

Es dauerte eine Weile bis all diese Worte tatsächlich ihren Geist erreicht hatten und sich ein neuer Schwall aus Fragen in ihrem Kopf bildete. Vernita will das, was alle lebenden Wesen wollen? War das die Antwort auf ihre eigene Frage? All das soll nichts mit ihr zu tun haben? Das konnte die Elfe ja wohl selbst nicht glauben... natürlich war es ihre Schuld, weil sie zu unfähig war Gefühle zuzulassen... weil sie sogar zu unfähig war darüber zu reden. Ja, sie war sogar zu unfähig Gedanken daran zu tolerieren. Und immer wieder tat sie Vernita damit weh, was sie doch überhaupt nicht wollte.
Aber was wollte sie?

Wieder war Miandra bei dieser Frage angelangt. Sie drehte sich im Kreis, und konnte immer wieder die bitteren Worte, und den damit verbundenen Schmerz, der Elfe in ihren Ohren hören, die ihr immer wieder neue Tränen in die Augen trieben. Oder war es einfacher sich zu fragen, was sie nicht wollte?

Miandra blieb noch einige Zeit auf dem kalten und nassen Boden sitzen, ließ all das immer wieder vor ihrem geistigen Auge abspielen, und suchte nach Antworten auf all diese Fragen, als sie sich schließlich auf die Unterlippe biss und abrupt aufstand. Direkt aus dem Stand lief sie los und steuerte auf den Eingang des Lagerhauses zu, vor welchem sie schnaubend stehen blieb. Kurz schnellten noch einmal all die Gedanken und vielen Fragen in ihr hoch, aber als sich ihre Atmung wieder normalisiert hatte, öffnete sie langsam die Türe vor sich, trat ein und machte diese wieder leise hinter sich zu. Es brannte keine Kerze mehr, sodass sie nur Umrisse erkennen konnte. Doch sie hatte viel Zeit in dem Lagerhaus verbracht und benötigte nicht mehr Sicht, um zu wissen wo sie hinmusste. Sehr vorsichtig ging sie durch den Raum, um nicht auf irgendwelche Gegenstände zu treten, und sie spürte, wie jeder weitere Schritt eine gewisse Unsicherheit herbeirufen wollte. Miandra schüttelte es zur Seite und blieb schließlich vor der Liege stehen, auf welcher sich die Elfe bereits eingefunden hatte. Sie lag an einem anderen Ort als sonst, zumindest kam es Miandra so vor, aber sie war sich sicher, dass Vernita noch nicht schlief, doch selbst wenn sie sich irren würde, so würde sie es spätestens dann merken, wenn ihr diese aus Reflex ein Kurzschwert in den Magen rammen würde. Für den Bruchteil einer Sekunde starrte sie nach unten, und zweifelte, doch dann kniete sie sich auf den Boden, legte mit einer Handbewegung ihren Umhang ab, und ließ sich neben Vernita auf der Liege nieder. Ohne sie anzusehen oder etwas zu sagen, hob sie die dünne Decke ein Stück an, und rückte so dicht an die Elfe heran, bis sie deren Körper an ihrem eigenen spüren konnte. Sie lag ein wenig höhenversetzt, und so legte sie ihren Kopf seitlich auf Vernitas Brust, ihre Arme um deren Körper, und schmiegte sich fest an sie. Dabei schloss sie die Augen und atmete deren Geruch ein, wobei ihr erneut eine Träne an der Wange hinab lief und sich in den Hemdenstoff der Elfe saugte. Erst dabei merkte sie, wie sehr ihr eigener Puls raste, und dass sie leicht zitterte. Wohl wegen der Nervosität, aber auch, da sie recht lange an dem kalten Ufer gegessen hatte. Es war ihr gar nicht aufgefallen, dass sie dort gefroren hatte, doch jetzt wo sich die Wärme von Vernita auf sie übertrug, bemerkte sie es wirklich.

"Ich... ich will nicht mehr weglaufen", stotterte sie ganz leise. "Und... und ich will nicht, dass Ihr Euch wegen mir nach dem Tod sehnt. Ich will nicht, dass Ihr leidet, und schon gar nicht wegen mir. Ich will keine Angst mehr haben und ich will nicht mehr nachdenken... ich will nicht mehr all diese Fragen in meinem Kopf haben... und ich will nicht mehr alleine sein... ich... ich will nicht, dass Ihr weggeht und... und ich alleine zurückbleibe."

Miandra löste sich ein wenig von der Elfe, rückte etwas nach oben, und legte ihre kalten Finger auf deren Wangen. Dabei spürte sie, dass diese tränennass waren, und auch an ihren eigenen Wangen liefen noch immer die Tränen. So sah sie Vernita aus glasigen Augen an und spürte dabei deren Atem auf ihrem Gesicht. "Und... und ich will nicht mehr weinen, nur weil ich nicht weiß, was ich tun soll... und ich will Euch nicht weinen sehen, da Euch Tränen überhaupt nicht stehen."

Bei ihren letzten Worten, lächelte sie schwach, was jedoch nur einen Herzschlag lang anhielt, bevor sich ihre Züge wieder veränderten, und sie Vernita fast schon ängstlich ansah. Denn es war das erste Mal, dass sie so auf jemanden zu ging, wie gerade eben. Miandra wusste nicht, ob es richtig oder falsch war. Sie hatte es einfach getan, und nun spürte sie Angst in ihr hochkommen, davor dass es ein Fehler war. "Glaubst du, dass es reicht, zu wissen was man nicht will?"

Modifié par Kaysallie, 12 janvier 2012 - 11:30 .


#1953
Aliens Crew

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Müde und kraftlos ließ sich Vernita auf ihre Schlafstätte fallen. Sie legte sich auf den Rücken und starrte gebannt in die Dunkelheit. Ihr Tränenfluss war inzwischen versiegt, dennoch wischte sie sich nicht die Wangen ab. Es war nicht von Bedeutung, nicht mehr. Der Schild war zerstört, der Wall niedergerissen und alle Masken gefallen. Wen störten da schon ein paar tränennasse Gesichtszüge? Die Geschichte würde eh nicht danach fragen. Also konnten sie ruhig auch von selbst wieder trocknen.
 
Die Elfe fühlte sich so leer, so hohl wie ein termitenverseuchter alter Baumstamm, der kahl und tot am Waldboden liegend darauf wartete, von der Natur vollständig absorbiert zu werden. Wie lange würde es wohl noch dauern, bis auch sie anfing zu verfaulen? Sie wollte nicht mehr über derartige Dinge nachdenken. Sie hatte einfach genug davon. Sie fragte sich nur immer und immer wieder, wie sie all die Jahre nur so leben konnte wie sie es getan hatte. Welchen Sinn hatte es gehabt, dieses Land vor der Verderbnis zu bewahren und dafür nicht einmal die einfachsten Dinge wie Liebe oder auch nur etwas Anerkennung dafür zurück zu erhalten?
 
Frustriert warf sich Vernita die dünne Decke über und schloss die Augen, um jetzt doch noch etwas Schlaf zu finden. Aber vergebens. Sofort sah sie vor ihrem geistigen Auge Miandra, welche sie packte und anschrie, bevor sie sie allein und niedergeschlagen zurückließ. Ein Stich durchfuhr ihr Herz, als das Bild der Frau, die sie liebte vor ihr zerfaserte und dem Antlitz des Folterknechtes Platz machte, der den Befehl gab, Miandra in diesem Wasserfass zu ertränken. Den Mann, welchen sie für seine Taten gefoltert und in der eisernen Jungfrau zum Sterben zurückgelassen hatte, grinste sie nun hämisch an, bevor er lauthals zu lachen begann. Hohl und gellend hallte dieses Lachen im Schädel der Elfe wider, welches kurz darauf von den keifenden Worten einer Frau begleitet wurde, die sie mit verdrehtem Hals anstarrte, den Strick, welcher ihr Leben beendet hatte, noch um den Hals hängend.
 
‚Habt Ihr mich deshalb getötet?’ hallte die Stimme der Frau in ihrem Kopf herum. ‚Musste ich deswegen sterben? Wegen einer Frau, die Euch eh nicht liebt und es auch niemals tun wird? Klebt das ganze Blut wirklich nur ihretwegen an Euren Händen? Ist sie das überhaupt wert? Ist sie das?’
 
‚Sie liebt dich nicht! Sie liebt dich nicht!’ stimmte der Folterknecht lachend mit ein.
 
‚Wenn es das ist, was ihr wollt, dann nur zu!’ begann die Frau wieder. ‚Lasst Euch weiter für ihre Zwecke missbrauchen und lebt mit dem ganzen Tod, den Ihr ihretwegen verursacht! Ihr werdet schon sehen, wohin das führt!’
 
‚In die Hölle!’ lachte der Folterknecht. ‚Direkt in die Hölle!’
 
‚Hört auf!’ schrie es in Vernita, und sie riss entsetzt die Augen auf. Ihr Herz raste und ihr Atem ging schnell, und es dauerte einen Moment, bis sie sich wieder beruhigt hatte.
 
‚Was passiert nur mit mir? Verliere ich jetzt endgültig den Verstand?’ ging es ihr durch den Kopf, doch ehe sie sich näher mit dieser Frage beschäftigen konnte, öffnete jemand die Lagerhallentür und schlich in dessen Inneres. Aus den Augenwinkeln blickte sie in Richtung des Einganges, doch außer einem undeutlichen Schatten, der sich durch das Dunkel bewegte, konnte sie nichts erkennen. Trotzdem blieb sie ganz ruhig liegen, da sie schon jetzt erkannt hatte, dass es sich bei dem Eindringling um Miandra handelte. Sie kannte die Frau inzwischen gut genug, um sie bereits an ihren Laufgeräuschen identifizieren zu können. So schaute sie wieder nach oben, starr und unbeweglich in die Finsternis dieses Versteckes hinein.
 
Selbst als sich Miandra überraschenderweise zu ihr legte und sich an sie schmiegte, rührte sich Vernita nicht, sondern blieb wie apathisch stocksteif liegen. Die schwarzhaarige Frau flüsterte ihr Dinge zu, Dinge, auf die Vernita schon so lange gewartet hatte, doch die nun Zweifel in ihr aufkommen ließen.
 
Angestachelt durch die Bilder, welche vorhin noch durch ihren Kopf schwirrten, meldete sich ihr Verstand zu Wort, wie immer messerscharf, berechnend und eiskalt:
 
‚Lass dich nicht von ihr einlullen! Sie hat bloß gemerkt, dass sie zu weit gegangen ist und hat nun Angst, dich zu verlieren! Nicht aber, weil sie dich mag, sondern nur, weil sie dich braucht. Als Arbeitstier. Als kaltblütige Killerin, welche die Drecksarbeit für sie erledigt und die ihr den Arsch rettet, wenn sie mal wieder nichts auf die Reihe bekommt! Sobald sie ihr blödes Balg wiederhat, wird sie dich fallen lassen, wart’s nur ab! Du darfst ihr kein Wort glauben! Sie ist ein Miststück!’
 
Doch auch ihr Herz hatte dazu etwas zu sagen:
 
‚Sei still! Was weißt du schon von solchen Dingen? Du kannst immer nur Töten und Vernichten! Was verstehst du schon von der Seele eines lebenden Wesens? Rein gar nichts! Du hast ihr nur Kummer und Leid gebracht! Und nun willst ihr das Glück verwehren, wonach sie so lange gesucht hat? Mach’ das du wegkommst!’
 
‚Ohne mich wäre sie schon lange tot!’ sagte ihr Verstand zu ihrem Herzen. ‚Wie oft habe ich ihr schon das Leben gerettet?’
 
‚Und ohne mich hätte sie nie den Willen gehabt, überhaupt weiterleben zu wollen! Was wäre sie denn ohne ihre Hoffnungen und Träume, die ich ihr gebe und ihr damit Stärke verleihe? Nichts weiter als eine leblose Puppe! Ein Spielzeug! Ein Nichts! Also misch’ dich gefälligst nur dann ein, wenn du gefragt wirst!’
 
‚Das reicht!’ mischte sich Vernita in diesen „Disput“ ein. ‚Ich will von euch nichts mehr hören!’
 
Die Elfe versuchte ihre Menschenkenntnis zu benutzen, um Miandras Motive zu deuten, doch es half ihr nichts. Normalerweise konnte sie sich hundertprozentig auf ihren Instinkt verlassen, doch war sie in diesem Fall viel zu sehr involviert. Ihr fehlte die Distanz zu der ganzen Sache, um objektiv entscheiden zu können. Zu sehr hatte diese Frau ihre Seele berührt. Erst Miandras letzte Frage ließen alle Zweifel verblassen und sorgte dafür, dass Vernitas Herz die letztendlich Oberhand gewann.
 
„Ich weiß nicht, ob es reicht, Miandra“, meinte sie leise und sah zum ersten Mal der Frau neben sich tief in die Augen, wobei ein leichtes Lächeln sich auf ihre Lippen legte. „Aber es ist zumindest ein Anfang.“
 
Die Elfe schlang nun ebenfalls ihre rechten Arm um Miandras Körper und drückte die Frau fest an sich. Sie fühlte den rasenden Herzschlag in der Brust Miandras an ihrer eigenen und deren heißen Atem auf ihrem Gesicht.
 
„Bitte bleib’ heute Nacht bei mir“, flüsterte sie sanft. „Lass’ mich deine Wärme und deine Nähe spüren. Und sei es auch nur dieses eine mal. Ich sehne mich so sehr danach. Verwehre mir nicht diesen Wunsch. Es ist alles, was mein Herz begehrt.“
 

Modifié par Aliens Crew, 29 juin 2011 - 03:21 .


#1954
Kaysallie

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Erleichterung machte sich in Miandra breit als Vernita sie dann doch endlich wahrnahm, antwortete und sie mit einem ihrer kräftigen Arme an sich drückte. Je länger sie neben der Elfe gelegen hatte, umso stärker war ihr bewusst geworden, welche Schmerzen sie ihr zugefügt hatte, denn nicht einmal als Vernita ihr vorhin von ihrem Sohn erzählte, sah sie so teilnahmslos, schwach und niedergeschlagen aus, wie gerade eben. Es versetzte Miandra einen tiefen Stich, der mehr schmerzte als die vielen Worte, die sie vorhin aus deren Mund gehört hatte. Wahrscheinlich hätte sie sich all die vielen Fragen gar nicht gestellt, wenn sie sich nur einmal umgedreht und es nicht nur gehört, sondern auch gesehen hätte. Es war ein tiefer unerklärlicher Schmerz, der von Herzschlag zu Herzschlag größer wurde. Und auch ihre Angst, mit ihrer immerwährenden Abweisung schlussendlich jedes Gefühl in der Elfe vernichtet zu haben, stieg stetig an. Miandra rechnete bereits jeden Augenblick damit, dass Vernita sie von sich stoßen würde, und wäre es so gewesen, hätte sie es sogar verstanden. Es hätte unendlich weh getan, aber sie hätte es verstanden. Sie hätte es gar nicht anders verdient... Doch dann wurde sie, so wie fast immer, angelächelt und sie spürte, wie all ihre Angst auf einen Schlag verschwand, und von einem Gefühl verdrängt wurde, welches sie nicht beschreiben konnte.

„Natürlich bleibe ich bei dir", flüsterte sie ohne nachzudenken mit einer erstaunlichen Ruhe und versuchte dabei zu lächeln. Währenddessen streifte sie Vernita die letzten Tränenreste von den Wangen, wobei sie die Elfe so sehr mit ihrem Blick fixierte, dass sie gar nicht bemerkte, dass auch an ihren eigenen Wangen noch immer Tränen hinab liefen. „Solange, wie du willst", fügte sie noch leise hinzu, während sie sich wieder komplett an Vernita schmiegte, und sie so fest an sich drückte, als würde sie sie nie wieder loslassen wollen. Und so schloss Miandra ihre Augen, wodurch auch endlich ihre Tränen verebbten. Sie lauschte dem Atem von Vernita und spürte, wie sich deren Wärme immer weiter auf sie übertrug. So lange hatte sie sich vor diesen Moment gefürchtet und wollte ihm aus dem Weg gehen, doch nun wünschte sie sich er würde nie mehr enden. Keine Fragen oder Sorgen beschäftigten sie mehr, und zum ersten Mal in ihrem Leben fühlte sie sich... wirklich zu Hause. Doch leider wurde dieses Gefühl der Geborgenheit von endloser Müdigkeit begleitet, und so driftete sie, schneller als gewollt, allmählich in einen ruhigen Schlaf.

Modifié par Kaysallie, 12 janvier 2012 - 11:31 .


#1955
Aliens Crew

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Miandras Worte und Zärtlichkeiten berührten Vernitas Herz wie bisher nichts anderes in ihrem Leben, gaben ihr Frieden, Hoffnung und Mut. Dinge, die sie vor wenigen Augenblicken noch als für immer verloren glaubte. Sie spürte neue Kraft durch ihren Körper fließen, und sie war erfüllt von einem Gefühl der Euphorie. Sie schien endlich das zu bekommen, wonach sie ein Leben lang gesucht hatte, auch wenn sie es die meiste Zeit über nicht gewusst, sondern stets nur verdrängt hatte. Sie wünschte sich, dass dieser Augenblick nie vergehen würde und kostete ihn voll und ganz aus, auch wenn sie plötzlich das dumpfe Gefühl hatte, dass sich ihre Situation in Kürze drastisch verschärfen würde. Doch für den Moment schob sie diese finsteren Gedanken gleich zur Seite. Morgen war auch noch Zeit, sich darüber Sorgen zu machen. Heute zählte für sie lediglich, dass sie mit Miandra zusammen war, der Frau, die sie mehr liebte als ihr eigenes Leben. Der Frau, mit der sie den Rest ihres Lebens verbringen wollte.
 
Die Elfe spürte, wie die Umarmung Miandras an Intensität verlor, und ein kurzer Blick zeigte ihr auch gleich den Grund. Die Frau war in ihren Armen eingeschlafen. Friedlich und entspannt lag sie auf Vernitas Brust und atmete ruhig und gleichmäßig.
 
„Schlaf gut, Licht meines Lebens. Du hast es dir verdient“, hauchte Vernita leise, bevor sie wieder zur Decke blickte, doch diesmal zeugte ihr Gesicht von einer Zufriedenheit, welche ihresgleichen suchte. So lag noch eine Weile wach neben der Frau ihrer Träume und genoss einfach deren Nähe. Schließlich übermannte auch sie die Müdigkeit, und sie fiel in den ruhigsten Schlaf ihres bisherigen Lebens.
 
 

Modifié par Aliens Crew, 29 juin 2011 - 04:03 .


#1956
Kisu

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Sha´ira hatte jegliches Zeitgefühl verloren , als sie erwachte . Sie hatte keinen blassen Schimmer , ob es Tag , Nacht , oder irgendetwas dazwischen war . Doch die Zeit spielte für sie keine Rolle . Sie war mit anderem beschäftigt .

Das erste , was sie in die Realität zurückholte waren sanfte und gleichmäßige Atemzüge und eine kleine weiche Hand , die in der ihren lag . Sie drückte die Hand und drehte sich um , nur in Lydias friedliches Gesicht zu blicken . Zum ersten mal musste sich Sha´ira wirklich eingestehen , das sie verliebt war . Und das machte ihr Angst . Sie war noch nie zuvor verliebt gewesen , und war auch nie sonderlich erpicht darauf gewesen , doch in den wenigen Tagen , in denen sie Lydia kannte , hatte sich für sie einiges geändert . Sie hatte jemanden gefunden , der ihr uneingeschränkt vertraute und dem sie ebenfalls uneingeschränkt vertrauen konnte .

Vorsichtig setzte sie sich auf und betrachtete das Mädchen . Lydia war klein und schlank , sie wirkte zierlich , fast schon zerbrechlich und unendlich grazil . Es war ihr schon aufgefallen , als sie sie zum ersten mal sah , alles was sie tat , wirkte in einer seltsamen Weise grazil und anmutig .

So saß sie noch eine ganze weile , bis Lydia ebenfalls aufwachte und sich herumwälzte .
" Ahai , guten Morgen . Gute geschlafen ? " Fragte Sha´ira und bakam ein zartes aber unmissverständliches lächeln als Antwort . Als Lydia endlich vollständig wach und angekleidet war , fragte sie weiter .
" Komm , wir suchen uns etwas zu essen . Wollen wir danach zusammen beten ? "
Nachdem Lydia beides bejaht hatte , offenbar hatte sie ebenfalls ein Loch im Bauch , kletterten sie gemeinsam die Leiter ins Lagerhaus hinunter und machten sich auf den Suche nach etwas essbarem .

#1957
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Ein Geräusch ließ Vernita aufschrecken. Sie öffnete schlagartig die Augen und sah sich sogleich hektisch im Raum um, allerdings nur aus den Augenwinkeln, denn sie spürte, dass Miandra noch immer auf ihr lag, und sie wollte die Frau nicht wecken, wenn es nicht unbedingt erforderlich war. Und wie sich herausstellte, war es das auch nicht, denn als die Verursacher der störenden Geräusche stellten sich lediglich Lydia und Sha’ira heraus, die anscheinend das Lagerhaus nach etwas Essbarem durchsuchten.
 
Normalerweise hätte sie die beiden ja dafür angeschnauzt, dass diese sie geweckt hatten, doch hatte sie dadurch nun erneut die Gelegenheit, Miandras Nähe voll und ganz auszukosten. Und dafür war die Elfe den beiden sogar dankbar.
 
Ein Lächeln legte sich auf Vernitas Gesicht, als sie die beiden für einen Moment beobachtete, bevor sie ihre Aufmerksamkeit wieder der schwarzhaarigen Frau widmete, welche friedlich und ruhig auf ihrem Oberkörper lag und schlief. Die gleichmäßigen Atemzüge der Frau wirkten beruhigend auf Vernita, die es eigentlich gar nicht gewohnt war, dass ihr jemand körperlich so nahe kam. Sie fühlte sich deswegen aber keineswegs unbehaglich oder gar bedrängt, im Gegenteil. Ihr ging es gut. Nein. Das war nicht der richtige Ausdruck, reichte nicht im Mindesten dafür aus, zu beschreiben, wie es derzeit in ihr aussah. In ihr wohnte momentan ein Glücksgefühl, welches sie seit dem Tod ihres Sohnes nicht mehr erlebt hatte. Und auch wenn ihr Verstand ihr von dieser Beziehung abriet, da diese sie schwach und verwundbar machte, so sagte ihr Herz ihr, dass es nicht nur gut und richtig war, sondern sich als das Beste herausstellen würde, was ihr jemals widerfahren war.
 
Für einen Moment dachte die Elfe über ihre gemeinsame Zukunft mit Miandra nach. Was sie tun könnten, wenn all das hier hinter ihnen lag, doch verwarf sie diese Gedanken gleich wieder. Es war noch zu früh, sich darüber den Kopf zu zerbrechen. Zuviel konnte da noch passieren. Nur eines wollte ihr nicht aus dem Schädel.
 
Durch ihren Beitritt zu den Grauen Wächtern musste sie unweigerlich die Verderbtheit der dunklen Brut in sich aufnehmen, was ihre Lebenserwartung doch drastisch eingeschränkt hatte. Sollte sie jedoch ihren aktuellen Lebensweg so weitergehen wie bisher, so würde sie mit Sicherheit ihr eigenes Ende finden, lange bevor eben diese Verderbtheit ihren unbarmherzigen Tribut forderte.
 
So beschloss sie kurzerhand, einen anderen Weg einzuschlagen als den einer Söldnerin und Auftragsmörderin, sollten Miandra und sie diese Sache hier unbeschadet überstehen. Auch wenn sie sich eingestehen musste, dass sie nicht wusste, was sie stattdessen tun könnte. Denn außer Leute aufzuspüren und zu töten, konnte sie eigentlich nicht viel. Aber sie war überaus motiviert dazu, neue Dinge zu erlernen und auch zu erleben, für ihr eigenes Glück und vor allem auch für das Glück ihrer großen Liebe.
 
Doch für den Augenblick schob sie all diese Gedanken beiseite und genoss einfach nur Miandras Anwesenheit. Lauschte ihren gleichmäßigen Atemzügen und erfreute sich an der Wärme ihres Körpers. Sie legte der Frau erneut ihren Arm auf deren Schulter, welcher während ihrer Nachtruhe an Miandras Rücken hinuntergerutscht war und drückte die Frau sanft an sich, während sie geduldig darauf wartete, dass diese erwachte.
 

Modifié par Aliens Crew, 30 juin 2011 - 05:19 .


#1958
Kaysallie

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Ohne eines bestimmten Grundes schlug Miandra ihre Augen auf. Sofort bemerkte sie, wie träge sich diese noch anfühlten, und es erinnerte sie sofort daran, wie oft es ihr gestern Tränen in die Augen getrieben hatte. Es drang bereits Licht von draußen in das Lagerhaus, also musste sie eigentlich lange genug geschlafen haben. Dennoch fühlte sie sich noch immer völlig erschöpft - was aber nicht hieß, dass sie schlecht geschlafen hatte. Im Gegenteil, sie hatte so gut geschlafen, dass sie am liebsten gleich weiter geschlafen hätte.

Doch als zweites bemerkte sie, dass sie noch immer halb auf Vernita drauf lag und diese bereits wach zu sein schien, da sie deren Arm auf ihrem Rücken spüren konnte. Hatte sie die ganze Zeit in derselben Haltung geschlafen? Schließlich veranlasste sie ein Geräusch dazu diese sinnlose Frage zu vergessen, den Kopf anzuheben, und kurz das Lagerhaus zu überblicken. Doch außer einer schlafenden Neria und zwei jungen Elfen, welche die Taschen mit den Lebensmitteln durchwühlten, war nichts zu erkennen.

So wandte sie den Blick wieder ab und ließ sich zur Seite fallen, da sie Vernita nicht länger als Schlafunterlage missbrauchen wollte. Dabei hielt sie sich jedoch an der Elfe fest und zog diese somit ebenfalls auf die Seite, so dass sie dieser direkt gegenüber lag. Ein leichtes Seufzen entrann Miandras Kehle, da es gut tat endlich in einer anderen Position zu liegen, während sie Vernita aus müden Augen musterte.

Sie wusste nicht recht was sie sagen sollte, denn es war eine völlig fremde Situation für sie. Inzwischen wusste sie auch überhaupt nicht mehr, was richtig oder falsch war. Ja, sie fühlte sich völlig leer und ahnungslos wie ein Kind. Normalerweise befolgte sie einfach gewisse Prinzipien, welche sie immer befolgte, da sie es aufgrund von Erfahrungswerten für richtig - oder eher für sicher - hielt. Nur war sie sich inzwischen nicht mehr so sicher... waren all ihre Handlungsweisen immer falsch gewesen? Miandra wusste es nicht. Das einzige, was sie gerade wusste, war, dass sie neben Vernita lag und dass sie es schön fand nicht alleine zu sein... so wie sie es sonst eigentlich immer der Fall war.

Und sie wusste, dass sie die Elfe noch immer anstarrte, denn aus einem unerklärlichen Grund war ihr immer wieder deren Tätowierung aufgefallen, während sie kurz nachgedacht hatte. Es war komisch, denn auch wenn sie Vernita die letzten Wochen jeden Tag gesehen hatte, so hatte sie sich eigentlich nie Gedanken darüber gemacht. Vielleicht lag es aber auch nur daran, da sie ihr noch nie so nahe gegenüberlag, wie gerade eben.

"Hat es weh getan?", fragte sie unvermittelt, bevor sie vorsichtig mit einem Finger an einer der dunklen Linien in Vernitas Gesicht entlangfuhr, so als hätte sie gedacht, dass sich die Haut deswegen anders anfühlen könnte - was natürlich nicht der Fall war. "Die Tätowierung meine ich... und gibt es einen Grund dafür, wieso man so etwas bekommt? Ich kenne mich mit elfischen Bräuchen nicht sehr gut aus."

#1959
Aliens Crew

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Vernita merkte sofort, als Miandra erwachte, da sie die Frau fast die gesamte Zeit über beim Schlafen beobachtet hatte. Doch sagte sie zunächst kein Wort, sondern lächelte die schwarzhaarige Frau nur überglücklich an, während ihre Augen vor Freude strahlten. Als Miandra sich schließlich von ihr abrollte, ließ sie sich vom sanften Druck der Frau mitziehen. Und so lagen sich die beiden eine zeitlang gegenüber und sahen sich nur schweigend an. Es gab ja eigentlich auch nichts zu besprechen, und manchmal sagte ein Blick auch mehr als tausend Worte.
 
Doch dann brach Miandra das Schweigen und strich mit ihren Fingern über Vernitas Tätowierung. Die Elfe schloss für einen Moment die Augen und genoss einfach die sanften Berührungen ihres Gegenübers. Sie konnte sich nicht mehr daran erinnern, wann sie das letzte Mal so zärtlich angefasst worden war, wenn sie mal von dem Moment der letzten Nacht absah, in dem Miandra ihr die Tränen aus dem Gesicht gewischt hatte. Und Vernita musste sich eingestehen, dass ihr diese Art der Berührung sehr gefiel.
 
„Ja, das hat wehgetan“, antwortete die Elfe schließlich und öffnete wieder in die Augen, nur um in die Miandras sehen zu können. „Sogar ziemlich arg. Aber das macht nichts, denn ich habe diese Tätowierung zu einer Zeit erhalten, in der Schmerzen das Einzigste waren, was mich daran erinnerte, überhaupt noch am Leben zu sein. Doch das liegt ja jetzt endlich hinter mir...“
 
Vernita lächelte ihr Gegenüber für einen Augenblick schweigend an, bevor sie weitersprach. „Und mit elfischen Gebräuchen kenne ich mich auch nicht sonderlich gut aus, musst du wissen. Ich bin ja in der Stadt aufgewachsen, wo die alten Traditionen meines Volkes so nach und nach in Vergessenheit geraten.“
 
Sie schüttelte leicht den Kopf. „Nein, diese Tätowierung hat mir ein Dalish gestochen, der mich während der letzten Verderbnis begleitet hatte und mir dabei half, den Erzdämon und seine Armee zu besiegen. Er war ein Dieb und Meuchelmörder gewesen und von ihm lernte ich alles über das Töten, was ich heute beherrsche. Doch bevor er mich unterrichtete, musste ich erst ein Teil seines Clans werden, auch wenn dieser nur aus ihm selbst bestand. Albern, nicht wahr?“
 
Die Elfe grinste Miandra schief an. „Nun, und zum Aufnahmeritual gehörte eben auch, dass ich mich tätowieren lassen musste, auch wenn ich gut und gerne darauf hätte verzichten können. Nachdem er damit fertig war, nannte er mich immer seinen „Angrôn’Shal’donak“, seinen todbringenden Engel. Ich fand diesen Namen immer ziemlich lächerlich, aber er ließ sich einfach nicht davon abringen, mich so zu nennen. Na ja, was soll’s? Jetzt ist es ein Teil von mir und dieser ganze abergläubische Mumpitz dieses Dalish-Elfen brachten mir wenigstens die Fähigkeiten ein, die ich benötigte, um diesen ganzen Alptraum von einer Verderbnis zu überleben. Hätte er nur halb soviel seiner eigenen Lehren befolgt, wie er mir beigebracht hatte, dann würde er das heute wohl auch noch tun...“
 
Vernita zuckte leicht mit den Schultern. „Vielleicht lag es auch daran, dass wir was am Laufen hatten, keine Ahnung. Nichts ernstes, weißt du. Ich gab ihm lediglich den Sex, den er sich von mir wünschte, doch ich habe nie wirklich was für ihn empfunden. Nur für ihn war die ganze Sache wohl etwas ernster...egal. Es ist vorbei. Die ganze Sache liegt jetzt schon so viele Jahre zurück, dass ich mich nur dunkel daran erinnere. Sag’ mir lieber, wie es dir geht. Hast du gut geschlafen? Also, ich habe auszeichnet geschlafen. Woran das wohl gelegen haben mag?“
 

#1960
Kaysallie

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Miandra lauschte aufmerksam Vernitas Erzählungen und versuchte sich dabei vorzustellen, wie die Elfe wohl ohne diese Tätowierung aussah. Doch im Endeffekt, reichte dafür ihr Vorstellungsvermögen nicht aus.

„Ja der Glaube treibt so Manchen zu ziemlichen Wahnsinn…“, bestätigte sie nachdenklich. „Angrôn’Shal’donak... naja letztlich hat es dann wohl doch gestimmt.“ Miandra dachte so sehr über das Gesagte nach, dass sie im ersten Moment Vernitas letzte Frage gar nicht mitbekam. Denn eigentlich hätte sie nicht gedacht, dass diese Zeichnungen von einem ehemaligen Liebhaber der Elfe stammten, doch schließlich schob sie den Gedanken zur Seite.

„Wie ich ge…?“ gähnte sie hervor und hielt sich noch schnell die Hand vor den Mund. „Zu kurz, wie mir scheint. Aber ja, ich könnte mich daran gewöhnen.“, meinte sie noch mit einem zaghaften Lächeln, bevor sie sich aufrichtete. Erneut sah sie sich kurz um, doch hatte sich an der Situation nicht viel getan, als sie schließlich aufstand und zu den Taschen ging, an welchen sich auch Sha´ira und Lydia bereits vergriffen hatten.

„Morgen“, sagte sie nur knapp und begleitet von einem weiteren Gähnen, ohne die beiden anzusehen. Und auch ohne den Inhalt der Taschen zu prüfen, nahm sie sich einfach eine die noch besonders vollgepackt aussah, und schlenderte damit wieder zurück zu Vernita. Nachdem sie sich hingesetzt hatte durchwühlte sie den Beutel, worin sich bereits hart gewordene Brotlaibe, Schweinespeck, drei Flaschen mit Obstweinen, sowie allerlei getrocknete Früchte, eingewickelt in dünnes Leder, befanden. Erst als Miandra all das Essen vor sich sah, bemerkte sie, wie hungrig sie eigentlich bereits war. So schnitt sie einige Streifen von dem Speck und einem Brotlaib ab, zog den Korken aus einer der Flaschen, und ließ es sich im wahrsten Sinne des Wortes schmecken.

„Also, wie werden wir nun eigentlich weiter gegen die Söldner vorgehen? Oder willst du, dass ich weitere Tavernen abfackle?“ fragte sie schließlich kauend, konnte sich aber ein Grinsen nicht verkneifen.

Modifié par Kaysallie, 12 janvier 2012 - 11:31 .


#1961
Aliens Crew

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Vernita griff sofort zu der Flasche Obstwein, welche Miandra entkorkt hatte und nahm einen kräftigen Schluck daraus. Die Elfe atmete tief durch, nachdem sie die Flasche abgesetzt hatte.
 
„Das hatte ich jetzt gebraucht“, grinste sie in Miandras Richtung und reichte die Flasche an diese weiter, bevor sie auf deren Frage einging. „Nein, das wird wohl nicht viel helfen, fürchte ich.“
 
Vernita musste kurz lachen. „Die werden sicher nicht so blöd sein und sich einfach in das nächste Wirtshaus begeben, wo wir sie wieder angreifen können. Sie haben jetzt gemerkt, dass wir ihnen schaden können, also werden sie sich irgendwohin verkriechen, wo wir nicht so leicht an sie herankommen können. Vielleicht sogar in die Kaserne der Stadtwache.“
 
Die Elfe nahm nun auch das Brot an sich und schnitt sich mehrere Scheiben davon ab, die sie ebenfalls mit Speck belegte. „Mir gefällt das zwar auch nicht, aber nun sind sie wieder an der Reihe, etwas zu unternehmen. Wir müssen uns darauf vorbereiten. Dann können wir ihnen vielleicht eine kleine Überraschung bereiten. Wir sollten nun unsere Konzentration auf diesen Einbruch richten. Möglicherweise bringt uns das ja den entscheidenden Schritt weiter, auf den wir schon so lange warten. Zumindest hoffe ich das. Außerdem habe ich das dumpfe Gefühl, dass es bald ziemlich turbulent zugehen wird. Jedenfalls sollten wir mit allem rechnen. Deshalb werde ich heute auch noch einige Dinge vorbereiten, die wir noch gut gebrauchen können. Vor allem ein paar Fallen und Gifte werde ich zusammenstellen. Du kannst mir ja dabei helfen, wenn du magst. Würde mich zumindest darüber freuen, wenn ich dir in diesen Dingen etwas beibringen darf.“
 
Vernita grinste Miandra an, während sie begann, ihr Frühstück zu vertilgen.
 

#1962
Kaysallie

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"Naja immerhin waren sie blöd genug sich zu trennen... sollten sie uns also hier finden, werden sie bestimmt nicht wieder denselben Fehler machen...", erwiderte Miandra ein wenig abwesend und nahm anschließend einen Schluck aus der Flasche mit dem Obstwein, bevor sie nachdenklich inne hielt und sich dabei einige Male mit zwei Fingern ans Kinn tippte.

"Hmm... Wie viele waren es noch gleich? Vier? Fünf? ... Ich möchte ja nicht wie ein Feigling klingen, aber wenn jeder von denen so gut unterrichtet ist, wie der Blondschopf in der Taverne, dann..."

Miandra wandte den Blick zu Lydia sowie zu Sha´ira und musterte die beiden von weitem. Ob die kämpferischen Fertigkeiten von ihnen reichen würden? Bisher hatte sie keine der zwei je in Aktion gesehen... sie konnte sich nur daran erinnern, was Rowan über die Neue erzählt hatte. Doch irgendwelche Banditen abzuschlachten war nichts im Vergleich zu einem dieser Söldner... und das Mädchen? Sie war jung und beweglich, aber ob das reichen würde? Miandras Blick ging noch kurz zu Neria, welche wohl dank der Blutmagie die beste Hilfe sein würde, aber es brauchte ihr nur jemand zu nahe kommen und ihr den Hals abschnüren, und schon wäre es auch mit den Zaubern zu Ende.

Seufzend blickte sie wieder zu Vernita. "Es könnte ziemlich eng werden... auch wenn wir Fallen haben werden, so werden sie bestimmt auch damit rechnen, oder?"

Je länger Miandra über die ganze Sache nachdachte, umso unwohler fühlte sie sich plötzlich in dem Lagerhaus. Wobei ihr auch Vernitas Vorahnung alles andere als gefiel. Es brauchte sie nur jemand beobachtet und bei der Stadtwache gemeldet haben, und schon könnte diese das Lagerhaus umstellen. Miandra schauderte bei dem Gedanken, da es sie plötzlich daran erinnerte, wie sie von der Stadtwache zusammen mit Azoth abgefangen und nach Fort Drakon gesteckt wurde. Das Gefühl keinen Ausweg zu haben kam wieder in ihr hoch und sie freute sich schon richtig darauf hier raus zu kommen, um den Einbruch bei der Kirche starten zu können. Bei der Kirche... dort rechneten die Söldner bestimmt nicht mit ihnen. Oder vielleicht doch? Miandra schüttelte die Gedanken beiseite. Es würde ohnehin nichts bringen, sich darüber Gedanken zu machen. So nahm sie einen weiteren Schluck aus der Flasche und griff nach einer trockenen Scheibe Brot.

"Ja, ich hoffe, dass diese ganze Sache mit der Kirche bald einen Nutzen bringen wird...", murmelte sie während sie von dem Brot abbiss, bevor sie ein leicht verlegenes Lächeln aufsetzte, und Vernita ein wenig unsicher ansah, "Aber ob ich dir bei den Giften eine große Hilfe sein werde, wage ich zu bezweifeln, ich habe nämlich wirklich absolut keine Ahnung von dem Zeug."

Modifié par Kaysallie, 12 janvier 2012 - 11:32 .


#1963
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Mit dem rechten Fuß trat der Orlaisianer den noch schwelenden, schwarzen Holzbalken zur Seite, welcher scheppert auf einigen Porzellansplittern landete. Darunter kam eine völlig verkohlte Leiche zum Vorschein, von der noch Rauchschwaden aufstiegen. Der Geruch nach verbranntem Holz und Fleisch vermischte sich mit der restlichen Hitze des nächtlichen Feuers.
 
„Das ist sie auch nicht“, meinte die Elfe, welche neben den gerösteten Überresten hockte und diese eingehend untersuchte. Dabei rümpfte sie nicht einmal die Nase. Offenbar machten ihr weder Hitze noch dieser bestialische Gestank etwas aus. „Das war mal ein Kerl.“
 
Sie sah auf und ließ den Blick über den kläglichen Überbleibseln der einst so vornehmen Taverne kreisen. Sie erblickte den Qunari sowie mehrere Soldaten der Stadtwache, die in den verkohlten Resten dieses Gebäudes nach weiteren Leichen suchten. Außerdem befragte der Leutnant der Wache die Tavernenbesitzerin.
 
„Tja, da werden wir uns wohl für heute Nacht eine neue Bleibe suchen müssen“, bemerkte sie noch schulterzuckend und stand auf, bevor sich ein Grinsen auf ihre Lippen legte. „Aber vorher müssen wir wohl noch die Anzahlung von der Besitzerin zurückverlangen. Immerhin haben wir ja für den ganzen Monat im Voraus bezahlt.“
 
Die Elfe wandte sich ab und ging zu dem Magus hinüber, der neben dem weiblichen Zwilling stand, die auf dem Boden hockte und ausdruckslos auf die schwelende Leiche eines der Brandopfer stierte.
 
„Na, kommt schon. Steht endlich auf. Es ist zu spät. Ihr könnt nichts mehr tun“; sagte der Magus zu dem Mädchen gewandt, doch diese schien ihm überhaupt nicht zuzuhören. Regungslos und mit weit aufgerissenen Augen verharrte sie völlig apathisch in ihrer jetzigen Position. Nur mit ihren Händen strich sie sanft über das völlig verkohlte Gesicht des Kadavers. Ruß und Hautfetzen blieben dabei an ihren Fingerspitzen hängen.
 
„Was ist denn hier los?“ fragte die Elfe mit leiser Stimme den Magus.
 
„Die Leiche dort ist wohl ihr Bruder, auch wenn ich nicht erkennen kann, ob er es tatsächlich ist. Aber sie ist wohl felsenfest davon überzeugt. Sie hockte sich einfach dorthin und seitdem rührt sie sich nicht mehr, geschweige denn, dass sie mir antwortet.“
 
„Verstehe“, murmelte die Frau und rieb sich dabei das Kinn. Nachdem sie einen kurzen Moment überlegt hatte, hellten sich ihre Gesichtszüge wieder auf. „Lasst mich es mal versuchen.“
 
„Bitte“, erwiderte der Magus überschwänglich und machte ihr mit einer noblen Handbewegung Platz. Die Elfe trat sogleich hinter den Zwilling und legte ihr mit festem Griff eine Hand auf die Schulter.
 
„Was ist los mit dir, Kleines?“ fragte sie mit harter Stimme. „Heulst du uns jetzt die Ohren voll, weil dein kleiner Bruder ins Gras gebissen hat? Ich dachte du wärst ein Profi und keine Memme! Also, benimm‘ dich auch wie einer!“
 
„Er war ich“, flüsterte das Mädchen mit ihrer Fistelstimme, während eine einzelne Träne ihre Wange hinunterlief. „Wir beide waren eins. Zwei Seiten einer einzelnen Seele. Eine Einheit, untrennbar auf ewig. Und jetzt…“

„Jetzt musst du allein klar kommen! So ist das nun mal im Leben! Finde dich damit ab!“
 
„Ich werde ihr das niemals verzeihen…“
 
„Wen meinst du mit „ihr“? Weißt du etwa, wer das getan hat?“ Die Elfe klang überrascht.
 
„Ja…ja, sicher. Es war diese schwarzhaarige Schlampe, dessen Rüstung ich trage. Ich rieche sie deutlich an der Kleidung meines…meiner anderen Hälfte.“
 
„Dann hilf‘ uns, sie zu finden, und ich verspreche dir, du darfst dich an ihr für diese Sünde rächen! So grausam und ausgiebig wie es dir beliebt!“
 
Ruckartig wandte das Mädchen ihren Kopf in Richtung der Elfe und starrte diese mit hasserfüllten Augen direkt in das Antlitz. Ihre Gesichtszüge waren vor Wut verzerrt und ihre Stimme nahm eine zischende Tonlage an. „Das werde ich.“
 
„Dann finde diesen Albinoelfen für uns. Er wird uns den Weg weisen.“
 
Der Zwilling atmete einmal tief durch, bevor sie ganz langsam aufstand. Den Ring, welchen sie in der rechten Hand hielt und den sie wohl der Leiche abgenommen hatte, steckte sie sich an einen Finger ihrer linken, bevor sie sich abwandte und beinahe schleichend das Trümmerfeld verließ. Sie war kaum drei Schritte gegangen, da drehte sie noch einmal den Kopf in Richtung der beiden. „Folgt mir.“
 
Nach diesen Worten setzte sie sich wieder festen Schrittes in Bewegung.
 
„Wirklich ausgezeichnete Arbeit, meine Liebe“, lobte der Magus die Elfe mit einem zufriedenen Nicken.
 
„Das Schüren von Hass war schon immer eine Spezialität von mir“, grinste diese zurück „Sie wird jetzt noch gefährlicher sein, als es ihr Bruder und sie vor dessen Tod jemals gewesen waren...“
 
___________________________________________________________________________
 
„In der Schmiede waren es noch sechs von diesen Söldnern gewesen, wovon wir jetzt zwei ausgeschaltet haben. Bleiben also noch vier. Doch ich gebe dir recht…sie werden ab jetzt weitaus vorsichtiger sein. Aber selbst wenn sie nicht in unsere Fallen rennen werden, so werden diese sie zumindest ausbremsen, falls sie hier auftauchen sollten. Das verschafft uns etwas Zeit, um von hier zu verschwinden. Und keine Angst. Ich werde dir schon sagen, was du tun musst, wenn wir diese Fallen zusammenbasteln“, lächelte Vernita die schwarzhaarige Frau an, bevor sie wieder ernster wurde.
 
„Doch leicht wird es trotzdem nicht, das ist schon wahr. Unsere beste Chance ist immer noch, dass wir in der Kirche etwas Brauchbares finden, mit dem wir den Auftraggeber dieser Söldner das Handwerk legen können. Dann erledigt sich das Problem mit diesen Typen von ganz allein. Denn kein Söldner wird seinen Arsch riskieren, wenn er dafür nicht auch entlohnt wird. So etwas wie diese angebliche Söldnerehre gibt es nämlich nicht. Schalten wir also Eshtá aus, so sind wir auch die Söldner los. Nur dafür muss ich wissen, was jeder von uns so drauf hat.“
 
Vernita verschlang noch den Rest ihres Frühstücks und nahm einen letzten, kräftigen Schluck aus der Weinflasche, bevor sie zu ihren Schwertern griff. Sie zog die Waffen einfach aus ihren Scheiden, welche sie achtlos zu Boden fallen ließ. „Was Neria und du können, das weiß ich ja bereits. Selbst Lydia habe ich schon kämpfen gesehen, was sie auch durchaus beherrscht, auch wenn sie mir etwas zu ungestüm agiert. Das funktioniert vielleicht bei den Soldaten, welche in Fort Drakon stationiert sind, doch diese Söldner sind da schon eine ganz andere Klasse. Nur von unserem Neuzugang habe ich noch nichts gesehen. Wird Zeit herauszufinden, wie wertvoll dieser für uns ist.“
 
Die Elfe stand auf und ging entschlossenen Schrittes auf Sha’ira zu, welche mit Lydia zusammenhockte und sich mit dieser unterhielt. Vernita ließ die Klingen ihrer Waffen gegeneinander klirren, während sie die Elfe mit finsterem Blick musterte. Dicht vor Sha’ira blieb sie stehen und blickte der Frau eindringlich in die Augen.
 
„Also schön, Nevarerin!“ blaffte sie diese grimmig an. „Ihr wollt gemeinsam mit uns in die Schlacht ziehen, also zeigt mir, dass ihr dafür auch gut genug seid. Schnappt Euch Eure Waffe und lasst uns kämpfen! Ich fordere Euch zu einem Übungskampf heraus!“
 

Modifié par Aliens Crew, 05 juillet 2011 - 09:41 .


#1964
Kisu

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Sha´ira blickte Vernita in die Augen und hob eine Augenbraue . Sie lies eine gewisse Kunstpause verstreichen , bevor sie der Elfe antwortete .
" Guten Morgen Vernita . Was hat euch denn gebissen , das ihr auf einmal auf ein Duell ausseit ? "
Mit elan sprang sie auf und griff nach ihren Klauenhandschuhen , welche sie zwecks Frühstück abgelegt hatte .
Bevor sie jedoch nach ihren Gleven griff , zögerte sie einen Moment .
" Wollt ihr wirklich , das ich mit beiden Gleven kämpfe ? Nun gut , eure Sache " meinte sie und zuckte mi den Schultern .
" Aber lasst uns nach draußen gehen , in der Sonne trainiert es sich schöner als in diesem dunklen Loch . "
Als sie draußen in der Sonne standen und Sha´ira sich auf den Kampf vorbereitete , begann sie sich zu wundern .
" Sagt Vernita , " begann sie plötzlich ", glaubt ihr an die alten Götter ? Mir ist noch nicht aufgefallen , das ihr beten würdet , oder das ihr generell an etwas ... nun ja , glauben würdet . Ihr geht tagein tagaus euren Lebensweg und doch glaubt ihr nicht .Oder zumindest kommt es mir so vor . Wenn ich mich recht entsinne , dann kommt ihr aus der Stadt . Habt ihr nie die Geschichten und Lieder unserer Vorfahren gehört oder die alten Gebete gelernt ? "
Doch Vernitas Blick war ablehnend und so schüttelte sie den Kopf und beendete es mit einem " Vergesst es . "
Nachdem sie die Scheiden von den Klingen der Gleven gezogen und sie sorgfältig auf eine Kiste gelegt hatte winkte sie Vernita zu .
" Ihr bestimmt die Regeln . Ihr vordert heraus . Möge die bessere gewinnen . "

#1965
Aliens Crew

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„Schwafelt Ihr aus Nevarra eigentlich immer so viel, bevor Ihr in den Kampf zieht?“ spotte Vernita verächtlich grinsend, während sie ihre Schwerter kreisen ließ. „Dann überrascht es mich, dass Euch die Qunari nicht schon längst überrannt haben!“
 
Die Elfe wartete noch bis ihre Gegnerin endlich bereit war, bevor sie unvermittelt auf diese zustürmte. Sie hielt ihre Schwerter nach unten, bereit jeden Angriff Sha’iras zu blocken. Doch diese verstand auch ihr Handwerk wie Vernita feststellen musste, denn diese kam gar nicht so nahe an ihre Gegnerin heran, um effektiv ihre Schwerter benutzen zu können, da ihre Gegnerin schon mit einem ihrer speerähnlichen Waffen in deren Richtung stieß.
 
Die Elfe stoppte ihren Lauf und wich diesen Angriff aus, wobei sie den Klingenspeer ihrer Gegnerin zusätzlich noch mit einem ihrer Schwerter noch zur Seite stieß. Klirrend trafen dabei die beiden Klingen aufeinander. Sha’ira setzte mit ihrem zweiten Speer nach, woraufhin Vernita einen Schritt zurücksprang. Die Waffe zischte knapp an der Elfe vorbei, während die Kriegerin sich geschwind um ihre eigene Achse drehte und anschließend wieder Vernita fixierte und diese angrinste. Für die junge Nevarerin schien das Ganze ein großer Spaß zu sein.
 
Die Elfe hingegen studierte während dieser Übung Sha’iras Kampftechnik, welche ziemlich ungewöhnlich war. Noch nie hatte Vernita gesehen, dass jemand mit zwei Speeren zugleich kämpfte, wobei ihr die Machart dieser Waffen ebenfalls völlig unbekannt war. Doch das machte die Kriegerin recht geschickt, indem sie die Speere sozusagen als Verlängerung ihrer eigenen Arme benutzte. Somit hatte sie zwar eine ziemliche Reichweite, doch erkannte die Elfe auch, welchen entscheidenden Nachteil diese Methode mit sich brachte. Es war Sha’ira auf diese Weise nicht möglich, einen gegen sie geführten Angriff zu parieren. Dafür war der Umgang mit zwei Speeren einfach zu unflexibel.
 
Dummerweise kam Vernita aber nicht nahe genug an die Nevarerin heran, um überhaupt eine Attacke ansetzten zu können. Immer wieder hielt Sha’ira sie mit ihren Angriffen auf Distanz. Allerdings ging es der Kriegerin ähnlich, da die Elfe viel zu gewandt war, um von den Hieben oder Stichen ihrer Gegnerin wirklich ernsthaft in Gefahr zu geraten. Das Ganze lief also auf ein Unentschieden hinaus.
 
„Ihr seid wirklich nicht schlecht, das muss ich Euch lassen“, bemerkte Vernita, während sie einen weiteren Stich Sha’iras parierte. „Doch wäre dies ein echter Kampf, dann hätte ich Euch schon lange mit einem meiner Sprengfeuer abgefackelt.“
 
Die Elfe lachte spöttisch, doch in Wahrheit ärgerte sie sich darüber, dass sie nicht näher an ihre Gegnerin herankam. So tat sie das, was sie in solchen Situationen immer tat…sie improvisierte. Als der nächste Angriff Sha’iras auf sie zukam, sprang Vernita erneut zurück und ging dabei in die Hocke, während sie eines ihrer Schwerter in den Boden rammte. Anschließend spurtete sie los, direkt auf ihre Gegnerin zu.
 
Diese reagierte umgehend, vollführte eine komplette Drehung und ließ dabei ihre Klingenspeere von der Seite her auf die Elfe zurasen, welche jedoch mit einer solchen Attacke gerechnet hatte. So tauchte Vernita unter den Waffen ihrer Gegnerin hinweg, wobei sie mit ihrer freien Hand nach dem zweiten Speer griff. Und während der erste wirkungslos über sie hinwegzischte, entriss sich Sha’ira mit ihrem eigenen Schwung und Vernitas kräftigen Gegendruck sozusagen ihre eigene Waffe.
 
Die Elfe lachte schadenfroh auf, als sie merkte, dass ihrer Gegnerin einer ihrer Klingenspeere entglitt, kreiselte direkt herum und schleuderte diesen zur Seite, wo polternd auf der Straße landete. Danach sprang sie wieder zurück, ergriff das Schwert, welches sie zuvor in den Boden gerammt hatte und zog es wieder heraus. Mit einem höhnischen Grinsen auf den Lippen richtete sie sich erneut auf, während sie ihre Waffen durch die Luft zischen ließ.
 
„Ich hoffe, Ihr seid mit einem Speer genauso gut wie mit zweien, denn jetzt gehen wir endlich zum echten Nahkampf über!“ spottete die Elfe abfällig.
 
Sha’ira knurrte verärgert. Sie war nach dieser Aktion instinktiv zwei Schritte zurückgesprungen, um die Elfe auf Distanz zu halten. Nun packte sie ihren verbliebenden Speer mit beiden Händen und machte sich für Vernitas nächsten Angriff bereit.
 
 

#1966
Kisu

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Sha´ira knurrte wie ein aufgestachelter Hund . Vernita hatte sie teilweise entwaffnet , das war gegen ihren Plan gewesen . Schlimm was das nicht , doch es ärgerte sie . Bis jetzt konnte sie die Elfe noch von sich fernhalten und das wollte sie auch so belassen .

Vernita war nicht wirklich schnell oder flink , aber als langsam und behäbig konnte Sha´ira sie auch nicht bezeichnen . Angriffe konterte sie , doch für Gegenangriffe die sie näher als Speerlänge heranbrachten , war sie einen Tick zu langsam .

Das was ihr jedoch einen Bonus verschaffte , war ihre Kraft . Sie war stark und das sah man ihr auch an . Wenn sie parrierte , parrierte sie mit der Festigkeit von Nevarranischem Basalt .

Doch für Sha´ira endete der Spaß jetzt . Mit nur einem Speer bewaffnet , war sie zwar gezwungen Vernita näher an sich heranzulassen , noch konnte sie jetzt ihre Kraft ausspielen .

Sha´ira begann die Technik Vernitas zu verstehen . Es war ein großteil passives kontern und viel Improvisation . Eine feste Abfolge schien sie nicht zu kennen und so musste Sha´ira ebenfalls ihre Bewegungen ändern , anpassen und überdenken .

Nun versuchte sie den Spieß umzudrehen und Vernita aus der Reserve zu locken . Sie trat ein paar Schritte zurück und stellte sich seitlich zu ihr . Sie senkte bewusst für einen kleinen Moment ihre Deckung und ihre Vorhersagen wurden nicht enttäuscht . Vernita sah die Absichtlichkeit als Versehen an und setzte mit einem großen Sprung zu ihr nach .

Doch was Vernita nicht ahnte , war Sha´iras Reaktion . Anstatt auszuweichen oder zurücksuspringen um Vernitas Hieb zu entgehen , drückte Sha´ira sich kräftig nach vorne ab und rutschte über den nach vorn gebeugten Rücken Vernitas nur um sich hinter ihr abzurollen und mit einem schnellen Schwung ihrer Gleve herumzufahren . Doch Vernita war flink und schnellte zurück .

Zischend durchtrennte die Klinge der Gleve die Luft , kein Fingerbreit von Vernitas Gesicht entfernt . Alles was sie erwischten war ein büschel Haare , welche mit einem leisen zischen abgetrennt wurden und zu Boden fielen .

Nun begann sie ihre Taktik in die Tat umzusetzen .Nach und nach wollte sie Vernita nun entwaffenen . Der erste Schritt war sie zu ermüden und ihr Fehler zu entlocken und diese zu nutzen .

Wieder trat sie zwei Schritte zurück und lockte sie zum Angriff , wieder griff Vernita an . Wieder und wieder schlug sie nach ihr , doch blitzschnelle Schritte zurück ließen jeden Schwung an ihr vorbeigehen .
" Ihr seht das naheliegende nicht . " begann Sha´ira trocken und ohne jedwede Regung zu Vernita zu sprechen . Mit Vernitas nächstem Angriff drehte sie sich zur Seite , das das Schwert an ihr vorbeistach , griff nach der Fehlschärfe nahe des Heftes und entwand ihr eines ihrer Kurzschwerter . Doch das Zweite Schwert war noch sicher in Vernitas hand und traf sie am Oberarm . Der Schnitt war nicht tief , aber er blutete stark .

Sha´ira wirbelte herum und versetzte Vernita einen Tritt in den Bauch , mitdem sie sich zu einem Rückwärtsmanöver abdrückte , um wieder Abstand zu gewinnen .

" Kommt und holt mich ... wenn ihr mich denn fangen könnt ..."

#1967
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Vernita fauchte wütend, als sie eines ihrer Schwerter verlor, welches klirrend zu Boden viel. Sha’ira trat nach, doch traf sie die Elfe nicht richtig, da sie mehr darauf bedacht war, den Abstand zu Vernita zu vergrößern. Die Kriegerin wollte sie mit Hohn und Spott zu unüberlegten Taten animieren, doch dafür sie zu sehr ein Profi. Aus diesem Grund gestand sie sich auch ein, dass ihre Gegnerin wirklich gut war. Sie war etwas schneller und flinker als sie selbst, doch fehlte es ihr an der nötigen Kraft. Jedoch würde sie diese trotzdem nicht mit normalen Standardangriffen bezwingen können. Und um sie mit einem langen Kampf mürbe zu machen, fehlte ihr einfach die Lust, es war ja immerhin nur eine Übung. So beschloss sie, in die Trickkiste zu greifen.
 
Die Elfe ging zwei Schritte zurück und hob ihr Schwert wieder auf, wobei sie Sha’ira keinen Moment aus den Augen ließ. Diese wollte sie wieder mit ihrer niedrigen Deckung zu einer direkten Attacke provozieren. Doch das würde nicht ein zweites Mal funktionieren. Langsam richtete sich die Elfe wieder auf, bevor sie im selben Tempo ganz gemächlich auf ihre Gegnerin zuging. Dabei lag ein wissendes Grinsen auf ihren Lippen.
 
„Ihr seid wirklich gut“, meinte sie lautstark. „Doch leider fehlt es Euch an der nötigen Entschlossenheit, um dieses Duell gewinnen zu können. Darum zeige ich Euch jetzt, wie das geht.“
 
Vernita schritt soweit an Sha’ira heran, dass sie mit ihrem Kurzschwert die Klinge ihres Speers berühren konnte. Sie ließ den Stahl der beiden Waffen übereinander gleiten, was einen hellen Ton hervorrief. Dabei sah sie ihrer Gegnerin tief in die Augen. „Fangen wir an!“
 
Mit einem Stoß beförderte sie den Speer der Kriegerin zur Seite und machte einen Schritt auf diese zu, wobei sie mit ihrem zweiten Schwert zuschlug. Sha’ira sprang zurück und blockte diesen Angriff ab, doch schon folgte der nächste. Immer wieder griff die Elfe an, wobei sie sich ständig um die eigene Achse drehte. Schlag auf Schlag drängte sie die Kriegerin immer weiter zurück, direkt auf die Wand des Lagerhauses zu. Als sie diese fast erreicht hatten und die Elfe gerade wieder gegen den Speer Sha’iras schlug, nutzte sie ihre Drehung, um ihr zweites Schwert ihrer Gegnerin entgegen zu schleudern. Sich selbst überschlagend zischte die Waffe durch die Luft. Dicht neben Sha’iras Kopf flog das scharfe Schwert vorbei und bohrte sich in die Holzwand des Lagerhauses, wo es zitternd stecken blieb. Verblüfft starrte die Kriegerin für einen Moment auf die Waffe dicht vor ihren Augen.
 
Diesen Augenblick nutzte Vernita, um in die Hocke zu gehen, in den Sand der Straße zu greifen und diesen Sha’ira ins Gesicht zu schleudern. Diese konnte ihre Augen nur noch notdürftig schützen, sodass sie für den Moment nichts sehen konnte. Dies nutzte die Elfe gnadenlos aus, um sich ihrer Gegnerin blitzschnell zu nähern und ihr ihre zweite Waffe auf die Brust zu setzen.
 
„Ihr seid tot!“ verkündete Vernita hochgradig zufrieden. „Wie Ihr seht bedarf es manchmal auch schon mal eines unfairen Mittels, um zu siegen. Das verstößt vielleicht gegen Euer Gefühl von Ehre, ist aber eine Lektion, die Ihr noch lernen müsst. Denn im Kampf zählt nur das eigene Überleben und sonst gar nichts.“
 
Die Elfe senkte ihre Waffe und trat näher an Sha’ira heran, griff nach ihrem zweiten Schwert und zog dieses mit einem kräftigen Ruck wieder aus der Holzwand. „Ihr versteht mit Euren Speeren umzugehen, das muss ich Euch lassen. Aber was tut Ihr in beengten Gängen und Räumen, wo Ihr diese nicht einsetzen könnt?“
 

#1968
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Besiegt .

Besiegt . Besiegt ! Hallte es in Sha´iras Kopf wieder . Doch von hinterlistigen Straßenräubertricks lies sie sich nicht bezwingen . Langsam verzog sie den Mund zu einem lächeln , dann begann sie heiser zu lachen .

" Denkt ihr , ein Schwert in der Brust könnte mich einfach stoppen ? Ihr seit eine lustige Person . "

Sha´ira trat einen Schritt nach vorn . " Was ich in einen Umgebungen anstellen werde ? Wollt ihr es wirklich riskieren , das ich euch das zeige ? Ihr seit des Todes . "

Sha´iras Augenlid zuckte kurz , bevor sie sich explosionsartig auf Vernita warf und diese einige Fuß zurückschleuderte , bevor sie beide krachend auf dem Boden landeten .

" Zu schmelzen , was nie gefroren war ! " knurrte Sha´ira und rollte sich von Vernita herunter .

" Zu töten , was nie lebendig war ! " rief sie lauter .

" Zu befreien , was nie verschlossen war !!! " Schrie sie und stürzte im Wahn auf Vernita zu .

Es krachte , als sie beide die Holzwand des Lagerhauses durchschlugen . scheppernd rollten und rutschten sie über den glatten Steinboden . Sha´ira richtete sich auf , knurrte wie ein wildes Tier und donnerte mit der Faust nach Vernitas Kopf . Die rollte sich aber zur Seite und so schlug sie mit voller Wucht auf den Steinboden unter ihnen . Splitter und Staub wirbelten auf , und die große Steinplatte war zerborsten .

Vernita richtete sich vollends auf , doch Sha´ira war einer anderen Waffe habhaft geworden . Sie hob eine der großen Kisten an und schleuderte sie mit voller Kraft nach Vernita . Knurrend setzte sie der Kiste nach , doch Vernita war ausgewichen . Mit einem riesigen Satz sprang sie über die Kiste und landete direkt auf Vernita . Sie rollte sich ab und wirbelte herum , gerade rechtzeitig um eine Chance zu nutzen , die sie sonst kaum mehr gehabt hätte .

Vernita setzte zu einem Gegenangriff an , doch Sha´ira schloss mir einem blitzschnellen Schritt zu ihr auf , packte sie mit einer Hand am Halse und hob sie von den Füßen .

" Tot . Nein . Aber knapp . " sagte sie in einer Stimme , die nicht die Ihre war . Geisterhaft klang sie , mit einem Unterton , als wenn Felsen aneinanderreiben würden .

Dann lies sie Vernita zu Boden und sich selbst auf eine Kiste fallen .
" Das würde ich tun . Aber das ist ungemein anstrengend . Und ich habe nur drei Siegel gebrochen . "

#1969
Kaysallie

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Miandra blieb auf der Liege sitzen und kaute weiterhin auf dem Brot herum, während sie über das Gesagte nachdachte. Doch ihre Gedanken schweiften schnell und ungewollt zu der vergangenen Nacht ab. Aber sie fragte sich nicht mehr wieso es dazu kam, oder ob es richtig oder falsch war, sondern wohin es führen würde. Miandra hatte sich noch nie in ihrem gesamten Leben freiwillig neben jemanden gelegt und es auch noch schön gefunden - eher kam das Gegenteil von beidem in Frage. Doch was hatte das zu bedeuten? Würde das jetzt jede Nacht so sein? Gab es dazu eine Steigerung? Wollte sie überhaupt mehr als das? War mehr überhaupt möglich? Oder eine viel wichtigere Frage: Was wenn sie sich daran gewöhnen würde...? Was wenn es irgendwann gegen ihren Willen enden würde...? Was wenn ihr Kopf von Anfang an recht gehabt hätte? Sie hielt es nicht für gut. Es war nicht gut - doch irgendetwas sagte ihr wiederrum, dass es das doch war.

Miandra seufzte. Konnte sie nicht einmal an nichts denken? War das so schwierig?
Genervt über sich selbst trank sie noch einmal von dem Obstwein, bevor sie die Reste des Essens wieder in der Tasche verstaute und stattdessen ihre Wurfmesser und die Dolche des blonden Jungens vor sich ausbreitete. Miandra kramte noch in ein paar Taschen herum, bis sie schließlich einen Schleifstein fand, und damit begann die Klingen wieder ein wenig auf Vordermann zu bringen. Es wäre zumindest alles andere als vorteilhaft, wenn die Söldner hier aufkreuzen würden, und ihre Waffen stumpf wären. Außerdem hegte sie wenig Interesse daran bei dem kleinen Übungskampf zwischen Vernita und Sha´ira zuzusehen. Ihr reichte es völlig wenn Vernita wusste, was die Neue so drauf hatte. So lehnte sie sich zurück an die Wand des Lagerhauses und zog immer wieder den Stein über die einzelnen Klingen, wobei die Reibung an dem Metall ein kratzendes Geräusch von sich gab.

Gerade als sie sich die Dolche genauer ansah und sich an der hochwertigen Qualität erfreute, vernahm sie ein krachendes Geräusch, welches sie aus ihrer Konzentration riss. Miandra sah verwirrt mit geweiteten Augen auf als sie erkannt hatte, woher der Krach kam. Es dauerte einige Augenblicke bis sie realisierte, dass Sha´ira und Vernita einfach durch die Lagerhauswand gekracht waren. Aber die enorme Wut, mit welcher die Nevarerin agierte, ließ sie für einen Moment erstarren. Doch spätestens als sie sah, wie diese Vernita am Hals hochhob wurde es ihr zufiel. Ohne es wirklich kontrolliert zu haben, war sie bereits aufgestanden und setzte bereits zu einem Wurf mit den Messern an, doch von einer Sekunde auf die andere ließ Sha´ira die Elfe los und setzte sich entkräftet auf eine Kiste.

Miandra beäugte noch einen Herzschlag lang das Geschehen, bevor sich ihre Muskeln wieder ein wenig entspannten. Doch sie warf trotzdem wütend eines der Messer, welches knapp neben dem Schenkel von Sha´ira in die Kiste einschlug und vibrierend darin stecken blieb. "Tut es nochmal, und ich schwöre Euch, ich werde besser... und vor allem höher zielen", zischte sie hervor, bevor sie das andere Messer sinken ließ und sich zögernd wieder hinsetzte, ohne das Geschehen dabei aus den Augen zu lassen.

#1970
Aliens Crew

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Vernita hatte schon die Hand an ihrem Messer, welches wie immer an ihrem Gürtel hing, um damit die Pulsadern Sha’iras aufzuschlitzen, oder gar deren Kehle, als diese sie völlig unvermittelt losließ. Die Elfe blieb in leicht gebückter Haltung stehen und keuchte und jappste nach Luft. Sie bekam nur am Rande mit, dass sich inzwischen auch noch Miandra in die Sache eingemischt hatte.
 
‚Was hat dieses Miststück nur für ein Problem?’ ging es der Elfe durch den Kopf, während sie versuchte wieder zu Atem zu kommen. ‚Nennt die das etwa einen Übungskampf? Na warte, der werde ich es zeigen!’
 
Vernita bewegte ruckartig den Kopf nach oben und fixierte dabei die Kriegerin. Hass loderte dabei in ihren Augen auf, welche tückisch aufzublitzen schienen. In derselben Sekunde stürzte sie auf Sha’ira zu, schneller als ein Blitz hätte einschlagen können. Sie schlang ihren Arm um den Hals der grünhaarigen Frau und rutsche an deren Körper entlang, bis sie auf ihrem Rücken saß und ihr Opfer mit ihrem ganzen Körpergewicht nach unten drückte. Und da Vernita um einiges schwerer als die Kriegerin war, konnte sie diese somit effektiv festnageln. Sha’ira würde dem Griff der Elfe wohl nicht aus eigener Kraft entkommen können. Doch um ganz sicher zu gehen, drückte die Elfe ihr noch das Messer an die Kehle, während sie mit dem Kopf neben dem Ohr der Kriegerin auftauchte.
 
„So, mein Fräulein“, zischte Vernita leise und voller Zorn. „Du hörst mir jetzt zu. Und zwar ganz genau, denn ich werde mich nicht wiederholen. Hätten wir beide vorhin ernsthaft gekämpft, dann würde dein Kadaver jetzt an der Wand dieses Lagerhauses hängen und verfaulen. Hätte ich außerdem heute nicht so einen guten Tag, dann würde ich jetzt all dein Blut vergießen, dir den Bauch aufschneiden und mit deinen Eingeweiden den Boden aufwischen. Und sollte das nicht reichen, dann hätte ich dich in kleine Stücke geschnitten und dich an die Fische verfüttert.“
 
Um ihren Worten mehr Nachdruck zu verleihen, fügte sie der Nevarerin eine kleine Wunde am Hals zu, wodurch ein einzelner Blutstropfen deren Kehle hinunterlief. Die Stimme der Elfe wurde noch eindringlicher als sie weitersprach. „Und sollte etwas derartiges noch einmal geschehen, und du wieder wie eine Irre auf eine von uns losgehst, dann werde ich auch genau das tun. Von jetzt an hältst du dich von uns fern, verstanden? Ferner werde ich dich heute Abend nicht mitnehmen, was ich ursprünglich eigentlich vorhatte, da ich dich für einen Profi gehalten habe. Doch ich kann bei unserem heutigen Vorhaben keine unkontrollierbare Psychopathin gebrauchen, also bleibst du hier, bis ich für dich eine sinnvolle Tätigkeit gefunden habe...vielleicht als Pfeilfang oder etwas in der Art. Und nun verschwinde und sieh zu, dass du das Loch in der Wand repariert bekommst!“
 
Verächtlich stieß die Elfe Sha’ira von sich und steckte das Messer weg. Anschließend ging sie zurück zu Miandra, während sie wütend vor sich hinfluchte. „Wie konnte uns Rowan nur diese durchgeknallte Verrückte auf den Hals hetzen? Wäre sie jetzt hier, dann würde ich ihr dafür ordentlich in den Arsch treten! Aber sie hat sich vermutlich genau aus diesem Grund abgesetzt! Komm, Miandra. Lass uns mit unseren Vorbereitungen beginnen. Ich habe genug Zeit mit dieser Bekloppten vergeudet!“
 

Modifié par Aliens Crew, 08 juillet 2011 - 10:33 .


#1971
Kaysallie

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Miandra beobachtete unsicher das weitere Geschehen. Nervös spielte sie mit dem Messer in ihrer Hand und war jederzeit dazu bereit einzugreifen, sollte die Nevarerin noch einmal so ausrasten. Doch auch das Verhalten von Vernita machte ihr ein wenig Sorgen, denn so wütend wie gerade eben erlebte Miandra die Elfe auch nicht gerade häufig - eigentlich hatte sie diese erst ein einziges Mal annähernd so wütend wie in diesem Augenblick gesehen. Dennoch war sie nicht überrascht deswegen, sondern hatte sogar mit einer derartigen Reaktion gerechnet. Schließlich wurde Vernita gerade durch eine Holzmauer gestoßen, mehrmals heftig attackiert und dann auch noch halb erwürgt. Was dachte sich Sha´ira dabei nur? Doch Miandra wusste auch nicht, was sich vor dem Lagerhaus abgespielt hatte und konnte sich daher nur irgendetwas zusammenreimen.

Selbst als Vernita die Nevarerin losließ blieb Miandras Blick noch auf dieser haften. Daher - und auch aufgrund der vielen fluchenden Worte davor - bekam sie auch Vernitas Frage erst im zweiten Moment wirklich mit.

"Wie? Ach, ja natürlich", erwiderte sie nur leicht verwirrt und sammelte schnell die Messer und Dolche ein, welche sie an ihrem Gurt verstaute, bevor sie aufstand. Sie sah Vernita noch kurz mit einem sorgenvollen Blick an, sagte jedoch nichts weiter dazu. Was hätte sie auch sagen sollen?

"Also, was soll ich tun?" fragte sie anschließend so als wäre nichts geschehen, schielte jedoch hin und wieder misstrauisch zu Sha´ira - auch eines der Messer hatte sie zur Sicherheit in der Hand behalten.

#1972
Aliens Crew

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„Schauen wir doch mal, ob ich noch ein paar Vorräte in meiner Tasche habe, welche wir verarbeiten können“, meinte Vernita weitaus freundlicher als zuvor und lächelte Miandra schief an. Sie ging zu ihrem Lager und durchforstete ihre Tasche. Sie fand noch ein paar getrocknete Todeswurzeln und einige Feuerkristalle, welche sie der schwarzhaarigen Frau übergab.
 
„Hier. Könntest du die bitte kleinschneiden und ein kleines Feuerchen entfachen?“ fragte die Elfe freundlich. „Und die Kristalle müssen noch zerstampft werden. Hier hast Du dazu Mörser und Stößel.“
 
Vernita kramte auch diese hervor und gab sie weiter. „Ich werde inzwischen mal schauen, ob ich in einer dieser Kisten noch was Brauchbares finde, was wir auch noch verarbeiten können.“
 
Die Elfe stellte ihre Tasche wieder ab und machte sich anschließend daran, die Kisten und Fässer des Lagerhauses zu durchstöbern.
 

#1973
Bellandyrs

Bellandyrs
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Die kreischende Stimme der Oberschwester riss Lea aus dem Schlaf, den sie erst sehr spät gefunden hatte. Zu nervös war sie wegen der bevorstehenden Aktion, um wirklich Ruhe zu finden. Vor allem hatte sie Angst, dass sie den Zeitpunkt völlig falsch verstanden hatte.
Dementsprechend bleich war sie, obwohl sie normalerweise eine gesunde Gesichtsfarbe hatte. Außerdem merkte sie, wie schwer ihre Augenlider waren, und es fühlte sich an, als hätte sie tiefe dunkle Augenringe, ähnlich deren Vernitas.

Diesesmal war Lucia diejenige, die sofort aufsprang und mit ihrer guten Laune Lea aus dem Bett warf.
"Du meine Güte, wie siehst Du denn aus? Hast Du heimlich vom Wein getrunken?" neckte diese die Freundin. "Los raus mit Dir, ein Schwung kaltes Wasser bringt dich sicher auf die Beine!" Mit diesen Worten zog sie Lea einfach die Bettdecke weg.

Lea gähnte herzhaft, rieb sich die Augen und streckte sich. "Was für eine Horror-Nacht. Ich glaube ich habe höchstens eine Stunde wirklich geschlafen" gähnte sie, erhob sich aber dann doch langsam aus ihrem Bett und schlurfte müde zur Wasch-Schale.
Die Freundin hatte Recht, sobald sie sich mit ihren Händen genug kaltes Wasser ins Gesicht gespritzt hatte, nahm sie zum einen wieder eine normale Farbe an und zum anderen belebte es Geist und Körper. Schließlich wusch sie sich mit der Kernseife und zog sich an. Danach fühlte sie sich bereits um einiges munterer und frischer.

"Ich bin so aufgeregt wegen heute Abend" plapperte Lucia. "Hoffentlich findest du etwas. Ich finde es nur so blöd, dass ich noch nicht weiß, welche Aufgabe mir dabei zufällt" raunte sie Lea weiter zu, denn mittlerweile hatten sie das Zimmer Richtung Speisesaal verlassen und konnten keine Zuhörer gebrauchen.
Lea nickte ihrer Nachbarin nur zu. "Warte ab Lucia, das wird sich alles finden. Zuerst müssen wir mal den Tag herum bringen..."

Die beiden nahmen auf ihren Stühlen Platz, und auch wenn Leanora nicht bewußt in die Richtung geblickt hatte, in der normalerweise Renaldo sass, spürte sie, dass er hier war und sie mit seinen Blicken musterte. Auf ihren Armen bildete sich eine Gänsehaut, welche zum Glück durch die Robe verdeckt wurde. Lucia stupste sie unterm Tisch an und flüsterte ihr zu: "Er ist heute da und schaut dich mal wieder an, als würde er sich gerade überlegen, wie er dich rumkriegt." Die Gänsehaut auf Leas Armen nahm zu. Nachdem sie ohnehin zu wenig Schlaf hatte war ihr zudem kalt und sie mußte sich höllisch zusammen reissen, damit sie nicht zu zittern begann. Sie war heilfroh, als sie nach dem Frühstück die Kirche betreten konnte und durch die Morgen-Andacht abgelenkt wurde. Jeglichen Gedanken, wie sie danach unbehelligt in die Ställe kommen sollte, schob sie energisch zur Seite. Es würde sich dann sicher eine Möglichkeit finden lassen. Sie lächelte, als sie über ihre Unterarme strich. Die Schoner würden sie auf jeden Fall ein wenig schützen.

Modifié par Bellandyrs, 11 juillet 2011 - 08:37 .


#1974
Kaysallie

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Miandra sah sich die getrockneten Todeswurzeln mit skeptischem Blick an. Normalerweise waren das Pflanzen die sie absolut mied aufgrund der giftigen Wirkung. Wer wollte sowas schon in seinem Eintopf haben? Auch Feuerkristalle hatte sie noch nie in den Händen gehalten und kam sich beim Betrachten dieser richtig fehl am Platz vor. Sie schüttelte die Gedanken zur Seite und legte die Sachen vorerst neben der Schlafmatte ab.

Kurz beobachtete sie Vernita, welche wie ein Suchhund die Kisten durchstöberte, bevor sie sie schließlich eine der rechteckigen Holzplatten nahm, die zum Schließen der Kisten verwendet wurden. Auf der einen Seite standen einige Nägel heraus, doch die andere war komplett glatt - dafür aber von Staub übersät. So legte sie die Platte mit den Nägeln nach unten auf den Boden und wischte mit einem Tuch, welches sie zuvor mit Wasser befeuchtete, den Staub herunter. Darauf platzierte sie getrockneten Kräuter, zupfte die Blätter von den Stängeln zerkleinerte sie mit einem Messer, bevor sie sich den Mörser griff und die funkelnden Kristalle solange mit dem Stößel zerstampfe und zerrieb, bis nur noch ein glitzerndes rotes Pulver übrig war. So stellte sie auch den Mörser auf der Holzplatte ab und überlegte, wie sie in dem Lagerhaus ein Feuer machen sollte. Sie hatten zwar bestimmt wo einen Zündstein, doch überhaupt kein Feuerholz… und auch der Rauch machte ihr Bedenken.

So stand sie wieder auf und blickte in die offenen Kisten, welche die Elfe bereits durchsucht hatte. Doch trockenes Stroh war das beste Brennmaterial, das sie finden konnte. Nachdem sie in der Nähe einer der schmalen Öffnungen an der Decke etwas von dem Stroh auf den Boden gelegt hatte, zerlegte sie noch eine der morschen Kisten und stellte die einzelnen Bretter über den trockenen Gräsern zu einer kleinen Pyramide auf. Anschließend entzündete sie die ausgetrockneten Halme mit dem Zündstein und pustete vorsichtig Luft auf die Funken, bis sich schließlich ein kleines rauchendes Feuer bildete. Zufrieden blieb sie davor sitzen und achtete darauf, dass es nicht wieder ausging - oder sich zu weit ausbreitete.

#1975
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„Lass mir aber wenigstens noch den Dolch da, bevor du dich mit Bruder Castillá triffst, ja?“ meinte Lucia noch, bevor sich die beiden Frauen trennten und sich auf den Weg zu ihren Arbeitsstätten machten. Leanora schlich dabei förmlich zum Templerbereich der Kirche, wobei sie sich ständig umsah, aus Angst, Renaldo könnte ihr irgendwo auflauern. Doch nichts dergleichen geschah. Unbehelligt erreichte sie den Zugang zur Kaserne des Kriegerordens.
 
Doch als sie die beiden Wachen gerade passieren wollte, stellten sich ihr genau diese in den Weg. Zwei weitere Männer tauchten just in diesem Moment aus den Nebengängen auf und postierten sich hinter der Frau, wobei einer von ihnen ihr noch höchst unsanft eine Hand auf die Schulter legte und sie festhielt.
 
„Halt!“ befahl eine der Wachen vor Leanora. „Wir haben Befehl, Euch zwecks Befragung mitzunehmen! Die beiden Templer hinter Euch, werden Euch dorthin geleiten! Leistet keinen Widerstand und Euch wird nichts geschehen!“
 
Die beiden Soldaten vor der blondhaarigen Frau gaben den Weg frei, während ihr der Templer, welche sie festhielt einen kleinen Stoß versetzte.
 
„Vorwärts!“ grummelte er unter seinem Helm. „Wir haben nicht den ganzen Tag Zeit!“
 
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Bei ihrer großen Suchaktion fand Vernita sogar etwas Brauchbares. Einige leere Flaschen, Holzleim, Drähte, Nägel, einige Utensilien zum Brauen von Tränken und sogar noch ein paar Frostkristalle. Sie brachte alles zu dem kleinen Feuerchen, welches Miandra inzwischen entzündet hatte. Anschließend holte sie zudem noch ihre Tasche heran, aus der sie weitere Dinge wie Bindemittel herauskramte.
 
Nun füllte sie die zermahlenen Feuerkristalle in mehrere der kleinen Glasfläschchen, in welches sie noch etwas von dem Bindemittel gab und das Ganze mit Wasser auffüllte. Vorsichtig rührte sie die Mixtur mit einem Glasstäbchen um, welches sie aus ihrer Tasche geholt hatte. Danach benutzte sie den gefundenen Ständer, um die Fläschchen über das Feuer zu hängen.
 
„Hier“, sagte sie zu Miandra gewandt und überreichte ihr die Frostkristalle. „Mach‘ die bitte auch noch klein. Ich kümmere mich inzwischen um die Todeswurzeln.“
 
Sie nahm die kleingeschnittenen Pflanzenreste, legte sie in einen kleinen Metalltopf und füllte diesen ebenfalls mit Wasser, welchen sie wie die Fläschchen über das Feuer hing, um dessen Inhalt aufkochen zu lassen.
 
„Sobald wir mit den Giften und Sprengladungen fertig sind, schauen wir mal, ob wir aus dem übrigen Krempel nicht ein paar schöne mechanische Fallen basteln können“, grinste sie Miandra an. „Ich habe da schon so die eine oder andere Idee.“