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Die freie Wildnis von Ferelden (Dragon Age RP)


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#2201
Kaysallie

Kaysallie
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Miandras Blick wanderte zwischen dem dunklen Fleck, welcher sich als Blut entpuppte, und der Bodenklappe, die in einen Keller führte, hin und her, blieb dann jedoch bei letzt genanntem haften. Bisher sah in diesem Haus alles recht schäbig und jahrelang unbenutzt aus. Dicke Staubschichten auf Möbeln, Lurch in den Ecken am Boden und faserige, spinnennetzartige, leicht schimmernde Gebilde in denen an der Decke. Doch diese Klappe am Boden… sie sah so anders aus und schien völlig fehl an diesem Ort zu sein. Das Holz war neu, schien recht stabil und war von kaum Staub befallen.

Miandra spürte wie die Unruhe und Nervosität immer weiter von ihrem Körper Besitz ergreifen wollte. Ganz langsam kam sie aus ihrem Innersten und zog sich nun schon durch ihre Finger, brachte diese vor Aufregung zum Beben. Kalter Schweiß schien sich fast schon zart auf ihre Haut zu legen als er aus den Poren brach, und dennoch war ihr Atem ruhig und gleichmäßig, voller Konzentration, sich selbst zur Ruhe zwingend.

Doch dann kamen sie wieder. Die Fragen. Blut…?

Und ganz plötzlich war sich Miandra nicht mehr so sicher ob sie wirklich in diesen Keller hinabsteigen wollte, wie noch gerade eben. Wollte sie wirklich wissen, was da vor sich ging? Weitere Bilder die ihren Verstand bei Nacht und Tag verätzen würden. Weitere Begegnungen die sie im Nichts verfolgen würden. Weitere schreckliche Erinnerungen…

Was würde sie eigentlich tun, wenn sie da unten nur noch die Leiche ihrer Tochter finden würde?

Eine Frage, die sie sich zum ersten Mal seit ihrer Reise ernsthaft stellte. Eigentlich hätte sie nie gedacht es jemals so weit zu schaffen. Eher hatte Miandra geglaubt vorher selbst irgendwo zu sterben bei diesem irrsinnigen Versuch. Gab es dann überhaupt noch einen Sinn in ihrem ohnehin jämmerlichen Leben? Elana war doch das einzige weswegen sie die letzten Jahre überhaupt noch irgendetwas Lohnendes im Leben gesehen hatte. Das Licht ihres Lebens, wie Vernita es wahrscheinlich sagen würde.

Unkontrolliert fiel ihr Blick bei diesem Gedanken auf die Elfe, welche sie nur schemenhaft in den Schatten dieser Bruchbude erkennen konnte. Und was würde Vernita tun? Oder eher: Was würde sie selbst wegen Vernita tun? Miandra wusste, dass die Elfe sie brauchte, aber was genau hieß das eigentlich? Was würden sie denn dann beide machen? Weiterhin diese Eshtá jagen, falls sie denn nicht dort unten war, und sie zur Rechenschaft ziehen? Und danach? Was dann? Von hier verschwinden um…?

In Miandras Kopf war für einen Augenblick eine tiefe Leere und Stille eingekehrt. Sie hatte nie so weit gedacht, doch jetzt brach alles auf sie herein, wie ein Gemäuer das lediglich aus Sand bestünde. Ihr wurde klar, dass sie das auf Dauer nicht konnte. Sie konnte nicht ewig wie ein Verbrecher und Flüchtling leben, sich durch das Töten und Einmischen in irgendwelche Intrigen über Wasser halten. Sie wollte wieder zurück auf Wiesen und in Wälder, Felder bewirtschaften und sich somit selbst versorgen… irgendwo am Rande, wo sie ihre Ruhe hatte. Doch gab es diese Möglichkeit überhaupt ohne ihre Tochter? Wollte… oder konnte Vernita sowas überhaupt? Die Elfe war eine professionelle Meuchelmörderin, seit vielen Jahren. Sie war gar nichts anderes gewohnt, und auch jetzt konnte Miandra erkennen dass die Elfe in dieser Düsternis regelrecht aufzublühen schien. Das war das was sie konnte und was sie brauchte, wahrscheinlich sogar mehr, als diese es selbst wusste.

Miandras Gesicht hatte einen blassen Farbton angenommen, der kalte Schweiß rann zu einer Perle geformt an ihrer Schläfe hinab. Ihre Lippen schienen ausgetrocknet zu sein und zitterten als würde sie frieren; bebten so wie der Rest ihres Körpers, während ihre Augen durch Vernita hindurch zu starren schienen.

Es - was auch immer es war - konnte gar nicht funktionieren.

Die Möglichkeiten ohne Elana schienen immer weiter zu schrumpfen… gab es überhaupt noch eine? Ihr Entschluss vor einigen Wochen wäre gewesen sich selbst umzubringen, aber nun konnte sie auch das nicht mehr tun. Celaanon’hi’donar - war all das doch nur ein niemals endender sinnloser Kreislauf?

Am besten wäre es wohl gewesen, einen ihrer unzähligen Versuche sich selbst das Leben zu nehmen, bereits viel früher wahr zu machen. Noch bevor sie Vernita kennenlernte, noch bevor das Dorf in Flammen aufging… noch bevor sie diesem unschuldigen Mädchen das Leben geschenkt hatte. War das Ende nicht ohnehin immer dasselbe, nur noch qualvoller, je länger man es hinauszögerte?

Nein, nun und auch in der Vergangenheit gab es keine Antwort auf ihre mögliche Zukunft. Das Hier und Jetzt war der einzige mögliche Aufschluss auf diese Frage.

So löste sie sich aus ihrer Starre, doch ihre Züge blieben ausdruckslos, fast schon ruhig, wenn auch ihr Herz vor Unsicherheit nervös gegen ihren Brustkorb zu hämmern schien. So leise wie es ihr möglich war ging sie weiter in den Raum hinein. Kaum hörbar vernahm auch sie das Knirschen. Sand? Er war ihr erst jetzt aufgefallen. Was hatte das wieder zu bedeuten?

Schließlich blieb sie neben der Bodenklappe stehen. Es gab nur den direkten Weg. Und so bückte sie sich ein wenig, legte ihre zittrige Hand auf den Griff und zog diesen vorsichtig nach oben, sodass die Platte leise quietschend aufklappte, und ein wenig Sand an den Seiten herab in das Kellerloch rieselte.

Modifié par Kaysallie, 18 septembre 2011 - 02:53 .


#2202
Kisu

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Sha´ira war erleichtert, als Lydia die Türe aufsperrte und sie von der Verwundbarkeit der Straße in die Deckung eines Gebäudes flüchten konnten. Aber kaum war sie die Tür eingetreten, überkam sie das Gefühl, das es drinnen genauso unsicher war wie draußen. Sie griff nach Lydias Hand und drückte sie, glücklich darüber, das sie nicht alleine hier war und das sie ihre Kriechpartie unbeschadet hinter sich gebracht hatte.

Sie spührte die Anspannung aller fast schon auf der Zunge, so deutlich war sie zu sehen. Gerade Miandra schien im inneren mit sich selbst zu ringen. Sha´ira konnte sie verstehen. Wie würde sie selbst wohl denken, wenn ihr Kind seit Wochen und Monaten vermisst wäre, und sie nicht wüsste, ob es überhaupt noch lebte. Sie fragte sich, wer so grausam sein konnte, und so etwas Kindern antat. Aber sie würde es bald herausfinden.

Je näher sie der Falltür traten, desto mehr wurde ihr bewusst, wie gefährlich es doch eigentlich hier war. Sie wussten nicht, was dort unten war, wo sie hingingen. Beinahe selbstverständlich griff sie sich zwei Fackeln von der Wand, von denen sie eine an Lydia weiterreichte und dann weiter auf die Luke starrte und in die Dunkelheit darunter...

#2203
Bellandyrs

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Instinktiv war Lea einen Schritt zur Seite gesprungen, als die Ratte aus dem Esszimmer huschte. Nicht, dass sie Angst vor diesem Tier gehabt hätte, aber ihre Nerven waren bis zum zerreissen angespannt, und jagten ihr einen Adrenalinstoß durch den Körper, als der Nager das Weite suchte. Zum Glück konnte sie sich einen erschrockenen Aufschrei gerade noch unterdrücken.

Als sie den Flur weiter schlichen und letztlich im Zimmer ankamen, wo es wohl in den Keller ging, pochte ihr Herz viel zu schnell, ihre Hände zitterten und feine Schweißperlen hatten sich auf ihrer Stirn gebildet. Auch ihre Handflächen waren feucht.

Wer oder was würde sie da unten erwarten? Oder war es nur eine weitere Sackgasse auf ihrer Suche? So sehr sie sich auch ängstigte, so sehr hoffte sie, dass sie hier fündig wurden.

Vor Nervosität auf ihrer Unterlippe nagend stand sie nun neben Lydia und starrte auf den Eingang in den Keller unter ihren Füssen.

Modifié par Bellandyrs, 18 septembre 2011 - 03:11 .


#2204
Aliens Crew

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Vernita wandte den Kopf, als Miandra die quietschende Luke öffnete. Sie starrte einen Moment in die Dunkelheit, während Sha’ira zwei Fackeln von den Wänden nahm. Als der Elfe das auffiel, richtete sie ihren Blick sogleich auf die Kriegerin, wobei sie mit der Hand eine verneinende Geste machte.
 
„Keine Fackeln“, flüsterte sie Sha’ira zu. „Die erregen zuviel Aufmerksamkeit. Gewöhnt eure Augen an die Dunkelheit, bevor wir weitergehen.“
 
Anschließend drehte sie ihren Kopf wieder in Miandras Richtung, welche immer noch die Luke festhielt und nach unten starrte, wo eine alte Holztreppe in die Tiefe führte. Vernita stand auf, ging zu ihr hinüber und nahm ihr die Klappe aus der Hand, während sie ihr dabei unbewegt ins Gesicht blickte. Nachdem die schwarzhaarige Frau ihren Griff gelöst hatte, öffnete die Elfe die Luke ganz und legte diese auf der anderen Seite leise auf dem Boden ab.
 
„Los, vorwärts!“ meinte sie zu den anderen gewandt. „Und nicht vergessen...redet da unten so wenig wie möglich. Wir müssen so lange wie möglich unentdeckt bleiben.“
 
Nun machte sich Vernita an den Abstieg in den Keller. Langsam schlich sie die schlichten Stufen dieser einfachen Treppe herunter, wohl darauf bedacht, keine Geräusche zu machen. Doch ließ sich das bei dem alten Holz kaum vermeiden. Ab und an knarrte es unter ihren Füßen und dieses Geräusch kam ihr in der Stille der Dunkelheit lauter vor wie ein Donnerschlag während eines heftigen Gewitters. Doch noch rührte sich nichts. Offenbar war ihre Anwesenheit bisher noch von niemandem bemerkt worden.
 
Der Raum, welchen sie betrat, war stockfinster. Sie konnte nicht wirklich etwas erkennen, außer den hellen Lichtstreifen an der gegenüberliegenden Wand. Dort befand sich ganz offensichtlich eine Tür, hinter der sich irgendeine Lichtquelle befinden musste. Vernita blieb neben der Treppe hocken und starrte in die Finsternis hinein, um ihre Augen an eben diese zu gewöhnen. Nach einer Weile konnte sie schemenhaft einige Umrisse ausmachen. An der Wand zu ihrer Linken standen mehrere Fässer, während sie auf der anderen Seite einige Regale ausmachen konnte. Vernita wandte sich wieder nach oben und winkte die anderen zu sich herunter.
 
Nach und nach traten diese in die Dunkelheit, während die Elfe mit gezogener Waffe die Tür im Auge behielt. Die Stufen knarrten leise unter den Füßen ihrer Gefährtinnen, und sie rechnete schon jeden Moment damit, dass der Durchgang vor ihnen plötzlich aufgerissen werden und ein Dutzend Männer sie gleichzeitig attackieren würden. Doch nichts dergleichen geschah. So hockten die fünf kurz darauf alle beieinander vor der alten Treppe.
 
Vernita bedeutete ihnen, einen Moment zu warten, während sie selbst zur Tür schlich. Leise bewegte sie sich durch den Raum, hörte aber trotzdem wieder diesen Sand, der unter ihren Stiefeln knirschte. Sie hielt sich kampfbereit, während sie sich der Tür näherte, um sofort reagieren zu können, falls sie doch jemand anderes hören konnte als ihre Begleiterinnen. Doch wieder trat dieser Fall nicht ein.
 
So erreichte sie kurz darauf den Ausgang. Durch ein Astloch im Holz der Tür spähte Vernita in den dahinterliegenden Raum. Viel konnte sie nicht erkennen, außer dass das Zimmer durch einige Fackeln erhellt wurde. Zwei Männer saßen an einem Tisch in der Mitte und spielten Karten. Sie waren zu weit weg, um sie effektiv durch einen Nahkampfangriff ausschalten zu können, also musste sich die Elfe etwas anderes ausdenken. So drehte sie sich zu Lydia und Miandra um und winkte diese zu sich.
 
Die beiden gesellten sich umgehend zu Vernita und gingen vor dieser in die Hocke. Die Elfe teilte den beiden durch einfache Gesten mit, was sie von ihnen wollte. Lydia sollte den rechten der Männer mit ihrem Bogen ausschalten, während Miandra sich den anderen mit ihren Wurfmessern vornehmen sollte. Die Elfe selbst wollte die Tür aufreißen, sobald die beiden bereit waren. Außerdem deutete sie noch an, dass Lydia und Miandra die beiden Wachen möglichst am Hals treffen sollten, damit diese nicht mehr schreien konnten. Nachdem sie damit fertig war, positionierte sie sich neben dem Ausgang und wartete darauf, dass die beiden ihr signalisierten, dass sie bereit waren.
 
 

Modifié par Aliens Crew, 18 septembre 2011 - 04:15 .


#2205
Kaysallie

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Miandra nickte der Elfe nur zu, als sie verstanden hatte was sie tun sollte. Daraufhin schloss sie für den Moment, in welchem sie ein zweites Messer vorsichtig aus dem Waffengurt zog, ihre Augen, atmete leise tiefer den Kellergeruch ein, und versuchte dadurch alle störenden Gedanken auszublenden - was ihr sehr schwer fiel. Doch was sie nun am allerwenigsten gebrauchen konnte, waren zittrige Finger und eine unruhige Haltung.

So versuchte sie die Anspannung, welche gerade eben noch greifend in der Luft lag, zu ignorieren und konzentrierte sich auf die leisen Atemzüge der beiden Elfen neben sich, sowie die sonstige Ruhe und Stille, die in diesem Keller herrschte, bevor sie die Messer fest im Griff hielt, und die Augen wieder öffnete.

Anschließend rückte sie lautlos näher an Vernita heran und beugte sich an dieser vorbei, um einen kurzen Blick durch das kleine Astloch werfen zu können. Schnell hatte sie die beiden Männer erkannt, welche direkt in der Mitte des Raumes am Tisch saßen. Der Linke sollte also ihr Ziel sein, jener der gerade die Kartenpartie verloren hatte und etwas erzürnt auf den Tisch klopfte. Schnell hatte sie sich den Ort eingeprägt an welchem sich der Mann befand, sowie Schwachstellen an der Rüstung ausfindig gemacht.

Sie ging mit Kopf und Körper wieder etwas zurück, positionierte sich richtig, und nickte Vernita noch einmal mit gezückten Messern zu, bevor ihr Blick wieder zu der Tür wanderte, doch gedanklich sah sie durch diese hindurch, zu der Stelle an welcher sich ihr baldiges Opfer befand.

Modifié par Kaysallie, 18 septembre 2011 - 06:19 .


#2206
SickOfItAll

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Lydia löschte die Fackel wieder und legte sie zwischen die Decken, welche auf dem Boden lagen. Das Kellerloch war auf seltsame Weise unheimlich. Sie war es gewohnt, in dunklen Ecken herumzuschleichen und die Nacht für sich zu nutzen, aber das Lock vor ihr schien ihr zuzurufen : Komm, wenn du dich traust!

Das Zeichen Vernitas war unmissverständlich. Töte ihn, aber töte ihn lautlos. Vorsichtig zog sie einen Pfeil aus dem Köcher und spannte den Bogen. Ein kaum hörbares knarzen und ächzen ging vom Bogen aus und die Pfeilspitze schien in der Dunkelheit leicht zu leuchten, aber das konnte auch einfach das Licht aus dem Türspalt sein.

Sie hatte schon oft getötet. Ob Mensch oder Tier, das Leben eines anderen zu beenden war immer schwierig für sie, gerade, wenn ihr Gegenüber ihr nichts getan hatte. Hatte er Familie?
Was, wenn die Kinder daheim auf seine Rückkehr warteten ? Wurde er vielleicht dazu gezwungen hierzusein ? Sie wusste es nicht, und es war besser es würde auch dabei bleiben.

Lydia wartete darauf, das Miandra bereit war um den Kartenspielern das Leben auszulassen. Sie wusste, das sie treffen würde, was sie treffen wollte, aber sie wusste nicht, wie gut Miandra ihre Messer werfen konnte, also bereitete sie sich darauf vor, schnell einen zweiten Pfeil ziehen zu können, sollte das Messer danebengehen.

#2207
Aliens Crew

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Vernita wartete neben der Tür darauf, dass Miandra und Lydia sich positioniert hatten und ihr das Zeichen gaben, dass sie bereit waren. Die Elfe erfasste dabei eine gewisse Nervosität, so wie das immer der Fall war, wenn sie sich auf die Fähigkeiten anderer verlassen musste, anstatt die Sache selbst in die Hand zu nehmen. Aber in diesem Fall blieb ihr kaum eine Wahl.
 
Es beruhigte sie ein wenig, zu wissen, dass Miandra wirklich gut mit ihren Wurfmessern umgehen konnte. Nur Lydia hatte sie noch nie ihren Bogen abfeuern sehen. Sie konnte nur hoffen, dass diese ihr Handwerk verstand, da die Tür nach innen aufging, so dass sie selbst nicht eingreifen konnte, falls etwas schief gehen sollte. Aber daran wollte Vernita jetzt eigentlich nicht denken.
 
Sie bekam das Zeichen der beiden, woraufhin sie sich vor die Tür stellte, ihr Schwert wegsteckte und dafür den Türgriff umschloss. Sie konnte nur hoffen, dass die Tür nicht verschlossen war, sonst hätten sie ein Problem. Ganz langsam drückte sie die Klinke nach unten, um ja kein Geräusch dabei zu verursachen. Anschließend zog sie die Tür ein paar Millimeter weit auf, nur um zu sehen, ob sie verriegelt war. Doch zu ihrem Glück stellte sie fest, dass dem nicht so war.
 
Sie wandte den Kopf in Miandras und Lydias Richtung und hob ihre freie Hand, wobei sie mit einem Finger nach oben zeigte und ihre Lippen dabei lautlos das Wort „eins“ formten. In der nächsten Sekunde folgte ein zweiter Finger, sowie das stumme Wort „zwei“. Alle ihre Muskeln spannten sich und sie atmete scharf die Luft ein, bevor der dritte Finger und das Wort „drei“ das Startsignal gaben. Denn im selben Moment sprang Vernita zur Seite und riss dabei die Tür auf, womit sie das Schussfeld auf die beiden Wachen im Raum vor ihr freigab.
 
Einer der Männer bemerkte sogleich, was dort geschah und sprang von seinem Stuhl auf, der polternd zu Boden fiel. „Was zum Henker“, fluchte er noch, als auch sein Kamerad sich nach der Tür umdrehte. Dessen Augen weiteten sich, als er zwei schemenhafte Gestalten in der Dunkelheit ausmachen konnte, die ganz offensichtlich auf ihn zielten.
 

Modifié par Aliens Crew, 19 septembre 2011 - 05:38 .


#2208
Kaysallie

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Kaum hatte Vernita fertig herunter gezählt und zeitgleich die Tür geöffnet, hatte Miandra den Mann, der sich gerade eben nur vor ihrem geistigen Auge befand, ins Visier genommen. Perplex war er fluchend vom Stuhl aufgesprungen und starrte in ihre Richtung.

‚Dummer Fehler‘, ging es ihr durch den Kopf. So würde es noch einfacher werden ihn zu treffen, und ein selbstsicheres Grinsen lag bei diesen Gedanken auf ihren Lippen, denn diese kleinen spitzen Metallklingen waren das einzige, was sie wenn es darauf ankam wirklich hundertprozentig beherrschte. So viel Zeit hatte sie investiert um diese Fertigkeit zu erlenen und zu verfeinern, um nicht mehr wehrlos zu sein. Vergessen waren für diesen Moment die Sorgen und Ängste von noch gerade eben, als sie ein eigenartiges Rauschgefühl überkam, während sie das Metall in ihren Händen spürte, und es schließlich als sie zum Wurf ausholte aus diesen gleiten ließ. Miandra hatte sich nicht viel Zeit genommen um zu zielen, doch das war auch nicht nötig. Bei dieser Aktion kam es auf das Überraschungsmoment an und auf Geschwindigkeit. Die Kerle mussten schnell sterben, bevor ein weiterer Laut über ihre Lippen drängen konnte, oder bevor sie selbst zu den Waffen griffen.

Mit rasender Geschwindigkeit überschlugen sich die kleinen Klingen und gaben ein leises surrendes Geräusch von sich als sie die Luft durchbrachen. Sie steuerten direkt auf den linken der beiden Männer zu, welcher noch immer wie angewurzelt dastand, den Mund vor Verwunderung geöffnet. Doch dann, es war ein Bruchteil einer Sekunde, nur seine Gesichtszüge verrieten was er vorhatte, in welcher er wohl die Situation vollends erfasst hatte und zur Seite weichen wollte. Doch sein Gedankengang kam zu spät, als das erste Wurfmesser direkt in seinen offenstehenden Mund einschlug, bis zur Hälfte darin verschwand und sich tief in seinen Rachen bohrte. Ein röchelnder Aufschrei wollte hervorkommen, welcher jedoch kurz darauf glucksend verstummte, als das zweite Messer sein Ziel direkt zwischen seinen Augen fand, diese daraufhin leicht aus den Höhlen traten, bevor sie glasig und leblos wurden, und der Mann tot zu Boden sackte.

‚Selbst schuld wenn man beim Kartenspielen keinen Helm trägt‘, dachte Miandra mit einem leicht gehässigen Grinsen, als sie den Mann zu Boden gehen sah. Dennoch hatte sie sicherheitshalber zu weiteren Messern gegriffen, schließlich wusste sie nicht, wie gut Lydia mit dem Bogen umgehen konnte.

#2209
SickOfItAll

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Miandra tötete den einen Mann fast sofort, aber der Andere war ihr. Sie war gefragt und sie tat, wie befohlen. Einatmen. Die Pfeilspitze zitterte ein wenig. Luft anhalten. Vollkommen ruhig lag die glänzende Spitze für einen Moment in der Schwebe vor ihrem Ziel.

Sirrend schoss der Pfeil durch die Luft und fand sein Ziel mit tödlicher Präzision. Etwas unter dem linken Auge durchschlug der Pfeil von schräg unten den Kopf und trat auf der anderen Seite wieder hervor. Das Auge des Mannes war auf groteske Weise aus der Höhle grdrückt worden, Blut tropfte aus seine Nase und den Ohren. Lautlos sackte er zusammen, zuckte noch einmal, dann war das letzte Leben aus ihm gewichen.

Vollbracht. Tod war gebracht worden, Gerechtigeit kam auf einem kalten Luftzug mit ihm und hinterließ nichts als Narben auf der Seele und das eigene Gewissen allein mit dem Mord. Aber das war nunmal erforderlich. Reden und darüber denken konnte man viel, es musste getan werden und es ward getan.

#2210
Aliens Crew

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Mit Freuden vernahm Vernita das leichte Scheppern der Kettenrüstungen, als die beiden Wachen zu Boden gingen. Sie kam hinter der Tür hervor, eines ihrer Schwerter in der Hand, welches sie nach dem Öffnen des Durchganges reflexartig gezogen hatte. Sie spähte in den Raum hinein, wo sie die beiden Männer tot vorfand, was ihr ein zufriedenes Grinsen entlockte.
 
„Gute Arbeit“, meinte sie noch leise, bevor sie die Stube betrat und sich ihre Gesichtszüge auch schon schlagartig wieder verfinsterten. Sie zog die Augenbrauen zusammen und machte einen Schmollmund. „Hmm…sehr merkwürdig.“
 
Die Elfe blickte sich in dem von Fackeln erleuchteten Keller um. Neben dem Tisch und den Stühlen, auf denen gerade noch die Wachen gesessen hatten, befanden sich hier nur ein alter Schrank, ein klappriger Waffenständer sowie ein gefülltes Wasserfass, neben dem eine Kelle an der Wand hing. Ansonsten war der Raum leer. Er besaß auch keinen weiteren Ausgang. Das konnte Vernita kaum glauben.
 
„Hier stimmt etwas nicht. Warum sollten hier Wachposten sitzen, wenn es hier nichts zu bewachen gibt?“ murmelte sie vor sich hin, bevor sie sich an die anderen wandte. „Helft mir nach Geheimtüren zu suchen. Es muss hier einen zweiten Weg heraus geben. Da bin ich mir sicher.“
 
 
 

#2211
Bellandyrs

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Ihre Knöchel traten weiß hervor, so sehr hatte sie vor Anspannung Sengaals Dolch umklammert. Aber zum Glück trafen Lydia und Miandra die beiden Wachen sofort.
Sie folgte Vernita in den Raum und sah sich skeptisch um.

"Ihr habt Recht", flüsterte sie. "Hier muß es noch einen Geheimgang geben."

Ohne den Dolch aus ihrer rechten Hand zu lassen, tastete sie mit ihrer linken das Mauerwerk vorsichtig ab. Vielleicht sass ja ein Stein locker? Oder es war ein versteckter Mechanismus zu finden? Ihre Arbeit schien jedoch bisher ohne Erfolg zu sein. Der Schrank?

Sie hielt mitten in der Bewegung inne und starrte auf die Schranktüren.
"Psssst", machte sie und hoffte, Vernitas Aufmerksamkeit damit zu erringen. Dabei nickte sie mit ihrem Kopf in die Richtung, in der der Schrank stand. Sie würde die Türen davon jedenfalls nicht anfassen. Immerhin kannte sie sich mit Fallen nicht aus, und es war gut möglich, dass diese Teile damit versehen waren.

#2212
Kisu

Kisu
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Der Raum war relativ spärlich ausgestattet und bis auf die toten Wachen, welche mitten im Raum lagen, war nichts auffälliges oder verdächtiges zu erkennen. Spartanisch eingerichtet war er. Ein Schrank, ein Waffenhalter, ein Wasserfass. Wie eine normale Wachstube.

" Geheimtüren. Wozu dann Wachen ? Es muss offensichtlich sein. Vielleicht der Schrank ? das Fass ? Ich untersuche aber erst die Leichen. " flüsterte Sha´ira und bückte sich um die Toten zu begutachten.

Zwei arme Seelen hatten hier ihr Leben lassen müssen, einen Tod sterben müssen, den sie nicht hätten sterben brauchen. Aber für Sha´ira waren es Feinde, und Feinde galt es zu bekämpfen ud zu töten. Sie nahm ihnen ihre Waffen ab, durchsuchte sie nach Gold oder anderen wertvollen Sachen, fand aber nur ein paar Schlüssel, die sie Vernita überreichte.

" Nehmt die, ich kann sie nicht tragen, ohne das man das hört. Der kleine Schlüssel hier sieht aus, als würde er in den Schrank passen. "

#2213
Kaysallie

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Miandra ging weiter in den Raum hinein und sah sich währenddessen ein wenig skeptisch um. Der Schrank schien prädestiniert für einen eventuellen Geheimgang. Doch musste man wirklich einfach nur durch die Schranktüren spazieren wie bei einer gewöhnlichen Tür? Die Sinnhaftigkeit ging für Miandra dabei ein wenig verloren, doch vielleicht fielen ja dümmere Personen auf diesen lächerlichen Trick herein.

Kurz wartete sie bis Sha´ira die zwei toten Wachen durchsucht hatte, bevor sie ebenfalls neben die linke Leiche trat, und dieser ohne jeglicher Regung von Ekel die zwei Wurfmesser aus dem Mund und der Stirnpartie zog. Fast schon lässig streifte sie mit ihrem Mantel das Blut von den kleinen Klingen, während sie jedoch zu Vernita und Sha´ira blickte. Ein Schlüssel für den Schrank? Irgendwie kam ihr das Ganze immer noch zu einfach vor. Daher ließ sie ihren Blick stattdessen über das Mauerwerk des Kellers schweifen. Ihr war nicht entgangen, dass sich Leanora schon einige der Steine angesehen hatte, und so trat sie auf die andere Kellerseite, ging näher an die Wand heran und ließ ihre Finger vorsichtig über die kalten Steine gleiten, wobei sie an das Versteck in der Schmiede zurückdenken musste. Dieser Schmied hatte doch ebenfalls eine solch eigenartige Geheimtür, die man als Außenstehender nicht bemerken konnte. Und auch seine Tür befand sich in einem Keller… Ein Zugang zu den Katakomben… Oder war der Geheimgang einfach mit dem Schrank verbunden worden, aufgrund von Bequemlichkeit? Aber wozu sonst die Wachen? Nur zur Verwirrung? Vielleicht damit man davon ausging, dass der Schrank der Zugang war? War der Schrank nur eine Falle als zusätzliche Absicherung?

Miandra würde es wohl bald erfahren, doch ging sie währenddessen trotzdem weiter langsam an der Wand entlang und betrachtete jede einzelne Fuge, berührte jeden hervorstehenden Stein, und musterte den Boden um eventuelle Spuren ausfindig machen zu können.

Schließlich blieb Miandra stehen und ging mit dem Gesicht etwas näher an die Wand heran. Irgendetwas sah eigenartig daran aus, doch sie konnte es sich nicht recht erklären… auch hatte es etwas Reizvolles an sich die Steine zu berühren, und gerade als sie langsam über die im Schatten verborgene dunkle Fuge streifen wollte, zuckte sie zurück, als sie schließlich erkannte, was das sein könnte.

Sofort drehte sie sich um, und sah, dass sich genau auf der gegenüberliegenden Seite des Raumes der Schrank befand.

„Wartet“, sagte sie schließlich hastig an die anderen gewandt, während sie mit schnellen Schritten durch den Raum zu dem Tisch zurück ging. Dort angekommen bückte sie sich etwas und betrachtete nachdenklich die Tischplatte von der Seite. „Denkt ihr die ist dick genug um ein paar eventuelle Bolzen abzufangen?“

Kurz ergab das für Miandra keinen Sinn. Bolzen die in die Richtung des Schrankes zielen würden? Doch wo war der Auslöser dafür, wenn dies tatsächlich der Zugang war? Vielleicht würde auch gar nichts passieren, jetzt wo sie den Schlüssel hatten? Ein wenig abwesend starrte sie auf die Tischplatte, als sie fieberhaft über die Möglichkeiten nachdachte. Aber vielleicht musste all das auch gar keinen Sinn ergeben?

Modifié par Kaysallie, 21 septembre 2011 - 10:34 .


#2214
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Vernita nahm von Sha’ira den Schlüssel entgegen und wollte den Wandschrank schon damit aufschließen, obwohl sie nicht wirklich daran glaubte, dass sie das weiter brachte. Der Schrank war ein recht offensichtliches Versteck für einen Geheimgang. Die Elfe hatte das Möbelstück schon fast erreicht, als Miandras Worte sie zurückhielten.
 
„Du hast etwas entdeckt?“ fragte sie die schwarzhaarige Frau und drehte sich zu dieser hin um. Sie ließ sich von Miandra die Vertiefung zeigen, welche sie selbst sehr eingehend untersuchte. Ja, das konnte tatsächlich zu der Abschussvorrichtung einer Bolzenfalle gehören. Die Elfe prüfte die übrigen Steine nun ebenfalls äußerst sorgfältig, wobei sie noch weitere dieser eigenartigen Löcher fand.
 
„Tja, da versucht wohl jemand diesen alten Schrank besonders gut zu schützen, wie es aussieht“, bemerkte sie und stand wieder auf. Sie wandte sich zu dem Tisch um, den Miandra erwähnt hatte, wobei sie ihn nachdenklich betrachtete und dabei mit den Fingerspitzen gegeneinander tippte. „Dieses klapprige Ding, meinst du? Armbrustbolzen können Metallrüstungen durchschlagen, da wird uns dieser wurmstichige Tisch wohl nicht viel helfen, es sei denn…ja, wir könnten einen der Toten darauf festbinden. Das müsste genug Widerstand aufbieten, um einen effektiven Schutz zu gewährleisten. Los, helft mir mal dabei.“
 
Vernita ging zu den beiden Wachen hinüber, griff sich den größeren von beiden und hievte ihn mit Miandras Hilfe auf die Platte des Tisches, auf welchen sie in der Länge nach bäuchlings platzierten. Schlaff hingen seine Arme zu beiden Seiten herunter. „So, nun brauchen wir nur etwas, um ihn daran festzubinden. Mal sehen, ob sich in dem Vorratskeller nebenan, etwas finden lässt.“
 
Die Elfe griff sich eine Fackel von einer der Halterungen an den Wänden und verschwand durch die Tür in den Nachbarraum. Eine Zeitlang blieb sie dort und die anderen hörten nur wie sie murmelnd die Regale und Fässer durchstöberte, bis sie schließlich ein „Ich hab’s“ rief. Gleich drauf kam sie wieder zurück und hielt dabei ein dickes Hanfseil in Händen. Damit band sie die herunterhängenden Arme an den Tischbeinen fest.
 
„Geschafft“, meinte sie nach getaner Arbeit. „Nun können wir den Tisch hochkant stellen, ohne dass unser Freund von der Platte rutscht. Also schön, lasst uns unseren Schutzschild in Position bringen.“
 
Gemeinsam schafften sie den Tisch zwischen den Schrank und der vermeintlichen Falle und kippten diesen um, so dass er hochkant auf zwei seiner Beine lag. Der Tote hing daran wie ein schlaffer Sack herunter, stellte aber einen perfekten Schutz dar, falls aus der Wand hinter ihm wirklichen Armbrustbolzen herausschießen sollten.
 
Die Elfe hockte sich vor den Schrank, so dass sie ihren improvisierten Schild direkt im Rücken hatte. „Ihr solltet besser in Deckung gehen, bevor ich dieses Ding hier aufmache“, grinste sie die anderen an und hielt dabei den Schlüssel hoch.
 
 

#2215
Kaysallie

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Das ließ sich Miandra nicht zwei Mal sagen. Kaum hatte Vernita die Worte gesprochen ging sie zurück zu der Türe und stellte sich in deren Rahmen, von wo aus sie das Ganze gut beobachten konnte, jedoch auch nicht im Schussfeld der gefunden Falle stand.

Irgendwie hatte diese Situation etwas Witziges an sich. Gerade vorhin mussten sie durch das unheimliche Haus und den Keller schleichen, und nun bastelten sie sich einen menschlichen Schild - was natürlich nichts Schlechtes war. Im Gegenteil, es beruhigte ein wenig ihre Nerven, denn sollte diese Falle tatsächlich losgehen, so war Vernita wenigstens von hinten geschützt. Dennoch war Miandra etwas nervös und trommelte ohne es zu merken mit den Fingern gegen den Türrahmen neben sich, woran sie sich mit einer Hand abstützte. Diese ganze Sache hier gefiel ihr nicht. Was wenn es noch andere Fallen gab, die sie übersehen hatten? Kurz schweifte ihr Blick noch einmal durch den Raum ehe sie den Gedanken beiseite schüttelte. Wahrscheinlich würde ohnehin gar nichts passieren, da die Elfe den Schlüssel hatte, redete sie sich kurzerhand selbst ein.

#2216
Bellandyrs

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Leanora war heilfroh, dass sie ihrem Impuls nicht nachgegeben hatte, die Schranktüren zu öffnen. Auf ihrer Seite der Mauer war nämlich überhaupt nichts verdächtiges zu sehen.
Schnell half sie mit, den Tisch hochkant zu stellen und positionierte sich dann hinter Miandra in den Türrahmen. Nachdem sie ein kleines Stück größer war als die schwarzhaarige Frau konnte sie dadurch den Raum immer noch gut überblicken.

Sie drückte die Daumen, dass es Vernita gelang. Das unheimliche Gefühl, welches wie eine kalte Hand in ihrem Genick saß, war verschwunden. Aber nervös war sie trotzdem. Es mußte gut gehen!

Modifié par Bellandyrs, 22 septembre 2011 - 06:44 .


#2217
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Vernita wartete in ihrer hockenden Haltung, bis die anderen sich in Sicherheit gebracht hatten. Dann streckte sie ihren rechten Arm aus, mit dessen Hand sie den Schlüssel hielt. Ganz langsam und vorsichtig steckte sie diesen in das Schlüsselloch, jederzeit darauf gefasst, dass die Bolzenfalle losgehen würde. Doch nichts dergleichen geschah. Der Schlüssel ließ sich problemlos in das Loch einführen.
 
Das war also schon einmal geschafft. Erleichtert atmete die Elfe kurz durch, bevor sie weitermachte. Ganz sachte drehte sie den Schlüssel im Schloss herum…einmal, nein zweimal, dann hörte sie, wie der Mechanismus in der Schranktür zurückschnappte. Und wieder geschah nichts.
 
Den Schlüssel noch immer in der Hand haltend, zog sie die erste Schranktür ganz gemächlich auf. Diese quietschte lautstark, ließ sich aber ansonsten problemlos öffnen. Und was Vernita dann sah, ließ die Elfe verblüfft eine Augenbraue heben. Der Schrank war völlig leer. Er hatte weder Böden noch befanden sich Kleider oder sonst irgendetwas in ihm. Sie ließ den Schlüssel los, bevor sie auch die andere Seite aufmachte. Doch auch dort befand sich nichts. Und die Falle wurde ebenso wenig ausgelöst. Sollte dies tatsächlich der gesuchte Geheimgang sein?
 
Vernita traute der ganzen Sache nicht so recht und dachte kurz nach. Sie überlegte sich, welcher Mechanismus in einer Schranktür eine Falle an der gegenüberliegenden Wand auslösen konnte, doch ihr fiel keiner ein. Dann kam ihr eine Idee. „Bleibt noch zurück!“ rief sie den anderen zu „Ich möchte noch etwas ausprobieren.“
 
Sie legte sich flach auf den Rücken, bevor sie näher an den Schrank heranrutschte und dabei die Beine anwinkelte. Nachdem sie nahe genug an das Möbelstück herangekommen war, hob sie beide Beine an und streckte diese gerade von sich, so dass diese in das Innere des Schrankes hineinragten. Sie atmete noch einmal tief durch, bevor sie ihre Beine nach unten fallen ließ. Wie zwei Steine fielen diese herab, wo sie donnernd auf den Schrankboden krachten.
 
Sogleich hörte die Elfe ein Klacken und noch im selben Moment schossen fünf Bolzen aus den Vertiefungen hinter ihr heraus und zischten durch die Luft direkt auf sie zu. Zwei verfehlten den Tisch zu beiden Seiten und bohrten sich in den Putz der Steinwand vor ihr. Zwei weitere durchstießen mit einem leisen Klirren die Kettenrüstung des Toten und bohrten sich in dessen Rücken. Der letzte hingegen durchschlug oberhalb Vernitas die Tischplatte, fegte über sie hinweg und drang schließlich in die Rückwand des Schrankes ein.
 
‚Das war knapp‘, dachte sie bei sich und grinste breit. Doch bevor sie nun aufstand, wiederholte sie das Ganze, nur um sicher zu gehen, dass die Falle keinen Nachlademechanismus besaß. Wieder hob sie die Beine an und ließ diese auf den Boden des Möbelstückes krachen. Doch diesmal ertönte nur das Klacken. Es wurden keine weiteren Bolzen abgefeuert. Die Falle war entschärft.
 
„So. Das dürfte es gewesen sein!“ verkündete Vernita und rappelte sich wieder auf. Sofort trat sie in den Schrank, wobei wieder dieses Klacken ertönte. Ihr Gewicht löste bestimmt eine Druckplatte aus, welche sich unterhalb des Möbelstückes befand. Aber nun stellte diese keine Gefahr mehr dar. Die Elfe zog ihre Panzerhandschuhe aus und steckte diese in ihre Tasche. Dann untersuchte sie den Schrank, Zentimeter für Zentimeter.
 
Sie tastete sowohl die Rückwand wie auch die Seitenwände nach Unebenheiten ab. Jede Fuge, jeder Holzsplitter wurde von ihr haarklein daraufhin untersucht, ob es sich dabei wohl nicht um einen versteckten Öffnungsmechanismus handelte. Doch dem war nicht so. Und allmählich verlor Vernita die Geduld. Nachdem sie den kompletten Innenbereich einschließlich des Daches des Schrankes Millimeter für Millimeter begutachtet hatte und nichts finden konnte, platzte ihr endgültig der Geduldsfaden.
 
Sie verließ schnaubend den Schrank, die Hände zu Fäusten geballt. Dann positionierte sie sich neben das Möbelstück, holte kurz Schwung, bevor sie mit voller Wucht gegen dessen Seitenwand trat. Das alte Stück hatte der Kraft der Elfe nichts entgegen zu setzen und zerbrach durch den Tritt krachend in seine Einzelteile. Staub und Holzsplitter stoben durch die Luft, als der Schrank zerborsten auf dem Boden landete. Mit dem Fuß schob sie die Überreste des Möbelstückes zur Seite, wobei auch die Bodenplatte zum Vorschein kam, welche sie vorhin mehrmals ausgelöst hatte. Anschließend begann sie damit, die Steinwand hinter dem Schrank abzutasten.
 
Auch hier untersuchte sie jeden Riss, jede Fuge, jede Vertiefung und Unebenheit, doch auch hier konnte sie beim besten Willen keinen geheimen Mechanismus zum Öffnen einer Geheimtür finden. So musste sie die Suche danach schließlich und endlich aufgeben und sich eingestehen, dass der Schrank nichts weiter war, als eine klug platzierte Falle. Und ihre Unzufriedenheit darüber war ihr deutlich auf dem Gesicht abzulesen.
 
Sie grübelte vor sich hin, während sie hin und her durch den Raum ging und sich murmelnd das Kinn rieb. „Denk‘ nach, verdammt noch mal! Denk‘ nach!“ grummelte sie leise vor sich hin. Dabei beachtete sie die anderen nicht im Geringsten, sondern schien dabei nur ins Nichts zu starren.
 
Doch dann hielt sie plötzlich inne. Ein Geräusch hatte ihre Aufmerksamkeit erregt. Sie zog ihren rechten Fuß noch einmal über den Boden, wobei dieser Laut ein weiteres Mal ertönte. Es knirschte ganz leise unter den Sohlen ihrer Plattenstiefel und ein Blick nach unten, zeigte ihr, dass sie auf einer dünnen Sandschicht lief. Schon wieder Sand?
 
Ihre Augen folgten der kaum wahrzunehmenden Spur, wobei sie nach und nach den Kopf hob, bis sie die vor ihr liegende Wand erblickte, vor der das Wasserfass stand. Konnte es vielleicht so einfach sein. Kurzentschlossen schritt sie auf das Fass zu, blieb vor diesem stehen und ergriff dessen oberen Rand. Mühselig und ächzend drehte sie es um seine eigene Achse und rollte es damit von der Wand ab. Dabei schwappte etwas Wasser über die Kante und klatschte auf den Boden, doch das kümmerte Vernita nicht weiter. Nachdem sie genug Platz hatte, ließ sie von dem Fass ab und ging stattdessen auf die Wasserkelle zu, welche an einem Haken an der Mauer hing.
 
Ganz vorsichtig umschlossen ihre Finger diesen Metallgegenstand und hoben diesen ganz langsam an. Zeitgleich bewegte sich auch der Haken, welcher nur durch das Gewicht der Kelle nach unten gedrückt worden war mit nach oben. Im selben Moment ertönte ein dumpfes Schaben und Kratzen, während sich ein schmaler Teil der Wand ganz gemächlich zur Seite bewegte. Dahinter offenbarte sich ein enger Gang, welcher den Eindruck erweckte, als wäre er erst vor kurzem aus dem Fels gehauen worden. Der Sand hier überall auf dem Boden war wohl das letzte Überbleibsel dieser Ausschachtungsarbeiten gewesen.
 
„Sieht so aus, als hätten wir gefunden, was wir suchen“, meinte Vernita mit einem siegessicheren Grinsen, während sie die Kelle fallen ließ, ihre Handschuhe wieder aus ihrer Tasche holte und diese sogleich überzog.
 
 

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#2218
SickOfItAll

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Lydia starrte den dunklen Gang hinunter. Der Weg verlor sich nicht weit hinter dem Eingang in alles verschluckender Dunkelheit. Jetzt würden sie Fackeln brauchen. Hier war nicht einmal ein Rest von Licht, nur schwärze und ewige Untergrundnacht.

Lydia griff nach einer Fackel an der Wand und leuchtete den Raum aus. Als erste wollte sie nicht in den Gang gehen. Wer wusste schon, wer oder ... was in der Dunkelheit alles auf einen warten konnte?

Sie zog ihren Umhang enger und suchte Sha´iras Hand. Allein ihr warmer Händedruck gab ihr Sicherheit, und das war das, was sie hier unten am allermeisten vermisste. Sie fühlte sich hier ausgesprochen unwohl. Sie war es gewohnt, einzubrechen, unerlaubt irgendwo herumzuschleichen, aber hier war etwas, das sie nicht beschreiben konnte. Wie der Atem eines anderen im Nacken, als würde man aus jedem Schatten heraus beobachtet.

" Wir müssen wohl oder übel eine Fackel mitnehmen. Wer weis, ob der Gang Abzweige hat, oder löcher im Boden, oder irgendwelche Fallen. Wir müssen sehen, wohin wir gehen. Es führt kein weg daran vorbei " , raunte sie Vernita zu und nickte in Richtung Stollen.

Sie wollte all das hier hinter sich bringen und wieder in sicherere Gefilde verschwinden, auch wenn sie noch nicht lange hier waren, die Furcht schlich sich schon bei allen von ihnen ein, das konnte sie spüren.

#2219
Kaysallie

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Miandra seufzte erleichtert auf nachdem die Falle entschärft und sonst nichts weiter geschehen war, aber wie erwartet war der Schrank nur ein Lockmittel. So trat sie ebenfalls etwas näher an den von Vernita entdeckten Geheimgang heran und blickte in das dunkle Loch hinein. Nur zwei Schritte weit erhellte die Fackel den Weg, sofern man es so nennen konnte. Eigentlich war sie gegen Lydias Vorschlag, aber in gewisser Weise hatte das Mädchen schon recht. Dort drinnen würde wahrscheinlich niemand von ihnen auch nur die eigene Hand vor Augen sehen können.

Daher ging Miandra noch näher an das Loch heran, streckte den Kopf in die Dunkelheit hinein, und blickte sich um. Vielleicht war das Ende ja ganz nahe? Vielleicht mussten sich nur ihre Augen daran gewöhnen? Nein, sie konnte absolut gar nichts erkennen, und ging wieder einen Schritt zurück, während sie das Loch nachdenklich anstarrte.

Wohin würde dieser Weg nur führen? In einen verborgenen Raum? Vielleicht eine Verbindung mit den alten Katakomben? Es gab wohl nur eine Möglichkeit um dies herauszufinden.

So löste sie sich aus ihrer kurzen Starre, zog sich ihren Mantel aus und hängte sich diesen über den rechten Unterarm. Anschließend nahm sie dem Mädchen einfach ohne etwas zu sagen die Fackel aus der Hand und ging einen Schritt weiter in das Loch hinein. Sollten sie auf eine neue Lichtquelle stoßen, würde sie die Fackel einfach auf den Boden werfen, den Mantel darauf und damit die Flamme ersticken. Sie hoffte nur, dass sie das andere Licht zu erst sehen würden… aber eine andere Möglichkeit gab es nun mal nicht.

Ehe Miandra jedoch weiter hinein ging, wurde ihr klar, dass sie in diesem engen Schacht nicht nebeneinander gehen konnten, doch wenn man sich eng an die Wand pressen würde, so könnte man an dem Vordermann bestimmt vorbei, doch sollte es zu einem Kampf in diesen engen Mauern kommen…

Kurz überkam Miandra doch ein leichter Anflug von Angst, doch sie schüttelte diesen sofort wieder zur Seite. Sie drehte sich wieder um, streckte den Kopf aus dem Loch heraus und blickte zu Vernita.
„Der Tunnel ist zu schmal um nebeneinander zu gehen“, meinte sie nur, und machte etwas Platz. Vernita würde schon verstehen was sie damit sagen wollte.

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#2220
Bellandyrs

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Auch das noch! Ein enger schmaler dunkler Tunnel war so ziemlich das letzte, was sich Lea erhofft hatte. Hätte es nicht einfach ein schöner großer Kerker sein können, wie in Fort Drakon?
Auch sie spürte die Angst, die sie alle mit eisernem Griff umklammert hatte. Die eine konnte es besser verbergen als die andere, aber unheimlich war dieser Schacht allemal. Sie hatte weniger Angst vor der Dunkelheit, sondern davor, dass sie ihre Feinde da drin nicht sehen konnten. Und welch Getier da herum krabbelte wollte sie sich erst gar nicht ausmalen, sonst würde sie wohl doch noch hysterisch anfangen zu kreischen und den Stollen damit zum Einsturz bringen.

So biss sie einfach die Zähne aufeinander, die zu klappern drohten, griff noch fester um Sengaals Dolch, als würde dieser ihr Geborgenheit schenken können und bat Andraste und den Erbauer innerlich um all ihren Beistand. Auf diese Art und Weise gewappnet wartete sie auf weitere Anweisungen von Vernita, wobei sie hoffte, weder als erste noch als letzte den Stollen betreten zu müssen.

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#2221
Aliens Crew

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„Schon gut. Ich verstehe“, meinte Vernita auf Miandras Kommentar hin Miandra wollte wohl nicht die Führung übernehmen, aber das konnte ihr die Elfe auch kaum verdenken. Sie war einfach nicht für einen direkten Zweikampf ausgerüstet. Außerdem hätte sich Vernita sowieso nicht mit einem anderen Platz zufrieden gegeben als den an vorderster Front. Dort konnte sie am besten ihre Talente ausspielen. „Ich werde die Spitze übernehmen. Behalte du die Fackel und leuchte mir den Weg. Auf geht’s!“
 
Die Elfe wollte sich gerade schon an Miandra vorbeizwängen und ihre Gefährtinnen in das Dunkel dieses Ganges führen, als ihr Blick auf Leanora fiel, die krampfhaft ihren Dolch umklammerte. Und ein Grinsen legte sich dabei auf Vernitas Gesicht. „Ihr werdet wohl mehr brauchen als diesen Zahnstocher, wenn es zu einem Kampf kommt.“
 
Die Elfe wandte sich ab und ging zu der Leiche des Wachsoldaten, die noch auf dem Boden lag. Sie ging neben dieser in die Hocke, bevor sie dessen Schwert aus der Scheide zog. Sie wiegte die Waffe in der Hand, während sie wieder aufstand, bevor sie diese mehrmals durch die Luft schwang. Zufrieden nickte sie und ging damit zu der blondhaarigen Frau zurück, welche sie das Schwert in die Hand drückte. „Hier, nehmt das. Das werdet Ihr sicher noch brauchen. Man nennt es Schwert. Ist eine sehr vielfältige Waffe, mit der man sowohl zustechen wie auch zuschlagen kann. Also eine Mischung aus Eurem Säbel und Eurem Rapier, mit denen wir beiden ja mal zusammen geübt haben. Ihr werdet schon zurechtkommen. Doch jetzt verschwinden wir von hier. Wir haben schon genug Zeit vertrödelt.“
 
Vernita zog eines ihrer Schwerter und ging an Miandra vorbei in den dunklen, engen Gang hinein. Dort musste sie feststellen, dass die schwarzhaarige Frau recht hatte. Dieser Stollen war so schmal, dass gerade mal eine Person in ihm stehen konnte. Und in einem Kampf konnte man nicht einmal zur Seite ausweichen. Doch das hatte auch was Gutes.
 
Denn als sie zur Decke empor sah, fielen ihr die unzähligen Spinnenweben auf, welche dort herunterhingen. Jedoch dürfte es in einem Gang wie diesen kaum größere Exemplare dieser achtbeinigen Tiere geben, die über die Größe eines Handtellers hinausgehen. Sie dürften also nicht auf Spinnen treffen, die einem ausgewachsenen Menschen gefährlich werden können, so wie es die Elfe mal zur Zeit der letzten Verderbnis erlebt hatte. Doch für Viecher dieser Art war dieser Weg einfach viel zu eng.
 
Sie ging weiter durch den finsteren Gang, gefolgt von Miandra, welche mit ihrer Fackel für ein wenig Licht sorgte. Die anderen folgten ihnen eine nach der anderen. Die allumfassende Schwärze vor der Elfe schien alle Geräusche außer dem ihres eigenen Atems und der brennenden Fackel zu verschlucken. Der Sand knirschte unter ihren Füßen und ab und an schabte ihre Rüstung über den unebenen Fels der Steinwände.
 
So bewegte sich die Gruppe weiter durch den Gang. Nach einer Weile hatte Vernita jegliches Zeitgefühl verloren. Waren sie jetzt seit Stunden unterwegs oder erst seit wenigen Minuten? Nur ein Blick auf Miandras Fackel zeigte ihr, dass sie nur daran glaubte, schon ewig in diesem Loch festzusitzen. Trotzdem konnte sie es kaum noch erwarten, ihr Ziel zu erreichen.
 
Etwas später hörte sie vor sich ein Geräusch. Mit einer Handbewegung hielt sie die anderen zurück und blieb sogleich stehen, bevor sie ins Dunkel hineinhorchte. Das Geräusch war recht leise, doch nach genauerem Hinhören schien dort etwas zu rieseln. Sie winkte den anderen wieder zu und ging selbst auch weiter, allerdings langsamer als zuvor und mit erhobener Waffe. Das Rieseln kam immer näher, bis Vernita im Schein der Fackel erkennen konnte, dass dort nur Sand in einem dünnen Rinnsal von der Decke fiel. Die Elfe atmete tief durch, bevor sie ihren Weg in normaler Geschwindigkeit fortsetzte.
 
Doch allzu weit kam sie nicht mehr, bis sie plötzlich ein weiteres Mal stehen blieb. Denn nun hatte sie eine Abzweigung erreicht. Ein Gang führte rechts vom Hauptweg ab. Als Miandra mit ihrer Fackel dazu kam, konnte die Elfe erkennen, dass dieser Stollen nach kurzer Zeit vor einer massiven Holztür endete.
 
„Ich würde sagen, dass wir dort einen Blick reinwerfen sollten, findest du nicht auch, Miandra?“ flüsterte sie der schwarzhaarigen Frau zu, bevor sie sich auch noch ihr zweites Schwert zog. „Und dafür sollten wir uns besser kampfbereit machen.“
 
 

#2222
Kaysallie

Kaysallie
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Während sie durch den engen Tunnel schlichen, war Miandras Blick fast zur Gänze nur auf Vernita gerichtet, welche vor ihr ging. Sie versuchte nahe an der Elfe dran zu bleiben, damit diese auch genug sehen konnte. Zudem versuchte sie den Gedanken daran wo sie sich gerade befanden auszublenden, um nicht in irgendeinen klaustrophobischen Angstzustand zu geraten. Doch erinnerten sie der sandige und erdige Geruch, die rieselnden Geräusche über ihnen, die knirschenden unter ihren Füßen, und die komplette Schwärze vor und hinter ihr sie immer wieder daran. Aber wenn sie selbst schon mit der Angst kämpfen musste, welch schreckliches Erlebnis musste dies erst für ein paar Kinderseelen sein, die man hier eventuell durchgejagt hatte? Aber wahrscheinlich war das sogar der angenehmste Teil dieser Entführung, und Miandra blendete auch weitere Gedanken zu diesem Thema aus.

Schließlich kamen sie an einer Abzweigung an, und nur schwach konnte man im Schatten die Holztür am Ende dieser erkennen. Miandra nickte Vernita bloß zu, suchte kurz die Wand neben sich nach Unebenheiten ab, und schaffte es schließlich die Fackel mit etwas Mühe zwischen zwei hervorstehenden Steinen anzubringen. Lieber hätte sie das Feuer gelöscht, doch es war nicht garantiert, dass sie hinter der Tür auf neue Lichtquellen stoßen würden, oder auf etwas anderes Brauchbares.

„Macht euch bereit“, flüsterte sie nach hinten, da sie sich nicht sicher war, ob die anderen die Lage bereits erfasst hatten, während sie sich den Mantel wieder überwarf und die zwei Dolche zückte. Es würde das erste Mal sein, dass Miandra die zwei Waffen mit Blut beflecken würde, seitdem sie diese dem Zwilling abgenommen hatte. Kurz war ihr Blick auf die sauber gearbeitete und leichte Klinge einer der beiden Waffen gerichtet, in welcher sich der Fackelschein wiederspiegelte, ehe sie wieder zu der massiven Tür aufsah. Es würde bestimmt sehr einfach sein damit zu töten, und sie war froh die Waffen mitgenommen zu haben, denn die Wurfmesser waren in solch engen Räumlichkeiten kaum zu gebrauchen.

#2223
Aliens Crew

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Langsam trat Vernita vor die Tür. Sie versuchte dabei so leise wie nur irgend möglich zu sein, um einer vorzeitigen Entdeckung zu entgehen. Miandra war dicht hinter ihr und auch die anderen drängten sich in den schmalen Quergang hinein. Die Elfe erreichte den Durchgang und presste ihr Ohr gegen das Holz der Tür, doch es war einfach zu dick. Sie vermochte nicht hören, was sich dahinter abspielte. So entschloss sie sich, es auf die altbewährte Methode zu versuchen...mit einem Überraschungsangriff.
 
Sie legte ihre linke Faust, welche nach wie vor eines ihrer Kurzschwerter umklammert hielt, auf die Türklinke und sah noch einmal zu den anderen. Sie nickte ihnen nur kurz zu, als Zeichen dafür, dass es nun losgehen sollte. Dann drückte sie die Klinke nach unten und warf sich selbst gegen die Tür. Zu ihrem Glück war diese nicht verschlossen und so flog sie förmlich nach innen auf und die Elfe direkt hinterher. Ein Mann, der gerade an der Tür vorbei gehen wollte, knallte diese direkt vor den Schädel. Er schrie gedämpft auf und torkelte zwei Schritte zurück, wobei er bemüht war, nicht das Gleichgewicht zu verlieren.
 
Die Elfe selbst hatte sich sogleich wieder unter Kontrolle und ihr schneller Blick erfasste sofort die Lage. Drei Männer saßen um einen Tisch herum und spielten Karten. Zwei weitere lagen auf ihren Pritschen und schienen zu schlafen, während ein weiterer dicht vor ihr über einem Wasserfass gebeugt stand und sich das Gesicht wusch. Diesen Umstand nutzte Vernita gleich aus.
 
Sie sprang förmlich hinter diesen Mann und rammte ihm eines ihrer Schwerter schräg in die Seite und durchbohrte ihm dadurch sein Herz. Ihr Opfer röchelte noch einmal auf, bevor es wie ein Sack zur Seite kippte und krachend auf den Boden fiel. Dabei riss er das halbvolle Wasserfass mit sich, welches ebenfalls umkippte und sich dessen Inhalt über den felsigen Untergrund ergoss. Die Elfe selbst war allerdings schon herumgekreiselt und wandte sich dem Mann zu, welchen sie vor gerade mal einem Augenblick die Tür vor den Kopf geschlagen hatte. Und dabei lag ein irrer, blutdurstiger Ausdruck auf ihrem Gesicht.
 
Der Wächter hatte sich inzwischen gefangen, schüttelte einmal benommen den Kopf, bevor er zu seinem Schwert griff. Doch da war Vernita auch schon heran und stieß ihm ein Schwert in den Bauch. Der Mann stöhnte erstickt auf, als ihn auch schon die zweite Waffe von der Seite her in den Hals traf und ihm einen tiefen Schnitt bis knapp unterhalb seines Kehlkopfes zufügte. Blut spritzte fontänenartig aus der Wunde, während auch dieser Mann in sich zusammensackte und kurz darauf gurgelnd sein Leben aushauchte. Doch darum kümmerte sich die Elfe längst nicht mehr.
 
Fauchend kreiselte sie herum und wandte sich den anderen Wachen zu, welche inzwischen allesamt aufgesprungen waren und zu ihren Waffen gegriffen hatten. Aber auch das kümmerte die im Blutrausch befindliche Vernita nicht mehr. Brüllend stürzte sie auf die Wachen zu, um diesen ihren Todestanz beizubringen.
 

Modifié par Aliens Crew, 26 septembre 2011 - 05:00 .


#2224
Kisu

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Sha´ira folgte Lydia und bildete das Schlusslicht der Gruppe. Die Tunnel waren eng und Niedrig, überall rieselte Sand von der Decke und den Wänden. Mit ihren Gleven würde es schwer bis unmöglich sein, hier zu kämpfen, also hoffte sie, das es nicht dazu kommen würde.

Als Vernita die Tür aufstieß und die Wachen im Raum dahinter tötete, spähte sie in den anderen Gang. Aber da war nichts. Finsterniss. Stille. Keine weiteren Feinde , keine Geräusche. Sie wunderte sich. Wer würde sich solche Mühe machen ? Und warum würde er das tun ? Vor allem , welcher bastard entführte Kinder ? Sie verstand es nicht. Vielleicht wollte sie es nicht verstehen. Es war etwas, das für sie so abstoßend war, so niederträchtig, das sie es nicht beschreiben konnte. Sie mochte sich garnicht vorstellen, was mit den Kindern geschah.

Sie hoffte einfach, das sie bald fertig sein würden. Wenn sie hier jemanden finden würde, der verantwortlich für all das war, sie würde ihn schänden und seine Haut abziehen. Hass staute sich in ihr auf, brachte ihr Blut zum Kochen, ihre Augen färbten sich rot, als wären sie mit Blut gefüllt. Ihr innerer Dämon verlangte nach Gerechtigkeit und die würde hier und heute vollstreckt werden.

#2225
Kaysallie

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Miandras Blick glitt einmal durch den Raum, in welchen sie der Elfe gefolgt war. Diese kümmerte sich sofort um den Mann der nahe an der Tür neben einem Wasserfass stand, sowie um den anderen welcher die Tür zur Begrüßung gegen den Schädel bekommen hatte. So blieb Miandras Blick bei den anderen fünf Männern hängen, ehe sie weiter in den Raum hinein trat, dicht gefolgt von den anderen.

Die Gesichtszüge der drei Wachen die am Tisch saßen waren nur kurz von Verwirrung und Überraschung geprägt, ehe einer von ihnen aufsprang und brüllend zu seiner Waffe griff, woraufhin die anderen beiden eher automatisch dasselbe taten. Auch die zwei Schlafenden wurden von dem Lärm offenbar unsanft geweckt, und starrten noch mit etwas müden Augen in die Runde, die Schwertgriffe jedoch bereits fest vor Schock mit der Hand umklammert.

„Fünf Weiber! Seht ihr das? Dass ich nicht lache!“ gackerte der eine, welcher vorhin als erster brüllend aufgesprungen war, plötzlich los. „Los zeigen wir denen wo sie hingehören!“

Mit diesen Worten stürmte er los, dicht gefolgt von einem der anderen beiden, doch der dritte blieb unschlüssig beim Tisch stehen. Sein Gesicht war kalkweiß und er starrte direkt zu Vernita, die gerade in seine Richtung kam. Miandra konnte nur noch sehen, dass die Hände des jungen Mannes zitterten und seine Kettenrüstung dabei ein leises gleichmäßiges Scheppern von sich gab. Auch glaubte sie so etwas wie plätscherndes Wasser gehört zu haben. Hatte sich der Kerl etwa in die Hose gemacht?

Sie vergaß diesen überflüssigen Gedanken, da sie ihre Aufmerksamkeit dem brüllenden Kerl widmen musste, der gerade mit seinem Schwert ausholte. Sie machte einen Satz zurück, wodurch sein Angriff ins Leere ging, doch er fing sich davon sofort wieder und holte ein weiteres Mal aus.

Der andere Kerl hingegen, welcher ihm bis gerade eben gefolgt war, schien sein Interesse in etwas anderem gefunden zu haben. Er blieb kurz stehen und leckte sich lüstern über die Lippen, während er Leanora von oben bis unten musterte, bevor er schnellen Schrittes auf die blonde Frau zuging. Er hielt sein Schwert eher locker in der Hand - offenbar mutete er ihr nicht sehr viel zu, schien aber noch Großes mit ihr zu planen, zumindest deutete sein leicht irrer Gesichtsausdruck darauf hin.

Auch die zwei Wachen welche gerade erst aufgewacht waren schritten nun zur Tat über. Einer von ihnen hatte zu einer Armbrust gegriffen und zielte damit direkt auf Sha´iras ungeschützte Bauchgegend, während der andere mit einem siegessicheren Grinsen auf Lydia losging. ‚Ein Gör? Das ist alles?‘, ging es ihm dabei wahrscheinlich durch den Kopf, während er sich seinen gerade eben aufgesetzten Helm zurechtrückte, bevor er an dem Mädchen ankam und mit dem Schwert ausholte.

Doch von all dem bekam Miandra nichts mehr mit. Sie wich weiteren Angriffen des Mannes vor sich aus, doch wirklich lange würde sie dieses Spiel nicht mehr betreiben müssen, da sie schon jetzt Schweißperlen auf seiner Stirn sehen konnte, aufgrund der enormen Kraft und Wut die er in seine Angriffe steckte.
„Was ist los du Schlampe? Ist das alles was du kannst?“ keuchte er zwischendrin, doch davon ließ sich Miandra nicht beeindrucken. Erst als sie deutlich erkennen konnte, dass seine Schläge nicht mehr so präzise und kräftig waren wie zu Beginn, startete sie Gegenangriffe, und nur nach wenigen die er zu parieren schaffte, traf sie ihn mit der scharfen Klinge des Dolches an der Seite. Überraschung prägte sein Gesicht, als sich der Schmerz durch seinen Körper zog und er dadurch für kurze Zeit zu keinerlei Handlung mehr fähig zu sein schien. Jene Zeit, die Miandra nutzte um ihm den anderen Dolch von unten tief durch den Hals zu jagen.

Modifié par Kaysallie, 26 septembre 2011 - 06:20 .