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Die freie Wildnis von Ferelden (Dragon Age RP)


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2750 réponses à ce sujet

#2101
Aliens Crew

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Etwas rührte sich. Ganz zart, ganz sachte. Es war ein Geräusch, kaum zu vernehmen. Es drang ganz leicht an ihr Ohr, wie eine leichte Brise, die über das Gras einer Wiese strich. Es kitzelte sie sanft, so dass sich ihre Nackenhaare aufstellten. Doch konnte sie die Ursache dafür nicht ermitteln. Das Geräusch schien von nirgendwo herzukommen und doch hatte Leanora das Gefühl, dass es überall um sie herum existierte. Sie warf einen flüchtigen Blick auf Tjark, doch der rührte sich nicht. Anscheinend vernahm er nichts, und er war auch nicht der Urheber. So lauschte sie einfach weiter.
 
Das Geräusch wurde lauter, ganz allmählich. Und sie erkannte es als eine Stimme. Eine männlich klingende Stimme um genau zu sein. Doch konnte sie weder die Worte verstehen noch erkennen, wem diese Stimme gehören könnte. Nur eines, das hörte sie genau. Die Stimme flüsterte ihren Namen.
 
„Lea....Lea....Leeaaa“, raunte es in ihrem Kopf, im hintersten Winkel ihres Bewusstseins. Die Stimme flüsterte noch mehr. Doch es klang unverständlich, wie durch ein Kissen hindurch und zudem noch unendlich weit weg. So sehr sie sich auch anstrengte, sie konnte die Worte nicht verstehen. Und dann war es plötzlich wieder vorbei. Das Flüstern war weg, verflogen wie der Duft einer Rose im Angesicht eines brennenden Lagerfeuers. Sie vernahm nur noch ihren eigenen Herzschlag, der wie wild in ihrer Brust schlug und das ungeduldige Auftreten des Fußes, eines unzufriedenen Obersts, der die Frau nach wie vor mit seinen Blicken zu durchbohren schien.
 
 

#2102
Bellandyrs

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Während ihre Gedanken durcheinander wirbelten wie ein durchgehendes Pferdegespann, beschlich sie ein unheimliches Gefühl. Irgendetwas rauschte in ihren Ohren, als würde der Wind durch die Mauern pfeifen. Sie runzelte die Stirn und lauschte angestrengt in die Dunkelheit. Dabei schweifte ihr Blick zu Tjark, aber dieser schien dieses Geräusch weder zu hören noch zu verursachen. Ihre Nackenhaare stellten sich auf, da flüsterte doch jemand ihren Namen? Oder kam das aus ihrem Kopf? Plötzlich war es vorbei, und sie hörte nur noch Tjarks ungeduldiges Klopfen mit dem Fuss, welches sie wieder in die Wirklichkeit zurückholte.

„Wieso war ich eigentlich angekettet, Tjark?“

„Du warst bewusstlos, als wir Dich fanden. Im Liegen haben wir Dich nicht wach gekriegt, zudem ist es leichter, Wasser über den ganzen Körper zu verteilen. Und bevor Du fragst, das ist auch der Grund, wieso du nackt warst. Wenngleich es mich all meine Körperbeherrschung gekostet hat, nicht über dich herzufallen, während Du noch ohnmächtig warst“, lachte er zynisch auf. „Aber der Gedanke hatte schon etwas reizvolles, Dich zu nehmen, wenn Du gefesselt bist, meine süße Lea.“

Lea wurde rot, aber enthielt sich einer Antwort. Sie hatte das Gefühl, dass sie hier nicht am richtigen Ort war, irgendetwas zog und zerrte in ihrem Gedächtnis. Vor allem der Gedanke an Sengaal ließ sie nicht los. Sie hatte ihm eine Tochter geboren. Wo war sie hier, und vor allem, wie kam sie hierher?

#2103
Aliens Crew

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Der Orlaisianer blickte nach unten, zwischen seine Beine. Dorthin, wohin Sha’ira ihn gerade getreten hatte. Und trotz der Schmerzen, die seine rechte Schulter durchzuckten, in denen immer noch die Waffe der Kriegerin steckte, konnte er sich ein breites Grinsen nicht verkneifen. Langsam hob er den Blick wieder, bevor er die Elfe vor sich belustigt anfeixte.
 
„Sicher habe ich noch etwas zu sagen“, meinte er abfällig, bevor er einen kleinen Hustenanfall bekam. Es dauerte einen kurzen Moment, bevor er sich wieder unter Kontrolle hatte und dann weitersprach. „Was hast du eigentlich mit deinem Tritt zu erreichen versucht? Hast du dumme Nuss etwa vergessen, dass ich eine Kettenrüstung trage? Weiber! Zu blöd zum scheißen! Aber danke, für deine Waffe!“
 
Mit diesen Worten packte er nach dem Stiel von Sha’iras Waffe und zog daran. Die Schmerzen waren kaum auszuhalten und deutlich in seinem verzerrtem Gesicht abzulesen, aber der Orlaisianer gab nicht auf. Es ging hier immerhin um sein Leben, und an dem hang er wirklich sehr. Ein langgezogener Schrei entwich seiner Kehle, während er die Waffe förmlich aus seiner Schulter herausriss. Blut und Fleischfetzen hingen noch daran, als er es schließlich geschafft hatte, doch das kümmerte ihn nicht. Zufrieden lachte er auf und warf den Speer zur Seite, da er damit eh nicht umgehen konnte. Doch dafür war er um einiges besser im unbewaffneten Nahkampf.
 
Er hob seine linke Hand, die rechte konnte er aufgrund seiner Verletzungen nicht gebrauchen, aber immerhin hatte er noch seine Füße. Der Orlaisianer stürzte auf Sha’ira zu und schlug ihr mit der Faust mitten ins Gesicht. Er traf ihren Unterkiefer, so dass sie Blut spuckte. Es folgte ein Tritt gegen ihre ungedeckte Brust, der sie zurückschleuderte. Dann drehte er sich einmal um seine eigene Achse, bevor er ein weiteres mal zutrat.
 
„Hättest dir vielleicht doch mal eine anständige Rüstung kaufen sollen, bevor du dich mit einem echten Kerl anlegst, was?“ lästerte der Orlaisianer, während er weiter auf Sha’ira eintrat und hier und da auch mal seine Faust sprechen ließ.
 
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Während Leanora in ihren Gedanken und Zweifeln vertieft war, vernahm sie mit einem mal wieder dieses leise Rauschen, doch um einiges lauter als zuvor. Es klang wie eine Brise, die durch die Baumkronen eines Laubwaldes strich...und es wurde stärker. Dann ertönte wieder diese Stimme. Leanora bemerkte, dass sie eindeutig männlich war, doch handelte es sich wieder nicht um Oberst Tjark, der hier zu ihr sprach. Dieser stand nach wie vor einfach nur da und starrte sie an. Trotzdem klang diese Stimme irgendwie vertraut, doch war sie noch zu weit entfernt, um sie einer Person zuordnen zu können. Und sie war erneut lediglich in ihrem Kopf zu hören.
 
„Lea...Lea...hör’ mir zu“, hauchte die Stimme wie aus weiter Ferne. Sie klang so sanft, aber auch voller Sorge. „Du gehörst hier nicht her. Es ist nicht real. Das alles hier nicht. Und dieser Mann ist es ebenso wenig. Bitte hör’ mich an. Es ist alles falsch. Nur du bist real. Alles andere ist nur...“
 
Das Pfeifen eines starken Windes übertönte den Rest und trug die übrigen Worte des Mannes wie ein Sturmgewitter fort aus Leanoras Kopf. Dieses Geräusch wurde lauter und lauter und erfüllte bald ihr ganzes Denken, bis es auf einmal ganz plötzlich erneut verstummte. Und so war sie wieder allein mit Oberst Tjark.
 

#2104
Kisu

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Sha´ira viel nach hinten über einen Stapel von Latten , Brettern und Balken . Der Orlaisianer hatte ein letztes mal versucht sich aus ihren Fängen zu befreien , doch es war aussichtslos . Er war ein toter Mann und das wollte sie ihn wissen und spüren lassen . Sie richtete sich auf und griff nach dem nächstbesten Holzbalken . Ein armdickes Stämmchen , vielleicht zwei Meter lang und hart wie Eisen .

Sie spuckte das Blut vor ihm auf den Boden und lachte heiser .
" Ich spüre keinen Schmerz . Wichser ! "

Damit holte sie mit einem irren Schrei aus und schlug dem Orlaisianer nach seinen wackeligen Hühnerbeinen . Es krachte , als würde sie mit einer Axt altes Holz spalten und mit einem Schlag hatte sie ihn Kopfgestellt . Für einen Augenblick schien er kopfüber in er Luft zu hängen , dann landete er rumpelnd auf dem Steinboden . Mit ihrem nächsten Schlag donnerte sie von oben herab auf den am Boden liegenden Orlaisianer hernieder und schlug ihm quer über die Brust .

Sha´ira schloss zu ihm auf und griff nach ihrer Gleve , welche sie in einen Holzbalken außerhalb seiner Reichweite steckte . Danach knöpfte sie sich den Wahnsinnigen vor . Sie packte ihn am Kragen seines Kettenhemdes und hob ihn hoch in die Luft , bevor sie ihn mit voller Wucht gegen die Holzwand schleuderte , die sie erst den Tag zuvor ausgebessert hatte . Welch Ironie , dachte sie sich , als sie zerbarst . Doch der Orlaisianer war vorerst nicht zum Aufstehen und weglaufen fähig , so ging sie gemäschlichen Schrittes zu ihm und packte ihn mit einer Klauenhand am Hals , und hob ihn in die Luft , das war anstrengend , aber es sah wenigstens gut aus . Sie packte fest zu , seine Füße beumelten etwa eine halbe Elle über dem Boden und Blut tropfte aus seinen Wunden .

" Ich denke , du hast nichts mehr zu melden . Oder hast du irgendwelche Einwände , wenn ich dich Leiden lasse ? " sagte sie zu ihm , wobei sie kurz den Druck an seinem Hals verstärkte . " Nenn mir einen Grund , warum ich es schnell beenden sollte . "

#2105
Bellandyrs

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Sie schloss die Augen und hielt ihre Hände an die Schläfen, als das Rauschen erneut einsetzte. Dieses mal verstand sie halbwegs, was die Stimme ihr zuflüsterte. Aber woher kam sie? Wer war sie? Lea öffnete die Augen wieder und sah Tjark beinahe hypnotisierend an. Aber seine Lippen bewegten sich nicht. Das Geräusch wurde lauter, sie meinte, ihr Kopf müsse jeden Augenblick zerspringen. Und genau da, wo sie dachte, mehr hielte sie nicht mehr aus, war es wieder vorbei.

„Was ist los mit Dir, Du bist ja bleicher als die Wand?“ fragte Tjark. „Es tut mir leid, Liebes, ich hätte Dich nicht überrumpeln dürfen. Verzeih mir bitte! Vor allem hätte ich Dich nicht ohrfeigen dürfen, aber das war im Effekt, weil ich so enttäuscht war“, fügte er entschuldigend hinzu.
Sofort war er mit einem Glas Wein bei ihr.
Lea trat unbewußt einen kleinen Schritt zurück. Die Stimme hatte gesagt, es sei nicht echt. Was war nicht real? Verlor sie den Verstand nun endgültig? Oder träumte sie nur wieder und gleich würde sie zuhause in ihrem Bett aufwachen, und Richard würde sie auslachen? Aber wo begann ihr Traum?

Zitternd und dankbar nahm sie das Glas entgegen und nahm einen kleinen Schluck. Der Wein lief durch ihre Kehle, sein Bouquet war fruchtig und nicht zu schwer.

„Es gibt nichts zu verzeihen, Tjark. Ich war selber schuld, ich hatte den Kuss erwidert und auf Deine Zärtlichkeiten reagiert. Mir tut es leid.“
Sie blickte sich um auf der Suche nach einer Sitzgelegenheit. Beim Tisch, auf dem der Wein stand, waren einige Stühle.
„Entschuldige bitte, ich muss mich setzen. Mir zittern die Knie vor Aufregung.“

Tjark nahm sie an den Händen und führte Leanora zu der Sitzgruppe. Kraftlos ließ sie sich darauf nieder, nahm einen weiteren Schluck aus dem Glas und überlegte angestrengt. Was hatte sie von der Stimme in ihrem Kopf - außer dem entsetzlichen Rauschen - noch vernommen? Nur sie selber war real?

Plötzlich fiel es ihr wie Schuppen von den Augen: Tjark war tot. Er hatte ihr versprochen, im Nichts auf sie zu warten. Wenn er ihr nun gegenüber stand, dann war sie ... auch im Nichts? Wieso hatte sie aber das Gefühl, ihre Jungfräulichkeit zu verlieren? Tjark fühlte sich real an, der Wein schmeckte auch richtig. War Sengaal derjenige, der das Trugbild war? Oder ihre Tochter Sophia? Oder doch Tjark? Wen hatte sie nun getötet? Was war Illusion, was war Wirklichkeit?
Sie schüttelte den Kopf um einen klaren Gedanken zu fassen.

„Tjark, wo bin ich hier?“ fragte sie unsicher.

Modifié par Bellandyrs, 12 août 2011 - 06:14 .


#2106
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Bevor Tjark auf Leanoras Frage antworten konnte, hörte sie ein weiteres mal dieses eigenartige Rauschen in ihrem Schädel. Und wieder einmal hatte es an Intensität zugenommen. Nun klang es einem tosenden Wirbelsturm gleich, der mit seiner zerstörerischen Kraft über das Land fegte und Wälder und Häuser in Schutt und Asche legte. Das Pfeifen und Brausen war kaum mehr auszuhalten und erstickte alle anderen Geräusche, welche die Frau wahrnehmen konnte. Und mitten in diesem Getöse ertönte zum dritten mal diese vertraut klingende Stimme.
 
„Lea. LEA!“ hörte sie deutlich diesen Mann in ihrem Kopf sagen. „Er versucht mich aufzuhalten, doch ich komme näher. Versuche an diesem Ort zu bleiben, sonst verliere ich dich wieder, vielleicht sogar für immer. Beschäftige Tjark, solange du kannst. Ich bin fast bei dir, mein Schatz. Halte durch. Nur noch eine kurze Weile. Ich liebe dich...“
 
Die letzten Worte waren für Leanora kaum noch zu verstehen, da das Pfeifen und Tosen des Sturms wieder die Oberhand gewann und den Klang der Stimme in weite Ferne trug. Wenige Augenblicke später verblasste der Sturm wieder, und es herrschte erneut einfach nur Stille. Als Leanora nach einem kurzen Moment der Benommenheit, in der sie starr auf den Boden geschaut hatte, den Kopf wieder hob, bemerkte sie, dass etwas mit der Wand, die sich hinter dem Oberst befand, nicht stimmte. Sie wirkte irgendwie verwaschen und undeutlich. So als würde sie allmählich verwischen und sich ganz langsam auflösen. Die Frau merkte sofort, wie ihr die Zeit davonlief.
 
 

#2107
Bellandyrs

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Kurzfristig starrte sie die Wand an, die vor ihren Augen zu zerlaufen schien, und dann wieder zur festen Form zurück fand. Sie war sich nun auch sicher, wer da zu ihr gesprochen hatte – es war Sengaal, und das einzige, was ihr komisch vorkam, war, dass er sagte, sie solle Tjark aufhalten. Woher wußte er, bei wem sie war? Und woher kannte er Tjarks Namen?

„Tjark? Wo bin ich? Oder hattest Du bereits geantwortet? Es tut mir leid, ich habe furchtbare Kopfschmerzen, von daher weiß ich nicht, ob du etwas gesagt hast.“ Bittend sah sie den Oberst an und streckte ihre Hand nach ihm aus.

Der blonde Mann nahm diese und hauchte zarte Küsse darauf. Dann stand er auf, stellte sich hinter Lea und massierte ihr zart die Schläfen.
„Besser meine Liebe? Du hast wohl wirklich viel durchgemacht, bis wir uns endlich gefunden haben. Wahrscheinlich sollte ich Dich gar nicht zu einer Entscheidung drängen, aber ich habe Angst, Dich zu verlieren. Bleib bei mir, meine süße Lea. Ich habe auf Dich gewartet, und ich werde alles tun, damit Du glücklich wirst. Vergiß den anderen Kerl“ hauchte er ihr ins Ohr, um gleich darauf ihr einen zarten Kuss in den Nacken zu hauchen.

Leas Gänsehaut verstärkte sich, denn wenn es stimmte, dass sie hier im Nichts war, wurde sie soeben von einem Geist liebkost. Aber wieso sollte Sengaal lügen? Er war ihr sicherer Hafen, ihre Liebe und ihr Leben. Leanora erschrak leicht. Wenn er auf dem Weg hierher war dann brachte sie ihn in allerhöchste Gefahr! Und wie sie ihm erklären sollte, woher sie Tjark kannte, war ihr ohnehin noch ein Rätsel. Immerhin war das der einzige Punkt in ihrer Vergangenheit, den sie ihm nicht erzählt hatte. Sie schüttelte wiederum den Kopf, um sich von diesen Gedanken zu befreien und legte ihre Hände liebevoll über Tjarks.

„Ich danke dir für diese Massage, sie hilft tatsächlich ein wenig. Deine Worte ehren mich. Aber würdest Du genug Geduld aufbringen, bis ich wirklich mein Leben hinter mir gelassen habe und nur noch Dir gehöre? Was, wenn ich Dich trotzdem nie so lieben kann, wie Du es verdient hättest, wie wir uns es gewünscht hatten zu einer anderen Zeit?“

Trotz allem genoss sie diese Momente mit ihm. Es war wohl die einzige Möglichkeit, je mit ihm reden zu können. Zart streichelte ihr Daumen über seinen Handrücken, da er ihr Gesicht noch immer in seinen Händen hielt.

„Sag so etwas nicht mein Täubchen“ flüsterte Tjark heiser. „Wir haben alle Zeit der Welt.“
Er ging um sie herum, kniete vor ihr nieder und blickte sie mit liebevollen Augen an. „Du bist mein Leben, auch wenn es erst nach dem Tod ist. Laß mich nicht alleine, ich habe schon viel zu lange auf Dich gewartet, bin umhergeirrt auf der Suche nach Dir...“
Dieses mal nahm Tjark wieder Leanoras Hände in die seinen und liebkoste diese mit seinen Lippen.

Modifié par Bellandyrs, 13 août 2011 - 06:13 .


#2108
Aliens Crew

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Der Orlaisianer hatte weder die Lust noch die Zeit auf Sha’iras rhetorische Frage zu antworten. Stattdessen handelte er. Er ließ seinen Kopf zurückfallen und erweckte damit den Eindruck, seine Kraft würde durch den Griff der Elfe schwinden. Doch in Wahrheit holte er lediglich zu einem wuchtigen Kopfschlag aus, den er auch Augenblicke später ausführte.
 
Sein harter Schädel sauste durch die Luft, bevor seine Stirn Sha’iras Nase traf. Diese knackte laut und fing auch gleich an zu bluten, vermutlich hatte er diese gebrochen. Überrascht ließ die Elfe ihn los. Er landete auf den Füßen und setzte gleich nach. Ein Schlag in Sha’iras Gesicht ließ diese zurücktaumeln, wodurch der Orlaisianer den Abstand zu seiner Gegnerin gewann, den er so dringend benötigte.
 
Er schnappte sich das nächstbeste Schwert von einer der Leichen in seiner Nähe und stürmte sogleich abermals auf die Kriegerin zu. Dabei lag der Wahnsinn in seinen Augen, und er brüllte und schlug wie ein Verrückter auf Sha’ira ein. Diese hatte alle Mühe die heftigen Angriffe des Mannes zu parieren. Schlag auf Schlag trieb er seine Gegnerin zurück.
 
„Jetzt hab’ ich aber endgültig genug von euch verdammten Weibern!“ tobte er fast schon kreischend.
 
Sha’ira kam nun zum ersten Mal wieder dazu, einen Gegenangriff zu starten. Mit ihrer Gleve holte sie weit aus und schwang diese auf den Kopf des Mannes zu. Dieser tauchte allerdings unter der Attacke hinweg, während er zugleich auf die Kriegerin zustürmte. Die Klinge verfehlte ihn knapp, bevor die beiden zusammenprallten. Dem geballten Gewicht des Mannes, der annähernd doppelt so viel wog wie sie selbst, hatte die junge Elfe nichts entgegen zu setzen. Die Wucht holte sie einfach von den Füßen, so dass sie krachend in einer alten Kiste landete, die von dem Aufprall sofort zerbarst. Und zu allem Unglück entglitt ihr dabei auch noch ihre Waffe.
 
Dem Orlaisianer entwich ein gemeines Lachen, als er seine wehrlose Gegnerin vor sich auf dem Boden liegen sah, verfangen in den Überresten einer zerborstenen Kiste, die zudem noch mit alten Seilen gefüllt war. Er schwang das Schwert durch die Luft und holte weit damit aus, während er die Spitze nach unten ausrichtete, um Sha’ira damit auf den Boden zu nageln. Die Kriegerin starrte wie gebannt auf die Klinge der Waffe, welche im Feuerschein aufblitzte und erwartete jeden Augenblick den tödlichen Stoß.
 
Doch diese erfolgte nicht. Wie angewurzelt blieb der Orlaisianer einfach nur stehen und starrte ausdruckslos auf die Elfe herunter. Seine Augen weiteten sich, während seine Gesichtsmuskeln zu zucken begannen. Stöhnende Laute entwichen seiner Kehle, bevor ihm das Schwert aus der Hand glitt, und dieses klirrend zu Boden fiel. Er senkte wie in Zeitlupe seine Arme, während er sich ganz langsam umdrehte. Und dort erblickte Sha’ira auch den Grund für die seltsame Reaktion dieses Mannes.
 
Neria stand hinter dem Orlaisianer und hatte ihm ihren Dolch, welchen sie normalerweise nur für ihre Blutmagie verwendete in den Rücken gestoßen. Sha’ira sah deutlich die blutende Wunde in seiner Nierengegend. Doch der Orlaisianer gab nicht auf. Der überraschte Ausdruck in seinen Augen wich wieder diesem irrsinnigen. Mit beiden Händen packte er zu und umklammerte damit den Hals der Magierin. Diese schrie noch kurz auf, bevor dieser Schrei in ein Röcheln überging, als er begann sie zu würgen. Ihre Augen weiteten sich, während ihre Lungen nach Luft verlangten. Und ihr Körper begann zu zittern.
 
Panisch stach sie mit dem Dolch auf ihren Gegner ein. Sie traf seinen Bauch, woraufhin er einmal zusammenzuckte. Doch ansonsten ließ er nicht locker. Dann folgte ein weiterer Stich, dann noch einer. Aber es half alles nichts. Der Wille dieses Mannes, sie zu töten, schien jenseits aller menschlichen Vorstellungskraft zu liegen. Seine Augen glühten förmlich vor Hass.
 
Nerias Gesichtsfarbe verfärbte sich schon, und sie stand kurz davor das Bewusstsein zu verlieren, als sie zu einer letzten Verzweiflungstat griff. Sie ließ den Dolch fallen und die würgenden Hände ihres Gegners los, die sie vergeblich versucht hatte von ihrem Hals zu lösen. Stattdessen presste sie ihre Handflächen auf die Wunden des Orlaisianers, bis diese völlig mit Blut besudelt waren.
 
Dann schloss sie die Augen, ignorierte die Schmerzen und dem dringenden Verlangen nach Sauerstoff und konzentrierte sich für einen kurzen Moment, in dem sie auch wieder die Hände zurückzog. Dann riss sie die Augen urplötzlich auf, welche sich komplett schwarz verfärbt hatten, bevor sie mit der rechten Hand geradeaus zuschlug. Das viele Blut ihres Gegners und ein alter Zauber, den sie vor Jahren in einem verstaubten Buch verbotener Blutmagie entdeckt hatte, verlieh ihr die Kraft eines ausgewachsenen Ogers.
 
Wie ein Rammbock traf ihre Hand den Brustkorb des Orlaisianers, durchstieß diesen als wäre er Butter und kam auf seinem Rücken wieder zum Vorschein. Und in ihrer blutigen Faust hielt sie das noch schlagende Herz ihres Gegners umklammert, welches noch zweimal pochte, bevor es für immer verstummte. Die Arme des Orlaisianers verloren jedwede Kraft und fielen lasch von Nerias Hals ab, die sofort japsend nach Luft schnappte. Dann verdrehten sich die Augen des Mannes, bevor er wie ein nasser Sack nach vorne umkippte, wobei er die Magierin mit sich riss, die nun nicht mehr die Kraft hatte, den toten Körper des Orlaisianers abzufangen.
 
So krachten die beiden zusammen auf den Boden, wobei der Leichnam des Mannes die Magierin halb unter sich begrub. Diese fing unter dem Orlaisianer wie eine Irre an zu lachen, während sie gleichzeitig keuchend und ächzend die Luft in ihre Lungen sog. Ihr Arm steckte immer noch im Körper des Mannes, auch wenn sie das Herz inzwischen losgelassen hatte. Ihre Versuche diesen wieder aus dem Orlaisianer herauszuziehen scheiterten allerdings genauso kläglich wie ihr Bestreben, sich von dessen Leiche als Ganzes zu befreien.
 
„Verdammt noch mal, so helft mir doch! Der Kerl ist sauschwer! Ich bekomme den einfach nicht von mir herunter!“ stieß Neria erregt hervor, nachdem sie wieder ausreichend zu Atem gekommen war. Dabei warf sie Sha’ira einen auffordernden, ja fast schon panischen Blick zu.
 
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Ein Beben brach plötzlich los, und dieses Mal war es nicht nur in Leanoras Kopf. Es erschütterte den ganzen Raum. Die Möbelstücke bewegten sich, und der Boden erzitterte unter ihren Füßen. Das Glas Wein auf dem kleinen Beistelltisch neben der Sitzgruppe, auf der die Frau saß, wurde durchgerüttelt, bis es herunterfiel und klirrend zerbrach. Der Wein selbst verteilte sich wie Blut auf dem Fußboden. Und das Beben schien noch stärker zu werden.
 
Laut donnerte und krachte es. Waffen, welche zu Dekorationszwecken an den Wänden hingen, fielen herunter und landeten klirrend auf der Erde. Und dann ertönte erneut dieses Tosen und Pfeifen, doch dieses Mal war es überall im ganzen Zimmer zu vernehmen. Und Leanora hatte sogar das Gefühl, dass ein starker Wind durch ihr Gesicht und ihre Haare fegte, doch wurden sie davon in keinster Weise in Bewegung gesetzt. Sie lagen genauso auf ihren Schultern, wie sie es immer taten, nur etwas feucht und zerzaust von Tjarks ungewöhnlicher Weckmethode. Trotzdem spürte sie deutlich eine Art Luftzug auf ihrer Haut. Und dann hörte sie wieder die Stimme. Die Stimme des Mannes, den sie so sehr liebte.
 
„Lea. Lea! Ich habe es geschafft. Endlich habe ich dich gefunden!“ hallte es durch den Raum. „Doch ich brauche deine Hilfe. Hilf’ mir, zu dir zu gelangen. Nimm meine Hand und ziehe mich durch den Schleier. Bitte!“
 
Leanora konnte ihren Augen nicht trauen, als sie plötzlich hinter dem knienden Oberst ein Flirren in der Luft bemerkte. Es leuchtete in roten und gelben Tönen. Und es sah aus, als würde etwas die Luft zerteilen, so etwas wie einen Riss erzeugen. Diese Öffnung weitete sich aus. Und schon drang etwas durch diesen Riss ein. Im ersten Moment nicht genau zu erkennen, doch schließlich wusste Leanora, was das war. Dort tauchten die Fingerspitzen eines Mannes auf. Sie hingen einfach mitten in der Luft, so als würden sie zu keinem Körper gehören. Zuerst waren es nur zwei, doch die übrigen folgten ganz allmählich, bis sie eine komplette Hand ausmachen konnte. Sie war von einem rotgelben Leuchten umgeben, was sie etwas fremdartig wirken ließ, doch von der Form her war dieses Körperteil eindeutig menschlich.
 
„Beeile dich, Lea! Ich verliere den Kontakt! Hilf mir!“ ertönte die Stimme wieder, doch die Frau bemerkte, dass sie schon wieder leiser wurde. Bald würde sie erneut verstummen.
 
 

Modifié par Aliens Crew, 13 août 2011 - 09:21 .


#2109
Bellandyrs

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Leas Herz schlug Purzelbäume, als sie seine Stimme so deutlich vernahm. Sie hatte also recht gehabt, sie war im Nichts, und unterhielt sich mit Tjarks Geist. Das Einzige was sie noch irritierte, war, dass dieser sich so real anfühlte. Und ihre Haare waren nass, genau wie der Wein nicht nur in ihrer Einbildung existierte, sondern tatsächlich da stand. Sonst hätte dieser nun auch nicht umfallen können, als der Sturm losbrach.

Fasziniert beobachtete sie, wie die Mauer plötzlich zu zerfliessen begann und statt dessen ein rot-gelbes Leuchten auftauchte. Wäre sie sich nicht schon so sicher gewesen, dass sie im Nichts gefangen war, würde sie nun denken, dass ihre Sinne ihr einen Streich spielten.

Sie hatte Tjarks Hände bereits liebevoll gedrückt und ihn sachte zur Seite geschoben, als die Fingerspitzen zu sehen waren. Gleich darauf sprang sie auf ihre Füsse, von ihrer Schwäche war nichts mehr übrig, und eilte auf den Riss zu.

"Ich bin da mein Herz!" rief sie dem Flimmern zu, und nur kurz zögerte sie, bevor ihre Arme durch den Nebel tauchten und Sengaals Hand umklammerten. Sie verlagerte ihr Gewicht nach hinten, so dass sich die Fersen auf den Boden drückten. Auch wenn das auf dem Steinboden nicht viel helfen würde, aber sie hatte damit einen besseren Halt. Und dann begann sie, an der Hand zu ziehen. Stückchenweise konnte sie erst das Handgelenk greifen, dann den Unterarm und langsam aber stetig bekam sie immer mehr von Sengaals Arm zu fassen. Sie würde nicht zulassen, dass er den Kontakt verlor.

Modifié par Bellandyrs, 13 août 2011 - 09:15 .


#2110
Kisu

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Wackelig stieg Sha´ira auf , Blut und Rotz spuckend . Sie griff sich an die Nase , aus der noch Immer Blut tropfte und lachte . Sie war nach allen Regeln der Kunst zusammengeschlagen worden . Aber ihre Kraft hatte sie nicht verlassen , geschweigedenn die Lust Blut zu vergießen .

Zwei Herzschläge lang starrte sie nur auf ihre blutverschmierten Finger , bis sie endlich Neria vernahm . Sie lag etwas eingeengt unter dem ziemlich mitgenommenen Orlaisianer .

" Den habt ihr sauber erlegt , das muss euch der Neid lassen . Aber ich bin nicht fertig mit ihm " , sagte sie und schüttelte den Kopf .

Mit Wucht schlug sie ihre Krallenhandschuhe in seinen Rücken und hob ihn einfach hoch und von Neria herunter . Der Handschuh hatte sich durch sein Fleisch gebohrt und sich zwischen den Wirbeln einen festen Halt gesucht .

Sie achtete nicht weiter auf Neria oder Lydia sondern warf den Orlaisianer vor sich auf den Boden und hob ihre Gleve wieder auf .

" Das Herz gehört euch . Ihr habt ihn erlegt , lasst es euch schmecken " , verkündete sie Naria , bevor sie sich an den Überresten des Orlaisianers zu schaffen machte . Mit einem Schlag trennte sie den Kopf des Mannes ab und ergriff ihn beim Schopf . Sie hob ihn hoch in die Luft , beobachtete eine Sekunde lang das Blut , wie es aus dem Halse tropfte und legte dann den Kopf in den Nacken und lies sich das Blut in den Hals laufen .

Es sah schlimm aus , aber ihr war das in dem Moment egal . Sie hatte sein Blut , das war es , was sie wollte . Genüsslich leckte sie sich die Lippen und sah sich nach einem Spieß um , welchen sie bei einem Leichnam eines toten Wachsoldaten fand . Den Spieß steckte sie in den massakrierten Körper des Orlaisianers und seinen Kopf , dem sie zuvor die Augen ausdrückte und den Kiefer herausriss auf das Ende des Spießes .

" Wir sollten die Beine in die Hand nehmen und zusehen , das wir hier verschwinden " , sagte sie lächelnd zu Neria und hielt ihr die Hand hin um ihr aufzuhelfen .
" Lyida , bist du soweit unversehrt ? "

#2111
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Durch Leanoras Eingreifen gelangte nun auch der Rest Sengaals durch den Riss im Schleier, zuerst sein Arm, gefolgt von einem Bein, bis schließlich der ganze Mann vor ihr stand. Und kaum war er hindurchgetreten, da verschloss sich die Spalte auch schon wieder. Kurz darauf deutete nichts mehr darauf hin, dass dieser Riss in der Luft jemals existiert hatte. Auch das Tosen des Windes verstummte völlig abrupt. Das Erdbeben erstarb ebenfalls just in diesem Augenblick. Alles war wieder ruhig und friedlich.
 
„Du hast es geschafft, meine Liebste“, sagte der Kommandant überschwänglich vor Glück. „Dank dir konnte ich dir ins Nichts folgen.“
 
Er nahm die Frau fest seine Arme und drückte sie liebevoll an sich. Dabei fuhr er ihr durch die Haare und legte ihren Kopf auf seine Schulter. Seine Augen waren geschlossen, während er einfach nur ihre Nähe genoss. Doch das tat er auch nur für einen kurzen Augenblick. Dann sah er wieder auf und fixierte den verdutzt schauenden Tjark, welcher inzwischen wieder aufgestanden war. Sengaal löste sich leicht von Leanora, gerade soweit, dass sich die beiden wieder ins Gesicht sehen konnten, doch blickte er nicht sie, sondern den Oberst, mit zusammengekniffenen Augen an.
 
„Allerdings bin ich auch etwas überrascht, ihn hier zu sehen“, meinte Neranos in einem etwas lauernden Tonfall, während er in Tjarks Richtung nickte. „Du hast mir gar nichts davon erzählt, dass du Oberst „Ich-nehme-mir-jede-Frau,-die-ich-kriegen-kann“ kennst, mein Schatz. Muss ich mir da irgendwelche Sorgen machen?“
 
 
 

#2112
SickOfItAll

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Lydia blickte zu Neria und Sha´ira , als sie den Orlaisianer massakrierten . Viel konnte sie nicht tun außer zusehen , denn die Beiden gingen brutal und schnell vor . Doch es war nicht die art der Tötung , die Lydia gebannt zusehen lies , sondern das , was Sha´ira mit dem Orlaisianer tat , nachdem er schon tot war . Es war nicht die Tatsache , das sie ihm den Kopf abschnitt , es war nicht der Anblick , als sie den Kiefer abriss , als wäre es ein verwelktes Blatt , oder das sie dem Schädel die Augen zerdrückte , nein es war der Umstand , das sie das Blut des Orlaisianers trank .

Sie wusste nicht so recht , was sie dazu sagen sollte , oder was sie davon halten sollte . Es war ... verstöhrend . Sie hatte soetwas noch nie gesehen , aber sie hatte auch nie damit gerechnet , es sehen zu können . Und doch ekelte es sie nicht . Es war ehr ungewöhnlich . Und das machte ihr etwas Angst . Kämpfen stumpfte ab , sie wollte es nie glauben , aber nun erfuhr sie es am eigenen Leib .

" Ihr habt ja gekämpft wie Oger ! Aber ... musst du jetzt unbedingt Blut trinken Sha´ira ? " fragte Lydia und ging zu ihr . " Ich weis ja nicht , wozu , aber komm her ... " sagte sie weiter und fuhr Sha´ira mit dem Saum ihres Umhangs über das Gesicht um ihr das Blut abzuwischen und küsste sie .

" Wir haben überlebt und Gerechtigkeit gebracht . Aber du hast recht , wir sollten uns hier nicht unbedingt sesshaft machen . Weis der Geier , mit was die noch anrücken wollen um uns hier auszuräuchern . "

Lydia sah sich um und staunte . Das Lagerhaus war ein Schlachtfeld . Überall lagen Leichen , alles war mit Blut beschmiert und es roch nach verbranntem Fleisch .

" Ich hätte nie gedacht , das ich bei so einem Anblick einmal nicht wahnsinnig werde , aber vielleicht bin ich es ja schon lange und weis es nur nicht . Trotzdem wäre es mir lieber , wenn wir verduften würden ... "

#2113
Bellandyrs

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Lea hatte Tränen in den Augen vor Glück und Freude, ihren Liebsten unversehrt bei ihr zu haben, und sie genoss seine Umarmung aus vollen Zügen.
„Du bist tatsächlich hier bei mir“, flüsterte sie. „Wie hast Du das nur geschafft?“ Sie hatte alles um sich herum vergessen, schmiegte sich an Sengaal als gäbe es kein Morgen.

Erst als Neranos sie fragte, wie der Oberst hier her kam und Tjark dabei abschätzig musterte, wurde ihr die Situation wieder bewusst. „Nein, Du musst Dir keine Sorgen machen, mein Liebster. Du weißt, mein Herz gehört nur Dir.“

„Ach,“ sagte Tjark abfällig. „Du rennst diesem Templer hinterher? Du willst mir wirklich sagen, dass Du ihm mir vorziehst? Dieses Weichei? Hält Moral und Ehre wie ein Schild vor sich her...“ Hart lachte er auf und ging einen Schritt auf das Paar zu. Dann richtete er das Wort an den Templer.

„Ich habe keine Ahnung, wie Ihr das angestellt habt, hierher zu kommen. Und ich frage mich, welche Frau ich Euch ausgespannt habe, dass Ihr so reagiert. Ja, ich war kein Kind von Traurigkeit – na und? Das Weibsvolk wollte es nicht anders. Und Leas Reaktion zeigt mir ja, für wen sie sich entschieden hat.“
Er wandte sich wieder an Leanora, seine Stimme wurde dabei jedoch wehmütig.
„Alles, aber das hätte ich nicht erwartet, dass Du auf so einen kleinkarierten Spießbürger hereinfällst. Du hast mir einst den Glauben an die Liebe wieder gegeben, und soeben wieder genommen. Verbrenne die Bücher, und vergiss mich. Ich habe Dir gesagt, wenn Du den anderen nimmst, siehst Du mich nie wieder. Dass es sich dabei ausgerechnet um den Kommandanten der Templer handelt...“ er schüttelte verächtlich den Kopf. „Ich hätte Dir die Welt zu Füssen gelegt, Countess Leanora.“
Geringschätzig blickte er Neranos an, seine Augen waren kälter als Gletschereis. „Ihr werdet es nie schaffen, Lea so in Erregung zu versetzen, wie ich es konnte. Sofern Ihr überhaupt wisst, für was Euer Schwanz außer zum Wasser lassen noch zu gebrauchen ist. Aber seid unbesorgt, anscheinend hat sie an Euch den Narren gefressen, immerhin ist sie mir mehr oder weniger soeben von der Bettkante gesprungen.“

Damit wandte er sich ab und ging langsam in die Richtung, wo zuvor der Tisch stand.

Modifié par Bellandyrs, 14 août 2011 - 05:36 .


#2114
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„Nun, für einen Toten nehmt Ihr Euer Mundwerk aber ziemlich voll, Oberst“, entgegnete Neranos eiskalt und funkelte diesen böse an. „Wie wollt Ihr dieser Frau denn noch irgendetwas zu Füßen legen? Als Ihr noch gelebt habt, da hättet Ihr das sicher tun können. Genug Geld und Güter habt Ihr ja von den Männern und Frauen bekommen, die in Euren Folterkammern den Tod gefunden haben. Oder hattet Ihr das schon zu Euren Leibzeiten für Euren ausschweifenden Lebenswandel verprasst? Was wäre Leanora denn für Euch schon anderes gewesen außer eine von vielen Eurer Bettgefährtinnen? Das Wort Liebe klingt aus Eurem Mund so falsch wie das Versprechen eines Dämons der Wollust! Der einzige Mensch, den Ihr jemals geliebt habt, das wart Ihr selbst! Und nun wollt Ihr selbst im Tod noch diese Frau als Euer Eigen beanspruchen? Wie stellt Ihr Euch das vor? Wollt Ihr etwa, dass Leanora stirbt, damit sie hier bei Euch bleiben kann? Oder wollt Ihr vielleicht sogar ihren Körper in Besitz nehmen wie ein ganz gewöhnlicher Dämon? Das werde ich nicht zulassen! Niemals!“
 
Sengaal trat mehrere Schritte zurück, wobei er Leanora mit sich zog. Nachdem die beiden einigen Abstand zu Tjark gewonnen hatten, wandte er sich wieder an die Frau. „Hör zu, meine Liebste. Wir haben nicht viel Zeit, vor allem nicht genug, um sie mit diesem Dämon zu vergeuden. Ich kann dich wieder zurückbringen, zurück in die Welt der Lebenden. Doch ich weiß nicht, ob auch ich es dann noch schaffen werde, zurückzukehren. Dennoch müssen wir es versuchen. Es liegt dann an dir, Castillá aufzuhalten, bevor sein schändlicher Plan aufgeht, und er ein eigenes Reich innerhalb der Kirche gründet. Das müssen wir verhindern. Um jeden Preis. Ansonsten sterben wir hier alle einen sinnlosen Tod und Tausende nach uns ebenso. Verstehst du mich, mein Herzblatt?“
 
___________________________________________________________________________
 
Mit einem etwas angewiderten, vor allem aber auch verständnislosen Blick beobachtete Neria Sha’ira dabei, wie diese die Leiche des Orlaisianers verstümmelte und dessen Blut trank. Als diese ihr dann die Hand zum Aufstehen hinhielt, da schlug die Magierin diese aus und erhob sich lieber aus eigener Kraft. Auch wenn es ihr etwas schwer fiel, da ihr der Kampf gegen diesen erbitterten Gegner viel ihrer Ausdauer gekostet hatte. Doch nachdem sie dieses doch recht eigenwillige Verhalten der Kriegerin zu Gesicht bekommen hatte, wollte sie diese lieber auf Abstand halten. Umso erstaunter war sie darüber, dass Lydia deren Nähe suchte und diese sogar küsste. Darüber schüttelte die Magierin nur den Kopf.
 
„Nein, danke. Ich esse schon aus Prinzip keine Herzen“, bemerkte Neria sarkastisch. „Außerdem finde ich Euer Verhalten ziemlich abartig. Welchem Stamm von Hinterwäldlern seid Ihr den eigentlich entsprungen? Ihr benehmt Euch ja wie ein tollwütiges Tier mit Hirnstörungen! Und dann behaupten die Leute noch, die Ausübung der Blutmagie grenzt an Perversion. Tztztz. Die haben dann wohl noch nie eines Eurer Rituale bewundern dürfen!“
 
Die Magierin klopfte sich den Staub etwas von ihrer Kleidung, bevor sie ihren Dolch und ihren Zauberstab wieder aufsammelte. „Ekelt dich das nicht auch an, Lydia?“
 
 

Modifié par Aliens Crew, 14 août 2011 - 10:12 .


#2115
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„Was wisst Ihr schon über mich, außer das was man erzählt“, entgegnete Tjark. „Ich würde Leanora niemals schaden, aber in einem habt Ihr Recht: Ich würde sie lieber tot an meiner Seite sehen als lebendig an Eurer. Nachdem ich darauf aber keinen Einfluss habe, sondern es rein die Entscheidung der Countess ist, geht Ihr als Sieger hervor.“
Es schien, als würde er vor ihren Augen zu zerfließen, aber Leanora blickte schon gar nicht mehr in dessen Richtung sondern hörte nur die Worte von Tjark. Er war wohl doch ein Egoist.
„Wenn Du mich glücklich sehen willst, Tjark, dann lass mich gehen und sei mir nicht böse“, erwiderte sie dann doch noch als letzten Satz in seine Richtung.
Dann konzentrierte sie sich voll auf das, was Sengaal ihr sagte.

„Bruder Castillá? Dann ist das also die Wirklichkeit, und wir haben gar keine Tochter?“ Es fiel ihr alles wieder ein, der gefesselte Zwerg in der Abstellkammer genauso wie der tote Renaldo.
„Wie soll ich es alleine schaffen, Liebster? Ich kann nicht ohne Dich sein – und wenn unsere Liebe ausreichte, dass Du mich im Nichts aufspürst, dann wird sie auch reichen, uns beide zurückzubringen. Oder glaubst Du, dass uns Gromschlag glauben wird? Dieser ist gefesselt in einer Abstellkammer fürs erste unschädlich gemacht. Der hat auch Nerven, jagt irgendeine Blutmagierin, dabei hat er den bösesten davon direkt vor seiner Nase.“ Entnervt schüttelte sie den Kopf.
„Gibt es etwas, was Du mir auf den Weg mitgeben kannst, wenn Du es nicht schaffen solltest?“ fragte sie zaghaft. Daran wollte sie gar nicht denken, es konnte nicht sein, dass sie nicht gemeinsam zurück kamen.
„Ich liebe Dich bis über den Tod hinaus, Sengaal, das solltest Du auf jeden Fall wissen“. Zärtlich umschloss sie seine Hände und hauchte ihm einen Kuss an seine Schulter. Und sie wusste, dass sie hier nicht gelogen hatte. Immerhin hatten ihre Gefühle zu Sengaal sie im Nichts begleitet.
"Und dann laß uns diesen Ort verlassen und zurück kehren."

Modifié par Bellandyrs, 15 août 2011 - 12:28 .


#2116
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„Ein Kind sagst du?“ fragte Sengaal überrascht, aber auch mehr als nur glücklich. „So sehr ich auch wünschte, mit dir ein Kind zu haben oder auch eine ganze Großfamilie, so haben wir uns doch eben erst kennen gelernt. Ich weiß nicht, was dir hier im Nichts alles vorgegaukelt wurde, aber du wirst dich sicher an alles Wahre erinnern können, sobald du wieder in Denerim bist. Doch jetzt wird es Zeit.“
 
Neranos nahm Leanoras Hände in die seinen und sah ihr tief in die Augen. Und er sprach langsam und nachdrücklich mit ihr, um sicher zu gehen, dass sie ihn auch wirklich verstand. „Als Templer habe ich gelernt, Magie zu bannen, so dass es mir normalerweise relativ einfach möglich wäre, aus eigener Kraft aus dem Nichts zu entkommen. Doch hat mich der Verräter Castillá zusätzlich mit einem Lähmungssiegel außer Gefecht gesetzt. Dass heißt, selbst wenn ich zurückkehren kann, so werde ich nichts gegen ihn unternehmen können. Doch bei dir sieht das anders aus. Dich bindet er lediglich durch seinen Willen hier, und so mächtig er auch ist, er dürfte vollends damit beschäftigt sein, deine Freundinnen und dich hier festzuhalten. Es wird ihm vermutlich nicht einmal auffallen, wenn eine von euch aus dieser Traumwelt erwacht, jedenfalls nicht sofort. Trotzdem bleibt dir nicht viel Zeit.“
 
Er küsste einmal die Finger ihrer rechten Hand, bevor er weiterredete. „Ich nehme an, du trägst noch die Armschienen, die ich dir geschenkt habe. Mit den versteckten Messern darin musst du Castillá so schnell es geht töten, ehe er etwas gegen dich unternehmen kann. Solltest du meine Armschienen allerdings nicht tragen, dann musst du dir meinen Dolch greifen, mit dem er die arme Lucia gemeuchelt hat. Nur vergiss nicht, dass du nicht zögern darfst. Du musst ihn schnell und ohne darüber nachzudenken töten. Und du hast dazu nur eine einzige Gelegenheit. Verpasst du diese, dann sind wir alle verloren, verstehst du mich?“
 
Der Mann nahm noch einmal Leanoras Gesicht in seine Hände und küsste sie ganz sanft und langanhaltend auf den Mund. Dabei schloss er die Augen und genoss diesen kurzen intimen Moment mit der Frau, die er so sehr liebte, voll und ganz aus. Als er sich wieder von ihr löste, sah er ihr wieder voller Zuversicht in die Augen. „Ich liebe dich, mein Herzblatt. Und ich vertraue dir unser aller Leben an. Ich weiß, du wirst mein Vertrauen nicht enttäuschen und uns alle retten. Bist du jetzt bereit für den Augenblick der Wahrheit?“
 

#2117
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Am liebsten wäre Leanora für immer mit Sengaal hier geblieben, weit ab von jeglichen Sorgen. Aber sie wußte, je länger sie hier verweilten, um so schwerer würde es für Sengaal werden.
"Ich meine, mich zu erinnern, dass er auch uns mit einem Lähmungszauber belegt hatte, als er seine eigenen Lobhudeleien anstimmte. Bleibt zu hoffen, dass diese gebannt sind, wenn ich zurück kehre. Deine Armschienen hatte ich den ganzen Tag getragen, und wenn nicht, wird der Dolch gute Dienste leisten." Sie atmete tief durch. "Sag mir Sengaal, wie wir nur alle aus diesem Schlamassel wieder herauskommen, ohne dafür gehängt zu werden.... verdrehte Welt!"
Bevor dieser antworten konnte, legte Leanora ihren Finger auf seinen Mund.
"Sag es mir lieber doch nicht. Du bist hier unsere einzige Hoffnung, also sieh zu, dass Du auch wieder mit mir zurück kehrst. Und wenn wir dann endlich einmal Zeit für uns haben, erzähle ich Dir von dem, was mir im Nichts vorgegaukelt wurde."

Sie umarmte Sengaal, sog seinen Duft tief in ihre Lungen und schloß dabei ihre Augen. Lea bemerkte, dass ihre Handflächen vor Aufregung feucht wurden, Adrenalin pumpte sich langsam durch ihren Körper. Dann nickte sie und blickte ihn ernst an.

"Ich bin bereit, wenn Du es bist, Liebster. Laß uns zurück kehren und die Wahrheit ans Licht bringen."
Fest umschloß sie seine Hände, denn diese Reise würde sie sicherlich nur überstehen, wenn sie sich an ihm festhalten konnte.

Modifié par Bellandyrs, 16 août 2011 - 05:32 .


#2118
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Sengaal drückte Leanoras Hände ganz fest, während er die Augen schloss und sich voll und ganz konzentrierte. Sein Atem ging flach und regelmäßig. Er war ein Templer, doch hatte er schon seit einer ganzen Weile nicht mehr gegen Magier gekämpft und somit auch nicht auf seine Fähigkeit zurückgreifen müssen, deren Magie zu bannen. Doch verlernt hatte er diese Eigenschaft keineswegs, dafür war sie zu sehr mit seinem Leben als Streiter des Erbauers verwoben. Ganz davon zu schweigen, dass er als Templer regelmäßig Lyrium zu sich nehmen musste.
 
Nichtsdestotrotz war seine Aufgabe keine leichte. Immerhin musste er dieses Mal zwei Personen vor der mächtigen Magie eines gefährlichen Blutmagiers retten und nicht nur sich selbst. Er gab alle Kraft, die er zur Verfügung hatte, um zumindest Leanora zurück in die reale Welt zu bringen. Selbst wenn er dabei sterben würde, so sollte wenigstens sie die Möglichkeit bekommen, Castillá für seine Verbrechen zu bestrafen und ihren eigenen Namen reinzuwaschen.
 
Nach einem kurzen Moment umgab die beiden eine leuchtende, hellweiße Aura, die mit der Kraft der Sonne zu leuchten schien, jedoch keineswegs in den Augen schmerzte, wenn man hineinsah. Dieses Licht hüllte ihre gesamten Körper ein, doch merkte Leanora nach einigen Augenblicken, wie Sengaals Hände zu zittern begannen. Sein Atem beschleunigte sich, und er keuchte, als hätte einen langen Marsch hinter sich. Das Leuchten um seinen Körper herum verblasste ganz allmählich, nur Leanora war immer noch von diesem Licht umgeben. Ihr Anblick war überwältigend. Eine Gestalt in strahlendem Weiß. So musste Andraste ausgesehen haben, als der Erbauer sie zu sich rief.
 
Leanoras Blick verschwamm. Nur noch undeutlich konnte sie ihren geliebten Sengaal vor sich ausmachen. Sie schien in einen schwarzen Nebel einzutauchen, der alles, jedes Gefühl, jedes Geräusch und auch ihre Sicht komplett verschluckte. Und dann hatte sie den Eindruck in ein tiefes, schwarzes und auch bodenloses Loch zu stürzen. Alles um sie herum war von der gähnenden Schwärze des Nichts erfüllt, und sie verlor jedwedes Zeitgefühl. Sie schloss die Augen, wodurch sie gleich wieder Sengaals lächelndes Gesicht vor sich sah. Ihre Lippen formten ein lautloses Gebet zum Erbauer. Er möge doch bitte über sie und ihren Geliebten wachen in dieser Stunde der höchsten Not. Und dann war plötzlich alles vorbei.
 
Sie spürte wieder festen Boden unter den Füßen, und ihr Kopf dröhnte wie nach einer durchzechten Nacht. Die hämmernden Kopfschmerzen waren kaum auszuhalten. Sie öffnete sogleich die Augen, doch kniff sie diese auch sofort wieder zusammen, so sehr blendete sie das Licht in Bruder Castillás Stube. Sie hatte das Gefühl, sie hätte ihre Augen seit Jahren nicht mehr benutzt, so sehr brannten diese nun. Doch sie erinnerte sich auch an Sengaals Worte. Sie hatte nicht viel Zeit, also riss sie sich zusammen und ertrug die stechenden Kopfschmerzen und das Brennen in ihren Augen.
 
Ihr erster Blick lag auf der toten Lucia, die nach wie vor mit Sengaals Dolch in der Brust auf dem Marmorboden lag. Leanora sah schnell in eine andere Richtung, weil sie dieser Anblick zu sehr schmerzte. Sie bemerkte Vernita und Miandra, die stocksteif neben ihr standen. Auch deren Augen waren geschlossen, und die beiden schienen sehr weit weg zu sein. Als sich die Frau nach Sengaal umsah, hatte sie das Gefühl, ihr Herz würde für einen Moment stehen bleiben, da dieser regungslos an der Wand gelehnt saß und leer ins Nichts starrte. Hatte er es etwa nicht geschafft? Doch da hörte sie mit einem Mal auch schon seine Stimme in ihrem Kopf.
 
‚Töte ihn, Lea! Töte ihn schnell!’ Sie wusste nicht, ob ihr Liebster wirklich zu ihr sprach oder ob sie sich das nur einbildete, aber das spielte keine Rolle. Sie wusste was zu tun war. Ihr Blick richtete sich auf Bruder Castillá, welcher hinter seinem Schreibtisch stand, die Augen geschlossen und leise vor sich hinmurmelnd. Es sah so aus, als würde sein Körper von leichten Stößen erfasst werden, welche zeitgleich mit einem Zucken von Miandra, Vernita und Sengaal einhergingen. Entzog er den dreien etwa deren Lebensenergie? Das würde sie beenden. Ein für allemal! Ihre Augen zogen sich zu schmalen Schlitzen zusammen, bevor sie sich in Bewegung setzte.
 

Modifié par Aliens Crew, 16 août 2011 - 10:45 .


#2119
SickOfItAll

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Lydia drehte sich zu Neria um, als diese sie ansprach. " Ich, Ekeln ? Nein. Das Herz eines Opfers zu essen, ob roh oder gekocht, ist eine alte Tradition. Über menschliches Herz und Blut kann man sich nun streiten, aber Ekel empfinde ich nicht. "

Lydia schlang einen Arm um Sha´iras Hüfte und legte ihr den Kopf auf die Schulter . Sie waren geschafft , geschlaucht , der Kampf mit dem Orlaisianer hatte sie ausgelaugt und sie waren verwundet .

" Aber seit wann ekelst du dich als Blutmagierin vor Blut ? Seh dir uns an . Wir stehen bis zu den Knien im Blut , du siehst auch nicht gerade aus wie frisch gebadet . Also warum dann wundern , wenn Sie blut trinkt ? Es ist ja genauso natürlich wie alles andere was wir zu uns nehmen oder eben auch nicht . Aber komm , wir sehen zu , das wir Land gewinnen , sonst haben wir ein riesen Problem am Arsch . "

Sie sammelte ihr Schwert wieder auf und griff sich den Dolch des Orlaisianers mit dem er ihren Umhang ruiniert hatte . Es war ein schafes Messer und man sah , das es etwas wert war . Aber es war scharf und das war alles , was zählte .

" Übrigens , die Templer und die Kirche der Menschen sind wie Affen . Dumm wie Brontos und doppelt so dickschädelig . Aber das solltest du ja wissen . " sagte Lydia ud zwinkerte Neria zu .

#2120
Kisu

Kisu
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Etwas in ihr zog sich zurück und hinterließ ein brennendes Gefühl und Leere. Sie hatte wieder die Kontrolle über ihren Körper vollständig zurückerlangt, aber es fühlte sich seltsam an. Leer fühlte sie sich, ausgesaugt, wie gerädert.

Aber Lydia war bei ihr, und das gab ihr Kraft und füllte sie mit etwas, das sie nur schwer beschreiben konnte. Wärme traf es am nächsten, Schmetterlinge im Bauch. Vielleicht auch das. Aber Worte fassten Gefühle sowieso nur schwer als das zusammen, was sie nunmal waren.

" Neria, ... manchmal ... erfordern drastische Situationen drastische Maßnamen. Ich erklähr es euch wenn wir in Sicherheit sind, aber ich hoffe ihr versteht dann warum das alles. Aber Lilly hat recht, sehen wir zu das wir hier verschwinden, sonst erwischen die uns mit runtergelassenen Hosen. Kommt, wir suchen uns ein schönes Plätzchen. "

Modifié par Kisu, 17 août 2011 - 08:44 .


#2121
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„Nun, Blut zu trinken oder damit einer...tja, sagen wir mal, Tätigkeit nachzugehen sind für mich zwei verschiedene Paar Schuhe“, meinte Neria und kratzte sich dabei am Kopf. „Irgendwie seid ihr beiden recht seltsam, aber lassen wir das. Und wie ihr schon so zutreffend sagtet, es wird Zeit von hier zu verschwinden.“
 
Kaum hatte die Magierin diese Worte ausgesprochen, da krachte es auch schon am Haupttor der Lagerhalle. Offenbar waren die Soldaten mit Verstärkung zurückgekommen und versuchten nun, hier einzudringen. Sie hatten allerdings Schwierigkeiten hineinzukommen, da der Eingang durch Leichen und zahlreiche Gegenstände, die durch die ausgelösten Fallen dort gelandet waren, versperrt wurde. Doch lange würden diese Hindernisse die Soldaten sicher nicht aufhalten können.
 
„Sogar allerhöchste Zeit“, fügte Neria noch hinzu und schaute sich gehetzt um. Der Nebenausgang war nicht mehr passierbar. Das Feuer hatte ihn vollends verschluckt und mit ihm das halbe Lagerhaus. Dorthin konnten sie nicht. Die Magierin fing an zu husten, da die Flammen auch schon den Großteil des Sauerstoffes verzehrt hatten, und ihr dadurch das Atem schwer fiel. Sie hielt sich den Ärmel ihrer Robe vor den Mund, während sie weiter den Raum begutachtete. Dann blieb ihr Blick auf das Loch in der Wand hängen, welches Sha’ria beim Kampf mit dem Orlaisianer ein zweites Mal in diese geschlagen hatte. Das war wohl ihr einzigste Möglichkeit.
 
„Schnell!“ rief die Magierin hinter ihrem vorgehaltenen Ärmel und zeigte auf ihren Fluchtweg. „Raus hier! Da, durch die Wand!“
 
Die anderen beiden verstanden sogleich und setzten sich sofort in Bewegung. Auch Neria fing an zu laufen und folgte den beiden auf dem Fuße. Sha’ira erreicht als erste das Loch in der Wand und schlüpfte geschickt hindurch, bevor es ihr Lydia kurz darauf gleichtat. Als Neria diesen letzten Fluchtweg endlich erreichte, drangen auch schon die ersten Soldaten ins Innere der Lagerhalle ein. Sie hatten das Tor nun weit genug aufgeschoben, um zu zweit gleichzeitig hineinkommen zu können. Ein flüchtiger Blick der Magierin zeigte ihr, dass die Männer gut gerüstet und schwer bewaffnet waren...wahrscheinlich waren es Elitesoldaten.
 
Beim Rausklettern durch das Loch blieb die Magierin mit dem Ärmel ihrer Robe an den zersplitterten Holbrettern hängen. Verärgert fluchte sie vor sich hin, während sie sich fast schon panisch nach den Männern umsah, welche sie bereits entdeckt hatten und auf sie zustürmten. Mit einem kräftigen Ruck riss sie sich schließlich los, wobei der Ärmel ihrer Robe vollends zerfetzte. Doch das spielte nun keine Rolle. So schnell sie konnte, lief sie hinter den anderen beiden her, die in Richtung Hafenbecken unterwegs waren.
 
___________________________________________________________________________
 
„Dann geht es wohl jetzt in die zweite Runde, was meine Liebe?“ meinte der Magus grinsend zu der Elfe neben sich gewandt, als der Qunari mit den Elitewachen Eshtá Gianauros zurück zum Ort des Kampfes stieß. Sogleich begannen diese damit, sich Zutritt zum Lagerhaus zu verschaffen.
 
„Allerdings“, meinte diese seelenruhig. „Zum Glück gewähren uns unsere Auftrageber ihr volle Unterstützung, denn unsere Feinde sind wirklich ziemlich harte Brocken, das muss ich neidlos anerkennen.“
 
„Trotzdem werden sie bald am Ende sein“, erwiderte der Magus zuversichtlich und strich sich dabei über den Bart. „Sollte es die Elitegarde auch nicht schaffen, dann riegeln wir einfach das Lagerhaus ab und warten darauf, bis sie alle da drinnen verbrannt sind.“
 
„Dagegen scheinen diese Leute wohl aber was zu haben. Seht nur! Sie verlassen die Halle durch ein Loch in der Wand!“ rief die Elfe, während sie in die entsprechende Richtung nickte.
 
„Verdammt!“ fluchte der Magus lautstark. „Die sind zu weit entfernt für meine Zauber!“
 
„Aber nicht für meinen Bogen“, bemerkte die Elfe trocken und legte mit diesem sogleich an. Sie kniff ein Auge zu, während sie ihr Ziel anvisierte. Dabei strichen ihre Finger so sanft über den Schaft und die Federn des Pfeils, als wäre die Frau gerade mitten bei einem Liebesspiel mit ihrem Auserwählten. Und vermutlich traf das sogar zu. Anschließend zog sie die Sehne des Bogens nach hinten, hielt kurz die Luft an, während sie ein letztes Mal Maß nahm, nur um schließlich und endlich ihr Geschoss auf seine tödliche Reise zu schicken.
 

Modifié par Aliens Crew, 22 août 2011 - 07:06 .


#2122
Bellandyrs

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Der unbändige Hass auf diesen Blutmagier trieb sie an, sonst hätte sie wohl keinen Schritt machen können. Zum Glück stand er nur wenige Schritte von ihr weg und hatte die Augen geschlossen. Beinahe lautlos ging sie auf ihn zu, währenddessen löste sie die scharfen Klingen aus ihren Unterarmschienen. Ihre Augen sprühten vor Hass auf den Mann, der ihre Familie und ihre Freundin skrupellos getötet hatte, und ihre Gefährten sowie ihren Liebsten Lebensenergie entzog. Zumindest, wenn es das war, was sie vermutete. Schließlich stand sie hinter Bruder Castillá welcher immer noch vor sich hinmurmelte. Sie zögerte nur einen kleinen Augenblick, bevor ihr rechter Arm nach vorne schnellte und Lea ihm die Klinge mit aller Kraft quer über den Hals zog.

„Lieber würde ich Euch einen qualvollen und langsamen Tod bereiten, aber ich traue Euch zu, dass Ihr in der Zeit des Sterbens noch meine Freunde mit Euch nehmt“, zischte sie.
Mit ihrer linken Hand hieb sie das Messer zwischen zwei Rippen, selbst wenn sie nur seine Lunge erwischt hatte, wäre das ein tödlicher Streich. Die Frage war nur, wie schnell er daran sterben würde.

Aber ihre Sorge war unbegründet, sie hatte die Halsschlagader voll erwischt. Reflexartig riss Castillá seine Hände nach oben, um seinen Hals zu schützen, aber auch da reagierte Leanora sofort und zog die Klinge seinen Unterarm entlang bis zur Daumenwurzel. Sie würde ihm keine Gelegenheit geben, sich zu heilen oder irgendwelche Zaubersprüche anzuwenden.

Adrenalin pumpte durch ihren Körper, Schweißperlen liefen über ihre Schläfen, und ihr Puls raste. Sie hatte den Griff der Waffe so fest umklammert, dass ihre Knöchel weiß hervortraten. Dann sprang sie zur Seite, riss den Dolch aus Lucias leblosen Körper und stellte sich in Kampfposition auf.

Der Kirchenvorsteher starrte sie ungläubig an, und Lea meinte, dass er noch versuchte, etwas zu sagen, bevor er tot zusammensackte. Beinahe zufrieden lächelte sie, als sie seine letzten Sekunden miterlebte, die er mit dem Tod rang. Ihre Rache hatte sie erhalten, wenngleich sie sich gewünscht hätte, dass sie dieses Gefühl länger auskosten hätte können.
Triumphierend ging Leanora einen Schritt auf ihn zu und drehte seinen Körper achtlos mit ihrem Fuß etwas zur Seite. Sie blickte in leblose Augen, aber sicher war sie sich nicht. Wer konnte schon wissen, mit welchen Dämonen dieser Magier im Bunde stand?

Am liebsten hätte sie ihn in kleine Stücke zerhackt und den Geiern zum Fraß vorgeworfen. Langsam konnte sie Vernita verstehen, wenn sie von Rachegelüsten sprach, und zu welchen Taten man dabei fähig war. Sie selber hatte Castillá mit Freuden getötet, und das, wo sie normalerweise jedes Leben achtete.

Trotzdem wollte sie ihre Rache noch ein wenig auskosten. Hatten nicht die Orlaisianer einst die Köpfe der Feinde auf Spieße gesteckt und als Abschreckung aufgestellt? Sie blickte auf den Dolch in ihrer Hand. Damit würde sie nicht viel erreichen können. Kurzerhand legte sie diesen beiseite und griff nach einem Zweihänder, der an der Wand als Dekoration hing. Die Waffe war entsetzlich schwer, aber mit beiden Händen konnte sie diese durchaus führen.

Kurzentschlossen holte sie aus. Die Wirbel bremsten zwar ihren Hieb, so dass sie die Wucht des Widerstandes beinahe stürzen ließ, aber sie schaffte es trotzdem den Kopf vom Rumpf zu trennen. Mit Ekel aber auch voller Genugtuung trat sie mit ihrem Stiefel dagegen und schubste diesen dadurch ein Stück weit weg.

Keuchend atmete sie aus, wischte mit ihrem Arm über ihre Stirn und blickte gebannt auf ihre Gefährten und auf Sengaal. Hatte sie es geschafft, die anderen zu retten?

Modifié par Bellandyrs, 23 août 2011 - 08:29 .


#2123
Kaysallie

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Miandra spürte wie ihre Beine unter ihrem eigenen Gewicht versagten und sie ohne es kontrollieren zu können nach vorne kippte und auf einen harten Boden fiel. Ihre Handflächen berührten kalten Stein, und sie musste unweigerlich zu husten beginnen aufgrund des Sturzes. Ihr Rachen fühlte sich so trocken an als hätte sie seit Ewigkeiten nichts mehr getrunken, und erst nach einigen krampfhaften Schluckversuchen schien die Trockenheit langsam zu weichen.
Sie versuchte ihre Augen zu öffnen, was ihr nur mit viel Mühe gelingen wollte. Schummriges Kerzenlicht schien den Raum zu erhellen in welchem sie sich befand, doch es fühlte sich an als würde sie direkt in die Sonne starren und es brannte zudem wie Zwiebel in den Augen. Eine Ewigkeit schien zu vergehen, bis sich ihre Augen langsam wieder an das Licht gewöhnt hatten.

Miandra wollte den Kopf anheben, und sich an den Händen abstützen um sich aufrichten zu können, doch ihr Körper schien ihren Willen nicht zu teilen. So sehr sie sich auch anstrengte, sie schaffte es nicht einmal einen Finger wirklich zu rühren, als würden schwere Gewichte an jeder einzelnen Stelle ihres Leibes angebracht sein.

So blieb sie liegen und versuchte etwas aus den Augenwinkeln zu erkennen, doch ihr Blick war verschwommen und völlig unklar. Sie kniff die Augen wieder ein wenig zusammen als sie etwas unweit von sich entfernt ausmachen wollte. Erst konnte sie nur einen verschleierten silbernen Fleck erkennen, der auch ein wenig in etwas dunkles… braunes überging. Mit jedem Blinzeln schien dieser Fleck schärfer zu werden und aus irgendeinem Grund hatte er ihre vollste Aufmerksamkeit erregt. Schließlich zog sie einmal scharf Luft ein und hielt den Atem an, als sie diesen Fleck als Person identifizieren konnte, die unweit von ihr entfernt ebenfalls auf dem Boden lag, und mit einem Mal musste sie krampfhaft ihre Augen zusammenpressen, da ein stechender Schmerz ihren Kopf durchfuhr und alle möglichen Bilder in einer rasenden Geschwindigkeit in ihr Gedächtnis gerufen wurden.

Der Schmerz wollte nur sehr langsam nachlassen, als ihr plötzlich wieder von einem Herzschlag auf den nächsten klar wurde, wo sie sich befand, und was geschehen war. Miandra verscheuchte vorerst die Bilder der Begegnungen die sie gerade im Nichts gehabt hatte, und das letzte woran sie sich erinnern konnte war eine endlose Schwärze in der es keine Zeit und Gefühle mehr gegeben hatte. Doch es war nicht real gewesen, nichts von all dem. Das hier war die Realität, zumindest glaubte sie das gerade eben. Ein eiserner Wille packte sie bei diesem Gedanken, und mit aller Kraft schaffte sie es schließlich ihre Finger zu bewegen, welche sich krampfhaft an den kalten Steinplatten festkrallen wollten. Gleich darauf gelang es ihr ihren Kopf zu bewegen, auf welchem sich bereits Schweißperlen vor Anstrengung gesammelt hatten, und nur Momente darauf richtete sie sich schwerfällig auf. Ihre Arme zitterten als sie sich damit am Boden abstützte und sie ihre Umgebung kurz in Augenschein nahm. Kurz schien sich alles zu drehen, doch schon bald erkannte sie die Stube dieses Castillás wieder. Bücherregale und ein riesiger Schreibtisch auf welchem sich allerhand Kram befand, alles war genauso wie es ihr gerade eben in Erinnerung gerufen wurde… abgesehen von…

Sie kniff die Augen weiter zusammen. War das Blut? Natürlich war es das! Und schließlich konnte sie den toten Kirchenvorsteher ausmachen, oder eher das was von ihm übrig geblieben war. Sein Kopf schien von seinem Rumpf getrennt worden zu sein und eine riesige Blutlache zierte den Bereich um den frischen noch warmen Leichnam. Nur wenig weiter entfernt konnte sie schließlich den losen Schädel ausmachen, der aus leblosen, leeren und vor Schock geweiteten Augen, die Mundwinkel verzerrt zu einer hässlichen Fratze, genau in ihre Richtung zu starren schien.

Miandra wandte den Blick wieder ab als sie ein lautes schepperndes Geräusch vernahm, welches sie nur einen Herzschlag später der großen zweihändigen Axt zuordnen konnte, welche aus Leanoras zittrigen Händen auf den Boden geglitten war, und sie daraufhin in die Richtung des Templers eilte, der genauso wie sie es in Erinnerung hatte an der Wand in der linken Ecke saß. Nur seine Hände schienen nicht mehr an der Steinmauer festzukleben, doch ob er gerade das Bewusstsein wiedererlangt hatte, wusste sie nicht, da sie stattdessen in eine andere Richtung blickte.

Einen zeitlosen Moment starrte sie aus geweiteten Augen auf die Elfe die noch immer so da lag wie gerade vorhin, als sie von einem panikartigen Gefühl übermannt wurde, und sie sich schwerfällig in deren Richtung schleppte. Miandras Körper schien so schwach als hätte man ihr jegliche Energie ausgesaugt, dennoch schaffte sie es zumindest in einer knieenden Position neben Vernita anzukommen, auch wenn sich ihr Körper am liebsten wieder von ihrem Geist gelöst hätte, um einfach auf den Boden zurückgleiten zu können. Doch Miandra biss die Zähne zusammen. Angestrengt hob sie ihren rechten Arm ein wenig an und legte Vernita die Hand auf eine Schulter und begann diese so kräftig sie es vermochte zu rütteln.

„Los jetzt wach schon auf!“ sagte sie nachdem sie vorerst keine Reaktionen feststellte mit rauer und gepresster Stimme, wobei sie die Elfe immer stärker zu rütteln begann, sodass deren Rüstung ein schepperndes Geräusch verursachte als diese den Boden immer wieder berührte. Vergessen war ihr eigenes Schwächegefühl und wurde verdrängt von Angst und Panik, die sich allmählich durch jede Faser ihres Körper ziehen wollte.

Modifié par Kaysallie, 24 août 2011 - 10:41 .


#2124
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Ein Stoß ließ ihren Körper erzittern. Kurz darauf noch einer. Irgendjemand rüttelte offenbar an ihr herum, wohl um sie wieder aufzuwecken, wie es schien. Reichte es denn nicht, vor ihren Augen die Frau zu ermorden, welche sie liebte und sie selbst mit Peitschenhieben in den Tod zu schicken? Durfte sie dabei nicht einmal das Bewusstsein verlieren? Sollte sie dieses Ende etwa hautnah miterleben?
 
Sie stöhnte kaum hörbar auf, bevor sie selbst diese Stimme vernahm. Sie klang verzerrt und schien sehr weit entfernt zu sein. Sie verstand die Worte nicht und auch nicht, wer da zu ihr sprach. Doch sie wollte nicht. Sie fühlte sich so kraftlos, so niedergeschlagen, so ohne jeden Lebenswillen. Ihr war alles genommen worden, was in ihrem Leben einen Wert hatte, weshalb also sollte es für sie noch von Bedeutung sein, irgendetwas um sie herum mitzubekommen? Konnte man sie nicht einfach in Frieden sterben lassen?
 
Sie brummelte unverständliche Worte vor sich hin, die etwa so klangen wie „Lass mich in Ruhe!“, doch wirklich zu verstehen war es nicht, was Vernita da von sich gab. Trotzdem ließ die Person nicht locker, nein, sie schien sie nur noch heftiger zu schütteln als zuvor. Und so langsam kam auch wieder Gefühl in den Leib der Elfe zurück. Jede Faser ihres Körpers schmerzte, und sie spürte diese Kälte in ihrem Gesicht. Es dauerte einen Moment, bis sie realisierte, dass sie auf dem harten Boden lag. Hatte man sie etwa von ihren Ketten befreit?
 
Schwerfällig öffnete Vernita die Augen, kniff diese jedoch sofort wieder zusammen, als ein scheinbar blendender Lichtschein diese zu treffen schien. Sie blinzelte mehrfach, bis sie sich schließlich und endlich an die Helligkeit gewöhnt hatte, welche auf den zweiten Blick gar nicht so grell war, wie diese sich zuerst angefühlt hatte. Trotzdem taten ihr die Augen weh, so als ob sie stundenlang in die stechende Sonne hineingeschaut hätte. Ihre Sehkraft war ebenfalls noch nicht so richtig wiederhergestellt. Sie sah nur einen immens großen Schatten, der sich neben ihr auftürmte wie eine Festungsmauer. Ihr Blick wanderte langsam nach oben und nahm die ersten Konturen wahr. Es war ganz offensichtlich ein Mensch, welcher da neben ihr kniete und sie wachzurütteln versuchte, genau genommen eine Frau. War das etwa…? Konnte das wirklich möglich sein?
 
„Mi…Mi…Miandra?“ fragte sie unsicher mit einer selbst für sie kratzig klingenden Stimme, bevor sie zu Husten begann. Vernita spuckte und röchelte für eine kurze Weile, schien sich die Seele aus dem Leib husten zu wollen, bevor sie sich wieder beruhigte und ihren Blick erneut auf die Gestalt neben sich richtete. Ihre Sicht wurde besser, war aber immer noch sehr verschwommen. So stützte sie sich mit beiden Händen auf dem Boden ab und stemmte sich mit all ihrer Kraft nach oben. Schweiß trat ihr dabei auf die Stirn. Ihr ganzer Körper zitterte vor Anstrengung, während sie sich keuchend und mit verzerrtem Gesicht aufsetzte. Schließlich und endlich hatte sie es geschafft, sich in eine kniende Position zu bringen. Erschöpft sah sie nun wieder auf und musterte noch einmal die Person, die sich vor ihr befand. Und sie konnte kaum glauben, was ihre müden Augen ihr offenbarten.
 
Sie fing an zu lachen. Zuerst verzog sie nur das Gesicht zu einem Grinsen, doch dann kamen die ersten Töne über ihre Lippen. Am Anfang noch zaghaft und kurzanhaltend. Doch dann wurde sie lauter, herzhafter, voller Erleichterung. Schließlich lachte sie so laut, dass es von den Wänden der Stube widerhallte, bevor sie der schwarzhaarigen Frau um den Hals fiel und diese so fest an sich drückte, dass dieser für einen Moment die Luft wegblieb.
 
„Miandra! Du lebst! Ich dachte…ich sah, wie…ach, vergiss es! Es ist nicht mehr wichtig!“ sprudelten die Worte nur so aus der Elfe heraus, während ihr die Freudentränen in Strömen über die Wangen liefen und die Erleichterung deutlich in ihren Gesichtszügen abzulesen war. Als sie merkte, dass sie Miandra die Luft zum atmen nahm, entließ sie diese kurzerhand wieder aus ihrer heftigen Umarmung. Nur deren Unterarme hielt sie noch mit ihren Händen fest, während sie der Frau tief in die Augen blickte, so als ob sie Angst hätte, diese könnte wieder entschwinden, wenn sie es nicht tat.
 
„Bitte verzeih’ mir, wenn ich etwas heftig reagiert habe“, lachte sie die schwarzhaarige Frau an. „Ich vergesse nur allzu oft, dass ich meistens ja diese schwere Rüstung trage. Aber du kannst dir auch nicht vorstellen, wie erleichtert ich bin, dich gesund und munter wiederzusehen.“

#2125
Kaysallie

Kaysallie
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Behutsam klopfte sie der Elfe auf den Rücken als diese zu husten begann und damit am liebsten wohl gar nicht mehr aufhören wollte. Erleichtert sah Miandra dabei zu wie sich Vernita langsam aufrichtete, denn sie musste ganz schön lange an der Elfe rütteln um diese wieder zurück ins Leben zu holen. Verdutzt sah sie diese jedoch an als sie plötzlich einfach so zu lachen begann, trotzdem legte sich ein Lächeln auf ihre Lippen bei dem Anblick. Wohl ein Witz den sie nicht so recht verstand, aber ehe sie fragen konnte was so komisch sei, fiel ihr Vernita auch schon überglücklich um den Hals und stammelte unverständliche Sachen vor sich her. Reflexartig schnappte sie noch einmal nach Luft, bevor sich die kalte Rüstung durch den Stoff ihres Mantels drückte und ihr dabei die Lunge und den Hals beinahe völlig zuschnürte. Perplex von der stürmischen Reaktion wäre sie zudem auch noch fast nach hinten umgeflogen, doch da sie sich mit einem Arm am Boden abgestützt hatte und Vernita sie auch sofort an sich drückte, konnte sie die sitzende Position beibehalten. Für einen Moment wusste Miandra nicht so recht wie ihr geschah, sie war jedoch froh darüber, dass sie dann doch wieder losgelassen wurde um wieder Luft holen zu können, denn um sich einfach irgendwie aus dem Griff befreien zu können fühlte sie sich noch viel zu schwach und überrumpelt. Sie konnte sich nicht daran erinnern, dass sich schon jemals irgendwer so sehr darüber gefreut hatte sie zu sehen. Ein eigenartiges aber schönes und warmes Gefühl, welches sie nicht kannte, breitete sich bei diesem Gedanken in ihr aus. Es war das einfache Gefühl von jemanden gebraucht und gesehen zu werden, anstatt sich wie ein wertloser Gegenstand zu fühlen, der mit der Zeit eine dicke Staubschicht auf sich liegen hatte, da er nie beachtet wurde. Miandra brauchte einen Moment um dieses Gefühl definieren zu können, und daher erreichten die Worte von Vernita erst nach einigen Augenblicken wirklich ihren Verstand.

Kurz fragte sie sich was Vernita damit meinte. Warum sollte sie nicht leben? Doch gleich darauf erinnerte sie sich wieder an ihre eigenen Begegnungen die sie im Nichts hatte, welche sie bis gerade eben verdrängt hatte. Wunschträume aus ihrer Kindheit, Ängste der Zukunft und Vergangenheit. Hatte Vernita etwa von ihrem Tod „geträumt“? Miandra traute sich diese Frage nicht wirklich zu stellen, zumindest nicht jetzt und hier. Sie konnte sich an einige Momente erinnern in denen sie an all dem gezweifelt hatte, um kurz darauf einer neuen Gehirnwäsche unterzogen zu werden. Doch als sie in diesem Raum erwachte, sagte ihr irgendetwas sofort dass sie sich wieder in der Realität befand, und sich alles davor wohl nur in ihrem Kopf abgespielt hatte… zumindest glaubte sie das. Ob das bei Vernita auch der Fall war?

„War das was du gesehen hast sehr real? Denn das war es nicht, das weißt du doch jetzt wieder, oder?“ fragte sie die Elfe nachdem sie alles auf sich wirken gelassen hatte vorsichtig. Dabei legte sie ihre rechte Hand auf die linke von Vernita, welche sich noch immer an ihrem Unterarm festhielt, und umschloss diese mit sanftem Druck. Miandra wollte, dass die Elfe spüren konnte, dass sie sich wieder in der Realität befand. Dabei legte sich ein schwaches Lächeln auf ihr Gesicht, als sie an einen Moment zurückdenken musste, in dem Vernita zu ihr gesagt hatte sie solle einfach nach ihrer Hand greifen, um ein Stück Wirklichkeit zurückzubekommen, wenn sie nicht mehr wissen sollte, was real war und was nicht.