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Die freie Wildnis von Ferelden (Dragon Age RP)


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2750 réponses à ce sujet

#2276
Kaysallie

Kaysallie
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Es dauerte einige Augenblicke bis all die Worte, welche Vernita eindringlich gesagt hatte, Miandras Geist erreichten. Es waren Augenblicke, in denen sie absolut nicht wusste wie sie darauf reagieren sollte, Augenblicke, in denen sie erstmals realisieren musste was all das überhaupt zu bedeuten hatte, und Augenblicke, in denen sie spürte wie ihr gleichzeitig kalt und heiß wurde, ihr das Herz bis zum Hals schlug und sie dennoch unbewegt dastand und die Elfe vor sich anstarrte.

Ein Teil von ihr wäre am liebsten, so wie sie es immer getan hatte, einfach nur vor all dem geflüchtet. Zurück hinter die vertraute Mauer, geschützt vor diesen Gefühlen die sie immer nur belästigten, ihr Angst machten und ihr am Ende nur weh taten, wo sie sich alleine verstecken konnte, wo ihr einfach alles andere wieder egal sein konnte. Doch das war doch genau das, was sie eigentlich nicht mehr tun wollte… das was sie gar nicht mehr tun konnte.

Seitdem sie sich vor gerade mal zwei Tagen dazu entschlossen hatte all dem, bei dem sie nicht einmal wirklich wusste was es war, eine Chance zu geben, schien so viel passiert zu sein, dass ihr dieses frühere Verhalten so verschwommen, wie ein vor langer Zeit geträumter Traum, vorkam. Ihr konnte all das einfach nicht mehr egal sein. Zu gut hatten diese kurzen und wenigen Momente ihrer Seele getan, die sie seitdem sie über diese Mauer gesprungen war, mit der Elfe erlebt hatte, um sie jetzt einfach wieder ignorieren zu können so wie früher. Wahrscheinlich hatte sie es deswegen solange abgewehrt, Vernita deswegen immer auf Abstand zu sich gehalten, da sie tief in ihrem Inneren genau wusste, dass sie nichts mehr rückgängig machen könnte, wenn sie sich einmal diesen Gefühlen hingeben würde. Und sie wollte auch nichts mehr davon rückgängig machen oder wieder hergeben.

Doch wie viel Garantie lag in diesen Worten überhaupt? Wäre sie gerade eben nicht so unsicher geworden wegen dieses Elfen, hätte sie diese Worte nicht einmal gebraucht. Aber nun…

Für einen Moment konnte Miandra deutlich spüren, wie dieses alte Verhalten, von dem auch Vernita gesprochen hatte, hochkommen wollte. Das Verhalten, das sie sich selbst über Jahre angeeignet hatte und welches irgendwelchen Worten keinerlei Bedeutung beimaß, da sie schon im nächsten Augenblick wieder wertlos sein könnten. Ein Verhalten, dem auch Taten, um die sie nicht gebeten hatte, nichts bedeuteten.

Doch genau in diesem Moment wurde ihr etwas Entscheidendes klar: Es ging doch eigentlich gar nicht darum, was Vernita zu ihr sagte, oder was diese bereit war für sie zu tun. Es ging auch nicht darum, ob diese Worte nun der Wahrheit entsprachen, oder nicht. Es ging einzig und alleine nur darum was sie für sich selbst wollte, und was sie bereit war zu glauben. Eine Frage über die sie sich schon einst den Kopf zerbrochen hatte, da sie keine Antwort darauf wusste… doch nun?

Gerade als ihr das klar geworden war und sie die letzten Fragen von Vernita durch ihren Kopf kreisen ließ, brach die Stimme von Leanora zwischen ihre Gedanken und reflexartig blickte sie der blonden Frau nach, als diese den Weg entlang schlenderte. Natürlich war Miandra einer Meinung mit der Frau, schließlich wollte sie ohnehin gerade nicht über dieses Thema reden. Reden war noch nie ihre Stärke gewesen. Aber gerade eben war sie sich sicher, dass es auch nicht mehr darauf ankam, wie viel sie Vernita jetzt noch sagen würde, sondern dass es nur darauf ankam welche Worte es sein würden. Leanora sagte, es wäre nicht der Zeitpunkt um eine Entscheidung zu fällen… aber hatte sie diese Entscheidung nicht eigentlich bereits gefällt?

So wandte Miandra den Blick von der Frau wieder ab und lächelte Vernita stattdessen zaghaft entgegen, bevor sie dichter an diese heran ging, und ihr regelrecht um den Hals fiel. Dabei schloss sie kurz die Augen, legte eine Hand auf den Hinterkopf der Elfe, und drückte diese mit ganzen Körpereinsatz an sich selbst. Dass sich dabei hauptsächlich die kalte Rüstung an sie presste, war ihr für den Moment egal, sie kostete ihn trotzdem voll und ganz aus.

„Lass uns unsere Tochter finden gehen“, flüsterte sie Vernita nach wenigen Herzschlägen ins Ohr, wobei sie sich kurz noch fester an diese schmiegte, wobei sie hoffte dass die Elfe diesen Worten die gleiche Bedeutung beimaß, wie sie selbst.

Modifié par Kaysallie, 27 octobre 2011 - 03:39 .


#2277
SickOfItAll

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Vernita und Miandra hatten so ihre Schwierigkeiten miteinander. Auf der einen Seite liebten sie sich. Lydia sah es. Sie brauchten einander, und doch hatten sie dann und wann ihre liebe Mühe sich miteinander abzufinden.

" Wisst ihr, ihr passt zueinander. . . und ihr seht zum dahinschmelzen aus, wenn ihr euch ratlos gegenübersteht. " kicherte Lydia zu den beiden Frauen. Innerlich war sie auch glücklich, sie freute sich für sie, das sie einander gefunden hatten und schlussendlich sich doch miteinander mehr als nur gut verstanden. Langsam wurde eine richtige kleine Familie aus der Gruppe, mit all ihren Zankereien und kleinen unwichtigen Streitigkeiten, ihrem Zusammenhalt und ihrem Rückhalt. Lydia fühlte sich wohl. Sie hielten zusammen, egal was auf sie zukam. Das war das wichtigste.

#2278
Aliens Crew

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Obwohl Leanora die Wahrheit sprach, so hätte Vernita ihr für diese Unterbrechung am liebsten den Hals umgedreht. Doch Miandras Reaktion ließ sie diesen spontanen Gedanken rasch wieder vergessen. Auch an Lydias Kommentar, der sie normalerweise wohl maßlos geärgert hätte, störte sie sich nicht weiter.
 
Die Elfe genoss ganz einfach die Umarmung der schwarzhaarigen Frau, auch wenn sie davon im Grunde nur deren Gesicht neben dem ihren spürte, deren Hand in ihrem Nacken und deren Haare zwischen ihren Fingern.
 
„Ja, das sollten wir tun“, entgegnete Vernita mit entschlossener Stimme. „Und dann bestrafen wir diejenige, die sie uns weggenommen haben!“
 
Sie zog den Kopf etwas zurück, nahm Miandras Gesicht noch einmal in ihre Hände, bevor sie dieser einen sanften Kuss auf den Mund gab. „Der war dafür, um alle Zweifel zu zerstreuen, meine Liebe. Und nun lass uns aufbrechen.“
 
Die Elfe trat einen Schritt zurück, wobei sie mit den Fingerspitzen über Miandras Arme strich, bis sie deren Hände erreicht hatte, welche sie für einen Moment in die ihren nahm. Dabei lächelte sie die Frau unentwegt an. So stand sie noch für einen Augenblick da, während sie zu Lydia hinüberschielte, welche die beiden immer noch angrinste.
 
„Zum Dahinschmelzen also, was?“ meinte sie noch kopfschüttelnd und nach wie vor lächelnd. „Erzähl‘ das aber nicht Eshtá. Die soll ja schließlich vor Angst schlottern, wenn ich ihr die Haut vom Körper ziehe!“
 
Nun löste sich Vernita endgültig von Miandra, ging in die Hocke und sammelte ihr Zeug ein, welches sie nach und nach anlegte. Dann stand sie wieder auf und wandte sich um. „Gehen wir!“
 
So setzte sich die Gruppe in Bewegung, um zu dem Versteck der Kindesentführer zurückzukehren, wobei die Elfe das Tempo gegenüber dem Hinweg deutlich anzog. Im Laufschritt marschierte sie durch die Gassen, wobei ihre Rüstung leicht schepperte. Sie hatten genug Zeit mit der Ablieferung des Jungen vergeudet, doch trotz alledem fühlte sich Vernita deswegen nicht schlecht. Im Gegenteil. Dieser kleine Abstecher ins Gesindeviertel hatte ihr gezeigt, dass doch nicht mehr alles so war, wie sie es in Erinnerung hatte. Mit Fineon hatte sie einen Elfen wiedergefunden, der sie nicht verachtete wie es die anderen taten und mit Miandra die Liebe, welche sie sich ihr Leben lang gewünscht hatte. Auch wenn ihr das lange Zeit nicht bewusst gewesen war.
 
Sie erreichten kurz darauf zum zweiten Mal den alten Laden, welchen sie auch sogleich betraten. Vernita zog nun auch wieder ihre Schwerter, während sich die Fünf auf den Weg in den Keller machten. Doch das Haus schien nach wie vor verlassen zu sein. Auch in der Wachstube hatte sich nichts verändert. Sie fanden alles so vor, wie sie es verlassen hatten.
 
„Miandra! Nimm die Fackel und bleibe dicht hinter mir!“ sagte die Elfe, als sie den Geheimgang erreicht hatte und sie erneut in die Dunkelheit dieses unterirdischen Verlieses trat.
 
 
 

Modifié par Aliens Crew, 27 octobre 2011 - 04:28 .


#2279
Kisu

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Sie schien sich tatsächlich getäuscht zu haben in Vernita. Nun gut, zumindest teilweise. Sie hatte also doch noch Gefühle, sie brauchte nur jemanden der sie hervorholte. Und diese Person war ausgerechnet sie sonst so stille Miandra. Eine seltsame kleine Familie hatte sich hier gebildet, aber eine liebenswerte. Sha´ira begann sich einzuleben, sich dazugehörig zu fühlen. Sie war ein Teil davon. Und das machte sie glücklich.

Was sie nicht so glücklich machte war der Umstand, das sie wieder in das Kellerloch zurückmussten. Sie mochte diese engen Tunnel nicht besonders. Nicht das sie es nicht mochte untertage zu sein, aber diese Tunnel erdrückten sie schon fast. Sie fühlte sich eingeengt, verletzlich, klein. Vor sich sah sie das Licht von Miandras Fackel zwischen den Köpfen der anderen flackern.
" Wer macht sich eigentlich die Arbeit diesen ganzen Scheiß unter eine Stadt zu graben ? Haben die hier im Süden nichts besseres zu tun als Kinder zu entführen und Die Städte zu unterhöhlen ? Seltsames Völkchen hier unten... " brummelte sie vor sich hin und tappte den anderen hand in Hand mit Lydia hinterher.

#2280
Kaysallie

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Miandra war froh über Vernitas Worte, wobei sie eher die Entschlossenheit so stimmte, mit welchen diese ausgesprochen wurden, als die eigentlichen Worte selbst. Entschlossenheit, Überzeugung und Sicherheit bei all dem. Es waren genau die Dinge, die ihr selbst die gesamte Zeit über fehlten. Eigenschaften, die sie an Vernita am meisten schätzte, da sie es einfach mit ein paar Worten schaffte sie von dem zu überzeugen vor dem sie gerade noch Angst hatte. Ein Grund wieso sie die Elfe gerade am liebsten gar nicht mehr losgelassen hätte. Kurz war sie über den Kuss verwundert, doch letztlich genoss sie diesen sowie die folgenden sanften Berührungen in vollen Zügen, wobei sie Vernitas Lächeln erwiderte aufgrund deren letzten Worte.

Zu Lydias Kommentar sagte sie nichts weiter. Das Mädchen musste das nicht verstehen. Trotzdem sah man Miandra wohl an, dass es ihr etwas unangenehm war. Sie war es zwar gewohnt sich dumme Sprüche anhören zu müssen aufgrund ihrer schweigsamen Persönlichkeit und weil sie sich lieber von anderen abschottete, aber wegen des Gegenteils davon…? Grundsätzlich nicht. Doch jetzt wo sie näher darüber nachdachte, konnte sie sich daran erinnern wie darüber getuschelt wurde als bekannt geworden war dass sie heiraten würde. Miandra konnte sich genau an die Blicke der anderen Frauen erinnern, wie sie immer auf ihr lasteten und diese sich, sobald sie aus deren Reichweite war, kichernd untereinander zugeflüstert haben. Eigentlich war es ihr immer egal gewesen, was man über sie dachte oder redete, zumal sie es als lächerlich empfand über welch stumpfsinnigen Kram sich Manche das Maul zerreißen konnten. Dennoch war es ihr gerade irgendwie peinlich sich so etwas von einem jungen Mädchen anhören zu müssen. Aber wahrscheinlich war es das nur, da ihr dieses Thema nicht egal war, so wie es bei allem anderen immer der Fall gewesen war.

Für einen kurzen Moment hätte sie am liebsten über sich selbst gelacht. Über was für unnötigen Kram sie nur nachdachte, wo sie doch eigentlich gerade weitaus Wichtigeres zu tun hatten. So blendete sie dieses Thema erstmals aus und folgte weiterhin der Elfe vor sich, bis sie den alten Ramschladen wieder erreichten, und sie sich fast schon schneller als ihr lieb war wieder vor dem dunklen Tunnel vorfanden. Eigentlich hatte Miandra nicht erwartet, dass noch niemand die toten Wachen gefunden hatte und noch immer alles genauso aussah, wie sie es vor kurzem verlassen hatten. Sollten sie das als gut oder schlecht werten? Bedeutete den Entführern dieses Versteck hier vielleicht gar nichts? Doch warum dann der ganze Aufwand mit diesem unterirdischen Irrgarten?

Nur mit einem Nicken folgte sie Vernitas Anweisung und nahm sich wie bereits zuvor eine der Fackeln, um der Gruppe den Weg leuchten zu können. Damit bestückt blieb sie dicht an der Elfe vor sich dran, während sie durch die bekannte Dunkelheit wanderten. Hinter sich konnte sie das Gemurmel von Sha´ira vernehmen. Miandra sagte nichts dazu, aber sie musste über deren Kommentare schmunzeln, wobei sie sich gedanklich jedoch auch fragte, was diese Kerle damit eigentlich bezwecken wollten.

Schneller als es ihr Zeitgefühl eigentlich sagte kamen sie an der bekannten Abzweigung an, an welcher sie kurz stehen blieben und in die Dunkelheit hineinhorchten. Leise konnte man das Rieseln des Sandes hören, sowie die gedrückten Atemzüge der anderen. Miandra konnte deutlich spüren wie sich die Elfe vor ihr anspannte und sie war kurz über ihre eigene innere Ruhe verwundert, doch als sie sich schließlich wieder in Bewegung setzten und dem unbekannten Weg folgten, merkte sie wie ihr diese Schritt für Schritt langsam immer mehr entgleiten wollte.

#2281
Bellandyrs

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Leanora hatte das Schlußlicht gebildet. Relativ schnell waren sie wieder da, wo sie zuvor aufgebrochen waren. Sie spürte, wie die Gänsehaut wieder über ihren Rücken lief und ihre Hände wieder feucht wurden vor Nervosität - und Angst.
Sie getraute sich kaum zu atmen und versuchte möglichst leise aufzutreten, mit jeder Faser ihres Körpers aufs äußerste angespannt, jederzeit sich verteidigen - oder angreifen - zu können.

#2282
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Als die Gruppe die Abzweigung erreichte, die zu dem Gefangentrakt führte, blieb Vernita für einen Moment stehen und blickte noch einmal in diesen kurzen Quergang hinein. Doch dort war nichts besonderes zu sehen. Die Tür war genauso verschlossen, wie sie diese zurückgelassen hatten. Miandras Fackel warf lange Schatten auf den stabilen Durchgang und auch auf Vernitas Gesicht, als die Elfe sich kurz zu den anderen umdrehte und ihnen mit einem Kopfnicken zu verstehen gab, ihr zu folgen. Anschließend setzte sie sich wieder in Bewegung, dicht gefolgt vom Rest der Gruppe.
 
Das Licht der Fackel ließ Vernita nur ein paar Meter weit sehen, so finster war es in diesem engen Tunnel, den die Gefährtinnen nach wie vor nur hintereinander durchschreiten konnten. Der Sand knirschte die ganze Zeit über unter den Stiefeln der Elfe, welche sich recht langsam vorwärts bewegte. Sie behielt den Boden, die Decke und auch die Wände ständig im Auge, um mögliche Fallen ausfindig machen zu können. Dabei fielen ihr auch die Fußabdrücke auf, welche in den Trampelpfad getreten worden waren, doch konnte sie nicht sagen, ob diese Tage, Stunden oder auch nur Minuten alt waren. Dafür handelte es sich einfach um zu viele verschiedene Spuren.
 
Gedanken versuchten in Vernitas Gehirn vorzudringen. Würden sie Elana finden? Oder Eshtá? Oder sogar beide zusammen? Würde die Kleine noch leben oder hatte sie gar ein ähnliches Schicksal erlitten, wie das Mädchen, welches sie gefunden hatten? Der Elfe kamen die Worte dieses Kirchenvorstehers Castillá in den Sinn, der anscheinend nicht nur sie selbst, sondern auch Miandra und deren Tochter gekannt hatte. Aber woher nur? Etwa von Elana? Hatte sie ihnen von ihrer Mutter erzählt? Hatte man sie gefoltert, um Informationen aus ihr herausgepresst zu bekommen. Vernita lief es bei diesem Gedanken eiskalt den Rücken herunter, so dass sie diese Fragen sogleich zur Seite schob und sich wieder auf den Weg vor sich konzentrierte. Sie hatte jetzt keine Zeit für solche Überlegungen. Sie musste sich auf die kommende Schlacht vorbereiten. Und dass diese kurz bevor stand, das spürte sie mit jeder Faser ihres Körpers.
 
Es dauerte noch eine ganze Weile, da hatten sie das Ende des Tunnels erreicht. Ohne weitere Abzweigung endete er vor einer Felswand aus rauem Stein. Das ergab keinen Sinn. Vermutlich gab es auch hier einen Geheimgang. Vernita stoppte abrupt, bevor sie ihr Ohr gegen die Wand vor sich presste. Doch konnte sie nichts weiter hören außer ihrem eigenen Atem und das Geräusch der brennenden Fackel. So steckte sie eines ihrer Schwerter weg und ließ sich eben diese Lichtquelle von Miandra geben. Damit suchte sie Millimeter für Millimeter den schlecht behauenen Felsen vor sich ab. Und schließlich wurde sie fündig. Wie am anderen Ende dieses Tunnels befand sich auch hier ein Hebel, um den Durchgang zu öffnen.
 
„Macht euch bereit“, flüsterte sie ihren Gefährtinnen zu, während sie die Fackel löschte und auf dem Boden ablegte. Anschließend griff sie nach dem Hebel und drückte diesen vorsichtig nach unten, bevor sie einen Schritt zurücktrat und erneut ihr zweites Schwert zog.
 
Die Elfe vernahm ein Klicken und nur einen Moment später bewegte sich der Stein vor ihr ganz langsam und mit einem schleifenden Geräusch zur Seite. Sie lugte in den Raum dahinter, als sich die Gelegenheit dazu ergab, doch konnte sie nicht viel erkennen, außer, dass dieser von einer Deckenlampe und einigen Fackeln erleuchtet wurde.
 
Als der Durchgang schließlich breit genug war, stürmte sie in den Keller hinein, der auf den ersten Blick genauso eingerichtet war wie die Wachstube auf der anderen Seite. Ein Tisch, mehrere Stühle, ein Schrank, ein Waffenregal und ein Wasserfass, welches ihr den Weg versperrte und von Vernita mit einem wuchtigen Tritt umgestoßen wurde. Es krachte zu Boden und sein ganzer Inhalt ergoss sich auf den Steinboden dieses kleinen Raumes. Die Elfe preschte in die Stube, verharrte aber schon nach nur wenigen Schritten. Bis auf die Möbel war der Raum vollkommen leer. Keine Wachen, keine Soldaten, keine Gefangenen. Nichts.
 
„Seid vorsichtig. Das gefällt mir nicht“, raunte sie den anderen zu, während sie langsam tiefer in die Stube trat und sich dabei ständig im Kreis drehte, jeden Winkel im Auge behaltend. Der Tisch sah so aus, als hätte dort vor Kurzem noch jemand gesessen. Dort stand ein Krug mit Wasser und Spielkarten lagen daneben.
 
Als der Blick der Elfe auf die einzigste Tür fiel, bemerkte sie, dass dort etwas mit einem Nagel befestigt worden war. Neugierig ging sie darauf zu, während sie erneut eines ihrer Schwerter wegsteckte. Der Gegenstand erwies sich als Kette. Vernita griff nach dieser und löste sie von dem Nagel. An der Kette hing ein Ring, der im Licht der Öllampe funkelte und an dem Blut klebte.
 
Die Elfe zeigte die Kette mit dem Ring daran den anderen, wobei ihr Gesicht einen finsteren Ausdruck annahm. „Ich würde sagen, wir werden erwartet.“
 
 
 

Modifié par Aliens Crew, 31 octobre 2011 - 10:37 .


#2283
Kaysallie

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Skeptisch betrachtete Miandra den Raum, in welchen der Tunnel geführt hatte. Wieso war er nur genauso eingerichtet, wie jener durch welchen sie bereits zu Beginn getreten waren? Doch sie schüttelte diesen sinnlosen Gedanken wieder zur Seite. Viel mysteriöser war es, dass der Raum völlig menschenleer war. Doch Vernita gab ihr die Antwort auf diese Frage. Kurz kniff Miandra die Augen zusammen, um erkennen zu können was die Elfe da von dem Nagel, der in die Tür geschlagen worden war, genommen hatte. Erst als sie zwei Schritte näher heran ging, erkannte sie den Ring, sowie das Blut welches an diesem haftete.
Miandra musste schlucken, als ihr klar wurde was das zu bedeuten hatte.

„Und was sollen wir jetzt tun?“ fragte sie die Elfe leise ehe sie den Blick von der Kette abwandte und stattdessen zu der einzigen Tür blickte, die aus diesem Raum herausführte. Eigentlich wusste Miandra die Antwort auf diese Frage… als ob sie eine Wahl hätten? Aber vielleicht wollte sie einfach nur eine Bestätigung zu diesem Gedanken haben. Doch ehe die Elfe darauf etwas antworten konnte, brach ein undefinierbares knarrendes Geräusch die Stille, die für den momentanen Augenblick auf den vier Steinwänden lastete. Reflexartig hielt Miandra die Luft an und sie spürte wie sich ihr ohnehin verkrampfter Körper noch weiter versteifen wollte. Dabei entglitt die Fackel, welche sie die gesamte Zeit über bei sich getragen hatte, ihrer rechten Hand und fiel auf den patschnassen Boden, wodurch das Feuer augenblicklich gedämpft wurde. Keine zwei Sekunden später hielt sie beide Dolche in den Händen, war näher an die Wand herangetreten und starrte auf die noch immer geschlossene Tür. Erst in diesem folgenden Moment der Stille fragte sie sich, was genau dieses Geräusch zu bedeuten hatte... und woher es überhaupt gekommen war.

#2284
SickOfItAll

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Mit jedem Schritt, den sie tiefer in die dunkle Stille der Wege unter dem Boden taten, schien das Gewicht des Felses um sie herum größer zu werden, die Stille lauter zu dröhnen und die Schwärze der Dunkelheit sie zu blenden. Langsam schlich sich Angst ein. Sie hatte das Gefühl, die Wände würden sie beobachten , belauschen, jede Bewegung preisgeben. Zuweilen bildete sie sich Bewegungen ein, wo keine waren, seltsame Laute hinter- und neben ihr. Sie begann zu schwitzen und zu zittern, sie drückte Sha´iras Hand, als wollte sie sichergehen, das sie noch da war.

Das Licht des Raumes brachte ihr keine Erleichterung. Es schien sie nur um so sichtbarer zu machen, verwundbar werden zu lassen. Sie zuckte zusammen und hätte beinahe aufgeschriehen, als dieses undeffinierbare Geräusch die Stille zerriss. Ruckartig riss sie ihr Schwert aus der Scheide und fuhr herum.
" Was bei allen Göttern war ... das ?! " flüsterte sie tonlos und sah sich um. Wenn sie noch lange in dieser Angst verbringen würde, würde sie wahnsinnig werden, das spürte sie. Es zerrte an ihren Nerven, nichts zu wissen, nichts zu sehen, nur zu ahnen.

#2285
Kisu

Kisu
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Sha´ira gefiel das nicht. Die dunkle Stille verschluckte sie und verdrehte die Welt um sie herum. Das Licht des Raumes schien kalt und abweisend, ja geradezu verräterisch zu sein und in jedem Schatten im Mauerwerk warteten hunderttausend Alpträume und Nachtmahre darauf, sich ihres Verstandes zu bemächtigen, sie näher an den Wahnsinn zu bringen.
Selbst sie, die sie Bedrohungen und Gefahr gewöhnt war, begann an ihrer Standhaftigkeit zu zweifeln. Hier unten spielten ihr ihre Sinne einen Streich, oder war dieses Knarrende Kreischen tatsächlich real gewesen ?
Hätte man sie in dem Augenblick gefragt, hätte sie gesagt, sie wisse es nicht. Aber die Blicke der anderen und Lydias verstörte Reaktion sagten ihr, das sie gemeinsam in diesem realen Alptraum steckten.

#2286
Aliens Crew

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Vernita wollte gerade auf Miandras Frage eingehen, auch wenn die Antwort eigentlich so offensichtlich war. Was würden sie tun? Was konnten sie tun, außer weiterzumachen? Aufgeben? Das Weite suchen? Die Elfe war nicht der Typ, dem so etwas auch nur im Traum einfallen würde. Sie hatte schon früher Dinge vollbracht, die andere als unmöglich abgetan hätten, sie würde es nun wieder tun.
 
Das laute Knarren ließ sie den Ring an der Kette loslassen. Mit einem leichten Klingen landete er auf dem nassen Steinboden. Vernita allerdings kreiselte herum und zog dabei erneut ihr zweites Schwert. Ihr Blick war starr auf die Tür gerichtet, woher das Geräusch ihrer Ansicht nach hergekommen sein musste. Sie kniff die Augen zusammen und stierte grimmig in diese Richtung, bereit der ersten Person, die es wagen sollte, hier einzudringen einen tödlichen Empfang zu bereiten. Doch nichts dergleichen geschah. Die Tür blieb geschlossen, und es kehrte wieder Stille ein. Gespenstische Stille.
 
Lydia murmelte etwas vor sich hin, doch ansonsten war nichts zu hören. Selbst das Atmen schien Vernitas Gefährtinnen vergangen zu sein. Sie selbst blieb ruhig, nur diese gewisse Anspannung ergriff wieder von ihr Besitz, so wie es immer war, bevor sie in einen Kampf zog. Langsam bewegte sie sich auf die Tür zu, wobei das Wasser auf dem Boden durch ihre Schritte leise, plätschernde Geräusche von sich gab. Dann zischte es plötzlich, doch der rasche Blick der Elfe zeigte dieser, dass es nur die Fackel gewesen war, die im Wasser lag und nun endgültig verlöschte. So wandte sie ihre Aufmerksamkeit wieder der Tür zu, welche sie auch schon fast erreicht hatte.
 
Als sie schließlich bei dieser ankam, wandte sie sich noch einmal an ihre Gefährtinnen, von denen einige blasser aussahen als ein Leichentuch. „Kommt!“ meinte sie mit fester Stimme. „Wir sind hier, um ein paar Schädel zu spalten, also lassen wir unsere Gastgeber nicht warten. Sie fühlen sich vermutlich im Vorteil und wollen uns eine Falle stellen. Doch wenn ihr das tut, was ich euch sage, dann werden wir siegreich sein. Ich bin schon mit schlimmeren Gestalten fertiggeworden als diesem Lumpenpack!“
 
Nach diesen Worten postierte sie sich neben der Tür und legte eine Faust, in der sie eines ihrer Schwerter hielt, auf die Türklinke und drückte diese herunter. Der Durchgang war nicht verschlossen. Ganz problemlos ließ er sich öffnen. Die Elfe versetzte der Tür einen leichten Stoß, wodurch diese leise quietschend aufschwang. Vernita verharrte einen Moment mit schlagbereiten Waffen neben dem Ausgang, bereit einem möglichen Gegner den Kopf abzuschlagen, doch nichts geschah. So lugte sie vorsichtig um die Ecke.
 
Sie erblickte einen schmalen Korridor, der vor einer Treppe endete, die nach oben führte. Der Gang war schlecht ausgeleuchtet. Nur zwei Fackeln an den Wänden dicht vor den ersten Stufen sorgten für etwas flackerndes Licht und warfen lange Schatten auf den schlichten Steinboden. Der Rest des Weges lag in völliger Dunkelheit. Doch da blitzte etwas auf.
 
Reflexartig zuckte die Elfe zurück, im selben Augenblick als etwas aus der Finsternis heraus auf sie zugeschossen kam. Dieses etwas zischte quer durch den Raum, bevor es sich auf der gegenüberliegenden Seite in die Tür des Wandschrankes bohrte. Ein schneller Blick der Elfe zeigte ihr, dass dort der Bolzen einer Armbrust steckte.
 
Nun ertönte auch ein leises Kichern aus dem Dunkel des Korridors heraus, welches von den kahlen Wänden widerhallte und überall gleichzeitig zu sein schien. Einen Moment später hörte Vernita ein Klappern, gefolgt von tapsigen Schritten, die geschwind die Treppe hinaufzueilen schienen. Kurz drauf war es wieder still.
 
„Das war wohl die Empfangsdame“, bemerkte Vernita ironisch mit einem schiefen Grinsen auf den Lippen, bevor sie noch einmal in den Gang hineinlugte. Doch da war nichts, außer der alles verschlingenden Dunkelheit und dem leichten Schein der Fackeln an dessen Ende. Und auch eine kleine Armbrust lag nun dort auf der untersten Stufe der Treppe. „Miandra, nimm dir eine neue Fackel und folge mir. Und achtet vor allem auf den Boden. Möglicherweise hat uns unser Freund noch ein paar Stolperdrähte oder ähnliche Nettigkeiten zurückgelassen.“
 
 
 

#2287
Kaysallie

Kaysallie
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Miandra zuckte zusammen als plötzlich ein Bolzen an ihr vorbeigeschossen kam. Kurz starrte sie ein wenig ungläubig auf die Stelle des Schrankes, in welcher sich der spitze Holzkeil gebohrt hatte. Doch als sie dann das Kichern vernahm, welches an den Steinwänden widerhallte und dadurch gleichzeitig leise und furchtbar schrill klang, stellte sich jedes noch so feine Härchen an ihrem Körper auf. Eher automatisch blickte sie wieder zu der nun geöffneten Türe, und sie sah gerade noch wie sich ein Schatten die Treppe hinauf bewegte. Erst als Vernitas Worte durch die darauf folgende Stille brachen, holte Miandra zum ersten Mal wieder Luft, als sie realisierte, dass sie diese die gesamte Zeit über angehalten hatte.

„Hab‘ ich schon mal gesagt, dass ich dunkle enge Keller nicht ausstehen kann?“ sagte sie mit gedämpfter, schwacher Stimme mehr zu sich selbst als zu den anderen, während sie die Dolche widerwillig wieder wegsteckte, sich eine neue Fackel holte und damit näher an die Türe heranging. Dabei gaben ihre ersten Schritte einen plätschernden Laut von sich als sie durch die große Wasserlache trat.

Seitlich neben der Türe blieb sie stehen und lugte in den schmalen Korridor hinein, wobei das Feuer der Fackel die sie bei sich trug den Eingang mit einem schummrigen Licht erhellte. Nach und nach senkte sie die Fackel etwas, um vor allem den Boden besser erkennen zu können, doch vorerst war nichts Besonderes zu sehen, außer eines gewöhnlichen, wohl leicht verdreckten, Steinbodens. So hob sie die Fackel wieder an, beugte sich ein Stück weiter in den Raum hinein, jedoch ohne einen Fuß hineinzusetzen, und erhellte erst die linke und dann die rechte Wandseite, doch auch da war nichts Auffälliges zu erkennen. Gerade als Miandra dachte, sie könnten sich weiter vorwagen, blickte sie instinktiv nach oben und verharrte regelrecht in der Bewegung. In einer geraden Linie konnte man nun dank des Lichts der Fackel mehrere dunkle Einkerbungen erkennen… und ihr Kopf war genau unter einer dieser schwarzen Furchen, in welche sie mit bleichem Gesicht hinein starrte.

„An der Decke“, war alles was sie herausbrachte, ehe sie ihren Kopf und Oberkörper in den anderen Raum zurückzog. Kurz sog sie einmal tief Luft ein ehe sie die Fackel wieder senkte, um den Boden erneut erhellen zu können. Irgendwo dort musste der Auslöser sein, doch so sehr sie sich auch anstrengte, sie konnte nichts erkennen außer blanken grauen Stein… aber irgendwie… schien das nicht alles zu sein. So kniete sich Miandra auf den Boden, um jenen des Korridors noch näher betrachten zu können, wobei für einen kurzen Augenblick ein zaghaftes Lächeln ihre Gesichtszüge veränderte, ehe sie den Kopf leicht schief legte und damit ganz dicht an den Boden heranging. Vorsichtig blies sie etwas Luft dagegen, wodurch sich die dünne Sandschicht offenbarte, die auf diesem lag, da die einzelnen Sandkörner nun von der ausgestoßenen Luft weggetragen wurden. Miandra pustete noch einige Male seitlich gegen den Steinboden, als sie sich schließlich wieder aufrichtete.
„Hier“, sagte sie leise und deutete auf eine kaum erkennbare Unebenheit des Bodens, ehe sie zur Seite blickte und Vernita etwas unsicher ansah. „Was nun?“

Modifié par Kaysallie, 02 novembre 2011 - 06:05 .


#2288
Bellandyrs

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Leanora hätte im Moment vor Schreck keinen Tropfen Blut mehr gegeben, obwohl ihr Herz in rasender Geschwindigkeit gegen ihren Brustkasten polterte. Dass sie erwartet wurden gefiel ihr überhaupt nicht. Diese Schweine hatten damit mehr Zeit gehabt, Fallen zu stellen oder die Kinder woanders hinzubringen. Sie betete dass sie Miandras Tochter verschont hatten.

Ihre Sinne waren aufs äußerste angespannt, als sie auch in den engen Gang schielte, in dem Miandra auf den Boden zeigte. Sie blickte sich um, ob sie etwas finden würde, was schwer genug war, um den Auslöser damit zu betätigen, fand aber außer dem gebrochenen Holzfass fürs erste nichts.
Sie hätte heulen mögen, weil sie sich so hilflos fühlte. Wieso konnte sie nicht so abgeklärt und umsichtig wie Vernita sein? 'Weil Du schon immer ein Hasenfuß warst' beantwortete sie sich die Frage jedoch selber.
Dennoch - sie würde ihr bestes geben, um die Kinder zu retten und Rache zu üben.

#2289
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Vernita spähte nun auch einmal durch die Tür in Richtung Decke. Im Schein von Miandras Fackel bemerkte sie ebenfalls die Einkerbungen an der Decke. „Bolzen“, meinte sie nur knapp. „Oder auch Speere, das haben wir gleich.“
 
Sie wandte sich von dem Ausgang ab, während sie ihre Waffen wegsteckte und zu dem Tisch herüberging. Sie packte diesen an der Kante, bevor sie ihn mit Schwung herumschleuderte, sodass das Möbelstück polternd auf dessen Platte landete. Neben dem umgeworfenen Tisch ging die Elfe in die Hocke, stemmte ein Knie und ihren linken Arm auf die am Boden liegende Platte und brach anschließend ein Bein mit einem kräftigen Ruck ab. Laut knackend gab das Bein nach und ließ sich wie ein Zahnstocher brechen. Ein zweiter kräftiger Ruck Vernitas löste auch die letzten Holzfasern und gaben es schließlich ganz frei.
 
„Bleibt zurück!“, sagte sie noch zu den anderen, während sie zurück zu der Tür ging und sich neben dieser postierte. Nachdem sie sich davon überzeugt hatte, dass die anderen außerhalb des Gefahrenbereichs waren, beugte sie sich in den Türsturz und visierte mit dem Tischbein die verdächtig aussehende Steinplatte an. Sie nahm noch einmal Maß, bevor sie mit diesem auf die Mitte des vermeintlichen Auslösers einschlug. Sofort als das Ende des Tischbeines die Platte berührte, ließ sie dieses los und ging hinter dem Türrahmen in Deckung.
 
Einen Augenblick, nachdem das Bein den Auslöser berührt hatte, ertönte ein Klicken und bereits ein Lidschlag später zischten vier speerartige Gebilde aus der Decke und regneten auf den Eingangsbereich hernieder. Sie wurden mit einer dermaßen großen Wucht abgefeuert, dass sie sich in den Steinboden bohrten und zitternd darin stecken blieben.
 
„Nun, das hätte wohl jede von uns festgenagelt“, bemerkte Vernita ironisch, bevor sie mithilfe des Tischbeines ein weiteres Mal den Auslöser probierte, um sicherzugehen, dass diese Falle nun entschärft war. Doch bis auf dieses verräterische Klicken geschah nichts weiter. „Das war’s dann wohl, gehen wir. Miandra, leuchte mir den Weg.“
 
Achtlos warf die Elfe das Tischbein zur Seite und betrat anschließend den dunklen Korridor, dicht gefolgt von der schwarzhaarigen Frau, welche ihr den Weg ausleuchtete. Langsam und vorsichtig durchquerten sie den Gang, wobei sie diesen haarklein untersuchten. Und schließlich fanden sie auch noch einen Stolperdraht, welcher dicht oberhalb der Steinplatten quer durch den Flur gespannt worden war, doch diesen entschärfte Vernita nicht. Stattdessen gab sie den anderen die Anweisung, diesen einfach zu übersteigen. Schließlich und endlich erreichten die Gefährtinnen die Treppe, welche relativ steil nach oben führte.
 
„Na, dann schauen wir mal, was uns dort oben noch so alles erwartet, was?“ sagte Vernita noch leise zu Miandra. Sie hatte diese Worte kaum ausgesprochen, da ertönte auch schon wieder wie aus weiter Ferne dieses irre Kichern, welches von überall gleichzeitig zu kommen schien. Gleichzeitig verlöschten die Fackeln am oberen Ende der Treppe.
 
„Offenbar mehr als uns lieb ist“, fügte die Elfe noch augenrollend hinzu.
 
 

Modifié par Aliens Crew, 04 novembre 2011 - 10:29 .


#2290
Kisu

Kisu
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This was bull****.
Ignore it.

Modifié par Kisu, 04 novembre 2011 - 11:17 .


#2291
Kisu

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Sha´ira sprang instinktiv zurück, als der Bolzen durch den Raum zischte. Langsam wurde aus dem Unbehagen Wut. Sie hasste es, wenn Feinde nicht offen kämpften, ihr nicht ins Gesicht sehen und mit Würde untergehen konnten.

Fallen also. Sie versuchten ihnen Steine in den Weg zu legen, sie zu verlangsamen, sie käämpften feige. Und Sha´ira hasste Feigheit vor dem Feind. Zu Hause in der Armee hätten sie einen dafür geköpft, aber das wäre noch milde gewesen.

Unsanft stieß Sie Vernita beiseite . " Ich habe genug . Wollen wir sehen, wer zuletzt lacht ! " sagte sie und ging auf den Schrank zu, welchen sie kurzerhand umlegte und hochhob. Er war lehr, aber nichtsdestotrotz ziemlich schwer, war er doch aus massivem Holz gefertigt. So schnell es eben ging trug sie den Schrank in den Gang hinein und legte ihn quer auf den Boden, damit er ihnen wenigstens ein bisschen Deckung bot.

Über den Rand des Schrankes spähte sie in die Dunkelheit vor ihr, aber sie konnte nichts erkennen, außer die Treppenstufen, die in der Schwärze nach oben verschwanden. Jetzt war die Zeit zum Jagen gekommen. Sie hatte Blut geleckt und Blut würde bald schon fließen.

" Weitergehts ! Wenn ich der Stimme noch nicht alle Gräten im Leib gebrochen habe, wirds langsam Zeit! " sagte sie und winkte den andern ihr nachzufolgen.

#2292
Kaysallie

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Einen kurzen Augenblick starrte Miandra noch auf die Speere, welche sich einfach in den Boden gebohrt hatten, als bestünde dieser nur aus Butter, ehe sie diese passierte und der Elfe folgte. Es war eigentlich nicht all zu verwunderlich, dass sie keine weiteren Fallen abgesehen des Stolperdrahtes fanden, immerhin war die erste Falle bereits recht versteckt und ausgeklügelt gewesen, dennoch ergriffen eine gewisse Unruhe und Unsicherheit immer weiter ihren Körper, je näher sie der Treppe kamen. Schließlich bestätigten sich diese Gefühle auch, als erneut dieses schrille Kichern ertönte und die Fackeln am Treppenende einfach verlöschten, wie bei einem starken Luftzug. Ein Auftritt, der wirklich furchteinflößend war, dennoch war Miandra irgendwie froh, wenigstens den Keller verlassen und in die obere Etage vordringen zu können. Enge Steinwände, noch dazu unter der Erde verbunden mit endloser Dunkelheit riefen nicht gerade ihre Stärken hervor.

Doch ehe sie auch nur einen Fuß auf eine der Stufen setzen konnte, vernahm sie die Worte von Sha´ira und blickte automatisch in deren Richtung. Nur wenige Augenblicke später kam diese rasend in ihre Richtung gesteuert und trug dabei den Massivholzschrank bei sich. Dass die grünhaarige Elfe dabei nur sehr knapp über den Stolperdraht stieg, und dies wohl offenbar mehr aus Glück geschah, ließ Miandras Gesichtsausdruck nur noch unglaubwürdiger werden. So starrte sie einen Augenblick auf Sha´ira, die den Schrank vor der Treppe auf dem Boden platziert hatte, und dahinter in Deckung gegangen war, nur völlig fassungslos an, wobei sie versuchte zu verstehen, was genau die Nevarerin damit bezwecken wollte, doch auch der folgende Satz half ihr dabei nicht wirklich.

Keine zwei Herzschläge später, spürte Miandra wie ihre Verständnislosigkeit in Wut überging, wobei der Ort an welchem sie sich gerade befand, sein übriges tat. Nach und nach verfinsterte sich ihre Miene, wobei ihr Blick gebannt auf die am Boden hockende Sha´ira gerichtet war. Auch die Fackel umklammerte sie immer fester und ihre freie Hand formte sich zu einer Faust, die allmählich zu zittern begann, da sie so sehr versuchte nicht gleich die Beherrschung zu verlieren. Doch sie wusste genau, dass dies nicht der Ort war um auszurasten. Daher verkniff sie sich jeglichen Kommentar, wandte den Blick gezwungener Maßen von Sha´ira wieder ab und sah stattdessen die Treppe empor, um erkennen zu können ob sich ihnen nun irgendetwas näherte. Doch da war nichts außer ewiger Dunkelheit… und auch das Kichern schien vorerst verstummt zu sein.

#2293
Bellandyrs

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Lea hatte Angst - große Angst sogar. Dieses Kichern machte sie schier verrückt. Hatten sie es hier am Ende noch mit Dämonen zu tun? Der von gestern langte ihr eigentlich, noch weitere Begegnungen der unheimlichen Art mußte sie nicht haben.
Aber selbst wenn es nur normale Menschen waren, denen sie bald gegenübertreten würden... sie wären mit ziemlicher Sicherheit in der Unterzahl, und ihre Feinde noch dazu ausgebildete Kämpfer. Sie konnte sich nicht vorstellen, dass sie es mit Anfängern zu tun hatten, dazu war das ganze viel zu ausgeklügelt.

Noch mehr gespannt war sie allerdings, ob sie dieser Eshtá gegenüberstehen würde. Auch wenn sie im Nichts mit Tjark mehr oder weniger ihren Frieden gefunden hatte und wußte, dass sie sich damals lediglich in etwas verrannt hatte, haßte sie diese Frau abgrundtief allein dafür, was sie dem Oberst angetan hatte.

Vorerst war aber weiterhin absolute Vorsicht angesagt, und vor allem mußte sie die Nerven bewahren. Aber sie merkte auch, dass auch die anderen kurz vorm Durchdrehen waren. Sie konnte das Adrenalin und die Anspannung förmlich spüren. Ein wenig verständnislos sah sie zu Sha'ira, als diese mit dem Schrank auftauchte, und hob dabei eine Augenbraue leicht in die Höhe. Was sollte das bringen? Allerdings war sie erstaunt, welche Kraft das Mädchen haben mußte, der Schrank sah relativ massiv aus.

Trotzdem sagte sie weiterhin keinen Ton sondern folgte den anderen.

Modifié par Bellandyrs, 05 novembre 2011 - 04:10 .


#2294
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Vernita wollte sich gerade auf den Weg nach oben begeben, als Sha’ira sie anrempelte und zurück in die Wachstube stapfte. Kurze Zeit später, kam sie mit dem Schrank auf dem Buckel wieder zurück und warf diesen einige Meter vor der Treppe auf den Boden und ging dann anschließend dahinter in Deckung. Verständnislos schüttelte die Elfe den Kopf. So etwas hatte sie noch nie gesehen. Verlor die Nevarrerin jetzt allmählich den Verstand?
 
„Was wird denn das, wenn’s fertig ist?“ fragte sie die Kriegerin und legte dabei den Kopf schief. „Ist das eine gängige Strategie, die ihr im Norden anwendet? Zieht ihr immer mit euren Möbeln in die Schlacht? Scheint mir ein wenig umständlich zu sein. Ich hoffe, du hast jetzt nicht vor, diesen dämlichen Schrank die ganze Zeit mit dir rumzuschleppen, oder?“
 
 

#2295
Kisu

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" Was ich damit will ? " fragte Sh´ira ächzend, wärend sie den Schrank wieder hochob.
" Zerstören! "

Mit aller Kraft warf sie den Schrank die Treppe nach Oben in die Dunkelheit vor ihr. Es polterte und rumpelte, ein dumpfes knacken und quietschen war zu vernehmen, dann war es still.

" Nunja, ich dachte , wenn wir beschossen werden, will ich etwas zwischen mir und dem Schützen haben. Und so ein Schrank ist stabil , wenn auch etwas unhandlich. Immerhin ist jetzt der Weg frei, also immer nach ihnen werte Dame", lachte Sha´ira mit etwas nekendem Unterton.

Offenbar hatte sie mit dem Schrank eine Holztür aufgebrochen , deren Teile nun auf der Treppe lagen. Immerhin hatte sie den Weg freigemacht, wenn auch auf umständliche Art und weise.

#2296
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„Was haben wir nur für ein Glück, dass unsere Feinde bereits wissen, dass wir hier sind, sonst wüssten sie es spätestens jetzt“, bemerkte Vernita sarkastisch, nachdem Sha’ira den Schrank die Treppe hinaufgeschleudert hatte. Obwohl die Elfe erstaunt über die Kräfte der Kriegerin war, welche man dieser zierlichen Person gar nicht ansah, so sehr fehlte ihr jedes Verständnis dafür, wie sich eine Frau ihrer Zunft sich bei einer Mission so sehr gehen lassen konnte. Die grünhaarige Elfe benahm sich ja mehr wie eine Wilde aus der Korcari-Wildnis als wie eine ausgebildete Kriegerin. Wären Zeit und Ort nicht so wirklich unpassend gewesen, so hätte Vernita sie dafür gemaßregelt.
 
„Los! Gehen wir, bevor noch ganz Denerim weiß, dass wir hier sind“, sagte sie stattdessen nur knapp und setzte sich wieder in Bewegung. Mit Miandra im Schlepptau, welche ihr den Weg leuchtete, schlich die Elfe die Treppe hinauf. Diese war nicht sonderlich lang, so dass sie bereits kurze Zeit später auf die ersten Reste des Schrankes trafen, der seinen Wurf nicht überlebt hatte. Mit dem Fuß schob die Elfe die einzelnen Bruchstücke des Möbelstückes zur Seite, um den Weg für sich und ihre Gefährtinnen freizuräumen.
 
Die Tür am oberen Ende der Treppe war durch die Wucht des Aufpralles aufgestoßen worden. Dahinter lag ein unbeleuchteter Raum, der die Frauen mit seiner gähnenden Schwärze zu erwarten schien. Vor dem Eingang hielt Vernita erst einmal inne und starrte in die Finsternis der vor ihr liegenden Kammer hinein. Dort gab es keine Fenster oder Fackeln, welche den Raum erhellten, nur an dessen Ende befand sich ganz offensichtlich eine Tür. Die Elfe konnte dort zumindest ganz deutlich in Bodenhöhe einen schmalen Lichtstreifen erkennen.
 
Sie nickte den anderen zu, bevor sie als Erste den Raum betrat. Ganz langsam und vorsichtig tastete sie sich vor, da Miandras Fackel nur einen kleinen Teil vor ihr erleuchtete. Und kaum hatten alle diese Kammer betreten, da ertönte auch schon wieder dieses hohe Kichern. Die Elfe wandte ruckartig den Kopf, doch konnte sie nicht sehen, woher dieses Gelächter kam. Es schien überall um sie herum zu sein. Dann verstummte die Stimme mit einem Mal. Für einen Moment war es totenstill, bevor sie ein weiteres Klicken vernahmen, gefolgt von einem lauten Rasseln.
 
Vernita kreiselte herum und sah noch, wie hinter ihnen ein Fallgitter heruntersauste, welches in diesem Augenblick krachend auf dem Steinboden aufschlug und ihnen den Rückweg abschnitt. Es dauerte einen Moment, bis der Lärm dieses Aufpralls in der dunklen Kammer verhallte, und es wieder still wurde.
 
„Ich habe da ein ganz mieses Gefühl“, murmelte die Elfe, kurz bevor ein weiteres Klicken ertönte, gefolgt von einem weiteren und dann noch eines bis es schließlich zu einer wahren Symphonie unzähliger Klicks wurde.
 
„Lauft!“ brüllte Vernita plötzlich und spurtete auch schon los, direkt auf den vermeintlichen Ausgang zu. Kurz darauf flogen auch schon die ersten Armbrustbolzen quer durch die dunkle Kammer.
 
 

#2297
SickOfItAll

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Lydia hörte nur das 'Klick' und wusste genauestens, was geschehen würde. unsanft packte sie Sha´iras Hand und riss sie mit sich.
"Bolzenfalle ! " rief sie, aber da schossen schon Pfeile mit einem leisen sirren durch den Raum.
Es war schon schlecht genug, das die Pfeilfalle überhaupt aktiviert wurde. Was die Sache aber ein klein wenig verschärfte, um nicht zusagen diesen Scheiß so richtig tödlich werden ließ, war die unabwendbare Tatsache, das es stockend finster im Kabuff war.

Ob es Glück war, oder ob die Götter ihr einfach nur gewogen waren, weder sie noch Sha´ira wurden getroffen. Sie hörte die Bolzen veobeischießen, einmal so dicht, das sie glaubte, sie hätte den Luftzug im Gesicht gespürt, aber getroffen wurde sie nicht. Vorerst.

#2298
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Die Tür wurde aufgestoßen. Schwungvoll öffnete sie sich, bevor sie gegen die Wand donnerte. Augenblicke später stürmten vier Templer mit gezogenen Waffen und erhobenen Schilden nach und nach in den Raum hinein und verteilten sich in alle Richtungen. Die Schritte ihrer Panzerstiefel hallten dabei laut von dem Marmorboden wider.
 
„Sicher!“ rief der erste von ihnen, bevor er neben der Leiche vor seinen Füßen in die Hocke ging und diese für einen Moment untersuchte. „Doch diese Schwester ist tot, Herr!“
 
„Der Bruder ist auch nicht mehr am Leben!“ fügte der zweite hinzu, während er den enthaupteten Körper Bruder Castillás betrachtete.
 
Der dritte trat vor Neranos und schaute diesem einen Moment ins Gesicht, bevor auch er seine Meldung machte. „Der Kommandant ist ebenfalls hier! Und er lebt noch, Herr!“
 
„Ansonsten ist niemand hier!“ rief der vierte sogleich.
 
Nun ertönten weitere, schwere Schritte auf dem Marmor. Langsam und gemächlich bewegten sie sich auf die Tür zu und dröhnten dabei förmlich in Sengaals Ohren. Gromschlag betrat Sekunden später die Stube und schaute sich sogleich um. Sein Blick wanderte von den am Boden liegenden Neranos über die verstümmelte Leiche Castillás bis hin zu den Überresten Lucias, wo er auch haften blieb. Langsam bewegte sich der Inquisitor auf die tote Frau zu, wobei er sich weiterhin im Zimmer umsah. Dabei fiel sein Blick auf den abgetrennten Kopf des Kirchenverwalters, dessen leblosen Augen ihn vorwurfsvoll anzustarren schienen. Doch dies kümmerte Gromschlag herzlich wenig.
 
„Sieht so aus, als wäre sie erdolcht worden“, murmelte der Zwerg vor sich hin, während er Lucias toten Körper untersuchte. „Ebenso wie dieser Renaldo. Das wird der Ehrwürdigen Mutter sicher nicht gefallen, falls sie sich überhaupt jemals von dem Schock erholen wird, den sie erlitten hat, nachdem sie vom Tod ihres Neffen erfuhr. Und ihr Stellvertreter liegt geköpft in seiner Stube herum und blutet hier munter vor sich hin. Die Führungsspitze dieser Kirche scheint im Moment wirklich einige ziemlich gravierende Probleme zu haben.“
 
Gromschlag grinste bei seinen Worten schief, als er sich umdrehte und ganz langsam auf Neranos zusteuerte. Dabei erkannte Sengaal, dass der Inquisitor alles andere als belustigt war, da sein Grinsen nicht dessen Augen erreichte, welche ihn kalt und hart zu durchbohren schienen.
 
„Und dann haben wir hier noch den lieben Kommandanten der Templer, welcher hier wie gelähmt seelenruhig auf dem Boden sitzt und wohl nur darauf gewartet hat, dass wir ihn finden“, meinte der Inquisitor sarkastisch. Er blieb vor Neranos stehen und musterte diesen eindringlich von oben herab. „Ich denke, wir beide müssen uns dringend miteinander unterhalten.“
 
Dann wandte der Zwerg ruckartig den Kopf in Richtung seiner Untergebenen. „Schafft diesen Mann ohne Umschweife in den Verhörraum! Er wird bis auf weiteres mein Gast sein! Und zwar solange, bis ich entscheide, was mit ihm zu geschehen hat!“
 
___________________________________________________________________________
 
Vernita stürmte durch die dunkle Kammer, als wären alle Erzdämonen Thedas hinter ihr her. Sie fixierte den hellen Lichtstreifen vor ihnen, ihre einzige Möglichkeit diesem tödlichen Bolzenhagel zu entgehen. Deutlich hörte sie hinter sich das Zischen der Geschoße, welche durch die Luft sausten und sich dann in die gegenüberliegende Wand bohrten oder von dieser abprallten und zu Boden fielen. Einer flog ganz knapp an ihrem Helm vorbei, wobei dessen Spitze kratschend an dem Metall ihrer Kopfbedeckung vorbeiratschte.
 
Die Atmung der Elfe beschleunigte sich, während sie ihr Tempo noch weiter anzog und dadurch beinahe in eine Schnappfalle lief, die jemand vor ihr auf dem Boden platziert hatte. Gerade noch rechtzeitig schlug sie einen Haken, wobei sie mit der Fußkante vor die Falle trat, wodurch diese ausgelöst wurde. Mit einem lauten Klacken schnappte diese zu, bevor sie klirrend zur Seite fiel.
 
Und da hatte Vernita die Lichtquelle auch schon erreicht, welche sich als geschlossene Tür entpuppte. Doch anstatt langsamer zu werden, erhöhte sie ihre Geschwindigkeit sogar noch, in der Hoffnung den Durchgang mit ihrer schieren Kraft einfach aufstoßen zu können. Sie hatten nur diesen einen Ausweg. Ansonsten würden sie hier drinnen im Bolzenhagel sterben.
 
Einen Augenlidschlag später hatte sie die Tür erreicht und donnerte auch schon mit ihrem gesamten Gewicht dagegen. Es krachte laut, als das Schloss durch die Wucht dieses heftigen Aufpralls regelrecht aus der Verankerung brach und diese nach außen hin aufschwang.
 
Vernita stolperte über die Türschwelle, geriet ins Wanken und fiel anschließend auf den staubigen Sandboden. Zu groß war ihr Schwung gewesen, so dass sie diesen nicht mehr abfangen konnte. Sie landete unsanft auf ihren Knien, wodurch etwas Staub aufgewirbelt wurde und sie selbst zuerst aufstöhnte und dann leicht zu husten begann. Doch nachdem sie den Kopf hob, blieb ihr dieses direkt im Halse stecken.
 
Die Elfe bemerkte, dass sie sich auf irgendeinem Hof befand, umgeben von Mauern und einigen Gebäuden. Das Licht der aufgegangen Sonne blendete sie so stark, dass sie diese zusammenkniff und erst nach mehreren Sekunden tatsächlich alles wahrnehmen konnte, was sich um sie herum befand. Und ihr kam das alles sehr bekannt vor. Sie war schon einmal hier gewesen…vor so langer Zeit. Dies konnte nur die Residenz des Arls von Denerim sein. Sie hatten ihr Ziel also endlich erreicht.
 
Doch konnte sich Vernita nicht wirklich darüber freuen, denn sie erblickte auch das gute Dutzend (oder waren es mehr) schwer gerüsteter Soldaten, die mit Schwert und Schild bewaffnet in der Mitte des Platzes auf sie warteten. Die Gesichter der Männer waren von Vollhelmen verdeckt, nur ihre Augen stachen wie zwei Blitze aus den Seeschlitzen heraus.
 
Mitten unter diesen Männern stand er. Ein Riese von über zwei Metern. Mit weißen Haaren und fremdartigen Gesichtszügen In seinen Händen hielt er einen mächtigen Zweihänder. Ein Qunari.
 
Weiter hinten standen zudem noch zwei Personen auf einem Flachdach. Die eine war ein bärtiger Mann in einem weiten Kapuzenmantel, die andere eine hagere Frau mit langen Haaren und einer auffälligen Gesichtstätowierung, eindeutig eine Elfe.
 
„Oh, verdammt“, keuchte Vernita, während ihr Blick zwischen diesen beiden Personen und dem Trupp Soldaten hin- und herschwankte.
 

#2299
Bellandyrs

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Lea war den anderen gefolgt, ihr Herz schlug so laut gegen ihre Rippen, dass sie selber ihre Schritte nicht hören konnte. Die Anspannung war so groß, dass ihr schon der Schweiß auf der Stirn stand und ihre Handflächen waren nicht nur feucht, sie waren nass.

Das Klicken, welches die Falle ausgelöst hatte, ließ Leanora die Haare zu Berge stehen. Welches Teufelswerk würde nun auf sie zukommen? Doch gleich darauf hatte sie die Antwort, als die Elfe zu laufen begann und die ersten Bolzen an ihr vorbei zischten. Die Schrecksekunde währte nur kurz, dann rannte sie wie von Furien gehetzt hinter Vernita her. Sie versuchte, den Pfeilen auszuweichen und trat dabei beinahe in die von der Elfe ausgelösten Schnappfalle, aber im letzten Augenblick hatte sie diese doch gesehen und war darüber gesprungen.

Sie hatte den gesprengten Ausgang beinahe erreicht, wollte dem Erbauer schon danken, dass sie diese Hölle gleich hinter sich hatte, als just in dem Moment eines der Geschosse ihre Hüfte streifte. Sie spürte einen stechenden Schmerz, als hätte man ihr ein Stück Fleisch herausgerissen.
"Verdammt" fluchte sie leise und biss sich auf die Lippe, um nicht vor Schmerz aufzuschreien. Es brannte höllisch. Dennoch hastete sie weiter, ihr Gewicht beim Laufen nun auf das rechte Bein verlagert und landete kurz darauf atemlos hinter Vernita.

Lea keuchte und hielt sich die Hand an ihre Hüfte, sie hatte das Gefühl in der Mitte auseinander zu fallen. Als sie diese wieder weg zog, sah sie, dass sie sich nicht getäuscht hatte. Der Bolzen hatte ihr Oberteil durchdrungen und ihr eine relativ tiefe Wunde hinterlassen, die nun blutete. Der Schock ließ sie aber nur das Brennen spüren, nichts weiter, und dennoch überlegte sie fieberhaft, wie sie die Blutung stoppen konnte. Sie merkte, wie etwas warmes die Außenseite ihres Oberschenkels hinunterlief und hatte schon Angst, dass sie sich in die Hosen gemacht hätte. Gewundert hätte sie es nicht, aber ein kurzer Blick sagte ihr, dass es ihr eigenes Blut war, welches sich den Weg zum Boden suchte. Kurzerhand drückte sie ihr Oberteil fest gegen die Wunde, es mußte schließlich irgendwie aufhören zu bluten.

Erst jetzt blinzelte sie gegen die Sonne und wurde sich bewußt, wo sie war. Als Kind hatte sie in diesem Hof gespielt - und jetzt wurden sie von einer halben Armee erwartet. Zumindest hatte sie das Gefühl, von sovielen umzingelt zu sein, allein dieser fremdländische Mann mit den weißen Haaren mußte für ein Dutzend Männer zählen. Angesichts der ausweglosen Situation klappte ihr die Kinnlade nach unten. Jetzt wußte sie, wieso irgendwer zuvor so unverschämt gekichert hat. Sie waren wie Lämmer auf einer Schlachtbank, und alles, was sie bisher unternommen hatten, war im Prinzip nur Zeitverschwendung. Diese Schlacht konnten sie einfach nicht gewinnen.

"Oh, verdammt", wiederholte sie die Worte der Elfe unbewußt. "Der Erbauer steh uns bei" flüsterte sie und dabei mußte sie sich höllisch zusammen reissen, um nicht einfach in Ohnmacht zu fallen.

#2300
SickOfItAll

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Langsam löste sich die Angst, die Anspannung verflog, aber ein unterschwelliges Gefühl blieb in ihrem Magen hängen und beschäftigte sie. Doch dann plötzlich Licht. Luft. Ein Weg war gefunden, Vernita hatte sich durch eine Tür gedrückt und sie waren wieder an der Oberfläche. Das Licht blendete sie zuerst, als sie an Vernita vorbeigestolpert kam, aber als sich ihre Augen daran gewöhnt hatten, erkannte sie, was sie da eigentlich erwartete.

" Nicht ... schonwieder... muss das .... DAS denn wirklich sein ?! " stöhnte sie auf und griff nach ihrem Bogen. Sie befanden sich in einem Innenhof, warscheinlich dem des Schlosses von Denerim. Und der Hof war voller Soldaten. Und just in dem Moment platzten sie herein.

" Das hat uns ja grade noch gefehlt. " brummte sie und griff nach einem Pfeil. Aus der Angst und der Anspannung, der Furcht vor dem unsichtbaren war eine gelassene Gewissheit geworden. Sie würden hier sterben. Aber wenn sie sterben würden, dann nicht alleine. Zu allem Überfluss war Leanora verletzt. Ein Bolzen aus der Falle hatte sie am Bein getroffen und sie selbst war im Begriff onmächtig zu werden.

" Den Tot als Gewissheit ? " sagte sie und reichte Vernita eine Hand.
" Geringe Aussichten auf Erfolg ? " sie half Vernita auf die Beine .

" Worauf warten wir noch ? " Sie drehte sich um, spannte ihren Bogen und feuerte den ersten Pfeil auf die Soldaten. Wenn sie jetzt schon das Zeitliche segnen würden, dann aber mit Anstand. Immerhin würde sie nicht alleine sterben.