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Die freie Wildnis von Ferelden (Dragon Age RP)


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#2301
Aliens Crew

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Vernita ergriff Lydias Hand und ließ sich von dieser aufhelfen, wobei sie selbst den größten Beitrag dazu leistete. Ansonsten hätte sie das Mädchen wohl aufgrund ihres Gewichtes einfach zu sich heruntergezogen. Nachdem die Elfe wieder auf ihren Füßen stand, griff Lydia zu ihrem Bogen und feuerte einen Pfeil auf einen der Soldaten ab. Doch dieser hob einfach seinen Schild, womit er den Angriff des Mädchens gekonnt abblockte. Wie ein Mahnmal blieb der Pfeil in dem Schild stecken.
 
Nun hob der Qunari sein riesiges Schwert und brüllte einen Angriffsbefehl. Daraufhin setzte der Trupp sich in Bewegung. Dabei blieben sie in Formation und marschierten wie eine Wand im Gleichschritt auf Vernita und ihre Gefährtinnen zu. Mit ihren Schilden bildeten sie eine Art Schutzwall, während sie ihre Schwerter zum Zustoßen anhoben. Dies waren keine schlecht ausgebildeten Wachen, sondern professionelle Soldaten. Es würde ein harter Kampf werden.
 
Der Blick der Elfe löste sich von den näherkommenden Feinden und richtete sich auf die beiden Personen auf dem Dach dahinter. Die Frau hatte inzwischen mit einem Bogen angelegt und zielte damit genau in ihre Richtung.
 
„Runter!“ brüllte Vernita und stürzte sich direkt auf Lydia. Sie riss das Mädchen von den Füßen und polterte mit ihr auf den sandigen Boden, wo sie etwas Staub aufwirbelten. Einen Augenlidschlag später surrte der Pfeil über die beiden hinweg und bohrte sich in die aufgestoßene Tür hinter ihnen. Die Elfe atmete einmal tief durch, bevor sie von Lydia herunterstieg, auf dessen Seite sie gelandet war und anfing in ihrer Tasche zu kramen.
 
„Hier! Nimm das und wirf es auf den Boden!“ sagte die Elfe mit fester Stimme und gab Lydia dabei zwei der Fläschchen, welche das Mädchen ihr vor einiger Zeit mitgebracht hatte. „Damit schaffen wir einen Schutzwall vor dieser Elfenschlampe, bevor die uns noch eine nach der anderen niederschießt!“
 
Vernita sprang wieder auf, selbst eine der Flaschen in Händen haltend, welche sie direkt vor sich auf die Erde schleuderte. Das Gefäß zerschellte und zur selben Zeit stiegen dichte schwarze Rauchwolken vor den Füßen der Elfe empor. Doch da war Vernita auch schon verschwunden und eine zweite Flasche zerbarst auf der Erde…dann noch eine dritte.
 
Innerhalb weniger Augenblicke wurde der halbe Innenhof von dunklen, fast schwarzen Rauchwolken eingehüllt, welche die Sicht auf wenige Meter reduzierte. Nun würde sich entscheiden, wer die besseren Ohren hatte. Und Vernita hatte verflucht gute Ohren. Deutlich hörte sie das Scheppern der Rüstungen der näherkommenden Soldaten, so dass sich ein breites Grinsen auf ihre Lippen legte, während sie die richtigen Überraschungen aus ihrem Beutel kramte…die mit dem feurigen Finale. Mit einer Brandbombe in der linken und einem Schwert in der rechten Hand, stürmte sie fast lautlos in einem Bogen durch die Rauchschwaden auf ihre Feinde zu. Die würden schon feststellen, wie eine Veteranin wie sie ihre Schlachten schlug…und überlebte.
 
 

#2302
Kaysallie

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Erneut ertönte das Gelächter und nur wenige Zeit später wurde Miandra klar, was derjenige dem diese Stimme gehörte wohl so amüsant fand. Kaum hatte sich Vernita ein wenig in den Raum vorgewagt, hörten sie alle es.

Klick!

Die folgenden Momente zogen an Miandra in rasender Geschwindigkeit vorbei, so schnell dass ihr Verstand sie nicht mehr erfassen konnte und ihre einzige Handlung von Vernitas letztem Wort gesteuert wurde. ‚Lauft!‘

Ob sie es auch getan hätte, wenn die Elfe es nicht gesagt hätte? Oder wäre sie in einem vom Schock kontrollierten Zustand stehen geblieben? Vielleicht.

Doch so schnell die Momente an ihr vorbeirasten, so langsam erreichten sie ihren Geist. Sie spürte förmlich wie Bolzen nahe an ihrem Gesicht und Körper vorbeirasten und sie nur wenige Millimeter von ihrem Ende entfernt war. Sie hörte wie die schnellen Schritte von ihr und den anderen ein klapperndes Geräusch von sich gaben, als würde jeder Schritt den Boden unter ihnen zum Erbeben bringen. Sie fühlte, dass die Fackel ihrer Hand entglitt und leise scheppernd zu Boden fiel, um sich nun schneller fortbewegen zu können. Sie vernahm einen gepressten Fluch der blonden Frau, doch alles was sie im Blickfeld hatte und immer vor sich sah, war der schmale helle Lichtstreifen. Das einzig mögliche Ziel.

Eine Falle.

Worte die Miandras Verstand erst realisierte, als sie alle an einem scheinbaren Hinterhof angekommen waren, als ihre Augen nicht mehr von dem plötzlichen Umschwung des Lichtes geblendet wurden und sie das glänzende Metall von unzähligen Rüstungen sah, sowie einen Riesen der diese anzuführen schien. Erst als Miandras Blick unbewusst dem der Elfe folgte, sah sie auch noch zwei weitere Personen die auf einem Flachdach standen. Einer von ihnen eingehüllt in hochwertigem Stoff, sowie eine Bogenschützin die einen Pfeil in der Sehne gespannt hatte und in ihre Richtung zielte.

Hätte ihr Puls nicht bereits so gerast aufgrund dieses Sprints, den sie gerade alle zurückgelegt hatten, so hätte Miandra wohl geglaubt ihr Herzschlag wäre aus- und die Zeit stehengeblieben.

Es waren zu viele. Und es gab keinen Ausweg. Für einen kurzen Augenblick fühlte sie sich ihrer Zeit zurückversetzt, als sie den Laden dieses Schneiders verlassen hatte zusammen mit diesem anhänglichen Elfen und sie genauso wie gerade eben von der Stadtwache umzingelt wurden. Mörder wurden sie genannt, von einer Frau die doch keinerlei Ahnung hatte. Festgenommen wurden sie… um einen schmerzhaften Tod in den dreckigen Mauern eines Gefängnisses zu sterben. So wie es Mördern eben gebührte.

Würde es jetzt wieder so kommen? Würde man sie festnehmen? Natürlich würden sie das… es gab Kopfgelder für jeden von ihnen, nur ein Narr würde ihnen hier einen schnellen Tod gönnen.

Doch kaum hatte sie diese Gedanken zu Ende gedacht, passierten Dinge, die den heutigen Tag von jenem an dem sie nach Fort Drakon gebracht wurde unterschieden. Lydia feuerte einen Pfeil ab und die gepanzerten Männer rückten auf Befehl des Riesens weiter vor, wie die Bauern in einem Schachspiel. Die Königin feuerte ebenfalls einen Pfeil ab und ging in Angriff über, und zwei Bauern ihrer Seite fielen in den Dreck, wie einfache Figuren aus Holz.

Miandra selbst blieb stehen. Sie zuckte nicht einmal, als der Pfeil an ihr vorbeiraste und sich in die aufgeschwungene Tür hinter sich bohrte. Wozu Widerstand leisten…

Dies war kein Schachspiel… Es gab keinen König, den man schlachten konnte, denn jeder einzelne von ihnen war eine Bedrohung. Jeder musste ausgeschaltet werden um zu siegen. Es gab keinen Ausgleich der Anzahl beider Seiten von Anfang an. Es war kein Spiel, bei dem man Regeln befolgen musste. Es war Realität. Und die Realität war nicht gerecht…

Doch mit einem Mal änderte sich alles. Schwarze Rauchwolken vernebelten plötzlich ihre Sicht, als wäre gerade die Nacht hereingebrochen und jeglicher Sonnenstrahl verschluckt worden. Der kratzige Geruch dieses Nebels stieg Miandra in die Nase, doch sie würde deswegen nicht husten. Stattdessen legte sich ein Grinsen auf ihre Lippen, während sie die Dolche so langsam aus deren Scheiden zog, dass diese keinen Laut von sich gaben.

Allerdings konnte man sie sich gerecht machen.

Ja, mit diesen Worten im Kopfe bewegte sie sich Schritt für Schritt zur Seite. Langsam, und vorsichtig. Sie durfte nicht an derselben Stelle stehen bleiben, denn dies wäre ihr Ende gewesen. Ein Ende welches nun nicht mehr akzeptabel gewesen wäre. Miandras Motivationen waren von einem Schlag auf den anderen umgeschwenkt. Dieser Tag war nicht wie jener an dem sie festgenommen wurde. Heute würden sie sich nicht fügen.

Und da war es. Das erste Geräusch. Nur kurz darauf erkannte sie schemenhaft in dem schwarzen Nebel eine Silhouette. Die Statur war die eines Mannes, das Geräusch das einer Rüstung. Doch sie wagte sich nicht weiter vor, sondern verharrte in der Position. Zumindest vorerst. War dieser Mann von der Gruppe abgekommen? Andernfalls wäre es töricht von ihr gewesen näher an ihn heranzuschleichen. Er trug eine Rüstung von Kopf bis Fuß, so wie all die anderen, und sie selbst? Garnichts! Nein, sie würde warten, auf der Lauer bleiben wie eine Raubkatze… wartend auf den Moment der Ablenkung.

Und Miandra war sich sicher, dass dieser kommen würde. Ein Gedanke, der ihr Grinsen noch breiter werden ließ.

Modifié par Kaysallie, 24 novembre 2011 - 12:05 .


#2303
Bellandyrs

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Vergessen war der Schmerz, als Lydia einen Pfeil in die Menge schoß. Am liebsten wäre Leanora zu dem Mädchen hin und hätte es geschüttelt. Als wäre genau diese Aktion der Befehl zum Kampf gewesen, kamen die Soldaten nun auf sie zu, und ehe Leanora sichs versah, flog auch ein Pfeil von der gegnerischen Seite an ihnen vorbei. Sie blinzelte und sah die Bogenschützen auf den Dächern gegenüber.

Trotzdem saß ihr der Schreck so in den Knochen, dass sie sich kein Stück bewegte. Kämpfen wäre ohnehin sinnlos, bei sovielen Gegnern. Mutlos ließ sie ihr Schwert sinken und wartete auf den sicheren Tod.

Doch plötzlich entstand kurz neben ihr eine Rauchsäule, eine weitere einige Schritte weiter vorne, und bald waren sie in einem schützenden Kreis, welcher den Gegnern die Sicht erschwerte. Ihnen zwar auch, aber dass sie sich gegenseitig verletzten war eher unwahrscheinlich. Man mußte nur auf das Klappern der Rüstungen hören um den Gegner zu finden.

Ein kleiner Hoffnungsschimmer überkam Leanora. Vielleicht hatten sie ja doch eine Chance... aber nur vielleicht. Entschlossen hob sie ihre Waffe wieder hoch, suchte sich einen günstigen Platz und wartete auf ihr erstes Opfer.

Modifié par Bellandyrs, 24 novembre 2011 - 07:58 .


#2304
Kisu

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Soldaten.

Gut ausgebildete Soldaten. Sha´ira hatte schon oft gegen reguläre, gut ausgebildete Infanterie gekämpft, aber dashier war etwas anderes. Sie waren in einem schlossartigen Innenhof, sie hatten keine Möglichkeit großartig zu fliehen oder auszuweichen, sie mussten wohl oder übel kämpfen.

Plötzlich knallte es und der Hof füllte sich mit dichtem, dunklen Rauch. Die Bogenschützen wären so zwar zeitweise ausgeschaltet, aber ein Trupp Eliteinfanteristen war sicherlich auf soetwas trainiert.

Jetzt war es an der Zeit ihren inneren Dämon zu befreien. Flink zog sie eine ihrer Gleven, griff die Klinge und zog kräftig daran. Blut tropfte auf den Boden unter ihr und zischte und blubberte, ihre Klinge begann zu dampfen und die Verzierungen darauf glühten auf.

Der Nebel um sie herum schien durchscheinend zu werden, die Welt an Farbe zu verlieren und alles erschien wie durch ein Fischauge betrachtet. Plötzlich waren die Soldaten gut zu sehen. Eine dicht gedrängte Schildwallformation, die sich zielstrebig auf die Gruppe zubewegte. Genug, um ihre Blutlust zu befriedigen. Für den Augenblick.

Mit leisen Schritten lief sie nach rechts , um den Soldaten in die Flanke fallen zu können und hoffte, das der Nebel sie lange genug verbergen würde. Jetzt kannte sie keine Furcht, jetzt kannte sie nur Blutlust und Mord.

#2305
Aliens Crew

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Vernita erreichte ihr Ziel innerhalb weniger Augenblicke. In den Rauschschwaden vor ihr tauchte plötzlich der erste der Soldaten auf, welcher die rechte Flanke des Trupps bildete. Er hielt seinen Schild vor sich und das Schwert zum Stoß erhoben, womit er seine rechte Seite offen legte, die nun direkt vor Elfe lag, welche die Front dieses Vormarsches umgangen hatte. Und sie wusste genau, was jetzt zu tun war. Denn sie war eine Kämpferin, eine eiskalte Killerin, die jede Rüstung kannte, vor allem deren Schwachstellen.
 
Aus dem Lauf heraus stieß sie mit dem Kurzschwert in die Seite des Soldaten, direkt zwischen die beiden Rüstungsplatten, welche die Brust und den Rücken des Mannes schützen sollten. Tief drang die Waffe in den Brustkorb ihres Gegners ein, welcher noch den Kopf in ihre Richtung gedreht hatte und nun erstickt aufstöhnte. Kurz darauf sackte der Mann auch schon zusammen. Gleichzeitig wurde just in diesem Moment sein Kamerad neben ihm auf die Elfe aufmerksam und wandte sich zu dieser um, wobei er mit seinem Langschwert ausholte und diese damit attackierte.
 
Vernita, welche ihre Waffe schon wieder aus ihrem ersten Opfer herausgezogen hatte, hob ihr Kurzschwert und blockte damit diesen Angriff dicht über ihrem Kopf ab. Im selben Moment schleuderte sie ihren Brandsatz an ihrem neuen Gegner vorbei auf die Schlachtreihe zu, die inzwischen ungebremst weitermarschiert war. Das Gefäß landete schließlich hinter den Soldaten, wo es zerschellte, und eine feurige Explosion erfasste die Männer. Und dieses Zeug war teuflisch. Es brannte heißer als jede Fackel oder Lagerfeuer, legte sich wie ein Film auf die Rüstungen der Soldaten und fraß sich einfach durch diese hindurch, bis sie das Fleisch und die Knochen seiner Opfer erfasste und verschlang.
 
Das Brüllen und Kreischen der Betroffenen ließ Vernita grinsen, während sie das, zum Stillstand gebrachte, Schwert ihres neuen Feindes mit einem kräftigen Ruck von sich stieß. Doch anstatt diesen kampfbereiten Mann zu attackieren und sich auf einen Zweikampf mit diesem einzulassen, schlug sie einen linken Haken und verschwand wie der Blitz zurück in die dunklen Rauchwolken. Angriff und Rückzug. Das war die Antwort auf die Frage, wie dieser Kampf zu gewinnen war.
 
Sie lief in einem Bogen, um ein weiteres Mal die Front ihrer Feinde zu erreichen, eine weitere Brandbombe bereits in der Hand. Als sie die Soldaten vor sich hören konnte, wie sie brüllten und schrien und den Befahl bekamen, die Formation zu halten, ließ sie ihre tödliche Ladung ein zweites Mal auf diese niederprasseln. Während das Fläschchen noch durch die Luft flog, zog sie auch schon ihr zweites Schwert.
 
Die Flasche landete diesmal hinter der linken Flanke, wo es ebenso verheerende Schäden anrichtete wie schon zuvor das erste. Das Feuer erfasste gleich mehrere der Soldaten und versengte sie zu einer schrumpeligen schwarzen Masse. Die Elfe selbst hatte inzwischen den Trupp vor sich erreicht und preschte wie ein Berserker einfach zwischen zwei ihrer Feinde hindurch. Dabei hatte hielt sie ihre Waffen wie eine zweite Haut an ihren angewinkelten Armen und ließ deren scharfen Klingen über die Körper ihrer Feinde fahren. Dem rechten schlitze sie damit dessen Hals zwischen Helm und Rüstung auf, während sie bei seinem Kameraden auf der anderen Seite nur über dessen Schulterpanzer ratschte, was ein kratschendes Geräusch erzeugte.
 
Doch bevor einer der Männer etwas hätte tun können, war die Elfe auch schon wieder im Dunkel der Rauchwolken verschwunden, obwohl einige die Verfolgung aufnahmen. Der Plan also war aufgegangen, die Schlachtformation gebrochen und ihre Feinde angreifbar. Nun konnte das Gemetzel beginnen.
 

#2306
Kaysallie

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Und da war es!

Ein helles Aufleuchten, das wie roter Donner schemenhaft durch die dunkle Nebelfront flackerte, krachende und scheppernde Laute begleiteten es nur kurz darauf. Der Moment der Ablenkung.

Auch wenn diese scheinbare Explosion nur kurz anhielt, so zögerte Miandra nicht länger. Kaum war der Laut ertönt und das Phänomen, welches tatsächlich an ein Trockengewitter erinnerte, erkennbar, trieb sie ihre Zehenspitzen tiefer in den harten Boden, um sich sofort darauf von diesem abzudrücken. Nun kam es nur darauf an schnell zu sein, alles andere war unwichtig.

Nur wenige hastige Schritte benötigte sie, um den Schatten zu erreichen, den sie im Visier hatte. Es war tatsächlich einer der Soldaten, welcher ihr den Rücken zugewandt hatte, sein Blick war in jene Richtung gerichtet aus welcher viele qualvolle Schmerzensschreie ertönten. Miandra wusste nicht, wieso er hier stand und nicht bei der restlichen Gruppe. Hatte er den Befehl verweigert? Oder hatte er in der Dunkelheit die Orientierung verloren? Oder…

Es war nicht mehr die Zeit um sich diese Frage zu stellen.

Kurz bevor sie ihn erreicht hatte, ließ sie sich auf den Boden fallen, wobei sie sich mit aller Kraft an ihren Armen abstützte. Genau in diesem Moment musste er sie bemerkt haben und wandte sich in ihre Richtung um. Doch ehe er mehr als das tun konnte, hatte sie ihre Beine unter seinen Füßen, durch eine schnelle Drehung ihrer unteren Körperhälfte, durchgezogen. Dabei drückte sich zwar das harte Metall seiner Stiefel durch den hageren Stoff mit dem sie nur bekleidet war, was doch schmerzhafter als erwartet war, doch das war für den Moment nicht wichtig. Das einzig wichtige war, dass er damit nicht gerechnet hatte. Seine Füße wurden regelrecht vom Boden abgehoben und er kippte, unfähig sein Gleichgewicht in der schweren Rüstung noch halten zu können, rückwärts zu Boden.

Miandra hatte indes ihre Beine schnell zurückgezogen, um nicht von ihm eingeklemmt zu werden, bevor sie sich schnell aufrichtete, sich auf den am Boden liegenden Mann stürzte und ihm dabei einen der Dolche, mit beiden Händen, von oben direkt durch das Metall rammte, welches seine Kehle schützen sollte. Dabei legte sie ihr gesamtes Körpergewicht in diesen einen Stich, wobei die Schärfe ihrer Klinge sein Übriges tat. Das Metall gab nach, und sie vernahm das gewünschte Röcheln des Mannes, auf dem sie nun fast schon drauf lag, wobei sich ihr Ohr knapp über seinem vom Helm geschützten Gesicht befand, auf welches einige schwarze Haarsträhnen gefallen waren. Nur kurze Zeit später spürte sie, selbst durch dieses kalte Metall, dass der Körper unter ihr gerade sein Leben ausgehaucht hatte und jegliche Verkrampfung verschwand. Nur zwei Lidschläge länger blieb sie noch in dieser Position, wobei sie keuchend nach Luft schnappte. Diesen Riesen zu Fall zu bringen und zu erstechen hatte viel Kraft gekostet… doch es war die einzige Möglichkeit gewesen die sie hatte. Aber nun durfte sie nicht mehr länger hier verweilen.

Mit diesem Gedanken setzte sie sich auf und zog den Dolch aus der frischen Metallleiche heraus, wobei dieser ein kratzendes Geräusch von sich gab, als die Klinge erneut an dem durchstoßenen Metall streifte. Blut floss sofort in Strömen aus der Wunde, doch das kümmerte Miandra nicht länger, denn war sie schon dabei aufzustehen, als sie plötzlich… ein Geräusch vernahm!

Schnell wandte sie sich, noch immer halb über der Leiche stehend, um und sah einen weiteren Soldaten auf sich zustürmen. Seine Rüstung gab einen gleichmäßigen scheppernden Laut von sich, doch aufgrund der vielen Schreie aus dem Hintergrund konnte er sich ihr wohl unbemerkt nähern… zumindest bis jetzt.

Doch leider war es jetzt zu spät.

Er holte bereits zum Schlag mit seinem Langschwert aus, viel zu schnell kam der Angriff um ihn noch abwehren zu können. Dennoch versuchte Miandra dies aus Reflex mit dem blutigen Dolch den sie noch in Händen hielt. Doch der Schlag war zu wuchtig, wodurch ihr der Dolch regelrecht aus der Hand geschlagen wurde. Er vermied das Schlimmste denn nur knapp entging sie deswegen der Klinge des Langschwertes.

Doch der Soldat setzte sofort mit seinem Schild nach, der sie stattdessen mit voller Wucht am gesamten linken Arm traf, welcher gegen ihre linke Körperhälfte gedrückt und sie selbst von der enormen Kraft dieses Schlages seitlich zu Boden geschleudert wurde.

Einen Schmerzensschrei konnte sie nicht unterdrücken, denn dafür waren diese viel zu groß. Es fühlte sich an, als wäre ihr gesamter Armknochen mit einem Mal in tausend Einzelteile zerbrochen, als wäre er taub und gleichzeitig mit drückenden Schmerzen durchzogen. Oder kamen diese von den Metallspitzen des Schildes, die sich tief in ihre Haut gebohrt hatten? Sie wusste es nicht. Sie wusste nicht ob ihr Arm nun gebrochen, zerbrochen, taub oder nur geprellt war. Sie wusste nur... dass die Schmerzen unerträglich waren und dass sie nun, unfähig etwas zu tun, auf dem Boden fast direkt neben einer Leiche lag und dieser Mann nun nur noch zustechen, oder sie an den Haaren packen und aus diesem Nebel hier heraus zu schleifen, brauchte.

Genau in diesem Moment, indem ihr klar wurde, dass sie dieses Spiel verloren hatte, vernahm ihr von Schmerzenstränen verschwommener Blick ein weiteres Mal dieses schemenhafte Leuchten, welches durch den dunklen Rauch für wenige Herzschläge erkennbar war. Das darauf folgende Brüllen und Kreischen hallte in ihren Ohren, doch am deutlichsten konnte sie die Panzerstiefel hören… die langsam immer näher kamen.

Modifié par Kaysallie, 27 novembre 2011 - 10:34 .


#2307
Bellandyrs

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Leanora mußte nicht lange warten, denn die Angriffe Vernitas lockten die einen oder andern Kämpfer an. Die Elfe stürmte jedoch wieder hinaus ins Getümmel, jeweils von anderen Seiten. Lea war das gerade recht, sie stand in der Nähe einer Rauchsäule, so dass sie durch den Nebel kaum gesehen wurde, und nutzte diese Postition, um die Verfolger zur Strecke zu bringen. So mußte sie sich nicht stark bewegen, was sie ohnehin nicht gekonnt hätte. Ihre Augen tränten, ob das nun vom Schmerz kam oder vom Nebel, konnte sie allerdings nicht sagen. Es war ihr auch egal, ihre Konzentration lag ganz auf der Ausführung ihrer Schläge.

Hier war kein elegantes Fechten angesagt, diese Zeit hatten sie nicht. Nur präzise, tödliche Stiche und Hiebe durfte sie setzen, sonst wäre der Vorteil schnell dahin. Also konzentrierte sie sich und brachte innerhalb kurzer Zeit zwei der verirrten Verfolger zu Fall. Sie attackierte gerade den dritten, als sie Miandras Schmerzensschrei vernahm, der von ihrer linken Seite aus hörbar war.

Sie führte das Schwert mit beiden Händen, holte aus und die Waffe sauste mit ungebremsten Schwung seitlich an den Rumpf, genau da, wo die Rüstung nur durch Lederbänder gehalten wurde. Der Soldat knickte ein, ließ reflexartig seine Waffe fallen, um seine Hüfte zu schützen, und das nutzte sie, um ihn mit einem letzten Hieb tödlich zu treffen. Ihr Schwert bohrte sich unterhalb des Brustkastens tief in den Körper, von wo sie es mit einem Ruck nach unten wieder herauszog. Sie hatten ihrem Gegner dadurch massive innere Blutungen verursacht, der Gestank, der von der Wunde sofort ausging, ließ sie auf einen perforierten Darm schließen. Das würde der Kerl sicher nicht überleben.

Hurtig machte sie sich auf den Weg, aus welchem Miandras Schrei kam, und sie wünschte sich Pfeil und Bogen herbei. Auch wenn sie nicht viel sehen konnte, aber sobald ein Gegner in Sichtweite war, würde sie diesen mit absoluter Sicherheit treffen. Damals hatte ihr Vater sie gelobt, da sie aus relativ großer Entfernung Enten vom Himmel holte oder auch wilde Kaninchen zu Fall brachte.

Und irgendwie war sie hier auch auf der Jagd. Auf der Jagd nach den Leuten, die ihr Leben so drastisch verändert hatten. Wut und Hass loderte in ihrem innersten, als sie Miandra auf dem Boden liegen sah, scheinbar hilflos, der Angreifer nur noch wenige Schritte entfernt. Leanora streckte ihre Arme vor, ihr Schwert stand nun waagrecht wie eine kleine Lanze von ihr weg, und sie rannte mit voller Wucht auf den Mann zu. Kein Klirren oder Scheppern einer Rüstung verriet sie, als sie ihm die Waffe in den Rücken bohrte. Als ihre Klinge auf Widerstand stieß, versetzte sie sich zwar einen Magenschuber, der sie beinahe zurückgeworfen hätte, aber das hielt sie nicht auf. Lediglich ein leises "hmpf" entfuhr ihr, als ihr Bauch auf den Schwertknauf traf. Schnell trat sie zwei Schritte zurück und riss damit die Waffe aus dem Soldaten.

Dieser hielt inne, schrie vor Schmerz auf, und drehte sich um. Lea gefror beinahe das Blut in den Adern. Erstens war dieser Mann ziemlich groß und massiv, und zudem hatte er einen Schild zum Schutz dabei. Sie wußte nicht, wie schwer sie ihn getroffen hatte, Vielleicht hatte auch ein starkes Leder oder Metallring ihren Stoß gebremst. Jedenfalls hatte sie ihr erstes Ziel erreicht: er ließ von Miandra ab und hatte sie, Leanora, als neues Opfer auserkoren.

Es kam ihr vor, als wäre die Zeit angehalten, als sich der Kerl umdrehte und mit langsamen Schritten auf sie zukam. Genauso langsam ging sie Schritt für Schritt rückwärts, überlegend, wo eine Schwachstelle in der Rüstung des Mannes zu finden war. Wenn sie diese nicht schnell ausfindig machte, hatte ihr letztes Stündlein nun geschlagen.

Modifié par Bellandyrs, 27 novembre 2011 - 06:19 .


#2308
Kaysallie

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Warum dauerte es so lange? Minuten schienen schon vergangen zu sein, doch der Soldat war noch immer nicht bei ihr angekommen, hatte ihr noch immer keinen tödlichen Stoß versetzt. Ging er etwa nur auf und ab? Genoss er es sie so am Boden liegen zu sehen? Oder bildete sie sich all das nur ein? Kamen ihr ihre letzten Sekunden vielleicht nur so endlos lange vor?

Doch plötzlich unterbrach ein tiefer Schrei Miandras Gedanken, wodurch sie ihre gerade noch krampfhaft geschlossenen Augen aufriss. Ohne den Kopf heben zu müssen sah sie schemenhaft und verschwommen in der Dunkelheit dass sich der Soldat umgewandt hatte, als würde er ein anderes Ziel verfolgen. Doch das war nicht alles. Sie konnte Blut sehen, welches aus seinem Rücken heraus an seiner glatten Rüstung hinab lief und auf den Boden tropfte.

Miandra fragte sich nicht was hier vor sich ging, doch scheinbar brach dieser Hüne erst zusammen wenn er seinen Mörder mit in den Tod reißen konnte. Wer sein Mörder und damit ihr Retter war, war für den Moment nicht von Bedeutung. Es ging nur darum, dass sich ihr eine Möglichkeit geöffnet hatte, die es zu Nutzen galt. Dieser Mann hatte sie fast kampfunfähig gemacht und deswegen musste er nun sterben, bevor er dies bei noch jemand anderes von ihrer kleinen Gruppe anrichten konnte.

So biss sie die Zähne zusammen und versuchte die Schmerzen ihres linken Armes, sowie ihres mittlerweile gesamten linken Oberkörpers zu ignorieren. Schwerfällig versuchte sie sich aufzurichten, wobei sie ihren rechten Arm als Stütze verwendete. Als sie es schließlich schaffte auf die Beine zu kommen, blieb sie nur kurz keuchend stehen, da sich für den Moment alles zu drehen schien. Doch als sie den Soldaten, der sich ihr schon einige Schritte entfernt hatte, wieder etwas deutlicher wahrnehmen konnte, zog sie den zweiten Dolch aus dessen Scheide. Den anderen jetzt zu suchen wäre reine Zeitverschwendung gewesen.

Nun galt es eine der wenigen Schwachstellen dieser massiven Rüstung zu ihrem Vorteil zu nutzen. Der Bereich zwischen Brustpanzer und Helm, der Genitalbereich und die Achseln. Diese Stellen wurden in der Regel weiterhin mit Kettenpanzern geschützt, da diese mehr Bewegungsfreiheit boten.

Mit diesen Stellen im Gedächtnis setzte sie sich so schnell es ihr möglich war in Bewegung, wobei ihr linker Arm schlaff herunterhing. Blut von den vielen kleineren Fleischwunden, die sie von den Metallspitzen des Schildes davongetragen hatte, saugte sich bereits in ihre Kleidung, ließ diese an ihrer Haut kleben, und tropfte an ihren Fingerspitzen hinab. Wahrscheinlich ließ dieses Bild ihre Verletzung noch schwerwiegender erscheinen als sie ohnehin schon war. Mit der rechten Hand umklammerte sie den Griff des Dolches fester als nötig. Diese Schmerzen… sie durfte nicht daran denken. Nicht jetzt wo sie den Mann fast erreicht hatte.

„Hey du Arsch!“ sagte sie mit ernster, wenn auch schmerzverzerrter Stimme. Der Soldat reagierte und wollte sich gerade umdrehen, da trieb sie ihm den Dolch jedoch bereits von unten zwischen sein rechtes Bein und seinen Genitalbereich. Deutlich konnte man hören wie der Kettenschutz von dem Dolch durchstoßen wurde. Miandra war ein weiteres Mal froh, diese ausgezeichneten Klingen damals dem Zwilling abgenommen zu haben. Wer außer ein kranker Söldner wusste schon besser woher man gute Waffen bekam?

Der Soldat schrie sofort qualvoll auf und ließ aufgrund der schrecklichen Schmerzen, die wohl nun seinen Körper erfassten, sein Schwert sowie den Schild zu Boden fallen. Der Dolch war gerade mal bis zur Hälfte in ihn eingedrungen. Dies reichte nur um ihn weiter zu Schwächen, doch sterben würde er davon nicht sofort. Jedoch wäre sie niemals an seine Kehle herangekommen ohne ihn vorher auf den Boden zu befördern.

Und dieser Mann war selbst ohne seine Waffen eine Bedrohung. Wut über die baldige Niederlage durchströmte nun seinen Körper noch mehr als zuvor und er holte rasend mit seinem gepanzerten Arm aus, wodurch er Miandra ein weiteres Mal auf den Boden beförderte. Dass der Dolch dabei noch immer zwischen seinen Beinen steckte schien ihn nicht einmal zu kümmern. Es war als hätte ihn der Treffer noch stärker gemacht… wie einen Berserker. Vergessen waren offenbar seine Befehle und Prinzipien. Er wollte seine Feinde mit in den Tod nehmen, koste es was es wolle! Und so bückte er sich seitlich um nach seinem verlorenen Schwert zu greifen.

Miandra selbst blieb keuchend auf dem Boden liegen, wobei sie mit der rechten Hand ihren Arm umklammerte. Seine flache Panzerhand hatte sie genau an dem ohnehin lädierten Arm getroffen. Schmerzen die für den Moment nicht mehr wegzudenken waren. Sie hoffte nur noch, dass sie für genug Ablenkung gesorgt hatte… und wenn nicht… dann würden wenigstens diese elenden Schmerzen ein Ende haben…

Modifié par Kaysallie, 27 novembre 2011 - 10:10 .


#2309
Kisu

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Sha´ira hatte einen Soldaten erreicht, welcher sich etwas abseits seiner Kameraden durch den Nebel schlug. Er schien etwas orientierungslos zu sein, hielt aber halbwegs gerade auf Leanora und Miandra zu und zeigte Sha´ira somit seinen Rücken.
Die zwhn Schritt die er entfernt war, rannte sie auf ihn zu und stieß ihm aus dem Lauf ihre Gleve durch den Rücken. Die Klinge schnitt durch seine Brust wir ein warmes Messer durch Butter und trat auf der anderen Seite wieder zum Vorschein. Als der Soldat auf die Knie sank, trat sie ihm in den Rücken, riss die Klinge wieder heraus und schlug ihm den Kopf ab.
Sie kniehte sich neben seine Leiche, tauchte ihre Finger ins noch warme Blut und zeichnete sich ihre Bemalung ins Gesicht. Den Kopf griff sie und stieß mit ihren klauenbewehrten Stahlhandschuhen von unten durch den Kiefer. Durch dieses Loch zog sie eine Kette ihres Panzergürtels. Jetzt bekann sie, Schädel zu sammeln. Nichts war effektiver, als dem Feind seine gefallenen Kameraden in dieser Form zurückzugeben.

Plötzlich hörte sie vor sich einen Schrei. Miandra lag verletzt am Boden, ein Soldat neben ihr. Er schien nach etwas zu greifen, aber was das war, konnte sie nur erahnen. Schnellen schrittes schloss sie zu den beiden auf und umrundete den Soldaten. Er griff gerade nach seinem Schwert. Als er es fast erreicht hatte, trat sie mit ihren Panzerstiefeln auf seine Finger. Es knackte und der Soldat schrie auf, doch da stieß sie ihm schon ihre Gelve durchs Genick.
Auch ihn enthauptete sie und hing sich seinen Kopf an die Kette.

" Zieht euch zurück Miandra! " befahl sie der Frau scharf und verschwand dann wieder im Dunst um weitere Schädel zu ernten.

Modifié par Kisu, 27 novembre 2011 - 01:39 .


#2310
Aliens Crew

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Vernita bremste ihren Lauf abrupt ab und spurtete noch im selben Augenblick in die entgegengesetzte Richtung los, direkt auf ihre Verfolger zu, welche sie hinter sich hören aber nicht sehen konnte. Sie legte dabei all ihre Kraft in diesen Sprint und machte sich bereit für einen harten Aufprall. Und da sah sie die beiden Männer auch schon dicht vor sich zwischen den Rauchwolken auftauchen. Der Zusammenstoß erfolgte unmittelbar danach.
 
Wie ein Rammbock schlug die Elfe mit ihrem ganzen Körpergewicht gegen den vorderen der beiden Soldaten, der nicht darauf vorbereitet war und somit der Wucht dieses Angriffes nichts entgegenzusetzen hatte. Er wankte zurück, krachte gegen seinen Kameraden, der ebenfalls ins Stolpern kam und schließlich zu Boden stürzte. Der vordere Soldat fiel über seinen, hinter ihm liegenden, Waffenbruder und landete höchst unsanft mit einem lauten Scheppern auf eben diesen.
 
Auch Vernita stürzte auf die beiden Männer, doch hatte sie damit gerechnet und befand sich in der besseren Position, so dass sie einfach über ihr Opfer rutschte und sich hinter ihnen geschickt abrollte. Anschließend wandte sie sich innerhalb eines Augenblickes wieder ihren Feinden zu, die versuchten, hilflos wie Schildkröten auf dem Rücken liegend, sich aus ihrer misslichen Lage zu befreien. Und sogleich ließ sie auch schon ihre Schwerter sprechen.
 
Geschickt und überaus präzise rammte sie diese in die Sehschlitze der Helme ihrer beiden Feinde und beendete damit deren Bemühungen, die in einigen letzten Zuckungen ein jähes Ende fanden. Blut und die Reste eines Auges klebten noch an den Klingen, als Vernita diese wieder aus den Schädeln ihrer Opfer zog. Und schon stand sie wieder auf, um noch mehr Tod und Verderben über ihre Kontrahenten zu bringen.
 
Sie wandte sich nach rechts und verschwand erneut in den Rauchwolken, auf der Suche nach weiterer Beute. Doch stattdessen fand sie Miandra, welche verletzt am Boden lag und sich den Arm hielt. Zudem sah sie schemenhaft wie Sha’ira einen der Soldaten enthauptete.
 
„Verdammt, Miandra! Was ist passiert? Bist du verletzt? Warte, ich geb‘ dir was dafür!“ meinte sie mehr als nur besorgt, wobei sie ihre Schwerter wegsteckte und in ihrer Tasche herumkramte, bevor sie daraus ein Fläschchen mit einer roten Flüssigkeit darin herausfingerte. „Hier! Nimm davon einen kleinen Schluck! Dann wird es dir gleich besser gehen! Das ist mein letzter Heiltrank, den ich für Notfälle aufgehoben habe!“
 
 

#2311
Bellandyrs

Bellandyrs
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Noch während Lea krampfhaft überlegte, wo die Schwachstelle des Gegners lag, dabei ihr Schwert mit festem Griff umklammert hielt, kämpfte sich Miandra vom Boden hoch und rammte dem Hünen ihren Dolch mitten in die Familienjuwelen. Das war wiederum Glück für Leanora, aber dafür war die schwarzhaarige nun wieder in Bedrängnis. Eigentlich durfte es das nicht geben, dass zwei Leute nötig waren, um so einen Kerl unschädlich zu machen.

Gerade als sie nachsetzen wollte, um ihren gemeinsamen Gegner zu attackieren, tauchte Sha´ira plötzlich im Nebel auf, köpfte den Mann und nahm sich ihre Trophäe mit. Lea starrte ihr mit offenem Mund nach. Hatte die Kleine noch alle sieben Sachen beieinander, oder steckte sie mitten im Blutrausch? Geistesabwesend schüttelte sie den Kopf und wollte Miandra zu Hilfe eilen, da stand plötzlich Vernita vor ihr und kümmerte sich um die am Boden liegende Frau.

Lea nickte der Elfe zu und wandte sich um, um die beiden vor etwaigen Angreifern zu schützen. Gleich darauf tauchte eine weitere Gestalt im Rauch auf, und der Tanz der Schwerter begann von neuem.

#2312
Aliens Crew

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„Verdammt!“ fluchte die Elfe, nachdem ihr Schuss ins Leere gegangen war und lediglich die Tür traf. „Das ist nun das zweite Mal, dass jemand diese kleine Göre vor ihrem sicheren Ende rettet. Das wird jetzt wirklich langsam lästig!“
 
Die hagere Frau griff nach einem weiteren Pfeil, als auch schon die ersten Rauchwolken in die Luft stiegen und sich innerhalb weniger Augenblicke über den halben Innenhof verteilten. Die Elfe verzog genervt das Gesicht, wobei sie ihren Bogen sinken ließ, welchen sie schon für einen weiteren Schuss angelegt und gespannt hatte. „Und was ist das jetzt wieder für eine Sauerei?“
 
„Sieht so aus, als hätte unsere Vernita doch mehr auf dem Kasten, als man uns einreden wollte“, bemerkte der Magus und strich sich dabei nachdenklich über seinen Bart.
 
„So kann ich keinen präzisen Schuss abgeben“, sagte die Elfe, während sie den Pfeil zurück in ihren Köcher schob. „Da treffe ich höchstens noch einen von unseren Männern!“
 
„Geht mir genauso, meine Liebe“, entgegnete der Magier nickend. „Wir müssen uns was anderes überlegen.“
 
„Zuerst sollten wir mal von diesem Dach verschwinden. Von hier aus können wir rein gar nichts mehr tun und geben höchstens noch ein gutes Ziel ab.“
 
„Das ist ein ausgezeichnete Idee, meine Liebe.“ Die Gesichtszüge des Magus hellten sich auf, während er die Frau neben sich angrinste. „Und das mit dem Verschwinden sollten wir noch etwas genauer erörtern…da dies immer lukrativer zu werden scheint.“
 
„Was meint Ihr damit?“
 
„Das erkläre ich Euch auf dem Weg nach unten. Kommt mit“, antwortete der Magier noch, während er sich abwandte und zu der Treppe hinübereilte, durch die man in das Gebäude gelangen konnte, auf dessen Dach sich die beiden aufhielten.
 
„Na gut, wie Ihr meint.“ Die Elfe zuckte nur kurz mit den Schultern und blickte ein letztes Mal in den rauchwolkenverhangenen Innenhof, bevor sie dem Mann nach unten folgte, und die beiden sich vom Schlachtgetümmel auf dem Hof zurückzogen.
 
 

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#2313
Kaysallie

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Miandra bekam nur am Rande mit wie offenbar irgendjemand den hünenhaften Soldaten tötete. Wobei dafür hauptsächlich der laute Krach verantwortlich war, welchen der Körper verursachte als er zu Boden ging. Nur kurz darauf vernahm sie eine bekannte Stimme… dieser Akzent war unverwechselbar, doch die Tonlage passte Miandra ganz und gar nicht. Von dieser nevarischen Elfe würde sie garantiert keine Befehle entgegen nehmen, was glaubte sie eigentlich wer sie war!?

Mit noch immer schmerzverzogenem Gesicht, blickte sie der Kriegerin nur noch nach, ehe diese in dem dunklen Nebel verschwand und ehe Miandra kurz darauf begann sich langsam ein wenig aufzusetzen, was dank der Schmerzen gerade alles andere als einfach war.

„Blöde Kuh!“ schimpfte sie dabei unverständlich vor sich hin. ‚Als ob ich das nicht selbst wüsste, dass ich hier kein Nickerchen machen sollte!‘ beendete sie ihr wütendes Gefluche in Gedanken. Doch ehe sie sich komplett aufsetzte fiel ihr Leanora ins Blickfeld, die gerade eben noch wie angewurzelt da stand und offenbar der Nevarerin ein wenig geschockt nachsah.

Was hatte die blonde Frau hier verloren? Doch kaum hatte sie sich die Frage gestellt, fiel ihr der Kampf wieder ein. Jemand hatte doch den Soldaten abgelenkt, beziehungsweise ihm die Wunde am Rücken zugefügt als sie das erste Mal auf dem Boden gelegen hatte wegen diesem blöden Schildschlag. Nun wurde Miandra einiges klar, denn zuvor konnte sie die Frau nicht sehen. Doch das war ja jetzt auch egal, oder etwa nicht?

Ehe sich Miandra darüber weitere Gedanken machen konnte, wurden diese von Vernita unterbrochen, die plötzlich neben ihr stand, in die Hocke ging, hektisch ihre Tasche durchsuchte und irgendwie viel zu schnell redete. Oder kam Miandra gerade generell alles so rasend schnell vor? Keine zwei Sekunden später jedenfalls wurde ihr ein kleines Fläschchen entgegen gehalten, dessen Inhalt rötlich aussah.

Ein Heiltrank? Miandra starrte das Fläschchen ein paar Herzschläge lang nur ohne jegliche Regung an, da ihr Gehirn gerade mit dem Verarbeiten all dieser Ereignisse nicht so recht nachkam. Erst als ihr Blick daraufhin in das Gesicht der Elfe sah, welches von diesem besorgten und etwas drängenden Ausdruck überzogen war, trat ihr der Stand der Dinge schlagartig wieder vor Augen.

„Mein Arm! Er…“, platzte es aus ihr heraus, ehe sie sofort wieder ins Stocken geriet, als der Schmerz ihren Körper durchfuhr und sie sich erneut verkrampfte. Aber egal wie stark diese Schmerzen gerade auch waren, so sehr nagte diese ganze Situation an ihrem Stolz. Miandra hatte sich zwar inzwischen ein wenig daran gewöhnt, dass sich Vernita um sie sorgte, doch gerade eben war ihr das zu viel. Offenbar wurde sie vor nicht einmal ein paar Minuten zwei Mal von verschiedenen Personen gerettet, einfach so, ohne überhaupt gefragt zu haben. Und nun auch noch die Elfe mit diesem sorgsamen Blick, den sie doch so hasste, mit einem Trank… für Notfälle? War sie denn wirklich so unfähig, dass alle anderen das Kindermädchen für sie spielen und auf sie aufpassen mussten? Und nun war sie auch noch ein Notfall!?

„Nein… Nein, es… es geht schon“, fuhr sie schließlich etwas gepresst fort. Selbst ein Blinder hätte wahrscheinlich gesehen, dass das was die da redete völliger Schwachsinn war. Dennoch wollte Miandra das gerade nicht akzeptieren oder einsehen. So stützte sie sich mit ihrem rechten Arm am Boden ab und stand etwas mühselig davon auf, jedoch blieb ihre Haltung anschließend gebückt. Der Mantelstoff an ihrem linken Arm war bereits völlig in Blut getränkt, so dass sie begann sich diesen komplett auszuziehen. Doch sobald sie den Ärmel von dem linken Arm, welcher nach wie vor einfach nur schlaff herunterhing, streifen wollte, schien sie nicht so recht weiter zu kommen, denn der Stoff klebte an und in den Fleischwunden fest. Da sie für den Moment nicht weiter wusste, suchten ihre Augen den Boden ab um eventuell einen ihrer Dolche zu finden, um damit den Ärmel aufschneiden zu können – dass sie eigentlich auch Wurfmesser bei sich hatte, schien sie gerade völlig vergessen zu haben, so sehr stand sie gerade neben sich, da sie so angestrengt versuchte die Schmerzen zu unterdrücken und sich diese nicht anmerken zu lassen.

Modifié par Kaysallie, 01 décembre 2011 - 09:26 .


#2314
Aliens Crew

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„Rede keinen Quatsch! Wir haben jetzt keine Zeit für deinen sturen Dickschädel!“ fuhr Vernita Miandra etwas ungehalten an, wobei für einen Moment Wut in ihren Augen stand. Sie erwartete, in Situationen wie diesen, den Gehorsam ihrer Begleiterinnen, auch den von Miandra, da sie sich für ihre Gefährtinnen verantwortlich fühlte. Und sie hatte weder die Zeit noch die Lust dazu, groß mit der schwarzhaarigen Frau darüber zu diskutieren. „Dein Arm ist gebrochen und blutet sehr stark! So bist du uns keine Hilfe! Und es warten noch einige Feinde auf uns, die bezwungen werden müssen! Also, halt endlich die Klappe und trink! Und keine Widerrede mehr, verstanden?!?“
 
Die Elfe drückte Miandra einfach das Fläschchen in deren gesunde Hand, bevor sie auf der Stelle herumkreiselte und dabei ihre Schwerter wieder zog. Denn schon näherten sich zwei weitere Männer ihrer Position. Einer wandte sich in Leanoras Richtung, während der andere direkt auf Miandra und sie zukam. Vernita fuchtelte wie wild mit ihren Schwertern durch die Luft, um die Aufmerksamkeit des Soldaten auf sich zu ziehen.
 
„Na, komm her, Kleiner! Lass uns ein wenig spielen!“ spottete sie, wobei sie auf den Mann zulief. Dieser holte aus und ließ seine Waffe durch die Luft sausen. Vernita duckte sich und tauchte unter dem Schwertstreich hinweg, während sie zugleich konterte. Doch auch ihr Feind war nicht ohne. Geschickt blockte er ihre Attacke mit seinem Schild ab, was von einem dumpfen Laut begleitet wurde.
 
Ein Schildschlag des Mannes verfehlte die Elfe nur knapp, welche zurückgesprungen war, um nicht getroffen zu werden. Der Soldat setzte gleich mit seinem Schwert nach, welches klirrend gegen das von Vernita prallte. Er drängte die Elfe weiter zurück, bis die beiden in den nebelartigen Rauchschwaden verschwanden und nur noch anhand des Kampflärmes auszumachen waren.
 

#2315
SickOfItAll

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Die Sache mit dem Bogen hatte beim ersten Mal wohl doch nicht so gut funktioniert, und jetzt, da Rauch den Hof einhüllte, würde das sowieso ein Ding der Unmöglichkeit werden und Lydia wollte nicht ausversehen ihre eigene Truppe treffen. Schnell steckte sie ihren Bogen wieder weg und griff nach ihrem Schwert.

Und ein elfisches Falchion war genau das, was diese Soldaten jetzt brauchten. Einige waren schon gefallen und Sha´ira schien auch schon am Kopfsammeln gewesen zu sein, jedenfalls lag vor ihr eine übel zugerichtete Soldatenleiche, die ziemlich kopflos in ihrer eigenen Blutlache dümpelte. Aber der nächste, nicht ganz so leblose Kriegsgesell lies nicht lange auf sich warten.

Ein Soldat kam im Eilschritt auf sie zugelaufen und er sah nicht unbedingt freundlich aus. In seinem Schild steckte noch der angebrochene Schaft einer ihrer Pfeile und seine linke Seite sah etwas angeschwärzt aus, insgesammt wirkte er aber nicht besonders erschöpft ... ehr mordlustig.

Mit einem lauten " Hau Ruck ! " stürzte er sich auf Lyida, aber sie rollte zur seite weg und spritzte gleich wieder auf, mit einem wuchtigen Schlag gegen ihn ansetzend, aber sein Schild war im Wege, so krachte es bloß laut und aus dem eisenverstärkten Turmschild war ein gespaltenes Ding geworden.

Ein wilder Ruck seitens des Soldaten schwang ein Breitschwert gerade ein paar Zentimeter vor ihrem Gesicht vorbei, aber sie konnte sich retten und lies sich einfach nach hinten umfallen, nur um gleich vor einem Stich ins Herz zur seite wegrollen zu können. Sie wollte aufstehenund herumkreiseln, aber der Soldat stürzte sich tief heruntergebeugt nach vorn und fegte ihr die Beine unter dem Leib weg.

Nun ging es um Sekunden, aber Lydia war schneller. Sie rollte herum und schlug dem Wächter ihren Schwertknauf ins Gesicht, warf sich auf ihn, rollte über ihn hinweg, sprang aus der Rolle auf und schlug ihm im herumfahren den Kopf vom Rumpf. Schlagartig war ruhe im Gebein und der Soldat wabbelte wie warmer Pudding in sich zusammen.

Einen schrillen Pfiff an Sha´ira ausstoßend, sie möge sich einen weiteren Kopf ernten, hetzte sie auf und suchte sich den nächsten Soldaten, denn ihr kam es bald so vor, das sich der Rauch auf dem Hof verzog, zumindest konnte sie schon Schemen und Umrisse erkennen, wo vorher nur weiße Wand war.

#2316
Kaysallie

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Miandra blieb regungslos und am Boden starrend stehen, nachdem die Elfe geendet hatte und von dem dunklen Nebel verschluckt worden war. Nur anhand der Kampfgeräusche rund um sie konnte Miandra noch in etwa einschätzen wo sich ihre Begleiterinnen befanden. Unbewusst hielt sie das Fläschchen in ihrer rechten Hand mit einem Griff, welcher nach und nach immer fester wurde.

Dass Vernita sie gerade wütend angefahren hatte, schien Miandra jedoch nicht einmal wirklich aufgefallen zu sein. Wut färbte nicht auf sie ab, es war ihr schlicht und ergreifend egal wie man mit ihr sprach. Und außerdem… war sie es ohnehin gewohnt wegen Nichtigkeiten angeschrien zu werden. Nein, es war keine Wut die ihren Körper erfasst hatte, es war eher die Tatsache dass sie genau wusste dass Vernita mit ihren Worten recht hatte. Und Miandra hasste es so etwas zuzugeben. Sie hasste es so sehr, dass sie sogar kurz davor stand dieses Fläschchen einfach auf den Boden zu werfen, wo es garantiert zerschellen würde, nur um nicht nachgeben zu müssen.

Ihr Kopf neigte sich etwas nach links und ihr Blick fixierte nun den blutüberlaufenen Arm, an welchem genau in diesen Moment ein weiterer roter Tropfen zu Boden fiel. Vorsichtig versuchte sie einen ihrer Finger zu bewegen, doch sofort durchfuhren sie erneut diese höllischen Schmerzen, die ihren gesamten Körper noch weiter verkrampfen ließen. Aus dem Hintergrund vernahm sie immer noch den Lärm, wie Metall aneinanderprallte. Geräusche die in ihren Ohren dröhnten. Sie mussten diese Soldaten und Söldner töten, um dann…

Ja was war dann? Wollten sie hier nicht eigentlich weitere Hinweise finden? Stattdessen waren sie in eine lächerliche Falle getappt. Und urplötzlich, ohne wirklich darüber nachgedacht zu haben, fiel es ihr ein: Die Leiche des schwarzhaarigen Mädchens. Vorhin als sie durch den Tunnel marschiert waren, kam Miandra nicht darauf was sie daran so störte, doch gerade eben fiel es ihr wie Schuppen von den Augen.

Sie konnte sich an den Tag zurückerinnern als ihnen dieser übereifrige Elf von Denerim entgegen gekommen war und ihr einen Zettel überreicht hatte. Die Beschreibung passte auf ein neunjähriges Mädchen mit schwarzen Haaren … das Schlüsselwort war Van Housen, der Ramschladen in dessen Keller sie sich vor kurzem noch aufgehalten hatten… und es wurde nie Elanas oder ein anderer Name für das Kind erwähnt…

Sie waren offenbar die gesamte Zeit über der Spur dieses Mädchens gefolgt. Ein Mädchen dessen Namen Miandra nie kannte. Ein Mädchen das auf die Beschreibung ihrer Tochter passte.

Hätte Miandra in diesem Augenblick nicht solche Schmerzen gehabt, so hätte sie gerade wohl zu lachen begonnen über ihre eigene Dummheit. Sie hätten hier nicht mehr zurückkehren sollen nachdem sie das Mädchen gefunden hatten. Dies war eine falsche Fährte von Anfang an. Elana war nicht hier, es wahrscheinlich nie gewesen. Warum fiel ihr das nur jetzt ein? Nun wo es zu spät war und sie dagegen nichts mehr tun konnte… außer diesen blöden Trank zu trinken… versuchen zu überleben und den richtigen Weg zu finden.

Nur der Gedanke daran, dass sie keine andere Wahl hatte um an dieses Ziel zu kommen, ließ Miandra nachgeben und sie das Fläschchen zu ihrem Mund führen, wo sie den Korken mit welchem es verschlossen war mit den Zähnen herauszog. Den einfachen Korkverschluss spuckte sie einfach auf den Boden, ehe sie einen Schluck aus der kleinen Phiole nahm, doch das war nicht wirklich schwierig denn mehr befand sich darin ohnehin nicht mehr. Das Aroma dieser Flüssigkeit traf nicht gerade Miandras Geschmack, doch auf den Geschmack kam es hierbei auch nicht an.

Kaum war das kratzige Getränk ihre Kehle hinunter gelaufen, spürte sie wie sich eine wohlige Wärme in ihren Gliedern ausbreitete. Außerdem begann ihr linker Arm urplötzlich furchtbar zu brennen und zu jucken, doch abgesehen davon geschah nichts. Miandra wartete noch einige Herzschläge lang, doch auch da passierte nichts weiter. Sie hatte noch nie einen Heiltrank getrunken und sich daher diesen Prozess eher wie die Heilung bei einem Magier vorgestellt. Sollte sie jetzt enttäuscht sein? Zumindest waren die Schmerzen verschwunden und so wagte sie es den blutdurchtränkten Ärmel von ihrem Arm zu streifen. Auch dabei verspürte sie keine Schmerzen mehr, sondern nur kaltes Blut welches den Stoff unangenehm an der Haut kleben ließ. Der Mantel fiel nun endgültig auf den Boden und Miandra formte ihre linke Hand mehrmals etwas ungläubig zu einer Faust und testete die Bewegungen ihrer Finger. Alles war so wie immer… nein, es fühlte sich sogar noch eine Spur besser wenn auch ungewohnt an. Aufgrund des restlichen Blutes konnte sie nicht erkennen ob Narben zurückgeblieben waren, doch das kümmerte sie ohnehin nicht.

Ohne weiter zu zögern setzte sie sich in Bewegung und ging zielstrebig den einen Dolch vom Boden aufheben, sowie den anderen aus dem toten Soldaten herauszuziehen. Sie streifte noch das Blut von den Klingen ehe sie sich suchend umsah. Nun war es an der Zeit zu testen, wie tauglich ihr Arm nun tatsächlich war…

Der Nebel hatte sich inzwischen schon etwas gelichtet, so dass sie die Umrisse einiger Personen erkennen konnte. Ihr Blick fixierte eine Gestalt, die auf zwei andere zuging. Wahrscheinlich war es Leanora die gerade gegen einen Soldaten kämpfte. Zumindest konnte Miandra dies anhand der Bewegungen erkennen. Ob die blonde Frau es schaffte gegen zwei dieser gepanzerten Riesen zu kämpfen? Miandra zuckte mit den Schultern. Zumindest würde der eine ein gutes Ziel abgeben.

Auch wenn sie den Mann nur schemenhaft erkennen konnte, so konnte sie in etwa einschätzen wohin sie zielen musste und wie weit der Kerl entfernt war. So nahm sie den Dolch ihrer linken Hand an der Klinge, hob ihn hoch… und wartete auf den richtigen Moment, während ihr Blick nur noch auf diesen Schatten konzentriert war… bis sie den Dolch schließlich mit viel Kraft warf, um die Rüstung durchschlagen zu können. Die Klinge raste mit unzähligen Drehungen blitzschnell durch den dünnen Nebel, so dass Miandra diese schon bald nicht mehr sehen konnte. Doch sie konnte sie hören und wusste anhand nur eines Geräusches, dass sie sich den zweiten Dolch für dieses Ziel sparen konnte. Treffer. Und der Mann war nur kurz darauf zu Boden gegangen. Ein zaghaftes Grinsen umrandete ihre Lippen als sie schließlich den zweiten Schatten ins Visier nahm, jenen der direkt gegen Leanora kämpfte. Doch hier musste sie vorsichtiger sein, sonst würde das Leben der Prinzessin wohl bald zu Ende sein…

Modifié par Kaysallie, 04 décembre 2011 - 04:22 .


#2317
Bellandyrs

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Leanora hatte von diesem Disput nichts mitgekriegt, sie hatte alle Hände voll zu tun, die Angreifer in Schach zu halten. Einen hatte sie bereits zu Boden befördert, als zwei weitere auf sie zustürmten. Einer davon wurde abgelenkt, er schlug einen Haken und rannte rechts an ihr vorbei. Lea wollte ihm nachsetzen, wurde aber schon von seinem Kameraden mit einer gezielten Attacke angegriffen. So konnte sie nur hoffen, dass Vernita bereits wieder kampffähig war. Sie hörte, wie Schild und Rüstung aufeinander krachten, und fand damit ihre Hoffnung bestätigt.

Trotzdem wurde es eng. Noch während sie die Attacken ihres Gegenübers auswich, stand plötzlich ein weiterer Gegner in ihrer Nähe. Als sie einen Schritt nach rechts trat hörte sie, wie ein wirbelndes Geräusch die Luft durchschnitt und kurz darauf brach der Mann zusammen. Irgendjemand mußte seine Dolche geworfen haben. Und soweit Leanora wußte, verwendete lediglich die schwarzhaarige solche Waffen.

Ihre Hüfte schmerzte, jede Bewegung die sie auswich versetzte ihr Stiche. Zudem begann ihre Hand langsam zu zittern, ihr Oberarm fühlte sich taub an. Ihr Gegner hatte sie zwar bisher nicht ernsthaft getroffen, aber auch sie hatte noch keinen vernünftigen Hieb austeilen können. Ginge es nicht um Leben und Tod wäre es ein schöner Kampf gewesen. In dieser Situation konnte sie sich aber keinen Leichtsinn erlauben, ihre Konzentration war voll auf den Mann gerichtet.

Sie umkreisten sich wie zwei Stallfliegen den Mist, lauernd, abwartend, wer sich zuerst einen Fehler erlaubte. Leas Atem ging bereits stoßweise, und sie spürte, dass ihre Augen überanstrengt waren durch den ganzen Nebel, denn sie sah immer wieder schwarze Kreise.
Eine Schwäche wollte sie sich aber nicht eingestehen. Lea biss die Zähne zusammen und holte tief Luft, den Gegner dabei fixierend.

Sie trat einen Schritt zurück um mit ihrer Waffe auszuholen. In diesem Moment surrte wieder etwas durch die Luft. Der Soldat hörte dies und blickte nach dem Geräusch. Diese Sekunde nutzte Leanora, wirbelte um den Feind herum und trieb mit letzter Kraft ihr Schwert in die Schwachstelle der Rüstung - seitlich zwischen Helm und Brustpanzer, wo das Oberteil mit feinen Kettengliedern geschützt war.
Sie sah nur noch in die vor Schreck aufgerissenen Augen, bevor der Soldat blutend und nach Luft schnappend zu Boden ging. Ihr Schwert hatte sie los gelassen, sie zitterte wie Espenlaub und keuchte vor Anstrengung. Wieder zogen schwarze Schatten über ihre Augen und ließen sie nichts mehr sehen. Vorsichtig beugte sie sich nach vorne und stütze ihre Hände auf den Oberschenkeln ab, was nur zur Folge hatte, dass die blinden Flecken schlimmer wurden.

Vorsichtig tastete sie sich zurück, um in den Schutz der Mauer zu kommen, an die sie sich lehnen konnte. Sie konnte nur hoffen, dass kein weiterer ihr nachstellte, denn das wäre ihr Ende. Sie konnte mittlerweile nur noch schemenhafte Umrisse erkennen, und in ihren Ohren rauschte es.

Modifié par Bellandyrs, 06 décembre 2011 - 07:10 .


#2318
Kaysallie

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Ganz langsam bewegte sich Miandra mit gezogener Waffe zur Seite. Erst hielt sie noch Ausschau nach weiteren Soldaten vor denen sie sich in Acht nehmen sollte, doch schon bald blieb ihre Konzentration auf den beiden Gestalten haften, bei denen sie sich inzwischen noch sicherer war, dass es sich um Leanora handelte, sowie einen ihrer Feinde gegen den sie kämpfte.

Doch schon bald überkam Miandra leichter Ärger. Jedes Mal wenn sie ihren Dolch werfen wollte, überschlugen sich die Bewegungen der beiden erneut und sie musste ihre Waffe wieder sinken lassen. Natürlich hätte sie das Risiko auch einfach eingehen können, doch wenn sie die blonde Frau getroffen hätte, so wäre ihr das selbst auch nur zum Nachteil gekommen. Wäre nur dieser Nebel nicht gewesen… so hätte sie sich ihrer Sache sicherer sein können. Aber Ziele die sich bewegten und deren Entfernung und Schwachstellen man nur erahnen konnte aufgrund der schlechten Sicht, waren selbst für Miandra, die sich diese Fertigkeit lange und ausgiebig beigebracht hatte, eine gewisse Herausforderung. Noch dazu da sie nicht verfehlen wollte…

Zumindest bis gerade eben. Miandra hatte sich etwas näher an die beiden herangewagt und erkannte nun etwas Beunruhigendes in den Bewegungen der Frau. Sie waren langsamer, wenn nicht sogar defensiver geworden, und irgendetwas schien die Frau zu belasten. Es dauerte nur einen Bruchteil einer Sekunde in dem Miandra den Entschluss fasste, dass es nicht mehr darauf ankam einen tödlichen Treffer zu landen. Sie musste diesen Mann lediglich ablenken und hoffen dass Leanora dies zu ihrem Vorteil nutzen würde. So holte sie noch einmal tief Luft, ehe sie die Klinge von sich wegschleuderte, wobei sie absichtlich an eine Stelle gezielt hatte, welche den Soldat wahrscheinlich knapp verfehlen würde – sofern er sich nicht bewegen würde natürlich.

Miandra konnte nur eine kleine Bewegung des Mannes erkennen, sowie hören, wie der Dolch nach einigen Herzschlägen auf der Erde landete. Doch ihre Ohren vernahmen auch ein anderes Geräusch, welches ihr viel besser gefiel. Sie hörte wie ein Schwert eine Rüstung durchstieß, röchelnde Laute und einen zu Boden gehenden Mann.

Sie setzte sich kurz darauf in Bewegung, wobei sie an der Leiche ihres vorherigen Opfers vorbeikam. Der Dolch hatte sich tief durch das Metall des Helms gebohrt und Miandra benötigte ziemlich viel Kraft, um diesen wieder aus der Leiche herauszuziehen. Letztlich gelang es ihr und sie eilte einige Schritte weiter und sammelte ihren zweiten Dolch vom Boden auf. Nur wenig weiter entfernt lag die Leiche des Soldaten, welchen Leanora gerade eben erst zu Fall gebracht hatte. Doch wo war diese nun hin?

Erst als Miandra kurz die Augen zusammenkniff konnte sie die blonde Frau angelehnt an der Mauer erkennen. Was machte sie denn dort? Miandra ging etwas näher heran und musterte Leanora kurz von oben bis unten. Irgendwie sah die Frau ziemlich blass aus, zudem ging ihr Atem viel zu schnell – wobei dies auch an dem Kampf liegen könnte – und an der Hüfte war deutlich Blut zu erkennen.

Kurz fluchte Miandra innerlich. Nun musste sie sich auch noch um eine verletzte Adlige kümmern! Doch sie biss sich auf die Unterlippe und trat näher an die Frau heran, um sich die Wunde ansehen zu können. Heute lief ohnehin schon alles irgendwie falsch… also war das ja jetzt auch schon egal.

„Was ist los Prinzesschen?“ fragte sie schließlich, doch es klang keineswegs abwertend sondern ziemlich ernst. Miandra war sich nun recht sicher, dass die Wunde nicht der Auslöser für das Verhalten der Frau war. Aber was war dann der Auslöser? Machte ihr das Töten zu schaffen? Oder war sie solche Strapazen einfach nur nicht gewohnt? Schließlich war sie ein adeliges Püppchen… da konnte das schon gut möglich sein, oder?

Während sie auf eine Antwort wartete und nachdachte, überblickte Miandra mit einem Auge den Teil des Hofes der in ihrem Blickfeld lag, um nicht von irgendeinem Soldaten überrascht zu werden. Auch wenn sie glaubte, dass kaum noch welche übrig sein mussten. Aber vielleicht konnte sie auch eine ihrer Begleiterinnen ausmachen, denn sie selbst hatte nicht einmal einen Verband oder Ähnliches bei sich.

Modifié par Kaysallie, 06 décembre 2011 - 09:48 .


#2319
Bellandyrs

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Ihr war spei-übel, sie hatte endlich mit wackeligen Beinen die Mauer erreicht und lehnte sich erleichtert dagegen. Die Seh-Störungen verursachten ihr langsam aber sicher rasende Kopfschmerzen, außerdem fühlte sie sich hilflos. Immer wieder versuchte sie, etwas zu erkennen, was aber an den dunklen Flecken in ihrem Blickfeld scheiterte. Wann würde das endlich aufhören?

Plötzlich sprach sie jemand an. Sie kniff die Augen zusammen um so etwas besser zu sehen, und erkannte, dass Miandra sie eingehend musterte. In ihren Ohren rauschte es noch immer, und sie verstand nur die Hälfte von dem, was die schwarzhaarige sagte, aber ihrem Gesichtsausdruck nach zu urteilen, hatte sie wohl gefragt, wieso sie hier stand und nicht, wie es sein sollte, vorne an der Front kämpfte.

"Ich sehe im Moment so gut wie gar nichts, gebt mir bitte einen Augenblick", beantwortete sie die Frage, noch immer schwer atmend. "Es wird vorbei gehen, ganz sicher..." murmelte sie, als würde sie sich damit selber Mut zusprechen.
Langsam ließ sie sich an der Mauer entlang zu Boden gleiten, so dass sie letztlich auf dem Boden sass, beugte den Kopf zwischen ihre Knie und schloß die Augen. Dabei massierte sie ihre Schläfen und konzentrierte sich auf ihre Atmung, um diese wenigstens wieder zu normalisieren.
Kurzfristig drehte sich alles um sie herum, aber nach kurzer Zeit war dieses Gefühl wenigstens wieder vorbei, auch die Kopfschmerzen ließen etwas nach.

Vorsichtig richtete sie ihren Kopf auf und öffnete ihre Augen wieder, um sie gleich darauf wieder zu schließen. Die Schatten waren noch immer da. Es blieb ihr nichts anderes übrig, als zu warten - und zu hoffen, dass die Kreislaufschwäche schnell vorbei gehen würde.

Sie ließ ihre Gedanken schweifen, versuchte, etwas abzuschalten, die Situation auszublenden, in der sie sich gerade befanden. Lea dachte an den Tag zuvor zurück, wo Sengaal sie in seine Arme zog und sie stürmisch geküßt hatte, und die Empfindungen kamen augenblicklich zurück. Ein liebevolles Lächeln umspielte kurz ihre Lippen, dann wanderten ihre Gedanken weiter an den Abend zuvor. Ihre Rache hatte sie gehabt, aber sie würde sie nur auskosten können, wenn sie das hier lebendig überstanden.

Im geschlossenen Zustand sah sie wenigstens keine Kleckse mehr. Ob sie es nochmal versuchen sollte? Vorsichtig schlug sie die Augen wieder auf und starrte zuerst auf den Boden, welcher zum Glück wieder normal aussah. Dann richtete sie ihren Blick auf Miandra, die sie nun ebenfalls wieder sehen konnte.

"Ich glaube, es geht wieder. Wohl eine Kreislaufschwäche..." entschuldigte sie sich und stand auf. Ihre Hüfte machte ihr dabei zu schaffen, aber darauf konnte sie im Moment keine Rücksicht nehmen.
"Wie geht es Euch? Wie ich sehe, habt Ihr den Heiltrank genommen. Das ist gut. Dann laßt uns mal sehen, ob es noch jemanden gibt, der uns nach dem Leben trachtet", lächelte sie zaghaft, griff nach ihrem Schwert und ging wieder einige Schritte nach vorne, dort, wo sie weitere Gegner vermutete.

#2320
Aliens Crew

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Mit dem Fuß stieß Vernita ihr letztes Opfer um, welches vor ihren Füßen auf die Knie gefallen war. Wie ein Sack fiel der Körper auf den Boden, wobei die Rüstung noch einmal leise schepperte. Die Elfe schlug einmal mit ihren Schwertern durch die Luft, wodurch das Blut daran auf die Leiche spritzte. Verächtlich blickte sie noch ein letztes Mal auf den toten Soldaten, bevor sie ihre Aufmerksamkeit wieder auf den Innenhof richtete.
 
Der Rauch war inzwischen fast vollständig verflogen. Nur einzelne Nebelfetzen hingen noch in der Luft, verbargen aber fast nichts mehr von dem Chaos, welches Vernita und ihre Begleiterinnen hier entfacht hatten. Überall lagen Leichen auf dem Boden verstreut. Verstümmelt, blutbesudelt, verkohlt. Es roch nach verbranntem Fleisch, nach Blut…nach Tod.
 
Nur einer war noch übrig. Allein und mit gesenktem Haupt kniete er inmitten des Platzes. Die linke Seite seines fremdartig aussehenden Gesichtes zeigte deutliche Brandspuren. Auch seine weißen Haare waren teilweise angesengt. Offenbar hatte Vernita den Qunari mit einem ihrer Brandsätze erwischt…aber nicht richtig. Langsam richtete sich der Riese auf, riss beide Arme in die Luft und brüllte aus vollem Halse los.
 
Die Elfe konnte darüber nur müde lächeln. Ihre Sorge galt vielmehr den beiden Personen, die zu Beginn des Kampfes auf dem Dach gestanden haben. Diese könnten nun eine weitere Gelegenheit bekommen, sie alle mit gezielten Schüssen zu erledigen. Ein rascher Blick Vernitas zeigte ihr, dass die beiden allerdings inzwischen verschwunden waren. Doch wohin nur? Suchten die beiden etwa das Weite? Oder nur eine bessere Schussposition? Oder gar nach Verstärkung? Dem wollte die Elfe auf den Grund gehen.
 
Doch konnte sie die anderen hier mit diesem Riesen allein lassen? Er war ein beachtlicher Kämpfer, keine Frage, doch sie waren ja immerhin zu viert. Das sollten ihre Gefährtinnen doch eigentlich hinkriegen, oder? Und sollte sie mit ihrer Vermutung Recht haben, so ging von den beiden anderen eh die größere Gefahr aus. Sie hatte also keine große Wahl. Sie musste die beiden verfolgen und zur Strecke bringen, auch wenn das bedeutete, den Rest ihrer Gruppe diesen Kampf hier allein austragen lassen zu müssen.
 
„Kümmert euch um diesen Abschaum!“ rief sie den anderen zu, während sie sich schon in Bewegung setzte und zu dem Haus hinüberlief, auf dessen Dach ihre beiden neuen Ziele bis vor kurzem noch gestanden hatten. „Ich habe da noch was zu erledigen!“
 
 

#2321
Bellandyrs

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In diesem Moment geschahen zwei Dinge gleichzeitig. Lea sah den entstellten Qunari und hörte Vernitas Befehl. Alleine würde sie diesen Riesen niemals schaffen, auch wenn dieser angeschlagen war.

"Miandra! Sha'ira! Lydia!" rief sie.
Die Frage war nur, ob sie trotzdem alleine voraus laufen sollte, oder doch lieber wenigstens auf Miandra warten sollte, die eigentlich knapp hinter ihr sein sollte. Sie blickte kurz über die Schulter und sah die schwarzhaarige bereits auf sich zulaufen. Sobald diese sie erreichen würde, konnten sie gemeinsam den Gegner in die Zange nehmen, was für sie beide wohl sicherer war.

#2322
Kaysallie

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Miandra fluchte erneut innerlich, als Leanora an der Wand hinter sich herab rutschte. Offenbar war die Adlige solche Strapazen tatsächlich nicht gewohnt. Aber wie sollte sie auch… sie wusste nicht wie es war über mehrere Tage hinweg nichts zu essen zu haben und trotzdem dabei die gewöhnlichen Leistungen weiterhin zu vollbringen. Oder wie es war, nichts zu essen… zu bekommen… wie es war, wenn der Magen knurrte und sich Schwäche über den Körper legte und man trotzdem…


„Sieh dir nur deine Sachen an! Alles voller Dreck! Und komm mir erst gar nicht wieder mit deinen Ausreden! Und was stehst du noch da? Los zieh sie aus und geh sie waschen! Wenn du Glück hast ist das Zeug bis morgen getrocknet!“

„Aber…“

„Nein kein Aber, oder hatte ich gesagt, dass ich schon fertig bin!?“

Das Mädchen schüttelte nur zaghaft den Kopf.

„Und wenn du damit fertig bist, wirst du zur Strafe den Boden am Flur hier noch fegen und putzen! Der ist ja dank dir auch noch völlig verdreckt. Und das Abendessen kannst du dir auch gleich abschminken junge Dame!“ tobte die Frau weiter.

„Aber ich…“ versuchte das Mädchen erneut mit leiser Stimme und gesenktem Blick.

„Was denn noch!? Sagte ich nicht, du sollst mir nicht immer mit diesem elenden Aber kommen?“ unterbrach die Frau erneut mit erzürnter Stimme und erhobener Faust.

„Ich… ich hatte doch auch gestern nichts gegessen, Mutter! Und vorg…“, erwiderte das Mädchen schnell und blickte vorsichtig mit flehendem Blick nach oben.

„Ach, glaubst du etwa ich habe das vergessen? Willst du mir damit etwa sagen, dass ich mir so etwas nicht merken kann? Hältst du mich etwa für dumm?!“

„Nein! Ich…“ wollte sich das Mädchen schnell entschuldigen, wurde jedoch sofort wieder unterbrochen.

„Tja, vielleicht gibt dir ja Vater etwas, schließlich bist du morgen wieder bei ihm eingeteilt, falls du das noch nicht weißt, hier machst du mir ja ohnehin nur noch mehr Probleme. Wieso sollte ich da auch noch für dich kochen, oder dir etwas von unserem schwer erarbeiteten Essen abgeben!?“

Das Mädchen schwieg. Tränen waren nur einen Lidschlag davon entfernt die jungen Wangen hinab zu laufen. Doch den Gefallen jetzt zu weinen würde sie ihrer Mutter nicht tun. Stattdessen wandte sie sich einfach von der Frau ab und begann damit ihre Kleider auszuziehen, um diese anschließend draußen waschen zu können. Es hatte sowieso keinen Sinn ihr noch weiter zu widersprechen. Es war egal was sie tat oder sagte, es war sowieso immer alles falsch…


Miandra wurde aus ihren Gedanken gerissen als sie plötzlich Vernitas Stimme über den Hof hallen hörte. Nur kurz darauf rief auch Leanora ihren Namen, und nur ein kurzer Blick reichte ihr um die Situation zu analysieren. Dass es Leanora inzwischen offenbar wieder besser ging und diese aufgestanden und sich ein Stück entfernt hatte, war Miandra wohl gar nicht aufgefallen. Auch jetzt erreichte erst die Frage wegen des Heiltrankes ihre Ohren. Hatte sie deswegen der Frau unbewusst zugenickt? Und wieso musste sie nur gerade an dieses Gespräch zurückdenken, welches schon so viele Jahre zurücklag und sich kaum von anderen Gesprächen unterschied? Gerade jetzt, zu einem so unpassenden Zeitpunkt. Sollte sie ihrer Mutter etwa dafür danken, dass sie gelernt hatte auch mit wenig zu recht zu kommen? Miandra schüttelte den Kopf. Nun war wirklich nicht der Moment um weiter über das nachzudenken. Außerdem war für sie eines ohnehin klar: Dieser Frau würde sie für absolut gar nichts danken.

Miandra setzte sich in Bewegung und zog dabei ein Wurfmesser. Jetzt wo dieser Rauch so gut wie verschwunden war, konnten sie alle wenigstens besser auf weitere Entfernungen kämpfen. Als sie neben der blonden Frau ankam, blickte sie jedoch noch kurz der Elfe nach, die gleich darauf bei einem Haus verschwand. Miandra war ein wenig unwohl bei dem Gedanken, doch sie würde der Elfe nicht nachlaufen. Vernita würde schon wissen was sie tat…

Anschließend fixierte ihr Blick den riesigen Qunari, da dieser gerade losbrüllte wie ein wildes Tier. Es waren deutlich Brandspuren zu erkennen, doch wirklich zu stören schienen diese den Kerl nicht.

„Na dann wollen wir doch mal herausfinden, welche Reflexe unser Freund hier hat“, flüsterte sie Leanora neben sich zu. Nicht einmal einen Herzschlag später wirbelte auch schon das erste Wurfmesser durch die Luft und steuerte direkt auf den Riesen zu.

#2323
Aliens Crew

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Rauch und Feuer! Säure und Hinterlist! War das etwa alles? Hatten diese Weiber nicht mehr zu bieten? Wollten sie ihn beleidigen? Ihn, der schon so viele Schlachten geschlagen, so viele Feinde erschlagen hatte? Sie sollten lernen, dass dies nicht ausreichen würde. Ja, vielleicht gegen diese Lakaien, welche ihnen ihr Auftraggeber mitgegeben hatte. Aber er war anders als diese schwachen, dummen Menschen. Er war ein Krieger...mehr noch ein Krieger der Qunari. Und diese Weiber sollten noch erfahren, was es hieß, sich mit einem Qunari-Krieger anzulegen.
 
Aus den Augenwinkeln bekam er mit, wie eine von diesen Weibern, die Einzige unter ihnen, die wirklich wie eine Kriegerin aussah, das Weite suchte, wohl um seine verräterischen Verbündeten zur Strecke zu bringen. Kein Problem. Er würde sie jagen und töten, sobald er mit dem Rest dieses Geschmeißes fertig war.
 
Nachdem er sich durch einen alten Kampfschrei Luft verschafft hatte, blickte er sich um. Seine Augen bewegten sich dabei unruhig von links nach rechts, wie bei einem wilden Tier. Er erblickte ein Kind, eine heranwachsendes Mädchen, welches die Köpfe dieser Nichtsnutze sammelte und zwei Weiber, welche schon auf ihn zusteuerten.
 
Eine der beiden holte gleich darauf aus und warf etwas in seine Richtung, was sich als ein kleines, aber scharfes Wurfmesser entpuppte. Der Qunari hatte die beiden Frauen die ganze Zeit über im Auge behalten und so kam diese Attacke nicht sonderlich überraschend. Er ließ seinen riesigen Zweihänder, welchen er mit beiden Händen umklammert hielt, durch die Luft sausen, so dass es einen Augenblick später ein klirrendes Geräusch gab, als er mit dieser schweren Waffe das kleine Wurfgeschoss traf und es zur Seite schlug. Wirkungslos verfehlte die Waffe somit ihr Ziel und landete auf dem sandigen Boden.
 
„Ist das alles, was ihr Weiber könnt?“ brummte der Qunari mit seiner tiefen Stimme. „Hinterlist und Heimtücke? Kämpft! Kämpft wie Qunaris! Um Tod und Ehre! Und um den Sieg des Stärkeren!“
 
Der Riese ließ seine Waffe mehrmals schwungvoll durch die Luft sausen, so dass ein dumpfes Pfeifen in der Luft lag, während er langsam aber sicher auf Leanora und Miandra zuging, ohne dabei allerdings seine beiden anderen Kontrahenten aus den Augen zu lassen.
 
 
 

#2324
SickOfItAll

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" Bei allen Göttern ... sieht der scheiße aus." War alles, was Lydia beim Anblick des Qunari herausbrachte. Ein wilder, zwei Meter großer Fleischklops, bewaffnet mit einem geschärften Amboss und gefüllt mit Wut, das sie ihm aus den Ohren dampfte stand da mitten auf dem Hof und wartet darauf, das ihn jemand zerlegte.

Er würde warscheinlich ihre Bfeile zerbrechen, aber das war ihr jetzt einfach egal. Was sie wollte, war sein Kopf, aber da würde sie wohl noch eine längere Diskussion mit Sha´ira führen müssen, wer denn nun den Riesenkürbis für sich beanspruchen könne.

Mit einem leisen "Twit" flitzte der Pfeil durch den Hof und schlug mit einem leisen " Pfop" im linken Oberarm des Ochsen ein.

" Hey Ochse, du gibst ein gutes Nadelkissen ab. Schonmal an sowas wie einen Schild gedacht ? Oder nimmst du gleich ganze Scheunentore du Fettsack. "

Noch wärend sie der Speckrolle die Nase lang machte, briet sie ihm einen weiteren Pfeil in den Arm.

" Hier spielt die Musik dummerchen. " lachte sie noch, dann setzte sie sich ab und suchte sich ein Plätzchen, vondemaus sie das Dach der umstehenden Gebäude erklettern konnte. Ein kleines Vordach erreichte sie noch durch einfaches springen von einem Fass, aber von da an musste sie improvisieren. Über ein herruntrhängendes Seil gelang sie auf ein etwas höheres Dach, vondemaus sie den ganzen Hof gut im Blick hatte.

" Fang mich doch du fette Ratte ! " spottete sie und griff schon zum dritten Pfeil.

#2325
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Es ging wieder los. Dieses Weibsvolk wollte es nicht begreifen. Sie hatten keine Ahnung von dem Geist und der Seele des Kampfes. Sie glaubten, es genüge, den Feind einfach niederzustrecken. Ganz egal wie. Ohne Respekt. Und auch ohne Ehre.
 
So begann das Mädchen, Pfeile auf ihn abzuschießen. Erst einen, gefolgt von einigen plumpen Beleidigungen und schließlich noch einen zweiten. Der Riese blickte teilnahmslos auf seinen linken Arm, in welchem die Geschosse steckten und verzog dabei keine Miene. Seine rechte Hand ließ seinen Zweihänder los und umklammerte stattdessen die Schäfte der beiden Pfeile in seinem Fleisch. Mit einer knappen Handbewegung brach er diese einfach ab, so leicht, als wären es Streichhölzer. Die Spitzen steckten dabei nach wie vor in seinem Arm, doch schien ihn das keineswegs zu stören. Nur sein Gesichtsausdruck nahm einen noch grimmigeren Ausdruck an als zuvor, während er Lydia fixierte, die inzwischen auf eines der nahen Dächer geklettert war.
 
„Wenn du dem Geist des Kampfes nicht folgen kannst, dann solltest du diesem fernbleiben, kleines Mädchen“, brummte er in gebrochenem fereldisch. „Ansonsten wird der Kampf dich einfach verschlingen!“
 
Dem nächsten Pfeil wich der Riese mit einem geschmeidigen Satz aus, welchen man von einem Mann seiner Größe sicher nicht erwartet hätte. Und während er dies tat, griff er mit seiner freien Hand nach einem der Schilde eines toten Soldaten. Doch anstatt diesen zu seinem Schutz zu verwenden, kreiselte auf der Stelle herum und schleuderte diesen mit aller Kraft Lydia entgegen, welche bereits mit einem weiteren Pfeil in seine Richtung zielte.
 
Wie der Stein eines abgefeuerten Katapults flog der Schild durch die Luft, bevor er das Mädchen, welches mit einer solchen Aktion absolut nicht gerechnet hatte, mit voller Wucht traf. Der harte Metallschild knallte gegen ihre Hand und gegen den Bogen, wobei sich der Schuss löste und wirkungslos in den Himmel flog. Die Sehne ratschte dabei über die scharfen Dornen des Schildes und wurde von diesen durchtrennt.
 
Lydia selbst wurde im nächsten Augenblick von der Schildkante getroffen und von diesem schweren Geschoss einfach zu Boden gerissen. Hinterrücks krachte sie auf das flache Dach des niedrigen Gebäudes.
 
Der Riese gab einen weiteren lauten Schrei von sich, als er das Mädchen stürzen sah. Anschließend umklammerte er seine Waffe wieder mit beiden Händen und schritt langsam über das Schlachtfeld, während er seine verbleibenden Gegner eingehend musterte.