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Die freie Wildnis von Ferelden (Dragon Age RP)


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#2051
Bellandyrs

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Stillschweigend sah Leanora zu, wie Vernita den Zwerg wie ein Paket verschnürte. Wenn er aus seiner Ohnmacht erwachte, würde er jedenfalls gut zu tun haben, sich bemerkbar zu machen.

Die drei verließen die Kammer, und Lea schlug den Holzriegel vor der Tür zu. Heraus konnte er erstmal nicht mehr, und später konnte man den Riegel immer noch aufmachen - wenn sie fertig waren mit ihrer Durchsuchung.

Sie wunderte sich eigentlich, dass Miandra dabei war, aber fragte nicht. Sechs Augen sahen mehr wie vier, und wenn es haarig wurde, war ein Paar kämpfende Hände sicher auch hilfreich.
Lea schritt voran, die beiden folgten ihr, ihre Gesichter wieder unter den Kapuzen vergraben. Die Gedanken der blonden Frau eilten zurück zu dem Templer, der sie verlieren hätte sollen. Sie konnte nur hoffen, dass Sengaal nicht nach ihr suchte, sondern mittlerweile mit Bruder Castillá den vermaledeiten Renaldo festhielt.

Lea hatte jedes Gefühl für die Zeit verloren. War die Abend-Andacht schon vorüber? Mußte wohl so sein, sonst hätte sie der Templer sicher noch nicht geholt. Mit gestärktem Mut bog sie in den nächsten Korridor, um sofort wieder einen Schritt zurück zu machen. Dabei wäre sie Miandra beinahe über die Füsse gestolpert.
"Verdammt, da vorne sind ein paar Schwestern", wisperte sie den beiden zu.
Hurtig und dabei so leise wie möglich zogen sie sich in einen Gang zurück, der auf die andere Seite abzweigte, dicht aneinander gedrängt, um nicht aufzufallen. Unbewußt hielt Lea den Atem an, als sich die Stimmen näherten, aber die Schwestern waren so in ihre Plauderei vertieft, dass sie die Gruppe gar nicht bemerkten und kurze Zeit später auch wieder verschwunden waren.

"Puh" stöhnte Leanora. "Los, kommt, da vorne ist es schon."

Sie machten sich wieder auf den Weg, das letzte Stück verlief ohne Zwischenfälle. Renaldo hatte das letzte Zimmer auf dem Gang, die Tür lag stirnseitig am Ende des Korridors. Lea preßte das Ohr auf die Tür, um zu horchen, ob sich dahinter jemand befand. Angestrengt lauschte sie, konnte aber kein Geräusch vernehmen, was sich darauf schließen ließ, dass der Bewohner zu Hause war.

Sie holte den Schlüssel wieder aus ihrer Tasche, steckte ihn ins Schloß und sperrte leise auf.
"Dann wollen wir mal" flüsterte sie den beiden zu.

#2052
SickOfItAll

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So schön der Moment war , so kurz war er auch . Lydia wünschte sich , er hätte nie geendet , doch die Stadtwache kam ihrem Wunsch zuvor . Ohne Vorwarnung stürmten sie das Lagerhaus , aber die Fallen und Sha´iras Klingen begrüßten sie angemessen .

Es wurde also Zeit , ihren Verfolgern die Zähne zu zeigen und in Aktion zu treten . Sha´ira stürmte nach vorn und warf sich den Soldaten entgegen , Lydia nutzte diese Zeit , um nach ihrem Bogen zu greifen , und einige Soldaten aus der Gruppe herauszupicken . Dem ersten schoss sie durchs Auge , dem Nächsten mitten durch den Kopf . Aber für einen weiteren Schuss war keine Zeit mehr , die Soldaten waren schon zu nah . Lydia warf den Bogen weg und griff nach ihrem Schwert und einer Fackel aus Tuch und Öl .

Die Soldaten waren in der perfekten Position und Sha´ira hielt sie auch dort . Also entzündete sie ihre Fackel und stürzte sich ins Getümmel , um die Leiter zum ersten Stock zu erreichen , und die dort präparierten Feuerschalen zu entzünden . Sie kam sogar recht weit , bevor man sie bemerkte und ihr Vorhaben realisierte . Doch da war sie schon ein gutes Stück die Leiter emporgeklettert . Einer der Soldaten griff nach ihrem Fuß , glitt aber am glatten Leder ihres hautengen Anzuges einfach ab . Ein anderer Schlug nach ihr , und nur um Haaresbreite entkam sie dem Schwertstreich . mit einem kräftigen Stoß drückte sie dem Soldaten die Fackel ins Gesicht , welcher aufschrie und zurücksprang , wobei er mitten in die Menge der Wachen fiel und gehöriges Chaos verursachte .

Oben warf sie ihre Fackel in die Feuerschalen und stieß sie mit einem Holzbrett nach vorn über die Kante -Direkt in die Soldatereska hinein . Mit einem plötzlich erstarkten Mut sprang sie nach vorn über die Kante und über das fallende Feuer hinweg .

Alles schien für einen kurzen Moment in Zeitlupe vonstatten zu gehen . Das brennende Öl landete klatschend auf den Soldaten , Feuerzungen schossen empor , schreie . Grässliche Schreie . Viele Soldaten würden nicht wieder heimkehren .

Sie landete genau auf einem der Soldaten , die dem Feuersturm entkommen waren und durchstieß ihn durch die Wucht des Aufpralls mit ihrem Schwert . Er sackte wie ein nasser Sack unter ihr zusammen .

" Ich für meinen Teil stehe auf nummer sieben ! " rief sie Sha´ira zu , welche gerade damit beschäftigt war zwei Soldaten daran zu hindern ihren Schädel mit Streitkolben zu Brei zu schlagen . Lydia sprang vom leblosen Soldaten herunter und rollte sich ab . mit einem kraftigen schlag hackte sie einem der beschäftigten Soldaten die Hälfte des Schädels ab . Blut und Hirn flogen durch die Luft .
" Numero acht ! "

Doch das Schlachtenglück war nicht ganz auf ihrer Seite . Sha´ira war verletzt und die Stadtwache hatte einen Qunari als Verstärkung bei sich . Sie sah einen großen Mann mit schwerer Rüstung im Hintergrund stehen , das musste er sein .

" Neria ! Zu uns ! Alleine reißen die dich in Fetzen ! "

Lydia hoffte , das Sha´ira ihren inneren Dämon unter Kontrolle hatte , sonst würde aus einem Blutbad sehr schnell eine wahre Orgie werden . Äußerlich lies sie sich nichts anmerken , doch sie wäre am liebsten einfach nur gerannt . Angst war die mächtigste Waffe des Feindes , offenbar wusste er das auch . Aber noch hatte sie sich einigermaßen im Griff . Wenngleich sie unter ihrem Anzug feuchte Hände hatte und zitterte , kämpfen , und vor allem Töten , das konnte sie noch , und würde sie wohl noch müssen .

Modifié par SickOfItAll, 30 juillet 2011 - 01:00 .


#2053
Aliens Crew

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Nachdem der Schlüssel im Schloss herumgedreht worden war, wies Vernita die anderen beiden Frauen an, links uns rechts von dieser Tür Position zu beziehen, was diese auch gleich darauf taten. Sie selbst ergriff ganz vorsichtig den Türgriff und drückte diesen ganz behutsam nach unten. Die Elfe hielt die Luft an, als sie die Tür gemächlich aufdrückte. Ganz langsam und lautlos schwang sie auf, und Vernita warf einen Blick in den dahinterliegenden Raum.
 
Es war dunkel, und sie konnte nicht viel erkennen. Jedoch stand neben der Tür ein kleiner Beistelltisch mit einer Lampe darauf. Sie sah zu den beiden anderen Frauen zurück und bedeutete diesen, ihr zu folgen. Anschließend schlich sie in die Stube, kramte einen Feuerstein aus ihrer Tasche und entzündete damit die Lampe. Nachdem Leanora und Miandra ebenfalls eingetreten waren, schloss letztere die Tür hinter sich.
 
Vernita hielt die nun entfachte Lampe hoch und erhellte damit die Stube. Es schien das Arbeitszimmer Bruder Renaldos zu sein. In der Mitte stand ein ziemlich großer Schreibtisch, hinter dem ein prunkvoller Stuhl stand. An den Wänden standen Regale und ein Lesepult, sowie eine bequem aussehende Sitzgruppe in der Ecke rechts von ihnen. Im hinteren Teil des Raumes befand sich ein undurchsichtiger großer Sichtschirm.
 
Die Elfe sah sich genau um, doch der Raum war offenkundig leer. So legte sie ihren Kapuzenmantel ab, den sie einfach zu Boden fallen ließ. Anschließend ging sie langsam durch den Raum auf den wohl aufgeräumten Schreibtisch zu. Dabei ließ sie ihren Blick über die Regale und das Lesepult schweifen, auf denen Bücher und Pergamentrollen fein säuberlich sortiert herumstanden beziehungsweise lagen. Auf dem Tisch selbst stand neben der Schreibunterlage ein Tintenfass sowie zwei goldene Kandelaber, welche sie mithilfe ihrer brennenden Lampe ebenfalls entzündete.
 
„So, nun habt ihr auch etwas Licht“, flüsterte sie den beiden Frauen zu. „Dann lasst uns mal einen Blick in seinen Schreibtisch werfen.“
 
Sie stellte die Lampe auf der Tischplatte ab und untersuchte die Schreibtischschublade und das größere Fach auf der linken Seite des Möbelstückes. Und was sie sah, ließ ihr nur ein müdes Lächeln auf ihre Lippen zaubern, während sie in ihrer Tasche nach ihrem Schlössermesser kramte.
 
„Dies wird nicht lange dauern“, raunte sie den anderen zu. „Dieses sogenannte Schloss kann ich mit verbundenen Augen aufbrechen. Und das auch noch mit einem abgebrochenen Dietrich.“
 
Sie setzte das Messer an, bevor sie ein wenig an dem Schloss herumfummelte, bis es kurz darauf auch schon leise zurückschnappte. „Sag’ ich doch.“
 
Die Elfe öffnete die Schublade, in der allerhand Dokumente und Briefe zu finden waren. Vernita zog diese sofort heraus und breitete sie auf dem Tisch auf, bevor sie diese eingehend studierte.
 
„Nun, was haben wir denn hier? Empfehlungsschreiben für einige der Schwestern hier, und dies hier sieht nach diversen Liebesbriefen aus. Ob diese beiden Dinge wohl irgendwie zusammenhängen?“
 
Die Stimme Vernitas klang ziemlich ironisch, während sie die Schriftstücke zu Seite legte und weitersuchte. „Ah. Das hier ist interessant. Scheint so, als würde sich Euer Freund mit dem Unterschlagen von Kirchenspenden beschäftigen, welche er wohl für den Unterhalt dieses Landsitzes benötigt, von dem Ihr gesprochen hattet.“
 
Vernita zwinkerte dabei Leanora zu. „Ist aber noch nicht ganz das, was wir suchen. Aber wir scheinen der Sache näher zu kommen. Hm...hier ist noch etwas. Sieht aus wie Urkunden über angebliche echte Artefakte, die Andraste gehört haben sollen. Würde aber nicht darauf wetten, dass die alle echt sind, zumindest glaube ich nicht, dass die Gute mehr als zwei Hände gehabt hatte.“
 
Die drei begutachteten weiter die verschiedenen Dokumente und Briefe, fanden allerdings nichts in Bezug auf Leanora oder die verschwundenen Kinder. Und auch keinen Hinweis auf Eshtá Gianauro.
 
„Na gut. Werfen wir mal einen Blick in das größere Fach“, meinte die Elfe etwas enttäuscht, bevor sie dieses ebenso schnell und geschickt öffnete wie zuvor die Schublade. Doch im Inneren fand sie nichts weiter als einige gefüllte Weinflaschen und passende Gläser dazu. Das waren wohl die Getränke für die „besonderen“ Gäste des Bruders.
 
„Schön, sehen wir uns weiter um. Nehmt euch die Regale vor, während ich mal ein Blick hinter den Sichtschirm riskiere.“
 
Die Elfe griff sich die Lampe und machte sich auf, den restlichen Raum zu durchqueren. Irgendwie hatte sie ein ungutes Gefühl, daher zog sie langsam eines ihrer Schwerter, was ein schleifendes Geräusch in der ansonsten stillen Stube ertönen ließ. Vorsichtig ging Vernita weiter, wobei sie ständig ihre Blicke durch den Raum schweifen ließ, der durch die Lampe in flackerndes Licht getaucht wurde. Überall tanzten Schatten auf den Wänden, den Regalen und dem Boden. Doch davon ließ sie sich nicht beirren. Sie tat so etwas schließlich nicht zum ersten Mal.
 
Als sie den Sichtschirm schließlich erreichte, spannten sich ihre Muskeln, während sie ihr Schwert zum Schlag erhob. Sie hielt den Atem an und machte einen kleinen Satz um das Hindernis herum. Doch ihr angespannter Gesichtsausdruck zerfaserte fast augenblicklich, wobei sie unbewusst ihr Waffe sinken ließ.
 
„Oh, verdammt“, zischte sie fluchend, bevor sie den Kopf in Richtung der anderen drehte. „Miandra! Leanora! Kommt schnell her! Das müsst ihr euch ansehen!“
 
 

#2054
Kaysallie

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Miandra betrachtete aufmerksam die Dokumente welche Vernita durchging, doch je kleiner der Zettelstapel wurde umso mehr sank ihre Hoffnung darauf hier etwas wirklich Nützliches zu finden. Mit einem leicht enttäuschtem Seufzen nahm sie sich einen der goldenen Kandelaber und ging zu den Regalen hinüber. Feinsäuberlich waren alle möglichen Bücher und Pergamentrollen darin eingeordnet, und die dicken Ledereinbände der Bücher verrieten, dass es sich hauptsächlich um irgendwelche kirchliche Inschriften handelte. Jedoch erkannte sie auch eines mit der Aufschrift „Wie man das Herz jeder Dame höher schlagen lässt - Eine Gedichtsammlung von Eamon Edric“ und musste schmunzeln. Aber vielleicht hatte er ja irgendwelche wichtigen Briefe oder Dokumente in den Büchern versteckt?

„Seht Ihr Euch die Rollen an, ich kümmere mich um die Bücher“, sagte sie leise zu Leanora gewandt während sie sich die Kapuze abnahm. Anschließend zog Miandra das erste vorsichtig aus dem Regal und blätterte es durch, doch darin war nichts Ungewöhnliches zu entdecken. Gerade als sie das nächste nehmen wollte, vernahm sie Vernitas Stimme, doch deren Tonlage klang nicht gerade so als wäre ihr Fund ein erfreuender. So ließ sie von dem Regal ab und huschte in die Richtung in welche die Elfe vorhin verschwunden war. Erst jetzt fiel ihr der Sichtschirm richtig auf, welcher einen dunklen Schatten über den Raum warf. Er stand scheinbar vor dem Bett - zumindest glaubte sie das - und sie konnte nur sehr schwach das Licht von Vernitas Lampe erkennen, da der Schirm selbst dieses abschnitt. Ein mehr als nur ungutes Gefühl überkam sie als sie sich diesem näherte und ihn umging, wobei sie unbewusst mit der freien Hand den Griff eines Dolches umklammerte.

#2055
Bellandyrs

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Leanoras Hoffnungen sanken mit jedem Zettel, den Vernita sichtete. Sicher, es war einiges dabei, um Renaldo wenigstens anschwärzen zu können, aber nichts, was sie in ihrer Sache weiterbrachte. Sie hatte es befürchtet, dass er nur ein kleiner Fisch war, aber dass er so gar nichts mit Gianauro zu tun hatte wollte ihr nicht in den Kopf. Hatte er tatsächlich nur für sich gearbeitet?

Sie ging mit Miandra zu den Bücherregalen und öffnete vorsichtig die Pergamentrollen. Nichts von Wichtigkeit, einige Dokumente über Studien, die er im Namen der Kirche betrieben hatte, sein Stammbaum, aber nichts, was sie wirklich weiter brachte. Lea seufzte resigniert auf. Ein klitzekleiner Hinweis was die Kinder betraf, hätte es doch geben können? Oder eine Rolle, in der stand, dass er das Land der Bardigianos erhielt?

Zudem fragte sie sich, wann Lucia das erste mal hier auftauchen würde. Sie sollte doch die Botengänge übernehmen, aber wenn ihre Mit-Verschwörer davon in Kenntnis waren, dass der Zwerg sie wieder in seiner Gewalt hatte, dann würde ihre Freundin wohl gerade alles mögliche unternehmen, aber sicher nicht ihre Botengänge. Andererseits - Renaldo war nicht im Zimmer, und wenn er nicht bei Castillá und Sengaal war, wo steckte er dann?

Sie runzelte die Stirn, und leichte Kopfschmerzen machten sich bemerkbar. Sie zerbrach sich einfach in letzter Zeit zu oft den Kopf, und das rächte sich.
Lea nahm die nächste Rolle aus dem Regal und überflog sie. Renaldo war ein ordentlicher Mensch, das mußte man ihm lassen, alles war dokumentiert. Aber dieses Pergament war genau so uninteressant wie alle anderen.
"Wieso hat er eine Quittung hier liegen, über den Erhalt von Gold als Bezahlung für gelieferte Buch-Abschriften und einem vergoldeten Kelch?" fragte sie leise. "Die anderen Dokumente hatte er doch in der Schublade?" Sie las den Beleg konzentriert durch, aber eine Adresse war nicht angegeben. "Ohne Anschrift" murmelte sie. Sie zuckte die Schultern, rollte das Schriftstück wieder zusammen und legte es zurück, um sich den anderen zu widmen.

Plötzlich vernahm sie Vernitas Stimme, und ruckartig wandte sie sich um, das Schlimmste befürchtend. Eine Gänsehaut überzog ihren Körper, und eine eisige Hand griff nach ihr. Was, beim Erbauer, hatte Vernita gefunden?

Modifié par Bellandyrs, 30 juillet 2011 - 01:42 .


#2056
Aliens Crew

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Vernita ging neben dem Bett in die Hocke und wartete dort auf Miandra und Leanora. Ihr Gesicht hatte einen sehr nachdenklichen Ausdruck angenommen, und ihre Stirn lag in Falten. Grübelnd blickte sie auf das, was sie neben dem großen Doppelbett des Bruders gefunden hatte, als die beiden Frauen sie auch schon erreicht hatten.
 
„Ist er das?“ fragte die Elfe mit dumpfer Stimme Leanora. Mit der Schwertspitze tippte sie gegen die Schulter des, auf der Seite liegenden Mannes. Der Schwarzhaarige lag zusammengekrümmt neben seinem Bett, und ein tiefer Einstich verunzierte seinen Rücken. Seine Robe war blutdurchtränkt, so dass sich schon eine große Lache auf dem Boden gebildet hatte. Vernita stieß die Leiche noch einmal mit ihrer Schwertspitze an, woraufhin sich diese auf den Rücken drehte. Seine mandelbraunen Augen starrten daraufhin gebrochen zur Decke, und auf seinem Gesicht lag ein Ausdruck des Schmerzes aber auch des Erstaunens.
 
„Ist das der Kerl, nach dem wir suchen?“ wiederholte Vernita ihre Frage und blickte Leanora dabei von unten her an. „Ist das dieser Bruder Renaldo?“
 
 

#2057
Bellandyrs

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Leas Gesichtsfarbe wechselte von ihrem normalen Teint auf käseweis. Sie mußte schlucken, bevor sie eine Antwort gab.

"Ja, das ist er. Wer zum Henker... wir sollten das melden, sonst werden wir selber noch verdächtigt", meinte sie, völlig konfus. Die ganze Sachlage schien immer komplizierter zu werden. Dennoch blickte sie mitleidslos den einst hübschen Mann an. Wenn es eine seiner Damen-Bekanntschaften war, so hatte er sicher nichts anderes verdient.

#2058
Kaysallie

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Miandra musterte den Toten von oben herab, doch ihr unwohles Gefühl wurde durch diese Entdeckung nur noch verstärkt.

„Vielleicht bezweckt derjenige, der ihn umgebracht hat, ja genau das…“, murmelte sie leise auf Leanoras Aussage und blickte plötzlich zur Tür. Hatte sie da was gehört? Aber wahrscheinlich spielten ihre Sinne schon verrückt.

„Wer gab Euch nochmal den Schlüssel?“ frage sie die blonde Frau, wobei sie unruhig den dunklen Raum überblickte.

#2059
Bellandyrs

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Modifié par Bellandyrs, 30 juillet 2011 - 02:17 .


#2060
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„Melden?“ fragte Vernita überrascht und auch ein wenig verärgert. Wut blitzte in ihren Augen auf, denn sie überkam ein ungutes Gefühl. „Wem wollt Ihr das denn erzählen? Vielleicht dem Templer, den wir gerade in eine Abstellkammer gesperrt haben?“
 
Die Elfe stand wieder auf und steckte ihr Schwert weg. Dann fasste sie sich nachdenklich ans Kinn und grübelte für einen Moment, wobei ein schlimmer Verdacht in ihr aufkeimte. Und Miandras Aussage zufolge, war sie wohl nicht die Einzigste, der ein solcher Gedanke kam. „Ich fürchte auch, dass man uns hereingelegt hat. Irgendetwas ist hier oberfaul.“
 
Vernita wandte sich um, ging einen Schritt auf Leanora zu und packte sie höchst unsanft am Kragen ihrer Robe. „Dieser Kerl ist ganz offensichtlich nicht derjenige, den wir suchen. Also, strengt Euer Hirn an und sagt uns, wer Euch auf die Idee gebracht hat, dass dieser Wicht hier unser Mann ist!“
 
 

#2061
Bellandyrs

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"Den Schlüssel?" fragte Lea verwirrt. "Den hat mir Kommandant Neranos persönlich überbracht." Dabei nahm ihr Gesicht den genau gegenteiligen Farbton an, sie wurde knallrot. "Und bevor Ihr glaubt, dass er uns einen Strick drehen will kann ich Euch gleich sagen, dass das nicht der Fall ist. Und laßt mich gefälligst los", fügte sie mit blitzenden Augen hinzu.

Nun war es wohl an der Zeit, die beiden zu informieren, dass Sengaal und Lucia in den Plan eingeweiht waren. Mit kurzen Sätzen berichtete sie den beiden, was seit dem gestrigen Abend alles vorgefallen war, nur die intimen Momente und ihre Liebe zueinander ließ sie aus. "Und ja ich weiß dass Euch das zuwider ist. Dennoch weiß ich dass ich mich auf die Leute genauso verlassen kann wie auf Euch."

Sie wandte sich wieder direkt an Vernita.
"Kein Mensch hat mich darauf gebracht. Außer er selber, weil ich stutzig wurde, als er mir das von seinem Landsitz erzählte. Ein gewöhnlicher Klosterbruder kommt normalerweise nicht zu Reichtümern, das dürftet Ihr selber wissen. Und der Kirchenvorsteher, Bruder Castillá, hat mir den Verdacht bestätigt, dass mit Renaldo etwas oberfaul ist. Daraufhin wurde dieser Plan ausgeheckt. Er konnte an sich ja nichts gegen Renaldo unternehmen, da er der Neffe der Ehrwürdigen Mutter ist.
Nur anscheinend hat ihn schon jemand vor uns unschädlich gemacht. Entweder eine seiner Damenbekanntschaften aus Eifersucht, oder er hatte doch mehr Dreck am Stecken, dass er augeschaltet wurde, bevor irgendetwas auffliegen konnte."

Modifié par Bellandyrs, 30 juillet 2011 - 04:37 .


#2062
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Neria erblickte den großen und grimmig ausschauenden Qunari, was ihr für einen Moment den Atem verschlug. Sie war zwar noch nie einem dieser Riesen begegnet, doch hatte sie schon eine Menge über diese Wesen gehört. Zum einen auch, dass sie sehr willensstark waren und somit ziemlich resistent gegen beeinflussende Blutmagie. Sie musste diesen Kerl auf jeden Fall auf Distanz halten.
 
So konzentrierte sie sich kurz, bevor sie ihren Zauberstab von links nach rechts durch die Luft führte und dabei den Boden zwischen sich und dem Qunari anvisierte. Ein Flammenstrahl entwich dem Stab und entzündete eine Spur aus Stroh und Holz, welche sie extra für so einen Fall vor dem Seiteneingang gelegt hatten.
 
Dieses fing augenblicklich Feuer, welches als hohe Flammenwand den Weg zu ihr und den anderen beiden Elfen versperrte. Und schon begann die Magierin damit, die Soldaten hinter der Feuerwand mit weiteren magischen Angriffen einzudecken.
 
Der Qunari knurrte wütend, als ihm bewusst wurde, dass er auf diesem Wege nicht an seine Beute herankam und verließ gewandt wie ein Wiesel das Lagerhaus durch den Seiteneingang.
 
Auf der anderen Seite kämpften Lydia und Sha’ira gegen einen Haufen Wachen, die durch den Haupteingang gekommen waren. Der Orlaisianer führte diesen Trupp an und studierte die Kampftechnik der beiden Elfen, während diese die Männer der Stadtwachen niedermetzelten.
 
„Nicht schlecht, ihr Süßen“, spottete er in Sha’iras Richtung. „Aber könnt ihr es auch mit einem richtigen Gegner aufnehmen, Mädels?“
 
Der Mann schwang sein Schwert und seinen Dolch wie wild durch die Luft, wohl um seinen Gegnerinnen seine Geschicklichkeit unter Beweis zu stellen. „Und außerdem müsst ihr mir noch verraten, ob ich euch vor oder nach eurem Ableben vögeln soll, meine Täubchen.“
 
Der Mann lachte dreckig, bevor er wie wild zu schreien begann und auf Sha’ira zustürmte.
 
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„Woher er das Geld für diesen Landsitz hatte, wissen wir ja inzwischen. Er war ein korruptes Schwein, welches Spenden unterschlagen und gefälschte Artefakte verschachert hat. Und was dieser Kirchenvorsteher erzählt, kümmert mich recht...“, entgegnete Vernita brummend, bevor sie plötzlich inne hielt. „Moment, was habt Ihr da gerade gesagt? Der Kirchenvorsteher konnte nichts gegen diesen Abschaum unternehmen, weil er der Neffe der Ehrwürdigen Mutter war?“
 
Leanora nickte nur zustimmend.
 
„Verdammt!“ fluchte die Elfe zornig. „Das ist es! Los, bringt uns zu diesem Bruder Castillá! Wird Zeit, dass der Kerl mir einige Fragen beantwortet! Vorwärts!“
 
Die blondhaarige Frau sah Vernita im ersten Moment mehr als überrascht an und wollte dieser erst von diesem Vorhaben abraten, doch ein Blick in die Augen der Elfe verriet ihr, dass diese kein ‚nein’ akzeptieren würde. So tat sie, wie ihr geheißen wurde. Die drei Frauen gingen zurück zu dem Schreibtisch, verstauten die Dokumente wieder in der Schublade und stellten ebenso die Kandelaber zurück auf dessen Platte. Vernita griff sich auch ihren Kapuzenmantel und warf diesen über. Zum Schluss stellte sie noch die Lampe zurück auf den kleinen Tisch, so dass es wieder genauso in dieser Stube aussah wie vor ihrem Eindringen.
 
Die drei Frauen verließen den Raum und machten sich auf den Weg zu Bruder Castillás Stube. Sie eilten durch die menschenleeren Korridore der Kirche, wobei ihre Schritte von den kahlen Wänden widerhallten. Die Fackeln an den Wänden waren entzündet worden und warfen lange Schatten auf ihre Gesichter. Niemand war zu sehen. Niemand war zu hören. Es schien fast so als wäre die Kirche verlassen worden. Alles wirkte wie ausgestorben. Abergläubische Personen hätten das als ein schlechtes Omen ansehen können, doch Vernita war das nur recht. So erreichten sie wenigstens ungehindert ihr Ziel.
 
Als die drei schließlich die richtige Tür erreicht hatten, hielt die Elfe ihre beiden Gefährtinnen noch einen Moment zurück. „Seid auf alles gefasst. Ich habe ein ganz mieses Gefühl.“
 
Ohne auf eine Antwort zu warten, befreite sie sich von ihrem Kapuzenmantel, zog ihre Schwerter und öffnete den Zugang mit einem wuchtigen Tritt. Die Tür brach aus dem Schloss, schwang komplett auf und krachte gegen die Marmorwand. Anschließend stürmte Vernita in das Zimmer, während Leanora und Miandra ihr sogleich folgten.
 
Sofort fiel der Elfe der alte Mann ins Auge, welcher hinter seinem Schreibtisch stand und die drei Frauen breit angrinste. Vor ihm lag neben den Dingen, die auf jedem Möbelstück dieser Art zu finden waren, wie etwa einem Tintenfass und diversen Pergamentbögen, auch ein langer geschwungener Dolch mit einer roten Klinge und einem prunkvollem Griff, in den ein Rubin eingelassen war. Bruder Castillá hob theatralisch die Arme und machte eine einladende Geste.
 
„Willkommen Schwester Sophia...verzeiht mir, ich meine natürlich Countess Leanora Bardigiano. Wie ich sehe habt Ihr Gäste mitgebracht. Nun, wen haben wir denn da? Ihr seid doch Vernita, die berühmtberüchtigte Graue Wächterin, die uns soviel Kummer und Ärger gemacht hat. Ihr verdient Euren Ruf als Heldin von Ferelden und Störenfried auf ganzer Linie wirklich zurecht. Und wen habt Ihr da noch mitgebracht? Ihr seid doch diese schwarzhaarige Schlampe, die es gewagt hat, aus Fort Drakon zu entkommen, oder? Wie war doch gleich Euer Name? Miandra, nicht wahr? Tretet doch alle ein und leistet uns Gesellschaft.“
 
Der Alte machte eine übertriebene Verbeugung und deutete dann mit seinem Arm nach rechts. „Zunächst möchte ich Euch meine Gäste vorstellen. Da wäre zum einen Schwester Lucia, eine wirklich geschwätzige kleine Pute, die leider das Pech hatte, sich von einer gewissen Countess dazu breitschlagen zu lassen, sich in Dinge einzumischen, welche einige Nummern zu groß für sie waren. Oder war es etwa kein Pech, sondern einfach nur simple Dummheit und Naivität? Nun, ich fürchte, wir werden es nie erfahren, denn seit Kurzem ist die Gute ziemlich still geworden und bekommt irgendwie den Mund nicht mehr auf.“
 
Die drei Frauen sahen in die Richtung, in welche Castillá deutete und erblickten dort auf dem Boden den Körper einer etwas korpulenten, rothaarigen Frau, welche regungslos auf dem Rücken lag. Aus ihrer Brust ragte der Griff eines wertvollen Dolches, und Leanora erkannte voller Entsetzen, dass es genau die Waffe war, welche Kommandant Neranos ihr vor ein paar Tagen geschenkt hatte. Und ihr lief ein kalter Schauer über den Rücken, als sie in die toten Augen der Frau blickte, welche sie vorwurfsvoll anzustarren schienen.
 
„Diese gute Frau geht allein auf Euer Gewissen, werte Countess. Schließlich habt Ihr mir selbst von ihr erzählt. Ansonsten würde sie wohl noch leben. Aber zumindest erfüllt sie noch einen Zweck und ist nicht ganz umsonst gestorben. Also grämt Euch nicht zu sehr. Doch wo bleiben meine Manieren. Schließlich ist Lucia ja nicht mein einziger Gast. Also erlaubt mir, Euch Kommandant Sengaal Neranos vorzustellen, den Befehlshaber der Templer von Denerim.“
 
Nun deutete der Alte nach links, wo die drei einen blondhaarigen Mann an der Wand sitzen sahen, dessen Hände irgendwie an dieser festzukleben schienen. Auch sonst rührte sich der stattliche Mann nicht einen Millimeter, nur seine Augen starrten die Frauen, insbesondere Leanora, hilfesuchend an.
 
„Ich habe mir erlaubt, ihn noch am Leben zu lassen, da ich dachte, Ihr würdet Euch noch gerne von ihm verabschieden, bevor das Unvermeidliche kommt, werte Countess. Zumindest hatte ich den Eindruck, dass Euch beiden etwas ganz Besonderes verbindet. Ich hätte nie gedacht, dass sich das zwischen Euch so gut entwickeln würde, als ich Euch einander bekannt gemacht hatte. Das muss wohl Schicksal gewesen sein. Aber genug der Begrüßungsfloskeln. Kommen wir zum geschäftlichen Teil.“
 
Castillá legte seine Hände auf seinem Schreibtisch ab und musterte die drei Frauen sehr eindringlich, wobei er sie nach wie vor breit angrinste. „Ich gehe davon aus, Ihr habt den guten Bruder Renaldo gefunden? Und da er nicht besonders gesprächig war, seid Ihr nun hier, weil Ihr ein paar Antworten sucht, nicht wahr? Nun, das kann ich Euch nicht verdenken. Also, fragt. Ich will Euch das Recht auf Erkenntnis nicht vorenthalten, bevor wir zu dem unvermeidlichen Teil übergehen müssen.“
 
 

Modifié par Aliens Crew, 30 juillet 2011 - 10:44 .


#2063
Bellandyrs

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Anfangs runzelte Leanora die Stirn, als Vernita meinte, dass sie Castillá einige Fragen stellen wollte. Was würde das bringen? Außer, dass sich Vernita damit selber in Gefahr brachte, immerhin wußte sie Sengaal an Castillás Seite, zumindest, wenn der Plan trotzdem so lief, wie er ausgearbeitet war.
Das erste, was sie sah, als sie die Stube des Kirchenvorstehers betraten, war der prunkvolle Dolch, und das hämische Grinsen des alten Mannes. Die Worte zogen an ihr vorrüber, sie sah Lucias Leichnam am Boden liegen und das kalte Grauen packte sie. So hatte sie mit ihrer Angst doch Recht gehabt, als sie ihrer Freundin sagte, sie hätte sie damit sicher in Gefahr gebracht. Ihr schossen die Tränen in die Augen. Dass ausgerechnet der Dolch ihres Liebsten in Lucias Brustkorb steckte, setzte dem ganzen die Krone auf, und Leanora wäre am liebsten auf Bruder Castillá zugestürmt, hätte ihn am Kragen gepackt und geschüttelt.
Aber der zustätzliche Schock, den sie erlitt, als sie ihren Liebsten hilflos an der Wand sah, ließ sie nur noch den Mund aufklappen und still stehen.

Es dauerte nur eine Sekunde, wo ihre Fassungslosigkeit vorherrschte, dann brach all ihre Wut aus ihr hervor. Ihre Augen verdunkelten sich und sprühten beinahe Funken, als sie den Kirchenvorsteher ansah.

"Ihr mieses Schwein! Was hat Lucia damit zu tun? Ich habe Euch vertraut! Ach... jedes Wort meinerseits wäre Verschwendung. Vernita? Würdet Ihr den geschäftlichen Part übernehmen, wie Bruder Castillá so schön sagt? Ich glaube, das betrifft ohnehin eher die ursprüngliche Angelegenheit, sofern mich meine Sinne nicht wieder trügen. Aber eines möchte ich noch gerne wissen, werter Bruder..."
Das Wort Bruder sprach sie jedoch so verächtlich aus, als würde sie darauf spucken.
"Was habt Ihr mit Kommandant Neranos gemacht?"

Ohne eine Antwort abzuwarten stürzte sie zu ihrem Liebsten, kniete vor ihm nieder und verbarg schluchzend ihren Kopf auf seinen Schenkeln.
"Was haben sie nur mit Dir gemacht, mein Herz? Es tut mir leid, dass ich Dich in Gefahr brachte. Ich sagte doch noch, Du sollst auf Dich aufpassen..."
Sie streichelte sein Gesicht, hilflos, weil sie nicht wußte, wie sie ihm einstweilen helfen konnte.

Modifié par Bellandyrs, 30 juillet 2011 - 06:52 .


#2064
Kisu

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Sha´ira wollte Blut sehen . Mehr Blut !

Die Stadtwachen lagen zerfetzt und gebrochen vor ihr , das Blut sammelte sich zu großen Pfützen zwischen Eingeweiden und totem , noch warmem Fleisch . Dazwischen waren immer wieder brennende Leichen zu finden , schon angekohlt , mit dem Ausdruck blanken Schmerzens auf dem Gesicht , festgebrannt von Feuer und siedendem Öl .

Die Gestalt , die in der Tür stand erweckte ihren Zorn . Angeben konnte er , das war der einzige klahre Gedanke , den sie formen konnte . Doch er sollte eines besseren belehrt werden .

" Ich werde mich an deinem Fleisch und deinem Blut laben , Hurenkind ! Ind jetzt folge dem Schicksal deiner getreuen Bluthunde ! Ersauf an deinem eigenen Blut ! " Knurrte sie ihm entgegen , mit einer Stimme die nicht die ihre war . Es war ein Geräusch , als würde der Wind ducht trockene Blätter fahren und die Erde und Steine unter ihnen selbst zu sprechen beginnen .

Mit einer übermenschlichen Geschicklichkeit und Kraft sprang sie zurück und vollführte einen Salto . Sie griff nach der zweiten Gleve auf dem Boden und stürzte sich dem Orlaisianer entgegen . Sein erster Angriff war ein schlechtgemeinter Witz . Wirkungslos schlug er ins Leere , wenn auch nur knapp vorbei . Sein Dolch flog mehrmals vor ihrem Gesicht vorbei , doch jedes mal wich sie zurück . Ihr Gegenangriff kam wuchtig und mit voller Kraft . Sie sprang auf den Orlaisianer zu , packte ihn und schleuderte ihn von sich gegen die Wand . Gleich darauf sprang sie nach und stak mit einer Gleve nach seinem Kopf , aber er rollte sich zur Seite . Doch hatte er nicht mit der zweiten gerechnet , mit welcher sie ihn am Arm traf . Kurz unterhalb des Handgelenkes schnitt sie ihm die außenseite des Unterarmes auf , woraufhin er seinen Dolch fallen lies .

Gewandt sprang sie zurück und warf eine Gleve nach dem letzten Soldaten der noch am Leben und im Begriff war , zu fliehen . Sie traf ihn im Rücken , woraufhin er vornüberkippte und regungslos liegen blieb .

" Nun zu dir ... Subjekt . Geschmeiß ! Komm und trau dich , Versager ! "

Sha´ira tauchte ihre klauenbehandschuhten Finger in eine Blutpfütze vor ihr und fuhr sich damit langsam durchs Gesicht . Sie bemalte sich damit , arkane Kriegszeichnungen , gemacht mit dem Blut erschlagener Feinde . Ihre Augen schienen von innenheraus blutig rot zu leuchten , doch das konnte ebensogut das schwache Licht der sterbenden Feuer und der verkohlten Leichen sein , dessen beißender Geruch noch in der Luft lag .

Modifié par Kisu, 30 juillet 2011 - 08:22 .


#2065
Bellandyrs

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Trotz all ihrer Hilflosigkeit arbeitete ihr Gehirn auf Hochtouren. Zumindest gab mittlerweile einiges einen Sinn, was ihr zuvor nicht aufgefallen war. Sie hatte weder den Templer gesehen, noch Lucia. Normalerweise wäre sie davon ausgegangen, dass der Templer ihrem Liebsten sofort Bericht erstattet hätte, dann eine Suchaktion nach ihr eingeleitet worden wäre, oder eben der Plan wie ursprünglich angedacht ausgeführt würde. Lucia hätte dann alles in Bewegung gesetzt, Vernita zu finden.
Nun gab es auch einen Sinn, dass Gromschlag just in dem Moment aufgetaucht war, wo der Templer sie abgeholt hatte. Wahrscheinlich durch einen Hinweis des Kirchenvorstehers.
Der Zwerg wäre derjenige, der ihnen jetzt helfen konnte, denn hier war Unrecht an der Kirche. Aber dieser lag verschnürt wie ein Paket in einem Abstellraum. Wobei sich Leanora nicht sicher war, ob er nicht einfach kurzen Prozess mit allen gemacht hätte.
Wieder blickte sie Sengaal sorgenvoll an, es war ihr einerlei, was Vernita oder Miandra darüber dachten. Selbst wenn die beiden sie hinterher dafür verurteilen mochten, dass sie ihr Herz ausgerechnet dem Befehlsinhaber der Templer schenkte. Hoffentlich hatte er keine inneren Verletzungen oder war vergiftet worden. Sengaal zu verlieren, war das schlimmste, was sie sich nach dem Tod ihrer Familie vorstellen konnte. Sie würde ihn hier rausbringen, Neria würde ihn sicherlich heilen können.
Dass sie gerade daran dachte, dass er von seinem Feindbild geheilt werden sollte, wie grotesk das eigentlich war, bemerkte sie in dem Moment nicht.
Sie war der Verzweiflung nahe, ihren Geliebten so hilflos zu sehen. Was hatte Castillá mit ihm angestellt? Und wie weit war die Ehrwürdige Mutter darin verwickelt?

Durch die Überlegungen hatte sich das Schluchzen eingestellt, aber ihre Tränen kullerten unaufhaltsam weiter und tropften auf Sengaals Schoß.

#2066
SickOfItAll

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Lydia schlug das Herz bis zum Halse . Sie waren entdeckt , entblößt ,
verletzt und in eine Ecke gedrängt , aus der es keinen Ausweg mehr gab .
Sie waren beide nichtmehr wirklich kampffähig , und der Orlaisianer war
unverletzt . Hier war also die Endstation .

" Wie ... billig .
Wir verrecken in einem Lagerhaus , abgeschlachtet von einem Wahnsinnigen
. . . " sagte sie halblaut in den Raum .

Doch aufgeben lag ihr nicht . Sie hing an ihrem Leben . Drum sprang sie auf den Orlaisianer zu und griff ihn ebenfalls an . Doch er war gut . Jeden Schlag parierte er , kein Hieb drang durch . Wie sie es auch anstellte , er war zu gut für sie . Und er war unverletzt . Lydia hatte schon etwas abbekommen .

Modifié par SickOfItAll, 01 août 2011 - 04:00 .


#2067
Kaysallie

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Miandra war froh darüber das Zimmer von diesem Renaldo wieder verlassen zu können, auch wenn ihr die allgemeine Ruhe dieser Kirche alles andere als gefiel. Es schien fast so als hätte das jemand absichtlich so organisiert, denn abgesehen von dem einen Templer und den paar Klosterschwestern von vorhin, kreuzte niemand ihren Weg, was sie als ziemlich eigenartig empfand für die Kirche Denerims.

Ehe sie sich mehr Gedanken über die gesamte Situation machen konnte, kamen sie an der Stube dieses Bruder Castillás an. Miandra war nicht sonderlich überrascht, dass dieser sie offenbar bereits erwartet hatte. Doch noch viel weniger überrascht war sie darüber, dass diese ach so vertrauensseligen Freunde von Leanora hier waren… Aber vielleicht würde Leanora nun ja endlich begreifen, dass man nicht jedem trauen sollte, der einem über den Weg lief und nette Worte predigte wie ein Geistlicher. Doch der Höhepunkt der gesamten Sache war wohl, dass die blonde Frau scheinbar auch noch was mit diesem Kommandanten am Laufen hatte. Wobei… da hätte sie auch schon früher drauf kommen können, dass diese verweichlichte Adelige sofort auf einen gutaussehenden Kerl hereinfallen würde, der einen hohen Rang und Ruf in der Stadt hatte. Denn für klug genug, dass sich Leanora den Kerl nur geangelt hatte, um ihn eventuell dazu zu benutzen aus der ganzen Sache herauszukommen, hielt Miandra die blonde Frau nicht. Und als diese auch noch los eilte, diesem Kerl übers Gesicht streichelte als wäre er ihr Haustier, irgendwelche schmalzigen Wörter flüsterte und zu heulen begann, wäre sie am liebsten auf die Frau losgegangen um ihr wieder ein wenig Verstand einprügeln zu können.

Miandra stieß wütend Luft aus. Ihr Puls raste und ihr Blut schien zu kochen, sie wusste jedoch nicht einmal recht wieso. Sie war darüber nicht überrascht, schließlich hatte sie Leoanora von Beginn an misstraut, da sie ja wusste wie naiv und weich diese doch war. Miandra wusste nicht mehr wem sie hier noch was glauben sollte oder konnte, da für sie inzwischen schon jedes Wort nach einer Intrige klang.

Doch schließlich beruhigte sie sich ein wenig, als sie sich die Worte dieses Bruders genauer durch den Kopf gehen ließ. Woher kannte er ihren Namen? Ihre Erinnerungen an Fort Drakon waren schwach, doch wenn sie sich bei einer Sache zu einhundert Prozent sicher war, dann dass sie dort nichts verraten hatte - nicht ein Sterbenswörtchen - nicht einen einzigen Namen - nicht einmal ihren eigenen. Woher hatte er so viele Informationen? War es am Ende doch wieder Leanora die das ausgeplaudert hatte wie eine offenes Nähkästchen? Und was genau bezweckte dieser Castílla damit? Schließlich blieb ihr kurz der Atem weg, als ihr der Gedanke kam, dass sie den Bruder am liebsten einfach einen Dolch in den Magen gerammt hätte, er stand doch schließlich…

…ganz alleine in seiner Stube. Miandra überkam ein mehr als ungutes Gefühl. Dieser Kerl fühlte sich seiner Sache viel zu sicher. Wahrscheinlich würde jeden Moment die Stadtwache oder ein Haufen Temper hinter ihnen auftauchen… Oder er selbst war nur irgendein machtgieriger Magier, der überheblich genug war um alleine in dem Zimmer stehen zu können. Inzwischen überschlugen sich Miandras Gedanken schon weit genug, um selbst das zu glauben, denn dieser angebliche Kommandant schien ohnehin so als wäre er von irgendeinem Zauber belegt.
Unbewusst trat sie einen Schritt zurück um dem Ausgang ein Stück näher zu sein. Eine Schweißperle lief an ihrer Schläfe hinab aufgrund der Aufregung und ihre Hände umklammerten versteckt unter dem Mantel unsicher die Griffe der Wurfmesser. Sie konnte sich nicht so recht entscheiden was sie nun am besten tun sollte. Den Bruder angreifen, weglaufen, oder ihm erst noch eine der viele Fragen, die ihr durch den Kopf gingen, stellen… doch irgendwie wollte keine so recht über ihre Lippen. Würde sie nicht genau dann wieder das tun, was dieser Kerl wollte? Warum wollte er ihnen all das erklären? Ein Akt von Ehre? Wohl kaum… Und was meinte er mit geschäftlicher Teil? Wollte er irgendetwas verhandeln? Oder tat er das nur um Zeit zu schinden?

„Woher kennt Ihr meinen Namen, Ihr Drecksschwein?“ fragte sie schließlich mit einem eigenartigen Grinsen auf dem Gesicht und einer erstaunlichen Ruhe und Selbstsicherheit, obwohl sie innerlich vor Wut kochte und alles andere als ruhig war. „Ich darf Euch doch Drecksschwein nennen, wenn Ihr mich als Schlampe bezeichnet, oder?“

Modifié par Kaysallie, 30 juillet 2011 - 11:06 .


#2068
Aliens Crew

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„Ist das alles was Euch interessiert, werte Countess?“ lachte Castillá spöttisch und griff dabei zu seinem Dolch. „Das Schicksal einer ehemalige Hure, die Ihr selbst in die Sache verwickelt und damit zum Tode verurteilt habt, und das eines treulosen Templers, der sich lieber mit Euch vergnügen will, anstatt seine Pflicht zu erfüllen? Er ist momentan nur ein wenig gelähmt, aber das ändert sich schnell, sobald mir einer von Euch Weibern zu Nahe kommt.“
 
Der Alte setzte die Spitze seines Dolches an seiner Handinnenfläche an und verharrte in genau dieser Position.
 
„Blutmagie!“ zischte Vernita böse.
 
„So ist es“, bestätigte Castillá spöttisch. „Und das ist noch nicht alles. Ich habe auch noch ganz andere Dinge getan oder tun lassen. Wollt Ihr nicht wissen, weshalb ich Euren Vater töten ließ, Leanora? Oder ist der Euch inzwischen schon völlig egal geworden, jetzt wo Ihr diesen aufgeblasenen Wichtigtuer liebt? Und was Euch angeht, meine verehrte Schlampe Miandra. Ich weiß ziemlich viel von Euch, auch wenn die Person, von der ich das alles erfahren habe, Euch zuerst immer nur Mama genannt hat, so dass es etwas dauerte, bis wir Euren richtigen Namen herausbekommen haben.“
 
Der Alte lachte höhnisch und siegessicher, während er sich leicht in die Hand ritzte. Ein Blutstropfen kam in seiner Handinnenseite zum Vorschein und lief als dünnes Rinnsal seine Finger entlang. „Fühlt Ihr nicht schon, wie Eure Glieder schwerer und schwerer werden und wie Euch jede Bewegung mehr und mehr Kraft kostet? Ihr solltet Eure Fragen schnell stellen, bevor Ihr selbst das nicht mehr vollbringen könnt.“
 
„Verdammt!“ fluchte Vernita neben der schwarzhaarigen Frau. „Ich kann weder Arme noch Beine mehr bewegen! Dieser Bastard hat uns eine Falle gestellt!“
 

#2069
Kaysallie

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Miandra beobachtete jede noch so kleine Bewegung dieses vorlauten Bruders, und als er den Dolch zu seiner Handfläche bewegte, ahnte sie es ebenfalls. Sie umklammerte die Wurfmesser noch fester, war sich jedoch dank der Erfahrung mit Neria ziemlich sicher, dass sie mit einer Klinge relativ wenig gegen einen Blutmagier anrichten konnte.

Doch als Castillá das Wort „Mama“ in den Mund nahm, weiteten sich ihre Augen vor Rage und ihre gerade noch so ruhig wirkenden Gesichtszüge formten sich zu einer hasserfüllten Maske, die diesen Bruder am liebsten nur noch ausgeblutet am Boden liegen gesehen hätte. Jeder noch so kleine Nerv ihres Körpers schien zu reißen und ohne mehr eine rechte Kontrolle über ihren Geist und Körper zu haben, zog sie die beiden Messer und wollte sie dem Bruder gerade entgegenschleudern, als er sich grinsend mit der Spitze seines Dolches in die Hand ritzte und sie mitten in der Bewegung ins Stocken kam. Klirrend landeten die zwei Wurfmesser auf dem kahlen Steinboden. Urplötzlich fühlte sie ihre Arme und Beine nicht mehr, sie waren gelähmt und egal wie viel Wut gerade in ihr saß, sie war zu keinerlei Bewegung mehr fähig.

„Was hast du mit ihr getan du mieses perverses Schwein! Ich werde dich töten, und wenn es das Letzte ist was ich tue! Das verspreche ich dir!“ schrie sie Castillá stattdessen abfällig und völlig außer sich an, doch nun schürte ihr die Lähmung den Hals und Brustkorb regelrecht zu und jeder Atemzug schien schwerer als der vorherige zu werden. Immer mehr Schweißperlen sammelten sich an ihrer Stirn, doch ihre Augen fixierten weiterhin hasserfüllt den Magier, auf welchen sie am liebsten losgestürmt wäre um ihm jedes seiner Eingeweide bei lebendigem Leib herauszureißen.

Modifié par Kaysallie, 31 juillet 2011 - 08:55 .


#2070
Bellandyrs

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Lea wirbelte herum, als Castillá das Wort an sie richtete. Natürlich war das nicht alles, was sie interessierte, aber es waren so viele Fragen die ihr durch den Kopf gingen.

"Ob das alles ist? Nein. Ich frage mich wieso Lucia laut Euren Aussagen nicht umsonst gestorben ist. Ich frage mich, wieso Neranos mit hineingezogen wurde - es wäre ein leichtes gewesen ihn auf mich anzusetzen, um mich auszuschalten, außerdem war er wie ein Sohn zu Euch. Ich würde nur zu gerne wissen, wieso der Hof meiner Eltern abgefackelt wurde, meine Familie getötet und mein Name durch den Dreck gezogen und dazu noch die Frauen geschändet wurden. Und es interessiert mich brennend, wo die Kinder sind, und was Ihr damit vorhabt. Und dann möchte ich noch wissen, wer noch alles in diese Sache verwickelt ist. Letztlich läuft alles auf eine Frage hinaus: WIESO?" Ihre Stimme wurde dabei von dem anfangs leisen Tönen immer lauter, zuletzt schrie sie die Frage in den Raum.

Ihre Tränen waren versiegt, die Wut die sie fühlte, verdrängte jedes andere Gefühl, sie bemerkte noch nicht einmal, dass die Lähmung anfing. Erst, als sie mit ihrer Hand anklagend auf ihn deuten wollte, und dabei ihren Arm nicht mehr bewegen konnte, wurde ihr bewußt, dass sie vor einem mächtigen Magier stand.

Die Situation schien aussichtslos. Der einzige, der helfen konnte, war Inquisitor Gromschlag. In ihrem Kopf wirbelten die Gedanken durcheinander. Die Templer... wieso war Neranos gegen Castillás Magie nicht gefeit? Templer waren doch immun gegen Magie? Oder galt dieses nicht für Blutmagie? Neria fiel ihr ein, und die Pillen die sie in ihrer Tasche hatte. Wenn man es schaffen würde, die grüne dem Bruder zu verabreichen, würde das seinen Geist ausschalten. Aber nachdem sie nun mittlerweile ihre Arme nicht mehr bewegen konnte, war auch das hinfällig.

Ihr Blick glitt zu Miandra, die außer sich vor Wut war und genau wie sie diesen Abschaum am liebsten getötet hätte. Ein einziges Mal war sie mit der dunkelhaarigen Schönheit einer Meinung, aber die Lage dafür um so aussichtsloser.

"Andraste, steh uns bei", dachte sie nur noch. Sie sah kein Licht in der Dunkelheit, in dieser Stunde. Der einzige Trost war, dass sie wohl gemeinsam mit ihrem Liebsten sterben würde, denn Hilfe konnten sie keine erwarten. Wieder dachte sie an den Zwerg, der verschnürt in der Besenkammer lag. Sollte er sich irgendwann befreien können, so würde er wenigstens wirklich sehen, dass Lea unschuldig war, aber das brachte ihr auch nichts mehr, wenn sie erst das zeitliche gesegnet hatte.

Modifié par Bellandyrs, 31 juillet 2011 - 09:37 .


#2071
Aliens Crew

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„Denkst du, deine rituelle Kriegsbemalung macht auf mich irgendwelchen Eindruck, du kleine Nutte?“ zischte der Orlaisianer, während er sein Schwert in den Boden rammte. Er nutzte die Zeit, in der Sha’ira sich mit dem Blut eines ihrer Opfer merkwürdige Zeichen ins Gesicht zeichnete, um einen kleinen Beutel zur Hand zu nehmen, welcher an seinem Gürtel hing. Darin befand sich ein feinkörniges Pulver, welches er sich in die offene Wunde an seinem Arm streute.
 
Anschließend zog er die Armbeuge zusammen, während sein Gesicht einen schmerzverzerrten Ausdruck annahm. Ein leichtes Keuchen kam über seine Lippen und seine Wunde zischte kaum hörbar. Einen Moment später öffnete er seine Armbeuge wieder, doch von der Verletzung war kaum noch etwas zu sehen, außer einem weißlichen Film, der sich über seinen Unterarm gelegt hatte. Es war keine wirkliche Heilung, aber für den Augenblick sorgte das Pulver dafür, dass er seinen Arm wieder einsetzen konnte.
 
„Da staunst du was, du kleine Ratte“, lachte der Orlaisianer dreckig auf, wobei er erneut zu seinem Schwert und seinem Dolch griff. „Und nun zeige ich dir den Tanz des Todes.“
 
Inzwischen war auch Lydia zu ihrer Freundin getreten, um dieser beizustehen, als der Orlaisianer zum Angriff überging. Schnell und geschickt ließ er seine Klingen durch die Luft sausen und drängte Sha’ira in die Defensive. Als Lydia ihr durch einen Flankenangriff zu Hilfe eilen wollte, kreiselte der Orlaisianer herum und trat dem Mädchen mit voller Wucht gegen die Brust. Lydia keuchte schmerzerfüllt auf und torkelte zurück, wo sie über einen Holzbalken stolperte und zu Boden ging.
 
Doch der Mann kümmerte sich nicht weiter darum, sondern ging stattdessen auf Sha’ira los. Diese hatte alle Mühen, den schnellen und kräftigen Angriffe ihres Gegners auszuweichen oder diese zu parieren. Nach seinem ersten Patzer kämpfte er nun viel wilder, aber auch überlegter.
 
Einen frontalen Stoß Sha’iras wich er aus, wobei er den Speer mit seinem Schwert nach unten schlug, auf der Stelle herumkreiselte und aus der Drehung heraus nach der Elfe trat. Auch diese traf er in Brusthöhe und trieb sie dabei zurück.
 
„Was ist los, Schlampe?“ spottete er. „Gehen dir die Tricks aus? Warte, bis ich erst richtig in Fahrt komme.“
 
Er lachte dreckig auf, während er die junge Kriegerin immer weiter zurückdrängte, direkt auf die von Neria entzündete Flammenwand zu.
 
___________________________________________________________________________
 
Castillá verfiel in schallendes Gelächter. In seinen Augen lag der Hohn und seine Gewissheit, dieses Spiel gewonnen zu haben. Niemand würde ihm jetzt noch einen Strich durch die Rechnung machen können. Dafür hatte er mit seinem perfiden Plan gesorgt.
 
„Ihr wollt wissen, was mit Elana geschehen ist, meine Gute? Das kann ich mir gut vorstellen. Schließlich müsst Ihr ja krank vor Sorge sein. Oder seid Ihr gar bereits dem Wahnsinn nahe? So etwas soll jungen Müttern, die ihr Kind verloren haben, auch schon wiederfahren sein, nicht wahr?“ spottete der Alte hämisch grinsend. „Nun, bei mir ist sie auf jeden Fall nicht gelandet, also solltet Ihr Eshtá nach ihrem Verbleib befragen. Die paar Kinder, die ich für die Ausübung meiner Blutmagie verbraucht habe, waren allesamt Jungen gewesen. Und da meine Vertraute ja leider bei der Beschaffung von Nachschub ums Leben gekommen ist, war ich gezwungen mich anderweitig nach Frischfleisch umzusehen. Doch dazu muss ich erst einmal die Struktur in dieser Kirche zu meinen Gunsten ein wenig beeinflussen. Und da kamt Ihr ins Spiel.“
 
Castillás Blick fiel auf Leanora. „Das ausgerechnet Ihr über die Türschwelle dieser Kirche zu mir kamt, war wohl ein Wink des Schicksals. Die Frau, dessen Eltern ich ermorden ließ, bittet ausgerechnet mich darum, ihr bei der Aufklärung dieses Verbrechens zu helfen. Die Welt hat schon eine eigenartigen Sinn für Humor, nicht wahr?“
 
Der Alte lachte erneut auf, bevor er wieder ernst wurde. „Nein, Euer Vater war für mich zu einer Bedrohung geworden. Bei einer seiner vielen Reisen hier nach Denerim stieß er wohl mehr aus Zufall als aus Absicht auf meine Aktivitäten, doch konnte er sie wohl nicht direkt zu mir zurückverfolgen. Doch stellte er diesbezüglich einige Nachforschungen an...und ich verabscheue die neugierigen ach so edlen Spießgesellen wie er einer war. Also ging ich zu Eshtá und bot ihr ein Geschäft an. Den Tod Eures Vaters gegen meine Unterstützung. Und damit war die Gute auch gleich einverstanden. Ich arbeite einfach gern mit pragmatisch denkenden Leuten zusammen. Und das dabei das Gesinde und Eure Verwandten ein wenig geschändet wurden...nun, für die Einzelheiten habe ich mich nie interessiert.“
 
Ein weiteres Mal legte sich ein Grinsen auf Castillás Gesichtszüge. „Und warum sollte ich Euch einfach töten lassen, Leanora, wenn ich Euch auch dazu benutzen konnte, mich meiner potenziellen Feinde zu entledigen wie eben diesem Templer, an dem Euch so viel liegt. Ja, ich habe Euch gesagt, dass er wie ein Sohn für mich wäre, aber nur weil Ihr das hören wolltet ebenso wie er selbst. In Wirklichkeit verabscheute ich ihn von ganzem Herzen. Seine edle, noble Art. So rein, so unbestechlich. Irgendwann wäre er darauf gekommen, was ich hier tue, und dann wäre er mir sicher sehr gefährlich geworden. Doch zum Glück habe ich seine Schwachstelle gefunden...und zwar Euch.“
 
Er machte eine kurze Pause, um seine Worte wirken zu lassen, bevor er weitersprach. „Gleiches gilt für dieses alte, tattrige Weib einer Ehrwürdigen Mutter. Viel zu gut und viel zu rein, keine Möglichkeit sie zu korrumpieren. Doch auch sie hat eine schwache Stelle, ihren nichtsnutzigen, verdorbenen Neffen, den sie über alles liebt. Wäre er das nicht gewesen und zudem nicht ein unzuverlässiger Weiberheld, würde er vermutlich nun für mich arbeiten...na ja. In gewisser Weise tut er das ja jetzt auch.“
 
Wieder konnte er sich ein Lachen nicht verkneifen. „Sobald die Ehrwürdige Mutter erfährt, was mit ihrem Lieblingsneffen geschehen ist, wird der Schock sie töten oder zumindest dafür sorgen, dass sie ihre Position als Oberhaupt dieser Kirche aufgibt. Und da ich einer der wenigen führenden Mitglieder dieser Gemeinschaft bin, der noch lebt, werde ich großen Einfluss darauf haben, wer ihren Platz einnehmen wird. Und da ich das Ganze als ein Eifersuchtsdrama auslegen werde, wird auch niemand auf die Idee kommen, dass ich etwas damit zu tun haben könnte. Immerhin weiß ja jeder in dieser Kirche, dass Eure Freundin ein Auge auf Bruder Renaldo geworfen hatte, doch dass dieser es nur auf Euch abgesehen hatte, Leanora. Wenn dann auch noch zutage tritt, dass der gute Neranos in Euch verliebt war, so liegt es nur auf der Hand, dass er seinen Konkurrenten aus Eifersucht ausschalten wollte. Lucia tötete ihn daraufhin aus Rache und Ihr dann sie, bevor Ihr Euch selbst das Leben nahmt, um nicht auf dem Scheiterhaufen zu enden. So lösche ich Eure Familie aus und gleichzeitig meine Feinde, ohne damit in Verbindung gebracht werden zu können. Und sobald Euer Land in meine Hände fällt, lasse ich darauf ein Kloster bauen, in das ich meinen verfolgten Brüdern und Schwestern Einlass gewähre, damit wir gemeinsam von innen heraus diese niederträchtige Kirche zerstören können, die uns Blutmagier für unsere Begabung beneidet und auch fürchtet und deshalb auch vernichten will. Nur werden wir eben schneller sein.“
 
Der Alte hob fast schon entschuldigend die Arme. „Ihr seht also. Es hat alles seinen Sinn und Eure Opfer werden nicht umsonst sein. Ihr tut das für eine bessere Welt ,ohne die Unterdrückung durch die Kirche. Aber sicher fragt Ihr Euch auch, weshalb ich Euch das alles überhaupt erzähle, außer vielleicht um meinen persönlichen Ehrgeiz zu befriedigen, nicht wahr? Nun, zum einen hat es mir wirklich Spaß gemacht, Euch darüber aufzuklären, wie Ihr mir alle auf den Leim gekrochen seid. Doch in Wahrheit, benötigte ich einfach nur etwas Zeit. Zeit, in der ich Euch ablenken musste, damit nicht doch noch einer von Euch meinen Lähmungszauber zu brechen vermag. Doch nun ist es soweit.“
 
Castillá ließ seinen rechten Arm durch den Raum schweifen, wobei er an gewissen Stellen inne hielt, woraufhin an den Wänden hinter den anderen weiß schimmernde Siegel auf dem Mauerwerk zum Vorschein kamen, die aus einem pulsierenden Licht zu bestehen schienen. „Es wäre ein leichtes für mich, Euch in eurem jetzige Zustand einfach zu töten, doch ER hat etwas anderes mit Euch vor. ER befahl mir, Euch hier festzuhalten und Euch zu ihm ins Nichts zu schicken, damit er sich an Euren Träumen und Wünschen laben kann, während ich Euch nach und nach die Lebensenergie entziehe. Und natürlich auch an Euren Ängsten. Also, ab ins Nichts mit Euch, wo Ihr ein langsames Ende finden werdet. Mögen Eure letzten Augenblicke Eure glücklichsten sein oder auch nicht! Die Siegel sind bereit! Nun gibt es kein zurück mehr!“
 
Das letzte, was die drei Frauen noch hörten war das schallende Gelächter des Alten, bevor sie in einen roten Nebelschleier gehüllt wurden, der alle Geräusche unterdrückte. Und dann war dort auf einmal nichts weiter als bodenlose Schwärze, aus der die drei nach und nach erwachten. Jede in ihrer eigenen Welt aus Träumen, Wünschen und Ängsten.
 

Modifié par Aliens Crew, 26 août 2011 - 06:42 .


#2072
Kisu

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Der Orlaisianer war ein guter Kämpfer . Schlag auf Schlag , Hieb auf Hieb , Sha´ira hatte Mühe ihn auf Distanz zu halten . Dabei drängte er sie weiter und weiter zurück , immer näher an die Feuerwand , die Neria gelegt hatte , um den Seiteneingang zu sperren .

Plötzllich stand sie mit einem Bein im Feuer . Die Hitze versengte ihr das Fleisch und die Haut , die Schmerzen waren unerträglich , doch sie hielt den Flammen stand . Der Orlaisianer würde sie nicht bekommen . Nicht jetzt .

Todesmutig warf sie sich nach vorn auf den Orlaisianer , in seine Klingen , Das Schwer verfehlte sie , aber der Dolch durchstach ihren Oberarm und zerschnitt Sehnen , Muskeln und Haut . Blut quoll heraus und spritzte in alle möglichen Richtungen . Sie ließ ihre Gleve fallen , der Arm war nichtmehr zu gebrauchen .

Die Wucht des Aufpralls schleuderte den Orlaisianer ein Stück weit zurück . So hatte sie genug Zeit , um sich von der Feuerwand zu entfernen und ihn ein Stück weit zu umkreisen . Langsam wurde ihr klar, das sie hier sterben würden . Die Auswege waren versperrt und der Orlaisianer ein perfekter Krieger . Geschaffen und trainiert grausam zu töten . Und sie wusste , weder sie noch Lydia konnten ihm seiner gerechten Strafe zuführen . Doch kampflos wollte sie nicht untergehen .

Der Orlaisianer stürzte sich wieder auf sie und hieb auf sie ein . Diesmal konnte sie nurwenige Schläge parrieren . Ein Hieb traf ihren schon malträtierten Unterarm und riss eine klaffende Wunde hinein , ein Anderer kratzte ihr über den Bauch und hinterlies einen blutenden Streifen und ein Schlag mit dem Schwertknauf traf sie am Kopf , wo dir Haut aufplatzte und Blut herausquoll .

Langsam wurde ihr schwummrig , sie stand nichtmehr ganz sicher auf den Beinen und sie verlor viel Blut . Hier endet es also . Und wenn es endete , dann in einem Schlachtfest .

Modifié par Kisu, 01 août 2011 - 03:34 .


#2073
Kaysallie

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Miandra wäre diesem Castillá am liebsten wie ein wilder Mabari an den Hals gesprungen um ihn in tausend Einzelteile zu zerfetzen, so sehr kochte sie innerlich vor Wut und Hass auf diesen Kerl. Doch egal wie sehr sie sich auch anstrengte, sie schaffte es nicht einen einzelnen Finger zu rühren. Jedoch war sie auch auf sich selbst wütend, darüber dass sie in diese Falle getappt waren. War es nicht offensichtlich gewesen? Aber nun war es zu spät sich deswegen aufzuregen. Sie saßen fest in der Hand dieses Irren und egal wie fieberhaft sie nachdachte, es gab keinen Ausweg.

Je weiter Castillá mit seinen Erzählungen voranschritt, umso schwerer fiel ihr das Atmen. Sie fühlte sich eingeengt und gefangen in ihrem eigenen Körper und ein ziehender Schmerz zog sich inzwischen durch ihre steif gewordenen Glieder. Weitere Schweißperlen liefen an ihren Schläfen hinab und ihr Puls raste als wäre sie gerade meilenweit gelaufen. Immer weiter schnürte sich ihr Brustkorb und Hals zu, bis sie kaum noch Luft bekam und ungewollt an den Moment denken musste, als sie in Fort Drakon beinahe in dem Wasserfass ertrunken wäre. Zudem schien der Raum immer dunkler zu werden, seine Stimme immer kräftiger und hallender, so dass sie sich am liebsten die Ohren zugehalten hätte - was ihr jedoch leider nicht möglich war.

Doch schließlich, als er geendet hatte, breitete sich ein eigenartiger roter Nebel um sie aus, legte sich an ihrer Haut nieder und schien ihr jegliche Wärme zu entziehen. Er sagte, er würde sie ins Nichts schicken und Miandra spürte wie ein eiskalter Schauer über ihren steifen Rücken lief. Sie versuchte sich mit aller Kraft dagegen zu wehren, doch es half nichts. Ihr letzter Blick war voller Verzweiflung zu Vernita geglitten, die vor ihren Augen in dem roten Nebel zu zerfasern schien, und einstimmig mit dem Gelächter von Castillá, bekam sie keine Luft mehr, verlor das Bewusstsein und fiel in eine scheinbar endlose Schwärze.


„Ach da hast du dich also versteckt! Ich wusste ich würde dich doch noch finden!“

Miandra schlug die Augen auf und blickte in ein freudenstrahlendes Gesicht das sie aus braunen Augen anlächelte, die ihr irgendwie bekannt vorkamen. Sie spürte, dass sie auf einem weichen Boden saß, und sich hinter ihr etwas Hartes befand. Verwirrt blickte sie sich weiter um, und sie erkannte, dass sie in einem Wald auf einem moosigen Boden saß, angelehnt an einem dicken Baumstamm. Hohe Laubbäume ragten zum Himmel und versperrten damit jegliche Sicht auf diesen. Es musste wohl gerade Frühling sein, da ein wunderbarer blumiger Geruch in der Luft lag, der durch eine sanfte kühle Brise an ihrer Nase vorbeizog und sie im Hintergrund viele kleine Singvögel ihre Lieder trällern hören konnte. Doch irgendetwas an ihr fühlte sich anders an als sonst und sie blickte an sich selbst herab. Irgendetwas schien an ihr zu fehlen, doch irgendwie fiel es ihr schwer darüber nachzudenken und so schob sie den Gedanken einfach zur Seite.

„Was ist los, willst du nicht mehr weiterspielen?“ ertönte erneut die Stimme von vorhin, und erst jetzt realisierte sie wieder, dass jemand neben ihr stand und sie scheinbar die gesamte Zeit über skeptisch ansah.

„Spielen?“ fragte sie völlig verwirrt.

„Ja, wir haben doch gerade verstecken gespielt. Weißt du das nicht mehr?“ lachte der Junge lauthals los, und erst jetzt schien sie ihn richtig zu erkennen. Er trug eine abgetragene und schmutzige braune Hose, ein einfaches helles Hemd und darüber eine wärmere dunkelbraune Weste. Er hatte ein unverwechselbares Gesicht, bräunliche Haut, dunkelbraune Haare und lächelte ihr freundlich entgegen. Es war eindeutig ihr älterer Bruder, der da vor ihr stand, doch aus irgendeinem Grund war sie darüber nicht einmal verwundert, sondern sah es als das Normalste auf der Welt an, dennoch freute sie sich darüber ihn zu sehen.

„Bist du denn hier eingeschlafen? Du siehst zumindest irgendwie... fertig aus. Aber vielleicht wäre es ohnehin besser wenn wir wieder zurück gehen, es ist schon recht spät geworden. Los komm!“ Er reichte ihr die Hand entgegen, um ihr beim Aufstehen zu helfen, und ohne recht nachzudenken nahm sie die Hilfe entgegen. Als sie nun direkt neben ihm stand, fühlte sie sich für einen kurzen Moment… irgendwie… klein?

„Also los, wer als letztes zu Hause ist, ist ein lahmer stinkender Esel!“ mit diesen Worten sprintete er plötzlich davon und rannte durch den Wald, bis er zwischen einigen Büschen verschwand.

Miandra blieb einen kurzen Moment an Ort und Stelle stehen und blickte ihm hinterer. Er glaubte, sie sei vorhin hier eingeschlafen? Wahrscheinlich hatte er damit recht, denn sie fühlte sich völlig erschöpft und müde. Zudem glaubte sie irgendetwas Eigenartiges geträumt zu haben… zumindest hatte sie einige sehr verschwommene Bilder im Kopf. Von einer großen Stadt und vielen bösen Menschen, die ihr Schlimmes antun wollten. Doch mehr fiel ihr dazu nicht mehr ein, und sie hatte auch aus irgendeinem Grund nicht wirklich das Bedürfnis länger darüber nachzudenken.

So zuckte sie kurz mit den Schultern und lief los, um ihren Bruder doch noch irgendwie einholen zu können. ‚Der würde schon noch sehen, wer hier ein lahmer stinkender Esel ist‘, ging es ihr nur noch durch den Kopf, als sie den Wind an ihrer Haut spürte, den Duft des Waldes einatmete und mit einem eigenartigen Glücksgefühl an den Bäumen vorbeiraste.

Modifié par Kaysallie, 31 juillet 2011 - 04:18 .


#2074
SickOfItAll

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Der Tritt des Orlaisianers presste die Luft aus ihren Lungen und hinterließ einen stechenden Schmerz in ihrer Brust . Sie stolperte rückwärts und fiel über einen Holzbalken . Als sie die Augen wieder aufschlug , lag sie auf dem Boden . Alles war irgendwie ... schwammig und verzogen . Sie konnte weder klar sehen , noch frei atmen noch klar denken . Ihr Atem kam zittrig , schwer und stoßweise . Schwankend kam sie auf die Knie und stützte sich an einem Holzpfeiler neben ihr ab . Als sie sich an den Hinterkopf fasste , stellte sie fest , das sie blutete .

Jeder Herzschlag klang dumpf nach , Geräusche schallten gedämpft , wie durch Wasser oder Watte . Sie wollte sich auf die Beine ziehen , doch der Orlaisianer machte ihr einen Strich durch die Rechnung . Mit voller Wucht dtat er ihr vor die Brust , brach ihr die Rippen und schleuterte sie durch den Raum .

Sie konnte nicht atmen . Wenn sie versuchte einzuatmen , dann immer nur in kleinen zittrigen Stößen und unter unsäglichen Schmerzen . Sie spuckte aus und sah , das sie Blut spuckte . Wo das herkam wusste sie nicht , doch sie wusste , das es nicht gut war .

Sie konnte nichts tun , nichteinmal aufstehen , vom Kämpfen ganz abzusehen . ihre Rippen schienen alle gebrochen zu sein , sie schien innere Verletzungen zu haben und verlor Blut . Ihre Sicht verschwamm wieder mehr und alle Geräusche schienen sich weit zu entfernen . Nur ihr Herz schlug noch immer unverändert laut und dumpf , doch wurde es langsamer .

So starb man also , dachte sie sich . So ist es , wenn man erschlagen wird .

Modifié par SickOfItAll, 01 août 2011 - 04:05 .


#2075
Aliens Crew

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„Ich hab‘ gewonnen. Komm‘ lass uns das noch einmal spielen“, lachte Vernita und tanzte freudestrahlend im Kreis herum, hob dabei die Arme und wedelte mit den Händen. Ein fröhliches Leuchten lag zudem in ihren Augen.
 
„Nein, ich kann nicht, Verni“, entgegnete der junge Elf mit den blonden Haaren, wobei er einen Schmollmund zog. „Ich muss nach Hause.“
 
Die junge Elfe ließ die Arme wieder sinken, hörte auf zu tanzen und blickte ihr Gegenüber enttäuscht an. „Warum das denn, Fineon? Wird doch noch gar nicht dunkel. Wir haben doch noch so viel Zeit.“
 
„Geht leider nicht anders, Verni. Sei mir nicht böse, ja?“ flehte der junge Elf und machte einen Schritt auf Vernita zu.
 
„Nein, bin ich doch nicht. Aber das finde ich doof. Immer musst du so früh nach Hause. Das ist einfach Mist.“ Das junge Mädchen ergriff den Rock ihres schmutzigen Kleides und schwenkte damit leicht hin und her. Traurig sah sie dabei zu Boden und zog enttäuscht die Nase hoch. „Na, gut. Dann geh‘. Wir sehen uns doch morgen früh wieder hier, ja?“
 
Hoffungsvoll sah sie dem Jungen in Augen.
 
„Natürlich, Verni. So wie immer“, meinte der Junge aufmunternd lächelnd, nahm eine ihrer Hände in die seinen und drückte diese leicht. „Bis dann.“
 
„Ja, bis morgen“, antwortete Vernita schnell. Der Elf wandte sich ab und lief sogleich los, während das Mädchen ihm noch nachsah, bis er zwischen den Häuserfronten verschwunden war. Anschließend machte sie sich ebenfalls zurück auf den Heimweg.