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Die freie Wildnis von Ferelden (Dragon Age RP)


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2750 réponses à ce sujet

#2176
Bellandyrs

Bellandyrs
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Auch Leanora wachte mit den ersten Sonnenstrahlen auf. Sie blieb jedoch noch ein wenig liegen, streckte sich ausgiebig und schickte Sengaal gedanklich einen Kuss. Die wenigen Minuten, die sie noch unter ihrer Decke verbrachte, dachte sie ausschließlich an ihn. Wie schön wäre es gewesen, wenn sie bereits neben ihm aufwachen könnte, seinen Duft in ihrer Nase.
Leise seufzte Leanora auf, ihre Sehnsucht nach dem Kommandanten tat beinahe weh. Aber es waren glückliche Gedanken, die sie hatte, keine die sie schwarz sehen ließ.

Trotzdem wurde es langsam Zeit. Soweit sie sich erinnern konnte, war auch Vernita eher ein Frühaufsteher. Und zudem hatten sie einiges zu tun.
Lea gähnte noch einmal herzhaft und stand dann auf, um sich den letzten Rest Wasser ins Gesicht zu schütten. Auch wenn sie nicht baden konnte, so hatte sie noch frische Sachen in ihrem Rucksack, und als sie diese angezogen hatte, fühlte sie sich auch gleich wohler. Ihre Haare hielt sie im Nacken mit einem Band zusammen.

Sie schlüpfte in ihre Stiefel, öffnete die Türe einen Spalt breit, damit sie sehen oder hören konnte, wenn die anderen aufbruchbereit waren. Dann setzte sie sich abwartend auf ihre Bettkante. Dabei dachte sie wieder an Sengaal, wobei ihre Gedanken auch zu ihrem Pferd wanderten. Ob es Donas gut ging? Viel wichtiger war jedoch, ob ihr Geliebter mittlerweile wieder aus der Lähmung befreit war, und sie machte sich nun doch Sorgen, was im Kloster um diese Tageszeit nun los war. Immerhin wäre jetzt die Morgen-Andacht, und Lea konnte sich lebhaft vorstellen, welch Chaos im Moment dort herrschen mußte. Ob der Zwerg noch immer in der Besenkammer lag?

Unbewußt knetete sie ihre Finger und nagte an ihrer Unterlippe. Hoffentlich nahm dies alles noch ein gutes Ende.

#2177
SickOfItAll

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Mollig warm war es. Warm und kuschelig , fast schon fluffig weich. Lydia kam sich vor, als würde sie auf einer Wolke schlafen, so angenehm war es. Aber sie schlief nicht auf einer Wolke, vielleicht war das auch besser so. Eine zärtliche Umarmung erinnerte sie daran, das sie noch immer mit Sha´ira gemeinsam in einem Bett lag. Verschlafen erwiederte sie ihre Umarmung und kuschelte sich noch ein Stückchen enger an Sha´ira.

Wie lange es her war, seitdem sie in einem richtigen Bett geschlafen hatte ? Seit der Nacht in der Taverne nichtmehr und davor verschwamm alles zu Nächten zwischen knorrigen Wurzeln, am Wegesrand , unter umgestürzten Wurzeltellern , Heuschobern oder den nackten Boden. Aber hier war ihr all das fern als wäre es bloß ein Stern am Nachthimmel.

Schläfrig schob sie diese Erinnerungen beiseite und erfreuhte sich daran, das sie mit Sha´ira zusammensein konnte. Sha´ira ... Die erste Person die ihr so nah war seit ... ja , seit sie ihre Heimat verlassen hatte. Seitdem sie sich dem Unbekannten, der großen weiten Welt da draußen zugewandt hatte. Aber nun war die Zeit für schöne Gedanken, für süße Gedanken, und als sie die Augen aufschlug, blickte sie Sha´ira ins Gesicht. Erst jetzt fiel ihr auf, wie wunderschön sie wirklich war. Sie hatte so ein süßes rundes Gesicht, so große grüne Augen, so volle Haare, Lydia musste sie einfach küssen. Sie schloss die Augen und genoss ihre zarten Lippen, blieb schon fast an ihnen kleben.

Nach einem endlosen Moment flüsterte sie Sha´ira ins Ohr " Wir haben so viel Zeit ... einfach ... liegenbleiben ... "

Sachte strich sie ihr über den Rücken, fuhr ihr mit einem Finger den Rücken hinunter bis zu ihrem Hintern und kneifte sie kichernt in die Schenkel. Dann kehrte wieder Ruhe ein und sie genossen beide die Stille des Zimmers, das weiche Bett und einfach, das sie sich so nahe sein konnten.

#2178
Kaysallie

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Während Vernita sprach hatte Miandra aufgehört zu essen, und beobachtete die Elfe stattdessen mit einem nichtssagenden Blick, während sie aufmerksam dem lauschte was diese zu sagen hatte.

„Ja das sollten wir“, erwiderte Miandra nachdem Vernita geendet hatte und stand sogleich von dem Stuhl auf. Doch anstatt zu dem Bett zurückzugehen, vor welchem noch immer ihre Schuhe achtlos am Boden lagen, umrundete sie den kleinen Tisch, blieb vor der Elfe stehen und legte vorsichtig ihre Handflächen auf deren Wangen. Dabei bückte sie sich ein wenig nach vorne und sah Vernita für einen zeitlosen Moment tief in die Augen.

„Tut mir leid, ich hätte nicht davon anfangen sollen“, sagte sie dann leise, während sie Vernita die Träne von der Wange streifte, und diese aufmunternd anlächelte, jedoch wirkte das Gesamtbild, sowie der Klang ihrer Stimme, trotzdem von den Worten bewegt, leicht schuldig fühlend und wehmütig.

Anschließend wandte sie sich wieder von der Elfe ab und ging zurück zu dem Bett, wo sie sich ihre Schuhe anzog und zuschnürte. Auch den Waffengurt hatte Miandra schnell umgelegt bevor sie zurück zum Tisch ging und sich die letzten Reste in den Mund schob, bevor sie sich den Mantel griff und diesen umwarf.

„Ich gehe mal die anderen wecken“, sagte Miandra nachdem sie das Essen hinuntergeschluckt hatte und trat auch schon ohne auf eine Antwort zu warten vor die Tür auf den Flur, in der Annahme dass Vernita ohnehin noch Zeit brauchen würde um sich ihre Rüstung anzulegen. So ging Miandra weiter zu Leanoras Zimmer, da dieses dem ihren näher lag, und klopfte sogleich eher zaghaft an die Tür, wobei sie es vorerst vermeiden wollte deren Namen durch das Holz zu rufen. Denn in diesen Wänden unnötigen Lärm zu verursachen, stand nicht so in ihrem Sinn. Dabei bemerkte Miandra gar nicht, dass die Tür angeleht und nicht einmal abgeschlossen war.

Während sie auf die blonde Frau wartete, schweiften ihre Gedanken zurück zu dem was ihr Vernita gerade erzählt hatte, und Miandra fragte sich wieso sie nicht einfach wie sonst auch ihren Mund gehalten hatte. Sie hasste es die Elfe so sehen zu müssen, und dennoch hatte sie irgendwie eine Art Drang danach ihr all das zu erzählen, was sie gesehen und erlebt hatte, sowie ein Gefühl von Neugierde, welches wissen wollte was in der Elfe vor sich ging. Normalerweise hielt Miandra ja nicht viel davon über gewisse Dinge - vor allem vergangene - zu reden, schließlich würde das ohnehin nichts mehr ändern, ebenso interessierte sie sich auch sonst nicht für andere, es war ihr immer schlicht und ergreifend egal gewesen, oder sie wollte es gar nicht wissen… denn sobald man etwas über jemanden wusste, baute man Beziehungen auf, und diese wiederum bedeuteten nur, dass man sich an jemanden band, sowie Angst- und Sorgengefühle um diesen jemand entwickelte.

Miandra seufzte. Es würde wohl noch dauern bis sie all das, und vor allem sich selbst, wirklich verstehen würde, doch sie schüttelte leicht den Kopf und versuchte sich stattdessen auf den heutigen Tag zu konzentrieren. Doch irgendwie wollte sie auch daran nicht so recht denken… wahrscheinlich ohnehin nur wieder ein Misserfolg mehr, den sie in dieser dreckigen Stadt erleben würde. Aber wie sagte Vernita so schön, sie solle daran glauben, dass es gut ausgehen würde. Miandra versuchte es zumindest.

Modifié par Kaysallie, 07 septembre 2011 - 06:44 .


#2179
Bellandyrs

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Lea war so in Gedanken versunken, dass sie das Klopfen beinahe überhört hätte. Aber irgendetwas hatte ihre Überlegungen gestört und so blickte sie zur Tür, wo sie dann auch das Geräusch ausmachte, welches sie aus ihren Grübeleien gerissen hatte.
Wie es aussah, waren die anderen bereits fertig. Lea stand auf und ging zur Türe, um diese ganz zu öffnen und trat auf den Flur.

"Guten Morgen", begrüßte sie die schwarzhaarige Frau leise. "Wo sind die anderen? Ich bin jedenfalls bereit zum Aufbruch. Meine Robe lasse ich hier, oder meint Ihr, ich sollte diese besser woanders entsorgen?"

Modifié par Bellandyrs, 08 septembre 2011 - 06:40 .


#2180
Kaysallie

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Miandra wurde schließlich aus ihren Gedanken gerissen als Leanora vor ihr stand und sie leise begrüßte. Für einen kurzen Moment starrte sie die blonde Frau nur leicht verwirrt an, da sie kurz vergessen hatte, dass sie an deren Tür geklopft hatte. Doch schließlich erreichten Leanoras Worte ihren Verstand.

„Vernita macht sich gerade fertig, denke ich, und nach den anderen beiden werden wir gleich sehen, kommt mit.“ Kurz fiel Miandras Blick auf die Robe, welche völlig durch bereits trockenes Blut verfärbt war. „Ich würde sie eher an einem anderen Ort entsorgen… muss keiner wissen, dass wir hier waren“, sagte sie nur und wandte sich sogleich ab, um weiterhin dem Flur zu folgen um nach Lydia und Sha´ira zu sehen. Als sie vor dem Zimmer ankam, in welches sie die beiden gestern verschwinden sah, klopfte sie auch hier erstmals nur zaghaft an, wobei sie noch immer recht abwesend wirkte.

#2181
SickOfItAll

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Etwas oder jemand klopfte an die Tür und riss Lydia aus ihrem sanften Schlummer. Sha´ira hinter ihr schnurrte und brummte, Lydia wälzte sich halb herum um einen Blick auf die Tür zu bekommen und brummelte verschlafen " herrein."

Lydia kuschelte sich wieder an Sha´ira und beobachtete verschlafen die Tür. Sie wollte jetzt noch nicht aufstehen. Sie lagen zusammen in einem weichen, fluffigen Bett, und warscheinlich sollten sie da jetzt raus. Der Gedanke gefiel lydia überhauptnicht und sie zog sich die Decke bis unters Kinn, in der Hoffnung, man möge erbamen mit ihnen beiden haben und sie noch ein bisschen schlafen lassen.

#2182
Kaysallie

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Miandra öffnete ohne zu zögern die Türe, nachdem sie glaubte so etwas wie ein „Herein“ vernommen zu haben, auch wenn sie nicht recht verstand, wieso die Tür nicht abgeschlossen war. Die Schlösser waren zwar nicht sehr stabil, aber immerhin würden sie einem Zeit verschaffen, falls jemand in den Raum eindringen wollen würde. Warum waren die zwei nur so naiv und fühlten sich hier so sicher?

Doch wirklich lange dachte Miandra darüber nicht mehr nach, denn kaum hatte sie das Zimmer betreten, fand sie beiden auch schon im Bett liegend vor. Nur Lydia schielte aus fast noch geschlossenen Augen in ihre Richtung - zumindest glaubte Miandra das, aber wirklich sicher war sie sich dabei nicht.

Miandra stieß einen leicht genervten Seufzer aus, bevor sie nach dem unteren Ende der Decke griff und diese mit einem Ruck von den beiden herunterzog. Eigentlich wollte sie gerade noch etwas sagen, blickte stattdessen jedoch ein wenig verdutzt auf das Bett, als sie erkannte, dass weder Lydia noch Sha´ira Kleidung trugen, sondern völlig nackt vor ihr lagen. Doch Miandra fing sich recht schnell wieder, auch wenn sie nicht so ganz verstand was die beiden da eigentlich aufführten.

„Los jetzt, raus mit euch zwei, schlafen könnt ihr später, wir haben heute noch einiges vor. Außerdem würde ich euch nahe legen euch etwas anzuziehen“, sagte sie mit leicht genervter Stimme, bevor sie die Bettdecke einfach auf den Boden fallen ließ und stattdessen zu dem Fenster ging und die Vorhänge komplett zur Seite zog, wodurch die morgendliche Sonne das Zimmer nun noch stärker erhellte als zuvor. Kurz spähte sie nach draußen auf die Gasse, doch es schien niemand unterwegs zu sein. So wandte sie sich wieder ab und blickte abwartend zu Lydia und Sha´ira. Eigentlich hätte sie das Zimmer lieber gleich wieder verlassen, aber sie wollte auf Nummer sicher gehen, dass die beiden auch wirklich aufstanden.

#2183
SickOfItAll

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Lydia stöhnte, als Miandra die Decke vom Bett zog und die Vorhänge öffnete. Das Licht blendete sie und ohne die Decke war es ziemlich frisch im Raum.

" Bist du wahnsinnig? Lass uns noch schlafen. Wenigstens noch eine halbe Stunde. Außerdem ists hier drinen kalt. "

grummelnd setzte sie sich auf und rieb sich die Augen. Sha´ira neben ihr kam ebenso brummig zu sich. Aber jetzt wo sie schon geweckt wurden, hatten sie keum eine andere Wahl als aus dem Bett zu kommen.

Lydia strich Sha´ira über die Schenkel und schwang die Beine aus dem Bett .
" Also gut, wenn wir denn schon so gemein geweckt werden, stehen wir wohl besser auf. Zum Schluss landet noch ein eimer Wasser zwischen uns."

Gemeinsam schälten sie sich aus dem Bett, suchten ihre Kleidung zusammen, Lydia zwängte sich in ihren Lederanzug, Sha´ira bekleidete sich mit ihrer normalen Rüstung. Sie traten aus der Kammer und spitzelten in Vernitas und Miandras Zimmer.

" Vernita, guten Morgen. Mia hat uns unsanft aus unserem Himmelbett geholt, hättest du sie nicht aufhalten können ? "

#2184
Aliens Crew

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Schweigend blickte Vernita in Miandras Augen, während diese vor ihr stand. Als diese ihr die Träne von der Wange strich und sich entschuldigte, schloss die Elfe für einen längeren Augenblick die Augen. Nachdem sie diese wieder öffnete, hatte sich die schwarzhaarige Frau auch schon wieder angezogen und machte sich auf den Weg nach draußen.
 
„Schon gut“, meinte Vernita noch, doch wahrscheinlich bekam Miandra das bereits nicht mehr mit. Die Elfe seufzte und wünschte sich abermals, sich ordentlich waschen zu können. Doch das musste wohl warten. So erhob sie sich, sammelte ihr Zeug vom Boden auf und fing an, sich anzuziehen. Sie dachte darüber nach, was sie wohl in diesem Laden erwarten würde, während sie auf der Bettkante saß und ihre Panzerstiefel überzog. Doch da lugte auch schon Lydia ins Zimmer und redete auf Vernita ein, welche erst einmal tief durchatmete.
 
„Unsanft? Was hat sie denn getan? Euch mit einem Fußtritt aus dem Bett befördert?“, fragte die Elfe ironisch, ohne das Mädchen anzusehen, da sie sich lieber darauf konzentrierte, dass ihre Rüstung richtig saß. "Und warum hätte ich sie aufhalten sollen? Hätte sie es nicht getan, dann hätte ich euch aus den Federn geholt. Das wäre dann wohl unsanft geworden..."
 

Modifié par Aliens Crew, 11 septembre 2011 - 04:25 .


#2185
Kisu

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" Sie hat uns die Decke geklaut und uns noch fast aus dem Bett geworfen. Ein indirekter Tritt wohl ehr. Aber immerhin mussten wir schon aufstehen. Habt ihr denn garkein Mitleid ? " Antwortete Sha´ira auf Vernitas ironische Frage.

Sha´ira trat vollends ins Zimmer und lehnte sich an die Wand hinter ihr.
" Wie sieht der Plan für den Tag von eurer Seite her aus ? Wir werden wohl auf den Markt gehen und Verpflegung kaufen, und das Schiff am Hafen inspizieren. Alles weitere ergibt sich. Aber es wäre gut zu wissen, was ihr plant . "

#2186
Kaysallie

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Miandra stieß eher ungewollt etwas verächtlich Luft aus. Einerseits da sie hörte wie Lydia ihren Namen abkürzte - denn so nannten sie hauptsächlich nur ihre Eltern, oder andere Personen die sie nicht leiden konnte - und andererseits da sie dieses verweichlichte Verhalten der beiden ein wenig aufregte.

„Und ich dachte immer Adlige wären verwöhnt“, grummelte sie in sich hinein, wobei sie jedoch auch leicht Grinsen musste. Sie konnte sich nicht daran erinnern eine der beiden fast aus dem Bett geworfen zu haben, aber vielleicht beherrschte die Nevarerin ihre Sprache auch nur nicht so ganz und redete wirres Zeug. Aber eigentlich hätte sie tatsächlich eher damit gerechnet Leanora aus dem Bett werfen zu müssen, als diese zwei oft viel zu euphorischen Elfenmädchen.

‚Wie leicht man sich doch täuschen kann‘, dachte sich Miandra noch als sie an Lydia und Sha´ira vorbeiging um die Essensreste zusammenzupacken. Diese würde sie entweder zurück in den Vorratsraum bringen, oder irgendwo anders entsorgen wo sie nicht auffallen würden.

Modifié par Kaysallie, 11 septembre 2011 - 06:46 .


#2187
Aliens Crew

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„Mitleid? Wir hausen hier ja schließlich nicht zum Vergnügen! Habt ihr das etwa vergessen?“ erwiderte Vernita in einem harschen Ton und verdrehte dabei die Augen. Sie zog sich ihre Panzerhandschuhe über, als Miandra das Zimmer betrat und sich um die Essensreste kümmerte. Dann stand die Elfe auf, während sie sich noch ihren Helm aufsetzte.
 
„Ihr wollt also einkaufen gehen und euch dieses Boot begucken, was? Dann gibt es wohl Fisch zum Mittag und die Henkersmahlzeit zum Abend, oder?“ meinte sie spöttisch, wobei sie das Bett umrundete und sich ihre Schwerter griff, die immer noch dort griffbereit herumlagen. „Wir hingegen ziehen los und schlagen ein paar Schädel von den Arschlöchern ein, denen wir diesen ganzen Ärger hier zu verdanken haben! Es wird Zeit, diesem Abschaum zu zeigen, dass sie sich mit der falschen Elfe angelegt haben! Wollt ihr euch trotzdem noch diesen Kahn anschauen? Oder nicht doch lieber mitkommen und dieser Sache ein Ende bereiten?“
 
Vernita steckte ihre Schwerter in die Scheiden auf ihrem Rücken, bis die Griffe klackten. Dann ging sie zu Miandra und sah dieser für einen kurzen Moment tief in die Augen und lächelte der Frau aufmunternd zu, bevor ihre Züge wieder ernst und verdammt entschlossen wurden. „Los, komm, meine Liebe. Gehen wir und holen Elana aus diesem Höllenloch heraus!“
 
 

#2188
SickOfItAll

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" Wir wollten eigentlich Verpflegung und dergleichen besorgen, und danach im Hafen vorbeischauen und das Boot begutachten." sagte Lydia und strich sich die Haare aus dem Gesicht.

" Aber du hast recht, wir sollten mit euch kommen. Das Boot schwimmt nicht weg, und Verpflegung kann man auch stehlen, so lange man sich nicht erwischen lässt. Zumal 4 kämpfende und helfende Hände immer nützlich sind. "

Lydia ging zurück in ihr Zimmer und rüstete sich ebenfalls aus. Sie nahm alles mit, was sie wohl noch brauchen würden, verstaute Messer und Bogen . Sie war bereit dem Wahnsinn ein Ende zu setzen.

Innerlich war sie ... aufgewühlt. Auf der Einen Seite stand da Sha´ira, eine wunderbare Person, in deren Nähe sie Frieden und Ruhe suchte, auf der Anderen waren da die schattenhaften Verfolger.

Es würde alles gut ausgehen. Es musste gut ausgehen.

#2189
Bellandyrs

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Leanora betrachtete das ganze schmunzelnd, packte ihre blutbesudelte Robe mit spitzen Fingern in ihren Rucksack und wanderte schließlich auch in die Stube, in der Vernita gerade ihre Rüstung anzog.

"Guten Morgen", wünschte sie auch der Elfe und hörte ihr gleich darauf aufmerksam zu.

Eines war sicher: es würde wieder ein turbulenter Tag werden, und der Adligen überlief eine Gänsehaut, als sie kurz daran dachte, was so alles auf sie zukommen könnte. Sie hoffte nur, dass der heutige Tag etwas weniger aufregend ausfallen würde als der gestrige.

#2190
Kaysallie

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„Ja, gehen wir“, erwiderte Miandra und hoffte insgeheim dass Vernitas Entschlossenheit nicht unbegründet sein würde. Sie nahm noch die letzten Essensreste vom Tisch, bevor sie den anderen nach draußen auf den Flur folgte, wo sie auch Lydia einsammelten, die sich noch schnell ihre Waffen angelegt hatte, um anschließend wieder hinunter in den Schankraum zu treten, wo noch immer alles gleich aussah wie tags zuvor, nur mit der kleinen Änderung, dass man nun dank des Lichts, welches durch die schmutzigen Fenster drang und den Raum erhellte, den ganzen Staub und die übrigen Spuren der Söldner noch besser erkennen konnte.

Miandra machte einen kurzen Abstecher in den Vorratsraum, wo sie die Reste in ein offen stehendes Holzfass warf, die offenbar ohnehin für Abfall gedacht war, da viele Fliegen darüber kreisten und ihr sogleich ein sonderbarer Geruch in die Nase stieg. Aber ob dieser Gestank wirklich nur davon kam, wagte sie zu bezweifeln, und sie war froh dass sie die Taverne kurz darauf verließen und auf eine noch menschenleere Gasse traten. Die morgendliche Luft war noch frisch und kühl, doch die Sonne spendete bereits eine sanfte Wärme die sich auf ihr Gesicht legte. Kurz atmete Miandra die angenehme Luft tief ein, zog sich dann jedoch die Kapuze des Mantels über den Kopf, sah sich zusammen mit den anderen einen Augenblick prüfend um, bevor sie gemeinsam zu der nächsten engen Gasse huschten.

Modifié par Kaysallie, 12 septembre 2011 - 01:31 .


#2191
Aliens Crew

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Vernita führte die anderen durch die schmalen Gassen der Stadt, wobei sie um den Marktplatz einen großen Bogen machte, da dort zu dieser Zeit wohl schon die ersten Händler unterwegs sein dürften. Doch auf der Route, welche sie nahmen, begegnete ihnen niemand. So erreichten sie bald darauf unbehelligt ihr Ziel, welches sich in der Nähe des Gesindeviertels der Elfen befand. Vernita forderte die anderen mit einer Handbewegung dazu auf, stehenzubleiben, als die fünf noch ein paar Häuser weit von dem Laden entfernt waren.
 
„Wir sind da“, meinte sie knapp und ging hinter einem alten Karren in Deckung und beobachtete eingehend ihr Ziel. Der Laden sah ziemlich heruntergekommen aus. Die Holzwände waren mit Moos überwuchert, die Fenster vernagelt. Über der Tür hing ein Schild mit dem noch kaum lesbaren Namen darauf, welches sich quietschend im Wind bewegte. Das ganze Gebäude wirkte auf den ersten Blick verlassen, doch weder war die Eingangstür verrammelt worden, noch wiesen die drei Stufen zu eben dieser Tür denselben Staub und Dreck auf, den die sonstige Häuserfront bedeckte. Es schien also erst kürzlich jemand diesen Laden betreten zu haben.
 
„Es sieht so aus, als wären wir hier richtig“, raunte die Elfe den anderen zu. „Allerdings vermute ich mal, dass die Eingangstür mit einer Falle gesichert ist. Zumindest würde ich das tun, wenn Wachen zu auffällig sind. Doch gibt es noch einen anderen Weg hinein. Unterhalb der Treppe existiert ein schmaler Einstieg, durch den früher die Katzen des Besitzers ein- und ausgehen konnten wie sie wollten. Und dabei kommst du ins Spiel.“
 
Der Blick Vernitas richtete sich dabei auf Lydia. „Soweit ich weiß liegt hinter dieser Luke ein schmaler Gang, der im Wohnbereich des Ladens endet. Das Geschäft selbst liegt in der oberen Etage dieses Gebäudes, welche direkt hinter der Tür durch eine Treppe erreichbar ist. Eine ausgewachsene Person wird wohl kaum dadurch kommen, aber du müsstest es schaffen, dich hindurch zu quetschen. Zumindest wenn du wirklich so gelenkig bist, wie du immer behauptest. Du wirst wohl irgendwo hinter der Eingangstür wieder herauskommen. Wenn du dann drin bist, untersuche die Tür nach Fallen und entschärfe diese. Anschließend lässt du uns hinein, alles klar?“
 

#2192
SickOfItAll

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Lydia stutzte. Nicht wegen des alten, verfallenen Hauses. Solche Szenen waren ihr durchaus bekannt. Die Sache mit der Katzenklappe bereitete ihr Magenschmerzen .

" Ooohje ... Du willst, das ich mich da durch zwänge ? Alsogut. " sagte sie grübelnd und legte ihre Waffen bis auf ihr Schwert ab. Man konnte ja nie wissen, was einen drinnen erwartet.

" Hier, nehmt das. Und passt gut darauf auf ! Das wird sowas von eng ... " Und damit bückte sie sich und zwängte sich in die Klappe.

Drinnen war es stockfinster. Noch fiel ein wenig Licht von hinten zwischen ihr und den Wänden hinein, aber als sie ganz in dem winzigen Loch verschwand, war es pechschwarze Nacht. Es roch nach alt und muffig, staubig und lange nicht genutzt. Lydia tastete und zwängte sich voran, Zoll um Zoll , Elle um Elle schob sie sich durch den Gang und zwängte sich um eine Biegung, welche ins innere des Hauses führte. Sie stoppte immer wieder und lauschte, ob nicht Geräusche durch das Haus drangen, aber es war und blieb still. Als sie schon dachte, Vernita hätte sie hereingelegt und der Gang würde nicht enden, spürte sie Holz vor sich.

Das Holz stellte sich als kleine Klappe heraus, und als sie den Kopf hindurchstreckte, erkannte sie einen leeren Raum im Halbdunkel der vernagelten Fenster. Nichts war darin zu sehen, außer einer zerschlagenen Kiste. Einige Türen und Flure gingen vom Raum aus in alle Richtungen, an der Rückwand führte eine Treppe nach oben. Bevor sie mehr als ihren Kopf aus dem Loch streckte, lauschte sie erneuht nach verräterischen Geräuschen, aber es war nichts zu hören und auch nichts ungewöhnliches zu sehen.

#2193
Kisu

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Sha´ira betrachtete das kleine Loch unter der Treppe, in das sich Lydia hineinzwängen sollte. Es war wirklich, wirklich klein. Sie selbst hätte ihten Kopf hineinbekommen, aber die Schultern wären schon zu breit gewesen.

"Pass ja auf dich auf da drin. " sagte sie noch zu Lydia, aber da waren schon ihre Füße hinter der Klappe verschwunden. Sha´ira griff sich die Sachen die sie dagelassen hatte und hängte sie sich über die Schulter.

" Wir sollten wenigstens etwas in den Schatten treten. Wenn wir hier gesehen werden, haben wir warscheinlich mehr Ärger am Hals als uns lieb ist. " raunte sie den anderen zu und sah sich unauffällig nach einem Versteck für den Notfall um.

Je länger Lydia brauchte, desto unruhiger wurde Sha´ira. Was, wenn ihr etwas zugestoßen war? Wenn sie drinnen entdeckt wurde? Oder der Kriechgang einfach zusammengefallen war? Sie mochte sich das jetzt nicht ausmalen und hoffte einfach, das sie gleich die Tür öffnen würde.

#2194
Bellandyrs

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Leanora klopfte das Herz bis zum Hals, als sie aufbrachen. Nachdem sie ihr Ziel aber ohne Zwischenfälle erreicht hatten, hatten sich ihre Nerven auch ein wenig beruhigt. Noch war alles ruhig, trotzdem wagte sie sich nicht hinter dem Karren hervor.

Sekptisch blickte sie auf das Mädchen, auch wenn es zierlich war, war es doch reinste Akrobatik, den Körper durch die kleine Klappe zu zwängen.
Unbewußt hielt sie die Luft an, als Lydia dann im Haus verschwunden war und sie drückte die Daumen, dass der Kleinen da drin nichts passieren würde.

#2195
Kaysallie

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Die Stimmung war angespannt und Miandra konnte deutlich die Unruhe spüren, welche in Sha´ira und Leanora vorging. Mit unsichtbaren Fingern schien sie auch nach ihr greifen zu wollen, um sie mit diesem Verhalten anzustecken. Doch war es weniger wegen Lydia, was nicht hieß, dass sie sich überhaupt keine Sorgen um das Mädchen machte. Nein, im Gegenteil, sie hielt es noch immer für völlig falsch ein Kind dabei zu haben. Zerstörten sie nicht dabei die Kindheit und vielleicht Zukunft dieses Mädchens? Aber so sehr Miandra dagegen war, wusste sie auch, dass sie nicht wirklich eine andere Wahl hatten. Die Gruppe war mit der Zeit geschrumpft, so dass selbst die Hilfe eines kampfgeübten Mädchens herzlich willkommen war. Und wenn Lydia nicht hier sein würde, so würde sie wahrscheinlich irgendwo anders Unfug stiften. Oder beruhigte Miandra nur ihr Gewissen mit diesen Ausreden?

Doch das war eigentlich nicht der Hauptgrund für die eigene Unruhe, die langsam nach ihr tastete, sie jedoch noch nicht völlig ergreifen konnte. Denn viel mehr fürchtete sie sich vor dem, was da drinnen auf sie warten würde. Eigentlich wollte sie gar nicht länger darüber nachdenken, doch nun wo sie nichts anderes tun konnten, als hier zu stehen und zu warten, schweiften ihre Gedanken doch dazu ab. Waren dort drin wirklich Kinder versteckt? Und wenn ja, was wurde mit ihnen angestellt? Wurden sie für weitere Rituale von Blutmagiern benutzt, wie ein lebloser Gegenstand? Oder gab es einen anderen tieferen Sinn? Wie viele von ihnen waren wohl bereits tot…? Wie wenige noch am Leben? Ob Elana dabei war?

Miandra musste kurz schlucken, als ihr wieder in den Sinn kam, wie sie selbst im Nichts ihrem eigen Fleisch und Blut die Kehle aufgeschnitten hatte - nein nicht ihrem eigen Fleisch und Blut, einem Abbild davon, einem Dämonen der ihren Geist bei sich behalten wollte. Was wenn so etwas hier in der realen Welt passieren würde? Was wenn sie ihr Kind töten musste, da es keinen anderen Weg gab? Auch Vernita hatte ihr erzählt, dass sie einmal einen besessenen Jungen töten musste, da dies die einzige Lösung war.

Miandra seufzte leise, richtete ihre Konzentration wieder auf die Tür und versuchte die Gedanken auszublenden. Zumindest vorerst, und ob diese später noch von Nöten sein würden, würde sich wohl bald zeigen.

#2196
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Vernita nickte Lydia noch einmal zu, bevor diese sich daran machte, sich durch den Einstieg zu zwängen. Anschließend blieb sie neben der Treppe hocken und beobachtete die schmale Straße. Doch hier war niemand zu sehen. Auch die anderen Häuser wirkten verlassen. Die Verderbnis hatte viele Opfer in Denerim gefordert, so dass einige Bereiche später völlig unbewohnt zurück blieben. Dieses Viertel schien ebenfalls dazu zu gehören, so heruntergekommen wie es aussah.
 
‚Ein perfekter Ort für die dreckigen Machenschaften unserer Feinde‘, ging es der Elfe durch den Kopf. Ihr Blick fiel dabei auf ihre drei Gefährtinnen. Sha’ira wirkte sehr nervös, sie trat von einen Fuß auf den anderen, während sie unruhig auf die Tür starrte. Auch Leanora und Miandra wirkten sehr angespannt. Was in der schwarzhaarigen Frau wohl gerade vor sich ging? Immerhin war das hier ja so etwas wie der Augenblick der Wahrheit. Würden sie Elana hier finden? Und wenn ja, in welchem Zustand würden sie das Mädchen antreffen? War sie überhaupt noch am Leben?
 
Vernita wollte sich gar nicht ausmalen, welche Ängste und Befürchtungen nun in Miandra hochkommen mussten. So stand die Elfe auf, trat vor die schwarzhaarige Frau und legte ihr schweigend eine Hand auf die Schulter, während sie ihr eindringlich in die Augen sah. Ihr Blick wirkte dabei entschlossen wie immer vor einem Einsatz, doch ihre Lippen formten ein aufmunterndes Lächeln.
 

#2197
SickOfItAll

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Vorsichtig und beinahe vollständig lautlos zog sich Lydia aus dem Loch und sah sich um. Die Tür war direkt neben ihr, aber trotzdem wollte sie zuvor auf nummer sicher gehen und spähte den langen Flur zu ihrer Linken hinunter.

Nichts. Ein paar Türen, allesamt verschlossen, Staub und eine halb zerstörte Komode auf der eine verstaubte Phiole stand. Kein Anzeichen davon, das hier jemand sein sollte. Absolut verlassen.

Die Eingangstür war eine feste Holztür und nicht ganz so heruntergekommen wie der Rest des Hauses. Verdächtig, dachte sie sich. Die Türgriffe waren abgenutzt, kein Flugrost war am Schloss zu sehen, normalerweise der beste Beweis dafür, das hier doch jemand korrespondierte.

Sie suchte die Tür, den Rahmen und die Dielen gründlich ab und wurde prompt fündig. Über der Tür hatte jemand eine rafinierte Nagelfalle plaziert. Öffnete man die Tür, würde die nicht gleich explodieren, sondern erst , wenn man schon den Raum ein gutes Stück durchschritten hatte. Sie entfernte die Falle und untersuchte das Schloss.

Frisch geölt. Ein teures Schloss war es. Raffiniert in der Ausführung. zwei mal sechs Rastermechanismen und eine unauffällige Vorspannsicherung. Da wollte jemand WIRKLICH Besuch fernhalten. Das Knacken dauerte länger als sie gedacht hatte. Einmal rutschte sie ab und verlor eine halbe Schlossumdrehung, aber beim zweien Versuch klappte es und das leise "Klick" eines offenen Schlosses war zu vernehmen. Sie staunte. Normalerweise war dieses Klick das verräterischste an der ganzen Arbeit, aber trotz der totenstille war es kaum zu hören.

Vorsichtig öffnete sie die Tür und spähte nach draußen, wo die anderen im Schatten warteten.
Sie winkte ihnen zu und packte flink ihre Dietriche und all das andere Werkzeug wieder zusammen.

" Willkommen im hause Van Housen. Wir bieten Staub, feinen Staub, broben Staub, altes Holz und Moder in alles Variationen. Kommt herein, schaut euch um. " wizelte sie.

" Das war ein schweres Schloss und eine raffinierte Falle. Wären wir so da rein, hätte es uns warscheinlich allen das Leben gekostet. "

#2198
Kaysallie

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Einen kurzen Augenblick, der Miandra länger vorkam als er andauerte, blickte sie zu der Elfe die ihr aufmunternd zulächelte. Es war schon irgendwie eigenartig. Vernita, die sonst oftmals recht angespannt rüberkam, wirkte gerade eben in dieser Situation völlig ruhig. Hatten sie beide denn jetzt etwa Rollen getauscht? Irgendwie kam es Miandra gerade so vor, und irgendwie hatte der Gedanke etwas Witziges an sich, woraufhin sich nur ein zaghaftes Grinsen auf ihre Lippen legte.

Nur kurz darauf konnte sie eine Bewegung bei der Türe ausmachen. Lydia, offenbar, welche die Türe von innen geöffnet hatte. Ein leichter Schauer fuhr Miandra über den Rücken, als sie sich in Bewegung setzte und über die Türschwelle trat. Würden sich die letzten Wochen doch noch bezahlt gemacht haben?

Während das Mädchen leise sprach blickte sie sich um, doch es war kaum etwas zu erkennen… und das was man erkennen konnte sah nicht sehr lebendig aus. Aber natürlich würden sie hier am Eingang nichts finden… Dinge bei denen man nicht wollte, dass sie gefunden wurden, versteckte man doch Gewiss an den Orten, die für andere unerreichbar oder schwer erkenntlich waren… Vielleicht gab es einen versteckten Raum? Oder … im Keller? Miandra musste sich stark zurückhalten und zusammenreißen. Am liebsten hätte sie sich sofort überall umgesehen. Aber sie mussten vorsichtig sein, hier durften sie keine übereifrigen Fehler machen. Eher unbewusst spielte sie aus Nervosität mit einem Messer in ihrer Rechten, wartete darauf dass sich Vernita umsehen würde, und ihnen ein Zeichen zum Folgen geben würde. Die Elfe wusste sicher besser mit solchen Situationen umzugehen als sie selbst.

#2199
Bellandyrs

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Leanora fiel schier ein Stein vom Herzen, als sie das Mädchen in der Türe auftauchen sah. Leise folgte sie Miandra und Vernita ins innere des Hauses. Die Lichtstreifen warfen bizzare Muster auf den staubigen Boden, und der Adligen lief unwillkürlich eine leichte Gänsehaut über den Rücken. Ob sie Elana finden würden? Oder die anderen Kinder?
Wieder klopfte ihr das Herz bis zum Hals, und sie getraute sich kaum zu atmen. Ihre alte Ängstlichkeit kam durch, und sie bewunderte insgeheim Vernita, wie diese die Ruhe selbst zu sein schien.

#2200
Aliens Crew

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Vernita wandte den Kopf und ließ von Miandra ab, als Lydia die Tür des Ladens öffnete und sie alle zu sich winkte. Die Elfe zog sogleich eines ihrer Schwerter und bewegte sich schnell zum Eingang des Gebäudes.
 
„Seid vorsichtig und haltet die Augen offen“, raunte sie den anderen noch zu, während sie sich in dem Korridor umsah. Rechts befand sich die Treppe, welche ins obere Stockwerk führte, wo sich früher der eigentliche Laden des Hauses befunden hatte. Vernita erinnerte sich daran, wie ihr der ehemalige Besitzer erzählt hatte, warum sein Geschäft oben war, was ja eher ungewöhnlich anmutete. Der Grund war relativ simpel. Er hatte einfach ein vorhandenes Wohnhaus ausgebaut, wobei es weniger kostete, ein zweites Stockwerk auf das Haus zu setzen, als dieses komplett umzubauen.
 
Die Elfe glaubte nicht, dass sie oben etwas finden würden. Es wäre nicht praktikabel. So entschied sie sich, die anderen Räume zu untersuchen. Sie übernahm die Führung und schlich durch den Gang, bis sie zu der Biegung kam, die nach links weiterlief. Sie bewegte sich langsam und mit schlagbereiter Waffe. Unter ihren Panzerstiefeln knarrten die Holzdielen des Fußbodens. Vernitas Atem wurde allmählich schneller, sie spürte, wie wieder diese Anspannung von ihrem Körper Besitz ergriff. Die alte Vernita schien erneut zum Vorschein zu kommen.
 
Ihre Sorge um Elana und sogar die um Miandra rückte immer mehr in den Hintergrund. Sie erinnerte sich an den Überfall im Wald, daran, dass jemand ihren Tod wollte, und diesen jemand wollte sie finden und zur Strecke bringen. Die Elfe stellte sich gerade vor, diese Person aufzuschlitzen und deren Gedärme aus dem Leib zu reißen, um ihr eindeutig klar zu machen, dass er oder sie, sich das falsche Opfer ausgesucht hatte. Ein fieses Grinsen legte sich bei ihren Gedanken auf ihre Lippen. Und eine gewisse Unruhe legte sich zudem auf ihren Verstand. Sie konnte es kaum noch erwarten, ihre Schwerter in Blut zu tauchen.
 
War sie etwa nur deswegen hier? Nicht um Elana zu retten, sondern nur um Rache zu nehmen? Vernita erschrak bei diesem Gedanken, doch gleichzeitig war sie sich ihrer Motivation in diesem Moment nicht mehr so sicher. Hatte sie sich etwa doch nicht geändert? War sie etwa doch nichts anderes als eine kaltblütige Killerin, der das Schicksal der anderen völlig egal war? Hatte sie sich etwa nur eingebildet, etwas anderes zu sein als ein egoistisches Miststück ohne Gefühle?
 
Die Elfe atmete tief durch und schob diese Vorstellung beiseite. Nun war nicht der richtige Augenblick, um sich darüber Gedanken zu machen. Hier war nur der Profi gefragt, alles andere hatte hier nichts verloren.
 
Vernita hatte die erste Tür erreicht und positionierte sich direkt neben dieser. Mit einer Handbewegung bedeutete sie den anderen, stehen zu bleiben. Anschließend ergriff sie die Türklinke und drückte diese langsam und vorsichtig nach unten. Geräuschlos ließ sie sich nach unten bewegen. Gemächlich zog sie die Tür auf und lugte in den dahinter liegenden Raum, welcher sich als Esszimmer herausstellte, in dessen Mitte ein Tisch stand, um den herum mehrere Stühle angeordnet waren. Die Möbelstücke selbst waren von einer zentimeterdicken Staubschicht bedeckt. Offenbar hatte dieses Zimmer schon lange niemand mehr betreten. Auch jetzt konnte die Elfe niemanden darin ausmachen.
 
Sie wollte die Tür gerade wieder schließen, als sich aus dem Schatten heraus etwas bewegte. Vernita wich sofort zwei Schritte zurück und hob ihr Schwert zum Schlag, als ein schwarzes Etwas durch den Türspalt huschte, was sich als Ratte entpuppte, welche geschwind und fiepend das Weite suchte. Die Elfe atmete einmal tief durch und ließ ihre Waffe wieder sinken. Anschließend schloss sie die Tür und nickte den anderen zu, ihr zu folgen.
 
Die fünf schlichen weiter durch den Korridor, bis zur nächsten Tür, hinter der sich das Schlafzimmer des Hauses befand. Also ging es weiter zur nächsten und letzten auf diesem Gang. Langsam schwang die Tür nach innen auf, wobei sie ein quietschendes Geräusch von sich gab. Der Raum dahinter beherbergte offenbar den Zugang zum Keller des Gebäudes, da sich eine große Bodenklappe in dessen Mitte befand. An den Wänden selbst hingen mehrere Pechfackeln, welche flackerndes Licht spendeten und lange Schatten warfen. Außerdem lagen mehrere einfache Decken an den Wänden aufgereiht. Und vor einer dieser provisorischen Schlafstätten entdeckte die Elfe einen dunklen Fleck. Und da der Raum ansonsten vollkommen leer war, trat Vernita ein.
 
Ganz langsam schlich die Elfe auf den Fleck auf dem Boden zu, während sie die Luke nicht aus den Augen ließ. Unter ihren Füßen knirschte es und nach genauerer Betrachtung fiel ihr auf, dass sie auf Sand lief. Doch wie kam dieser hier her?
 
Sie erreichte den Fleck und ging daneben in die Hocke. Dann legte sie ihr Schwert zur Seite, bevor sie sich den Panzerhandschuh auszog. Mit ihren Fingern strich sie über den dunklen Fleck. Er war noch feucht, konnte also noch nicht allzu alt sein. Sie führte ihre Finger zu ihrem Mund, roch erst an ihnen, bevor sie die Substanz probierte.
 
„Das ist Blut“, verkündete sie, während sie ihren Panzerhandschuh wieder überzog und zu ihrer Waffe griff. „Wir sind auf dem richtigen Weg, wie mir scheint.“
 
Wieder erfasste diese unterschwellige Aufregung ihren Körper. Sie wollte Blut sehen, wollte endlich ihren Feinden gegenüberstehen und sie leiden lassen. Sie spürte, dass sie ihrem Ziel ganz nahe waren. Und es würde hässlich werden. Und brutal. Und berauschend. Vernita konnte es kaum noch erwarten und grinste dabei heimtückisch.
 
 

Modifié par Aliens Crew, 16 septembre 2011 - 02:14 .