Der Orlaisianer lachte dreckig, während er Sha’ira vor sich hertrieb. Schlag um Schlag musste sie zurückweichen, direkt auf die Feuerwand zu. Der nächste Treffer beförderte ihr Bein in die lodernden Flammen, leckten an diesem empor, verbrannten das Fleisch. Der Gestank war kaum auszuhalten, doch den Mann erfreute es nur. Ihm machte es Spaß, seine Opfer leiden zu sehen und sie dabei zu verspotten.
„Du bist ja richtig heißblütig, Kleine. Wer hätte das gedacht?“ sagte er sarkastisch und leicht außer Atem. „Ihr Weiber solltet auch lieber zuhause bleiben und schön die Beine breit machen, wenn die echten Kerle kommen. Denn wozu seid ihr denn sonst noch zu gebrauchen, außer um gevögelt zu werden? Zum Kämpfen jedenfalls nicht, wie mir scheint!“
Wieder lachte der Orlaisianer auf und wollte Sha’ira gerade ins Feuer stoßen, als diese sich auf ihn stürzte. Er erwischte sie noch am Arm, doch musste er zurückweichen. Wütend knurrte und fluchte er, da sein Opfer noch nicht gegrillt worden war, so wie es angedacht war. Ein Blick seinerseits zeigte ihm, dass Lydia neben ihm auch gerade wieder auf die Füße kommen wollte.
„Bleib liegen, du Fotze!“ brüllte er zornig und trat nach dem Mädchen, welches durch die Wucht wieder zu Boden geschleudert wurde. „Dich bediene ich noch früh genug, du Schlampe! Immer hübsch der Reihe nach!“
Als er sicher war, dass Lydia nicht so schnell wieder auf die Füße kommen würde, wandte er sich erneut Sha’ira zu, die sich inzwischen von der Feuerwand entfernt hatte. Sogleich stürmte er auf diese zu, um sein begonnenes Werk der Zerstörung zu vollenden.
Wie ein Berserker schlug und stach er auf die junge Kriegerin ein, welche Mühe hatte, seinen heftigen Angriffen zu trotzen. Schließlich erwischte er sie am Arm. Ein weiterer Treffer über ihrem Bauch folgte, was ihm erneut ein siegessicheres Lachen entlockte. Als sie sich wieder auf ihn stürzen wollte, verpasste er ihr einen Schlag mit dem Knauf seines Schwertes, welcher ihren Kopf traf. Die junge Elfe torkelte zwei Schritte zurück und wirkte leicht benommen.
„Scheint so, als wärst du bald soweit, Kleines“, spottete der Orlaisianer sadistisch grinsend und schwang dabei sein Schwert und seinen Dolch. „Und wie hättest du es denn gerne? Soll ich dich nun doch noch vor deinem Tod ficken oder erst hinterher? Mir persönlich ist es egal. Aber vielleicht hast du ja auch besondere Vorlieben. Soll ich es dir normal besorgen oder doch lieber in deinem Arsch. Noch hast du die Wahl. Wenn du erst einmal nur noch totes Fleisch bist, dann hole ich mir ohnehin alles, was noch übrig ist. Und ich werde sogar in meine Analen aufnehmen, ob du ein guter Fick warst oder nur einer von vielen! Also, mach’ dich bereit für den finalen Orgasmus!“
Wieder lachte der Mann höhnisch auf, bevor er zu seinem nächsten Angriff überging.
Die freie Wildnis von Ferelden (Dragon Age RP)
Débuté par
Guest_Juleiila_*
, juil. 21 2010 12:04
#2076
Posté 01 août 2011 - 05:49
#2077
Posté 01 août 2011 - 06:19
Etwas in ihr rührte sich . Sie wusste zuerst nicht so recht , was es war , doch es wurde stärker und lauter , es rebellierte in ihr . Ihr Herz hämmerte rasend schnell , als das sie dachte , es müsste ihr aus der Brust springen . Die Schmerzen ließen nach , ein kribbeln trat an ihre Stelle . Als würden die Knochen von innen her wieder zusammenwachsen , die Wunden sich flicken und ihre Lebensgeister wieder erstarken .
Der Schleier zog sich zurück und die Geräusche kamen wieder näher , Gefühl kehrte in ihren tauben Körper zurück und schließlich war sie wieder ganz bei Bewusstsein . Ihr Kopf schmerzte jenseits aller Vorstellungskraft , doch die Brust ächzte nicht unter ihren Bewegungen . Kein Stecken , keine Schmerzen , nichts fühlte sich an , als würde es sich bewegen , als wäre sie zusammengewachsen .
Und das verlieh ihr Mut . Der Wille hatte über den Körper gesiegt , der Geist hatte die Oberhand errungen . Und manchmal ist man zu Dingen fähig , wie man sie nur in äußerster Not tun konnte .
Lydia hatte Magie gewirkt . Wie sie es getan hatte , das wusste sie nicht , doch sie hatte es getan . Unbewusst und unter Zuhilfenahme fremden Blutes , denn als sie sich aufsetzte , sah sie , das sie in einer Blutlache eines erschlagenen Soldaten gelegen hatte . Doch das Blut war eingetrocknet und hatte nur einen roten Schatten auf dem Boden hinterlassen .
Doch ihre Gedanken wurden schlagartig zurück zum Kampf gelenkt . Sha´ira war kurz davor , vom Orlaisianer erschlagen zu werden . Als sie die Worte Ficken aus seinem Mund vernahm , verlor sie mit einem Schlag jegliche Selbstbeherrschung . Egal wie zerschlagen sie war , egal wie geschunden sie war , er würde Blut lassen müssen .
Fahrig griff sie nach ihrem Schwert und richtete sich ganz auf .
" Hey du kurzschwänziger Hurenvogel ! Wir wollen doch mal sehen , wer zuletzt lacht ! Komm her und versuch deinen Schnulli sonstwohin zu stecken , ich schlag ihn dir ab und lass dich daran ersticken ! " Brüllte sie zum Orlaisianer .
Er hatte sich das letzte bisschen Gnade gerade verwirkt . In ihren Gedanken malte sie sich schon aus , wie er zu leiden hatte und konnte es kaum abwarten ihm seine letzten Minuten qualvoll zu gestalten .
Der Schleier zog sich zurück und die Geräusche kamen wieder näher , Gefühl kehrte in ihren tauben Körper zurück und schließlich war sie wieder ganz bei Bewusstsein . Ihr Kopf schmerzte jenseits aller Vorstellungskraft , doch die Brust ächzte nicht unter ihren Bewegungen . Kein Stecken , keine Schmerzen , nichts fühlte sich an , als würde es sich bewegen , als wäre sie zusammengewachsen .
Und das verlieh ihr Mut . Der Wille hatte über den Körper gesiegt , der Geist hatte die Oberhand errungen . Und manchmal ist man zu Dingen fähig , wie man sie nur in äußerster Not tun konnte .
Lydia hatte Magie gewirkt . Wie sie es getan hatte , das wusste sie nicht , doch sie hatte es getan . Unbewusst und unter Zuhilfenahme fremden Blutes , denn als sie sich aufsetzte , sah sie , das sie in einer Blutlache eines erschlagenen Soldaten gelegen hatte . Doch das Blut war eingetrocknet und hatte nur einen roten Schatten auf dem Boden hinterlassen .
Doch ihre Gedanken wurden schlagartig zurück zum Kampf gelenkt . Sha´ira war kurz davor , vom Orlaisianer erschlagen zu werden . Als sie die Worte Ficken aus seinem Mund vernahm , verlor sie mit einem Schlag jegliche Selbstbeherrschung . Egal wie zerschlagen sie war , egal wie geschunden sie war , er würde Blut lassen müssen .
Fahrig griff sie nach ihrem Schwert und richtete sich ganz auf .
" Hey du kurzschwänziger Hurenvogel ! Wir wollen doch mal sehen , wer zuletzt lacht ! Komm her und versuch deinen Schnulli sonstwohin zu stecken , ich schlag ihn dir ab und lass dich daran ersticken ! " Brüllte sie zum Orlaisianer .
Er hatte sich das letzte bisschen Gnade gerade verwirkt . In ihren Gedanken malte sie sich schon aus , wie er zu leiden hatte und konnte es kaum abwarten ihm seine letzten Minuten qualvoll zu gestalten .
#2078
Posté 01 août 2011 - 08:28
Sie schlug die Augen auf. Der Himmel war glutrot, die Umgebung in leuchtenden Orange- und Rottönen getaucht. Die Umrisse der Bäume waren jedoch schwarz, es knackste und knisterte aus allen Ecken und Enden. Sie fühlte etwas feuchtes auf ihrer Wange, und Atem, der nach frischem Pansen roch, schlug ihr entgegen. Lea wandte den Kopf leicht zur Seite und sah Nero neben sich hechelnd und schwanzwedelnd stehen, dabei winselnd und leise bellend. Von weitem hörte sie angstvolles Wiehern.
Langsam richtete sie sich auf und faßte sich an den Kopf. Wo war sie? Sie fühlte sich, als wäre sie aus tiefer Bewußtlosigkeit aufgewacht, und erst langsam kehrten ihre Sinne zu ihr zurück. Nero zog an ihrem Bein, und das Wiehern wurde schriller.
„Was ist denn los, Nero? Willst Du mir etwas sagen?“
Der Hund ließ von ihr ab, lief ein paar Schritte voraus und wandte sich um, als würde er auf Lea warten.
„Nun gut, was willst Du mir zeigen, mein Freund?“ fragte sie ihn und lief hinter ihm her.
Der Schäferhund rannte auf die Umrisse zu, und als Lea genauer hinblickte, sah sie, dass nicht der Himmel glutrot war, denn es war eigentlich stockdunkel und mitten in der Nacht, sondern der Hof lichterloh brannte, und das Wiehern von ihrem Hengst kam, der sich aber mittlerweile befreit hatte und schnaubend auf sie zugaloppierte.
Sie stockte nur einen kurzen Moment, dann rannte sie auf die Flammen zu.
„Vater? Richard?“ schrie sie gegen die Feuersbrunst an, aber sie erhielt keine Antwort. „Janica? So sagt doch etwas!“
Die Hitze war unerträglich, der Rauch brannte in ihren Lungen und trieb ihr die Tränen in die Augen. Aber sie merkte, dass sie zu spät gekommen war, sie war zu lange auf der Lichtung gewesen, auf der sie Nero aufgeweckt hatte.
Ein Schrei wollte sich aus ihrer Kehle lösen, endete aber in einem Hustenanfall, da sie keine Luft mehr bekam. Ihr Unterbewußtsein ließ sie umdrehen und so schnell es ging von der Brandstätte fliehen, bis sie wieder bei ihrem Pferd angelangt war.
Mit rußverschmiertem Gesicht vergrub sie ihren Kopf in Donas Mähne und weinte solange, bis das Pferd unruhig wurde und der Hengst sie zart anstupste.
„Du hast Recht, wir müssen weg von hier“ flüsterte sie tonlos, schwang sich auf den Rücken des Pferdes und galoppierte den Weg entlang, ohne zu wissen, wohin er führte. Nur weg von dem Ort des Grauens, wohin es sie auch verschlagen mochte, schlimmer konnte es nicht werden.
Als sie den Waldrand erreichte, wurde Donas langsamer und blieb schließlich stehen. Lea tätschelte dem Tier den Hals.
„Ja hier ist es wohl besser, zu Fuß zu gehen“, meinte sie und ging voran. Die Tiere folgten ihr, aber mit jedem Schritt, den sie weiter in den Wald hinein machte, überkam sie ein ängstiches Gefühl. Die Bäume sahen gespenstisch aus, und überall raschelte es im Unterholz.
Sah der Baum da vorne nicht so aus, als würde daran ein Mensch aufgehängt sein? Eine Gänsehaut überkam sie, aber das Licht des Mondes mußte ihren Sinnen wohl einen Streich spielen, und lediglich die Schatten der Äste gaukelten ihrem Gehirn diese grotesken Bilder vor.
„Los Lea, sei kein Hasenfuß“ machte sie sich selber Mut. Sie hielt den Blick nun stur auf den Boden gerichtet, damit sie den Weg nicht verlor. So schritt sie dahin, bis sie nach einer gefühlten Ewigkeit endlich die andere Seite des Waldes erreicht hatte.
Mit einem erleichterndem Seufzer verließ sie das Dunkel des Waldes, aber viel besser war es nun auch nicht, auch wenn am Horizont bereits ein heller Schimmer zu sehen war. Anscheinend war sie länger unterwegs als sie gedacht hatte, oder sie war später losgelaufen als geahnt.
Nebelschwaden krochen am Boden entlang, dass sie ihre eigenen Beine nicht mehr sehen konnte. Vorsichtig suchte sie sich ihren Weg, darauf bedacht, nicht fehl zu treten. Sie wußte auch nicht, welche Beschaffenheit der Boden unter ihren Füssen hatte, und sie konnte nur hoffen, dass es kein Sumpfgebiet war.
Mit zitternden Gliedmaßen blieb sie schließlich stehen. Es hatte keinen Sinn, weiter zu gehen, ohne auch nur zu sehen, wohin man ging. So verharrte sie an Ort und Stelle und hoffte, dass sich der Nebel bald lichten würde, sobald die Sonne aufging.
Langsam richtete sie sich auf und faßte sich an den Kopf. Wo war sie? Sie fühlte sich, als wäre sie aus tiefer Bewußtlosigkeit aufgewacht, und erst langsam kehrten ihre Sinne zu ihr zurück. Nero zog an ihrem Bein, und das Wiehern wurde schriller.
„Was ist denn los, Nero? Willst Du mir etwas sagen?“
Der Hund ließ von ihr ab, lief ein paar Schritte voraus und wandte sich um, als würde er auf Lea warten.
„Nun gut, was willst Du mir zeigen, mein Freund?“ fragte sie ihn und lief hinter ihm her.
Der Schäferhund rannte auf die Umrisse zu, und als Lea genauer hinblickte, sah sie, dass nicht der Himmel glutrot war, denn es war eigentlich stockdunkel und mitten in der Nacht, sondern der Hof lichterloh brannte, und das Wiehern von ihrem Hengst kam, der sich aber mittlerweile befreit hatte und schnaubend auf sie zugaloppierte.
Sie stockte nur einen kurzen Moment, dann rannte sie auf die Flammen zu.
„Vater? Richard?“ schrie sie gegen die Feuersbrunst an, aber sie erhielt keine Antwort. „Janica? So sagt doch etwas!“
Die Hitze war unerträglich, der Rauch brannte in ihren Lungen und trieb ihr die Tränen in die Augen. Aber sie merkte, dass sie zu spät gekommen war, sie war zu lange auf der Lichtung gewesen, auf der sie Nero aufgeweckt hatte.
Ein Schrei wollte sich aus ihrer Kehle lösen, endete aber in einem Hustenanfall, da sie keine Luft mehr bekam. Ihr Unterbewußtsein ließ sie umdrehen und so schnell es ging von der Brandstätte fliehen, bis sie wieder bei ihrem Pferd angelangt war.
Mit rußverschmiertem Gesicht vergrub sie ihren Kopf in Donas Mähne und weinte solange, bis das Pferd unruhig wurde und der Hengst sie zart anstupste.
„Du hast Recht, wir müssen weg von hier“ flüsterte sie tonlos, schwang sich auf den Rücken des Pferdes und galoppierte den Weg entlang, ohne zu wissen, wohin er führte. Nur weg von dem Ort des Grauens, wohin es sie auch verschlagen mochte, schlimmer konnte es nicht werden.
Als sie den Waldrand erreichte, wurde Donas langsamer und blieb schließlich stehen. Lea tätschelte dem Tier den Hals.
„Ja hier ist es wohl besser, zu Fuß zu gehen“, meinte sie und ging voran. Die Tiere folgten ihr, aber mit jedem Schritt, den sie weiter in den Wald hinein machte, überkam sie ein ängstiches Gefühl. Die Bäume sahen gespenstisch aus, und überall raschelte es im Unterholz.
Sah der Baum da vorne nicht so aus, als würde daran ein Mensch aufgehängt sein? Eine Gänsehaut überkam sie, aber das Licht des Mondes mußte ihren Sinnen wohl einen Streich spielen, und lediglich die Schatten der Äste gaukelten ihrem Gehirn diese grotesken Bilder vor.
„Los Lea, sei kein Hasenfuß“ machte sie sich selber Mut. Sie hielt den Blick nun stur auf den Boden gerichtet, damit sie den Weg nicht verlor. So schritt sie dahin, bis sie nach einer gefühlten Ewigkeit endlich die andere Seite des Waldes erreicht hatte.
Mit einem erleichterndem Seufzer verließ sie das Dunkel des Waldes, aber viel besser war es nun auch nicht, auch wenn am Horizont bereits ein heller Schimmer zu sehen war. Anscheinend war sie länger unterwegs als sie gedacht hatte, oder sie war später losgelaufen als geahnt.
Nebelschwaden krochen am Boden entlang, dass sie ihre eigenen Beine nicht mehr sehen konnte. Vorsichtig suchte sie sich ihren Weg, darauf bedacht, nicht fehl zu treten. Sie wußte auch nicht, welche Beschaffenheit der Boden unter ihren Füssen hatte, und sie konnte nur hoffen, dass es kein Sumpfgebiet war.
Mit zitternden Gliedmaßen blieb sie schließlich stehen. Es hatte keinen Sinn, weiter zu gehen, ohne auch nur zu sehen, wohin man ging. So verharrte sie an Ort und Stelle und hoffte, dass sich der Nebel bald lichten würde, sobald die Sonne aufging.
#2079
Posté 01 août 2011 - 09:40
Nach nur wenigen Augenblicken hatte Miandra den Waldrand erreicht und vor ihr offenbarte sich eine endlos erscheinende hochgewachsene Wiese. Das Gras war in einer saftig grünen Farbe und die vielen verschiedenen Blüten einiger wilder Kräuter und Blumen zeigten sich in voller Pracht, lockten Bienen und alle möglichen anderen Insekten mit ihrem süßen Duft zu sich.
Doch sie hielt nicht an, sondern beschleunigte stattdessen ihr Tempo noch weiter, lief durch das hohe Gras, wobei bei jedem Schritt den sie tätigte Grillen und ähnliches Getier schnell das Weite suchten. Doch darauf konzentrierte sie sich nicht wirklich, denn ihr Blick fixierte einen Punkt der sich nun am Horizont abzeichnete und mit jedem weiteren Schritt wurde er größer und klarer. Schließlich konnte sie deutlich das Haus ihrer Eltern erkennen, sowie ihren Bruder der es schon fast erreicht hatte und sich gerade zu ihr umdrehte. Er blieb kurz stehen und grinste in ihre Richtung, bevor er seinen Weg fortsetzte. Sie beschleunigte weiter , holte alles aus ihrem Körper heraus, als sie kurz bevor sie das Haus erreichte mit ihm auf gleicher Höhe war, und sich die beiden zeitgleich entkräftet nach vorne auf den Boden fallen ließen.
So schnappten sie einige Zeit angestrengt nach Luft, während sie direkt vor der Türschwelle des Hauses im Dreck lagen, als Miandra plötzlich ohne wirklichen Grund zu lachen begann und sich dabei auf den Rücken drehte. Ihr Bruder stützte sich an den Armen ab und sah sie kurz etwas verdutzt an.
„Was ist so komisch?“ fragte er schließlich noch immer völlig außer Atem.
Sie zuckte weiterhin lachend mit den Schultern. „Keine Ahnung.“
Miandra wusste es tatsächlich nicht, doch sie fühlte sich einfach nur frei und sorgenlos. Alles um sie herum schien vor Freude und Glück zu strahlen und sich auf sie übertragen, und nun ihren Körper zu durchfluten. Noch nie hatte sie so ehrlich und voller Freude am Leben gelacht, wie gerade eben.
„Ah, da seid ihr zwei ja endlich“, ertönte plötzlich eine helle Stimme, die Miandra ebenfalls sofort erkannte. Dennoch setzte sie sich auf, drehte sich um und blickte zu der Frau die in der Tür stand und ihnen freundlich entgegen lächelte. Sie trug ein einfaches Kleid, hatte eine schmutzige Schürze umgebunden und ihre längeren schwarzen Haare zu einem Zopf zusammengeflochten.
„Los kommt schon, das Essen steht schon auf dem Tisch.“
Die beiden folgten der Frau ohne Widerrede in das Haus. Miandra wusste nicht wieso, doch als sie durch den kleinen Vorraum ging, Bilder betrachtete die an den Wänden hingen, Möbelstücke die genau an denselben Plätzen standen wie immer und ihr der Geruch von Holz, Staub und der Heimat in die Nase stieg, fühlte sich für den Bruchteil einer Sekunde alles so unwirklich an, dass sie hätte schwören können, dass irgendetwas anders war als sonst.
Doch als sie in die Küche weiterging und sie den Geruch von frisch gebratenem Fleisch und gekochtem Gemüse vernahm, verschwand dieser eigenartige Zweifel wieder und sie fühlte sich nur noch eines: hungrig, so als hätte sie schon seit Ewigkeiten nichts Warmes mehr im Magen gehabt. Und als ihr Blick auf den Esstisch fiel, auf welchem all diese Köstlichkeiten standen, lief ihr regelrecht das Wasser im Mund zusammen.
Schnell hatte sie sich auf dem Platz eingefunden an welchem sie immer saß, ebenso wie ihr Bruder, der sich bereits bediente und zu essen begann. Als Miandra das sah stockte sie mitten in der Bewegung und sah ihn für einen Augenblick stutzig an. Irgendetwas schien zu fehlen… doch egal wie sehr sie sich anstrengte, es fiel ihr einfach nicht ein. Schließlich siegte auch ihr Hungergefühl, sie griff zu und ließ sich das warme saftige Fleisch auf der Zunge zergehen, ebenso wie die knackigen Möhren und Bohnen. Es schmeckte fantastisch und sie wünschte sich einen größeren Magen zu haben.
Doch plötzlich konnte sie aus dem Hintergrund das knarrende Geräusch der Türe hören, sowie gemächliche laute Schritte, die den Boden zu erschüttern schienen. Alleine an diesen wenigen Lauten erkannte sie um wen es sich dabei handelte und sie hielt inne.
„Ah wunderbar! Ich sterbe schon fast vor Hunger!“ sagte eine tiefe Männerstimme hinter ihr, doch die Tonlage… sie war so… ungewohnt fröhlich.
Schließlich ging der Mann durch die Küche direkt auf die dunkelhaarige Frau zu, welche ihm entgegen lächelte, und gab ihr zur Begrüßung einen liebevollen Kuss und flüsterte ihr leise etwas zu, was Miandra nicht verstehen konnte, woraufhin diese zu kichern begann. Schließlich setzte er sich an das andere Ende des Tisches und bediente sich ebenfalls an dem Essen.
Miandra beobachtete diese Szene skeptisch und musterte den Mann eindringlich. Er sah so glücklich und zufrieden mit sich selbst und seinem Leben aus - was ja im Grunde nichts Schlimmes war - aber irgendetwas an diesem Bild war einfach… falsch.
„Schmeckt dir das Essen denn nicht, Mia?“ fragte plötzlich die Frau und riss sie damit aus ihren Gedanken. Sie hatte sich ebenfalls an den Tisch gesetzt und blicke Miandra nun aus großen glasigen Augen an, als würde es sie regelrecht kränken, dass ihre Tochter nicht weiter aß.
„Doch! Doch! Es schmeckt ausgezeichnet!“ platzte es völlig perplex aus ihr heraus.
„Es schmeckt dir nicht…“, murmelte die Frau gekränkt weiter als sie sah, dass Miandra nicht weiter aß und blickte dabei resigniert auf den Tisch.
„Nimm dir das nicht so zu Herzen, meine Liebe“, sagte der Mann plötzlich völlig ruhig und einfühlsam ehe Miandra mehr hätte sagen können. „Du weißt ja wie Kinder sind.“ Er lächelte ihr entgegen und vertilgte dann weiterhin sein Essen.
Miandra starrte ihn mit offenem Mund an. Hatte sie gerade richtig gehört? Er hatte sie verteidigt, anstatt sie anzuschreien? Es war ihm völlig egal, ob sie nun das Essen aß, oder nicht? Und seit wann interessierte sich ihre Mutter dafür, ob ihr das Essen nun schmeckte, oder nicht? Wieso waren sie so scheißfreundlich zu ihr und so zufrieden mit sich selbst? Sie waren doch sonst nie so!
Und als hätten sie ihre Gedanken lesen können, blickten alle drei zeitgleich auf und starrten sie an, jeder von ihnen mit einem übertrieben freundlichen Lächeln auf dem Gesicht, wobei ihr die Gabel aus der Hand glitt vor Entsetzen und klirrend auf dem Boden landete. Doch das schien die drei nicht einmal zu stören.
„Stimmt etwas nicht, Schätzchen?“ fragte ihr Vater und es klang in Miandras Ohren einfach nur unheimlich, so dass sich jedes noch so feine Härchen ihres Körpers aufrichtete.
„Ja, du siehst irgendwie müde aus, vielleicht solltest du dich ein wenig hinlegen“, stimmte ihr Bruder weiterhin lächelnd mit ein.
Miandra nickte nur, bevor sie viel zu schnell aufstand und in das Zimmer von ihr und ihres Bruders eilte. Dort machte sie schnell die Türe hinter sich zu und drückte sich mit dem Rücken an diese. Schweißperlen hatten sich an ihrer Stirn gesammelt und ihr Atem ging schwer. Irgendetwas stimmte hier nicht, das spürte sie ganz deutlich, doch je mehr sie darüber nachdenken wollte, um so stärker machte sich ein stechender Schmerz in ihrem Kopf breit.
Sie wollte zu ihrem Bett gehen, da sie sich plötzlich völlig müde und ausgelaugt fühlte, als ihr ein Spiegel ins Blickfeld fiel der an der Wand hing. Sie ging näher an diesen heran, bis sie ihn fast berühren konnte und musterte skeptisch mit zusammengekniffenen Augen das Bild welches er zeigte. Sie sah ein junges Mädchen mit schwarzen Haaren im Alter von ungefähr elf Jahren, und ein einfaches hellblaues Kleid versteckte ihre kindliche Figur. Doch das war es nicht, was sie zu stören schien, und sie ging mit dem Gesicht noch näher an den Spiegel heran und sah sich selbst tief in die Augen. Irgendetwas sah anders daran aus als sonst… doch sie kam nicht dahinter, sondern spürte nur wie ihre Kopfschmerzen und das Verlangen nach Schlaf immer stärker wurden.
So wandte sie ihren Blick wieder ab und taumelte regelrecht zu dem Bett, aber der Weg dort hin kam ihr unendlich weit vor. Ihr Zimmer schien plötzlich so verschwommen und unklar, alles schien sich zu drehen und schließlich kippte sie zur Seite und alles vor ihren Augen wurde schwarz.
Doch sie hielt nicht an, sondern beschleunigte stattdessen ihr Tempo noch weiter, lief durch das hohe Gras, wobei bei jedem Schritt den sie tätigte Grillen und ähnliches Getier schnell das Weite suchten. Doch darauf konzentrierte sie sich nicht wirklich, denn ihr Blick fixierte einen Punkt der sich nun am Horizont abzeichnete und mit jedem weiteren Schritt wurde er größer und klarer. Schließlich konnte sie deutlich das Haus ihrer Eltern erkennen, sowie ihren Bruder der es schon fast erreicht hatte und sich gerade zu ihr umdrehte. Er blieb kurz stehen und grinste in ihre Richtung, bevor er seinen Weg fortsetzte. Sie beschleunigte weiter , holte alles aus ihrem Körper heraus, als sie kurz bevor sie das Haus erreichte mit ihm auf gleicher Höhe war, und sich die beiden zeitgleich entkräftet nach vorne auf den Boden fallen ließen.
So schnappten sie einige Zeit angestrengt nach Luft, während sie direkt vor der Türschwelle des Hauses im Dreck lagen, als Miandra plötzlich ohne wirklichen Grund zu lachen begann und sich dabei auf den Rücken drehte. Ihr Bruder stützte sich an den Armen ab und sah sie kurz etwas verdutzt an.
„Was ist so komisch?“ fragte er schließlich noch immer völlig außer Atem.
Sie zuckte weiterhin lachend mit den Schultern. „Keine Ahnung.“
Miandra wusste es tatsächlich nicht, doch sie fühlte sich einfach nur frei und sorgenlos. Alles um sie herum schien vor Freude und Glück zu strahlen und sich auf sie übertragen, und nun ihren Körper zu durchfluten. Noch nie hatte sie so ehrlich und voller Freude am Leben gelacht, wie gerade eben.
„Ah, da seid ihr zwei ja endlich“, ertönte plötzlich eine helle Stimme, die Miandra ebenfalls sofort erkannte. Dennoch setzte sie sich auf, drehte sich um und blickte zu der Frau die in der Tür stand und ihnen freundlich entgegen lächelte. Sie trug ein einfaches Kleid, hatte eine schmutzige Schürze umgebunden und ihre längeren schwarzen Haare zu einem Zopf zusammengeflochten.
„Los kommt schon, das Essen steht schon auf dem Tisch.“
Die beiden folgten der Frau ohne Widerrede in das Haus. Miandra wusste nicht wieso, doch als sie durch den kleinen Vorraum ging, Bilder betrachtete die an den Wänden hingen, Möbelstücke die genau an denselben Plätzen standen wie immer und ihr der Geruch von Holz, Staub und der Heimat in die Nase stieg, fühlte sich für den Bruchteil einer Sekunde alles so unwirklich an, dass sie hätte schwören können, dass irgendetwas anders war als sonst.
Doch als sie in die Küche weiterging und sie den Geruch von frisch gebratenem Fleisch und gekochtem Gemüse vernahm, verschwand dieser eigenartige Zweifel wieder und sie fühlte sich nur noch eines: hungrig, so als hätte sie schon seit Ewigkeiten nichts Warmes mehr im Magen gehabt. Und als ihr Blick auf den Esstisch fiel, auf welchem all diese Köstlichkeiten standen, lief ihr regelrecht das Wasser im Mund zusammen.
Schnell hatte sie sich auf dem Platz eingefunden an welchem sie immer saß, ebenso wie ihr Bruder, der sich bereits bediente und zu essen begann. Als Miandra das sah stockte sie mitten in der Bewegung und sah ihn für einen Augenblick stutzig an. Irgendetwas schien zu fehlen… doch egal wie sehr sie sich anstrengte, es fiel ihr einfach nicht ein. Schließlich siegte auch ihr Hungergefühl, sie griff zu und ließ sich das warme saftige Fleisch auf der Zunge zergehen, ebenso wie die knackigen Möhren und Bohnen. Es schmeckte fantastisch und sie wünschte sich einen größeren Magen zu haben.
Doch plötzlich konnte sie aus dem Hintergrund das knarrende Geräusch der Türe hören, sowie gemächliche laute Schritte, die den Boden zu erschüttern schienen. Alleine an diesen wenigen Lauten erkannte sie um wen es sich dabei handelte und sie hielt inne.
„Ah wunderbar! Ich sterbe schon fast vor Hunger!“ sagte eine tiefe Männerstimme hinter ihr, doch die Tonlage… sie war so… ungewohnt fröhlich.
Schließlich ging der Mann durch die Küche direkt auf die dunkelhaarige Frau zu, welche ihm entgegen lächelte, und gab ihr zur Begrüßung einen liebevollen Kuss und flüsterte ihr leise etwas zu, was Miandra nicht verstehen konnte, woraufhin diese zu kichern begann. Schließlich setzte er sich an das andere Ende des Tisches und bediente sich ebenfalls an dem Essen.
Miandra beobachtete diese Szene skeptisch und musterte den Mann eindringlich. Er sah so glücklich und zufrieden mit sich selbst und seinem Leben aus - was ja im Grunde nichts Schlimmes war - aber irgendetwas an diesem Bild war einfach… falsch.
„Schmeckt dir das Essen denn nicht, Mia?“ fragte plötzlich die Frau und riss sie damit aus ihren Gedanken. Sie hatte sich ebenfalls an den Tisch gesetzt und blicke Miandra nun aus großen glasigen Augen an, als würde es sie regelrecht kränken, dass ihre Tochter nicht weiter aß.
„Doch! Doch! Es schmeckt ausgezeichnet!“ platzte es völlig perplex aus ihr heraus.
„Es schmeckt dir nicht…“, murmelte die Frau gekränkt weiter als sie sah, dass Miandra nicht weiter aß und blickte dabei resigniert auf den Tisch.
„Nimm dir das nicht so zu Herzen, meine Liebe“, sagte der Mann plötzlich völlig ruhig und einfühlsam ehe Miandra mehr hätte sagen können. „Du weißt ja wie Kinder sind.“ Er lächelte ihr entgegen und vertilgte dann weiterhin sein Essen.
Miandra starrte ihn mit offenem Mund an. Hatte sie gerade richtig gehört? Er hatte sie verteidigt, anstatt sie anzuschreien? Es war ihm völlig egal, ob sie nun das Essen aß, oder nicht? Und seit wann interessierte sich ihre Mutter dafür, ob ihr das Essen nun schmeckte, oder nicht? Wieso waren sie so scheißfreundlich zu ihr und so zufrieden mit sich selbst? Sie waren doch sonst nie so!
Und als hätten sie ihre Gedanken lesen können, blickten alle drei zeitgleich auf und starrten sie an, jeder von ihnen mit einem übertrieben freundlichen Lächeln auf dem Gesicht, wobei ihr die Gabel aus der Hand glitt vor Entsetzen und klirrend auf dem Boden landete. Doch das schien die drei nicht einmal zu stören.
„Stimmt etwas nicht, Schätzchen?“ fragte ihr Vater und es klang in Miandras Ohren einfach nur unheimlich, so dass sich jedes noch so feine Härchen ihres Körpers aufrichtete.
„Ja, du siehst irgendwie müde aus, vielleicht solltest du dich ein wenig hinlegen“, stimmte ihr Bruder weiterhin lächelnd mit ein.
Miandra nickte nur, bevor sie viel zu schnell aufstand und in das Zimmer von ihr und ihres Bruders eilte. Dort machte sie schnell die Türe hinter sich zu und drückte sich mit dem Rücken an diese. Schweißperlen hatten sich an ihrer Stirn gesammelt und ihr Atem ging schwer. Irgendetwas stimmte hier nicht, das spürte sie ganz deutlich, doch je mehr sie darüber nachdenken wollte, um so stärker machte sich ein stechender Schmerz in ihrem Kopf breit.
Sie wollte zu ihrem Bett gehen, da sie sich plötzlich völlig müde und ausgelaugt fühlte, als ihr ein Spiegel ins Blickfeld fiel der an der Wand hing. Sie ging näher an diesen heran, bis sie ihn fast berühren konnte und musterte skeptisch mit zusammengekniffenen Augen das Bild welches er zeigte. Sie sah ein junges Mädchen mit schwarzen Haaren im Alter von ungefähr elf Jahren, und ein einfaches hellblaues Kleid versteckte ihre kindliche Figur. Doch das war es nicht, was sie zu stören schien, und sie ging mit dem Gesicht noch näher an den Spiegel heran und sah sich selbst tief in die Augen. Irgendetwas sah anders daran aus als sonst… doch sie kam nicht dahinter, sondern spürte nur wie ihre Kopfschmerzen und das Verlangen nach Schlaf immer stärker wurden.
So wandte sie ihren Blick wieder ab und taumelte regelrecht zu dem Bett, aber der Weg dort hin kam ihr unendlich weit vor. Ihr Zimmer schien plötzlich so verschwommen und unklar, alles schien sich zu drehen und schließlich kippte sie zur Seite und alles vor ihren Augen wurde schwarz.
Modifié par Kaysallie, 01 août 2011 - 09:54 .
#2080
Posté 02 août 2011 - 12:27
Unendlich langsam ging die Sonne auf, die ersten Vögel begannen, ihr Lied zu trällern, und der Nebel verschwand langsam in der Erde. Zurück blieb davon nur Tau, der sich an den Gräsern hielt.
Zum Glück hatte sie feste Stiefel an, so konnte ihr der Morgentau nichts anhaben, das Leder war eingefettet und hielt die Nässe ab.
Lea streckte die Arme von sich ab, ließ ihren Kopf vorsichtig kreisen, um die starren Muskeln ein wenig zu lockern. Dabei sah sie sich um, sie wollte wissen, wo sie war.
Sie hielt mitten in der Bewegung inne, und eine Gänsehaut lief ihr den Rücken entlang. Rechts neben ihr waren einige Stufen, die auf ein kleines Fels-Plateau führten. Und darauf stand ein Altar. Diese Tatsache an sich hätte sie weniger schockiert. Aber auf dem Altar lagen abgetrennte Glieder, das Blut der Muskelfasern war verkrustet, Fliegen labten sich daran und ein Gestank von faulendem aber auch verbranntem Fleisch lag in der Luft. 'Waren das Teile von einem Menschen?' fragte sie sich ängstlich. Kleinvieh war es nicht, auch kein Reh, da war sie sich sicher. Es könnte vielleicht von einem Rind gewesen sein, aber sie wußte innerlich, dass ihre erste Vermutung richtig war. Ihr wurde übel und schnell blickte sie in die andere Richtung.
Dort stand eine zum Teil eingefallene Kapelle, die Tür hing morsch in den Angeln und wurde vom Wind leicht hin und her bewegt, was ein gleichmäßiges Quietschen verursachte. Aber auch leise Gesänge meinte Lea zu hören, weit entfernt, fast ein Flüstern. Wehmütig, sehnsüchtig, traurig war die Melodie, die der Wind an ihr Ohr trug. Aber auch wunderschön.
Lea fröstelte, ihr war das ganze unheimlich. Trotzdem zog diese Ruine sie magisch an, und ihre Beine bewegten sich von selber, ohne dass sie etwas dagegen unternehmen hätte können. Die Stimmen wurden etwas lauter, aber waren immer noch so leise, dass es auch Blätterrauschen sein konnte. Erst als sie zehn Schritte von der Tür entfernt war, blieb sie stehen, als wäre sie dort festgewachsen.
Eine Stimme in ihrem Kopf lockte sie: „komm herein, sieh uns an, hör uns zu“ flüsterte diese in allerliebsten Tönen. „tritt ein, hier wirst Du Deine Erleuchtung finden, ängstige Dich nicht“ drängte sie weiter.
Lea zitterte wie Espenlaub, als sie die wenigen Schritte machte und schließlich den Vorraum der Ruine betrat. Kaum war sie über die Schwelle getreten, fühlte sie jedoch eine grenzenlose Ruhe in sich, ihre Ängste waren wie weg geflogen. Der Eingang schillerte durch buntes Glas in allen Farben, der Chor frohlockte und sang fröhliche Weisen, und ein helles gleissendes Licht strahlte ihr vom Inneren des Gebäudes entgegen. Staunend stand sie in dem kleinen Eingangsraum. Die Wände waren zum Teil mit wildem Wein überzogen, dazwischen konnte man aber immer noch die einst marmornen Mauern erkennen, und das Antlitz Andrastes war darin verewigt.
Sie betrat das innere der Weihestätte, und nun hörte sie den Gesang in normaler Lautstärke, sah aber keinen Menschen.
Eine Silhouette löste sich aus dem gleissenden Licht und schwebte auf sie zu, beinahe durchsichtig. Dennoch konnte Lea eine purpurne Robe erkennen, und je näher diese auf sie zukam, erkannte sie das Gesicht ihrer Schwägerin. Eine Armlänge von sich entfernt blieb die Erscheinung stehen.
„Gräme Dich nicht, liebste Leanora, Du kannst nichts dafür. Du wirst sehen, alles wird gut“. Wie ein melodischer Windhauch erreichte Lea diese Botschaft, und eine Träne bahnte sich den Weg aus ihren Augen. Aber noch bevor sie antworten konnte, verschwand Janica wieder, so als würde sie sich in Luft auflösen. Eine weitere Gestalt trat aus dem Licht, nun war es ihre Mutter, die ihr liebevolle Worte zuflüsterte.
„Wir lieben Dich mein Mädchen, wir sind bei Dir...“
Wieder löste sich die Erscheinung auf, des Vaters Gesicht kam zu ihr. Dieser sagte jedoch nichts, sondern blickte sie nur voller Liebe an, bevor ihr Bruder Richard seinen Platz einnahm.
Dessen Augen blitzten vor Lebenslust, er lachte sie an, und sagte: „Amber, meine Hübsche, Du machst das schon. Wehe Du baust Blödsinn!“ Auch er verschwand, und das gleissende Licht hatte schon einiges von seiner Helligkeit eingebüßt.
Lautlos kullerten die Tränen aus Leanoras Augen. Sie war wohl wirklich auf sich allein gestellt. Wo war sie hier nur? Wollte Andraste ihr die Möglichkeit geben, sich von ihren Liebsten zu verabschieden?
Noch während sie überlegte, wie wunderlich das ganze hier war, hüpfte ein weiteres Schattenbild auf sie zu. Wer war diese Person?
Fragend starrte sie die Neue an. Vor ihr schwebte der Umriss einer etwas pummeligen Frau mit feuerroten Haaren, und diese lachte aus ganzen Herzen.
„Lea, Lea... oder Sophia? Vergiß nicht, den Kommandanten zu grüßen! Und nein, ich bin Dir nicht böse, ich bin ja selber schuld an dem ganzen Schlamassel“, kicherte der Nebelschatten.
Leanora grübelte krampfhaft, wer das vor ihr war, bis sie entsetzt feststellte, dass der Frau ein wunderschön gearbeiteter Dolch im Brustkasten steckte.
„Entschuldige“, erwiderte Leanora schüchtern. „Kenne ich Dich von irgendwoher?“ Sie schüttelte den Kopf, irgendwie kam ihr diese Erscheinung doch bekannt vor. „Hilf mir, ich weiß nicht, wo ich Dich schon mal gesehen habe...“
Die blonde Frau schloß die Augen. Nun sprach sie schon mit.. ja mit was? Geistern?
„Süsse, Du bist ja ganz schön neben der Rolle“, lachte die Rothaarige ihr entgegen. „Achja kein Wunder, was machst Du hier auch? Solltest Du nicht in Renaldos Stube sein und seine Schandtaten aufklären?“
Noch immer stand diese Person vor ihr, echter und realer als alle anderen Erscheinungen zuvor.
Renaldo? Irgendetwas in ihrem Kopf brachte ein Echo auf diesen Namen zustande, aber sie wußte nicht, was es war. Wahrscheinlich wurde ihr irgendwann einmal ein Jüngling dieses Namens vorgestellt auf einem der Bälle...
Erleichtert lachte sie auf. Natürlich! Allerdings war dieser als Mann und nicht als Jüngling zu bezeichnen, aber sie konnte sich noch gut erinnern, dass sie seine Umgangsformen nicht mochte. Aber hübsch war dieser Kerl damals, das wußte sie noch. Braunes Haar, mandelbraune Augen, einen gut gebauten Körper.
„Danke Lucia, jetzt weiß ich es wieder“ sagte Leanora und lächelte die Frau an.
„Na also, hast ja Dein Gedächtnis wieder gefunden, dann kann ich ja endlich in Frieden gehen“ lachte die andere noch einmal, dann war auch diese verschwunden, und die Lichtsäule von zuvor erloschen.
Lea drehte sich um und ging langsam aus der Kapelle.
Nach zwei Schritten stockte sie. Sie hatte das letzte Leuchten Lucia genannt. Sie mußte sie kennen. Aber woher?
Wie von Furien gehetzt rannte sie aus der Ruine, sprang auf Donas Rücken und hieb ihm die Fersen in die Flanken. „Lauf so schnell Du kannst“, spornte sie den Hengst an. Anscheinend war sie dabei, den Verstand zu verlieren.
Sie konzentrierte sich nicht auf den Weg, ließ ihr Pferd einfach laufen. Zu sehr beschäftigte sie das gerade erlebte, Kopfschmerzen machten sich breit. Ihre Panik übertrug sich auf das Tier, dieses stob davon als wäre der Erzdämon persönlich hinter ihm her. Lea sah den gefällten Baumstamm nicht, auf den Donas zurannte. Das Pferd setzte zum Sprung an, die Reiterin war nicht darauf vorbereitet und verlor ihren Halt. Hart schlug sie auf dem Boden auf, dass ihr die Luft aus den Rippen gepresst wurde, und sie in eine Ohnmacht sank.
Zum Glück hatte sie feste Stiefel an, so konnte ihr der Morgentau nichts anhaben, das Leder war eingefettet und hielt die Nässe ab.
Lea streckte die Arme von sich ab, ließ ihren Kopf vorsichtig kreisen, um die starren Muskeln ein wenig zu lockern. Dabei sah sie sich um, sie wollte wissen, wo sie war.
Sie hielt mitten in der Bewegung inne, und eine Gänsehaut lief ihr den Rücken entlang. Rechts neben ihr waren einige Stufen, die auf ein kleines Fels-Plateau führten. Und darauf stand ein Altar. Diese Tatsache an sich hätte sie weniger schockiert. Aber auf dem Altar lagen abgetrennte Glieder, das Blut der Muskelfasern war verkrustet, Fliegen labten sich daran und ein Gestank von faulendem aber auch verbranntem Fleisch lag in der Luft. 'Waren das Teile von einem Menschen?' fragte sie sich ängstlich. Kleinvieh war es nicht, auch kein Reh, da war sie sich sicher. Es könnte vielleicht von einem Rind gewesen sein, aber sie wußte innerlich, dass ihre erste Vermutung richtig war. Ihr wurde übel und schnell blickte sie in die andere Richtung.
Dort stand eine zum Teil eingefallene Kapelle, die Tür hing morsch in den Angeln und wurde vom Wind leicht hin und her bewegt, was ein gleichmäßiges Quietschen verursachte. Aber auch leise Gesänge meinte Lea zu hören, weit entfernt, fast ein Flüstern. Wehmütig, sehnsüchtig, traurig war die Melodie, die der Wind an ihr Ohr trug. Aber auch wunderschön.
Lea fröstelte, ihr war das ganze unheimlich. Trotzdem zog diese Ruine sie magisch an, und ihre Beine bewegten sich von selber, ohne dass sie etwas dagegen unternehmen hätte können. Die Stimmen wurden etwas lauter, aber waren immer noch so leise, dass es auch Blätterrauschen sein konnte. Erst als sie zehn Schritte von der Tür entfernt war, blieb sie stehen, als wäre sie dort festgewachsen.
Eine Stimme in ihrem Kopf lockte sie: „komm herein, sieh uns an, hör uns zu“ flüsterte diese in allerliebsten Tönen. „tritt ein, hier wirst Du Deine Erleuchtung finden, ängstige Dich nicht“ drängte sie weiter.
Lea zitterte wie Espenlaub, als sie die wenigen Schritte machte und schließlich den Vorraum der Ruine betrat. Kaum war sie über die Schwelle getreten, fühlte sie jedoch eine grenzenlose Ruhe in sich, ihre Ängste waren wie weg geflogen. Der Eingang schillerte durch buntes Glas in allen Farben, der Chor frohlockte und sang fröhliche Weisen, und ein helles gleissendes Licht strahlte ihr vom Inneren des Gebäudes entgegen. Staunend stand sie in dem kleinen Eingangsraum. Die Wände waren zum Teil mit wildem Wein überzogen, dazwischen konnte man aber immer noch die einst marmornen Mauern erkennen, und das Antlitz Andrastes war darin verewigt.
Sie betrat das innere der Weihestätte, und nun hörte sie den Gesang in normaler Lautstärke, sah aber keinen Menschen.
Eine Silhouette löste sich aus dem gleissenden Licht und schwebte auf sie zu, beinahe durchsichtig. Dennoch konnte Lea eine purpurne Robe erkennen, und je näher diese auf sie zukam, erkannte sie das Gesicht ihrer Schwägerin. Eine Armlänge von sich entfernt blieb die Erscheinung stehen.
„Gräme Dich nicht, liebste Leanora, Du kannst nichts dafür. Du wirst sehen, alles wird gut“. Wie ein melodischer Windhauch erreichte Lea diese Botschaft, und eine Träne bahnte sich den Weg aus ihren Augen. Aber noch bevor sie antworten konnte, verschwand Janica wieder, so als würde sie sich in Luft auflösen. Eine weitere Gestalt trat aus dem Licht, nun war es ihre Mutter, die ihr liebevolle Worte zuflüsterte.
„Wir lieben Dich mein Mädchen, wir sind bei Dir...“
Wieder löste sich die Erscheinung auf, des Vaters Gesicht kam zu ihr. Dieser sagte jedoch nichts, sondern blickte sie nur voller Liebe an, bevor ihr Bruder Richard seinen Platz einnahm.
Dessen Augen blitzten vor Lebenslust, er lachte sie an, und sagte: „Amber, meine Hübsche, Du machst das schon. Wehe Du baust Blödsinn!“ Auch er verschwand, und das gleissende Licht hatte schon einiges von seiner Helligkeit eingebüßt.
Lautlos kullerten die Tränen aus Leanoras Augen. Sie war wohl wirklich auf sich allein gestellt. Wo war sie hier nur? Wollte Andraste ihr die Möglichkeit geben, sich von ihren Liebsten zu verabschieden?
Noch während sie überlegte, wie wunderlich das ganze hier war, hüpfte ein weiteres Schattenbild auf sie zu. Wer war diese Person?
Fragend starrte sie die Neue an. Vor ihr schwebte der Umriss einer etwas pummeligen Frau mit feuerroten Haaren, und diese lachte aus ganzen Herzen.
„Lea, Lea... oder Sophia? Vergiß nicht, den Kommandanten zu grüßen! Und nein, ich bin Dir nicht böse, ich bin ja selber schuld an dem ganzen Schlamassel“, kicherte der Nebelschatten.
Leanora grübelte krampfhaft, wer das vor ihr war, bis sie entsetzt feststellte, dass der Frau ein wunderschön gearbeiteter Dolch im Brustkasten steckte.
„Entschuldige“, erwiderte Leanora schüchtern. „Kenne ich Dich von irgendwoher?“ Sie schüttelte den Kopf, irgendwie kam ihr diese Erscheinung doch bekannt vor. „Hilf mir, ich weiß nicht, wo ich Dich schon mal gesehen habe...“
Die blonde Frau schloß die Augen. Nun sprach sie schon mit.. ja mit was? Geistern?
„Süsse, Du bist ja ganz schön neben der Rolle“, lachte die Rothaarige ihr entgegen. „Achja kein Wunder, was machst Du hier auch? Solltest Du nicht in Renaldos Stube sein und seine Schandtaten aufklären?“
Noch immer stand diese Person vor ihr, echter und realer als alle anderen Erscheinungen zuvor.
Renaldo? Irgendetwas in ihrem Kopf brachte ein Echo auf diesen Namen zustande, aber sie wußte nicht, was es war. Wahrscheinlich wurde ihr irgendwann einmal ein Jüngling dieses Namens vorgestellt auf einem der Bälle...
Erleichtert lachte sie auf. Natürlich! Allerdings war dieser als Mann und nicht als Jüngling zu bezeichnen, aber sie konnte sich noch gut erinnern, dass sie seine Umgangsformen nicht mochte. Aber hübsch war dieser Kerl damals, das wußte sie noch. Braunes Haar, mandelbraune Augen, einen gut gebauten Körper.
„Danke Lucia, jetzt weiß ich es wieder“ sagte Leanora und lächelte die Frau an.
„Na also, hast ja Dein Gedächtnis wieder gefunden, dann kann ich ja endlich in Frieden gehen“ lachte die andere noch einmal, dann war auch diese verschwunden, und die Lichtsäule von zuvor erloschen.
Lea drehte sich um und ging langsam aus der Kapelle.
Nach zwei Schritten stockte sie. Sie hatte das letzte Leuchten Lucia genannt. Sie mußte sie kennen. Aber woher?
Wie von Furien gehetzt rannte sie aus der Ruine, sprang auf Donas Rücken und hieb ihm die Fersen in die Flanken. „Lauf so schnell Du kannst“, spornte sie den Hengst an. Anscheinend war sie dabei, den Verstand zu verlieren.
Sie konzentrierte sich nicht auf den Weg, ließ ihr Pferd einfach laufen. Zu sehr beschäftigte sie das gerade erlebte, Kopfschmerzen machten sich breit. Ihre Panik übertrug sich auf das Tier, dieses stob davon als wäre der Erzdämon persönlich hinter ihm her. Lea sah den gefällten Baumstamm nicht, auf den Donas zurannte. Das Pferd setzte zum Sprung an, die Reiterin war nicht darauf vorbereitet und verlor ihren Halt. Hart schlug sie auf dem Boden auf, dass ihr die Luft aus den Rippen gepresst wurde, und sie in eine Ohnmacht sank.
#2081
Posté 02 août 2011 - 03:19
Mit wuchtigen und schnellen Angriffen ging der Orlaisianer auf Sha’ira los, als er plötzlich hinter sich Lydias Stimme vernahm, die ihn lautstark anbrüllte. Dieser ließ daraufhin sofort von seinem Opfer ab und sprang zurück, bis er sich außerhalb der Reichweite der Gleve der Elfe befand. Nun sah er sich nach Lydia um, welche mit einem Schwert in der Hand auf ihn zukam. Er ließ seinen Blick zwischen den beiden hin- und herwandern, wollte keine von ihnen auch nur für einen Moment aus den Augen lassen.
„Hast du noch nicht genug, Kleine?“ spottete er in Lydias Richtung. „Oder willst du deiner Freundin zu Hilfe eilen? Vielleicht steht ihr beiden ja auch auf einen flotten Dreier, was? Nun, ich bin dabei. Hatte ja schon keinen mehr seit…nun seit dem Frühstück, ja genau.“
Wieder lachte er dreckig auf, als Sha’ira mit ihrer Gleve in der Hand auf ihn zustürmte. Der Mann wich zur Seite aus, während er zugleich einen Angriff parierte, mit dem ihn Lydia aufspießen wollte. Er wich zurück, um wieder für etwas Abstand zwischen sich und seinen Gegnerinnen zu sorgen.
„Nun, welche von euch beiden möchte denn jetzt als erstes durchgezogen werden, hm? Und soll ich lieber mit meinem Schwanz oder von meinem Schwert in euch eindringen? Hab‘ das mal bei einem Weib gleichzeitig gemacht und sie abgestochen während ich sie gevögelt habe. Die Arme wusste nicht einmal mehr, ob sie vor Lust stöhnen oder vor Schmerzen schreien sollte, oder umgekehrt. Ja, ich verdreh‘ den Mädels nun mal eben den Kopf, oder den Hals, je nachdem.“
Der Mann machte einen Satz auf Lydia zu und ließ dabei sein Schwert auf ihren Kopf zu sausen. Pfeilschnell flog die Waffe auf sie zu und zerteilte dabei pfeifend die Luft.
___________________________________________________________________________
„Wo bleibst du denn nur?“ murmelte Vernita vor sich hin, während sie auf dem umgestürzten Baumstamm saß und ungeduldig mit den Füßen im Sand scharrte. Auf ihrem Schoß lag auf ihrem schmutzigen Kleid ein ganzer Haufen kleiner, bunter Kieselsteine, die sie schon den ganzen Morgen über gesammelt hatte. „Dabei habe ich doch schon so viele schöne geheime Schätze gefunden.“
Bei ihren Worten nahm sie einen roten Kieselstein in die Hand und ließ diesen vor sich auf den Boden fallen. Dies wiederholte sie mit den übrigen Steinen, während sie sehnsüchtig nach Fineon Ausschau hielt. Doch der junge Elf kam einfach nicht.
Nachdem sie alle Steine auf diese Art vor sich auf dem Boden befördert hatte, kletterte sie von dem Baumstamm herunter und lief los. Sie eilte an den vielen Häusern im Gesindeviertel vorbei und achtete dabei nicht auf die anderen Elfen, von denen ihr einige neugierig nachsahen. Schließlich erreichte sie das Haus von Fineons Eltern.
Schüchtern trat sie vor die Eingangstür und zögerte noch eine ganze Weile, bevor sie schließlich doch all ihren Mut zusammennahm und an diese zaghaft klopfte. Sofort sprang sie zwei Schritte zurück. Sie verschränkte die Arme hinter ihren Rücken, wippte nervös hin und her, während sie verlegen zu Boden schaute. Schließlich hatte Fineon ihr doch verboten, ihn von zu Hause abzuholen.
Schließlich und endlich wurde die Tür geöffnet und eine blonde Elfe erschien im Eingang, welche Vernita mit kritischem Blick musterte. „Ja?“ fragte sie sehr unfreundlich und verzog dabei das Gesicht, während sie das schmutzige Mädchen vor ihr eingehend musterte.
„Ist Fineon da?“ fragte Vernita leise, ohne die Frau anzusehen. Hätte sie nicht eine solch dunkle Gesichtsfarbe, hätte man sofort gesehen, wie rot sie bei dieser Frage wurde.
„Ja, ist er. Doch hat er keine Zeit für dich, also geh‘ nach Hause“, blaffte die Frau zurück.
„Er ist doch nicht krank, oder?“
„Nein, ist er nicht. Und jetzt verschwinde!“
„Warum kommt er denn dann nicht nach draußen zum Spielen? Muss er was im Haus erledigen? Sehe ich ihn denn morgen wieder?“ Vernita blieb hartnäckig und versuchte an den Beinen der Frau vorbei in das Haus zu sehen, doch diese stellte sich ihr sofort wieder in den Weg.
„Nein, wirst du nicht! Du wirst ihn nie wiedersehen, verstanden?!? Mein Sohn wird nicht länger mit dir spielen!“
„Aber warum denn nicht?“ Vernita fing bitterlich zu weinen an und hielt sich dabei die Hände vor das Gesicht, wodurch sie kaum noch zu verstehen war. „Er ist doch mein einziger Freund.“
„Weil deine Mutter die verdammte Hure eines Menschen ist, darum!“ kreischte die Frau hysterisch los. „Jeder hier im Gesindeviertel weiß das! Sie verkauft ihren Körper an einen Bastard von Adeligen und hat nicht einmal den Anstand ihrer Tochter was Vernünftiges zum Anziehen zu besorgen! Ist wohl zu sehr damit beschäftigt, ihrem menschlichen Freier zu gefallen, dieses Miststück! Und ich werde nicht zulassen, dass mein Sohn zu einem Außenseiter verkommt, weil er sich mit der Tochter eines solchen Abschaums abgibt! Die anderen Kinder fangen schon an, ihn zu meiden! Das geht so nicht weiter!“
Die Mutter hatte sich schon richtig in Rage geredet, während Vernita nur noch vor sich hin schluchzte. Tränen liefen in wahren Bächen über ihre Wangen und tropften auf ihr schmutziges Kleid.
„Tut mir wirklich leid für dich Kleines, aber ab heute ist mein Sohn für dich gestorben. Wehe ich erwische euch beiden noch einmal zusammen, dann ist aber was gefällig! Und nun verschwinde, und lass‘ dich nie wieder hier blicken!“ tobte die Frau weiter, trat einen Schritt zurück und knallte die Tür Vernita vor der Nase zu.
Das Mädchen wandte sich ab und lief schluchzend nach Hause. Dort angekommen rannte sie direkt auf ihr Zimmer, an ihren Eltern vorbei, welche ihr besorgt aber auch wissend hinterherblickten. Vernita warf sich auf ihr einfaches Bett und weinte in ihr Kissen, bis ihr die Tränen ausgingen. Zum ersten Mal in ihrem Leben fühlte sie sich verlassen…und ganz allein.
„Hast du noch nicht genug, Kleine?“ spottete er in Lydias Richtung. „Oder willst du deiner Freundin zu Hilfe eilen? Vielleicht steht ihr beiden ja auch auf einen flotten Dreier, was? Nun, ich bin dabei. Hatte ja schon keinen mehr seit…nun seit dem Frühstück, ja genau.“
Wieder lachte er dreckig auf, als Sha’ira mit ihrer Gleve in der Hand auf ihn zustürmte. Der Mann wich zur Seite aus, während er zugleich einen Angriff parierte, mit dem ihn Lydia aufspießen wollte. Er wich zurück, um wieder für etwas Abstand zwischen sich und seinen Gegnerinnen zu sorgen.
„Nun, welche von euch beiden möchte denn jetzt als erstes durchgezogen werden, hm? Und soll ich lieber mit meinem Schwanz oder von meinem Schwert in euch eindringen? Hab‘ das mal bei einem Weib gleichzeitig gemacht und sie abgestochen während ich sie gevögelt habe. Die Arme wusste nicht einmal mehr, ob sie vor Lust stöhnen oder vor Schmerzen schreien sollte, oder umgekehrt. Ja, ich verdreh‘ den Mädels nun mal eben den Kopf, oder den Hals, je nachdem.“
Der Mann machte einen Satz auf Lydia zu und ließ dabei sein Schwert auf ihren Kopf zu sausen. Pfeilschnell flog die Waffe auf sie zu und zerteilte dabei pfeifend die Luft.
___________________________________________________________________________
„Wo bleibst du denn nur?“ murmelte Vernita vor sich hin, während sie auf dem umgestürzten Baumstamm saß und ungeduldig mit den Füßen im Sand scharrte. Auf ihrem Schoß lag auf ihrem schmutzigen Kleid ein ganzer Haufen kleiner, bunter Kieselsteine, die sie schon den ganzen Morgen über gesammelt hatte. „Dabei habe ich doch schon so viele schöne geheime Schätze gefunden.“
Bei ihren Worten nahm sie einen roten Kieselstein in die Hand und ließ diesen vor sich auf den Boden fallen. Dies wiederholte sie mit den übrigen Steinen, während sie sehnsüchtig nach Fineon Ausschau hielt. Doch der junge Elf kam einfach nicht.
Nachdem sie alle Steine auf diese Art vor sich auf dem Boden befördert hatte, kletterte sie von dem Baumstamm herunter und lief los. Sie eilte an den vielen Häusern im Gesindeviertel vorbei und achtete dabei nicht auf die anderen Elfen, von denen ihr einige neugierig nachsahen. Schließlich erreichte sie das Haus von Fineons Eltern.
Schüchtern trat sie vor die Eingangstür und zögerte noch eine ganze Weile, bevor sie schließlich doch all ihren Mut zusammennahm und an diese zaghaft klopfte. Sofort sprang sie zwei Schritte zurück. Sie verschränkte die Arme hinter ihren Rücken, wippte nervös hin und her, während sie verlegen zu Boden schaute. Schließlich hatte Fineon ihr doch verboten, ihn von zu Hause abzuholen.
Schließlich und endlich wurde die Tür geöffnet und eine blonde Elfe erschien im Eingang, welche Vernita mit kritischem Blick musterte. „Ja?“ fragte sie sehr unfreundlich und verzog dabei das Gesicht, während sie das schmutzige Mädchen vor ihr eingehend musterte.
„Ist Fineon da?“ fragte Vernita leise, ohne die Frau anzusehen. Hätte sie nicht eine solch dunkle Gesichtsfarbe, hätte man sofort gesehen, wie rot sie bei dieser Frage wurde.
„Ja, ist er. Doch hat er keine Zeit für dich, also geh‘ nach Hause“, blaffte die Frau zurück.
„Er ist doch nicht krank, oder?“
„Nein, ist er nicht. Und jetzt verschwinde!“
„Warum kommt er denn dann nicht nach draußen zum Spielen? Muss er was im Haus erledigen? Sehe ich ihn denn morgen wieder?“ Vernita blieb hartnäckig und versuchte an den Beinen der Frau vorbei in das Haus zu sehen, doch diese stellte sich ihr sofort wieder in den Weg.
„Nein, wirst du nicht! Du wirst ihn nie wiedersehen, verstanden?!? Mein Sohn wird nicht länger mit dir spielen!“
„Aber warum denn nicht?“ Vernita fing bitterlich zu weinen an und hielt sich dabei die Hände vor das Gesicht, wodurch sie kaum noch zu verstehen war. „Er ist doch mein einziger Freund.“
„Weil deine Mutter die verdammte Hure eines Menschen ist, darum!“ kreischte die Frau hysterisch los. „Jeder hier im Gesindeviertel weiß das! Sie verkauft ihren Körper an einen Bastard von Adeligen und hat nicht einmal den Anstand ihrer Tochter was Vernünftiges zum Anziehen zu besorgen! Ist wohl zu sehr damit beschäftigt, ihrem menschlichen Freier zu gefallen, dieses Miststück! Und ich werde nicht zulassen, dass mein Sohn zu einem Außenseiter verkommt, weil er sich mit der Tochter eines solchen Abschaums abgibt! Die anderen Kinder fangen schon an, ihn zu meiden! Das geht so nicht weiter!“
Die Mutter hatte sich schon richtig in Rage geredet, während Vernita nur noch vor sich hin schluchzte. Tränen liefen in wahren Bächen über ihre Wangen und tropften auf ihr schmutziges Kleid.
„Tut mir wirklich leid für dich Kleines, aber ab heute ist mein Sohn für dich gestorben. Wehe ich erwische euch beiden noch einmal zusammen, dann ist aber was gefällig! Und nun verschwinde, und lass‘ dich nie wieder hier blicken!“ tobte die Frau weiter, trat einen Schritt zurück und knallte die Tür Vernita vor der Nase zu.
Das Mädchen wandte sich ab und lief schluchzend nach Hause. Dort angekommen rannte sie direkt auf ihr Zimmer, an ihren Eltern vorbei, welche ihr besorgt aber auch wissend hinterherblickten. Vernita warf sich auf ihr einfaches Bett und weinte in ihr Kissen, bis ihr die Tränen ausgingen. Zum ersten Mal in ihrem Leben fühlte sie sich verlassen…und ganz allein.
#2082
Posté 02 août 2011 - 06:06
Also der Orlaisianer auf sie zusprang , tat Lydia etwas unerwartetes . Sie lies sich einfach nach hinten fallen . Damit hatte der Orlaisianer nicht gerechnet und fiel flach auf den Steinboden hinter ihr . Sie hatte sich in der Zeit schon aufgerafft und umgedreht .
Sie nutzte die Gelegenheit , das er auf dem Boden lag und hieb mit dem Schwert nach ihm , doch er rollte zur Seite . Wieder und wieder schlug sie nach ihm , aber er wich aus . Sie sah ein , das es nichts brachte ihn so anzugreifen und sprang über ihn hinweg um ihn weiterhin in die Zange nehmen zu können .
Flink wie ein Wiesel war er wieder aufgestanden und stadn wieder zwischen ihnen , aber offensichtlich etwas außer Atem . Er war unentschlossen , das sah sie . Er fühlte sich eingekreist . Das galt es zu nutzen . Angst verursachte fehler , und selbst wenn er es ihnen nicht zeigen wollte , der Orlaisianer hatte angst . Und die wollten sie nutzen .
Lydia machte nur einen kurzen ruckhaften Schritt nach vorn und schon wandte er sich ihr zu . Jetzt war er ganz auf sie fixiert . Er rechnete mit einem Angriff von ihr , irgendetwas , das ihn verletzen konnte . Doch es würde nicht von ihr kommen .
Sie nutzte die Gelegenheit , das er auf dem Boden lag und hieb mit dem Schwert nach ihm , doch er rollte zur Seite . Wieder und wieder schlug sie nach ihm , aber er wich aus . Sie sah ein , das es nichts brachte ihn so anzugreifen und sprang über ihn hinweg um ihn weiterhin in die Zange nehmen zu können .
Flink wie ein Wiesel war er wieder aufgestanden und stadn wieder zwischen ihnen , aber offensichtlich etwas außer Atem . Er war unentschlossen , das sah sie . Er fühlte sich eingekreist . Das galt es zu nutzen . Angst verursachte fehler , und selbst wenn er es ihnen nicht zeigen wollte , der Orlaisianer hatte angst . Und die wollten sie nutzen .
Lydia machte nur einen kurzen ruckhaften Schritt nach vorn und schon wandte er sich ihr zu . Jetzt war er ganz auf sie fixiert . Er rechnete mit einem Angriff von ihr , irgendetwas , das ihn verletzen konnte . Doch es würde nicht von ihr kommen .
#2083
Posté 02 août 2011 - 08:07
Der Orlaisianer lies von ihr ab . Und das war auch mehr als notwendig , denn er hatte sie schwer bedrängt . Mit nur einem Arm , den sie gebrauchen konnte war das kein einfacher Kampf , aber zu zweit sicherlich zu gewinnen .
Wenn Lydia die Hauptlast der Verteidigung tragen konnte . Sha´ira war schwach , sie hatte viel Blut verloren , und sie war verwundet . Doch all das spürte sie nicht . Sie fühlte keinen Schmerz , nur ihre Kraft schwinden . Doch noch konnte ihr ihre Magie Kraft spenden und sie am laufen und kämpfen halten .
Der Orlaisianer wandte sich von Lydia gestört ihr zu und begang damit einen großen Fehler . Er entblößte seinen Rücken und machte sich für eine kurze Zeit verwundbar . Und das nutzte sie aus . Mit der Kraft , die sie mit nur einem Arm zustandebrachte hieb sie ihm quer über den Rücken .
Es klirrte , Kettenringe flogen durch die Luft und einige Blutstropfen landeten auf dem Boden . Sha´ira hatte das Kettenhemd und den Lederwams durchschlagen und ihm den Rücken aufgeschlitzt . Schnell sprang sie zwei Schritte zurück und beförderte sich damit aus der Reichweite des Orlaisianers , für den Fall das er einen Gegenangriff starten würde .
" Komm schon ... greif uns an ... Du kommst hier nicht lebend raus ! " fauchte sie ihm mit ihrer unnatürlichen Stimme an und leckte sich das Blut von den Lippen .
Wenn Lydia die Hauptlast der Verteidigung tragen konnte . Sha´ira war schwach , sie hatte viel Blut verloren , und sie war verwundet . Doch all das spürte sie nicht . Sie fühlte keinen Schmerz , nur ihre Kraft schwinden . Doch noch konnte ihr ihre Magie Kraft spenden und sie am laufen und kämpfen halten .
Der Orlaisianer wandte sich von Lydia gestört ihr zu und begang damit einen großen Fehler . Er entblößte seinen Rücken und machte sich für eine kurze Zeit verwundbar . Und das nutzte sie aus . Mit der Kraft , die sie mit nur einem Arm zustandebrachte hieb sie ihm quer über den Rücken .
Es klirrte , Kettenringe flogen durch die Luft und einige Blutstropfen landeten auf dem Boden . Sha´ira hatte das Kettenhemd und den Lederwams durchschlagen und ihm den Rücken aufgeschlitzt . Schnell sprang sie zwei Schritte zurück und beförderte sich damit aus der Reichweite des Orlaisianers , für den Fall das er einen Gegenangriff starten würde .
" Komm schon ... greif uns an ... Du kommst hier nicht lebend raus ! " fauchte sie ihm mit ihrer unnatürlichen Stimme an und leckte sich das Blut von den Lippen .
#2084
Posté 02 août 2011 - 08:15
„Hey Süße, so ganz alleine in einer so finsteren Nacht unterwegs?“ sagte eine Männerstimme gefolgt von dämlichen Gelächter.
Miandra blickte auf und sah zwei Männer unweit von ihr entfernt, die ihren Weg kreuzten. Nur wenige Öllampen an Häuserwänden erleuchteten den schmalen Weg der durch das Dorfinnere führte. Hier hausten nur die reicheren Personen, die den Platz für Felder nicht benötigten. Jeden Vormittag gab es einen kleinen Markt auf dem Dorfplatz in der Nähe der kleinen Kirche, auch sonst gab es nur einen Schneider, Schmied, Tischler - ihren Vater - oder andere kleinere Geschäfte denen man wenig Bedeutung zuordnete. Und es gab auch nur eine einzige Taverne, in der sich die Reisenden niederließen oder sich die Stammgäste abends vergnügten. Und genau von dort ging Miandra gerade nach Hause. Ihr weiterer Weg würde stockdunkel sein, da das Haus ihrer Eltern weit abseits lag, doch das störte sie nicht weiter, denn sie würde auch mit verbunden Augen nach Hause finden, so wie jeden Abend.
Sie wandte den Blick wieder von den Kerlen ab und ging ohne auf den Kommentar einzugehen weiter. Sie war müde, wollte einfach nur in Ruhe gelassen werden, nach Hause ins Bett und hatte wirklich keine Lust auf solche dummen Spielchen. So wollte sie mit dem Blick auf den Boden gerichtet an den beiden vorbeigehen, als sie der bärtige dickere Mann am Oberarm festhielt, sie zu sich drehte und ihr mit dem Gesicht so nahe an ihr eigenes kam, dass sie seinen nach Alkohol stinkenden Atem riechen konnte.
„Hey Kleine, ich hab‘ dir ne Frage gstellt! Oder bissu taub?“
Sie versuchte sich hektisch aus seinem festen Griff zu befreien, doch es wollte ihr einfach nicht gelingen. Dem bärtigen Mann schien das jedoch alles andere als zu gefallen, dass sie sich zu wehren versuchte, und so ließ er die Flasche welche er in der anderen Hand hielt einfach los, sodass diese auf der Erde landete und sich der wenige Inhalt auf dem Boden verteilte, und drückte sie mit seiner gerade frei gewordenen Hand unsanft gegen eine Holzwand eines Hauses.
„Aber gar nich‘ so schlech‘, wenn se taub und stumm is‘, dann kann se uns wenigstens nich‘ verplappern“, sagte der andere muskulösere Mann der neben dem Bärtigen stand und sie bereits mit seinen Blicken auszog.
„Wie? Such dir gefälligst ne eigene, die hab ich gefunden!“ erwiderte der Bärtige gefolgt von einem Rülpsen.
„Lasst mich in Ruhe ihr Schweine!“ fauchte sie schließlich während sie sich die gesamte Zeit über verzweifelt versuchte aus den Griffen des Mannes zu befreien.
Nun blickten sie beide grinsend zur ihr, bevor der Bärtige wieder das Wort ergriff: „Oh sieh an, sie ist sogar so ne kleine Furie, das gefällt mir.“
„Ach du weißt doch sowieso nich‘ mit temp… temperamentvollen jungen Weibern umzugehen, mein Freund, oder scho‘ wieda vergessen was mit diesa orlaisianischen Schlampe passiert is‘?“ erwiderte der andere wieder und packte sich Miandras anderen Oberarm.
„Ach, wieso ziehst du mich imma wieda damit auf! Aber gut… ich nehm se mir zuerst vor, und dann… dann kannst du ja machn mit ihr was du willst…“ sagte der Bärtige wieder und tätschelte auf die Hand des anderen - was wohl sie viel heißen sollte wie er solle sie wieder loslassen.
„Was? Glaubst ich steck meinen Schwanz in die Puppe, wenn davor dein Popel drin war?“ lachte der andere, und zog sie mit einem kräftigen Ruck weiter in seine Richtung, bevor er sie direkt grinsend ansah und einfach damit begann ihr die Kleider herunterzureißen.
„He, wa‘ soll das, ich sagte ich bin zerst dran! Du hattest doch erst vor zwei Tagen deinen Spaß.. in äh… du weißt schon wo… ich wart nun scho‘ drei Wochen auf ne geile Schnitte!“ er zog sie am anderen Arm wieder näher zu sich.
Der Muskulöse sah wieder auf und funkelte ihn aus bösartigen Augen an. „Tja… vielleich‘ stehen die Weiber einfach mehr auf meine Größe!“
Der Bärtige holte mit der Faust aus und wollte dem anderen direkt ins Gesicht schlagen, doch Dank des Trunkenheitszustandes ging sein Angriff ins Leere und er taumelte zur Seite und fiel auf den Boden. Der andere begann lauthals zu lachen, und Miandra nutzte den Moment um sich aus seinem Griff zu befreien, indem sie ihren Arm ruckartig wegzog und sofort so schnell sie konnte zu laufen begann.
„He! Du kleine Schlampe bleib stehen!“ rief der Mann und folgte ihr, während der Bärtige gerade damit begann sich zu übergeben - scheinbar war er unsanft auf seinem Magen gelandet.
Miandra hetzte so schnell ihre Beine sie tragen konnten durch die Dunkelheit, sie wollte nur noch hier weg. Wieso hatte es immer jeder besoffene Kerl auf sie abgesehen? Wieso konnte man sie nicht einfach mal in Ruhe lassen? Tränen der Verzweiflung bildeten sich in ihren Augen, denn sie hörte den Mann hinter sich. Er war schnell, zu schnell, und nach einigen Metern warf er sich nach vorne und schnappte sie am Bein, sodass sie ebenfalls zu Boden ging. Sie schlug mit den Füßen nach seinem Gesicht und wollte sich aus dem Griff befreien, doch sie traf ihn nicht und nach nur wenigen aussichtlosen Momenten, hatte er sie zu Boden gedrückt.
„Wohin des Weges, Schnuckelchen? Wir hattn doch noch wa‘ vor, scho‘ vergessen?“
Sie zappelte weiter, schlug um sich, tat alles was in ihrer Macht stand, als sie plötzlich etwas kaltes an ihrem Hals spürte.
„So jetz‘ ganz ruhig, es sei denn du willst, dass das hier blutig endet“, sagte er während er damit begann sie und sich selbst auszuziehen.
Miandra schloss krampfhaft ihre Augen. Sie spürte wie er mit seinen Händen ihre Haut anfasste, an welcher sich vor Panik jedes einzelne Härchen aufgestellt hatte. Ihre Hände waren eingezwängt und der kalte Dolch schränkte sie in ihrer Bewegung komplett ein. Sie schluckte, zitterte am ganzen Leib und betete, dass es einfach nur schnell vorbei sein würde…
Miandra blickte auf und sah zwei Männer unweit von ihr entfernt, die ihren Weg kreuzten. Nur wenige Öllampen an Häuserwänden erleuchteten den schmalen Weg der durch das Dorfinnere führte. Hier hausten nur die reicheren Personen, die den Platz für Felder nicht benötigten. Jeden Vormittag gab es einen kleinen Markt auf dem Dorfplatz in der Nähe der kleinen Kirche, auch sonst gab es nur einen Schneider, Schmied, Tischler - ihren Vater - oder andere kleinere Geschäfte denen man wenig Bedeutung zuordnete. Und es gab auch nur eine einzige Taverne, in der sich die Reisenden niederließen oder sich die Stammgäste abends vergnügten. Und genau von dort ging Miandra gerade nach Hause. Ihr weiterer Weg würde stockdunkel sein, da das Haus ihrer Eltern weit abseits lag, doch das störte sie nicht weiter, denn sie würde auch mit verbunden Augen nach Hause finden, so wie jeden Abend.
Sie wandte den Blick wieder von den Kerlen ab und ging ohne auf den Kommentar einzugehen weiter. Sie war müde, wollte einfach nur in Ruhe gelassen werden, nach Hause ins Bett und hatte wirklich keine Lust auf solche dummen Spielchen. So wollte sie mit dem Blick auf den Boden gerichtet an den beiden vorbeigehen, als sie der bärtige dickere Mann am Oberarm festhielt, sie zu sich drehte und ihr mit dem Gesicht so nahe an ihr eigenes kam, dass sie seinen nach Alkohol stinkenden Atem riechen konnte.
„Hey Kleine, ich hab‘ dir ne Frage gstellt! Oder bissu taub?“
Sie versuchte sich hektisch aus seinem festen Griff zu befreien, doch es wollte ihr einfach nicht gelingen. Dem bärtigen Mann schien das jedoch alles andere als zu gefallen, dass sie sich zu wehren versuchte, und so ließ er die Flasche welche er in der anderen Hand hielt einfach los, sodass diese auf der Erde landete und sich der wenige Inhalt auf dem Boden verteilte, und drückte sie mit seiner gerade frei gewordenen Hand unsanft gegen eine Holzwand eines Hauses.
„Aber gar nich‘ so schlech‘, wenn se taub und stumm is‘, dann kann se uns wenigstens nich‘ verplappern“, sagte der andere muskulösere Mann der neben dem Bärtigen stand und sie bereits mit seinen Blicken auszog.
„Wie? Such dir gefälligst ne eigene, die hab ich gefunden!“ erwiderte der Bärtige gefolgt von einem Rülpsen.
„Lasst mich in Ruhe ihr Schweine!“ fauchte sie schließlich während sie sich die gesamte Zeit über verzweifelt versuchte aus den Griffen des Mannes zu befreien.
Nun blickten sie beide grinsend zur ihr, bevor der Bärtige wieder das Wort ergriff: „Oh sieh an, sie ist sogar so ne kleine Furie, das gefällt mir.“
„Ach du weißt doch sowieso nich‘ mit temp… temperamentvollen jungen Weibern umzugehen, mein Freund, oder scho‘ wieda vergessen was mit diesa orlaisianischen Schlampe passiert is‘?“ erwiderte der andere wieder und packte sich Miandras anderen Oberarm.
„Ach, wieso ziehst du mich imma wieda damit auf! Aber gut… ich nehm se mir zuerst vor, und dann… dann kannst du ja machn mit ihr was du willst…“ sagte der Bärtige wieder und tätschelte auf die Hand des anderen - was wohl sie viel heißen sollte wie er solle sie wieder loslassen.
„Was? Glaubst ich steck meinen Schwanz in die Puppe, wenn davor dein Popel drin war?“ lachte der andere, und zog sie mit einem kräftigen Ruck weiter in seine Richtung, bevor er sie direkt grinsend ansah und einfach damit begann ihr die Kleider herunterzureißen.
„He, wa‘ soll das, ich sagte ich bin zerst dran! Du hattest doch erst vor zwei Tagen deinen Spaß.. in äh… du weißt schon wo… ich wart nun scho‘ drei Wochen auf ne geile Schnitte!“ er zog sie am anderen Arm wieder näher zu sich.
Der Muskulöse sah wieder auf und funkelte ihn aus bösartigen Augen an. „Tja… vielleich‘ stehen die Weiber einfach mehr auf meine Größe!“
Der Bärtige holte mit der Faust aus und wollte dem anderen direkt ins Gesicht schlagen, doch Dank des Trunkenheitszustandes ging sein Angriff ins Leere und er taumelte zur Seite und fiel auf den Boden. Der andere begann lauthals zu lachen, und Miandra nutzte den Moment um sich aus seinem Griff zu befreien, indem sie ihren Arm ruckartig wegzog und sofort so schnell sie konnte zu laufen begann.
„He! Du kleine Schlampe bleib stehen!“ rief der Mann und folgte ihr, während der Bärtige gerade damit begann sich zu übergeben - scheinbar war er unsanft auf seinem Magen gelandet.
Miandra hetzte so schnell ihre Beine sie tragen konnten durch die Dunkelheit, sie wollte nur noch hier weg. Wieso hatte es immer jeder besoffene Kerl auf sie abgesehen? Wieso konnte man sie nicht einfach mal in Ruhe lassen? Tränen der Verzweiflung bildeten sich in ihren Augen, denn sie hörte den Mann hinter sich. Er war schnell, zu schnell, und nach einigen Metern warf er sich nach vorne und schnappte sie am Bein, sodass sie ebenfalls zu Boden ging. Sie schlug mit den Füßen nach seinem Gesicht und wollte sich aus dem Griff befreien, doch sie traf ihn nicht und nach nur wenigen aussichtlosen Momenten, hatte er sie zu Boden gedrückt.
„Wohin des Weges, Schnuckelchen? Wir hattn doch noch wa‘ vor, scho‘ vergessen?“
Sie zappelte weiter, schlug um sich, tat alles was in ihrer Macht stand, als sie plötzlich etwas kaltes an ihrem Hals spürte.
„So jetz‘ ganz ruhig, es sei denn du willst, dass das hier blutig endet“, sagte er während er damit begann sie und sich selbst auszuziehen.
Miandra schloss krampfhaft ihre Augen. Sie spürte wie er mit seinen Händen ihre Haut anfasste, an welcher sich vor Panik jedes einzelne Härchen aufgestellt hatte. Ihre Hände waren eingezwängt und der kalte Dolch schränkte sie in ihrer Bewegung komplett ein. Sie schluckte, zitterte am ganzen Leib und betete, dass es einfach nur schnell vorbei sein würde…
#2085
Posté 03 août 2011 - 04:13
Lydia ließ sich einfach zu Boden fallen, als der Orlaisianer sie angriff und zu ihrem Glück stolperte er über sie und fiel krachend zu Boden. Ansonsten hätte er sie sicher mit einem einzigen Schwertstreich am Boden festgenagelt. Er rollte sich zur Seite ab, um den Attacken des Mädchens auszuweichen. Als er außerhalb ihrer Reichweite war, sprang er wieder auf die Füße.
Die beiden belauerten sich eine Zeitlang, als Sha’ira ihn von hinten attackierte. Er hatte mit etwas derartigem gerechnet, doch als er gerade auf der Stelle herumkreiseln wollte, um diesem Angriff zu entgehen und die Elfe aufzuspießen, rutschte er auf der Blutlache eines toten Stadtwachensoldaten aus, und er konnte nur mit Mühe verhindern nicht das Gleichgewicht zu verlieren und erneut zu Boden zu gehen. Und da hatte die Kriegerin ihn auch schon getroffen. Sein Kettenhemd riss auf, und Sha’iras Waffe hinterließ eine blutende Wunde auf seinem Rücken.
„Ahhh, verdammte Schlampe!“ fluchte der Orlaisianer und kreiselte herum, wobei er sein Schwert durch die Luft sausen ließ. Doch die Elfe war bereits wieder zurückgewichen, sodass die Klinge wirkungslos an dieser vorbeizischte.
Doch das wollte nun Lydia ausnutzen und stach mit ihrem Schwert nach ihrem Gegner. Dieser hatte inzwischen seine Drehbewegung beendet und riss seinen Dolch hoch, mit welchem er den Angriff des Mädchens zur Seite ablenkte, was ein klirrendes Geräusch verursachte. Gleichzeitig schlug er mit seinem Schwert zu. Die scharfe Klinge zerteilte die Luft, bevor sie in Lydias Oberarm eindrang und einen tiefen, blutenden Schnitt verursachte.
Dreckig lachend zog sich er Orlaisianer wieder etwas zurück und nahm wieder eine Position ein, in der er seine beiden Gegnerinnen gleichzeitig im Auge behalten konnte. Dabei verzog er angespannt das Gesicht, da ihm die Verletzung auf seinem Rücken doch ein wenig zu schaffen machte. Doch würde er vor diesen beiden Weibern nicht klein beigeben. Er würde sie töten und dann würde er sich an ihren Leichen vergehen. Das schwor er sich in diesem Moment.
„Na schön, Mädels“, keuchte er angestrengt. „Ihr habt euch damit der Aussicht beraubt, dass ich euch ficke, während ihr noch atmet. Dafür werde ich mich mit euren Leichen mehr Zeit nehmen, auch wenn ihr beide nichts mehr davon haben werdet.“
___________________________________________________________________________
„Du bist zurück, Kleines? Ich habe dich gar nicht reinkommen hören“, meinte die zierliche Elfe, welche im Türrahmen stand und auf ihre Tochter blickte. Diese lag auf ihrem Bett mit dem Gesicht zur Wand, damit niemand ihre Tränen sehen konnte. Starr blickte sie auf das grobe Mauerwerk, dessen Unebenheiten sie Millimeter für Millimeter genau kannte. Doch nahm sie diese im Moment überhaupt nicht wahr. Ihr Blick ging durch diese Wand hindurch und war auf einen ganz anderen Ort gerichtet.
„Ich bin durch das Fenster rein. Wollte euch nicht wecken“, erwiderte die junge Frau mit gepresster Stimme, um sich ihren Kummer nicht anmerken zu lassen.
„Wie geht es dir, Kleines? Ist alles in Ordnung“, sagte die Frau in der Tür und ging auf das Bett zu.
„Bleib’ wo du bist, Mutter!“, wurde Vernita plötzlich lauter, woraufhin ihre Mutter abrupt stehen blieb. Etwas ruhiger fuhr sie dann fort. „Ich will im Moment nur allein sein, das ist alles.“
„Das tut mir alles so leid, Kleines“, stammelte die Mutter los, während sie nun auch anfing zu schluchzen. Die Tränen liefen ihr über die Wangen, während sie ihre Tochter hilflos anblickte und dabei die Hände unruhig aneinander rieb. „Ich wünschte, ich könnte dir helfen. Ich...“
Wut kam in Vernita hoch. Wut und bittere Enttäuschung. Ruckartig richtete sie sich auf und drehte sich zu ihrer Mutter um. So saß sie auf der Bettkante, die Arme von sich gestreckt, um ihrem Gegenüber das ganze Ausmaß ihrer Demütigung zeigen zu können.
„Es tut dir leid?!? Ist das alles, was dir dazu einfällt?!?“ zischte Vernita voller Zorn. In ihren Augen lag der ganze Vorwurf, den sie ihren Eltern, insbesondere aber ihrer Mutter, machte. „Sieh mich an! Sieh, was er mir angetan hat!“
Sie breitete die Arme aus, damit ihre Mutter ganz deutlich sehen konnte, dass ihr Kleid völlig zerrissen war und nur noch in Fetzen an ihr hing. Durch ihre ausladende Bewegung öffneten sich die Kleidungsreste an zahlreichen Stellen und ließ den Blick auf ihren nackten Körper zu, welcher von Hämatomen übersät war. Auch ihr Hals wies deutliche Würgemale und eine Schnittwunde auf. „Dieser kranke Bastard hat mich geschlagen und sich an mir vergangen, und alles, was du dazu zu sagen hast ist, es tut mir leid?!?“
„Ich weiß doch, wie du dich fühlst, Kleines. Ich hab’ das doch auch mitgemacht...so viele Male.“
Vernita stand entschlossen auf und wischte sich mit dem Handrücken die Tränen aus ihrem Gesicht. Anschließend ging sie festen Schrittes auf ihre Mutter zu. Dicht vor ihr blieb sie stehen, bis sich ihre Nasespitzen beinahe berührten und ihre Mutter ihrem harten Blick nicht mehr ausweichen konnte.
„Nein!“ sagte Vernita abfällig und voller Zorn. „Du weißt nicht, wie ich mich fühle, denn du hast vor langer Zeit aufgegeben und dich deinem Schicksal gefügt. Warum hast du das nur getan? Weshalb hast du dich nicht gegen dieses Drecksschwein zur Wehr gesetzt?“
„Das letzte Mal, als sich eine Elfe gegen den Zugriff eines adeligen Menschen gewehrt hatte, ließ dieser ein Blutbad unter unseren Leuten anrichten. Ich war noch ein Kind, als das geschah, und ich habe dabei viele Freunde verloren. Und da habe ich geschworen, dass ich so etwas nie zulassen werde.“
„Und dann hast du dich lieber dein Leben lang demütigen lassen, obwohl dir das nichts einbrachte, außer der Verachtung deines eigenen Volkes? Ist dieser Abschaum, den du „unsere Leute“ nennst und denen anscheinend nicht einmal bewusst ist, was du für sie getan hast, dieses Opfer überhaupt wert? Seit meiner Kindheit werde ich so wie ihr beiden von den anderen Elfen gemieden und als Verräter abgestempelt, und was jetzt? Denkst du, ich werde dein Werk fortsetzen und mich für diesen undankbaren Pöbel als Opferlamm missbrauchen lassen?“
Vernita trat einen Schritt zurück, hob ihre rechte Hand und ballte diese vor den Augen ihrer Mutter zu Faust. „Das werde ich sicher nicht tun, Mutter!“ verkündete sie entschlossen. „Und wenn das ganze Gesindeviertel dafür in Flammen aufgeht, ich werden diesen Bastard töten! Nicht morgen, nicht übermorgen! Aber eines Tages wird er dafür sterben, das schwöre ich bei meinem Blut!“
Sie ließ die Hand wieder sinken und blickte ihre Mutter nur emotionslos in die Augen. „Und jetzt verschwinde und lass’ mich allein! Wir haben nichts mehr zu besprechen!“
Anschließend wandte sie sich ab und ging zu ihrem Bett zurück, auf welches sie sich schweigend niederlegte, ohne ihre Mutter auch nur einmal anzusehen. Diese blickte ihre Tochter noch eine ganze Weile verloren an und schluchzte dabei leise. Schließlich schlich sie förmlich aus dem Zimmer und ließ Vernita allein mit ihrem Zorn und ihrem Schmerz.
In dieser Nacht fand Vernita keinen Schlaf. So stand sie schon vor dem Morgengrauen wieder auf. Als erstes griff sie sich ein scharfes Messer und ging damit zu ihrem alten, gesprungenen Spiegel, in den sie einen Moment ausdruckslos starrte. Dabei beachtete sie ihr geschwollenes Auge und auch die Wunde an ihrem Hals nicht. Viel mehr fielen ihr ihre langen, rotbraunen Haare auf, welche ihr bis zur Hüfte reichten. Langsam und völlig ruhig nahm sie die ersten Haarsträhnen ihrer langen Mähne in die Hand und schnitt diese mit dem Messer ab. Sie wiederholte diesen Vorgang, bis der Großteil ihrer Haarpracht neben ihr auf den Boden lag und ihre eigenen ihr nur noch bis zu ihrem Nacken reichten.
Anschließend befreite sie sich von den Resten ihrer Kleidung, ging zu ihrem Waschzuber und reinigte ihren Körper von dem Blut, dem Schweiß und vor allem von dem Geruch dieses Mannes, der ihr ihre Unschuld genommen hatte. Sie führte dies ohne Hast und sehr penibel durch, doch konnte sie damit nicht die Erinnerung an das Geschehene wegspülen. Dies würde sie ihr Leben lang verfolgen.
Sie besorgte sich etwas zum Anziehen. Und zwar von ihrem Vater, denn sie wollte keine Kleider und Röcke mehr tragen. Dieser Teil, der sich wünschte, ihren Körper in derartige Gewänder zu hüllen, war in der letzten Nacht ein für allemal gestorben.
Noch vor Sonnenaufgang verließ Vernita das Haus und ging zu dem alten knorrigen Baum, welcher auf dem Hinterhof stand. Vor diesem blieb die Elfe stehen und blickte diesen eine Zeitlang wie gebannt an. Dann stellte sie sich in Kampfposition vor ihn, hob die Fäuste und fing an, auf diesen Baumstamm einzuprügeln. Es schmerzte sehr, als ihre Fäuste gegen das harte Holz der alten Pflanze donnerten, doch sie hörte nicht auf. Mit verzerrten Gesichtszügen machte sie weiter. Schlag für Schlag. Selbst als sich ihre Haut von ihren Fingern löste und anfingen zu bluten, machte sie unverdrossen weiter. Und während sie das tat sah sie die ganze Zeit über das hämisch grinsende Gesicht ihres Peinigers vor ihrem geistigen Auge.
Die beiden belauerten sich eine Zeitlang, als Sha’ira ihn von hinten attackierte. Er hatte mit etwas derartigem gerechnet, doch als er gerade auf der Stelle herumkreiseln wollte, um diesem Angriff zu entgehen und die Elfe aufzuspießen, rutschte er auf der Blutlache eines toten Stadtwachensoldaten aus, und er konnte nur mit Mühe verhindern nicht das Gleichgewicht zu verlieren und erneut zu Boden zu gehen. Und da hatte die Kriegerin ihn auch schon getroffen. Sein Kettenhemd riss auf, und Sha’iras Waffe hinterließ eine blutende Wunde auf seinem Rücken.
„Ahhh, verdammte Schlampe!“ fluchte der Orlaisianer und kreiselte herum, wobei er sein Schwert durch die Luft sausen ließ. Doch die Elfe war bereits wieder zurückgewichen, sodass die Klinge wirkungslos an dieser vorbeizischte.
Doch das wollte nun Lydia ausnutzen und stach mit ihrem Schwert nach ihrem Gegner. Dieser hatte inzwischen seine Drehbewegung beendet und riss seinen Dolch hoch, mit welchem er den Angriff des Mädchens zur Seite ablenkte, was ein klirrendes Geräusch verursachte. Gleichzeitig schlug er mit seinem Schwert zu. Die scharfe Klinge zerteilte die Luft, bevor sie in Lydias Oberarm eindrang und einen tiefen, blutenden Schnitt verursachte.
Dreckig lachend zog sich er Orlaisianer wieder etwas zurück und nahm wieder eine Position ein, in der er seine beiden Gegnerinnen gleichzeitig im Auge behalten konnte. Dabei verzog er angespannt das Gesicht, da ihm die Verletzung auf seinem Rücken doch ein wenig zu schaffen machte. Doch würde er vor diesen beiden Weibern nicht klein beigeben. Er würde sie töten und dann würde er sich an ihren Leichen vergehen. Das schwor er sich in diesem Moment.
„Na schön, Mädels“, keuchte er angestrengt. „Ihr habt euch damit der Aussicht beraubt, dass ich euch ficke, während ihr noch atmet. Dafür werde ich mich mit euren Leichen mehr Zeit nehmen, auch wenn ihr beide nichts mehr davon haben werdet.“
___________________________________________________________________________
„Du bist zurück, Kleines? Ich habe dich gar nicht reinkommen hören“, meinte die zierliche Elfe, welche im Türrahmen stand und auf ihre Tochter blickte. Diese lag auf ihrem Bett mit dem Gesicht zur Wand, damit niemand ihre Tränen sehen konnte. Starr blickte sie auf das grobe Mauerwerk, dessen Unebenheiten sie Millimeter für Millimeter genau kannte. Doch nahm sie diese im Moment überhaupt nicht wahr. Ihr Blick ging durch diese Wand hindurch und war auf einen ganz anderen Ort gerichtet.
„Ich bin durch das Fenster rein. Wollte euch nicht wecken“, erwiderte die junge Frau mit gepresster Stimme, um sich ihren Kummer nicht anmerken zu lassen.
„Wie geht es dir, Kleines? Ist alles in Ordnung“, sagte die Frau in der Tür und ging auf das Bett zu.
„Bleib’ wo du bist, Mutter!“, wurde Vernita plötzlich lauter, woraufhin ihre Mutter abrupt stehen blieb. Etwas ruhiger fuhr sie dann fort. „Ich will im Moment nur allein sein, das ist alles.“
„Das tut mir alles so leid, Kleines“, stammelte die Mutter los, während sie nun auch anfing zu schluchzen. Die Tränen liefen ihr über die Wangen, während sie ihre Tochter hilflos anblickte und dabei die Hände unruhig aneinander rieb. „Ich wünschte, ich könnte dir helfen. Ich...“
Wut kam in Vernita hoch. Wut und bittere Enttäuschung. Ruckartig richtete sie sich auf und drehte sich zu ihrer Mutter um. So saß sie auf der Bettkante, die Arme von sich gestreckt, um ihrem Gegenüber das ganze Ausmaß ihrer Demütigung zeigen zu können.
„Es tut dir leid?!? Ist das alles, was dir dazu einfällt?!?“ zischte Vernita voller Zorn. In ihren Augen lag der ganze Vorwurf, den sie ihren Eltern, insbesondere aber ihrer Mutter, machte. „Sieh mich an! Sieh, was er mir angetan hat!“
Sie breitete die Arme aus, damit ihre Mutter ganz deutlich sehen konnte, dass ihr Kleid völlig zerrissen war und nur noch in Fetzen an ihr hing. Durch ihre ausladende Bewegung öffneten sich die Kleidungsreste an zahlreichen Stellen und ließ den Blick auf ihren nackten Körper zu, welcher von Hämatomen übersät war. Auch ihr Hals wies deutliche Würgemale und eine Schnittwunde auf. „Dieser kranke Bastard hat mich geschlagen und sich an mir vergangen, und alles, was du dazu zu sagen hast ist, es tut mir leid?!?“
„Ich weiß doch, wie du dich fühlst, Kleines. Ich hab’ das doch auch mitgemacht...so viele Male.“
Vernita stand entschlossen auf und wischte sich mit dem Handrücken die Tränen aus ihrem Gesicht. Anschließend ging sie festen Schrittes auf ihre Mutter zu. Dicht vor ihr blieb sie stehen, bis sich ihre Nasespitzen beinahe berührten und ihre Mutter ihrem harten Blick nicht mehr ausweichen konnte.
„Nein!“ sagte Vernita abfällig und voller Zorn. „Du weißt nicht, wie ich mich fühle, denn du hast vor langer Zeit aufgegeben und dich deinem Schicksal gefügt. Warum hast du das nur getan? Weshalb hast du dich nicht gegen dieses Drecksschwein zur Wehr gesetzt?“
„Das letzte Mal, als sich eine Elfe gegen den Zugriff eines adeligen Menschen gewehrt hatte, ließ dieser ein Blutbad unter unseren Leuten anrichten. Ich war noch ein Kind, als das geschah, und ich habe dabei viele Freunde verloren. Und da habe ich geschworen, dass ich so etwas nie zulassen werde.“
„Und dann hast du dich lieber dein Leben lang demütigen lassen, obwohl dir das nichts einbrachte, außer der Verachtung deines eigenen Volkes? Ist dieser Abschaum, den du „unsere Leute“ nennst und denen anscheinend nicht einmal bewusst ist, was du für sie getan hast, dieses Opfer überhaupt wert? Seit meiner Kindheit werde ich so wie ihr beiden von den anderen Elfen gemieden und als Verräter abgestempelt, und was jetzt? Denkst du, ich werde dein Werk fortsetzen und mich für diesen undankbaren Pöbel als Opferlamm missbrauchen lassen?“
Vernita trat einen Schritt zurück, hob ihre rechte Hand und ballte diese vor den Augen ihrer Mutter zu Faust. „Das werde ich sicher nicht tun, Mutter!“ verkündete sie entschlossen. „Und wenn das ganze Gesindeviertel dafür in Flammen aufgeht, ich werden diesen Bastard töten! Nicht morgen, nicht übermorgen! Aber eines Tages wird er dafür sterben, das schwöre ich bei meinem Blut!“
Sie ließ die Hand wieder sinken und blickte ihre Mutter nur emotionslos in die Augen. „Und jetzt verschwinde und lass’ mich allein! Wir haben nichts mehr zu besprechen!“
Anschließend wandte sie sich ab und ging zu ihrem Bett zurück, auf welches sie sich schweigend niederlegte, ohne ihre Mutter auch nur einmal anzusehen. Diese blickte ihre Tochter noch eine ganze Weile verloren an und schluchzte dabei leise. Schließlich schlich sie förmlich aus dem Zimmer und ließ Vernita allein mit ihrem Zorn und ihrem Schmerz.
In dieser Nacht fand Vernita keinen Schlaf. So stand sie schon vor dem Morgengrauen wieder auf. Als erstes griff sie sich ein scharfes Messer und ging damit zu ihrem alten, gesprungenen Spiegel, in den sie einen Moment ausdruckslos starrte. Dabei beachtete sie ihr geschwollenes Auge und auch die Wunde an ihrem Hals nicht. Viel mehr fielen ihr ihre langen, rotbraunen Haare auf, welche ihr bis zur Hüfte reichten. Langsam und völlig ruhig nahm sie die ersten Haarsträhnen ihrer langen Mähne in die Hand und schnitt diese mit dem Messer ab. Sie wiederholte diesen Vorgang, bis der Großteil ihrer Haarpracht neben ihr auf den Boden lag und ihre eigenen ihr nur noch bis zu ihrem Nacken reichten.
Anschließend befreite sie sich von den Resten ihrer Kleidung, ging zu ihrem Waschzuber und reinigte ihren Körper von dem Blut, dem Schweiß und vor allem von dem Geruch dieses Mannes, der ihr ihre Unschuld genommen hatte. Sie führte dies ohne Hast und sehr penibel durch, doch konnte sie damit nicht die Erinnerung an das Geschehene wegspülen. Dies würde sie ihr Leben lang verfolgen.
Sie besorgte sich etwas zum Anziehen. Und zwar von ihrem Vater, denn sie wollte keine Kleider und Röcke mehr tragen. Dieser Teil, der sich wünschte, ihren Körper in derartige Gewänder zu hüllen, war in der letzten Nacht ein für allemal gestorben.
Noch vor Sonnenaufgang verließ Vernita das Haus und ging zu dem alten knorrigen Baum, welcher auf dem Hinterhof stand. Vor diesem blieb die Elfe stehen und blickte diesen eine Zeitlang wie gebannt an. Dann stellte sie sich in Kampfposition vor ihn, hob die Fäuste und fing an, auf diesen Baumstamm einzuprügeln. Es schmerzte sehr, als ihre Fäuste gegen das harte Holz der alten Pflanze donnerten, doch sie hörte nicht auf. Mit verzerrten Gesichtszügen machte sie weiter. Schlag für Schlag. Selbst als sich ihre Haut von ihren Fingern löste und anfingen zu bluten, machte sie unverdrossen weiter. Und während sie das tat sah sie die ganze Zeit über das hämisch grinsende Gesicht ihres Peinigers vor ihrem geistigen Auge.
#2086
Posté 03 août 2011 - 08:44
Lydia knurrte , als der Orlaisianer ihr den Oberarm aufschlitzte . Sie war absolut undgeschützt und zwischen der Klinge und ihr war nicht mehr als ein bisschen Leder . Der Orlaisianer hatte entweder sehr präzise zugeschlagen oder einfach nur Glück . Er hatte den Anzug genau entlang der Nahr aufgeschlagen . Blut rann heraus und tropfte auf den Boden .
" Na ? Schon Müde ? Wir haben nichtmal angefangen ! " lachte Lydia und schwang ihr Schwert durch die Luft . Sie umkreisten ihn wie Katzen , die noch etwas mit der Maus spielen wollten , bevor sie sie töten .
Abwechselnd griffen sie ihn an . Immer schnelle Angriffe , flinke Hiebe , die ihn dazu verleiteten sich viel zu bewegen und sich anzustrengen . Sie drängten ihn in die Defensive und wechselten sich mit dem Angreifen ab . Mal griff Lydia an , schnell und flink wie ein Wiesel tauchte sie unter seinen Schlägen hindurch und antwortete mit schnellen Stichen oder gezielten Hieben . Sha´ira schlug hart und unermütlich zu , egal ob der Orlaisianer parierte oder auswich . Ihre Schläge ließen ihn taumeln , schlugen sein Schwert schartig und ließen Funken fliegen . Ein glücklicher Schlag streifte die Außenseite seines Armes und zerriss das Kettenhemd . Er selbst trug nur eine leichte Schnittwunde davon , aber Wunde war Wunde .
" Na ? Immernoch so aufmüpfig ? Wer zuletzt lacht lacht am besten ! " grunzte ihm Lydia entgegen und setzte zum nächsten Angriff an .
" Na ? Schon Müde ? Wir haben nichtmal angefangen ! " lachte Lydia und schwang ihr Schwert durch die Luft . Sie umkreisten ihn wie Katzen , die noch etwas mit der Maus spielen wollten , bevor sie sie töten .
Abwechselnd griffen sie ihn an . Immer schnelle Angriffe , flinke Hiebe , die ihn dazu verleiteten sich viel zu bewegen und sich anzustrengen . Sie drängten ihn in die Defensive und wechselten sich mit dem Angreifen ab . Mal griff Lydia an , schnell und flink wie ein Wiesel tauchte sie unter seinen Schlägen hindurch und antwortete mit schnellen Stichen oder gezielten Hieben . Sha´ira schlug hart und unermütlich zu , egal ob der Orlaisianer parierte oder auswich . Ihre Schläge ließen ihn taumeln , schlugen sein Schwert schartig und ließen Funken fliegen . Ein glücklicher Schlag streifte die Außenseite seines Armes und zerriss das Kettenhemd . Er selbst trug nur eine leichte Schnittwunde davon , aber Wunde war Wunde .
" Na ? Immernoch so aufmüpfig ? Wer zuletzt lacht lacht am besten ! " grunzte ihm Lydia entgegen und setzte zum nächsten Angriff an .
#2087
Posté 03 août 2011 - 09:15
„Los, noch einmal pressen, Ihr habt es gleich geschafft“ machte die Hebamme Mut.
Ihr stand der Schweiß auf der Stirn, die Schmerzen, die sie die letzten Stunden durchgemacht hatte, hatten sie müde und kraftlos gemacht.
„Ich kann den Kopf schon sehen, gebt jetzt nicht auf! Los... jetzt“ rief die Geburtshelferin noch einmal, während sie von oben gegen die Gebärmutter drückte und die werdende Mutter ihre letzten Kräfte mobilisierte, um ihr Kind endlich zur Welt zu bringen.
Kurz darauf hörte man einen neuen Bürger Fereldens lauthals schreien, wohl protestierend, aus der Wärme des Mutterleibs entrissen worden zu sein.
„Gratuliere Mylady, Ihr habt ein gesundes Töchterchen entbunden“, strahlte die Hebamme. „Habt Ihr denn schon einen Namen ausgesucht?“
„Sophia Aliena Lucia“, sagte sie leise. „Wo ist mein Gemahl?“
„Er wartet unten im Salon, Mylady, auf die frohe Botschaft. Aber so hört, ich glaube, er läuft gerade die Stufen herauf“, schmunzelte die Helferin und befreite dabei die letzten Reste vom Blut beim Säugling, wickelte es in eine Decke und legte es der Mutter an die Brust. Sofort suchte sich das hungrige Mündchen den Weg und begann gierig zu trinken.
Die Tür wurde stürmisch aufgerissen und hinter sich zugeworfen, und der große blonde Mann rannte beinahe auf die im Bett liegende zu.
Einen Schritt davor blieb er stehen, in seinen Augen war zu lesen, was er selber für Ängste durchgestanden hatte. Er kniete sich vor ihr hin und nahm ihre freie Hand zärtlich in die seinen.
Dabei schämte er sich nicht, dass er Tränen des Glücks vergoß.
„Wir haben eine Tochter“, lächelte sie ihm entgegen. „Gesund und durstig, und sieh nur, der Kopf ist mit blondem Flaum bedeckt“.
„Meine geliebte Leanora, Du machst mich zum glücklichsten Mann auf dieser Welt! Ich bin sprachlos. Was sage ich .. ich bin außer mir vor Freude!“
Der Mann stand auf und beugte sich über seine Frau, um ihr einen zärtlichen Kuss zu geben.
„Ich danke Dir, mein geliebtes Rehauge“, flüsterte er an ihr Ohr.
Lea lächelte. „Hm, und Du hast Dich einstweilen mit dem besten Whiskey getröstet, der im Keller zu finden war? Leugne es nicht, ich rieche es an Deinem Atem“ kicherte sie, zog ihn dann zu sich um ihn mit all ihrer Liebe zu küssen. „Ich liebe Dich Sengaal, und unsere kleine Sophia hier macht unser Glück perfekt. Bleibst Du bei mir? Ich möchte ein wenig schlafen, das ganze war doch ziemlich anstrengend.“
Ergriffen nickte er, zog sich einen Stuhl an das Kopfende des Bettes und setzte sich.
„Schlaf gut meine süsse Countess, ich wache über Dich und unsere Tochter.“
Dann strich er zart über ihr Haar, langsam und gleichmäßig, und kurz darauf war sie eingeschlafen.
Ihr stand der Schweiß auf der Stirn, die Schmerzen, die sie die letzten Stunden durchgemacht hatte, hatten sie müde und kraftlos gemacht.
„Ich kann den Kopf schon sehen, gebt jetzt nicht auf! Los... jetzt“ rief die Geburtshelferin noch einmal, während sie von oben gegen die Gebärmutter drückte und die werdende Mutter ihre letzten Kräfte mobilisierte, um ihr Kind endlich zur Welt zu bringen.
Kurz darauf hörte man einen neuen Bürger Fereldens lauthals schreien, wohl protestierend, aus der Wärme des Mutterleibs entrissen worden zu sein.
„Gratuliere Mylady, Ihr habt ein gesundes Töchterchen entbunden“, strahlte die Hebamme. „Habt Ihr denn schon einen Namen ausgesucht?“
„Sophia Aliena Lucia“, sagte sie leise. „Wo ist mein Gemahl?“
„Er wartet unten im Salon, Mylady, auf die frohe Botschaft. Aber so hört, ich glaube, er läuft gerade die Stufen herauf“, schmunzelte die Helferin und befreite dabei die letzten Reste vom Blut beim Säugling, wickelte es in eine Decke und legte es der Mutter an die Brust. Sofort suchte sich das hungrige Mündchen den Weg und begann gierig zu trinken.
Die Tür wurde stürmisch aufgerissen und hinter sich zugeworfen, und der große blonde Mann rannte beinahe auf die im Bett liegende zu.
Einen Schritt davor blieb er stehen, in seinen Augen war zu lesen, was er selber für Ängste durchgestanden hatte. Er kniete sich vor ihr hin und nahm ihre freie Hand zärtlich in die seinen.
Dabei schämte er sich nicht, dass er Tränen des Glücks vergoß.
„Wir haben eine Tochter“, lächelte sie ihm entgegen. „Gesund und durstig, und sieh nur, der Kopf ist mit blondem Flaum bedeckt“.
„Meine geliebte Leanora, Du machst mich zum glücklichsten Mann auf dieser Welt! Ich bin sprachlos. Was sage ich .. ich bin außer mir vor Freude!“
Der Mann stand auf und beugte sich über seine Frau, um ihr einen zärtlichen Kuss zu geben.
„Ich danke Dir, mein geliebtes Rehauge“, flüsterte er an ihr Ohr.
Lea lächelte. „Hm, und Du hast Dich einstweilen mit dem besten Whiskey getröstet, der im Keller zu finden war? Leugne es nicht, ich rieche es an Deinem Atem“ kicherte sie, zog ihn dann zu sich um ihn mit all ihrer Liebe zu küssen. „Ich liebe Dich Sengaal, und unsere kleine Sophia hier macht unser Glück perfekt. Bleibst Du bei mir? Ich möchte ein wenig schlafen, das ganze war doch ziemlich anstrengend.“
Ergriffen nickte er, zog sich einen Stuhl an das Kopfende des Bettes und setzte sich.
„Schlaf gut meine süsse Countess, ich wache über Dich und unsere Tochter.“
Dann strich er zart über ihr Haar, langsam und gleichmäßig, und kurz darauf war sie eingeschlafen.
Modifié par Bellandyrs, 03 août 2011 - 09:16 .
#2088
Posté 04 août 2011 - 12:54
Ein leises klirrendes Geräusch, welches sich immer zu wiederholen schien, ließ Miandra ihre müden Augen öffnen. Sie wollte wissen woher der Klang kam, doch alles schien verschwommen und dunkel zu sein. Erst jetzt bemerkte sie, dass sie in einer eigenartigen Position auf einem kalten Boden saß. Sie wollte sie bewegen doch irgendetwas hinderte sie daran. Sie wollte nach oben Blicken, da ihre Arme an etwas festzuhängen schienen, was sich bereits tief in ihre Haut gebohrt hatte und ihre Armknöchel wund rieb, als ein tiefer Schmerz durch ihren Körper fuhr. So ließ sie ihren Blick gesenkt und sah, dass Blut an ihrem Körper klebte. Feine rote Striemen zierten sich an ihren Oberschenkeln, sowie am Bauch und der Brustgegend, welche wohl die Ausgangspunkte der roten Flüssigkeit waren, die an ihr herablief wie Regenwasser an einer Glasscheibe. Doch aus irgendeinem Grund spürte sie keine Schmerzen, nur endlose Erschöpfung.
Das klirrende Geräusch welches sie geweckt hatte ertönte wieder, und sie blickte in die Richtung aus welcher es stammen könnte, doch dabei erfasste ihr verschwommener Blick etwas anderes, das sie viel mehr interessierte. Miandra kniff ihre Augen zusammen um besser sehen zu können, hätte es aber lieber sofort wieder rückgängig gemacht.
Wie durch einen Geistesblitz wusste sie plötzlich wo sie sich befand und allmählich kamen dunkle Erinnerungen zurück, sowie Schmerzen von Wunden, die sich überall an ihrem Körper zu befinden schienen. Doch der schlimmste Schmerz schien an einer völlig anderes Stelle zu sein, und er war begleitet von Wut und Hass, ließ ihren geschändeten Körper erzittern, ihre festgeketteten Hände zu Fäusten ballen, in ihren geschwollenen Augen Tränen bilden.
„Alles wird… wird wieder gut werden meine Süße… alles… wird wieder gut werden… alles…“ stotterte Miandra mit rauer Stimme ohne den Blick von den braunen Augen abzuwenden, welche sie aus der Dunkelheit anstarrten, auch wenn sie selbst kein Wort davon glaubte. Doch schließlich musste sie ihre Augen wieder schließen, da es einfach zu viele Tränen waren, die ihren Blick vernebelten. Mehrmals ließ sie wütend und verzweifelt ihren Kopf gegen die Wand hinter sich schlagen, da das das Einzige war was sie tun konnte, auch wenn sich jede Faser ihres Körpers von diesen Ketten losreißen wollte, einfach nur um ihre Tochter in den Arm nehmen zu können an diesem Ort des Grauens. Doch nicht einmal das konnte sie tun. Sie konnte nur da sitzen und das schwarzhaarige Mädchen ansehen, wie es gefesselt und geknebelt sowie entblößt auf dem kalten Steinboden unweit von ihr entfernt lag und zum Teil von der Dunkelheit verschluckt wurde. Sie sah die Angst und den Schmerz in deren verweinten Augen, ein Anblick der sie all ihre eigenen Wunden vergessen ließ, da sich ihr Herz so sehr zusammenkrampfte.
Waren all diese Wochen in denen sie versucht hatte das Mädchen zu finden nur hierfür gut gewesen? Um am Ende doch wieder in diesem Fort zu landen, um hier zu sterben, um Elana so sehen zu müssen? Gab es nicht ein einziges Mal in ihrem Leben etwas das sie richtig machen konnte? Aber vielleicht wäre es ohnehin besser hier zu sterben, wenn sie nicht einmal dazu fähig war ihrer Tochter ein schmerzfreies Leben bieten zu können. Vielleicht hatten ihre Eltern und all die anderen ja doch immer recht damit gehabt, dass sie zu nichts zu gebrauchen war und nur für Unheil sorgte. Sie hätte ihrem Leben schon damals ein Ende bereiten sollen, als sie die Gelegenheit dazu hatte. Warum es immer weiter hinauszögern? Irgendwann musste man doch sowieso sterben, aber nein, sie musste ja erst noch ein unschuldiges Kind gebären… und wozu? Nur um es nun hier so zu sehen? Um dabei zusehen zu müssen wie es litt… War das der Wille dieses tollen Erbauers, von dem sie immer alle predigten?
Alle möglichen Vorwürfe schossen Miandra durch den Kopf während sie zu Elana blickte und ihr immer mehr Tränen an den Wangen hinab liefen. Eigentlich wollte sie stark sein und nicht, dass ihre Tochter sie weinen sah, aber sie konnte nicht mehr stark sein… zu schmerzhaft war all das hier, schmerzhafter als alles Bisherige das sie in ihrem Leben ertragen musste.
Plötzlich ertönte ein quietschendes Geräusch gefolgt von einigen Schritten die an den kahlen Wänden widerhallten. Miandra blickte nicht in die Richtung - es war ihr gleichgültig wer den Raum betrat. Sie wollte - nein sie konnte - den Blick nicht von Elana abwenden. Und was konnte noch Schlimmeres passieren als das hier?
Doch dann stellten ihr sich polierte Panzerstiefel ins Blickfeld und widerwillig sah sie in das blasse Gesicht der schwarzhaarigen Frau, die nun vor ihr stand und zu lachen begann.
„Och, wieso denn so traurig? Noch haben wir ihr nichts angetan… aber das kann sich schlagartig ändern“, die Züge der Frau veränderten sich, gleichzeitig mit der Stimme, welche nun bestimmend klang. „Ihr wisst doch noch worum man Euch gebeten hat? Doch bisher habt Ihr Euch ja nicht sehr kooperativ gezeigt.“
Miandra wusste nicht wovon die Frau sprach, doch sie erwiderte auch nichts. Wahrscheinlich würde sie es ihr ohnehin gleich sagen… und selbst wenn, es war ihr ohnehin egal, was diese wollte und so senkte sie einfach nur wieder ihren Blick. Dieses Weib war der letzte Mensch der Welt, den sie nun ansehen wollte.
„Hm, sieht so aus als hätte man Euch auf den Kopf geschlagen! Wie ich sehe muss ich die nächste Folter selbst übernehmen, um solche Fehler zu beseitigen. Aber eigentlich müsstet Ihr ja wissen was ich von Euch will.“
Die Frau ging in die Hocke und blicke Miandra aus hasserfüllten Augen an, doch diese regte sich nicht und starrte weiterhin abwesend nach unten. „Vielleicht hilft Euch ja der Name ‚Vernita‘ dieser Wächterschlampe weiter nach der ich suche.“
Ein Grinsen legte sich auf die Lippen der Frau, als sie sah wie Miandra bei den Worten unweigerlich zusammengezuckt war. „Ich sehe schon, wir beide verstehen einander. Und meine Intuition sagt mir, dass Ihr der Schlüssel zu meiner Problemtür seid. Ihr wisst doch ganz genau, wo sie sich befindet, nicht wahr?“
Die Frau machte eine Pause um ihren Worten Nachdruck zu verleihen, doch auch jetzt zeigte Miandra keine weiteren Regungen. „Also gut, vielleicht braucht Ihr ja auch einfach nur ein wenig Zeit zum Nachdenken. Ihr wollt mir ja bestimmt nichts Falsches sagen, nicht wahr? Und in der Zwischenzeit…“
Die Frau erhob sich wieder aus ihrer Hocke und ging zu dem gefesselten Mädchen hinüber und packte es unsanft mit den Panzerhandschuhen an einem Bein. „… werde ich mit Eurer reizenden Tochter ein paar Spielchen spielen, aber ich kann nicht versprechen, dass ihr diese auch genauso viel Spaß machen werden wie mir.“
Mit diesen Worten schleifte sie Elana einfach mit sich und verschwand mit ihr in der Dunkelheit.
„Ach und hofft erst gar nicht, dass Euch irgendwer hier herausholt, denn nun seid Ihr meine persönlichen Gäste, um die ich mich ganz besonders gut kümmere und auf die ich viel besser aufpasse, als auf den Abschaum der im eigentlichen Kerker sitzt, aus welchem man Euch das letzte Mal befreit hat“, konnte Miandra die grauenhafte Stimme der schwarzhaarigen Frau noch durch die Dunkelheit vernehmen, bevor diese von anderen Geräuschen verdrängt wurde… einem Wimmern... einem Schluchzen… dem Reiben zweier Klingen… einem Flüstern… und von Schmerzensschreien.
Miandra schloss ihre Augen wieder und versuchte nicht daran zu denken, was gerade geschah… sie versuchte es auszublenden, es zu vergessen, sich leise ein Lied zu denken… aber nichts davon half. Nichts würde sie von den qualvollen Schreien ihres Kindes ablenken können. Jeder Pulsschlag schien eine Ewigkeit zu dauern und ließ ihr Herz dabei zerbröseln als bestünde es nur aus Sand. Ihr Gedächtnis schien nicht mehr zu arbeiten und nur noch aus diesem Sand zu bestehen, der jeglichen Sinn dieses Lebens ersticken wollte.
Und ihr wurde eines klar: Schlimmer ging es wohl immer.
Das klirrende Geräusch welches sie geweckt hatte ertönte wieder, und sie blickte in die Richtung aus welcher es stammen könnte, doch dabei erfasste ihr verschwommener Blick etwas anderes, das sie viel mehr interessierte. Miandra kniff ihre Augen zusammen um besser sehen zu können, hätte es aber lieber sofort wieder rückgängig gemacht.
Wie durch einen Geistesblitz wusste sie plötzlich wo sie sich befand und allmählich kamen dunkle Erinnerungen zurück, sowie Schmerzen von Wunden, die sich überall an ihrem Körper zu befinden schienen. Doch der schlimmste Schmerz schien an einer völlig anderes Stelle zu sein, und er war begleitet von Wut und Hass, ließ ihren geschändeten Körper erzittern, ihre festgeketteten Hände zu Fäusten ballen, in ihren geschwollenen Augen Tränen bilden.
„Alles wird… wird wieder gut werden meine Süße… alles… wird wieder gut werden… alles…“ stotterte Miandra mit rauer Stimme ohne den Blick von den braunen Augen abzuwenden, welche sie aus der Dunkelheit anstarrten, auch wenn sie selbst kein Wort davon glaubte. Doch schließlich musste sie ihre Augen wieder schließen, da es einfach zu viele Tränen waren, die ihren Blick vernebelten. Mehrmals ließ sie wütend und verzweifelt ihren Kopf gegen die Wand hinter sich schlagen, da das das Einzige war was sie tun konnte, auch wenn sich jede Faser ihres Körpers von diesen Ketten losreißen wollte, einfach nur um ihre Tochter in den Arm nehmen zu können an diesem Ort des Grauens. Doch nicht einmal das konnte sie tun. Sie konnte nur da sitzen und das schwarzhaarige Mädchen ansehen, wie es gefesselt und geknebelt sowie entblößt auf dem kalten Steinboden unweit von ihr entfernt lag und zum Teil von der Dunkelheit verschluckt wurde. Sie sah die Angst und den Schmerz in deren verweinten Augen, ein Anblick der sie all ihre eigenen Wunden vergessen ließ, da sich ihr Herz so sehr zusammenkrampfte.
Waren all diese Wochen in denen sie versucht hatte das Mädchen zu finden nur hierfür gut gewesen? Um am Ende doch wieder in diesem Fort zu landen, um hier zu sterben, um Elana so sehen zu müssen? Gab es nicht ein einziges Mal in ihrem Leben etwas das sie richtig machen konnte? Aber vielleicht wäre es ohnehin besser hier zu sterben, wenn sie nicht einmal dazu fähig war ihrer Tochter ein schmerzfreies Leben bieten zu können. Vielleicht hatten ihre Eltern und all die anderen ja doch immer recht damit gehabt, dass sie zu nichts zu gebrauchen war und nur für Unheil sorgte. Sie hätte ihrem Leben schon damals ein Ende bereiten sollen, als sie die Gelegenheit dazu hatte. Warum es immer weiter hinauszögern? Irgendwann musste man doch sowieso sterben, aber nein, sie musste ja erst noch ein unschuldiges Kind gebären… und wozu? Nur um es nun hier so zu sehen? Um dabei zusehen zu müssen wie es litt… War das der Wille dieses tollen Erbauers, von dem sie immer alle predigten?
Alle möglichen Vorwürfe schossen Miandra durch den Kopf während sie zu Elana blickte und ihr immer mehr Tränen an den Wangen hinab liefen. Eigentlich wollte sie stark sein und nicht, dass ihre Tochter sie weinen sah, aber sie konnte nicht mehr stark sein… zu schmerzhaft war all das hier, schmerzhafter als alles Bisherige das sie in ihrem Leben ertragen musste.
Plötzlich ertönte ein quietschendes Geräusch gefolgt von einigen Schritten die an den kahlen Wänden widerhallten. Miandra blickte nicht in die Richtung - es war ihr gleichgültig wer den Raum betrat. Sie wollte - nein sie konnte - den Blick nicht von Elana abwenden. Und was konnte noch Schlimmeres passieren als das hier?
Doch dann stellten ihr sich polierte Panzerstiefel ins Blickfeld und widerwillig sah sie in das blasse Gesicht der schwarzhaarigen Frau, die nun vor ihr stand und zu lachen begann.
„Och, wieso denn so traurig? Noch haben wir ihr nichts angetan… aber das kann sich schlagartig ändern“, die Züge der Frau veränderten sich, gleichzeitig mit der Stimme, welche nun bestimmend klang. „Ihr wisst doch noch worum man Euch gebeten hat? Doch bisher habt Ihr Euch ja nicht sehr kooperativ gezeigt.“
Miandra wusste nicht wovon die Frau sprach, doch sie erwiderte auch nichts. Wahrscheinlich würde sie es ihr ohnehin gleich sagen… und selbst wenn, es war ihr ohnehin egal, was diese wollte und so senkte sie einfach nur wieder ihren Blick. Dieses Weib war der letzte Mensch der Welt, den sie nun ansehen wollte.
„Hm, sieht so aus als hätte man Euch auf den Kopf geschlagen! Wie ich sehe muss ich die nächste Folter selbst übernehmen, um solche Fehler zu beseitigen. Aber eigentlich müsstet Ihr ja wissen was ich von Euch will.“
Die Frau ging in die Hocke und blicke Miandra aus hasserfüllten Augen an, doch diese regte sich nicht und starrte weiterhin abwesend nach unten. „Vielleicht hilft Euch ja der Name ‚Vernita‘ dieser Wächterschlampe weiter nach der ich suche.“
Ein Grinsen legte sich auf die Lippen der Frau, als sie sah wie Miandra bei den Worten unweigerlich zusammengezuckt war. „Ich sehe schon, wir beide verstehen einander. Und meine Intuition sagt mir, dass Ihr der Schlüssel zu meiner Problemtür seid. Ihr wisst doch ganz genau, wo sie sich befindet, nicht wahr?“
Die Frau machte eine Pause um ihren Worten Nachdruck zu verleihen, doch auch jetzt zeigte Miandra keine weiteren Regungen. „Also gut, vielleicht braucht Ihr ja auch einfach nur ein wenig Zeit zum Nachdenken. Ihr wollt mir ja bestimmt nichts Falsches sagen, nicht wahr? Und in der Zwischenzeit…“
Die Frau erhob sich wieder aus ihrer Hocke und ging zu dem gefesselten Mädchen hinüber und packte es unsanft mit den Panzerhandschuhen an einem Bein. „… werde ich mit Eurer reizenden Tochter ein paar Spielchen spielen, aber ich kann nicht versprechen, dass ihr diese auch genauso viel Spaß machen werden wie mir.“
Mit diesen Worten schleifte sie Elana einfach mit sich und verschwand mit ihr in der Dunkelheit.
„Ach und hofft erst gar nicht, dass Euch irgendwer hier herausholt, denn nun seid Ihr meine persönlichen Gäste, um die ich mich ganz besonders gut kümmere und auf die ich viel besser aufpasse, als auf den Abschaum der im eigentlichen Kerker sitzt, aus welchem man Euch das letzte Mal befreit hat“, konnte Miandra die grauenhafte Stimme der schwarzhaarigen Frau noch durch die Dunkelheit vernehmen, bevor diese von anderen Geräuschen verdrängt wurde… einem Wimmern... einem Schluchzen… dem Reiben zweier Klingen… einem Flüstern… und von Schmerzensschreien.
Miandra schloss ihre Augen wieder und versuchte nicht daran zu denken, was gerade geschah… sie versuchte es auszublenden, es zu vergessen, sich leise ein Lied zu denken… aber nichts davon half. Nichts würde sie von den qualvollen Schreien ihres Kindes ablenken können. Jeder Pulsschlag schien eine Ewigkeit zu dauern und ließ ihr Herz dabei zerbröseln als bestünde es nur aus Sand. Ihr Gedächtnis schien nicht mehr zu arbeiten und nur noch aus diesem Sand zu bestehen, der jeglichen Sinn dieses Lebens ersticken wollte.
Und ihr wurde eines klar: Schlimmer ging es wohl immer.
#2089
Posté 06 août 2011 - 07:14
Die Sonne bewegte sich zum Abend hin dem Horizont entgegen, und so neigte sich ein warmer Frühlingstag seinem Ende zu. Die ersten Grillen sangen schon ihr Lied, während eine leichte Brise rauschend über die Gräser und die Baumwipfel des nahen Waldes strich. Vernita schritt den leichten Hang empor und steuerte das einfache Steinhaus an, welches am Rand dieses Gehölzes stand. Sie trug nichts weiter als ein einfaches Leinenhemd und eine dazu passende Stoffhose. In ihren Händen hielt sie einen Korb mit sauberer Wäsche, die sie selbst zuvor am nahen Fluss gewaschen hatte.
Als sie aus dem Unterholz des lichten Waldes trat, konnte sie schon die schwarzhaarige Frau sehen, welche auf einer Holzbank saß, die sich vor dem Haus befand. Vor ihr auf dem schlichten Holztisch hatte sie schon das Abendessen serviert und wartete nun geduldig auf die Rückkehr der Elfe. Diese winkte Miandra zu, während sie die kleine Lichtung überquerte, auf der die beiden Frauen ihr neues Heim errichtet hatten.
„Hallo, Vernita. Da bist du ja wieder!“ rief die schwarzhaarige Frau und winkte zurück.
„Ja, und wie ich sehe, gibt es auch schon was zu essen. Das kann ich jetzt gut gebrauchen“, erwiderte diese, als sie den Tisch und somit auch Miandra erreicht hatte und ihren Wäschekorb auf einem der Schemel abstellte. Anschließend setzte sie sich zu der schwarzhaarigen Frau auf die Bank, welche allerdings mit ihren Blicken den Waldrand absuchte.
„Wo hast Du denn Elana gelassen?“ fragte Miandra besorgt und bekam nicht einmal mit, dass Vernita einen Arm um ihre Schulter legte.
„Sie hat ein paar hübsche Blumen auf dem Weg hierher gefunden und pflückt sie gerade ab. Aber sag’ ihr nicht, dass ich dir das gesagt habe. Sie will dich damit überraschen.“
„Du hast sie allein im Wald zurückgelassen?“ Miandra war schockiert.
„Nun beruhige dich doch wieder, Miandra. So klein ist sie doch jetzt auch nicht mehr. Und außerdem gibt so nahe am Haus keine wilden Tiere, das weißt du doch. Du machst dir einfach viel zu viele Sorgen, mein Sonnenschein.“
„Sie ist ja auch immerhin meine Tochter!“ protestierte die schwarzhaarige Frau weiter.
„Und was ist sie für mich? In den letzten Jahren ist mir die Kleine so sehr ans Herz gewachsen, als wäre sie mein eigenes Kind. Du weißt, dass ich alles für sie tun und sie niemals irgendeiner Gefahr aussetzen würde.“
„Ja, das weiß ich doch. Entschuldige bitte. Aber du weißt ja, wie sensibel ich immer reagiere, wenn es um Elana geht.“
„Schscht, Miandra. Beruhige dich. Es gibt nichts zu verzeihen“, erwiderte Vernita lächelnd und zog die Frau zu sich heran. Die Lippen der beiden berührten sich in einem sinnlichen Kuss, während die Frauen zugleich ihre Augen schlossen und die Nähe des jeweils anderen genossen. Vernita fuhr ihr dabei sanft durch die Haare, während Miandra über die Wange der Elfe strich. Nach einem endlos scheinenden Moment lösten sich die beiden Frauen wieder voneinander und sahen sich tief in die Augen.
„Ich liebe dich, Miandra“, flüsterte Vernita leise und mit einem breitem Lächeln.
„Und ich liebe dich auch“, hauchte die Angesprochene zurück, bevor sich die beiden Frauen ein weiteres Mal küssten.
Vernitas freie Hand legte sich auf Miandras Busen, während die Lippen der beiden immer noch aneinander hingen. Sofort griff die schwarzhaarige Frau danach und löste sich sogleich von der Elfe. „Was wird das?“ fragte sie etwas außer Atem. „Du weißt doch, dass Elana jeden Moment wieder hier sein müsste.“
„Sie wird noch eine Weile beschäftigt sein, also haben wir etwas Zeit für uns.“
„Ich will das nicht“, widersprach Miandra, doch ihr Körper strafte ihre Worte Lügen, denn Vernita spürte deutlich die Erregung der schwarzhaarigen Frau durch die Bluse ihres dünnen Sommerkleides.
„Doch, du willst es“, hauchte die Elfe deshalb lächelnd, bevor sich die beiden Frauen wieder zu einem Kuss zusammenfanden, dieses mal jedoch heftiger und leidenschaftlicher als zuvor. Miandra ließ daraufhin Vernitas Hand los und fasste die Elfe stattdessen in den Nacken und presste sie noch mehr an sich.
Die Hand der Elfe allerdings ging nun auf Wanderschaft. Sanft glitt sie Miandras Körper hinunter, bevor sie sich schließlich ganz langsam unter deren Rock schob. Sie fuhr ihren Schenkel entlang, bis zu ihrem Genitalbereich, welchen sie zärtlich zu liebkosen begann.
Miandras Körper erfasste eine wahre Hitzewelle, und ihre Küsse wurden noch wilder. „Mach weiter“, stöhnte sie der Elfe zwischen ihren Küssen ins Ohr. Diese ließ sich nicht lange bitten. Als sie mit ihren Fingern in die schwarzhaarige Frau eindrang, konnte diese kaum noch an sich halten und biss Vernita vor Erregung leicht in die Lippen. Dies spornte die Elfe dazu an, die Liebkosungen von Miandras intimster Stelle zu intensivieren. Doch da ertönte plötzlich ein Laut, der die beiden Frauen zusammenfahren ließ.
„Mama! Vernita! Ich bin wieder zurück! Und schaut, was ich für hübsche Blumen gefunden habe!“ rief eine helle Stimme vom Waldrand her. Kurz darauf kam auch schon das junge, etwa zwölf Jahre alte Mädchen den Hang hinaufgelaufen. Ihre langen Haare flogen dabei wie eine Fahne im Wind hinter ihr her.
Die beiden Frauen, welche für einen Moment wie versteinert in ihrer derzeitigen Position verharrten, sahen sich für einen kurzen Augenblick erschrocken in die Augen, bevor sie beide gleichzeitig zu lachen begannen.
„Diese Kinder“, meinte Vernita glucksend. „Sie tauchen auch immer dann auf, wenn man sie am wenigsten gebrauchen kann. Aber ohne sie wäre die Welt nur halb so schön.“
„Hätte nie gedacht, so etwas mal von dir zu hören, aber du hast recht“, feixte Miandra, bevor sie sich von der Elfe löste, aufsprang und ihr Kleid zurechtrückte, welches durch Vernitas zutun etwas verrutscht war.
„Die sind aber hübsch!“ lachte Miandra ihre Tochter an, während sich Vernita grinsend zurücklehnte, die Arme hinter dem Kopf verschränkte und dabei zusah, wie die schwarzhaarige Frau zu ihrer Tochter hinübereilte. Sie schloss das Mädchen in ihre Arme und sah dabei so glücklich aus wie noch nie zuvor in ihrem Leben. Und auch Vernita hatte nie mehr Glück gekannt.
„Das sind wirklich ganz bezaubernde Blumen, die du mir da mitgebracht hast, Elana“, lächelte die schwarzhaarige Frau ihre Tochter an. „Hast du die alle ganz allein für mich gepflückt?“
„Ja, die sind alle für dich, aber alleine habe ich die nicht gefunden. Meine Freundin hat mir dabei geholfen.“
„Das finde ich aber nett von Vernita, dass sie dir dabei geholfen hat“, meinte Miandra, wobei sie sich nach dem Elfe umsah und dieser zuzwinkerte. Diese lächelte nur zufrieden zurück.
„Nein, nicht Vernita. Ich meine die andere.“
Sofort verfinsterte sich die Miene der schwarzhaarigen Frau, als sie ihrer Tochter in die Augen sah, während sie deren Arme festhielt. „Wovon sprichst du, Elana? Welche „andere“ hat dir denn beim Blumenpflücken geholfen?“
„Ich kenne ihren Namen nicht“, erwiderte das Mädchen entschuldigend und blickte dabei verlegen zu Boden. „Ich habe sie eben erst im Wald getroffen. Und sie war auch dicht hinter mir. Sie wollte euch beiden kennen lernen, hat sie gesagt.“
Miandra richtete sich wieder auf und musterte eingehend den Waldrand, konnte dort allerdings nichts erkennen außer den sich langsam im Wind bewegenden Bäume und Sträuchern. Doch irgendetwas beunruhigte sie. Es schien plötzlich sehr still geworden zu sein. Das jagte Miandra ein Gänsehaut über den Rücken.
„Geh’ ins Haus, Elana“, sagte sie nur knapp und schob ihre Tochter zur Seite, während sie weiterhin den Waldrand beobachtete.
„Aber wir wollten doch draußen essen. Ich hab’ solchen Hunger“, protestierte die Angesprochene.
„Geh’ schon!“ fuhr die Frau das Kind härter an als beabsichtigt.
„Na, gut. Ich...warte. Da ist sie ja!“ rief Elana aufgeregt und zeigte auf die Gestalt, die just in diesem Moment aus dem Unterholz des Waldes heraustrat. Miandra stockte sogleich der Atem. Die Frau, die sie dort erblickte, hatte schwarze nackenlange Haare und ein hageres, eingefallenes Gesicht. Ihre farblosen Augen funkelten böse, während auf ihren schmalen Lippen ein hämisches Grinsen lag.
‚Eshtá Gianauro!’ ging es Miandra nur durch den Kopf. Für einen Moment war sie wie erstarrt. ‚Wie hatte diese Frau sie hier nur finden können? Und weshalb war sie überhaupt gekommen? Nach so vielen Jahren?’
„Lauf, Elana! Verschwinde so schnell du kannst von hier! Geh!“ schrie Miandra ihre Tochter an, welche im ersten Moment nicht recht wusste, wie ihr geschah. Erst als ihre Mutter ihr einen leichten Stoß gab, um ihrer Forderung den gewissen Nachdruck zu verleihen, nickte das Mädchen und setzte sich in Bewegung. Miandra sah ihr noch einen Moment nach, bevor sie sich an Vernita wandte, welche inzwischen ebenfalls aufgestanden war, um zu sehen, was hier eigentlich vor sich ging.
„Vernita! Pass auf!” rief die schwarzhaarige Frau noch, als auch schon die ersten Häscher Gianauros um das Haus herumgestürmt kamen. Die Elfe reagierte sofort. Den ersten trat sie aus dem Lauf heraus in den Genitalbereich, worauf dieser heulend zu Boden ging, da seine Lederrüstung dem harten Tritt der Frau nichts entgegen zu setzen hatte. Den zweiten schlug sie mit einem wuchtigen Kinnhaken nieder, bevor sich schließlich fünf Männer gleichzeitig auf die Elfe stürzten und diese zu Boden warfen.
„Nein!“ rief Miandra und spurtete los, um ihrer Freundin beizustehen, als auch schon vier weitere Männer sich ihr näherten. Als der erste sie erreicht hatte, wich sie diesem einfach aus und stellte ihm dabei ein Bein, über welches er stolperte und unsanft zu Boden ging. Dem zweiten wollte sie ebenso ausweichen, doch dieser war geschickter als sein Kamerad und rannte direkt in die Frau hinein. Die beiden fingen an, miteinander zu ringen, bis die anderen beiden sie ebenfalls erreichten und jeden Widerstand der Frau mit ihren Fäusten niederschlugen.
Die Elfe wurde inzwischen auch überwältigt, musste aber immer noch von vier der fünf Männern gebändigt werden, da sie einfach nicht aufgab. Doch kam sie allein gegen die Söldner nicht an. Der fünfte im Bunde trat inzwischen zu Eshtá, welche inzwischen auch bei dem Haus angekommen war und zufrieden grinste.
„Wir haben die beiden lebend gefangen! So, wie Ihr es wolltet!“ berichtete der stämmige, dunkelhäutige Soldat, als er die Frau erreichte.
„Ausgezeichnete Arbeit, Leutnant. Nun schickt zwei Männer los, um das Mädchen wieder einzufangen. Und sie sollen es nicht wagen, ohne sie zurückzukommen, verstanden?“ befahl Eshtá mit fester Stimme.
„Natürlich!“ entgegnete dieser, bevor er diesen Befehl an zwei seiner Soldaten weitergab. Anschließend ging er zusammen mit Eshtá zu dem Holztisch hinüber, zudem die anderen Söldner nun auch Vernita und Miandra gebracht hatten.
Betont gelassen setzte sich Eshtá auf die Kante des Tisches, nahm den Krug, der auf diesem stand und füllte mit dessen Inhalt einen der Tonbecher, die sich ebenfalls dort befanden. Dann stellte sie den Krug wieder weg und griff nach dem gefüllten Becher. Sie nahm einen Schluck daraus. Sie behielt die Flüssigkeit in ihrem Mund, während sie diese prüfender Weise über ihre Zunge laufen ließ und sie schließlich ausspuckte. Danach kippte sie den Becher über die Tischplatte aus, bevor sie ihn selbst auf einen nahen Stein warf, wo er sogleich klirrend zerschellte.
„Was seid Ihr nur für miserable Gastgeber?!?“ meinte sie dann vorwurfsvoll, aber auch mit einem hämischen Grinsen auf den Lippen. „Da serviert ihr nur einfaches Wasser. Und das an dem Tag unseres Wiedersehens. Wirklich eine Schande, dass Ihr mir keinen Wein offeriert habt. Nun gut. Vielleicht steht er ja noch im Haus. Und bemüht Euch nicht. Ich schaue schon selbst danach.“
Eshtá stand auf und ging zum Eingang des Hauses, wandte sich aber zunächst noch einmal an ihren Untergebenen. „Ach, und Leutnant! Zeigt unserer schwarzhaarigen Gastgeberin, dass wir hingegen an unsere Freunde denken und sich ihrer Bedürfnisse voll und ganz annehmen.“
„Zu Befehl!“ grinste dieser dreckig zurück, bevor er sich an seinen Männer wandte. „Los! Auf den Tisch mit der Schlampe!“
Die Angesprochenen grinsten nun ebenfalls, während sie den Befehl in die Tat umsetzten. Sie zerrten Miandra um das Möbelstück herum, welches der Leutnant mit einer schnellen Handbewegung abräumte, um Platz für die Frau zu machen. Eshtá war inzwischen ins Haus gegangen, hatte allerdings die Tür offen gelassen, um ja nichts zu verpassen.
Miandra wehrte sich mit Händen und Füßen, doch sie kam gegen die Kraft der Soldaten nicht an. So zogen diese sie auf den Tisch, bevor sich der Leutnant ihr näherte. Sogleich trat sie nach dem Mann, was diesen ganz offensichtlich ziemlich belustigte.
„Oho“, lachte er, während er nach Miandras Beinen griff, als diese damit nach ihm trat. „Hier haben wir ja eine richtige Wildkatze! Wird mir ein Vergnügen sein, dich zu zähmen, das kannst du mir glauben.“
Nachdem er schließlich Miandras Beine zu fassen bekam, drückte er diese auseinander und kletterte schließlich auf den Tisch, wo er sich auf die Oberschenkel der Frau hockte, was jeden Widerstand ihrerseits unmöglich machte. „So, mein Täubchen. Dann können wir ja anfangen!“ grinste er lüstern, bevor er ihr die Bluse und den Rock zerriss und somit ihre nackte Haut freilegte.
Miandra schnappte nach dem Kerl und wollte ihn beißen, als dieser nach ihrem Busen grabschte, woraufhin dieser seine Hand zur Faust ballte und ihr mit dem Faustrücken kräftig ins Gesicht schlug. Ihr Kopf flog zur Seite, und sie schrie erstickt auf. Sie musste husten, bevor sie sogar Blut spuckte, während der Kerl wieder mit seinen Händen über ihren Körper strich, was er allerdings ziemlich grob tat. Miandra wurde schlecht und stand kurz davor sich übergeben zu müssen.
Inzwischen hatte der Kerl auch seine Hose ausgezogen, drückte Miandras Beine auseinander und führte gewaltsam sein erigiertes Glied ein. Die Frau stöhnte und keuchte, als der Soldat in sie eindrang, allerdings nicht vor Lust und Verlangen sondern vielmehr aus Scham und vor Schmerzen, da er alles andere als zärtlich zu ihr war. Dann begann er damit, sie zu vergewaltigen, wobei er keuchte wie ein Schwein mit Atemnot, während seine Kameraden zu grölen begannen.
„Ja, gebt es der Schlampe, Leutnant!“, lachte einer von ihnen. „Die scheint es nötig zu haben! War wohl lange kein Schwanz mehr drin!“
Die anderen lachten dreckig, als auch Eshtá wieder aus dem Haus kam, mit einer Flasche Wein in der Hand und einem diabolischen Grinsen auf den Lippen. „Wie ich sehen, hat die Feier schon ohne mich angefangen, aber das macht ja nichts. Immerhin habe ich den Wein gefunden.“
Sie entkorkte die Flasche mit den Zähnen und nahm auch gleich darauf einen kräftigen Schluck daraus. „Wirklich ein guter Jahrgang, das muss ich Euch lassen. Ihr habt Geschmack. Also, lasst es euch auch schmecken, Männer.“
Mit diesen Worten goss sie den Rest der Flasche über Miandras nackten Körper aus, welcher wie Blut über ihre Haut floss. Der Leutnant, der inzwischen seinen Drang an Miandra befriedigt hatte, begann nun damit, den Wein von ihrem Körper abzulecken, woraufhin diese nur die Augen schloss und sehnsüchtigst auf das Ende dieses Martyriums wartete. Schließlich gab der Leutnant den Platz auf der Frau für einen seiner Männer frei, der sich nun ebenfalls an Miandra verging.
„In Euch steckt ja wirklich das Feuer der Leidenschaft!“ lachte Eshtá amüsiert.
„Du verdammte Ratte!“ schrie Vernita plötzlich los, außer sich vor Wut und Rage. Die Männer hatten wirklich alle Mühe, die Elfe zu bändigen. Für diese ging gerade eine Welt unter. Alles wofür sie gekämpft und geblutet hatte, wurde mit einem Schlag zunichte gemacht. Ihr Hass auf Eshtá Gianauro kannte in diesem Moment keine Grenzen mehr. „Dafür werde ich dir und deinen Bastarden die Haut bei lebendigem Leib vom Körper reißen!“
„Gar nichts dergleichen werdet Ihr tun!“ tönte die Angesprochene laut. „Ihr kommt auch noch dran, verlasst Euch darauf. Und wenn ich mit Euch fertig bin, dann werdet Ihr darum bitten, dass ich Euch töte! Und dann landet die große Heldin von Ferelden in einem namenlosen Grab! Von niemandem vermisst und von keinem in Erinnerung behaltend!“
Eshtá machte eine kurze Pause, als sie die beiden Soldaten zurückkamen, welche Elana mit sich zerrten. Das Mädchen zeigte deutliche Spuren von Gewalt in ihrem Gesicht. Die Wange und ein Auge waren geschwollen und Blut lief in dünnen Rinnsalen über ihre Lippen. Und als das Mädchen sah, was die Soldaten mit ihrer Mutter taten, wurde sie kreidebleich und ihre Beine versagten ihr den Dienst, da sie einer Ohnmacht nahe war. Nur der feste Griff der beiden Männer verhinderte, dass sie zu Boden ging.
„Und wie ich sehen, kommt hier auch noch unser Ehrengast. Willkommen auf unserer kleinen Feier, die wir extra zu deinen Ehren veranstalten, Elana!“ verkündete Eshtá theatralisch.
„Sie wäre uns beinahe entwischt, doch letzten Endes haben wir sie dann doch gekriegt, Herrin“, meldete einer der beiden Soldaten.
„Gute Arbeit, Männer“, grinste Gianauro, bevor sie ihren Blick auf den Holztisch richtete, wo sich inzwischen der dritte Soldat an Miandra verging. „Bereitet die Kleine vor. Sobald die Jungs mit ihrer Mutter fertig sind, werden sie auch deren Tochter zur richtigen Frau machen. Und sorgt dafür, dass ihre Mutter noch bei Bewusstsein ist, damit sie auch ja nicht verpasst, wie ihre einzige Tochter von den besten Männern des Landes beglückt wird.“
„Ja, Herrin!“ bestätigte der Angesprochene den Befehl, bevor Eshtá wieder ins Haus ging, um sich eine weitere Flasche Wein zu holen. Während sie das tat sah sie sehr genau in Vernitas verzerrtes und doch hilflos blickende Gesicht, woraufhin sie schallend zu lachen begann.
Als sie aus dem Unterholz des lichten Waldes trat, konnte sie schon die schwarzhaarige Frau sehen, welche auf einer Holzbank saß, die sich vor dem Haus befand. Vor ihr auf dem schlichten Holztisch hatte sie schon das Abendessen serviert und wartete nun geduldig auf die Rückkehr der Elfe. Diese winkte Miandra zu, während sie die kleine Lichtung überquerte, auf der die beiden Frauen ihr neues Heim errichtet hatten.
„Hallo, Vernita. Da bist du ja wieder!“ rief die schwarzhaarige Frau und winkte zurück.
„Ja, und wie ich sehe, gibt es auch schon was zu essen. Das kann ich jetzt gut gebrauchen“, erwiderte diese, als sie den Tisch und somit auch Miandra erreicht hatte und ihren Wäschekorb auf einem der Schemel abstellte. Anschließend setzte sie sich zu der schwarzhaarigen Frau auf die Bank, welche allerdings mit ihren Blicken den Waldrand absuchte.
„Wo hast Du denn Elana gelassen?“ fragte Miandra besorgt und bekam nicht einmal mit, dass Vernita einen Arm um ihre Schulter legte.
„Sie hat ein paar hübsche Blumen auf dem Weg hierher gefunden und pflückt sie gerade ab. Aber sag’ ihr nicht, dass ich dir das gesagt habe. Sie will dich damit überraschen.“
„Du hast sie allein im Wald zurückgelassen?“ Miandra war schockiert.
„Nun beruhige dich doch wieder, Miandra. So klein ist sie doch jetzt auch nicht mehr. Und außerdem gibt so nahe am Haus keine wilden Tiere, das weißt du doch. Du machst dir einfach viel zu viele Sorgen, mein Sonnenschein.“
„Sie ist ja auch immerhin meine Tochter!“ protestierte die schwarzhaarige Frau weiter.
„Und was ist sie für mich? In den letzten Jahren ist mir die Kleine so sehr ans Herz gewachsen, als wäre sie mein eigenes Kind. Du weißt, dass ich alles für sie tun und sie niemals irgendeiner Gefahr aussetzen würde.“
„Ja, das weiß ich doch. Entschuldige bitte. Aber du weißt ja, wie sensibel ich immer reagiere, wenn es um Elana geht.“
„Schscht, Miandra. Beruhige dich. Es gibt nichts zu verzeihen“, erwiderte Vernita lächelnd und zog die Frau zu sich heran. Die Lippen der beiden berührten sich in einem sinnlichen Kuss, während die Frauen zugleich ihre Augen schlossen und die Nähe des jeweils anderen genossen. Vernita fuhr ihr dabei sanft durch die Haare, während Miandra über die Wange der Elfe strich. Nach einem endlos scheinenden Moment lösten sich die beiden Frauen wieder voneinander und sahen sich tief in die Augen.
„Ich liebe dich, Miandra“, flüsterte Vernita leise und mit einem breitem Lächeln.
„Und ich liebe dich auch“, hauchte die Angesprochene zurück, bevor sich die beiden Frauen ein weiteres Mal küssten.
Vernitas freie Hand legte sich auf Miandras Busen, während die Lippen der beiden immer noch aneinander hingen. Sofort griff die schwarzhaarige Frau danach und löste sich sogleich von der Elfe. „Was wird das?“ fragte sie etwas außer Atem. „Du weißt doch, dass Elana jeden Moment wieder hier sein müsste.“
„Sie wird noch eine Weile beschäftigt sein, also haben wir etwas Zeit für uns.“
„Ich will das nicht“, widersprach Miandra, doch ihr Körper strafte ihre Worte Lügen, denn Vernita spürte deutlich die Erregung der schwarzhaarigen Frau durch die Bluse ihres dünnen Sommerkleides.
„Doch, du willst es“, hauchte die Elfe deshalb lächelnd, bevor sich die beiden Frauen wieder zu einem Kuss zusammenfanden, dieses mal jedoch heftiger und leidenschaftlicher als zuvor. Miandra ließ daraufhin Vernitas Hand los und fasste die Elfe stattdessen in den Nacken und presste sie noch mehr an sich.
Die Hand der Elfe allerdings ging nun auf Wanderschaft. Sanft glitt sie Miandras Körper hinunter, bevor sie sich schließlich ganz langsam unter deren Rock schob. Sie fuhr ihren Schenkel entlang, bis zu ihrem Genitalbereich, welchen sie zärtlich zu liebkosen begann.
Miandras Körper erfasste eine wahre Hitzewelle, und ihre Küsse wurden noch wilder. „Mach weiter“, stöhnte sie der Elfe zwischen ihren Küssen ins Ohr. Diese ließ sich nicht lange bitten. Als sie mit ihren Fingern in die schwarzhaarige Frau eindrang, konnte diese kaum noch an sich halten und biss Vernita vor Erregung leicht in die Lippen. Dies spornte die Elfe dazu an, die Liebkosungen von Miandras intimster Stelle zu intensivieren. Doch da ertönte plötzlich ein Laut, der die beiden Frauen zusammenfahren ließ.
„Mama! Vernita! Ich bin wieder zurück! Und schaut, was ich für hübsche Blumen gefunden habe!“ rief eine helle Stimme vom Waldrand her. Kurz darauf kam auch schon das junge, etwa zwölf Jahre alte Mädchen den Hang hinaufgelaufen. Ihre langen Haare flogen dabei wie eine Fahne im Wind hinter ihr her.
Die beiden Frauen, welche für einen Moment wie versteinert in ihrer derzeitigen Position verharrten, sahen sich für einen kurzen Augenblick erschrocken in die Augen, bevor sie beide gleichzeitig zu lachen begannen.
„Diese Kinder“, meinte Vernita glucksend. „Sie tauchen auch immer dann auf, wenn man sie am wenigsten gebrauchen kann. Aber ohne sie wäre die Welt nur halb so schön.“
„Hätte nie gedacht, so etwas mal von dir zu hören, aber du hast recht“, feixte Miandra, bevor sie sich von der Elfe löste, aufsprang und ihr Kleid zurechtrückte, welches durch Vernitas zutun etwas verrutscht war.
„Die sind aber hübsch!“ lachte Miandra ihre Tochter an, während sich Vernita grinsend zurücklehnte, die Arme hinter dem Kopf verschränkte und dabei zusah, wie die schwarzhaarige Frau zu ihrer Tochter hinübereilte. Sie schloss das Mädchen in ihre Arme und sah dabei so glücklich aus wie noch nie zuvor in ihrem Leben. Und auch Vernita hatte nie mehr Glück gekannt.
„Das sind wirklich ganz bezaubernde Blumen, die du mir da mitgebracht hast, Elana“, lächelte die schwarzhaarige Frau ihre Tochter an. „Hast du die alle ganz allein für mich gepflückt?“
„Ja, die sind alle für dich, aber alleine habe ich die nicht gefunden. Meine Freundin hat mir dabei geholfen.“
„Das finde ich aber nett von Vernita, dass sie dir dabei geholfen hat“, meinte Miandra, wobei sie sich nach dem Elfe umsah und dieser zuzwinkerte. Diese lächelte nur zufrieden zurück.
„Nein, nicht Vernita. Ich meine die andere.“
Sofort verfinsterte sich die Miene der schwarzhaarigen Frau, als sie ihrer Tochter in die Augen sah, während sie deren Arme festhielt. „Wovon sprichst du, Elana? Welche „andere“ hat dir denn beim Blumenpflücken geholfen?“
„Ich kenne ihren Namen nicht“, erwiderte das Mädchen entschuldigend und blickte dabei verlegen zu Boden. „Ich habe sie eben erst im Wald getroffen. Und sie war auch dicht hinter mir. Sie wollte euch beiden kennen lernen, hat sie gesagt.“
Miandra richtete sich wieder auf und musterte eingehend den Waldrand, konnte dort allerdings nichts erkennen außer den sich langsam im Wind bewegenden Bäume und Sträuchern. Doch irgendetwas beunruhigte sie. Es schien plötzlich sehr still geworden zu sein. Das jagte Miandra ein Gänsehaut über den Rücken.
„Geh’ ins Haus, Elana“, sagte sie nur knapp und schob ihre Tochter zur Seite, während sie weiterhin den Waldrand beobachtete.
„Aber wir wollten doch draußen essen. Ich hab’ solchen Hunger“, protestierte die Angesprochene.
„Geh’ schon!“ fuhr die Frau das Kind härter an als beabsichtigt.
„Na, gut. Ich...warte. Da ist sie ja!“ rief Elana aufgeregt und zeigte auf die Gestalt, die just in diesem Moment aus dem Unterholz des Waldes heraustrat. Miandra stockte sogleich der Atem. Die Frau, die sie dort erblickte, hatte schwarze nackenlange Haare und ein hageres, eingefallenes Gesicht. Ihre farblosen Augen funkelten böse, während auf ihren schmalen Lippen ein hämisches Grinsen lag.
‚Eshtá Gianauro!’ ging es Miandra nur durch den Kopf. Für einen Moment war sie wie erstarrt. ‚Wie hatte diese Frau sie hier nur finden können? Und weshalb war sie überhaupt gekommen? Nach so vielen Jahren?’
„Lauf, Elana! Verschwinde so schnell du kannst von hier! Geh!“ schrie Miandra ihre Tochter an, welche im ersten Moment nicht recht wusste, wie ihr geschah. Erst als ihre Mutter ihr einen leichten Stoß gab, um ihrer Forderung den gewissen Nachdruck zu verleihen, nickte das Mädchen und setzte sich in Bewegung. Miandra sah ihr noch einen Moment nach, bevor sie sich an Vernita wandte, welche inzwischen ebenfalls aufgestanden war, um zu sehen, was hier eigentlich vor sich ging.
„Vernita! Pass auf!” rief die schwarzhaarige Frau noch, als auch schon die ersten Häscher Gianauros um das Haus herumgestürmt kamen. Die Elfe reagierte sofort. Den ersten trat sie aus dem Lauf heraus in den Genitalbereich, worauf dieser heulend zu Boden ging, da seine Lederrüstung dem harten Tritt der Frau nichts entgegen zu setzen hatte. Den zweiten schlug sie mit einem wuchtigen Kinnhaken nieder, bevor sich schließlich fünf Männer gleichzeitig auf die Elfe stürzten und diese zu Boden warfen.
„Nein!“ rief Miandra und spurtete los, um ihrer Freundin beizustehen, als auch schon vier weitere Männer sich ihr näherten. Als der erste sie erreicht hatte, wich sie diesem einfach aus und stellte ihm dabei ein Bein, über welches er stolperte und unsanft zu Boden ging. Dem zweiten wollte sie ebenso ausweichen, doch dieser war geschickter als sein Kamerad und rannte direkt in die Frau hinein. Die beiden fingen an, miteinander zu ringen, bis die anderen beiden sie ebenfalls erreichten und jeden Widerstand der Frau mit ihren Fäusten niederschlugen.
Die Elfe wurde inzwischen auch überwältigt, musste aber immer noch von vier der fünf Männern gebändigt werden, da sie einfach nicht aufgab. Doch kam sie allein gegen die Söldner nicht an. Der fünfte im Bunde trat inzwischen zu Eshtá, welche inzwischen auch bei dem Haus angekommen war und zufrieden grinste.
„Wir haben die beiden lebend gefangen! So, wie Ihr es wolltet!“ berichtete der stämmige, dunkelhäutige Soldat, als er die Frau erreichte.
„Ausgezeichnete Arbeit, Leutnant. Nun schickt zwei Männer los, um das Mädchen wieder einzufangen. Und sie sollen es nicht wagen, ohne sie zurückzukommen, verstanden?“ befahl Eshtá mit fester Stimme.
„Natürlich!“ entgegnete dieser, bevor er diesen Befehl an zwei seiner Soldaten weitergab. Anschließend ging er zusammen mit Eshtá zu dem Holztisch hinüber, zudem die anderen Söldner nun auch Vernita und Miandra gebracht hatten.
Betont gelassen setzte sich Eshtá auf die Kante des Tisches, nahm den Krug, der auf diesem stand und füllte mit dessen Inhalt einen der Tonbecher, die sich ebenfalls dort befanden. Dann stellte sie den Krug wieder weg und griff nach dem gefüllten Becher. Sie nahm einen Schluck daraus. Sie behielt die Flüssigkeit in ihrem Mund, während sie diese prüfender Weise über ihre Zunge laufen ließ und sie schließlich ausspuckte. Danach kippte sie den Becher über die Tischplatte aus, bevor sie ihn selbst auf einen nahen Stein warf, wo er sogleich klirrend zerschellte.
„Was seid Ihr nur für miserable Gastgeber?!?“ meinte sie dann vorwurfsvoll, aber auch mit einem hämischen Grinsen auf den Lippen. „Da serviert ihr nur einfaches Wasser. Und das an dem Tag unseres Wiedersehens. Wirklich eine Schande, dass Ihr mir keinen Wein offeriert habt. Nun gut. Vielleicht steht er ja noch im Haus. Und bemüht Euch nicht. Ich schaue schon selbst danach.“
Eshtá stand auf und ging zum Eingang des Hauses, wandte sich aber zunächst noch einmal an ihren Untergebenen. „Ach, und Leutnant! Zeigt unserer schwarzhaarigen Gastgeberin, dass wir hingegen an unsere Freunde denken und sich ihrer Bedürfnisse voll und ganz annehmen.“
„Zu Befehl!“ grinste dieser dreckig zurück, bevor er sich an seinen Männer wandte. „Los! Auf den Tisch mit der Schlampe!“
Die Angesprochenen grinsten nun ebenfalls, während sie den Befehl in die Tat umsetzten. Sie zerrten Miandra um das Möbelstück herum, welches der Leutnant mit einer schnellen Handbewegung abräumte, um Platz für die Frau zu machen. Eshtá war inzwischen ins Haus gegangen, hatte allerdings die Tür offen gelassen, um ja nichts zu verpassen.
Miandra wehrte sich mit Händen und Füßen, doch sie kam gegen die Kraft der Soldaten nicht an. So zogen diese sie auf den Tisch, bevor sich der Leutnant ihr näherte. Sogleich trat sie nach dem Mann, was diesen ganz offensichtlich ziemlich belustigte.
„Oho“, lachte er, während er nach Miandras Beinen griff, als diese damit nach ihm trat. „Hier haben wir ja eine richtige Wildkatze! Wird mir ein Vergnügen sein, dich zu zähmen, das kannst du mir glauben.“
Nachdem er schließlich Miandras Beine zu fassen bekam, drückte er diese auseinander und kletterte schließlich auf den Tisch, wo er sich auf die Oberschenkel der Frau hockte, was jeden Widerstand ihrerseits unmöglich machte. „So, mein Täubchen. Dann können wir ja anfangen!“ grinste er lüstern, bevor er ihr die Bluse und den Rock zerriss und somit ihre nackte Haut freilegte.
Miandra schnappte nach dem Kerl und wollte ihn beißen, als dieser nach ihrem Busen grabschte, woraufhin dieser seine Hand zur Faust ballte und ihr mit dem Faustrücken kräftig ins Gesicht schlug. Ihr Kopf flog zur Seite, und sie schrie erstickt auf. Sie musste husten, bevor sie sogar Blut spuckte, während der Kerl wieder mit seinen Händen über ihren Körper strich, was er allerdings ziemlich grob tat. Miandra wurde schlecht und stand kurz davor sich übergeben zu müssen.
Inzwischen hatte der Kerl auch seine Hose ausgezogen, drückte Miandras Beine auseinander und führte gewaltsam sein erigiertes Glied ein. Die Frau stöhnte und keuchte, als der Soldat in sie eindrang, allerdings nicht vor Lust und Verlangen sondern vielmehr aus Scham und vor Schmerzen, da er alles andere als zärtlich zu ihr war. Dann begann er damit, sie zu vergewaltigen, wobei er keuchte wie ein Schwein mit Atemnot, während seine Kameraden zu grölen begannen.
„Ja, gebt es der Schlampe, Leutnant!“, lachte einer von ihnen. „Die scheint es nötig zu haben! War wohl lange kein Schwanz mehr drin!“
Die anderen lachten dreckig, als auch Eshtá wieder aus dem Haus kam, mit einer Flasche Wein in der Hand und einem diabolischen Grinsen auf den Lippen. „Wie ich sehen, hat die Feier schon ohne mich angefangen, aber das macht ja nichts. Immerhin habe ich den Wein gefunden.“
Sie entkorkte die Flasche mit den Zähnen und nahm auch gleich darauf einen kräftigen Schluck daraus. „Wirklich ein guter Jahrgang, das muss ich Euch lassen. Ihr habt Geschmack. Also, lasst es euch auch schmecken, Männer.“
Mit diesen Worten goss sie den Rest der Flasche über Miandras nackten Körper aus, welcher wie Blut über ihre Haut floss. Der Leutnant, der inzwischen seinen Drang an Miandra befriedigt hatte, begann nun damit, den Wein von ihrem Körper abzulecken, woraufhin diese nur die Augen schloss und sehnsüchtigst auf das Ende dieses Martyriums wartete. Schließlich gab der Leutnant den Platz auf der Frau für einen seiner Männer frei, der sich nun ebenfalls an Miandra verging.
„In Euch steckt ja wirklich das Feuer der Leidenschaft!“ lachte Eshtá amüsiert.
„Du verdammte Ratte!“ schrie Vernita plötzlich los, außer sich vor Wut und Rage. Die Männer hatten wirklich alle Mühe, die Elfe zu bändigen. Für diese ging gerade eine Welt unter. Alles wofür sie gekämpft und geblutet hatte, wurde mit einem Schlag zunichte gemacht. Ihr Hass auf Eshtá Gianauro kannte in diesem Moment keine Grenzen mehr. „Dafür werde ich dir und deinen Bastarden die Haut bei lebendigem Leib vom Körper reißen!“
„Gar nichts dergleichen werdet Ihr tun!“ tönte die Angesprochene laut. „Ihr kommt auch noch dran, verlasst Euch darauf. Und wenn ich mit Euch fertig bin, dann werdet Ihr darum bitten, dass ich Euch töte! Und dann landet die große Heldin von Ferelden in einem namenlosen Grab! Von niemandem vermisst und von keinem in Erinnerung behaltend!“
Eshtá machte eine kurze Pause, als sie die beiden Soldaten zurückkamen, welche Elana mit sich zerrten. Das Mädchen zeigte deutliche Spuren von Gewalt in ihrem Gesicht. Die Wange und ein Auge waren geschwollen und Blut lief in dünnen Rinnsalen über ihre Lippen. Und als das Mädchen sah, was die Soldaten mit ihrer Mutter taten, wurde sie kreidebleich und ihre Beine versagten ihr den Dienst, da sie einer Ohnmacht nahe war. Nur der feste Griff der beiden Männer verhinderte, dass sie zu Boden ging.
„Und wie ich sehen, kommt hier auch noch unser Ehrengast. Willkommen auf unserer kleinen Feier, die wir extra zu deinen Ehren veranstalten, Elana!“ verkündete Eshtá theatralisch.
„Sie wäre uns beinahe entwischt, doch letzten Endes haben wir sie dann doch gekriegt, Herrin“, meldete einer der beiden Soldaten.
„Gute Arbeit, Männer“, grinste Gianauro, bevor sie ihren Blick auf den Holztisch richtete, wo sich inzwischen der dritte Soldat an Miandra verging. „Bereitet die Kleine vor. Sobald die Jungs mit ihrer Mutter fertig sind, werden sie auch deren Tochter zur richtigen Frau machen. Und sorgt dafür, dass ihre Mutter noch bei Bewusstsein ist, damit sie auch ja nicht verpasst, wie ihre einzige Tochter von den besten Männern des Landes beglückt wird.“
„Ja, Herrin!“ bestätigte der Angesprochene den Befehl, bevor Eshtá wieder ins Haus ging, um sich eine weitere Flasche Wein zu holen. Während sie das tat sah sie sehr genau in Vernitas verzerrtes und doch hilflos blickende Gesicht, woraufhin sie schallend zu lachen begann.
Modifié par Aliens Crew, 30 juillet 2012 - 09:52 .
#2090
Posté 07 août 2011 - 09:17
„Mama?“ fragte eine Mädchenstimme und Miandra spürte, dass sie hektisch an der linken Schulter geschüttelt wurde. Sie schlug die Augen auf und erkannte, dass sie sich in einem kleinen Zimmer befand und auf einem Bett saß. Ansonsten zierten nur noch eine kleine Kommode, Bilder und anderer Krempel den Raum, doch es brannte kein Licht, sodass sie einige Gegenstände nur erahnen konnte. Das einzige Fenster welches sich in dem Raum befand stand sperrangelweit offen, und man konnte von draußen Grillen und anderes Getier zirpen hören.
„Wach auf! Du darfst jetzt nicht schlafen. Ich habe einen neuen Rekord aufgestellt!“ sagte das Mädchen welches vor ihr stand euphorisch, und als es erkannte, dass sie erwacht war huschte es schnell zu dem offenem Fenster, kletterte auf das Fensterbrett und starrte gebannt nach oben zum Nachthimmel.
„Rekord?“ frage Miandra verwirrt. Ihr Geist schien die Situation noch nicht vollkommen realisiert zu haben. Noch immer sah sie Bilder vor sich, konnte ein Mädchen schreien und eine Frau in schallendes Gelächter ausbrechen hören. Sie spürte ihren Puls rasen und ihren schweißgebadeten Körper leicht zittern. War das nur ein Albtraum, der nun langsam verblassen wollte? Er schien so real gewesen zu sein, fasst schon realer als der Ort an dem sie sich gerade befand.
Das Mädchen blickte freudenstrahlend in ihre Richtung. „Ja, ich habe schon siebenundfünfzig fallende Sterne gezählt ! Schon zwei mehr als letztes Jahr! Und ich bin noch immer hellwach!“
Das Grinsen auf dem Gesicht des Kindes verschwand und es musterte Miandra besorgt.
„Stimmt irgendetwas nicht?“ fragte es traurig.
Miandra schreckte ein wenig hoch und stand von dem Bett auf.
„Alles in Ordnung. Keine Sorge, ich hatte nur einen eigenartigen Traum“, sie versuchte das Mädchen anzulächeln, doch es schien ihr nicht recht zu gelingen. Zudem machte ihr der Blick des Kindes Gedanken. Er dauerte nur einen kurzen Augenblick an als sie den Traum erwähnte. Es war ein Gesichtszug den Miandra an ihrer Tochter nicht kannte, und sie vermochte ihn auch nicht wirklich zu deuten. Doch irgendetwas sagte ihr nun, dass das Mädchen welches da vor ihr am Fensterbrett saß nicht ihre Tochter war.
„Siebenundfünfzig schon? Das ist großartig“ sagte sie weiter ohne sich ihre Zweifel anmerken zu lassen. „Ich werde aber jetzt kurz in die Küche gehen, um mir ein warmes Glas Milch mit Honig zu holen, möchtest du auch eines?“ fragte sie während sie in die Richtung der Türe ging.
Das Mädchen starrte ihr nach und schien zu überlegen, bevor es antwortete: „Ja gerne“
„In Ordnung, mal sehen wie viele du gezählt hast wenn ich wieder da bin“, sagte Miandra noch mit einem Lächeln, bevor sie aus der Tür verschwand und diese hinter sich zumachte.
Dort blieb sie einen Augenblick stocksteif stehen und starrte auf die gegenüberliegende Wand, wobei sie spürte, wie ihr eine Schweißperle an der rechten Schläfe hinab lief. Dieses Kind war nicht ihre Tochter. Niemals würde Elana Honig in ihrer Milch wollen, und selbst wenn, hätte sie es ihr erst einreden müssen. Aber wer war dieses Mädchen dann? Sie sah genauso aus wie ihre Tochter und verhielt sich auch sonst so wie sie. Oder eine viel wichtigere Frage: Wo war sie hier, wenn das nicht ihr Kind war? Und was hatte es mit diesem schrecklichen Traum auf sich, der sich in ihr Gedächtnis gebrannt hatte? Sie hatte doch schon seit Jahren keine Träume mehr, und nun gleich einen der so nahe an der Wirklichkeit zu liegen schien? Die blasse Frau darin wollte etwas von ihr, doch sie wusste nicht mehr genau was es war… Sie sollte jemanden suchen? Nein, das war es nicht. Sie sollte ihr sagen, wo sich dieser jemand befand… doch sie hatte keinerlei Ahnung davon. Und sie hatte ihr einen Namen gesagt, doch so sehr sie sich auch anstrengte, er fiel ihr nicht mehr ein… Alles was sie wusste war, dass sich alles darin so vertraut anfühlte, vertrauter als der Ort an welchem sie sich gerade befand.
Sie löste sich aus ihrer Starre und ging die Treppe hinab um zur Küche zu gelangen. Dort angekommen ging sie auf die Arbeitsfläche zu, an welcher die Karaffe stand worin die Milch aufbewahrt wurde, doch anstatt sich darum zu kümmern öffnete sie eine Lade deren Inhalt sie hektisch in der Dunkelheit durchsuchte, bis sie ein scharfes Messer herauszog. Schwer atmend stützte sie sich anschließend an der Holzplatte ab und betrachtete die Metallklinge. Was wenn es ein Fehler war? Vielleicht war sie auch nur zu verwirrt von diesem Albtraum, um die Reaktionen ihres Kindes deuten zu können?… Vielleicht spielte ihr Verstand ihr ja nur einen Streich? Vielleicht…
„Was machst du da so lange, Mama?“ ertönte die Stimme des Mädchens hinter ihr und Miandras gesamter Körper zuckte zusammen, ehe sie sich umdrehte, und das Messer dabei hinter ihrem Rücken versteckte.
Das Kind stand im Türrahmen und sah sie aus großen Augen an und Miandra musterte das Mädchen eindringlich, doch je länger sie es ansah um so sicherer wurde sie sich, dass dies nicht ihr eigen Fleisch und Blut war.
„Mir ist nur aufgefallen, dass wir keinen Honig mehr haben“, versuchte sie ruhig zu erwidern, bevor sie langsam auf das Mädchen zu ging ohne es aus den Augen zu lassen.
„Oh, das ist schade“, sagte das Kind mit einem Hauch an Enttäuschung und drehte sich sogleich um, als es sah, dass Miandra die Küche wieder verlassen wollte, um wieder zur Treppe zu gehen. Miandra zögerte einen Moment, doch dann schnappte sie das Mädchen am Arm und bog diesen unsanft auf dessen Rücken und hielt ihm das Messer an die Kehle. Das Kind schrie schmerzerfüllt auf und begann zu weinen.
„Mama... Was... was tust… du da?“ stotterte es.
„Nenn‘ mich nicht so, ich weiß dass du nicht meine Tochter bist! Genug mit diesen Spielchen!“ presste sie hervor, wobei sich Tränen in ihren Augen gebildet hatten. Es tat ihr weh, das Mädchen welches ihrer Tochter so ähnlich sah, weinen zu sehen und es so behandeln zu müssen.
Das Kind schluchzte einige Zeit in der Hoffnung dass Miandra ihren Griff lockern würde, doch dann drehte es plötzlich den Kopf nach oben und grinste sie mit einem Blick an, der Miandra schaudern ließ.
„Keine Spielchen mehr? Hihihi! Das werden wir noch sehen…“ Das Kind kicherte irre los und seine Augen begannen rot aufzuglühen. Miandra war für einen kurzen Augenblick von dem Anblick erstarrt, doch als sich das Mädchen losreißen wollte schnitt sie ihm reflexartig die Kehle durch und stieß es von sich.
Das Mädchen gab ein Röcheln von sich und taumelte nach vorne, bevor es auf die Knie sackte und auf den Boden kippte. Eine Blutlache breitete sich unter dem Kind aus und saugte sich in den Teppichboden des Flurs.
Miandras Hände begannen zu zittern und ihr entglitt dabei das Messer, welches klirrend am Küchenboden landete. Sie starrte auf das tote Mädchen, doch ehe sich Fragen in ihrem Kopf bilden konnten, schien sich ihre Umgebung aufzulösen als bestünde sie nur aus Staub der vom Wind weggetragen wurde. Erst als jede Wand und jeder Gegenstand verschwunden waren und nur noch eine tiefe Schwärze hinterließen, löste sich auch der Leichnam des Kindes im Nichts auf. Miandra stand noch immer völlig geschockt an derselben Stelle, wusste nicht was gerade passiert war, oder wo sie sich befand, und das einzige, was sie in dieser endlosen Schwärze daran erinnerte überhaupt noch zu existieren, war ihr eigener hektischer Atem.
„Wach auf! Du darfst jetzt nicht schlafen. Ich habe einen neuen Rekord aufgestellt!“ sagte das Mädchen welches vor ihr stand euphorisch, und als es erkannte, dass sie erwacht war huschte es schnell zu dem offenem Fenster, kletterte auf das Fensterbrett und starrte gebannt nach oben zum Nachthimmel.
„Rekord?“ frage Miandra verwirrt. Ihr Geist schien die Situation noch nicht vollkommen realisiert zu haben. Noch immer sah sie Bilder vor sich, konnte ein Mädchen schreien und eine Frau in schallendes Gelächter ausbrechen hören. Sie spürte ihren Puls rasen und ihren schweißgebadeten Körper leicht zittern. War das nur ein Albtraum, der nun langsam verblassen wollte? Er schien so real gewesen zu sein, fasst schon realer als der Ort an dem sie sich gerade befand.
Das Mädchen blickte freudenstrahlend in ihre Richtung. „Ja, ich habe schon siebenundfünfzig fallende Sterne gezählt ! Schon zwei mehr als letztes Jahr! Und ich bin noch immer hellwach!“
Das Grinsen auf dem Gesicht des Kindes verschwand und es musterte Miandra besorgt.
„Stimmt irgendetwas nicht?“ fragte es traurig.
Miandra schreckte ein wenig hoch und stand von dem Bett auf.
„Alles in Ordnung. Keine Sorge, ich hatte nur einen eigenartigen Traum“, sie versuchte das Mädchen anzulächeln, doch es schien ihr nicht recht zu gelingen. Zudem machte ihr der Blick des Kindes Gedanken. Er dauerte nur einen kurzen Augenblick an als sie den Traum erwähnte. Es war ein Gesichtszug den Miandra an ihrer Tochter nicht kannte, und sie vermochte ihn auch nicht wirklich zu deuten. Doch irgendetwas sagte ihr nun, dass das Mädchen welches da vor ihr am Fensterbrett saß nicht ihre Tochter war.
„Siebenundfünfzig schon? Das ist großartig“ sagte sie weiter ohne sich ihre Zweifel anmerken zu lassen. „Ich werde aber jetzt kurz in die Küche gehen, um mir ein warmes Glas Milch mit Honig zu holen, möchtest du auch eines?“ fragte sie während sie in die Richtung der Türe ging.
Das Mädchen starrte ihr nach und schien zu überlegen, bevor es antwortete: „Ja gerne“
„In Ordnung, mal sehen wie viele du gezählt hast wenn ich wieder da bin“, sagte Miandra noch mit einem Lächeln, bevor sie aus der Tür verschwand und diese hinter sich zumachte.
Dort blieb sie einen Augenblick stocksteif stehen und starrte auf die gegenüberliegende Wand, wobei sie spürte, wie ihr eine Schweißperle an der rechten Schläfe hinab lief. Dieses Kind war nicht ihre Tochter. Niemals würde Elana Honig in ihrer Milch wollen, und selbst wenn, hätte sie es ihr erst einreden müssen. Aber wer war dieses Mädchen dann? Sie sah genauso aus wie ihre Tochter und verhielt sich auch sonst so wie sie. Oder eine viel wichtigere Frage: Wo war sie hier, wenn das nicht ihr Kind war? Und was hatte es mit diesem schrecklichen Traum auf sich, der sich in ihr Gedächtnis gebrannt hatte? Sie hatte doch schon seit Jahren keine Träume mehr, und nun gleich einen der so nahe an der Wirklichkeit zu liegen schien? Die blasse Frau darin wollte etwas von ihr, doch sie wusste nicht mehr genau was es war… Sie sollte jemanden suchen? Nein, das war es nicht. Sie sollte ihr sagen, wo sich dieser jemand befand… doch sie hatte keinerlei Ahnung davon. Und sie hatte ihr einen Namen gesagt, doch so sehr sie sich auch anstrengte, er fiel ihr nicht mehr ein… Alles was sie wusste war, dass sich alles darin so vertraut anfühlte, vertrauter als der Ort an welchem sie sich gerade befand.
Sie löste sich aus ihrer Starre und ging die Treppe hinab um zur Küche zu gelangen. Dort angekommen ging sie auf die Arbeitsfläche zu, an welcher die Karaffe stand worin die Milch aufbewahrt wurde, doch anstatt sich darum zu kümmern öffnete sie eine Lade deren Inhalt sie hektisch in der Dunkelheit durchsuchte, bis sie ein scharfes Messer herauszog. Schwer atmend stützte sie sich anschließend an der Holzplatte ab und betrachtete die Metallklinge. Was wenn es ein Fehler war? Vielleicht war sie auch nur zu verwirrt von diesem Albtraum, um die Reaktionen ihres Kindes deuten zu können?… Vielleicht spielte ihr Verstand ihr ja nur einen Streich? Vielleicht…
„Was machst du da so lange, Mama?“ ertönte die Stimme des Mädchens hinter ihr und Miandras gesamter Körper zuckte zusammen, ehe sie sich umdrehte, und das Messer dabei hinter ihrem Rücken versteckte.
Das Kind stand im Türrahmen und sah sie aus großen Augen an und Miandra musterte das Mädchen eindringlich, doch je länger sie es ansah um so sicherer wurde sie sich, dass dies nicht ihr eigen Fleisch und Blut war.
„Mir ist nur aufgefallen, dass wir keinen Honig mehr haben“, versuchte sie ruhig zu erwidern, bevor sie langsam auf das Mädchen zu ging ohne es aus den Augen zu lassen.
„Oh, das ist schade“, sagte das Kind mit einem Hauch an Enttäuschung und drehte sich sogleich um, als es sah, dass Miandra die Küche wieder verlassen wollte, um wieder zur Treppe zu gehen. Miandra zögerte einen Moment, doch dann schnappte sie das Mädchen am Arm und bog diesen unsanft auf dessen Rücken und hielt ihm das Messer an die Kehle. Das Kind schrie schmerzerfüllt auf und begann zu weinen.
„Mama... Was... was tust… du da?“ stotterte es.
„Nenn‘ mich nicht so, ich weiß dass du nicht meine Tochter bist! Genug mit diesen Spielchen!“ presste sie hervor, wobei sich Tränen in ihren Augen gebildet hatten. Es tat ihr weh, das Mädchen welches ihrer Tochter so ähnlich sah, weinen zu sehen und es so behandeln zu müssen.
Das Kind schluchzte einige Zeit in der Hoffnung dass Miandra ihren Griff lockern würde, doch dann drehte es plötzlich den Kopf nach oben und grinste sie mit einem Blick an, der Miandra schaudern ließ.
„Keine Spielchen mehr? Hihihi! Das werden wir noch sehen…“ Das Kind kicherte irre los und seine Augen begannen rot aufzuglühen. Miandra war für einen kurzen Augenblick von dem Anblick erstarrt, doch als sich das Mädchen losreißen wollte schnitt sie ihm reflexartig die Kehle durch und stieß es von sich.
Das Mädchen gab ein Röcheln von sich und taumelte nach vorne, bevor es auf die Knie sackte und auf den Boden kippte. Eine Blutlache breitete sich unter dem Kind aus und saugte sich in den Teppichboden des Flurs.
Miandras Hände begannen zu zittern und ihr entglitt dabei das Messer, welches klirrend am Küchenboden landete. Sie starrte auf das tote Mädchen, doch ehe sich Fragen in ihrem Kopf bilden konnten, schien sich ihre Umgebung aufzulösen als bestünde sie nur aus Staub der vom Wind weggetragen wurde. Erst als jede Wand und jeder Gegenstand verschwunden waren und nur noch eine tiefe Schwärze hinterließen, löste sich auch der Leichnam des Kindes im Nichts auf. Miandra stand noch immer völlig geschockt an derselben Stelle, wusste nicht was gerade passiert war, oder wo sie sich befand, und das einzige, was sie in dieser endlosen Schwärze daran erinnerte überhaupt noch zu existieren, war ihr eigener hektischer Atem.
#2091
Posté 07 août 2011 - 07:39
Noch einmal überprüfte Leanora den Sitz ihrer Frisur und strich über das Kleid, welches sie trug. Es war aus fließendem engen Stoff und lief an den Beinen schräg zu. Rechts endete der Rock in Knielänge, links am Knöchel. Der schwarze Stoff lag beinahe wie eine Zweite Haut auf ihr, und betonte ihre trotz ihres fortgeschrittenen Alters noch immer tadellose schlanke Figur. Lediglich in ihrem Gesicht hatten sich an den Augen ein paar Fältchen gebildet.
Sengaal trat hinter sie und verschloß die Halskette mit funkelnden Lapislazuli-Steinen, die in feinem Gold eingefasst waren. Dabei hauchte er ihr einen Kuss in den Nacken und seine Hände wanderten nach vorne, umgriffen ihren Busen und zwickte sie leicht in die Brustwarzen.
„Du siehst bezaubernd aus, mein Reh-Auge“, flüsterte er ihr zu, und sein Becken drückte sich gegen ihren Hintern. „Am liebsten würde ich Dich jetzt sofort im Stehen nehmen“ fügte er heiser hinzu.
Lea lächelte und schob seine Hände zur Seite. Sie liebte ihn wie am ersten Tag, wobei das nicht so recht stimmte. Sie liebte ihn intensiver, ihre Liebe war gewachsen, ganz so wie sie es sich damals gewünscht hatte.
„Wir müssen los, die ersten Gäste kommen bereits, und unsere Tochter wird nur einmal in ihrem Leben 16“.
Sophia Aliena Lucia war inzwischen zu einer temperamentvollen hübschen jungen Frau herangewachsen, und ähnlich wie in Leas Jugend warben die Jünglinge um die Gunst des Mädchens. Aber da hatte sie den gleichen Sturkopf wie ihre Mutter, Männer interessierten sie nicht. Ihre Liebe galt den Pferden und dem Fecht-Unterricht, mit ihrem Vater focht sie den einen oder anderen Übungskampf, und er lobte sie in den höchsten Tönen.
Als sie im Salon ankamen, strahlte Lea vor Stolz. Ihre Tochter überragte sie um einen halben Kopf, ihr Körper war schlank und sportlich. Und wenn Lea in das Gesicht ihrer Tochter sah, blickten ihr Sengaals grüne Augen entgegen. Er wiederum behauptete, Sophia wäre Leanora wie aus dem Gesicht geschnitten, da diese die Lockenpracht der Mutter geerbt hatte.
Sophia stand neben ihren Eltern und nahm Glückwünsche und Geschenke mit einem bezaubernden und charmanten Lächeln entgegen. Die Gästeschar war bunt gemischt, hochgestellte Persönlichkeiten der Stadt sowie hoher und weniger hoher Adel gratulierte dem Geburtstagskind. Dabei hatten sich die Söhne in Schale geworfen, aber auch die Töchter buhlten um die Gunst der vorhandenen Heiratskandidaten.
Schließlich wurde zum Abendessen gebeten, danach gab es einige Ansprachen, und daraufhin waren Musiker darum bemüht, die Gäste das Tanzbein schwingen zu lassen. Der Eröffnungstanz wurde von Sengaal und Sophia bestritten, erst dann gesellten sich weitere Paare dazu. Perlwein wurde ausgeschenkt, Bedienstete mit Tabletts gingen durch den Saal und boten Knabbereien und Alkohol an. Innerhalb kurzer Zeit war die Stimmung ausgelassen, es wurde getanzt und gelacht. Bis auf einen gemeinsamen Tanz den Lea und Sengaal hatten, kümmerten sie sich um die Gäste, und so kam es, dass Lea anfangs hin und wieder den Schopf ihres Geliebten bei den Tanzenden ausmachte, sie selber von einem Herzog übers Parkett gewirbelt wurde, um dann von einem Oberst abgeklatscht zu werden. Einige Zeit später hatte Lea ihren Ehemann aus den Augen verloren.
Sie lächelte ihrem aktuellen Tanzpartner zu und meinte: „Pardon, aber ich bin nun etwas außer Puste, und würde gern für einen Moment frische Luft schnappen. Wir verschieben den nächsten Tanz ein wenig ja?“
Ihr Tanzpartner verneigte sich vor ihr und schnappte sich eine andere Dame, mit der er in der Menge verschwand.
Leanora atmete auf und betrat die Veranda. Kühle Abendluft schlug ihr entgegen, und anscheinend war sie nicht die einzige, die dem vollen Saal für einige Minuten entfliehen wollte. Grüppchen standen zusammen und lachten, andere spazierten die Wege entlang. Auch Lea beschloß, ein wenig durch den Garten zu schlendern. Sie schlüpfte aus ihren Schuhen und genoss den kalten Rasen an ihren Füssen. Sie ließ ihren Gedanken freien Lauf, dankte Andraste wieder einmal, wie glücklich sie sein durfte. Lea sehnte sich nach ihrem Gemahl, freute sich auf die Nacht wenn die Gäste wieder weg waren, sie mit Sengaal allein sein und sie sich ihren Gefühlen hingeben konnten.
Sie war ein gutes Stück gelaufen, in dieser Ecke des weitläufigen Gartens war keine Menschenseele mehr, aber das war ihr nur recht. Sie setzte sich auf eine Bank und blickte verträumt in den Sternenhimmel. Grillen zirpten, und Leanora genoß die Ruhe und Abgeschiedenheit. Zufrieden lauschte sie den nächtlichen Geräuschen, bis sie nach wenigen Minuten aufstand und einen anderen Weg zurück einschlug, als den, den sie gekommen war. Zu lange konnte sie als Gastgeberin nicht wegbleiben.
Kurz darauf war sie wieder am Haus angelangt, beschloß aber, noch einmal ihr Badezimmer aufzusuchen und die Frisur zu richten. Sie spürte, dass sich einige Strähnen aus den Haarnadeln gelöst hatten. Außerdem wollte sie sich ein wenig frisch machen, kaltes Wasser über die Handgelenke würde wahre Wunder wirken.
Leise ging sie die Stufen hinauf und öffnete die Tür zum Schlafzimmer, um gleich wie angewurzelt stehen zu bleiben. Das Bild, was sich ihr bot, konnte nicht wahr sein. Sie schüttelte den Kopf, kniff ihre Augen zusammen. Sicher handelte es sich um eine Täuschung ihrer Sinne. Aber als sie die Augen wieder vorsichtig öffnete, war sie froh, die Klinke noch in der Hand zu haben, an der sie Halt fand. Blut rauschte in ihren Ohren, ihr Herzschlag verdreifachte sich, und sie schnappte nach Luft. Wie in Zeitlupe nahm sie alles wahr: Ihr Liebster saß mit heruntergelassenen Hosen auf dem Bett, über ihm kniete eine komplett nackte Frau, die Sengaals Glied mit ihrem Mund bearbeitete. Er hatte die Augen geschlossen und knetete mit einer Hand den Busen der Frau, die andere war am Hintern zugange, wo sich seine Finger in beide Öffnungen bohrten und das Weib mittendrin spitze Schreie der Lust ausstieß.
Es waren nur Bruchteile von Sekunden, in denen Lea fassungslos und geschockt da stand. Sie hatte das Gefühl, als hätte jemand ein Messer mitten in ihr Herz gestossen, umgedreht und nochmal zugestochen.
Sie ging einen Schritt in den Raum hinein,das Paar war so beschäftigt, dass die beiden das gar nicht bemerkten. Erst, als sie die Tür hinter sich zuknallte und die Gemälde an der Wand wackelten, schlug er die Augen auf. Er hielt mitten in der Bewegung inne, auch seine Gespielin ließ sofort von ihm ab und grabschte nach einer Decke, um ihre Blösse zu verhüllen.
„Wieso hast Du mir das angetan? Reiche ich Dir nicht mehr? Besorgt sie es dir besser als ich?“ schrie sie ihrem Gatten entgegen, ihre Stimme überschlug sich vor Raserei.
Lea griff nach einer Vase, die an einem Beistelltisch stand und warf nach dem Weib, welches sich jedoch weg duckte. Die Vase zerschellte an der Wand in tausende kleine Scherben. In der nächsten Sekunde hatte Lea Sengaals Schwert genommen, das auf der Kommode lag, und stürzte auf ihre Widersacherin zu.
„Elendige Dreckschlampe!“ schrie sie, bevor sie ausholte und die Waffe mit einem gekonnten Schwung über die Decke streichen ließ. Scharf wie die Klinge war, zerteilte diese nicht nur den seidigen Stoff, sondern hinterließ einen Schnitt über dem Oberkörper von Sengaals Gespielin, die aufschrie und vor Schmerz zu heulen begann.
Neranos sprang auf, vom schlechten Gewissen getrieben und versuchte, seine Frau aufzuhalten. Lea sah ihn mit all ihrer Wut, Enttäuschung und Trauer an, ihr Körper begann zu zittern wie Espenlaub, ihr linker Arm schmerzte protestierend, wieder gab es ihr einen Stich im Brustkasten.
Trotzdem holte sie aus, und Wut führte ihre Hand, als sie ihm einen tiefen Schnitt am Oberarm verpaßte. Sie vollführte gleich danach eine halbe Drehung und die Klinge traf mit voller Wucht auf den Hals. Blut schoß pulsierend aus der Wunde und traf sie. Das brachte sie zur Besinnung, Lea ließ die Waffe fallen und lief auf Sengaal zu, welcher bei dem Hieb zu Boden gegangen war und seine Hand auf den Hals preßte.
„Bei Andraste, was hab ich getan?“ jammerte Lea, kniete sich hin und borgte Sengaals Kopf in ihren Händen. Ihr Gemahl blickte sie an, sein Mund versuchte Worte zu formen, aber noch bevor ein Ton seine Lippen verließ, fiel sein Kopf zur Seite und das Leben ihres Geliebten war erloschen. Lea schluchzte auf und küßte die toten Augen ihres Mannes, bevor sie in Ohnmacht fiel und nichts als alles vergessende Schwärze um sie herum war.
Sengaal trat hinter sie und verschloß die Halskette mit funkelnden Lapislazuli-Steinen, die in feinem Gold eingefasst waren. Dabei hauchte er ihr einen Kuss in den Nacken und seine Hände wanderten nach vorne, umgriffen ihren Busen und zwickte sie leicht in die Brustwarzen.
„Du siehst bezaubernd aus, mein Reh-Auge“, flüsterte er ihr zu, und sein Becken drückte sich gegen ihren Hintern. „Am liebsten würde ich Dich jetzt sofort im Stehen nehmen“ fügte er heiser hinzu.
Lea lächelte und schob seine Hände zur Seite. Sie liebte ihn wie am ersten Tag, wobei das nicht so recht stimmte. Sie liebte ihn intensiver, ihre Liebe war gewachsen, ganz so wie sie es sich damals gewünscht hatte.
„Wir müssen los, die ersten Gäste kommen bereits, und unsere Tochter wird nur einmal in ihrem Leben 16“.
Sophia Aliena Lucia war inzwischen zu einer temperamentvollen hübschen jungen Frau herangewachsen, und ähnlich wie in Leas Jugend warben die Jünglinge um die Gunst des Mädchens. Aber da hatte sie den gleichen Sturkopf wie ihre Mutter, Männer interessierten sie nicht. Ihre Liebe galt den Pferden und dem Fecht-Unterricht, mit ihrem Vater focht sie den einen oder anderen Übungskampf, und er lobte sie in den höchsten Tönen.
Als sie im Salon ankamen, strahlte Lea vor Stolz. Ihre Tochter überragte sie um einen halben Kopf, ihr Körper war schlank und sportlich. Und wenn Lea in das Gesicht ihrer Tochter sah, blickten ihr Sengaals grüne Augen entgegen. Er wiederum behauptete, Sophia wäre Leanora wie aus dem Gesicht geschnitten, da diese die Lockenpracht der Mutter geerbt hatte.
Sophia stand neben ihren Eltern und nahm Glückwünsche und Geschenke mit einem bezaubernden und charmanten Lächeln entgegen. Die Gästeschar war bunt gemischt, hochgestellte Persönlichkeiten der Stadt sowie hoher und weniger hoher Adel gratulierte dem Geburtstagskind. Dabei hatten sich die Söhne in Schale geworfen, aber auch die Töchter buhlten um die Gunst der vorhandenen Heiratskandidaten.
Schließlich wurde zum Abendessen gebeten, danach gab es einige Ansprachen, und daraufhin waren Musiker darum bemüht, die Gäste das Tanzbein schwingen zu lassen. Der Eröffnungstanz wurde von Sengaal und Sophia bestritten, erst dann gesellten sich weitere Paare dazu. Perlwein wurde ausgeschenkt, Bedienstete mit Tabletts gingen durch den Saal und boten Knabbereien und Alkohol an. Innerhalb kurzer Zeit war die Stimmung ausgelassen, es wurde getanzt und gelacht. Bis auf einen gemeinsamen Tanz den Lea und Sengaal hatten, kümmerten sie sich um die Gäste, und so kam es, dass Lea anfangs hin und wieder den Schopf ihres Geliebten bei den Tanzenden ausmachte, sie selber von einem Herzog übers Parkett gewirbelt wurde, um dann von einem Oberst abgeklatscht zu werden. Einige Zeit später hatte Lea ihren Ehemann aus den Augen verloren.
Sie lächelte ihrem aktuellen Tanzpartner zu und meinte: „Pardon, aber ich bin nun etwas außer Puste, und würde gern für einen Moment frische Luft schnappen. Wir verschieben den nächsten Tanz ein wenig ja?“
Ihr Tanzpartner verneigte sich vor ihr und schnappte sich eine andere Dame, mit der er in der Menge verschwand.
Leanora atmete auf und betrat die Veranda. Kühle Abendluft schlug ihr entgegen, und anscheinend war sie nicht die einzige, die dem vollen Saal für einige Minuten entfliehen wollte. Grüppchen standen zusammen und lachten, andere spazierten die Wege entlang. Auch Lea beschloß, ein wenig durch den Garten zu schlendern. Sie schlüpfte aus ihren Schuhen und genoss den kalten Rasen an ihren Füssen. Sie ließ ihren Gedanken freien Lauf, dankte Andraste wieder einmal, wie glücklich sie sein durfte. Lea sehnte sich nach ihrem Gemahl, freute sich auf die Nacht wenn die Gäste wieder weg waren, sie mit Sengaal allein sein und sie sich ihren Gefühlen hingeben konnten.
Sie war ein gutes Stück gelaufen, in dieser Ecke des weitläufigen Gartens war keine Menschenseele mehr, aber das war ihr nur recht. Sie setzte sich auf eine Bank und blickte verträumt in den Sternenhimmel. Grillen zirpten, und Leanora genoß die Ruhe und Abgeschiedenheit. Zufrieden lauschte sie den nächtlichen Geräuschen, bis sie nach wenigen Minuten aufstand und einen anderen Weg zurück einschlug, als den, den sie gekommen war. Zu lange konnte sie als Gastgeberin nicht wegbleiben.
Kurz darauf war sie wieder am Haus angelangt, beschloß aber, noch einmal ihr Badezimmer aufzusuchen und die Frisur zu richten. Sie spürte, dass sich einige Strähnen aus den Haarnadeln gelöst hatten. Außerdem wollte sie sich ein wenig frisch machen, kaltes Wasser über die Handgelenke würde wahre Wunder wirken.
Leise ging sie die Stufen hinauf und öffnete die Tür zum Schlafzimmer, um gleich wie angewurzelt stehen zu bleiben. Das Bild, was sich ihr bot, konnte nicht wahr sein. Sie schüttelte den Kopf, kniff ihre Augen zusammen. Sicher handelte es sich um eine Täuschung ihrer Sinne. Aber als sie die Augen wieder vorsichtig öffnete, war sie froh, die Klinke noch in der Hand zu haben, an der sie Halt fand. Blut rauschte in ihren Ohren, ihr Herzschlag verdreifachte sich, und sie schnappte nach Luft. Wie in Zeitlupe nahm sie alles wahr: Ihr Liebster saß mit heruntergelassenen Hosen auf dem Bett, über ihm kniete eine komplett nackte Frau, die Sengaals Glied mit ihrem Mund bearbeitete. Er hatte die Augen geschlossen und knetete mit einer Hand den Busen der Frau, die andere war am Hintern zugange, wo sich seine Finger in beide Öffnungen bohrten und das Weib mittendrin spitze Schreie der Lust ausstieß.
Es waren nur Bruchteile von Sekunden, in denen Lea fassungslos und geschockt da stand. Sie hatte das Gefühl, als hätte jemand ein Messer mitten in ihr Herz gestossen, umgedreht und nochmal zugestochen.
Sie ging einen Schritt in den Raum hinein,das Paar war so beschäftigt, dass die beiden das gar nicht bemerkten. Erst, als sie die Tür hinter sich zuknallte und die Gemälde an der Wand wackelten, schlug er die Augen auf. Er hielt mitten in der Bewegung inne, auch seine Gespielin ließ sofort von ihm ab und grabschte nach einer Decke, um ihre Blösse zu verhüllen.
„Wieso hast Du mir das angetan? Reiche ich Dir nicht mehr? Besorgt sie es dir besser als ich?“ schrie sie ihrem Gatten entgegen, ihre Stimme überschlug sich vor Raserei.
Lea griff nach einer Vase, die an einem Beistelltisch stand und warf nach dem Weib, welches sich jedoch weg duckte. Die Vase zerschellte an der Wand in tausende kleine Scherben. In der nächsten Sekunde hatte Lea Sengaals Schwert genommen, das auf der Kommode lag, und stürzte auf ihre Widersacherin zu.
„Elendige Dreckschlampe!“ schrie sie, bevor sie ausholte und die Waffe mit einem gekonnten Schwung über die Decke streichen ließ. Scharf wie die Klinge war, zerteilte diese nicht nur den seidigen Stoff, sondern hinterließ einen Schnitt über dem Oberkörper von Sengaals Gespielin, die aufschrie und vor Schmerz zu heulen begann.
Neranos sprang auf, vom schlechten Gewissen getrieben und versuchte, seine Frau aufzuhalten. Lea sah ihn mit all ihrer Wut, Enttäuschung und Trauer an, ihr Körper begann zu zittern wie Espenlaub, ihr linker Arm schmerzte protestierend, wieder gab es ihr einen Stich im Brustkasten.
Trotzdem holte sie aus, und Wut führte ihre Hand, als sie ihm einen tiefen Schnitt am Oberarm verpaßte. Sie vollführte gleich danach eine halbe Drehung und die Klinge traf mit voller Wucht auf den Hals. Blut schoß pulsierend aus der Wunde und traf sie. Das brachte sie zur Besinnung, Lea ließ die Waffe fallen und lief auf Sengaal zu, welcher bei dem Hieb zu Boden gegangen war und seine Hand auf den Hals preßte.
„Bei Andraste, was hab ich getan?“ jammerte Lea, kniete sich hin und borgte Sengaals Kopf in ihren Händen. Ihr Gemahl blickte sie an, sein Mund versuchte Worte zu formen, aber noch bevor ein Ton seine Lippen verließ, fiel sein Kopf zur Seite und das Leben ihres Geliebten war erloschen. Lea schluchzte auf und küßte die toten Augen ihres Mannes, bevor sie in Ohnmacht fiel und nichts als alles vergessende Schwärze um sie herum war.
#2092
Posté 07 août 2011 - 08:09
Dem Orlaisianer wurde es nun zu bunt. Diese beiden jungen Frauen setzten ihm ganz schön zu. Das hatte er nicht erwartet. Doch war er mit seinen Tricks noch lange nicht am Ende. Als sich ihm Lydia ein weiteres Mal näherte, grinste er sie dämlich an, denn ihm kam eine interessante Idee.
Ihre nächsten Angriff parierte er sowohl mit seinem Schwert wie auch mit seinem Dolch. Die drei Waffen klirrten aufeinander und kamen kurz vor seinem Gesicht zum Stillstand. Er verzog angestrengt die Miene, als er all seine Kraft zusammen nahm und das Mädchen mit einem wuchtigen Ruck zurückstieß. Lydia konnte dem nichts entgegen setzen. So torkelte sie zurück, bevor sie gegen einen der Stützpfeiler prallte, der sich hinter ihr befand. Der Orlaisianer reagierte sofort, kreiselte auf der Stelle herum und schleuderte dem Mädchen seinen Dolch entgegen.
Die kleine Waffe flirrte durch die Luft, wobei sie sich mehrmals überschlug, bevor sie schließlich ihr Ziel fand. Der Dolch durchbohrte den Wollmantel des Mädchens. Er durchschlug das Kleidungsstück an dem Ende, welches sich Lydia um den Hals geknotet hatte und nagelte dieses an den Holzpfeiler fest.
Panisch versuchte Lydia sich davon zu befreien, doch der Dolch steckte zu tief und verhinderte außerdem, dass sie den Knoten einfach lösen konnte. Mit vor Entsetzen aufgerissenen Augen starrte sie ihrem Gegner entgegen, welcher hämisch zu lachen anfing.
„Lauf ja nicht weg!“ spottete er, bevor er sich auf die schwer verletzte Sha’ira stürzte. Mit schnellen Angriffen trieb er diese vor sich her, wobei er sich ständig um seine eigene Achse drehte und die Kriegerin mit seinen geschickten Attacken in die Defensive drängte. Diese hatte Mühe, diesen flinken Hieben auszuweichen oder diese zu parieren.
„Stirb, du Schlampe!“ brüllte er schließlich während er nach einem gewagten Satz nach vorne mit der Handkante vor den Stiel von Sha’iras Waffe schlug, um diese aus dem Weg zu befördern, was ihm auch tatsächlich gelang. Danach vollführte er eine weitere Drehung, nach der er sein Schwert auf die deckungslose Kriegerin niedersausen ließ.
Die scharfe Klinge zerteilte zischend die Luft, bevor sie gegen gehärtetes Holz schlug, welches just in diesem Moment vor Sha’iras Kopf aufgetaucht war und die Waffe nur wenige Zentimeter vor eben diesem zum Stillstand brachte. Erschrocken und auch wütend wandte der Orlaisianer ruckartig den Kopf und blickte in Nerias kalte Augen. Sie hatte ihren Zauberstab dazu benutzt, um den tödlichen Schlag des Mannes abzublocken.
„Nicht so voreilig, Freundchen!“ zischte die Magierin böse, bevor sie mit dem anderen Ende des Zauberstabes, welchen sie mit beiden Händen umklammert hielt, zuschlug. Sie traf den Orlaisianer im Gesicht, woraufhin dieser erstickt aufstöhnte und zurücktaumelte. Für einen Moment hielt er sich die rechte Schläfe, welche durch den Treffer aufgeplatzt war und nun wie verrückt blutete. Der rote Lebenssaft lief ihm über die Gesichtshälfte, was seine Sicht behinderte und zudem verdammt zornig machte.
Schreiend stürmte er mit erhobenem Schwert auf Neria zu, um dieser den Kopf abzuschlagen, doch diese hatte bereits ihren Zauberstab herumgerissen und richtete diesen nun gegen ihren neuen Feind. Ein kurzer Augenblick der Konzentration und schon zischte ein weißer Strahl aus dessen Kopfende, direkt auf den Orlaisianer zu. Dieser wurde von einem eiskalten Hauch überzogen, welcher sich wie eine zweite Haut über seinen Körper legte. Der Kältestrahl fror ihn nicht wirklich ein, doch seine Bewegungen wurden stark verlangsamt, so dass es nun eine leichtes war, diesem Mann auszuweichen.
„So, Mädels!“ grinste Neria gehässig. „Er gehört euch! Schnappt ihn euch und macht diesen Bastard fertig!“
Ihre nächsten Angriff parierte er sowohl mit seinem Schwert wie auch mit seinem Dolch. Die drei Waffen klirrten aufeinander und kamen kurz vor seinem Gesicht zum Stillstand. Er verzog angestrengt die Miene, als er all seine Kraft zusammen nahm und das Mädchen mit einem wuchtigen Ruck zurückstieß. Lydia konnte dem nichts entgegen setzen. So torkelte sie zurück, bevor sie gegen einen der Stützpfeiler prallte, der sich hinter ihr befand. Der Orlaisianer reagierte sofort, kreiselte auf der Stelle herum und schleuderte dem Mädchen seinen Dolch entgegen.
Die kleine Waffe flirrte durch die Luft, wobei sie sich mehrmals überschlug, bevor sie schließlich ihr Ziel fand. Der Dolch durchbohrte den Wollmantel des Mädchens. Er durchschlug das Kleidungsstück an dem Ende, welches sich Lydia um den Hals geknotet hatte und nagelte dieses an den Holzpfeiler fest.
Panisch versuchte Lydia sich davon zu befreien, doch der Dolch steckte zu tief und verhinderte außerdem, dass sie den Knoten einfach lösen konnte. Mit vor Entsetzen aufgerissenen Augen starrte sie ihrem Gegner entgegen, welcher hämisch zu lachen anfing.
„Lauf ja nicht weg!“ spottete er, bevor er sich auf die schwer verletzte Sha’ira stürzte. Mit schnellen Angriffen trieb er diese vor sich her, wobei er sich ständig um seine eigene Achse drehte und die Kriegerin mit seinen geschickten Attacken in die Defensive drängte. Diese hatte Mühe, diesen flinken Hieben auszuweichen oder diese zu parieren.
„Stirb, du Schlampe!“ brüllte er schließlich während er nach einem gewagten Satz nach vorne mit der Handkante vor den Stiel von Sha’iras Waffe schlug, um diese aus dem Weg zu befördern, was ihm auch tatsächlich gelang. Danach vollführte er eine weitere Drehung, nach der er sein Schwert auf die deckungslose Kriegerin niedersausen ließ.
Die scharfe Klinge zerteilte zischend die Luft, bevor sie gegen gehärtetes Holz schlug, welches just in diesem Moment vor Sha’iras Kopf aufgetaucht war und die Waffe nur wenige Zentimeter vor eben diesem zum Stillstand brachte. Erschrocken und auch wütend wandte der Orlaisianer ruckartig den Kopf und blickte in Nerias kalte Augen. Sie hatte ihren Zauberstab dazu benutzt, um den tödlichen Schlag des Mannes abzublocken.
„Nicht so voreilig, Freundchen!“ zischte die Magierin böse, bevor sie mit dem anderen Ende des Zauberstabes, welchen sie mit beiden Händen umklammert hielt, zuschlug. Sie traf den Orlaisianer im Gesicht, woraufhin dieser erstickt aufstöhnte und zurücktaumelte. Für einen Moment hielt er sich die rechte Schläfe, welche durch den Treffer aufgeplatzt war und nun wie verrückt blutete. Der rote Lebenssaft lief ihm über die Gesichtshälfte, was seine Sicht behinderte und zudem verdammt zornig machte.
Schreiend stürmte er mit erhobenem Schwert auf Neria zu, um dieser den Kopf abzuschlagen, doch diese hatte bereits ihren Zauberstab herumgerissen und richtete diesen nun gegen ihren neuen Feind. Ein kurzer Augenblick der Konzentration und schon zischte ein weißer Strahl aus dessen Kopfende, direkt auf den Orlaisianer zu. Dieser wurde von einem eiskalten Hauch überzogen, welcher sich wie eine zweite Haut über seinen Körper legte. Der Kältestrahl fror ihn nicht wirklich ein, doch seine Bewegungen wurden stark verlangsamt, so dass es nun eine leichtes war, diesem Mann auszuweichen.
„So, Mädels!“ grinste Neria gehässig. „Er gehört euch! Schnappt ihn euch und macht diesen Bastard fertig!“
Modifié par Aliens Crew, 07 août 2011 - 08:26 .
#2093
Posté 08 août 2011 - 01:20
Lydia kämpfte noch mit ihrem Umhang , als der Orlaisianer Sha´ira angriff . Sie konnte nichts tun , außer zusehen , und sich mit dem Dolch des Orlaisianers abzumühen , welcher sich tief ins Holz gebohrt hatte , und ihren Umhang festhielt . Sie zog am Griff des Messers und Stück für Stück arebeitete es sich aus dem Holz herraus , bis sie es mit dem letzten kräftigen Ruck in den Fingern hatte .
Neria hatte sich derweil des Orlaisianers angenommen und ihm mit Magie und ihrem Stab zugesetzt . So wie er aussah , hatte sie ihn tiefgefrieren wollen , was ihr aber nicht ganz gelang . Er bewegte sich langsam , als hätte man ihn in Pudding eingegossen , dachte Lydia und musste bei dem Gedanken lachen . Schnell griff sie nach ihrem Schwert und schloss zum Orlaisianer auf .
Seine Schläge waren langsam und fast schon ungerichtet . Lydia wich ihnen ohne Probleme aus und triebs ich einen Spaß damit ihn ins Lehre schlagen zu lassen . Aber irgendwann wurde es ihr zu bunt und sie griff an .
Er hatte keine echte Chance . Seine Bewegungen waren viel zu langsam um ihren Angriffen auch nur ansatzweise Einhalt zu gebieten . Mit einem kräftigen Aufwärtshieb schlug sie ihm das Schwert aus der Hand . Klirrend landete es irgendwo im flackernden Halbdunkel hinter ihm . Mit dem nächsten Hieb schlitzte sie ihm das Kettenhemd auf . Klingelnd sprangen die Ringe auf dem Boden herum .
" Na ? Wirds dir langsam ... kalt ums Herz ... ? " spottete Lydia und sprang zwei Schritte zurück .
" Hast dir die falschen ausgesucht . Es hat sich ausgefickt mein Freund ! "
Neria hatte sich derweil des Orlaisianers angenommen und ihm mit Magie und ihrem Stab zugesetzt . So wie er aussah , hatte sie ihn tiefgefrieren wollen , was ihr aber nicht ganz gelang . Er bewegte sich langsam , als hätte man ihn in Pudding eingegossen , dachte Lydia und musste bei dem Gedanken lachen . Schnell griff sie nach ihrem Schwert und schloss zum Orlaisianer auf .
Seine Schläge waren langsam und fast schon ungerichtet . Lydia wich ihnen ohne Probleme aus und triebs ich einen Spaß damit ihn ins Lehre schlagen zu lassen . Aber irgendwann wurde es ihr zu bunt und sie griff an .
Er hatte keine echte Chance . Seine Bewegungen waren viel zu langsam um ihren Angriffen auch nur ansatzweise Einhalt zu gebieten . Mit einem kräftigen Aufwärtshieb schlug sie ihm das Schwert aus der Hand . Klirrend landete es irgendwo im flackernden Halbdunkel hinter ihm . Mit dem nächsten Hieb schlitzte sie ihm das Kettenhemd auf . Klingelnd sprangen die Ringe auf dem Boden herum .
" Na ? Wirds dir langsam ... kalt ums Herz ... ? " spottete Lydia und sprang zwei Schritte zurück .
" Hast dir die falschen ausgesucht . Es hat sich ausgefickt mein Freund ! "
#2094
Posté 09 août 2011 - 09:22
Miandra ging durch die endlos erscheinende Schwärze. Sie wusste nicht wohin sie gehen sollte, doch sie hielt es für sinnvoller als an Ort und Stelle stehen zu bleiben. Aber wahrscheinlich war es ohnehin egal ob sie nun weiterging oder stehen blieb. Jeder Ort und jede Stelle sahen genau gleich aus. Alles war schwarz. Der Boden, der Himmel. Gab es überhaupt einen Boden und Himmel? Sie hörte keine Schritte, spürte nichts unter ihren Füßen. Bewegte sie sich überhaupt weiter? Ging sie im Kreis? Vielleicht stand sie sogar auf dem Kopf? Sie wusste es nicht, und es machte sie allmählich verrückt.
So setzte sich auf den „Boden“ und versuchte darüber nachzudenken, wieso sie denn überhaupt hier war, doch ihr fielen nur noch wenige Bruchstücke ein. Alles schien verschwommen und ewig weit entfernt zu sein. Vielleicht war es das sogar, denn sie wusste nicht einmal wie lange sie schon hier war. Waren es nur Stunden? Oder vielleicht sogar schon Jahre? Sie konnte es nicht sagen.
Sie stand wieder auf und ging weiter, es war einfach nicht möglich hier einen klaren Gedanken zu fassen. So ging sie immer weiter durch die Schwärze, wunderte sich auch nicht darüber, dass sie nicht müde wurde, doch irgendetwas sagte ihr sie müsse weitergehen.
„Sieh sie dir nur an, kein Wort und keine Tränen!“ ertönte eine flüsternde Frauenstimme plötzlich und Miandra blieb stehen, doch sie konnte nicht sagen aus welcher Richtung sie stammte.
„Trotzdem sieht sie ziemlich mitgenommen aus wenn du mich fragst…“, erwiderte eine zweifelnde Männerstimme.
„Ja, frage mich wie viel von dem stimmt was so erzählt wird.“
„Du glaubst doch nicht echt, dass sich der gute Brydar an seiner Tochter vergeht?“ fragte die Männerstimme schockiert.
„Ich weiß nicht was ich glauben soll, ich weiß nur, dass er schon immer recht streng mit ihr war. Aber warum sollte ein Kind so etwas erfinden?“
„Keine Ahnung was in dem Kopf eines kleinen blauäugigen Teufels vor sich geht. Wer weiß, vielleicht will sie uns ja alle tot sehen! Und ihr Bruder war ihr erstes Opfer!“
„Du glaubst doch nicht ernsthaft diesen Schwachsinn?“
„Schtscht! Sei leise sie kommen auf uns zu.“
Plötzlich konnte Miandra etwas erkennen. Unweit von ihr entfernt standen die zwei Personen denen die Stimmen gehörten… sie kamen ihr sogar irgendwie bekannt vor… doch das zählte im Moment nicht, sie war einfach nur froh wieder etwas anderes sehen zu können. So lief sie weiter in deren Richtung und wollte gerade etwas rufen, als zwei weitere Gestalten aus der Finsternis traten und sie augenblicklich inne hielt.
„Eine wunderschöne Trauerfeier. Noch einmal mein tiefes Beileid, Salmira“, sagte die Frau ehrlich zu den neu hinzu gekommenen und legte der Dunkelhaarigen die ihr gegenüberstand tröstend eine Hand auf die Schulter.
„Ich danke dir Mareila…“ schluchzte die Angesprochene, bevor sie sich einfach abwandte und alleine einen Weg folgte, der unter ihren Füßen zu entstehen schien. Generell erkannte Miandra nun mehr Farben als noch gerade eben.
„Nehmt es ihr nicht übel, sie braucht noch etwas Zeit… Ihr kommt doch auch zum Leidmahl in die Taverne meiner Schwester?“ fragte der braunhaarige Mann mit einer sehr gebrochenen Stimme.
„Auch wenn ich eigentlich nie gedacht hätte, dass ich jemals so etwas veranstalten muss…“
„Oh, natürlich kommen wir Brydar!“ erwiderte Mareila hastig und auch der Mann mit dem sie vorhin getuschelt hatte, nickte hastig mit dem Kopf.
„Gut, dann lasst uns aufbrechen, ich habe diesen Ort für heute lange genug gesehen…“ erwiderte der Mann noch und wandte sich bereits zum Gehen ab, als der Blick von der Frau an einen anderen Ort wanderte.
„Was ist mit ihr? Wollt ihr sie da einfach so stehen lassen?“ fragte sie schließlich und deutete in eine andere Richtung. Miandra folgte dem Blick der Frau ebenfalls und ihr Atem stockte einen Moment, als sie nur ein kleines Stück weiter entfernt eine grüne Wiese sehen konnte. Viele Grabsteine und Holzkreuze waren in den Boden geschlagen und bunte Blumen zu Kränzen geformt zierten viele der Gräber. Nur an einem war der Boden frisch aufgeschüttet und direkt daneben sah sie ein Mädchen stehen, welches den Blick gesenkt hatte und einfach ins Nichts zu starren schien.
„Die wird schon wissen, wie sie nach Hause findet“, erwiderte der Mann herablassend und eine Spur von Zorn schwang in seiner Stimme mit, bevor ihm der andere Mann auf die Schulter klopfte und sie beide in die Richtung verschwanden, wie zuvor die schwarzhaarige Frau.
Mareila blickte noch einen kurzen Moment in die Richtung des Mädchens, bevor auch sie sich abwandte und den beiden folgte, bis sie alle drei in von der schwarzen Masse verschluckt wurden.
Miandra blieb einen Moment stehen und blickte zu den Gräbern hinüber, bevor sie sich langsam in Bewegung setzte. Nach wenigen Schritten spürte sie das Gras unter ihren Füßen nachgeben, doch die Farben schienen blass und trostlos. Schließlich hockte sie sich neben dem Mädchen auf den Boden und seufzte leicht, wobei sie kurz die Augen schloss. Anschließend blickte sie zur Seite und musterte ihr jüngeres Ich. Ein eigenartiges Gefühl durchfuhr dabei ihr Herz und am liebsten hätte sie das Mädchen einfach nur in den Arm genommen und getröstet, da sie doch genau wusste, wie alleine sie sich in diesem Moment gefühlt hatte als sie vor dem Grab stand und alle anderen verschwunden waren.
„Ich wünschte ich könnte dir sagen, dass die Schmerzen vorbeigehen werden, aber das wird nicht passieren…“ flüsterte Miandra leise, aber sie wusste genau, dass das Mädchen das nicht hören würde, was wahrscheinlich auch besser so war. Doch es gab keine tröstenden Worte, die sie an sich selbst richten könnte und sie wusste auch, dass sie selbst keine Worte gebraucht hätte. Worte konnten noch nie irgendetwas am Geschehenen ändern.
„Du solltest aufhören in der Vergangenheit das zu suchen, wonach du dich sehnst. Du weißt doch genau, dass man vergangene Dinge nicht ändern kann“ ertönte plötzlich eine junge Männerstimme hinter ihr und sie fuhr zusammen. Doch das Mädchen neben ihr schien die Stimme nicht gehört zu haben, sondern blieb einfach wie bisher stehen.
Schnell drehte sie sich um und sah einen jüngeren Mann nur drei Schritte von sich entfernt stehen. Sie kannte ihn nicht, doch er erinnerte sie an jemanden… Sie kniff die Augen zusammen und musterte ihn weiter… er hatte braune Haare und ebenso braune Augen und…
Sie riss die Augen wieder schockiert auf und ihr Herzschlag setzte für einen Moment aus.
„Farren, bist... bist das du?“ brachte sie schließlich völlig verwirrt hervor.
„Nein“, lächelte ihr der junge Mann entgegen, wodurch sie ihn nur noch verwirrter ansah, bevor er sich dem Grab weiter näherte und es mit ruhigen Blicken musterte. „Farren ist tot, das weißt du doch, schon sehr lange. Ich bin nur der wenige Rest der von ihm übrig geblieben ist.“
Er bleib wieder stehen und blicke erneut zu Miandra. „Erinnerungen und Vorstellungen deines Gedächtnisses. Ich bin nur ein Abbild von all dem. Eine Gestalt deiner Phantasie.“
Miandra starrte ihn noch immer etwas verwirrt an und es dauerte einen Moment bis sie das Gesagte wirklich realisiert hatte. „Ich… ich verstehe…“ sagte sie dann resigniert und hielt kurz inne. „Aber wieso bin ich hier?“
„Wieso? Diese Frage kannst nur du dir beantworten. Ich weiß nur, dass du schon sehr lange hier bist. Du solltest endlich aufhören damit immer dir selbst die Schuld an allem zu geben.“
Er setzte sich neben sie auf den kahlen Boden und deutete auf das Mädchen. „Sieh dich nur mal selbst an. Es hat sich nicht sehr viel geändert seit diesem Tag. Möchtest du denn so aussehen?“
Miandra blickte zu ihrem jüngeren Ich, welches noch immer ohne Regungen da stand und auf das Grab starrte. Der Blick des Mädchens war so leer als hätte man ihm jegliches Leben ausgesaugt. Miandra wandte den Blick wieder ab und musste schlucken. „Nein… aber es ist so viel Schlimmes passiert seit diesem Tag… es war ab da nie wieder so wie vorher…“
„Und was war davor besser? Vater hat dich geschlagen und vergewaltigt, und Mutter war auch keine Hilfe. Wieso schaffst du es daran etwas Positives zu sehen, aber danach nicht mehr?“
„Weil…“, sie stockte kurz. „Weil ich nicht alleine war… es gab niemanden mehr zu dem ich aufblicken konnte... nur noch Leute die auf mich herabblicken. Niemand war da dem ich vertrauen konnte oder der sich ernsthaft für mich interessiert hat. Ich musste alles alleine hinnehmen und über mich ergehen lassen.“
„Du bist jetzt auch nicht alleine, das weißt du doch, oder? “
„Ich... ich weiß es nicht… aber das ist nicht wichtig, ich habe mich daran gewöhnt. Es… es ist gut so, denn ich will nie wieder alleine an einem Grab stehen…“ erwiderte sie mit zittriger Stimme und wischte sich Tränen aus den Augen.
„Und dennoch bist du hier“, er lächelte ihr entgegen als sie ihn verwundert aus glasigen Augen ansah. Er hatte recht. Sie war hier, an dem Ort zu einem Moment den sie nie wieder ertragen wollte.
„Glaubst du denn er hätte gewollt, dass du dein Leben lang an dieser Stelle festsitzt?“ fuhr der junge Mann nach einer kurzen Pause fort. „Du kannst nicht beeinflussen was du nicht voraussehen kannst. Aber du kannst jeden Tag davor genießen, niemand würde es dir übel nehmen. Warum zehrst du an Dingen die schon lange vergessen sein sollten und die es nie wieder geben wird, anstatt neue schöne Momente zu erleben? Nur aus Angst, dass diese Momente vorbeigehen werden? Ja, das werden sie, alles geht irgendwann vorbei, manches früher, anderes eben später, das kann niemand beeinflussen, aber wir können beeinflussen wie das Hier und Jetzt aussieht.“
Miandra starrte auf das Grab vor sich, doch ihr fiel keine Antwort ein. Es gab kein Aber zu diesen Worten…
„Gut, ich denke du hast es verstanden“, sage er lächelnd nach einer Weile, die sie schweigend an dem Grab saßen, bevor er wieder aufstand. „Ich denke es wird Zeit.“
Miandra starrte ihn an bevor sie ebenfalls schnell auf die Beine hüpfte. „Du willst gehen?“
Er lächelte ihr abermals entgegen und legte ihr eine Hand auf die Schulter. „Nein, aber du musst gehen“
„Werden wir uns irgendwann wiedersehen?“ fragte sie noch und blickte ihn mit einem Hauch an Hoffnung an.
Er schüttelte den Kopf. „Nein, wir werden uns nicht wieder sehen“, sagte er in einem sanften Ton.
Miandra senkte den Kopf und nickte schwach. „Aber wohin muss ich gehen?“ fragte sie noch leise.
Er legte ihr seine freie Hand ans Kinn und hob ihren Kopf wieder an, damit er ihr in die Augen sehen konnte, wobei er ihr so nahe war, dass sie deutlich seinem Atem auf ihrem Gesicht spüren konnte und sie nicht glauben konnte, dass all das hier nur ihrer eigenen Phantasie entsprang.
„Immer nach vorne und nicht zurück“, erwiderte er leise und sein Lächeln war schwach und wehmütig, bevor er sich von ihr löste und auf die Dunkelheit zuging.
Miandra starrte ihm nach und spürte, dass ihr Puls zu rasen begonnen hatte und sich weitere Tränen in ihren Augen gebildet hatten. „Warte!“ schrie sie ihm nach, doch er wandte sich nicht um sondern wurde bereits von der schwarzen Masse verschluckt. Kaum hatte sie das Wort gerufen lief sie ihm hinterher und nach wenigen schnellen Schritten hatte sie ihn erreicht und wollte nach seiner Hand greifen, doch diese löste sich vor ihren Augen in der Finsternis auf. Völlig außer Atem blieb sie an Ort und Stelle stehen, in der Hoffnung dass er wieder kommen würde.
Nachdem sich ihre Atmung wieder normalisiert hatte machte sie jedoch mit gesenktem Kopf wieder kehrt und ging zu dem Grab zurück. Schnell wischte sie sich die letzten Tränenreste von den Wangen während sie auf die frisch aufgeschüttete Erde starrte. Er würde nicht mehr wieder kommen, nie mehr.
Sie blieb neben ihrem jüngeren Ich stehen und ließ einige Momente seine Worte in ihrem Kopf kreisen, bevor sie die Hand des Mädchens ergriff und fest drückte.
Das Kind blickte plötzlich zur Seite und starrte sie aus traurigen blauen Augen an.
„Komm, lass uns nach Hause gehen. Ich denke es wird Zeit“, sagte sie behutsam mit einem schwachen Lächeln, bevor sie sich in Bewegung setzte und das Mädchen sich einfach mitziehen ließ. Und so ließ sie den einzigen farbigen Ort den es hier gab hinter sich, und steuerte zusammen mit ihrem jüngeren Ich, ohne sich noch einmal umzudrehen, auf die schwarze Masse zu.
So setzte sich auf den „Boden“ und versuchte darüber nachzudenken, wieso sie denn überhaupt hier war, doch ihr fielen nur noch wenige Bruchstücke ein. Alles schien verschwommen und ewig weit entfernt zu sein. Vielleicht war es das sogar, denn sie wusste nicht einmal wie lange sie schon hier war. Waren es nur Stunden? Oder vielleicht sogar schon Jahre? Sie konnte es nicht sagen.
Sie stand wieder auf und ging weiter, es war einfach nicht möglich hier einen klaren Gedanken zu fassen. So ging sie immer weiter durch die Schwärze, wunderte sich auch nicht darüber, dass sie nicht müde wurde, doch irgendetwas sagte ihr sie müsse weitergehen.
„Sieh sie dir nur an, kein Wort und keine Tränen!“ ertönte eine flüsternde Frauenstimme plötzlich und Miandra blieb stehen, doch sie konnte nicht sagen aus welcher Richtung sie stammte.
„Trotzdem sieht sie ziemlich mitgenommen aus wenn du mich fragst…“, erwiderte eine zweifelnde Männerstimme.
„Ja, frage mich wie viel von dem stimmt was so erzählt wird.“
„Du glaubst doch nicht echt, dass sich der gute Brydar an seiner Tochter vergeht?“ fragte die Männerstimme schockiert.
„Ich weiß nicht was ich glauben soll, ich weiß nur, dass er schon immer recht streng mit ihr war. Aber warum sollte ein Kind so etwas erfinden?“
„Keine Ahnung was in dem Kopf eines kleinen blauäugigen Teufels vor sich geht. Wer weiß, vielleicht will sie uns ja alle tot sehen! Und ihr Bruder war ihr erstes Opfer!“
„Du glaubst doch nicht ernsthaft diesen Schwachsinn?“
„Schtscht! Sei leise sie kommen auf uns zu.“
Plötzlich konnte Miandra etwas erkennen. Unweit von ihr entfernt standen die zwei Personen denen die Stimmen gehörten… sie kamen ihr sogar irgendwie bekannt vor… doch das zählte im Moment nicht, sie war einfach nur froh wieder etwas anderes sehen zu können. So lief sie weiter in deren Richtung und wollte gerade etwas rufen, als zwei weitere Gestalten aus der Finsternis traten und sie augenblicklich inne hielt.
„Eine wunderschöne Trauerfeier. Noch einmal mein tiefes Beileid, Salmira“, sagte die Frau ehrlich zu den neu hinzu gekommenen und legte der Dunkelhaarigen die ihr gegenüberstand tröstend eine Hand auf die Schulter.
„Ich danke dir Mareila…“ schluchzte die Angesprochene, bevor sie sich einfach abwandte und alleine einen Weg folgte, der unter ihren Füßen zu entstehen schien. Generell erkannte Miandra nun mehr Farben als noch gerade eben.
„Nehmt es ihr nicht übel, sie braucht noch etwas Zeit… Ihr kommt doch auch zum Leidmahl in die Taverne meiner Schwester?“ fragte der braunhaarige Mann mit einer sehr gebrochenen Stimme.
„Auch wenn ich eigentlich nie gedacht hätte, dass ich jemals so etwas veranstalten muss…“
„Oh, natürlich kommen wir Brydar!“ erwiderte Mareila hastig und auch der Mann mit dem sie vorhin getuschelt hatte, nickte hastig mit dem Kopf.
„Gut, dann lasst uns aufbrechen, ich habe diesen Ort für heute lange genug gesehen…“ erwiderte der Mann noch und wandte sich bereits zum Gehen ab, als der Blick von der Frau an einen anderen Ort wanderte.
„Was ist mit ihr? Wollt ihr sie da einfach so stehen lassen?“ fragte sie schließlich und deutete in eine andere Richtung. Miandra folgte dem Blick der Frau ebenfalls und ihr Atem stockte einen Moment, als sie nur ein kleines Stück weiter entfernt eine grüne Wiese sehen konnte. Viele Grabsteine und Holzkreuze waren in den Boden geschlagen und bunte Blumen zu Kränzen geformt zierten viele der Gräber. Nur an einem war der Boden frisch aufgeschüttet und direkt daneben sah sie ein Mädchen stehen, welches den Blick gesenkt hatte und einfach ins Nichts zu starren schien.
„Die wird schon wissen, wie sie nach Hause findet“, erwiderte der Mann herablassend und eine Spur von Zorn schwang in seiner Stimme mit, bevor ihm der andere Mann auf die Schulter klopfte und sie beide in die Richtung verschwanden, wie zuvor die schwarzhaarige Frau.
Mareila blickte noch einen kurzen Moment in die Richtung des Mädchens, bevor auch sie sich abwandte und den beiden folgte, bis sie alle drei in von der schwarzen Masse verschluckt wurden.
Miandra blieb einen Moment stehen und blickte zu den Gräbern hinüber, bevor sie sich langsam in Bewegung setzte. Nach wenigen Schritten spürte sie das Gras unter ihren Füßen nachgeben, doch die Farben schienen blass und trostlos. Schließlich hockte sie sich neben dem Mädchen auf den Boden und seufzte leicht, wobei sie kurz die Augen schloss. Anschließend blickte sie zur Seite und musterte ihr jüngeres Ich. Ein eigenartiges Gefühl durchfuhr dabei ihr Herz und am liebsten hätte sie das Mädchen einfach nur in den Arm genommen und getröstet, da sie doch genau wusste, wie alleine sie sich in diesem Moment gefühlt hatte als sie vor dem Grab stand und alle anderen verschwunden waren.
„Ich wünschte ich könnte dir sagen, dass die Schmerzen vorbeigehen werden, aber das wird nicht passieren…“ flüsterte Miandra leise, aber sie wusste genau, dass das Mädchen das nicht hören würde, was wahrscheinlich auch besser so war. Doch es gab keine tröstenden Worte, die sie an sich selbst richten könnte und sie wusste auch, dass sie selbst keine Worte gebraucht hätte. Worte konnten noch nie irgendetwas am Geschehenen ändern.
„Du solltest aufhören in der Vergangenheit das zu suchen, wonach du dich sehnst. Du weißt doch genau, dass man vergangene Dinge nicht ändern kann“ ertönte plötzlich eine junge Männerstimme hinter ihr und sie fuhr zusammen. Doch das Mädchen neben ihr schien die Stimme nicht gehört zu haben, sondern blieb einfach wie bisher stehen.
Schnell drehte sie sich um und sah einen jüngeren Mann nur drei Schritte von sich entfernt stehen. Sie kannte ihn nicht, doch er erinnerte sie an jemanden… Sie kniff die Augen zusammen und musterte ihn weiter… er hatte braune Haare und ebenso braune Augen und…
Sie riss die Augen wieder schockiert auf und ihr Herzschlag setzte für einen Moment aus.
„Farren, bist... bist das du?“ brachte sie schließlich völlig verwirrt hervor.
„Nein“, lächelte ihr der junge Mann entgegen, wodurch sie ihn nur noch verwirrter ansah, bevor er sich dem Grab weiter näherte und es mit ruhigen Blicken musterte. „Farren ist tot, das weißt du doch, schon sehr lange. Ich bin nur der wenige Rest der von ihm übrig geblieben ist.“
Er bleib wieder stehen und blicke erneut zu Miandra. „Erinnerungen und Vorstellungen deines Gedächtnisses. Ich bin nur ein Abbild von all dem. Eine Gestalt deiner Phantasie.“
Miandra starrte ihn noch immer etwas verwirrt an und es dauerte einen Moment bis sie das Gesagte wirklich realisiert hatte. „Ich… ich verstehe…“ sagte sie dann resigniert und hielt kurz inne. „Aber wieso bin ich hier?“
„Wieso? Diese Frage kannst nur du dir beantworten. Ich weiß nur, dass du schon sehr lange hier bist. Du solltest endlich aufhören damit immer dir selbst die Schuld an allem zu geben.“
Er setzte sich neben sie auf den kahlen Boden und deutete auf das Mädchen. „Sieh dich nur mal selbst an. Es hat sich nicht sehr viel geändert seit diesem Tag. Möchtest du denn so aussehen?“
Miandra blickte zu ihrem jüngeren Ich, welches noch immer ohne Regungen da stand und auf das Grab starrte. Der Blick des Mädchens war so leer als hätte man ihm jegliches Leben ausgesaugt. Miandra wandte den Blick wieder ab und musste schlucken. „Nein… aber es ist so viel Schlimmes passiert seit diesem Tag… es war ab da nie wieder so wie vorher…“
„Und was war davor besser? Vater hat dich geschlagen und vergewaltigt, und Mutter war auch keine Hilfe. Wieso schaffst du es daran etwas Positives zu sehen, aber danach nicht mehr?“
„Weil…“, sie stockte kurz. „Weil ich nicht alleine war… es gab niemanden mehr zu dem ich aufblicken konnte... nur noch Leute die auf mich herabblicken. Niemand war da dem ich vertrauen konnte oder der sich ernsthaft für mich interessiert hat. Ich musste alles alleine hinnehmen und über mich ergehen lassen.“
„Du bist jetzt auch nicht alleine, das weißt du doch, oder? “
„Ich... ich weiß es nicht… aber das ist nicht wichtig, ich habe mich daran gewöhnt. Es… es ist gut so, denn ich will nie wieder alleine an einem Grab stehen…“ erwiderte sie mit zittriger Stimme und wischte sich Tränen aus den Augen.
„Und dennoch bist du hier“, er lächelte ihr entgegen als sie ihn verwundert aus glasigen Augen ansah. Er hatte recht. Sie war hier, an dem Ort zu einem Moment den sie nie wieder ertragen wollte.
„Glaubst du denn er hätte gewollt, dass du dein Leben lang an dieser Stelle festsitzt?“ fuhr der junge Mann nach einer kurzen Pause fort. „Du kannst nicht beeinflussen was du nicht voraussehen kannst. Aber du kannst jeden Tag davor genießen, niemand würde es dir übel nehmen. Warum zehrst du an Dingen die schon lange vergessen sein sollten und die es nie wieder geben wird, anstatt neue schöne Momente zu erleben? Nur aus Angst, dass diese Momente vorbeigehen werden? Ja, das werden sie, alles geht irgendwann vorbei, manches früher, anderes eben später, das kann niemand beeinflussen, aber wir können beeinflussen wie das Hier und Jetzt aussieht.“
Miandra starrte auf das Grab vor sich, doch ihr fiel keine Antwort ein. Es gab kein Aber zu diesen Worten…
„Gut, ich denke du hast es verstanden“, sage er lächelnd nach einer Weile, die sie schweigend an dem Grab saßen, bevor er wieder aufstand. „Ich denke es wird Zeit.“
Miandra starrte ihn an bevor sie ebenfalls schnell auf die Beine hüpfte. „Du willst gehen?“
Er lächelte ihr abermals entgegen und legte ihr eine Hand auf die Schulter. „Nein, aber du musst gehen“
„Werden wir uns irgendwann wiedersehen?“ fragte sie noch und blickte ihn mit einem Hauch an Hoffnung an.
Er schüttelte den Kopf. „Nein, wir werden uns nicht wieder sehen“, sagte er in einem sanften Ton.
Miandra senkte den Kopf und nickte schwach. „Aber wohin muss ich gehen?“ fragte sie noch leise.
Er legte ihr seine freie Hand ans Kinn und hob ihren Kopf wieder an, damit er ihr in die Augen sehen konnte, wobei er ihr so nahe war, dass sie deutlich seinem Atem auf ihrem Gesicht spüren konnte und sie nicht glauben konnte, dass all das hier nur ihrer eigenen Phantasie entsprang.
„Immer nach vorne und nicht zurück“, erwiderte er leise und sein Lächeln war schwach und wehmütig, bevor er sich von ihr löste und auf die Dunkelheit zuging.
Miandra starrte ihm nach und spürte, dass ihr Puls zu rasen begonnen hatte und sich weitere Tränen in ihren Augen gebildet hatten. „Warte!“ schrie sie ihm nach, doch er wandte sich nicht um sondern wurde bereits von der schwarzen Masse verschluckt. Kaum hatte sie das Wort gerufen lief sie ihm hinterher und nach wenigen schnellen Schritten hatte sie ihn erreicht und wollte nach seiner Hand greifen, doch diese löste sich vor ihren Augen in der Finsternis auf. Völlig außer Atem blieb sie an Ort und Stelle stehen, in der Hoffnung dass er wieder kommen würde.
Nachdem sich ihre Atmung wieder normalisiert hatte machte sie jedoch mit gesenktem Kopf wieder kehrt und ging zu dem Grab zurück. Schnell wischte sie sich die letzten Tränenreste von den Wangen während sie auf die frisch aufgeschüttete Erde starrte. Er würde nicht mehr wieder kommen, nie mehr.
Sie blieb neben ihrem jüngeren Ich stehen und ließ einige Momente seine Worte in ihrem Kopf kreisen, bevor sie die Hand des Mädchens ergriff und fest drückte.
Das Kind blickte plötzlich zur Seite und starrte sie aus traurigen blauen Augen an.
„Komm, lass uns nach Hause gehen. Ich denke es wird Zeit“, sagte sie behutsam mit einem schwachen Lächeln, bevor sie sich in Bewegung setzte und das Mädchen sich einfach mitziehen ließ. Und so ließ sie den einzigen farbigen Ort den es hier gab hinter sich, und steuerte zusammen mit ihrem jüngeren Ich, ohne sich noch einmal umzudrehen, auf die schwarze Masse zu.
Modifié par Kaysallie, 09 août 2011 - 09:34 .
#2095
Posté 09 août 2011 - 04:47
Klatsch! Langsam drang dieses Geräusch in Vernitas Ohren ein und bewegte sich weiter auf dem direkten Weg zu ihrem Verstand. Dieser brauchte allerdings eine ganze Weile, um diesen Impuls wirklich zu verarbeiten. Zu sehr lenkte sie das brennende Ziehen ihres Oberkörpers ab, sowie die Kälte und Feuchtigkeit dieses Ortes, welche tief in ihre Poren eindrang. Sie fröstelte und bekam eine Gänsehaut. Nur über ihren Rücken lief es warm herunter, in dünnen Rinnsalen wie ihr schien.
Wo war sie nur? War sie vorhin nicht noch woanders gewesen? Die Elfe strengte ihr Hirn an, doch das Denken fiel ihr mit einem Mal unglaublich schwer. Nur Bruchstückhaft erinnerte sie sich an einen Augenblick aus ihrer Kindheit. Die Mutter ihres besten Freundes verbat ihr, weiterhin mit diesem zu spielen, weil...weil...nun, das fiel ihr beim besten Willen nicht mehr ein. Dafür kam ihr ein Gespräch mit ihrer Mutter in den Sinn, dass sie geführt hatte, nachdem sie zum ersten Mal vergewaltigt worden war. Aber das war doch schon so viele Jahre her. Dennoch hatte sie das unbestimmte Gefühl, dass sie das vor Kurzem erst durchlebt hatte. Oder spielte ihr Verstand ihr etwa einen Streich?
Klatsch! Das Geräusch war wieder da und riss sie aus ihren wirren Gedanken. Ein beißender Schmerz begleitete dieses Klatschen. Ihr Rücken brannte wie Feuer und irgendwie kam ihr das seltsam vertraut vor. Ein leises Stöhnen entwich ihrem Mund, ohne dass sie es wirklich mitbekam. Langsam öffnete sie die Augen und fühlte sich, als wäre sie aus einem langen dunklen Traum erwacht.
Klatsch! Wieder durchzuckte sie dieser Schmerz und nun wurde ihr auch bewusst, was hier vor sich ging. Sie spürte die Eisenfesseln an ihren Handgelenken, merkte dass ihre Arme durch Ketten nach oben gestreckt worden waren und dass sie nackt in einem dunklen Kellerloch angekettet war und gerade ausgepeitscht wurde. Und mit einem Mal stieg Panik und Verzweiflung in ihr auf.
War sie etwa immer noch in der Gewalt dieses adeligen Bastards, der ihre Eltern ermordet und sie jahrelang geschändet hatte? War sie ihm etwa gar nicht entkommen und hatte ihn für seine Gräueltaten getötet? Konnte es sein, dass sie sich das Ganze nur eingebildet hatte, dass es nichts weiter gewesen war als ein geheimer Wunschtraum? Hatte ihr Verstand ihr dieses Leben in Freiheit etwa nur vorgegaukelt, um sie mit der Erkenntnis darüber, dass es nicht wahr war, nun endgültig in den Wahnsinn zu treiben? Konnte das vielleicht möglich sein?
Klatsch! Wieder traf die Peitsche ihren Rücken, doch nahm sie diesen Schmerz nun nicht mehr so deutlich wahr wie den des letzten Treffers, der sie aus ihren Gedanken gerissen hatte. Zu sehr beschäftigte die Elfe im Moment die Frage nach dem was wahr war und was nicht. War ihr Leben etwa eine Lüge gewesen? Würde sie nie etwas anderes sein als die aufsässige Gespielin eines Menschen? NEIN! Das konnte nicht sein! Das durfte einfach nicht wahr sein!
Sie hatte das Gefühl, ihr Kopf würde explodieren, während sich der letzte Rest ihres Verstandes und ihrer Selbstachtung in Rauch aufzulösen drohte. In diesem Moment hörte der Folterknecht auf und ließ seine Peitsche sinken.
„Sie ist wieder bei Besinnung, Herrin“, meinte er emotionslos.
„Ausgezeichnet, dann können wir ja weitermachen“, erwiderte diese sichtlich zufrieden. Vernita wandte den Kopf, um die Person sehen zu können, mit welcher der Folterknecht gerade gesprochen hatte. Sie erblickte eine dunkelhaarige Frau mit hageren Gesichtszügen und farblosen Augen. Und sie erkannte diese Person augenblicklich: Eshtá Gianauro. Dann war sie also nicht verrückt und ihr Leben doch keine Lüge. Oder phantasierte sie vielleicht schon wieder? War die Frau vielleicht nur eine Untergebene ihres Peinigers, die sie lediglich in dessen Folterkammer kennen gelernt hatte?
Vernita erinnerte sich an ein einfaches Steinhaus im Wald, wo sie mit einer schwarzhaarigen Frau namens Miandra und deren Tochter zusammengelebt hatte. Ihr war so, als würde sie diese Frau und dieses Kind sehr mögen, doch haben diese auch tatsächlich existiert? Sie war sich dessen plötzlich nicht mehr so sicher. Und selbst wenn es wahr gewesen sein sollte, machte es die Sache auch nicht besser, da die Elfe sich daran erinnern konnte, wie die Häscher dieser Eshtá über Miandra und deren Tochter hergefallen waren wie die Tiere. Und sie haben die beiden bis zur Besinnungslosigkeit geschlagen und vergewaltigt. Und alles nur ihretwegen. Weil diese Frau einen unbändigen Hass auf die Elfe schob.
„Mach’ mich los, du Schlampe!“ fing Vernita an zu toben und riss dabei erfolglos an ihren Ketten herum. „Dann tragen wir es aus wie richtige Krieger! Von Angesicht zu Angesicht!“
Die Angesprochene lachte auf. „Warum sollte ich das tun? Mir gefällt es so wie es ist. Aber schön zu sehen, dass Ihr Euren Kampfgeist und Euer Temperament noch nicht verloren habt. Die werdet Ihr beide noch brauchen.“
Sie wandte sich sofort an den Folterknecht. „Lass’ die beiden jetzt reinbringen.“
„Jawohl, Herrin“, entgegnete dieser und entfernte sich. Vernita hörte, wie auf der anderen Seite des Raumes eine Tür geöffnet wurde. Kurz darauf vernahm sie Schritte und das Klirren von Ketten. Und es ertönte eine tiefe Stimme, die „Vorwärts!“ befahl. Die Elfe versuchte sich umzusehen, doch sie konnte den Kopf nicht soweit drehen, um zu sehen, wer nun gerade in die Folterkammer gezerrte wurde.
„An die Wand mit den beiden, direkt vor unseren Ehrengast, damit die Gute auch nichts verpasst“, ordnete Eshtá an. Die Folterknechte führten den Befehl aus und brachten die gefesselte Miandra und deren Tochter Elana zu der besagten Stelle, wo sie nebeneinander an die Wand gekettet wurden. Die beiden sahen ziemlich mitgenommen aus und trugen nichts weiter als ein paar zerrissene Lumpen.
„Miandra“, hauchte Vernita leise und war den Tränen nahe. „Was haben sie dir nur angetan?“
Doch diese konnte nicht antworten, denn sie war wie auch ihre Tochter geknebelt worden. So sah sie die Elfe nur aus leeren, ausdruckslos blickenden Augen direkt in die ihren. Vernita brach das Herz, als sie die beiden so sehen musste. Es schmerzte sie mehr als ihre eigenen Wunden. Und noch mehr nagte die Wut an ihr. Wut darüber, dass sie so hilflos war. Sie konnte die beiden nicht befreien und Eshtá für ihre Taten bestrafen. Das trieb die Elfe beinahe in den Wahnsinn.
„Ich werde dich dafür in kleine Stückchen schneiden, du miese Ratte!“ tobte Vernita wieder los und rüttelte wie wild an ihren Ketten. Aber vergebens.
„Aber, aber. Weshalb so aggressiv, meine Liebe?“ spottete Eshtá gespielt empört. „Spart Eure Kräfte und Eure Entschlossenheit auf. Ihr werdet gleich die Gelegenheit bekommen, diese sinnvoll einzusetzen, glaubt mir. Denn ich stehe vor einem schwierigen Problem, bei dem ich Eurer Hilfe bedarf.“
„Du kannst mich mal!“ fluchte Vernita und spuckte in Gianauros Richtung. Doch diese stand zu weit weg, sodass die Elfe sie nicht traf. Sie fixierte die Frau mit einem Blick, der einer ängstlichen Person bis ins Mark fahren musste. Doch gehörte Eshtá nun mal nicht zu dieser Kategorie von Menschen.
„Es ist nur in Eurem Interesse, dass Ihr mir helft“, meinte sie etwas enttäuscht, bevor sich ein fieses Grinsen auf ihre dünnen Lippen legte und sie ein Messer zog. Mit der Spitze dieser Waffe säuberte sie sich die Fingernägel, während sie beiläufig, ja fast schon gelangweilt weitersprach. „Wisst Ihr, Vernita, wir haben hier ein Problem, was die Kosten und den Nutzen Eurer Gefangennahme betrifft. Es rechnet sich für uns einfach nicht, Euch drei hier gefangen zu halten. Das steht in keinem Verhältnis zu dem Nutzen, den wir daraus ziehen. Also wurde mir aufgetragen, etwas dagegen zu unternehmen. Kurz und gut...einer von Euch dreien muss weg. Freilassen kann ich Euch nicht, das würde nur zu noch mehr Ärger führen, als wir ohnehin schon hatten. So bleibt uns nur eine andere Lösung...Als unser Ehrengast, müsst Ihr natürlich bleiben, das ist klar. Also bleiben nur Miandra und deren Tochter Elana übrig. Und da es Eure Freunde, ach was sage ich, Eure Familie ist, überlasse ich Euch die Entscheidung, wen von den beiden ich nun töten werde. Und sagt dann hinterher nie wieder, ich wäre nicht großzügig zu Euch.“
Vernita antwortete nicht. Sie wusste nicht, was sie hätte sagen sollen. Wie konnte dieses Weib sie nur vor eine solche Wahl stellen? Sie sollte entscheiden, wer von den beiden Menschen, die ihr mehr bedeuten als alles andere, leben darf und welcher sterben musste. Die Abscheulichkeit dieser Hexe war wirklich nicht mehr zu überbieten. Wie sollte sie sich entscheiden? Ganz gleich, wen sie wählte, sie würde beide verlieren, denn die Überlebende würde sie bis an ihr Lebensende hassen. So sagte sie nichts. Sie starrte Eshtá nur hasserfüllt an.
„Es scheint, Ihr braucht etwas Hilfe bei Eurer Entscheidung, meine Liebe“, meinte Gianauro nach einer Weile und grinste die Elfe bösartig an. „Vielleicht können Eure Freunde, Euch ja dabei helfen.“
Sie ging zu Elana und blieb vor dem Mädchen stehen. Sie grinste diese an, während sie ihr das Messer unter die Nase hielt. Elana starrte wie gebannt auf die Klinge der Waffe, wobei sich Tränen in ihren Augen bildeten. Eshtá setzte die Spitze des Messers auf die Stirn des Mädchens, bevor sie diese ganz langsam und ganz sachte über deren Nasenbein hinuntergleiten ließ.
Die Atmung und der Herzschlag Elanas beschleunigte sich rapide, als das Mädchen einer Panik nahe war. Schweiß trat aus allen Poren ihres Körpers aus...kalter Angstschweiß. Sie wollte schreien, um Gnade flehen, doch durch den Knebel brachte sie nur unverständliches Gestammel hervor. Miandra rüttelte wie wild an ihren Ketten. Auch in ihren Augen lag der Hass auf diese Frau. Doch auch sie konnte nichts tun, als sich das Schauspiel anzusehen.
„Geh’ weg von ihr, du Hure!“ schrie Vernita Eshtá an. In ihrer Stimme lag all der Zorn und der Hass auf diese Sadistin.
„Ah, Ihr könnt also doch noch reden. Wie schön“, lachte die Angesprochene. „Dann können wir ja weitermachen. Soll ich die Kleine jetzt töten? Oder doch lieber die Mutter? Ich warte noch auf eine Antwort.“
Gianauro griff nach dem Knebel des Mädchens und zog diesen herunter. Elana atmete tief durch, als sie den Fremdkörper endlich aus ihrem Mund hatte, bevor sie sich flehend an Eshtá wandte. „Bitte. Lasst uns doch einfach gehen. Wir haben Euch doch nichts getan. Warum seid Ihr so gemein zu uns? Bitte, tut uns nicht länger weh. Wir werden auch ganz artig sein, wenn Ihr uns nicht mehr weh tut.“
„Ach, ist sie nicht süß?“ spottete diese sogleich. „Eigentlich ist es zu schade, so ein süßes Mädchen an Leid anzutun, nicht wahr? Aber wie steht es dann mit deren Mutter?“
„Nein! Tut meiner Mama nichts! Bitte. BITTE!“ wimmerte Elana weiter und brach nun in Tränen aus, während Eshtá auf Miandra zuging und ihr ebenfalls das Messer unter die Nase hielt. Doch diese starrte sie nur ausdruckslos an. Gianauro nahm die Waffe daraufhin wieder herunter und befreite nun auch die schwarzhaarige Frau von dem Knebel.
Diese hustete einmal kräftig, bevor auch sie das Wort an ihre Peinigerin wandte. „Wenn Ihr schon jemanden von uns töten wollt, dann nehmt mich und keine andere. Schließlich bin ich hier für alles verantwortlich. Und lasst meine Tochter gehen. Sie hat mit der ganzen Sache rein gar nichts zu tun.“
„Schön, schön. Ich bewundere Eure Opferbereitschaft, doch diese Entscheidung liegt nicht in Euren Händen. Allein Eure Freundin Vernita sagt uns, wer von euch beiden leben und wer sterben wird. Also, was darf es sein? Die Mutter...“ Esthá hielt die Schneide des Messers an Miandras Kehle. Diese hielt den Atem an und ihr ganzer Körper versteifte sich.
„Oder die Tochter“, führte Eshtá weiter aus, wobei sie nun auch dem Mädchen für einen Moment die Waffe an die Kehle hielt. „Ich warte.“
Vernita schwieg, während ihr Blick zwischen Elana und Miandra hin- und herwechselte. Das Mädchen hatte die Augen geschlossen und ihr ganzer Körper bibberte vor Angst, während Miandra die Elfe flehend ansah. „Bitte, nimm mich. Schenk „unserer“ Tochter eine Möglichkeit zu überleben“, flüsterte die schwarzhaarige Frau leise.
Doch Vernita schwieg weiter. Sie wollte diese Entscheidung nicht treffen, das heißt, sie konnte es nicht. Es würde ihr das Herz zerreißen. So blickte sie einfach starr auf die Wand und sagte gar nichts.
Eshtá seufzte kurz, bevor sie sich an den Folterknecht wandte. „Motiviere sie ein wenig.“
Der Angesprochene nickte kurz, bevor er damit fortfuhr, die Elfe auszupeitschen. Wieder und wieder klatschte seine Peitsche auf den nackten Rücken der Elfe und hinterließ blutige Streifen. Vernita keuchte und stöhnte bei jedem Treffer, doch sagte sie kein Wort. Sie spürte, wie sie die Kraft verließ und sie schwächer und schwächer wurde, wohl eine Folge des hohen Blutverlustes. Als sie kurz davor stand, dass Bewusstsein zu verlieren, hob Eshtá den Arm. Der Folterknecht hielt sofort mit seiner Arbeit inne.
Benommen und völlig kraftlos hing die Elfe an ihren Ketten. Ihre Umgebung konnte sie nur noch verschwommen wahrnehmen und auch die Geräusche klangen so, als wären sie unendlich weit von ihr entfernt. Trotzdem bekam sie noch mit, wie Eshtá zu toben begann, was ihr ein schwaches Lächeln auf die Lippen zauberte.
„Verdammtes stures Weib!“ brüllte Eshtá außer sich vor Wut. „Ihr glaubt, Ihr könntet die beiden retten, idem Ihr Euch selbst opfert! Das hättet Ihr wohl gerne! Aber nicht mit mir! Alles, was nun geschieht, ist allein Eure schuld!“
Gianauro trat vor Vernita und verpasste ihr mehrere klatschende Ohrfeigen. Der Kopf der Elfe wurde davon zur Seite geschleudert, ein weiteres Zeichen, dass sie am Ende ihrer Kräfte war. Eshtá ergriff das Kinn der Elfe und richtete deren Blick auf die beiden Gefangenen an der Wand.
„Seht her und passt genau auf!“ zischte Eshtá wütend, ließ Vernita los und ging hastig zu Elana. Sie setzte das Messer an deren Kehle an und noch ehe jemand etwas hätte sagen können, schnitt sie dem Mädchen mit einer schnellen Bewegung die Kehle durch.
„Nein. Nein! NEIN!“ kreischte Miandra los und zerrte wie verrückt an ihren Ketten herum. Tränen liefen über ihr Gesicht und Wahnsinn und Verzweifelung lag in ihren Augen. Elana selbst versuchte ebenfalls zu schreien, doch nur röchelnde Laute entwichen ihrer Kehle, während das Blut in Strömen ihren Hals hinablief und ihre Lumpen rot färbte. Ihre Augen weiteten sich vor Entsetzen und ihr Körper wurde von Krämpfen erfasst. Doch nach ein paar Minuten war alles vorbei. Jegliches Leben verließ Elanas Körper, welcher nur noch kraftlos an den Ketten hing, während ihre Augen leer und ausdruckslos auf den Boden starrten.
„Seid Ihr jetzt zufrieden, Vernita?“ fragte Eshtá verärgert. „Ich wäre es gewesen, wenn das Eure Wahl gewesen währe und nicht die meine, aber so...“
Die Frau trat schnellen Schrittes vor Miandra, bevor sie auch dieser die Kehle durchschnitt. Überrascht riss die schwarzhaarige Frau die Augen auf, während ihr das Blut aus dem Hals spritzte und den Boden besudelte.
„Peitscht sie weiter aus!“ befahl Eshtá, woraufhin der Folterknecht sich gleich wieder an die Arbeit machte. Doch davon bekam Vernita nicht mehr viel mit. Sie fiel in einen Tunnel dunkelster Schwärze, in dem es keine Schmerzen und keine Leiden mehr gab. Sie hatte alles verloren, was ihr jemals wichtig gewesen war. Was war ihr Leben da noch wert? Das Letzte, was sie sah, bevor sie zum letzten Mal die Augen schloss, war Miandras Gesicht, was nach deren Tod trotz des ganzen Blutes so ruhig und friedlich aussah wie schon lange nicht mehr. Eine eigenartige Welle des Glücks erfasste sie in ihren letzten Momenten. Glück darüber, dass sie zwar nicht mit der Frau leben konnte, die sie so sehr liebte, aber zumindest mit ihr im Tode vereint war. Wenigstens das hatte ihr Eshtá Gianauro nicht nehmen können.
Wo war sie nur? War sie vorhin nicht noch woanders gewesen? Die Elfe strengte ihr Hirn an, doch das Denken fiel ihr mit einem Mal unglaublich schwer. Nur Bruchstückhaft erinnerte sie sich an einen Augenblick aus ihrer Kindheit. Die Mutter ihres besten Freundes verbat ihr, weiterhin mit diesem zu spielen, weil...weil...nun, das fiel ihr beim besten Willen nicht mehr ein. Dafür kam ihr ein Gespräch mit ihrer Mutter in den Sinn, dass sie geführt hatte, nachdem sie zum ersten Mal vergewaltigt worden war. Aber das war doch schon so viele Jahre her. Dennoch hatte sie das unbestimmte Gefühl, dass sie das vor Kurzem erst durchlebt hatte. Oder spielte ihr Verstand ihr etwa einen Streich?
Klatsch! Das Geräusch war wieder da und riss sie aus ihren wirren Gedanken. Ein beißender Schmerz begleitete dieses Klatschen. Ihr Rücken brannte wie Feuer und irgendwie kam ihr das seltsam vertraut vor. Ein leises Stöhnen entwich ihrem Mund, ohne dass sie es wirklich mitbekam. Langsam öffnete sie die Augen und fühlte sich, als wäre sie aus einem langen dunklen Traum erwacht.
Klatsch! Wieder durchzuckte sie dieser Schmerz und nun wurde ihr auch bewusst, was hier vor sich ging. Sie spürte die Eisenfesseln an ihren Handgelenken, merkte dass ihre Arme durch Ketten nach oben gestreckt worden waren und dass sie nackt in einem dunklen Kellerloch angekettet war und gerade ausgepeitscht wurde. Und mit einem Mal stieg Panik und Verzweiflung in ihr auf.
War sie etwa immer noch in der Gewalt dieses adeligen Bastards, der ihre Eltern ermordet und sie jahrelang geschändet hatte? War sie ihm etwa gar nicht entkommen und hatte ihn für seine Gräueltaten getötet? Konnte es sein, dass sie sich das Ganze nur eingebildet hatte, dass es nichts weiter gewesen war als ein geheimer Wunschtraum? Hatte ihr Verstand ihr dieses Leben in Freiheit etwa nur vorgegaukelt, um sie mit der Erkenntnis darüber, dass es nicht wahr war, nun endgültig in den Wahnsinn zu treiben? Konnte das vielleicht möglich sein?
Klatsch! Wieder traf die Peitsche ihren Rücken, doch nahm sie diesen Schmerz nun nicht mehr so deutlich wahr wie den des letzten Treffers, der sie aus ihren Gedanken gerissen hatte. Zu sehr beschäftigte die Elfe im Moment die Frage nach dem was wahr war und was nicht. War ihr Leben etwa eine Lüge gewesen? Würde sie nie etwas anderes sein als die aufsässige Gespielin eines Menschen? NEIN! Das konnte nicht sein! Das durfte einfach nicht wahr sein!
Sie hatte das Gefühl, ihr Kopf würde explodieren, während sich der letzte Rest ihres Verstandes und ihrer Selbstachtung in Rauch aufzulösen drohte. In diesem Moment hörte der Folterknecht auf und ließ seine Peitsche sinken.
„Sie ist wieder bei Besinnung, Herrin“, meinte er emotionslos.
„Ausgezeichnet, dann können wir ja weitermachen“, erwiderte diese sichtlich zufrieden. Vernita wandte den Kopf, um die Person sehen zu können, mit welcher der Folterknecht gerade gesprochen hatte. Sie erblickte eine dunkelhaarige Frau mit hageren Gesichtszügen und farblosen Augen. Und sie erkannte diese Person augenblicklich: Eshtá Gianauro. Dann war sie also nicht verrückt und ihr Leben doch keine Lüge. Oder phantasierte sie vielleicht schon wieder? War die Frau vielleicht nur eine Untergebene ihres Peinigers, die sie lediglich in dessen Folterkammer kennen gelernt hatte?
Vernita erinnerte sich an ein einfaches Steinhaus im Wald, wo sie mit einer schwarzhaarigen Frau namens Miandra und deren Tochter zusammengelebt hatte. Ihr war so, als würde sie diese Frau und dieses Kind sehr mögen, doch haben diese auch tatsächlich existiert? Sie war sich dessen plötzlich nicht mehr so sicher. Und selbst wenn es wahr gewesen sein sollte, machte es die Sache auch nicht besser, da die Elfe sich daran erinnern konnte, wie die Häscher dieser Eshtá über Miandra und deren Tochter hergefallen waren wie die Tiere. Und sie haben die beiden bis zur Besinnungslosigkeit geschlagen und vergewaltigt. Und alles nur ihretwegen. Weil diese Frau einen unbändigen Hass auf die Elfe schob.
„Mach’ mich los, du Schlampe!“ fing Vernita an zu toben und riss dabei erfolglos an ihren Ketten herum. „Dann tragen wir es aus wie richtige Krieger! Von Angesicht zu Angesicht!“
Die Angesprochene lachte auf. „Warum sollte ich das tun? Mir gefällt es so wie es ist. Aber schön zu sehen, dass Ihr Euren Kampfgeist und Euer Temperament noch nicht verloren habt. Die werdet Ihr beide noch brauchen.“
Sie wandte sich sofort an den Folterknecht. „Lass’ die beiden jetzt reinbringen.“
„Jawohl, Herrin“, entgegnete dieser und entfernte sich. Vernita hörte, wie auf der anderen Seite des Raumes eine Tür geöffnet wurde. Kurz darauf vernahm sie Schritte und das Klirren von Ketten. Und es ertönte eine tiefe Stimme, die „Vorwärts!“ befahl. Die Elfe versuchte sich umzusehen, doch sie konnte den Kopf nicht soweit drehen, um zu sehen, wer nun gerade in die Folterkammer gezerrte wurde.
„An die Wand mit den beiden, direkt vor unseren Ehrengast, damit die Gute auch nichts verpasst“, ordnete Eshtá an. Die Folterknechte führten den Befehl aus und brachten die gefesselte Miandra und deren Tochter Elana zu der besagten Stelle, wo sie nebeneinander an die Wand gekettet wurden. Die beiden sahen ziemlich mitgenommen aus und trugen nichts weiter als ein paar zerrissene Lumpen.
„Miandra“, hauchte Vernita leise und war den Tränen nahe. „Was haben sie dir nur angetan?“
Doch diese konnte nicht antworten, denn sie war wie auch ihre Tochter geknebelt worden. So sah sie die Elfe nur aus leeren, ausdruckslos blickenden Augen direkt in die ihren. Vernita brach das Herz, als sie die beiden so sehen musste. Es schmerzte sie mehr als ihre eigenen Wunden. Und noch mehr nagte die Wut an ihr. Wut darüber, dass sie so hilflos war. Sie konnte die beiden nicht befreien und Eshtá für ihre Taten bestrafen. Das trieb die Elfe beinahe in den Wahnsinn.
„Ich werde dich dafür in kleine Stückchen schneiden, du miese Ratte!“ tobte Vernita wieder los und rüttelte wie wild an ihren Ketten. Aber vergebens.
„Aber, aber. Weshalb so aggressiv, meine Liebe?“ spottete Eshtá gespielt empört. „Spart Eure Kräfte und Eure Entschlossenheit auf. Ihr werdet gleich die Gelegenheit bekommen, diese sinnvoll einzusetzen, glaubt mir. Denn ich stehe vor einem schwierigen Problem, bei dem ich Eurer Hilfe bedarf.“
„Du kannst mich mal!“ fluchte Vernita und spuckte in Gianauros Richtung. Doch diese stand zu weit weg, sodass die Elfe sie nicht traf. Sie fixierte die Frau mit einem Blick, der einer ängstlichen Person bis ins Mark fahren musste. Doch gehörte Eshtá nun mal nicht zu dieser Kategorie von Menschen.
„Es ist nur in Eurem Interesse, dass Ihr mir helft“, meinte sie etwas enttäuscht, bevor sich ein fieses Grinsen auf ihre dünnen Lippen legte und sie ein Messer zog. Mit der Spitze dieser Waffe säuberte sie sich die Fingernägel, während sie beiläufig, ja fast schon gelangweilt weitersprach. „Wisst Ihr, Vernita, wir haben hier ein Problem, was die Kosten und den Nutzen Eurer Gefangennahme betrifft. Es rechnet sich für uns einfach nicht, Euch drei hier gefangen zu halten. Das steht in keinem Verhältnis zu dem Nutzen, den wir daraus ziehen. Also wurde mir aufgetragen, etwas dagegen zu unternehmen. Kurz und gut...einer von Euch dreien muss weg. Freilassen kann ich Euch nicht, das würde nur zu noch mehr Ärger führen, als wir ohnehin schon hatten. So bleibt uns nur eine andere Lösung...Als unser Ehrengast, müsst Ihr natürlich bleiben, das ist klar. Also bleiben nur Miandra und deren Tochter Elana übrig. Und da es Eure Freunde, ach was sage ich, Eure Familie ist, überlasse ich Euch die Entscheidung, wen von den beiden ich nun töten werde. Und sagt dann hinterher nie wieder, ich wäre nicht großzügig zu Euch.“
Vernita antwortete nicht. Sie wusste nicht, was sie hätte sagen sollen. Wie konnte dieses Weib sie nur vor eine solche Wahl stellen? Sie sollte entscheiden, wer von den beiden Menschen, die ihr mehr bedeuten als alles andere, leben darf und welcher sterben musste. Die Abscheulichkeit dieser Hexe war wirklich nicht mehr zu überbieten. Wie sollte sie sich entscheiden? Ganz gleich, wen sie wählte, sie würde beide verlieren, denn die Überlebende würde sie bis an ihr Lebensende hassen. So sagte sie nichts. Sie starrte Eshtá nur hasserfüllt an.
„Es scheint, Ihr braucht etwas Hilfe bei Eurer Entscheidung, meine Liebe“, meinte Gianauro nach einer Weile und grinste die Elfe bösartig an. „Vielleicht können Eure Freunde, Euch ja dabei helfen.“
Sie ging zu Elana und blieb vor dem Mädchen stehen. Sie grinste diese an, während sie ihr das Messer unter die Nase hielt. Elana starrte wie gebannt auf die Klinge der Waffe, wobei sich Tränen in ihren Augen bildeten. Eshtá setzte die Spitze des Messers auf die Stirn des Mädchens, bevor sie diese ganz langsam und ganz sachte über deren Nasenbein hinuntergleiten ließ.
Die Atmung und der Herzschlag Elanas beschleunigte sich rapide, als das Mädchen einer Panik nahe war. Schweiß trat aus allen Poren ihres Körpers aus...kalter Angstschweiß. Sie wollte schreien, um Gnade flehen, doch durch den Knebel brachte sie nur unverständliches Gestammel hervor. Miandra rüttelte wie wild an ihren Ketten. Auch in ihren Augen lag der Hass auf diese Frau. Doch auch sie konnte nichts tun, als sich das Schauspiel anzusehen.
„Geh’ weg von ihr, du Hure!“ schrie Vernita Eshtá an. In ihrer Stimme lag all der Zorn und der Hass auf diese Sadistin.
„Ah, Ihr könnt also doch noch reden. Wie schön“, lachte die Angesprochene. „Dann können wir ja weitermachen. Soll ich die Kleine jetzt töten? Oder doch lieber die Mutter? Ich warte noch auf eine Antwort.“
Gianauro griff nach dem Knebel des Mädchens und zog diesen herunter. Elana atmete tief durch, als sie den Fremdkörper endlich aus ihrem Mund hatte, bevor sie sich flehend an Eshtá wandte. „Bitte. Lasst uns doch einfach gehen. Wir haben Euch doch nichts getan. Warum seid Ihr so gemein zu uns? Bitte, tut uns nicht länger weh. Wir werden auch ganz artig sein, wenn Ihr uns nicht mehr weh tut.“
„Ach, ist sie nicht süß?“ spottete diese sogleich. „Eigentlich ist es zu schade, so ein süßes Mädchen an Leid anzutun, nicht wahr? Aber wie steht es dann mit deren Mutter?“
„Nein! Tut meiner Mama nichts! Bitte. BITTE!“ wimmerte Elana weiter und brach nun in Tränen aus, während Eshtá auf Miandra zuging und ihr ebenfalls das Messer unter die Nase hielt. Doch diese starrte sie nur ausdruckslos an. Gianauro nahm die Waffe daraufhin wieder herunter und befreite nun auch die schwarzhaarige Frau von dem Knebel.
Diese hustete einmal kräftig, bevor auch sie das Wort an ihre Peinigerin wandte. „Wenn Ihr schon jemanden von uns töten wollt, dann nehmt mich und keine andere. Schließlich bin ich hier für alles verantwortlich. Und lasst meine Tochter gehen. Sie hat mit der ganzen Sache rein gar nichts zu tun.“
„Schön, schön. Ich bewundere Eure Opferbereitschaft, doch diese Entscheidung liegt nicht in Euren Händen. Allein Eure Freundin Vernita sagt uns, wer von euch beiden leben und wer sterben wird. Also, was darf es sein? Die Mutter...“ Esthá hielt die Schneide des Messers an Miandras Kehle. Diese hielt den Atem an und ihr ganzer Körper versteifte sich.
„Oder die Tochter“, führte Eshtá weiter aus, wobei sie nun auch dem Mädchen für einen Moment die Waffe an die Kehle hielt. „Ich warte.“
Vernita schwieg, während ihr Blick zwischen Elana und Miandra hin- und herwechselte. Das Mädchen hatte die Augen geschlossen und ihr ganzer Körper bibberte vor Angst, während Miandra die Elfe flehend ansah. „Bitte, nimm mich. Schenk „unserer“ Tochter eine Möglichkeit zu überleben“, flüsterte die schwarzhaarige Frau leise.
Doch Vernita schwieg weiter. Sie wollte diese Entscheidung nicht treffen, das heißt, sie konnte es nicht. Es würde ihr das Herz zerreißen. So blickte sie einfach starr auf die Wand und sagte gar nichts.
Eshtá seufzte kurz, bevor sie sich an den Folterknecht wandte. „Motiviere sie ein wenig.“
Der Angesprochene nickte kurz, bevor er damit fortfuhr, die Elfe auszupeitschen. Wieder und wieder klatschte seine Peitsche auf den nackten Rücken der Elfe und hinterließ blutige Streifen. Vernita keuchte und stöhnte bei jedem Treffer, doch sagte sie kein Wort. Sie spürte, wie sie die Kraft verließ und sie schwächer und schwächer wurde, wohl eine Folge des hohen Blutverlustes. Als sie kurz davor stand, dass Bewusstsein zu verlieren, hob Eshtá den Arm. Der Folterknecht hielt sofort mit seiner Arbeit inne.
Benommen und völlig kraftlos hing die Elfe an ihren Ketten. Ihre Umgebung konnte sie nur noch verschwommen wahrnehmen und auch die Geräusche klangen so, als wären sie unendlich weit von ihr entfernt. Trotzdem bekam sie noch mit, wie Eshtá zu toben begann, was ihr ein schwaches Lächeln auf die Lippen zauberte.
„Verdammtes stures Weib!“ brüllte Eshtá außer sich vor Wut. „Ihr glaubt, Ihr könntet die beiden retten, idem Ihr Euch selbst opfert! Das hättet Ihr wohl gerne! Aber nicht mit mir! Alles, was nun geschieht, ist allein Eure schuld!“
Gianauro trat vor Vernita und verpasste ihr mehrere klatschende Ohrfeigen. Der Kopf der Elfe wurde davon zur Seite geschleudert, ein weiteres Zeichen, dass sie am Ende ihrer Kräfte war. Eshtá ergriff das Kinn der Elfe und richtete deren Blick auf die beiden Gefangenen an der Wand.
„Seht her und passt genau auf!“ zischte Eshtá wütend, ließ Vernita los und ging hastig zu Elana. Sie setzte das Messer an deren Kehle an und noch ehe jemand etwas hätte sagen können, schnitt sie dem Mädchen mit einer schnellen Bewegung die Kehle durch.
„Nein. Nein! NEIN!“ kreischte Miandra los und zerrte wie verrückt an ihren Ketten herum. Tränen liefen über ihr Gesicht und Wahnsinn und Verzweifelung lag in ihren Augen. Elana selbst versuchte ebenfalls zu schreien, doch nur röchelnde Laute entwichen ihrer Kehle, während das Blut in Strömen ihren Hals hinablief und ihre Lumpen rot färbte. Ihre Augen weiteten sich vor Entsetzen und ihr Körper wurde von Krämpfen erfasst. Doch nach ein paar Minuten war alles vorbei. Jegliches Leben verließ Elanas Körper, welcher nur noch kraftlos an den Ketten hing, während ihre Augen leer und ausdruckslos auf den Boden starrten.
„Seid Ihr jetzt zufrieden, Vernita?“ fragte Eshtá verärgert. „Ich wäre es gewesen, wenn das Eure Wahl gewesen währe und nicht die meine, aber so...“
Die Frau trat schnellen Schrittes vor Miandra, bevor sie auch dieser die Kehle durchschnitt. Überrascht riss die schwarzhaarige Frau die Augen auf, während ihr das Blut aus dem Hals spritzte und den Boden besudelte.
„Peitscht sie weiter aus!“ befahl Eshtá, woraufhin der Folterknecht sich gleich wieder an die Arbeit machte. Doch davon bekam Vernita nicht mehr viel mit. Sie fiel in einen Tunnel dunkelster Schwärze, in dem es keine Schmerzen und keine Leiden mehr gab. Sie hatte alles verloren, was ihr jemals wichtig gewesen war. Was war ihr Leben da noch wert? Das Letzte, was sie sah, bevor sie zum letzten Mal die Augen schloss, war Miandras Gesicht, was nach deren Tod trotz des ganzen Blutes so ruhig und friedlich aussah wie schon lange nicht mehr. Eine eigenartige Welle des Glücks erfasste sie in ihren letzten Momenten. Glück darüber, dass sie zwar nicht mit der Frau leben konnte, die sie so sehr liebte, aber zumindest mit ihr im Tode vereint war. Wenigstens das hatte ihr Eshtá Gianauro nicht nehmen können.
Modifié par Aliens Crew, 30 juillet 2012 - 10:13 .
#2096
Posté 09 août 2011 - 06:40
„Wach auf Liebes, du träumst!“ hauchte eine Stimme neben ihr, und jemand rüttelte an ihrem Körper.
Leas Atem war beschleunigt, Tränen liefen über ihr Gesicht, und ihr Körper war nass geschwitzt. Sie schlug die Augen auf und versuchte sich zu orientieren. Neben ihr flackerte eine Kerze und verbreitete angenehmes Licht.
Ruckartig richtete sie sich auf und sah sich um. Erleichtert seufzte sie auf, es war alles völlig normal, sie lag zuhause in ihrem Bett. Nur die Stimme, die zu ihr gesprochen hatte, konnte sie nicht sehen.
„Richard? Bist du das?“ fragte sie leise. Erst dann wandte sie ihr Gesicht auf die linke Seite und stieß einen spitzen Schrei aus. Das konnte nicht möglich sein!
Neben ihr sass ein blondhaariger großer Mann mit grau-grünen Augen, die sie besorgt musterten.
„Geh weg von mir!“ rief Lea panisch.
„Aber was ist denn los mein Reh-Auge? Du hast schlecht geträumt, ich hab dich weinen hören“, sagte der Mann.
„Ich... Du... du bist tot! Ich hab Dich umgebracht!“ Lea schloß die Augen und hämmerte mit den Fäusten auf ihre Beine ein. Sie sah das Bild nur zu deutlich vor sich, wo sie den Tod ihres Geliebten miterlebt hatte.
Neranos lachte auf. „Leanora, ich bin nicht tot! Ich bin hier mein Schatz, wie kommst Du nur auf so absurde Gedanken?“ Um seinen Worten Nachdruck zu verleihen, drückte er sie an sich und küßte sie zart. Er strich ihr beruhigend übers Haar, aber es half nichts. Lea weinte noch immer.
Der Mann stand auf und verließ für kurze Zeit das Schlafgemach, um gleich darauf mit einem Becher zurückzukommen.
„Hier, trink das mein Reh-Auge. Das wird dich wieder auf den Boden der Tatsachen zurückbringen“, lächelte er.
Lea nahm den Becher und roch daran. Es war feinster Whiskey, und sie trank den Inhalt auf einen Zug aus. Wohlige Wärme breitete sich in ihrem Magen aus. Der Alkohol war echt, daran bestand kein Zweifel. Vorsichtig nahm sie ihre Hand und strich über Sengaals Gesicht. Auch dieses fühlte sich warm und lebendig an.
„Beim Erbauer, Sengaal... bitte verzeih mir, ich wollte Dich nicht töten!“ stotterte sie.
„Schon gut mein Liebes, ich lebe ja noch. Erzähl mir lieber, was Du geträumt hast“, erwiderte er, setzte sich hinter sie und zog sie in seine Arme.
„Zum Glück war es wirklich nur ein Traum, Liebster“, flüsterte Lea. „Bitte, betrüg mich niemals mit einer anderen, ich habe geträumt, wie das ausgeht!“ Und sie erzählte ihm alles, was ihr Gehirn ihr für Bilder während des Schlafes sandte.
Sengaal lachte auf. „Keine Sorge mein Herz. Erstens liebe ich Dich viel zu sehr, zweitens bist Du alles, was ich haben will, und drittens bin ich immer noch so heiß auf Dich wie am ersten Tag.“
Und diesem Versprechen ließ er Taten folgen, er begann, sie stürmisch zu küssen, und kurz danach hatte Lea den Traum vergessen, da Sengaal ihr zeigte, wie sehr er sie begehrte.
Ihr Liebesspiel war intensiver, leidenschaftlicher und erfüllender denn je, und später schliefen sie eng umschlungen zusammen ein.
Leas Atem war beschleunigt, Tränen liefen über ihr Gesicht, und ihr Körper war nass geschwitzt. Sie schlug die Augen auf und versuchte sich zu orientieren. Neben ihr flackerte eine Kerze und verbreitete angenehmes Licht.
Ruckartig richtete sie sich auf und sah sich um. Erleichtert seufzte sie auf, es war alles völlig normal, sie lag zuhause in ihrem Bett. Nur die Stimme, die zu ihr gesprochen hatte, konnte sie nicht sehen.
„Richard? Bist du das?“ fragte sie leise. Erst dann wandte sie ihr Gesicht auf die linke Seite und stieß einen spitzen Schrei aus. Das konnte nicht möglich sein!
Neben ihr sass ein blondhaariger großer Mann mit grau-grünen Augen, die sie besorgt musterten.
„Geh weg von mir!“ rief Lea panisch.
„Aber was ist denn los mein Reh-Auge? Du hast schlecht geträumt, ich hab dich weinen hören“, sagte der Mann.
„Ich... Du... du bist tot! Ich hab Dich umgebracht!“ Lea schloß die Augen und hämmerte mit den Fäusten auf ihre Beine ein. Sie sah das Bild nur zu deutlich vor sich, wo sie den Tod ihres Geliebten miterlebt hatte.
Neranos lachte auf. „Leanora, ich bin nicht tot! Ich bin hier mein Schatz, wie kommst Du nur auf so absurde Gedanken?“ Um seinen Worten Nachdruck zu verleihen, drückte er sie an sich und küßte sie zart. Er strich ihr beruhigend übers Haar, aber es half nichts. Lea weinte noch immer.
Der Mann stand auf und verließ für kurze Zeit das Schlafgemach, um gleich darauf mit einem Becher zurückzukommen.
„Hier, trink das mein Reh-Auge. Das wird dich wieder auf den Boden der Tatsachen zurückbringen“, lächelte er.
Lea nahm den Becher und roch daran. Es war feinster Whiskey, und sie trank den Inhalt auf einen Zug aus. Wohlige Wärme breitete sich in ihrem Magen aus. Der Alkohol war echt, daran bestand kein Zweifel. Vorsichtig nahm sie ihre Hand und strich über Sengaals Gesicht. Auch dieses fühlte sich warm und lebendig an.
„Beim Erbauer, Sengaal... bitte verzeih mir, ich wollte Dich nicht töten!“ stotterte sie.
„Schon gut mein Liebes, ich lebe ja noch. Erzähl mir lieber, was Du geträumt hast“, erwiderte er, setzte sich hinter sie und zog sie in seine Arme.
„Zum Glück war es wirklich nur ein Traum, Liebster“, flüsterte Lea. „Bitte, betrüg mich niemals mit einer anderen, ich habe geträumt, wie das ausgeht!“ Und sie erzählte ihm alles, was ihr Gehirn ihr für Bilder während des Schlafes sandte.
Sengaal lachte auf. „Keine Sorge mein Herz. Erstens liebe ich Dich viel zu sehr, zweitens bist Du alles, was ich haben will, und drittens bin ich immer noch so heiß auf Dich wie am ersten Tag.“
Und diesem Versprechen ließ er Taten folgen, er begann, sie stürmisch zu küssen, und kurz danach hatte Lea den Traum vergessen, da Sengaal ihr zeigte, wie sehr er sie begehrte.
Ihr Liebesspiel war intensiver, leidenschaftlicher und erfüllender denn je, und später schliefen sie eng umschlungen zusammen ein.
Modifié par Bellandyrs, 09 août 2011 - 07:19 .
#2097
Posté 09 août 2011 - 10:32
„Hör auf, mit dem Kerl zu spielen!“ rief Neria Lydia zu. „Der Zauber wird nicht ewig anhalten.“
Sie selbst war gerade damit beschäftigt, die schwereren Verletzungen Sha’iras zu heilen. Dafür verwendete sie wieder einmal ihre Blutmagie, da sie keine Zeit dafür hatten, es mit herkömmlichen Heilmethoden zu versuchen. Als sie die Wunden der Kriegerin mit ihren blutigen Händen berührte, schlossen sich diese innerhalb kurzer Zeit wieder, doch dafür wurde der Magierin ziemlich schwindelig, und sie wirkte noch blasser als gewöhnlich. Sie atmete schwer und musste sich an einer alten Kiste abstützen, um nicht vor Schwäche umzukippen.
Der Orlaisianer merkte hingegen recht schnell, dass er so nicht mit seinen Gegnerinnen fertig werden konnte. Erst verlor er sein Schwert und dann kassierte er auch noch einen Treffer. Keuchend taumelte er zurück. Er musste sich etwas einfallen lassen. Und dann kam ihm die Idee. Kälte bekämpft man mit Feuer, und davon gab es ja inzwischen mehr als genug in diesem Lagerhaus.
Während Lydia zurücksprang und sich über ihn lustig machen wollte, kreiselte er herum und rannte so schnell es möglich war in Richtung der Feuerwand, welche Neria zuvor gelegt hatte, um den Qunari fernzuhalten. Er kam nicht besonders gut voran, doch zu seinem Glück war es auch nicht weit. Er erreichte kurz darauf die Flammen, von denen eine sengende Hitze ausging, die schon allein einen Teil des Kältezustandes seines Körpers quasi in Luft auflöste. Doch das würde seine Reflexe und Schnelligkeit nicht schnell genug wiederherstellen.
So entschied er sich für ein waghalsiges Manöver. Aus dem Lauf heraus stemmte er sich ab und sprang mitten durch die Feuerwand. Mit seinen Armen versuchte er sein Gesicht zu schützen und auch seine Kettenrüstung bewahrte ihn etwas vor dem Feuer. Zumindest verhinderte sie, dass er nicht selbst in Flammen aufging. Doch ganz so glimpflich ging dieser gewagte Sprung doch nicht für ihn aus. Seine Hände und auch sein Gesicht wurden durch die Hitze versengt, und sollte er jemals lebend hier herauskommen, so würden Brandnarben ihn für immer zeichnen. Zudem fingen seine Stiefel Feuer.
Auf der anderen Seite der Flammenwand stieß er gegen die Holzwand des Lagerhauses. Er fluchte wie verrückt, während er eiligst die Stiefel abstreifte, die inzwischen lichterloh brannten. Ein Blick zeigte ihm, dass der Seitenausgang, durch den der Qunari hineinkommen wollte, inzwischen nicht mehr passierbar war. Das Feuer hatte ihn komplett eingeschlossen. Würde er versuchen, dort nach draußen zu gelangen, würden nur verkohlte Überreste von ihm übrigbleiben.
Aber zumindest hatte die Aktion doch etwas Gutes. Seine Bewegungseinschränkungen durch den Kältezauber war fast vollständig verflogen. Das Feuer hatte den Großteil der Eisschicht von seinem Körper entfernt. Nun brauchte er nur noch eine Waffe. Und selbst da wurde er fündig. Einer der Männer, der bei der ersten Explosion an der Tür sein Leben verloren hatte, war so freundlich gewesen, sein Schwert zurückzulassen. Grinsend griff der Orlaisianer danach und sah sich um. Irgendwie musste er wieder hier raus, sonst würde er wirklich bald als Röstbraten enden.
Und selbst da hatte der Mann Glück im Unglück. Neben ihm stand ein recht hoher Kistenhaufen, der fast bis zur Decke reichte. Geschickt wie er war kletterte er diesen empor. Das gefundene Schwert steckte er solange in seine Scheide. Oben angekommen, sprang er nach einem der Dachstützbalken des Lagerhauses und hangelte sich damit durch den Raum und über die Flammenwand hinweg. Er keuchte, während er das tat, und der Schweiß stand ihm auf der Stirn. Als er hinter dem Feuer den nächsten Stützbalken erreicht hatte, umklammerte er diesen mit seinen Armen und ließ sich einfach nach unten schlittern. Er landete ziemlich unsanft auf seinen Füßen und stürzte nur deshalb nicht, weil er so krampfhaft den Balken festgehalten hatte. Doch den Schmerz des Aufpralls spürte er trotzdem in seinem ganzen Körper.
Fluchend ließ er den Balken los und taumelte erst etwas unsicher zurück, bevor er sich wieder in der Gewalt hatte. Anschließend zog er sein neues Schwert und grinste Lydia mit seinem angekokelten Gesicht schon fast irrsinnig an.
„Bereit für die nächste Runde?“ fragte er lachend, bevor er sich auf das Mädchen stürzte und es mit seinen schnellen Angriffen eindeckte.
Sie selbst war gerade damit beschäftigt, die schwereren Verletzungen Sha’iras zu heilen. Dafür verwendete sie wieder einmal ihre Blutmagie, da sie keine Zeit dafür hatten, es mit herkömmlichen Heilmethoden zu versuchen. Als sie die Wunden der Kriegerin mit ihren blutigen Händen berührte, schlossen sich diese innerhalb kurzer Zeit wieder, doch dafür wurde der Magierin ziemlich schwindelig, und sie wirkte noch blasser als gewöhnlich. Sie atmete schwer und musste sich an einer alten Kiste abstützen, um nicht vor Schwäche umzukippen.
Der Orlaisianer merkte hingegen recht schnell, dass er so nicht mit seinen Gegnerinnen fertig werden konnte. Erst verlor er sein Schwert und dann kassierte er auch noch einen Treffer. Keuchend taumelte er zurück. Er musste sich etwas einfallen lassen. Und dann kam ihm die Idee. Kälte bekämpft man mit Feuer, und davon gab es ja inzwischen mehr als genug in diesem Lagerhaus.
Während Lydia zurücksprang und sich über ihn lustig machen wollte, kreiselte er herum und rannte so schnell es möglich war in Richtung der Feuerwand, welche Neria zuvor gelegt hatte, um den Qunari fernzuhalten. Er kam nicht besonders gut voran, doch zu seinem Glück war es auch nicht weit. Er erreichte kurz darauf die Flammen, von denen eine sengende Hitze ausging, die schon allein einen Teil des Kältezustandes seines Körpers quasi in Luft auflöste. Doch das würde seine Reflexe und Schnelligkeit nicht schnell genug wiederherstellen.
So entschied er sich für ein waghalsiges Manöver. Aus dem Lauf heraus stemmte er sich ab und sprang mitten durch die Feuerwand. Mit seinen Armen versuchte er sein Gesicht zu schützen und auch seine Kettenrüstung bewahrte ihn etwas vor dem Feuer. Zumindest verhinderte sie, dass er nicht selbst in Flammen aufging. Doch ganz so glimpflich ging dieser gewagte Sprung doch nicht für ihn aus. Seine Hände und auch sein Gesicht wurden durch die Hitze versengt, und sollte er jemals lebend hier herauskommen, so würden Brandnarben ihn für immer zeichnen. Zudem fingen seine Stiefel Feuer.
Auf der anderen Seite der Flammenwand stieß er gegen die Holzwand des Lagerhauses. Er fluchte wie verrückt, während er eiligst die Stiefel abstreifte, die inzwischen lichterloh brannten. Ein Blick zeigte ihm, dass der Seitenausgang, durch den der Qunari hineinkommen wollte, inzwischen nicht mehr passierbar war. Das Feuer hatte ihn komplett eingeschlossen. Würde er versuchen, dort nach draußen zu gelangen, würden nur verkohlte Überreste von ihm übrigbleiben.
Aber zumindest hatte die Aktion doch etwas Gutes. Seine Bewegungseinschränkungen durch den Kältezauber war fast vollständig verflogen. Das Feuer hatte den Großteil der Eisschicht von seinem Körper entfernt. Nun brauchte er nur noch eine Waffe. Und selbst da wurde er fündig. Einer der Männer, der bei der ersten Explosion an der Tür sein Leben verloren hatte, war so freundlich gewesen, sein Schwert zurückzulassen. Grinsend griff der Orlaisianer danach und sah sich um. Irgendwie musste er wieder hier raus, sonst würde er wirklich bald als Röstbraten enden.
Und selbst da hatte der Mann Glück im Unglück. Neben ihm stand ein recht hoher Kistenhaufen, der fast bis zur Decke reichte. Geschickt wie er war kletterte er diesen empor. Das gefundene Schwert steckte er solange in seine Scheide. Oben angekommen, sprang er nach einem der Dachstützbalken des Lagerhauses und hangelte sich damit durch den Raum und über die Flammenwand hinweg. Er keuchte, während er das tat, und der Schweiß stand ihm auf der Stirn. Als er hinter dem Feuer den nächsten Stützbalken erreicht hatte, umklammerte er diesen mit seinen Armen und ließ sich einfach nach unten schlittern. Er landete ziemlich unsanft auf seinen Füßen und stürzte nur deshalb nicht, weil er so krampfhaft den Balken festgehalten hatte. Doch den Schmerz des Aufpralls spürte er trotzdem in seinem ganzen Körper.
Fluchend ließ er den Balken los und taumelte erst etwas unsicher zurück, bevor er sich wieder in der Gewalt hatte. Anschließend zog er sein neues Schwert und grinste Lydia mit seinem angekokelten Gesicht schon fast irrsinnig an.
„Bereit für die nächste Runde?“ fragte er lachend, bevor er sich auf das Mädchen stürzte und es mit seinen schnellen Angriffen eindeckte.
#2098
Posté 10 août 2011 - 04:41
„Los, noch einen Eimer, das wird sie schon zurückbringen“ schrie eine Stimme quer durch den Raum. Lea hob ein Augenlid, schloß es aber sofort wieder, da ein Schwall eiskaltes Wasser auf sie zuschoss. Ihre Haare tropften vor Nässe, ihre Wangen fühlten sich taub an, wo der Strahl sie getroffen hatte. Überhaupt fühlte sie sich schlapp und müde, die Handgelenke taten ihr weh, und ihre Augen waren so schwer.
Irgendjemand hob ihren Kopf und strich zart mit dem Daumen über ihr Gesicht.
„Wach auf, meine süsse Countess“, schmeichelte eine Stimme.
Widerwillig öffnete sie die Augen. In dem Raum war es relativ dunkel und kalt, lediglich eine Pechfackel warf ihr flackerndes Licht an die Wand. Sie blinzelte ein paar mal, bevor sie etwas mehr erkennen konnte. Überrascht starrte sie den Mann an, der ihr so liebevoll übers Gesicht strich und sie zärtlich anlächelte. Träumte sie etwa schon wieder?
„Na bitte, da bist Du ja wieder. Ich hatte mir schon Sorgen um Dich gemacht.“ Seine Stimme war angenehm, leicht heiser, und sie blickte ihm ins Gesicht, erforschte seine Augen, welche von einem warmen grau-blau waren, wie sie noch nie vorher gesehen hatte – außer bei ihm.
„Tjark,“ flüsterte sie. „Es tut mir so leid, ich wollte das alles doch gar nicht!“ Bittend sah sie ihn an.
„Schhhh, mein Täubchen, das weiß ich doch alles. Genau sowenig wie ich Dir je weh tun wollte. Woher konnte ich auch wissen, was passieren würde, um wen es ging, als ich mich damals auf den Handel einließ. Aber nun sind wir ja endlich zusammen, ganz so, wie ich es Dir versprochen habe. Ich habe auf Dich gewartet. Jetzt können wir unser Glück geniessen, und ich werde Dir zeigen, wie schön die Liebe sein kann.“
Zu den andern Männern im Raum sagte er: „Ihr könnt jetzt gehen.“, und nickte ihnen zu.
Leas Herz stockte für einen Moment. Dieser Mann hatte noch immer eine faszinierende Ausstrahlung auf sie, und ein weiteres Mal versank sie in seinen Augen.
Ihr war kalt, und sie spürte, wie sich ihre Brustwarzen vor Kälte aufstellten. Lea blickte an sich hinunter und stellte entsetzt fest, dass sie bis auf die Haut nackt war. Vor Scham wurde sie rot, und sie begann zu zittern.
„Tjark, mir ist kalt. Bitte, wo ist meine Kleidung?“ fragte sie ihn leise. Sie wünschte sich, dass er sie in den Arm nahm und wärmte, ihr eine Decke umlegte und ihr Körper nicht mehr völlig entblößt war.
Irgendjemand hob ihren Kopf und strich zart mit dem Daumen über ihr Gesicht.
„Wach auf, meine süsse Countess“, schmeichelte eine Stimme.
Widerwillig öffnete sie die Augen. In dem Raum war es relativ dunkel und kalt, lediglich eine Pechfackel warf ihr flackerndes Licht an die Wand. Sie blinzelte ein paar mal, bevor sie etwas mehr erkennen konnte. Überrascht starrte sie den Mann an, der ihr so liebevoll übers Gesicht strich und sie zärtlich anlächelte. Träumte sie etwa schon wieder?
„Na bitte, da bist Du ja wieder. Ich hatte mir schon Sorgen um Dich gemacht.“ Seine Stimme war angenehm, leicht heiser, und sie blickte ihm ins Gesicht, erforschte seine Augen, welche von einem warmen grau-blau waren, wie sie noch nie vorher gesehen hatte – außer bei ihm.
„Tjark,“ flüsterte sie. „Es tut mir so leid, ich wollte das alles doch gar nicht!“ Bittend sah sie ihn an.
„Schhhh, mein Täubchen, das weiß ich doch alles. Genau sowenig wie ich Dir je weh tun wollte. Woher konnte ich auch wissen, was passieren würde, um wen es ging, als ich mich damals auf den Handel einließ. Aber nun sind wir ja endlich zusammen, ganz so, wie ich es Dir versprochen habe. Ich habe auf Dich gewartet. Jetzt können wir unser Glück geniessen, und ich werde Dir zeigen, wie schön die Liebe sein kann.“
Zu den andern Männern im Raum sagte er: „Ihr könnt jetzt gehen.“, und nickte ihnen zu.
Leas Herz stockte für einen Moment. Dieser Mann hatte noch immer eine faszinierende Ausstrahlung auf sie, und ein weiteres Mal versank sie in seinen Augen.
Ihr war kalt, und sie spürte, wie sich ihre Brustwarzen vor Kälte aufstellten. Lea blickte an sich hinunter und stellte entsetzt fest, dass sie bis auf die Haut nackt war. Vor Scham wurde sie rot, und sie begann zu zittern.
„Tjark, mir ist kalt. Bitte, wo ist meine Kleidung?“ fragte sie ihn leise. Sie wünschte sich, dass er sie in den Arm nahm und wärmte, ihr eine Decke umlegte und ihr Körper nicht mehr völlig entblößt war.
#2099
Posté 10 août 2011 - 05:49
Die Wunden waren von Neria verschlossen , die Kratzer verheilt und ihr Kampfeswillen wieder vollends gestärkt . Der Orlaisianer war ein toter Mann , das wusste er solbst , aber hatte er nicht die Größe es sich einzugestehen . Er versuchte weiterhin gegen Lydia anzukämpfen , Schlag auf Schlag .
Mehr brauchte sie nicht zu sehen . Das allein reichte , um sie in Rage zu versetzen und einmal mehr stürzte sie sich in den Kampf , doch dieses Mal kannte sie keine Gnade .
Mit einem lauten , hasserfüllten Brüllen lief sie auf ihn zu und schwang ihren Speer . Der Orlaisianer war vollständig Unvorbereitet und sie krachte in ihn wie ein Rammbock . Sie schlug mit ihrem Speer nach ihm , kratzte ihm über die Brust , das die Kettenringe seiner Weste durch die Luft flogen , fauchte und prügelte .
Ein unachtsamer Moment seitens des Orlaisianers genügte , und Sha´ira hatte ihm mit der Gleva nach dem Schwert geschlagen . Es klirrte und schepperte , und plötzlich stand der Orlaisianer mit einem Heft ohne Klinge in der Hand da .
Es krachte und schepperte , als Sha´ira mit dem Speer voran auf den Orlaisianer zusprang . Sie verfehlte zwar seine Brust , aber sie hatte lange nicht vor , ihn zu töten . Sie durchschlug seine Schulter und pinnte ihn an der Holzwand hinter ihm fest . Blut tropfte auf den Boden und bildete eine kleine Pfütze .
" Die Runde dürfte an uns gehen " , sagte sie zum Orlaisianer , bevor sie ihm mit voller Wucht ihre Stahlstiefel in die Eier trat .
" Ich glaube , das gibt ... Rühreier ... " lachte sie höhnisch und stellte sich vor ihn .
" Noch was wichtiges zu sagen , bevor ich dich in Fetzen reiße ? "
Mehr brauchte sie nicht zu sehen . Das allein reichte , um sie in Rage zu versetzen und einmal mehr stürzte sie sich in den Kampf , doch dieses Mal kannte sie keine Gnade .
Mit einem lauten , hasserfüllten Brüllen lief sie auf ihn zu und schwang ihren Speer . Der Orlaisianer war vollständig Unvorbereitet und sie krachte in ihn wie ein Rammbock . Sie schlug mit ihrem Speer nach ihm , kratzte ihm über die Brust , das die Kettenringe seiner Weste durch die Luft flogen , fauchte und prügelte .
Ein unachtsamer Moment seitens des Orlaisianers genügte , und Sha´ira hatte ihm mit der Gleva nach dem Schwert geschlagen . Es klirrte und schepperte , und plötzlich stand der Orlaisianer mit einem Heft ohne Klinge in der Hand da .
Es krachte und schepperte , als Sha´ira mit dem Speer voran auf den Orlaisianer zusprang . Sie verfehlte zwar seine Brust , aber sie hatte lange nicht vor , ihn zu töten . Sie durchschlug seine Schulter und pinnte ihn an der Holzwand hinter ihm fest . Blut tropfte auf den Boden und bildete eine kleine Pfütze .
" Die Runde dürfte an uns gehen " , sagte sie zum Orlaisianer , bevor sie ihm mit voller Wucht ihre Stahlstiefel in die Eier trat .
" Ich glaube , das gibt ... Rühreier ... " lachte sie höhnisch und stellte sich vor ihn .
" Noch was wichtiges zu sagen , bevor ich dich in Fetzen reiße ? "
Modifié par Kisu, 10 août 2011 - 06:57 .
#2100
Posté 11 août 2011 - 11:58
Der Oberst ging einen weiteren Schritt auf sie zu, zog sie in seine Arme und seine Lippen näherten sich den ihren, bis sie sich in einem Kuss fanden. Sie wollte ihre Hände hinter seinem Nacken verschränken, ihn näher zu sich ziehen, aber sie konnte ihre Arme nicht bewegen. Dennoch war sie so in seinem Kuss gefangen, dass sie dem keine Bedeutung beimaß. Tjark stöhnte auf, presste sich an sie, seine Hände wanderten von den Achseln streichelnd über ihre Oberarme, weiter bis zu ihren Händen, die er in seine nahm. Sein Mund folgte der Spur, die seine Hände soeben gewandert waren, und seine Küsse waren sanft, knabbernd, zärtlich, bis er mit seiner Zunge über die innere Beuge des Ellbogens strich und zart daran saugte. Lea keuchte auf, ein wohliger Schauer überzog ihren Körper.
Lächelnd löste sich der Soldat von ihren Armen, küßte Achseln, Schlüsselbein, und arbeitete sich mit der Zunge sanft erforschend weiter zu ihren Brüsten, wo er ihre mittlerweile steil aufgerichteten Brustwarzen zuerst zart umkreiste, kurze Zeit später zärtlich mit den Lippen daran knabberte, um dann daran sachte zu saugen. Zuerst sanft und vorsichtig, und erst als Lea wirklich vor Erregung zitterte, nahm er seine Zähne zu Hilfe und war zärtlich und leidenschaftlich zugleich. Seine Hand wanderte ihren schlanken Oberkörper weiter entlang bis zu ihren Beinen, fuhr die Innenseite ihrer Oberschenkel wieder mit langsamen streichelnden Bewegungen hoch. Lea schnappte nach Luft, ihr Atem ging stoßweise, ihr Puls raste, und dennoch konnte sie sich nicht völlig diesem Gefühl hingeben. Sie wollte ihn an seinen Händen nehmen, ihn wegziehen, es war nicht richtig, was sie hier taten. Und immer noch konnte sie ihre Arme nicht bewegen.
Genau in dem Moment strich sein Daumen über ihre intimste Stelle, die sich mittlerweile geschwollen anfühlte, und ein lustvoller Schrei löste sich aus ihrer Kehle.
„Du bist ja ganz nass, mein Täubchen. Das trifft sich gut, denn ich bin schon steinhart.“ Er lachte rauh auf, seine Stimme hatte einen völlig anderen Tonfall als zuvor. Als sie ihm nun in die Augen blickte, sah sie pure Leidenschaft, trotzdem lag in diesen ein liebevoller Ausdruck.
„Und erzähl mir ja nichts mehr von wegen die Unschuld vom Lande. Du genießt das Ganze, obwohl du mit deinen Händen am Deckenbalken gekettet bist“, fügte er mit lüsternem Blick hinzu.
Das war es also, wieso sie ihre Hände nicht bewegen konnte. Allerdings verstand sie nicht, wieso sie gefesselt war. Aber ihre Sinne waren mittlerweile zu benebelt, um einen klaren Gedanken fassen zu können.
Tjark streichelte mit seinem Finger noch immer ihren empfindsamsten Punkt, mit der anderen Hand liebkoste er abermals ihren Oberkörper. Schließlich ließ er kurz von ihr ab, entledigte sich seiner Hosen und seines Hemdes, kniete vor ihr nieder und verwöhnte diese Stelle mit seiner Zunge. Lea sah beinahe Sterne, ihr Körper vibrierte. Trotzdem war wieder diese innere Stimme in ihr, die ihr zurief: 'Halte ein, Lea, es ist nicht richtig, was du hier machst!' Sie spürte, dass etwas falsch war. Ein anderes Gesicht tauchte vor ihr auf, blonde lange Haare zu einem Zopf gebunden, grau-grüne Augen, vollendete Umgangsformen. Sengaal! Sie war drauf und dran, ihren Geliebten zu betrügen! Ihre Leidenschaft erkaltete augenblicklich, als sie das Ausmaß erkannte, auf welches sie da zusteuerte.
„Tjark, bitte, hör auf. Ich will nicht!“ sagte sie mit flehendem Unterton in der Stimme, was jedoch voll im Gegensatz zu dem stand, was ihr Körper zuvor für Signale gesandt hatte.
Er ignorierte ihren Einwand, ging um Lea herum, lockerte die Ketten soweit, dass er ihren Oberkörper nach vorne drücken konnte. Ihr verführerischer Hintern reckte sich ihm dadurch entgegen. Mit beiden Händen umfaßte er ihr Becken und presste ihren Schoß an sich. Sein Glied pulsierte, als er damit ihre Po-Ritze streifte und sich ihrer Nässe näherte. Er genoß den Augenblick, bald würde er mit ihr vereint sein, ihre Hitze voll spüren. Er musste sich zusammenreißen, dass er nicht jetzt schon kam, so sehr erregte ihn allein der Gedanke, noch dazu spürte er sein Ziel an seiner Spitze nur zu deutlich.
Panik überkam Lea, als sie so kurz davor stand, ihre Jungfräulichkeit zu verlieren.
„Tjark, bitte! Tu es nicht“, wimmerte Lea ängstlich. Ihre Haare hingen nach vorne wie ein Vorhang, und sie verkrampfte sich. Sie hatte Angst vor dem, was nun kam, und sie wollte nicht mit Tjark dieses erste Mal teilen, wo ihr Herz so viel mehr an Sengaal hing.
Der blonde Mann hielt inne, als er das spürte. Er hatte noch nie ein Weib gegen ihren Willen genommen. Er lachte hart auf. Bisher war das auch nicht nötig, denn alle die er haben wollte, hatten sich ihm freiwillig hingegeben, ja sogar teilweise angefleht, er möge sie endlich penetrieren.
„Das ist also der Dank. Du weißt schon, dass Du mich beinahe um den Verstand bringst? Aber ich hab noch nie ein Weib gevögelt, wenn sie nicht wollte, und das gilt auch für Dich.“ Bei diesen Worten verließ ihn jegliche Lust, und er ließ von ihr ab.
Der Oberst richtete sich auf, sein Lächeln war verschwunden. Tjark ging wieder um sie herum und musterte sie.
„Du willst also nicht?“ fragte er gefährlich leise. „Ich dachte, Du liebst mich?“
„Ja schon, aber...“ weiter kam sie nicht, denn schon hatte er ihr eine kräftige Ohrfeige verabreicht, so dass ihr Kopf zur Seite flog.
„Was aber? Hast Du einen anderen Kerl? Du, die reine Seele, unschuldig bis ins Blut?“ brüllte er außer sich vor Wut.
Tränen der Demütigung und des Schmerzes liefen Lea übers Gesicht, aber das interessierte den Hauptmann nicht.
„Erzähl mir nichts, Du hast so laut vor Lust gestöhnt, dass es ganz Denerim hören musste! Und nun willst Du mir wirklich glaubhaft machen, dass Du nicht willst? Da steckt doch sicher ein anderer Mann dahinter!“ Er hatte sich in Rage gesprochen.
Enttäuscht wandte er sich um und ging ans andere Ende des Zimmers, wo er sich ein Glas Wein einschenkte, welches er gedankenverloren im Licht drehte.
„Ja … Nein... Du hast die Lust in mir durchaus entfacht, Tjark, aber Du sagtest es bereits, mein Herz gehört jemand anderem. Ich kann doch nichts dafür, dass ich mich in einen anderen Mann verliebt habe!“ Lea versuchte verzweifelt, sich zu entschuldigen. Was konnte sie schon für ihre Gefühle? „Es stand alles unter einem schlechten Stern, als wir uns kennenlernten. Tjark, wären wir uns nur früher über den Weg gelaufen, dann wäre sicher alles anders geworden. Ich habe um dich getrauert, habe Deine Tagebücher gelesen, nur um Dir nahe zu sein. Aber Du warst weg! Und dann habe ich jenen Mann kennengelernt, der Dir so ähnlich, und trotzdem völlig anders ist. Ich wünschte, ich könnte Dich so lieben, wie ich es einst dachte, aber da ist zuvieles passiert. Bitte, verzeih mir. Ich will Dich nicht noch einmal verlieren.“ flüsterte sie.
„Dann entscheide Dich, Leanora. Entweder er – oder ich. Wenn Du ihn nimmst, siehst Du mich nie wieder. Auch nicht als Freund, dafür hast Du mich zu sehr verletzt.“ Er nahm einen Schluck Wein, stellte den Becher wieder ab und trat zu Lea, wo er sie von den Ketten befreite.
Er bückte sich, um seine Kleider aufzuheben und sich anzuziehen.
Leanora rieb sich die Handgelenke, um ihr Blut wieder zirkulieren zu lassen. Sie war völlig durcheinander. Sie wollte Tjark nicht noch einmal verletzen, geschweige denn verlieren, aber sie wußte, dass die Gefühle für ihn lange nicht an die Intensität derer zu Sengaal heran reichten.
Tjark warf ihr ein paar Kleidungsstücke zu. Erleichtert stellte sie fest, dass es sich um ihre handelte. Schnell zog sie sich an und fühlte sich damit sicherer und wohler in ihrer Haut. Trotzdem war sie verwirrt und durcheinander. Sie schämte sich dafür, wie sehr sie auf die Liebkosungen reagiert hatte und bat Sengaal im Stillen um Verzeihung. Dennoch stand Tjark vor ihr und ließ keine Zweifel offen, dass er sie begehrte und vielleicht sogar tatsächlich liebte. Was sollte sie nur tun?
Lächelnd löste sich der Soldat von ihren Armen, küßte Achseln, Schlüsselbein, und arbeitete sich mit der Zunge sanft erforschend weiter zu ihren Brüsten, wo er ihre mittlerweile steil aufgerichteten Brustwarzen zuerst zart umkreiste, kurze Zeit später zärtlich mit den Lippen daran knabberte, um dann daran sachte zu saugen. Zuerst sanft und vorsichtig, und erst als Lea wirklich vor Erregung zitterte, nahm er seine Zähne zu Hilfe und war zärtlich und leidenschaftlich zugleich. Seine Hand wanderte ihren schlanken Oberkörper weiter entlang bis zu ihren Beinen, fuhr die Innenseite ihrer Oberschenkel wieder mit langsamen streichelnden Bewegungen hoch. Lea schnappte nach Luft, ihr Atem ging stoßweise, ihr Puls raste, und dennoch konnte sie sich nicht völlig diesem Gefühl hingeben. Sie wollte ihn an seinen Händen nehmen, ihn wegziehen, es war nicht richtig, was sie hier taten. Und immer noch konnte sie ihre Arme nicht bewegen.
Genau in dem Moment strich sein Daumen über ihre intimste Stelle, die sich mittlerweile geschwollen anfühlte, und ein lustvoller Schrei löste sich aus ihrer Kehle.
„Du bist ja ganz nass, mein Täubchen. Das trifft sich gut, denn ich bin schon steinhart.“ Er lachte rauh auf, seine Stimme hatte einen völlig anderen Tonfall als zuvor. Als sie ihm nun in die Augen blickte, sah sie pure Leidenschaft, trotzdem lag in diesen ein liebevoller Ausdruck.
„Und erzähl mir ja nichts mehr von wegen die Unschuld vom Lande. Du genießt das Ganze, obwohl du mit deinen Händen am Deckenbalken gekettet bist“, fügte er mit lüsternem Blick hinzu.
Das war es also, wieso sie ihre Hände nicht bewegen konnte. Allerdings verstand sie nicht, wieso sie gefesselt war. Aber ihre Sinne waren mittlerweile zu benebelt, um einen klaren Gedanken fassen zu können.
Tjark streichelte mit seinem Finger noch immer ihren empfindsamsten Punkt, mit der anderen Hand liebkoste er abermals ihren Oberkörper. Schließlich ließ er kurz von ihr ab, entledigte sich seiner Hosen und seines Hemdes, kniete vor ihr nieder und verwöhnte diese Stelle mit seiner Zunge. Lea sah beinahe Sterne, ihr Körper vibrierte. Trotzdem war wieder diese innere Stimme in ihr, die ihr zurief: 'Halte ein, Lea, es ist nicht richtig, was du hier machst!' Sie spürte, dass etwas falsch war. Ein anderes Gesicht tauchte vor ihr auf, blonde lange Haare zu einem Zopf gebunden, grau-grüne Augen, vollendete Umgangsformen. Sengaal! Sie war drauf und dran, ihren Geliebten zu betrügen! Ihre Leidenschaft erkaltete augenblicklich, als sie das Ausmaß erkannte, auf welches sie da zusteuerte.
„Tjark, bitte, hör auf. Ich will nicht!“ sagte sie mit flehendem Unterton in der Stimme, was jedoch voll im Gegensatz zu dem stand, was ihr Körper zuvor für Signale gesandt hatte.
Er ignorierte ihren Einwand, ging um Lea herum, lockerte die Ketten soweit, dass er ihren Oberkörper nach vorne drücken konnte. Ihr verführerischer Hintern reckte sich ihm dadurch entgegen. Mit beiden Händen umfaßte er ihr Becken und presste ihren Schoß an sich. Sein Glied pulsierte, als er damit ihre Po-Ritze streifte und sich ihrer Nässe näherte. Er genoß den Augenblick, bald würde er mit ihr vereint sein, ihre Hitze voll spüren. Er musste sich zusammenreißen, dass er nicht jetzt schon kam, so sehr erregte ihn allein der Gedanke, noch dazu spürte er sein Ziel an seiner Spitze nur zu deutlich.
Panik überkam Lea, als sie so kurz davor stand, ihre Jungfräulichkeit zu verlieren.
„Tjark, bitte! Tu es nicht“, wimmerte Lea ängstlich. Ihre Haare hingen nach vorne wie ein Vorhang, und sie verkrampfte sich. Sie hatte Angst vor dem, was nun kam, und sie wollte nicht mit Tjark dieses erste Mal teilen, wo ihr Herz so viel mehr an Sengaal hing.
Der blonde Mann hielt inne, als er das spürte. Er hatte noch nie ein Weib gegen ihren Willen genommen. Er lachte hart auf. Bisher war das auch nicht nötig, denn alle die er haben wollte, hatten sich ihm freiwillig hingegeben, ja sogar teilweise angefleht, er möge sie endlich penetrieren.
„Das ist also der Dank. Du weißt schon, dass Du mich beinahe um den Verstand bringst? Aber ich hab noch nie ein Weib gevögelt, wenn sie nicht wollte, und das gilt auch für Dich.“ Bei diesen Worten verließ ihn jegliche Lust, und er ließ von ihr ab.
Der Oberst richtete sich auf, sein Lächeln war verschwunden. Tjark ging wieder um sie herum und musterte sie.
„Du willst also nicht?“ fragte er gefährlich leise. „Ich dachte, Du liebst mich?“
„Ja schon, aber...“ weiter kam sie nicht, denn schon hatte er ihr eine kräftige Ohrfeige verabreicht, so dass ihr Kopf zur Seite flog.
„Was aber? Hast Du einen anderen Kerl? Du, die reine Seele, unschuldig bis ins Blut?“ brüllte er außer sich vor Wut.
Tränen der Demütigung und des Schmerzes liefen Lea übers Gesicht, aber das interessierte den Hauptmann nicht.
„Erzähl mir nichts, Du hast so laut vor Lust gestöhnt, dass es ganz Denerim hören musste! Und nun willst Du mir wirklich glaubhaft machen, dass Du nicht willst? Da steckt doch sicher ein anderer Mann dahinter!“ Er hatte sich in Rage gesprochen.
Enttäuscht wandte er sich um und ging ans andere Ende des Zimmers, wo er sich ein Glas Wein einschenkte, welches er gedankenverloren im Licht drehte.
„Ja … Nein... Du hast die Lust in mir durchaus entfacht, Tjark, aber Du sagtest es bereits, mein Herz gehört jemand anderem. Ich kann doch nichts dafür, dass ich mich in einen anderen Mann verliebt habe!“ Lea versuchte verzweifelt, sich zu entschuldigen. Was konnte sie schon für ihre Gefühle? „Es stand alles unter einem schlechten Stern, als wir uns kennenlernten. Tjark, wären wir uns nur früher über den Weg gelaufen, dann wäre sicher alles anders geworden. Ich habe um dich getrauert, habe Deine Tagebücher gelesen, nur um Dir nahe zu sein. Aber Du warst weg! Und dann habe ich jenen Mann kennengelernt, der Dir so ähnlich, und trotzdem völlig anders ist. Ich wünschte, ich könnte Dich so lieben, wie ich es einst dachte, aber da ist zuvieles passiert. Bitte, verzeih mir. Ich will Dich nicht noch einmal verlieren.“ flüsterte sie.
„Dann entscheide Dich, Leanora. Entweder er – oder ich. Wenn Du ihn nimmst, siehst Du mich nie wieder. Auch nicht als Freund, dafür hast Du mich zu sehr verletzt.“ Er nahm einen Schluck Wein, stellte den Becher wieder ab und trat zu Lea, wo er sie von den Ketten befreite.
Er bückte sich, um seine Kleider aufzuheben und sich anzuziehen.
Leanora rieb sich die Handgelenke, um ihr Blut wieder zirkulieren zu lassen. Sie war völlig durcheinander. Sie wollte Tjark nicht noch einmal verletzen, geschweige denn verlieren, aber sie wußte, dass die Gefühle für ihn lange nicht an die Intensität derer zu Sengaal heran reichten.
Tjark warf ihr ein paar Kleidungsstücke zu. Erleichtert stellte sie fest, dass es sich um ihre handelte. Schnell zog sie sich an und fühlte sich damit sicherer und wohler in ihrer Haut. Trotzdem war sie verwirrt und durcheinander. Sie schämte sich dafür, wie sehr sie auf die Liebkosungen reagiert hatte und bat Sengaal im Stillen um Verzeihung. Dennoch stand Tjark vor ihr und ließ keine Zweifel offen, dass er sie begehrte und vielleicht sogar tatsächlich liebte. Was sollte sie nur tun?
Modifié par Bellandyrs, 11 août 2011 - 04:59 .





Retour en haut





