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Die freie Wildnis von Ferelden (Dragon Age RP)


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#2326
Kisu

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Da war er. Einer ihrer bekanntesten Feinde, ihrer liebsten Gegner auf dem Schlachtfeld. Ein Bär von Gegner, Wut, Fleisch und reichlich wenig Intelligenz in eine menschlinghafte Form gepresst und mit einem überdimensionierten Schwert als Waffe ausgestattet.

"Dolle naa lost, Qun! Lle naa haran e' nausalle ! " Rief sie ihm entgegen und zog nun auch ihre zweite Gleve. Seine Gewalttäterei würde hier beendet werden, das schwor sich Sha´ira. Er redete groß vom Geist des Kampfes, aber davon besaß er selbst so wenig wie ein haufen Ziegelsteine.

Aber dafür war an diesem gottverlassenen Ort sowieso kein Platz. Sie selbst wollte jetzt Blut sehen. Qunariblut. Zu Hause hatte sie schon mehrmals die Anbeter des Qun bekämpft und das doch recht erfolgreich. Aber vor Allem wollte sie seinen Schädel und sei es nur um ihn seinem Herren vor die Füße zu werfen, sie wollte ihn. Und bei allem, was ihr lieb und heilig war, sie würde ihn sich holen.

Ein paar Tropfen ihres Blutes genügten und die Ornamente auf ihrer Klinge begannen zu schimmern, zu glühen und regelrecht zu dampfen. Silbriger Rauch stieg davon auf und verbreitete einen beißenden Geruch nach glühendem Wahrsilber . Wenn sie schon zuschlug, dann sollte es auch wirkungsvoll sein.

"Drego! Leanora, Miandra ! Delio ! Derhier gehört mir ! " Rief sie zu den Frauen hinter ihrer Schulter und trat dem Qunari in den Weg.

"Awartho, Qun. Es ist sowieso aussichtslos für dich. "

#2327
Saegenbrecher

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Jemand hat das gestohlen und auf sein Website gepackt (hier):o

#2328
Saegenbrecher

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Modifié par Sägenbrecher, 13 décembre 2011 - 11:23 .


#2329
Aliens Crew

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„So!“ meinte die Elfe fordernd, während sie die linke Hand in ihre Hüfte stemmte und mit der anderen nach wie vor ihren Bogen festhielt. Sie legte bei ihren Worten den Kopf schief, wobei sie den Magus eingehend musterte, welcher ziemlich eilig durch die Stube lief und offensichtlich sein Zeug zusammensuchte und in einen Beutel stopfte. „Verratet Ihr mir jetzt, was Ihr denn nun vorhabt?“
 
Der Angesprochene grinste nur, während er gerade seine Unterwäsche verstaute. Aus den Augenwinkeln blickte er zu der Elfe hinüber, die nach wie vor in der Tür stand. „Ist das nicht offenkundig, meine Liebe? Ich packe meine Sachen zusammen und verschwinde von hier! Und das solltet Ihr auch tun!“
 
„Ihr macht Euch aus dem Staub, obwohl unser Auftrag noch nicht abgeschlossen ist?“
 
„So ist es.“
 
„Das schmeckt mir aber gar nicht“, erwiderte die Frau und verzog dabei das Gesicht. „So etwas sorgt nur für einen schlechten Ruf.“
 
„Ja, gut möglich“, sagte der Magus daraufhin und schnürte dabei seinen Beutel zu, bevor er sich diesen über die Schulter hing. „Doch habe ich lieber einen schlechten Ruf und eine gute Gesundheit, als einen guten Ruf und keinen Kopf mehr auf den Schultern. Sehen wir den Tatsachen doch mal ins Auge. Wir haben die Stärke und den Einfallsreichtum dieser Vernita und ihrer Helfershelfer unterschätzt und somit fast alle unsere Verbündeten verloren. Unsere Aussichten, diesen Auftrag noch erfolgreich zu beenden stehen dementsprechend schlecht. Und nur weil dieser kampfeslustige Qunari gemeinsam mit den Lakaien unserer Auftraggeber da draußen noch einen sinnlosen Kampf austrägt, haben wir überhaupt noch die Gelegenheit, uns abzusetzen. Und genau die werde ich auch nutzen. Was Ihr tut, bleibt natürlich Euch selbst überlassen, doch solltet Ihr diesmal vielleicht mehr auf Euren Verstand hören anstatt auf Euren Stolz.“
 
Der Magus setzte sich in Bewegung und ging schnellen Schrittes an der Elfe vorbei und durch die Tür auf den Korridor hinaus. Dort blieb er noch einmal stehen und sah zurück, wobei ein breites Grinsen über seine Lippen huschte. „Es war trotzdem ein Vergnügen, mit Euch zusammen zu arbeiten. Ich hoffe, dass wir das irgendwann einmal wiederholen können. Lebt wohl, meine Liebe.“
 
Nach diesen Worten wandte er sich wieder ab und entfernte sich hastig. Kurz darauf war er auch schon verschwunden und die Elfe mit sich und ihren Gedanken allein. Sie ließ sich das, was der Magus ihr gesagt hatte, Wort für Wort durch den Kopf gehen. Dabei starrte sie gebannt auf den Fußboden, während sie unbewusst den Bogen in ihrer Hand hin und her bewegte. Nach einer kurzen Weile kam sie zu dem Entschluss, dass der Mann recht hatte, legte ihren Bogen auf den Tisch zu ihrer linken ab und begann damit, ebenfalls ihr Zeug zusammenzusuchen und einzupacken.
 
 

#2330
Bellandyrs

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Leanora duckte sich instinktiv, als der Qunari seinen Zweihänder auf den Boden donnerte und damit das Wurfgeschoss ablenkte. Sie hatte einen Heidenrespekt vor diesem Riesen, und sie fragte sich, wie sie den schaffen sollten. Dennoch war sie zuversichtlich - immerhin waren sie zu viert, und selbst wenn er ein hervorragender Kämpfer sein sollte, er konnte unmöglich auf vier Seiten seine Verteidigung aufrecht halten.

So nickte sie Miandra nur zu und ging einen weiteren Schritt auf den Gegner zu, als sie die Stimme von Sha'ira vernahm.
Drego? Delior? Ratlos blickte sie über ihre Schulter, um zu sehen, ob da zufällig noch Bekannte von der Nevarrerin aufgetaucht waren, da sie diese Worte im gleichen Atemzug mit ihren Namen nannte, konnte aber niemanden entdecken. Dafür stockte ihr der Atem, als die Kleine dem Qunari so furchtlos gegenüber trat.
Leanora bevorzugte es, eher den Rücken oder die Seite des Feindes zu attackieren, den frontalen Angriff überließ sie gerne Sha'ira. So ging sie in gebührendem Abstand um den Qunari herum, so dass er sie nicht treffen konnte, sollte er mit der riesigen Waffe ausholen, und machte sich kampfbereit.

#2331
Aliens Crew

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Diese grünhaarige Elfe fing an in ihrer Heimatsprache zu brabbeln. Der Qunari knurrte daraufhin nur grimmig. Was wollte ihm die Kleine damit sagen? Dachte sie etwa, er würde dieses Kauderwelsch verstehen? Nun, es spielte keine Rolle. Sollte sie doch schwafeln, was sie wollte. Sie würde durch sein Schwert fallen, wie auch all die anderen vor ihr, die es gewagt hatten, sich ihm in den Weg zu stellen.
 
Ein Blick auf das Dach zeigte dem Riesen, dass das Mädchen noch immer nicht wieder aufgestanden war. Hatte er sie etwa komplett außer Gefecht gesetzt? Das käme ihm wahrhaftig zugute. Die beiden Frauen hielten sich auch noch etwas zurück. Nur diese junge Elfe schien es tatsächlich mit ihm aufnehmen zu wollen. War das vielleicht nur ein Trick? Ein Ablenkungsmanöver? Wenn ja, dann würde das nicht lange vorhalten, denn der Qunari wollte mit dem Mädchen kurzen Prozess machen.
 
Der Riese setzte sich in Bewegung. Zügig stürzte er auf Sha’ira zu, wobei er weit ausholte und schwungvoll zuschlug, als er die Elfe erreicht hatte. Sein wuchtiger Hieb traf die speerartigen Waffen seiner Gegnerin und beförderte diese schnurstracks zur Seite. Augenblicklich kreiselte der Qunari auf der Stelle herum und stach noch in derselben Sekunde mit seinem Zweihänder zu.
 
 
 

#2332
Kisu

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Es geb ein scharfes, schleifendes Geräusch, als die Klinge an ihrem ausgestreckten Arm vorbeirutschte. Funken spritzten auf unf verloren sich in der Luft. Noch immer roch es nach beißendem Silberdampf.
" Mehr ... geht nicht ? Schwach. " kommentierte Sha´ira in einer Stimme die nicht die ihre war.
Als schien sie aus den Fenstern des Innenhofs zu kommen, war sie von überall zu hören.

Blitzschnell griff sie dem Qunari in die Klinge, drehte sich darunter hinweg und hieb nach seinem Gesicht. Einmal. Der Riese wich zurück. Zweimal. Es krachte, als eine große Scharte aus seinem Schwert herausbrach und klirrend zu Boden fiel. Dreimal. Die Klinge schnitt tief in den Arm des Ochsen. Es zischte und brodelte, Dampf stieg auf und das Fleisch um die Einschnittstelle schien augenblicklich zu verkohlen. Mit einem schnellen Ruck riss sie die Klinge aus dem Arm des Qnunari , drehte sich einmal um die eigene Achse und trat senkrecht nach oben, direkt ins Gesicht des Riesen.

Es krachte, der Ochse taumelte ein paar Schritt zurück, Blut lief ihm aus der Nase. Langsam stellte Sha´ira das Bein wieder auf und schwang ihre Speere mit unnatürlicher Leichtigkeit durch die Luft. Der Dampf, den die Klingen emittierten, hinterlies feine Dunstschleier, die Klingen selbst gaben ein feines, kaum hörbares sirren von sich.

" Ich will dein Blut, Bastard!" Grollte sie ihm entgegen und machte sich bereit ihm ein unrühmliches Ende zu bereiten.

#2333
SickOfItAll

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Der Schild fegte Lydia von den Beinen, riss ihr den Bogen aus der Hand, zerschnitt die Sehne und warf sie scheppernd auf das Dach. Es dauerte einige Sekunden, bis sich ihre Sicht wieder geklährt hatte und sie sich aufsetzen konnte. Selbst verletzt war sie nach eigenem Ermessen nicht, aber ihr Bogen, ihr ein und Alles war ruiniert. Die Sehne war durchtrennt, der Bogen bis zur Reperatur unbrauchbar. Also musste sie auf ihr Schwert zurückgreifen, was ihr in dieser Situation zum Nachteil wurde.

Sie war recht weit weg, bis sie sich zum Qunari vorgeschlagen hatte, würde Zeit vergehen, also musste sie umdenken. Sie lief nach Links und erklomm eine kleine Wand, wie zu einem kolonadengesäumten Balkon führte. Oben lagen einige Schwerter und Messer, Schilde und jede Menge Stiefel. Pfeile fand sie einige und ein Bogen, den sie allerdings erst bespannen musste lag auf einem kleinen Tisch neben der Tür. Den Tisch warf sie um und klemmte ihn unter die Tür, damit ihr niemand auf dem Weg in den Rücken fallen konnte.

Der Bogen war gut, aber zu groß für ihren Geschmack. Sie bevorzugte kleine Reiterbögen, derhier war nicht für sie gemacht, er war ihr zu groß und unhandlich, aber er würde seinen Dienst erfüllen.

Sie zog einen Pfeil aus dem Köcher, den sie neben sich an die Wand gelehnt hatte, legte an und lugte gerade eben über die Brüstung des Balkons. Unten war der Kampf in vollem Gange, aber Lydia konnte mit Bögen umgehen und sie verfehlte selten.

Die sehne knarzte, als sie den Bogen spannte und mit einem leisen sirren schoß der Pfeil durch die Luft genau in den Rücken des unvorsichtigen Hornochsen, der da unten im Hof um sein Leben prügelte. Schnell duckte sie sich wieder, griff nach dem Köcher an der Wand und suchte sich eine neue Position, von der aus sie dem Qunri den nächsten Pfeil auf den Pelz brennen konnte.

#2334
Bellandyrs

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Der Riese schien Leanora und Miandra völlig vergessen zu haben, da er sich mit Feuereifer auf Sha'ira stürzte. Lea sah es mit gewissem Unbehagen, aber irgendwer musste ja das Opfer werden. Sie betete zum Erbauer, dass er eine schützende Hand über das Mädchen hielt, um gleich darauf diesen Vorteil auszunutzen.

Der Qunari war wirklich riesig, obwohl sie selber schon nicht klein war. Aber er war schwer und seine Bewegungen eher langsam, was ihr wiederum zu Gute kam. Weniger gut für sie war jedoch, dass seine Reflexe ausgezeichnet waren. Vielleicht wirkten seine Bewegungen auch nur deswegen langsam, weil es einfach eine Masse an Panzerung und Mann war, die da bewegt wurden. Schnell drehte sie sich und begann, den Feind mit ihrem Schwert zu attackieren, selbst, wenn sie damit keine tödlichen Treffer erzielen würde, konnte sie ihn immerhin schwächen.

Modifié par Bellandyrs, 19 décembre 2011 - 07:08 .


#2335
Kaysallie

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Miandra verzog keine Miene als der Qunari das Wurfmesser mit seiner Schwertklinge abwehrte. Ihr war ohnehin klar gewesen, dass sie nicht treffen würde oder dem Kerl damit überhaupt hätte schaden können. Das Messer galt einzig und alleine dem Zweck herauszufinden, wie sich ihr Feind verhalten würde, und vor allem wie schnell er war. Und er war für seine enorme Größe verdammt geschickt, wie sich auch nur kurze Zeit später herausstellte, als er den Pfeilen von Lydia einfach auswich. Und er war stark. Waffe und ein Schild sausten durch die Luft als wären sie nur zarte kleine Messer. Miandra biss sich auf die Unterlippe, während sie versuchte die Schwachstellen dieses Riesens ausfindig zu machen. Seine Rüstung schützte ihn fast vollends, und dennoch bewegte er sich fast schon grazil darin, als wäre er mit diesem Metall am Körper zur Welt gekommen. Der Zweihänder könnte jedem von ihnen auch nur mit einem halbherzigen Schwung den Kopf abschlagen. Nahkampf wäre hier reiner Selbstmord gewesen.

Während der Qunari erst Lydia verfolgte, und sich anschließend Sha´ira zuwandte, ging Miandra zu jener Stelle an welcher ihr Wurfmesser zu Boden gefallen war, wobei sie sich jedoch keineswegs abhetzte. Im Gegenteil, sie machte dabei sogar einen extra großen Bogen um den tobenden Kampf und beobachtete diesen dabei mit desinteressiertem Blick.

Hinterlist und Heimtücke? Sie sollen kämpfen wie Qunaris? Um Tod und Ehre, sowie um den Sieg des Stärkeren? Ein müdes Lächeln legte sich auf ihre Züge, als die Worte dieses Mannes durch ihren Kopf zogen und sie das kleine scharfe Messer vom Boden aufhob. Anschließend überblickte Miandra nur aus den Augenwinkeln den gesamten Hof, ehe sie wieder den Kampf fixierte. Sie wurden gerade eben von unzähligen Soldaten umzingelt und in die Enge getrieben. Und dann schwafelte der Kerl so etwas daher? Scheinbar waren diese Qunaris wirklich nicht die Allerhellsten… oder es lag einfach nur daran, dass er auch nichts weiter als ein Mann war.

Miandra war inzwischen davon überzeugt, dass Sha´ira diesen Riesen auch alleine zu Fall bringen würde. Blutdurst stand in den Augen der grünhaarigen Elfe und Miandra wurde schließlich bereits einst Zeuge davon, welch enorme Zerstörungskraft in der jungen Nevarerin schlummerte. Aber sie würde auch nichts dagegen haben, wenn das ganze schneller vonstattengehen würde. Genau in diesem Moment sah sie, wie Lydia mit einem anderen Bogen weitere Pfeile abfeuerte, und auch Leanora holte von einer anderen Seite zum Schlag aus.

Miandra selbst steckte das Wurfmesser weg und zog die beiden Dolchen aus deren Scheiden. Einige Lidschläge wartete sie noch, doch welche Tricks würde der Söldner noch auf Lager haben, nun wo Sha´ira ihm seine heilige Waffe beschädigt und entrissen hatte, und er zusätzlich von drei weiteren Seiten attackiert wurde?

Ein leichtes Lächeln legte sich auf Miandras Gesicht, ehe sie die Augen weiter zusammenkniff, kraftvoll ausholte und die erste Klinge von sich wegwarf, welche rasend schnell auf die linke Seite des Quanris zuraste. Zusammenarbeit konnte wohl doch etwas Schönes sein...

Modifié par Kaysallie, 19 décembre 2011 - 12:22 .


#2336
Aliens Crew

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Der Magus bewegte sich schnellen Schrittes durch den langen Korridor. Dieser wurde von zahlreichen prachtvollen Lampen erhellt, die an den Wänden hingen und den Gang in ein angenehmes Licht tauchten. Viele Türen und weitere Flure zweigten von diesem Weg ab, doch wollte der Magus diesem Korridor bis zum Ende folgen, wo er in die Eingangshalle des Gebäudes führte, von der aus er auf den Hof gelangte, wo sich auch der Pferdestall des Anwesens befand. Dort wartete sein schwarzer Rappe auf ihn, welcher ihn aus dieser Stadt…nein, aus Ferelden und somit aus dem Machtbereich seiner Auftraggeberin fortbringen sollte. Und vielleicht auch außer Reichweite dieser meuchelmörderischen Elfe.
 
Für die schönen Wandteppiche und Gemälde, welche an den Wänden hingen, hatte der Mann kein Augenmerk. Ihn interessierte nur die Tür, welche er am Ende des Ganges ausmachen konnte und welche ihn hier rausbrachte. Er wollte nur hier weg und diesen verfluchten Auftrag unbeschadet hinter sich bringen. Der Magus erreichte die Tür, öffnete diese und…verharrte mitten in der Bewegung.
 
Vor ihm offenbarte sich die große und prächtige Eingangshalle, welche nun aber in kompletter Dunkelheit lag. Nur schemenhaft konnte der Magus einige der breiten Marmorsäulen erkennen, welche die hohe Decke stützten. Ansonsten wurde der Rest des Raumes von tiefschwarzen Schatten verborgen.
 
Der Mann machte eine schnelle Handbewegung, durch die eine kleine Flamme in seiner Hand entstand, mit welcher er in die Halle hineinleuchtete. Die kleine Lichtquelle erhellte einen Bruchteil des großen Saales. Doch es reichte aus, damit der Magus erkennen konnte, dass die Fackeln, die normalerweise an den Wänden und Säulen hingen, um diesen Raum zu erhellen, verschwunden waren. Sie waren nicht einfach erloschen…nein, sie fehlten vollends. Das konnte kein Zufall sein.
 
Nun hatte der Magus ein großes Problem. Er wollte nicht durch diese Halle gehen, da er fürchtete, in eine Falle zu laufen, doch war dies der einzige Weg nach draußen und somit also auch der in die Freiheit. Er hatte also kaum eine Wahl, als es zu versuchen.
 
Schnell löschte der Mann das magische Feuer und trat nach links in den Saal hinein, weg von der Tür und dem erleuchteten Gang dahinter. Dort gab er ein zu gutes Ziel ab. So schlich er in den Schatten hinein und dann weiter Richtung Ausgang. Zu seinem Glück, wusste er, wohin er musste und konnte sich trotz der Finsternis in diesem Raum orientieren. So leise wie möglich tastete er sich weiter vor.
 
„Na, wen haben wir denn da?!?“ ertönte plötzlich eine Stimme, welche von überall geleichzeitig zu kommen schien. „Wohin des Weges?!?“
 
Der Magier kreiselte herum, richtete seine Hände nach vorne und feuerte reflexartig einen dünnen Feuerstrahl in die Dunkelheit hinein, welcher durch die Halle fegte und sich schließlich in der Finsternis verlor.
 
„Versuchst du mich nun zweiten Mal abzufackeln? Lernst du etwa niemals hinzu?“ Dieses Mal schien die Stimme von rechts zu kommen.
 
Wieder fuhr der Magus herum, bevor er ein kleines Blitzgewitter entfesselte, was in einem blauen Licht und mit zischenden Geräuschen den Saal teilweise erhellte. Er hielt diesen magischen Angriff einen Moment aufrecht, bis er glaubte, es wäre genug. Dann umfing ihn wieder Stille…und Finsternis. Er lauschte angestrengt, doch vernahm keinen weiteren Laut mehr. Hatte er sein Ziel etwa erwischt? Er wollte nicht hierbleiben, um das herauszufinden. So setzte er sich wieder in Bewegung und ging schnellen Schrittes Richtung Ausgang. Doch eben diese hallten dabei für seine Ohren überdimensional laut von den Wänden wider.
 
„Das war schon besser, nur leider ging das vollends daneben. Versuche es mal auf der anderen Seite!“ ertönte die Stimme erneut.
 
Der Magus wandte sich blitzartig nach links, wobei er ein steinähnliches Geschoss in seinen Händen entstehen ließ, welches sich zu drehen schien, ohne seine Handinnenflächen tatsächlich zu berühren. Er konzentrierte sich einen Moment, wodurch das Gebilde größer und größer wurde, bereit, jederzeit abgefeuert zu werden. Und da bemerkte er eine Bewegung zu seiner rechten. Ein Täuschungsmanöver!
 
Der Magus kreiselte herum und feuerte sein Geschoss ab, welches gleich einer steinernen Faust durch die Luft sauste. Just im selben Moment flog eine kleine Flasche heran, die dicht vor dem Mann auf den Boden landete und dort zerschellte. Die blaue Flüssigkeit, welche sich darin befunden hatte spritzte nach allen Seiten weg und traf auch den Magier, dessen Haut und Kleidung sie wie ein dünner Film überzog. Der Mann schrie erschrocken auf, torkelte zwei Schritte zurück, bevor er über seine Robe stolperte und zu Boden krachte.
 
Sein steinernes Geschoss hingegen traf zur selben Zeit eine nahe Marmorsäule, aus der ein großes Stück herausbrach, welches lautstark zu Boden polterte. Zudem zogen sich lange, tiefe Risse über diesen edlen Stützpfeiler und destabilisierten diesen zusehends.
 
Und da trat auch schon Vernita aus dem Schatten hervor und ging langsam und mit einem siegessicheren Grinsen auf den Lippen auf den am Boden liegenden Magus zu. Dabei ließ sie einmal die Klingen ihrer Schwerter aufeinanderprallen, was ein helles Geräusch erzeugte und durch das Echo der Wände scheinbar ins Unendliche gestreckt wurde. Der Magier hob seine Hände und zielte damit in Richtung der Elfe, um sie in ein schönes Blitzgewitter einzuhüllen. Er konzentrierte sich kurz, fixierte dabei seine Gegnerin mit zusammengekniffenen Augen und…nichts geschah.
 
„Da staunst du, was?“ spottete Vernita, als sie den Mann erreicht hatte. Sie richtete die Klinge eines ihrer Schwerter direkt auf seinen Hals hinunter. „Ist schon ein echtes Wunder, was für eine Witzfigur eine kleine Mixtur aus einfachen Kräutern einen sonst so großmächtigen Magier machen kann, nicht wahr?“
 
„Was wollt Ihr?“ stammelte der Magus fassungslos und ließ dabei seine Hände sinken. Schlagartig wurde ihm klar, dass er dieser Elfe schutzlos ausgeliefert war. Seiner magischen Kräfte beraubt, hatte er dieser Frau nicht das Geringste mehr entgegen zu setzten.
 
„Das, was ich von all meinen Feinden will…deinen Kopf, was sonst?“
 
„Nein, wartet“, meinte der Mann schnell. „Wir müssen doch gar keine Feinde sein. Wie wäre es mit einem Handel? Ich könnte Euch sehr von Nutzen sein!“
 
„Hah! Ihr Magier seid doch alle gleich!“ lästerte Vernita lachend. „Kaum zwingt man euch in die Knie, da fangt ihr auch schon an, wie kleine Gauner, um euer Leben zu schachern. Doch leider traue ich dir kein Stück. Tut mir leid, du Wicht. Kein Geschäft zwischen uns beiden! Ich will nur dein Blut, den Rest kannst du behalten!“
 
Die Elfe hob ihr Schwert zu einem letzten Hieb, als sie das Rieseln von Sand und das Reißen von Marmor vernahm. Sie wandte schnell den Kopf und bemerkte sofort, dass sich die Risse nun über die ganze Säule zogen. Diese war inzwischen so instabil geworden, dass sie die schwere Decke nicht mehr tragen konnte und in diesem Moment nachgab. Krachend stürzte die Säule in sich zusammen und mit ihr donnerten auch Teile der Decke auf den Magus und sie selbst hinab.
 
___________________________________________________________________________
 
Sha’ira überraschte den Qunari mit zwei, drei schnellen Schlägen, doch konnte das den Kampfeswillen des Riesen in keinster Weise schwächen. Im Gegenteil! Die Wut machte ihn nur um großes Maß gefährlicher. Mit zusammengekniffenen Augen fixierte er seine Gegnerin vor sich, die sich schon siegessicher wähnte.
 
Dann stürzte er mit erhobenem Zweihänder auf die Elfe zu, bereit ihr mit einem einzigen Hieb den Kopf abzuschlagen. Der Schlag kam von links, woraufhin Sha’ira ihre Gleven hob, um diesen Angriff abzublocken. Doch hatte der Riese genau damit gerechnet.
 
Er fälschte seinen Angriff ab und anstatt einen seitlichen Hieb durchzuführen, schlug er in gerader Linie mit dem Knauf der Waffe an der Deckung der Elfe vorbei mitten in deren Gesicht. Der Griff der Waffe traf sie direkt unterhalb ihrer Auges und ließ Sha’ira zurücktorkeln.
 
Der Riese setzt sofort nach, indem er mit seinem ganzen Körper einfach in die Elfe hineinlief und ihr dabei seinen schweren Schulterpanzer ins Gesicht rammte, und das Mädchen durch sein schieres Gewicht wie eine Strohpuppe zu Boden schleuderte. Doch anstatt nachzusetzen und seine Gegnerin, welche leicht benommen im Staub des Innenhofes gelandet war, sofort zu erledigen, schlug er einen Haken, da er instinktiv wusste, dass jemand mit einem Bogen auf ihn zielte. Seine Bewegung war schnell und präzise, so dass Lydias Pfeil ihn unmöglich treffen konnte, dafür aber direkt auf die am Boden liegende Sha’ira zuraste.
 
Der Qunari selbst wandte sich stattdessen an Leanora, die soeben mit ihrer Waffe auf diesen einschlagen wollte. Gekonnt parierte er diesen Angriff mit seiner mächtigen Klinge, bevor er seinen Fuß hob und der blondhaarigen Frau einen wuchtigen Tritt gegen deren Brust verpasste. Er wollte gerade nachsetzen, als ein stechender Schmerz seinen Körper durchfuhr.
 
Miandras Dolch hatte seinen Unterleib unterhalb der Rüstungskante getroffen und blieb dort wie ein Mahnmal stecken. Der Riese wandte sich knurrend zu der Frau um, wobei ihm auch Lydia ins Auge fiel, welche bereits einen weiteren Pfeil auf ihn ansetzte.
 
So zog sich der Qunari zurück, um die getroffene Leanora zwischen sich und die Fernkämpfer zu bekommen, damit diese ihn nicht weiter beharken konnten. Dabei schmerzte die Wunde in seinem Rücken doch sehr, allerdings ignorierte er das wie ein echter Qunari. Nur dem Gift der Klinge würde er sich nicht ewig widersetzten können.
 

Modifié par Aliens Crew, 21 décembre 2011 - 04:23 .


#2337
Kaysallie

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Ein zaghaftes Grinsen legte sich auf Miandras Lippen, als sie sah, dass ihr Dolch einen Treffer gelandet hatte und ihr der Qunari deswegen einen wütenden Blick zuwarf. Doch ehe sie eine weitere Klinge werfen konnte, bewegte sich der Riese zur Seite, so dass Leanora nun in ihrem Schussfeld stand. Glaubte der Kerl etwa tatsächlich, dass sie das hindern würde?

Doch genau in dem Moment, in welchem sie zu einem weiteren Angriff übergehen wollte, vernahmen ihre Ohren ein eigenartig krachendes Geräusch, welches sie für einige Herzschläge in der Bewegung verharren ließ. Langsam wandte sich Miandras Blick in jene Richtung, aus welcher sie das Geräusch vernommen hatte, wobei ihr kurz der Atem stockte als sie sah, wie eine riesige Staubwolke aufgewirbelt in den Himmel empor stieg. Erst bei genauerem Hinsehen erkannte sie schließlich, dass nicht allzu weit entfernt offenbar gerade ein Gebäude eingestürzt war; oder eher: gerade am Einstürzen war. War nicht Vernita vorhin in diese Richtung verschwunden? Das konnte doch kein Zufall sein!

Ohne noch einen Blick zu dem Quanri und den anderen zu verschwenden, ließ sie ihren Dolch wieder sinken, lief einfach aus dem Stand heraus los und steuerte in die Richtung dieses einstürzenden Hauses, wobei sie sich an den unübersehbaren Staubwolken, die über den Dächern qualmten, orientierte.

Dass sie ihre drei Begleiterinnen gerade einfach im Stich gelassen hatte, war Miandra für den Moment vollkommen gleichgültig. Der Quanri war ohnehin bereits verletzt und es daher nur eine Frage der Zeit bis er zu Boden gehen würde. Außerdem waren sie immer noch drei gegen einen, doch Vernita war alleine gegen …
Miandra schluckte. Sie wusste es nicht, und dieser Gedanke brauchte eine Antwort. Und das Gefühl, dass dieser Einsturz nichts Gutes heißen konnte, trieb sie zu einer rasenden Geschwindigkeit an. Doch nur nach kurzer Zeit vernebelten ihr die Staubpartikel, die durch die Gassen rund um das einstürzende Haus strömten, fast die Sicht, so dass sie ihr Tempo ein wenig verlangsamen musste, bis sie schließlich nur noch gehend vorwärts kam. Erst als sie kurz vor dem Gebäude stand, erkannte sie, dass es tatsächlich noch nicht vollkommen in sich zusammengefallen war. Bröckelnde Geräusche und weiterer Staub der aufgewirbelt wurde verrieten zudem, dass der Einsturz noch in vollem Gang war.

Ob es ein Fehler war hier her zu kommen? Schließlich hatte sie gerade keinerlei Ahnung was sie hier überhaupt machen sollte, oder was hier vor sich ging… Miandra schüttelte den Kopf und hielt sich den Unterarm vor Mund und Nase, um nicht noch mehr von diesen Staubpartikeln einzuatmen, ehe sie das Haus mit bedachtem Abstand umrundete, um einen möglichen Eingang zu finden.

#2338
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Hastig stopfte die Elfe ihre Sachen in ihre Tasche, welche vor ihr auf dem Tisch lag. Dabei sah sie sich ständig um und fragte sich unentwegt, wie lange dieser Quanri ihre „Opfer“ wohl noch in Schach halten konnte. Zugleich versuchte sie, nicht zu viel über das Ganze nachzudenken, da es ihr tief in ihrem Innersten widerstrebte, was sie hier gerade tat. Sie lief davon. Das war bis zu diesem Tag für sie völlig undenkbar gewesen. Bisher hatte sie noch jeden Auftrag erledigt, den sie einmal angenommen hatte, und sei dieser auch noch so schwierig gewesen. Allerdings musste sie dem Magus auch Recht geben. Dies war kein gewöhnlicher Auftrag. Und der taktische Rückzug war im Moment wirklich das Klügste, was sie machen konnten. Trotzdem war ihr bei dem Gedanken ziemlich unwohl.
 
Sie schüttelte kurz den Kopf, um sich von diesen Überlegungen zu befreien, während sie ihre Tasche schloss und sich anschließend umhängte. Danach griff sie sich ihren Bogen und wandte sich zum Gehen um. Für einen Moment dachte sie daran, diese Fluchtpläne zu vergessen, sich mit ihrem Bogen nach draußen zu begeben und diesem Fleischklotz gegen diese Vernita und ihre Begleiterinnen zu unterstützen. Doch schon im nächsten Augenblick verwarf sie diesen Gedanken bereits wieder. Sie war den anderen keine Loyalität schuldig und war nur für sich selbst verantwortlich. Das zumindest redete sie sich ein, während sie sich in Bewegung setzte, um diesen Ort ein für alle Mal zu verlassen.
 
Die Elfe hatte kaum den Raum verlassen, als sie dieses laute, dumpfe Poltern vernahm. Nein, es war doch eher ein Donnern, so als würde ein ganzes Haus nach einem schweren Erdbeben einfach in sich zusammenfallen. Und auch wenn dieses Geräusch nur sehr gedämpft an ihre Ohren drang, konnte die Quelle dafür nicht weit entfernt sein.
 
‚Was für eine Scheiße ist das nun wieder?!?‘ ging es der Elfe schlagartig durch den Kopf, wobei sie stehen blieb und diesem Krach lauschte, bis dieser Momente später verklungen war. ‚Reißen die jetzt hier die ganze Hütte ab?!?‘
 
Nachdem kurze Zeit später wieder Stille einkehrte, setzt sich die Elfe wieder in Bewegung. Allerdings weitaus schneller als zuvor, denn sie hatte das Gefühl und auch das Bedürfnis, dieses Gebäude so schnell wie möglich zu verlassen. Denn es lag etwas in der Luft…etwas sehr bedrohliches.
 
Die Elfe erhöhte ihr Tempo, während sie den Gang entlanglief. Ihr Atem ging schnell, aber regelmäßig. Mit ihren Augen blickte sie sich ständig um, konnte aber nichts Verdächtiges erkennen. Bis sie schließlich die Tür erreichte, welche in die Eingangshalle und somit aus diesem Anwesen herausführte. Diese war geschlossen, so dass die Elfe ihren Lauf abbremste und diese ruckartig öffnete.
 
Die Halle vor ihr lag in kompletter Dunkelheit. Von den Fackeln, welche diesen Raum erleuchten sollten, fehlte jede Spur. Nur am Ende des Saales fiel Licht durch die Decke hinein und erhellte damit einen kleinen Teil, welcher von Schutt und Trümmern übersät war. Also, von hier her war der Lärm gekommen. Aber was war hier geschehen? Die Elfe hatte ein ganz mulmiges Gefühl.
 
„Na, wen haben wir denn da?!?“ ertönte plötzlich eine Stimme aus der Dunkelheit. „Kommt noch jemand zu unserem kleinen Schlachtfest vorbei?!?“
 
Die Elfe zuckte zurück, als sie die Stimme vernahm, aber deren Besitzer nicht ausmachen konnte. Instinktiv griff sie nach einem Pfeil aus ihrem Köcher, spannte diesen mithilfe ihres Bogens und feuerte ihn anschließend blind in die Dunkelheit ab. Das Geschoß raste durch die Luft, bevor es schließlich mit einem leisen „Klack“ gegen eine der Marmorsäulen prallte und zu Boden fiel.
 
„Ihr Söldner seid doch alle gleich!“ spottete die Stimme wieder aus der Dunkelheit heraus. „Fällt euch nichts Besseres ein, um dem Unbekannten zu begegnen?“
 
Die Elfe fingerte einen weiteren Pfeil aus ihrem Köcher, legte diesen ein und zielte dann mit ihrem Bogen in die Finsternis hinein. Dabei versuchte sie ihre Augen an das Dunkel der Halle zu gewöhnen und lauschte zudem noch nach den kleinsten Geräuschen, mit denen sich ihr Gegner eventuell verraten würde. Und da machte sie eine schattenhafte Bewegung aus. Schnell verfolgte sie das Ziel und ließ die Sehne ihrer Waffe los, womit sie ihren Pfeil auf eine tödliche Reise schickte. Dieser verlor sich in der Dunkelheit und kurz darauf kehrte wieder Stille ein.
 
Sie legte vorsichtshalber noch einen weiteren Pfeil ein und trat Schritt für Schritt in den Saal hinein. In diesem Moment zischte etwas auf sie zu…etwas ziemlich kleines. Instinktiv zog sie den Kopf ein und feuerte ihren Pfeil ab. Nur knapp flog das kleine Messer an ihrem Ohr vorbei und bohrte sich in den Rahmen der Eingangstür. Leicht zitternd blieb es darin stecken.
 
„Nur ein kleines Präsent von mir, um mir deiner vollen Aufmerksamkeit gewiss zu sein“, lachte die Stimme wieder. „Aber warte, ich komme etwas näher, dann können wir uns besser unterhalten.“
 
Schnell wich die Elfe mehrere Schritte zurück in den Gang hinein, wobei sie wieder ihren Bogen lud und damit auf die Türöffnung vor sich zielte. Sie würde den erstbesten erschießen, der es wagen würde, sie zu verfolgen. Doch nichts dergleichen geschah. Stattdessen kehrte wieder Stille ein. Und diese gefiel der Elfe ganz und gar nicht.
 
Langsam trat sie noch einige Schritte weit zurück, ohne dabei die Tür aus den Augen zu lassen, doch noch immer zeigte sich niemand. Es war, als wäre ihr Feind spurlos verschwunden. Und das machte die Elfe sehr nervös. Schweiß legte sich wie ein dünner Film auf ihre Stirn. Ihr Atem beschleunigte sich wieder, vor Angst, aber auch vor Anstrengung. Sie spannte nun seit einigen Minuten (oder waren es schon Stunden, der Elfe kam es fast so vor) ihren Bogen und zielte damit in die Dunkelheit hinein. Und da fing auch schon die Pfeilspitze zu zittern an und ihre Arme begannen zu schmerzen. Lange könnte sie nicht mehr so stehen bleiben. Wartete ihr Feind vielleicht genau auf diesen Augenblick?
 
Sie verfluchte sich selbst dafür, dass sie nicht häufiger den Nahkampf trainiert und ihre Fertigkeiten in dieser Kampfart geschult hatte. Das wäre für sie nun die Rettung gewesen. Doch hatte sie solche Fertigkeiten bis heute nie wirklich gebraucht, da ihre Gegner nie wirklich eine Gelegenheit hatten, so nahe an sie heranzukommen. Denn bisher war sie immer die Jägerin gewesen, aber nun…wer jagte hier eigentlich wen?
 
Sie wich noch weiter zurück, wobei ihr Atem schon fast keuchend ging, und sie schließlich vor etwas Hartes lief. Erschrocken stöhnte sie auf und erstarrte für einen Moment wie zu einer Salzsäule.
 
„Du hättest besser auf deine Deckung achten sollen, Schlampe!“ zischte die Stimme wieder, doch diesmal befand sich diese genau hinter der Elfe. „Besonders, wenn du dich nicht in dem Gebäude auskennst, indem du dich befindest!“
 
Noch ehe die Elfe etwas hätte unternehmen können, spürte sie auch schon diesen stechenden, alles verzehrenden Schmerz, der in diesem Moment durch ihre Rücken fuhr, als Vernita ihr eines ihrer Schwerter in den Unterleib rammte.
 
„Das ist dafür, dass du meine Freunde und mich gejagt hast wie wilde Tiere!“ knurrte Vernita mit einer boshaft klingenden Stimme.
 
Der Pfeil der Elfe löste sich durch den Treffer und flog wirkungslos in die Dunkelheit hinein. Die Söldnerin selbst ließ ihren Bogen fallen, als wäre er plötzlich glühend heiß. Stattdessen versuchte sie krampfhaft, ihren kleinen Dolch aus der Scheide zu ziehen, welche an ihrem dünnen Ledergürtel hing. Doch da kam schon der nächste Treffer.
 
Dieses Mal stieß Vernita ihrem Opfer ihr zweites Kurzschwert von hinten mitten durch die Brust. Dabei achtete sie allerdings sehr genau darauf, dass sie nicht das Herz der Elfe traf, sondern nur deren Lunge durchbohrte. Schließlich sollte die Söldnerin ihr Ende voll und ganz genießen können. Doch sollte es auch nicht zu schnell vorbei sein.
 
„Und das ist dafür, dass du eine von uns in den Rücken geschossen hast und auch uns einfach abschießen wolltest wie räudige Köter!“
 
Der Elfe blieb die Luft weg, als das Schwert ihren Brustkorb durchstieß. Sie fing an zu röcheln. Blut und Speichel sammelten sich in ihrem Rachen und liefen auch schon über ihre Mundwinkel. Ihre Augen waren vor Schmerz und Entsetzen weit aufgerissen…und ihr ganzer Körper brannte wie Feuer, die Schmerzen waren nicht auszuhalten.
 
Mit einem Ruck zog Vernita ihr erstes Schwert wieder aus dem Unterleib der Elfe, wodurch deren Körper noch einmal aufzuckte. Doch ansonsten war der Wille der Söldnerin gebrochen. Schlaff hingen ihre Arme nach unten, während sie röchelnd und Blut spuckend auf die Knie sackte. Mit ihrer freien Hand packte Vernita die Elfe am Schopf und zog den Kopf zurück, so dass sie ihrem Opfer direkt in die Augen sehen konnte. Der Blick der Elfe wirkte dabei schon recht geistesabwesend und verschwommen, der von Vernita hart und gnadenlos.
 
„Und das ist für mich persönlich!“ Bei diesen Worten zog Vernita die scharfe Klinge ihres Schwertes quer über die Kehle der Elfe und durchschnitt diese als wäre sie lediglich aus Butter. Blut spritzte fontänenartig aus der Wunde heraus und besudelte den Boden sowie Vernita selbst. Diese stieß die Elfe von sich weg, wobei sie verächtlich grinste, während sie dem zuckenden Körper ihres Opfers selenruhig beim Verbluten zusah. Das ganze Schauspiel dauerte nur ein paar Minuten, dann lag die Elfe völlig regungslos und mit starrem Blick in einer riesigen Lache ihres eigenen Blutes.
 
„Und nun schnappe ich mir deine Auftraggeber, du miese, kleine Schlampe!“ zischte Vernita noch einmal verächtlich, bevor sie ihr Schwert aus dem Rücken der Toten zog, danach ihr Messer wieder einsammelte und sich erneut auf den Weg machte.
 
___________________________________________________________________________
 
Grüne Augen. Sie stachen aus der Dunkelheit hervor wie kleine, funkelnde Smaragde. In einem Versteck kauerten sie und beobachteten den Aufmarsch der Wachen. Alles schien so klar, so einfach, so endgültig. Dort war der große Trupp gegen diese paar armseligen Gestalten. Wer hätte jemals daran gezweifelt, dass Vernita und ihre Begleiterinnen nicht auf diesem Hinterhof sterben würden. Wohl niemand, außer dem Verstand hinter diesen grünen, stechenden Augen.
 
Und dann kam es, wie es kommen musste. Rauch stieg auf, die Sicht war genommen und der wohldurchdachte Plan vereitelt. Und was dann folgte, war klar. Ein Gemetzel. Es wurde geschrien und gewütet. Tod und Vernichtung wurde vollstreckt durch Feuer und Stahl, bis schließlich eine gespenstische Stille einkehrte.
 
Der Mund unter den grünen Augen fing an zu kichern. Leise aber voller Hohn und einer gewissen Freude. Der Rauch verzog sich und machte den Blick frei auf das Schlachtfeld. Es war keiner mehr da, zumindest nicht in einem Stück. Außer diesem riesigen Fleischklotz und all denjenigen, die es eigentlich nicht mehr sein sollten. Das Kichern wurde lauter, als sich diese Elfe aus dem Staub machte und die anderen damit begannen, diesen plumpen Riesen zu drangsalieren.
 
Erst als die grünen Augen das Ziel erfassten, dieses schwarzhaarige Weibsbild, deren Geruch die Nase unter den Augen schon lange durchdrungen hatte, wurde aus dem Kichern ein gefährliches Fauchen. Wenn Blicke töten könnten, dann würde der Ausdruck dieser grünen Augen wohl ganz oben auf der Liste der tödlichsten Blicke stehen, die es jemals gegeben hatte und jemals geben würde. Diese Augen würden erst dann Ruhe finden, wenn das Blut dieser Frau vergossen worden war…und zwar alles, bis auf den letzten Tropfen.
 
Dann geschah es. Das Unerwartete. Eine Erschütterung. Irgendwo polterte und krachte es, so als würde ein ganzes Haus einstürzen. Die grünen Augen sahen sich kurz überrascht um, bevor sie wieder ihr Ziel fixierten. Und dieses fing an zu Laufen. Bewegte sich schnell weg von den anderen.
 
Der Mund unter den Augen fing an zu kichern. Endlich ging es los. Das Spiel konnte beginnen.
 
___________________________________________________________________________
 
Etwas ziellos irrte Miandra über den Hof, um einen Eingang zu finden. Sie wollte die Suche gerade schon aufgeben und fragte sich bereits, was sie hier eigentlich tat, als sich hinter ihr quietschend eine Türe öffnete. Diese konnte sie vorher nicht sehen, da sie fast vollständig mit der Mauer um sie herum verschmolz, wenn diese geschlossen war.
 
Nun aber gähnte sie diese Öffnung an, wie der gefräßige Schlund eines unersättlichen Monstrums. Und diese undurchdringliche Schwärze hinter diesem Durchgang hatte etwas Beängstigendes an sich, aber zugleich auch etwas sehr Anziehendes…
 
 
 

#2339
Kaysallie

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Schwärze. Das war alles was Miandra sehen konnte. Eines der Dinge, die sie abgrundtief hasste, schon seitdem sie ein kleines unschuldiges Mädchen gewesen war. An dunklen Orten war bisher nie etwas Gutes geschehen. In der Zeit eines Lidschlages schossen unzählige Erinnerungen durch ihren Kopf, die sie mit Finsternis verbinden konnte. Wie schwach und hilflos man sein konnte, nur wenn man die Augen verbunden hatte von einem solchen schwarzen Band.

Doch eigentlich war diese Schwärze gerade eher weniger das was sie beunruhigte. Eine viel wichtigere Frage war doch, wo diese eigentlich hergekommen war? Eine geheime Tür? Wo würde sie hinführen? Und wieso hatte sie sich gerade eben geöffnet? War es vielleicht ein Weg in dieses halb eingestürzte Gebäude, in welches sie schon die gesamte Zeit über gelangen wollte? Oder war es nur… eine weitere Falle?

Unschlüssig darüber, was sie nun tun sollte, blickte sich Miandra unsicher um. Erst nach links, dann nach rechts. Doch nichts und niemand waren zu sehen. Nervös umklammerte sie den Griff des Dolches, welchen sie noch immer in der Hand hielt. Auch, dass ihre zweite Nahkampfwaffe bei dem Quanri zurückgeblieben war, verunsicherte sie zutiefst. Wahrscheinlich wäre es ohnehin das Klügste gewesen einfach umzudrehen. Was tat sie hier eigentlich? Überlegte sie tatsächlich, ob sie dieses schwarze Loch vor sich betreten sollte? Und wozu eigentlich? Nur um sich dann von Vernita anhören zu können, wie dumm sie doch gehandelt hatte?

Miandra wandte sich mit einem Kopfschütteln um und stieß dabei ein müdes „Ach“ aus. Anschließend schlenderte sie vier Schritte den Weg zurück, ehe sie abrupt stehen blieb und noch einmal über ihre eigene Schulter zu der Öffnung hinter sich blickte. Einige Herzschläge blieb sie so stehen, wobei ihre Augen die schwarze Lücke nachdenklich fixierten und sie dabei nicht ein einziges Mal blinzelte.

Diese Schwärze… sie erinnerte sie an so vieles. Daher war es auch so unbegreiflich, warum sich ein einziges Geschehnis immer wieder vor ihrem geistigen Auge abspielte… und ein einziger Satz immer wieder durch ihren Kopf raste…

Sie solle nach vorne gehen… und nicht zurück.

Miandra stieß schließlich einen lauten Seufzer aus, drehte sich wieder um und ging knapp an die Wand neben der Öffnung heran, wobei sie ihren Rücken an diese presste. Vorsichtig lugte sie mit dem Kopf in das Loch hinein. Sie horchte und tastete vorsichtig die Wand im Inneren ab, wobei einige kleine Steine herab bröselten und Staub an ihren Fingern haften blieb. Nichts war ungewöhnlich an diesem Eingang - natürlich abgesehen davon, dass er vollkommen dunkel und urplötzlich aus dem Nichts aufgetaucht war. Dennoch … irgendwas sagte ihr, es wäre der einzige Weg… und der richtige.

So setzte Miandra vorsichtig einen Fuß über die Schwelle und tastete sich langsam weiter vor, wobei sie hoffte, dass sich ihre Augen bald an diese Dunkelheit gewöhnen würden.

Modifié par Kaysallie, 25 décembre 2011 - 12:05 .


#2340
Bellandyrs

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Leanora blieb die Luft weg, als der Qunari ihr den Tritt verpaßte, und sie krümmte sich vor Schmerzen. Bei allen guten Geistern, das war ihr Ende, sie hatte diesem Riesen nichts bis wenig entgegenzusetzen. Zum Glück drehte er sich um, als Miandras Waffe ihn traf, das gab ihr einige wertvolle Sekunden, um wieder aufrecht stehen zu können. Doch dann stürzte der Riese wieder auf sie zu, ohne jeglicher Deckung. Was hatte er vor?

Aus den Augenwinkeln sah sie, dass Lydia bereits auf ihrem Posten war und einen Pfeil aus ihrem Köcher holte. Wollte er sie, Lea, als lebenden Schild verwenden? Sie schluckte und überlegte fieberhaft, wie sie dieser Situation entgehen konnte. Doch da hatte er sie schon gepackt, mit einem seiner Arme einfach ihren Brustkasten umschlungen, als wäre sie ein kleines Püppchen, ein Stück hoch gehoben und über den Platz gezerrt. Sie strampelte mit ihren Beinen, aber das brachte nichts, außer, dass ihre Hüfte vor Schmerz protestierte und ihr Brustkasten mit einem Stechen antwortete. Sie war diesem Riesen im Moment hilflos ausgeliefert. Sha'Ira lag mit lädiertem Gesicht einige Meter weg von ihr am Boden und rührte sich nicht - war sie nur bewußtlos - oder ... tot? Miandra konnte sie nirgendwo mehr sehen. Diese hatte sich wohl aus dem Staub gemacht. Das hätte sie der schwarzhaarigen nicht zugetraut, dass sie ausgerechnet jetzt ihre Gefährtinnen im Stich ließ. Oder war sie Vernita nachgerannt?

Es war egal, Tatsache war, dass diese Umstände nicht gerade dazu beitrugen, den Riesen zu erledigen. Sie konnte nur hoffen, dass Lydias Pfeil nicht sie traf, sondern doch den Qunari, der doch um einiges mehr Körpermasse aufzuweisen hatte.

Ihre Gebete wurden anscheinend erhört, denn der Qunari brüllte vor Wut auf und ließ Lea achtlos auf den Boden fallen. Wieder preßte es Lea die Luft aus den Lungen, dennoch sah sie sich hektisch um, was der Grund für das Verhalten des Riesen war.

Modifié par Bellandyrs, 25 décembre 2011 - 05:47 .


#2341
Aliens Crew

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Die Dunkelheit war wirklich allumfassend. Keine Fackel oder Lampe spendete auch nur den Hauch eines Lichtscheines. Zudem war es recht feucht in diesem Raum. Die Luft war stickig und der unangenehme Gestank von Schweiß, Urin und Fäkalien lag wie ein Belag auf Miandras Atemwegen. Irgendwo tropfte Wasser in ein Fass oder eine Schüssel. Das helle Plätschern wiederholte sich in regelmäßigen Abständen. Ansonsten war es absolut still...erdrückend still geradezu.
 
Da ertönte ein lauter Knall, gefolgt von einem hellen Schrei. Ein zweiter Knall folgte gleich darauf, und es hörte sich fast so an, wie der Schlag einer Peitsche. Auch dieser wurde von einem schrillen Schrei begleitet, der in das leise Schluchzen einer jungen Mädchenstimme überging. Das Geräusch musste irgendwo vor Miandra seinen Ursprung haben, doch es war schwer auszumachen, da es gedämpft klang, so als würden dicke Wände diese Laute nur bedingt nach außen dringen lassen.
 
Aber da öffnete sich auch schon wie von selbst eine Tür auf der anderen Seite des Raumes. Quietschend und knarrend gab sie den Weg frei, der von einer Pechfackel nur notdürftig erhellt wurde. Und mit einem Donnern schloss sich gleichzeitig der Geheimausgang hinter der schwarzhaarigen Frau, so als wäre er von Geisterhand geschlossen worden. Dieser Laut klang irgendwie endgültig.
 
Bevor Miandra groß darüber nachdenken konnte, ertönte ein weiterer Peitschenknall, gefolgt von einem Schrei. Und nun konnte sie auch genau zuordnen, dass dieses Geräusch seinen Ursprung hinter dieser zweiten Tür hatte...
 
 

Modifié par Aliens Crew, 26 décembre 2011 - 08:22 .


#2342
Kisu

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Jetzt war es genug. Alle Selbstkontrolle war vergessen, jeder Schmerz wa unterdrückt, das Denken war ausgeschaltet. Blut, sonst wollte sie nichts. Blut und Gewalt. Mord und Totschlag. Der Qunari würde jetzt sterben und ihr war es egal, wie er das tat, solange es nur qualvoll war.
Gerade als er Lea fallen gelassen hatte, warf Sha´ira sich auf ihn. Mit einem ohrenbetäubenden Schrei sprang sie auf ihn zu, ohne Rücksicht auf sich selbst. Mit einem kräftigen Schlag von oben herab versuchte sie dem Ochsen den Dickkopf aufzubrechen, aber er blockierte mit seinem Schwert.
Doch es war ein Glückstreffer. Es klirrte, Metall flog durch die Luft und die Klinge des Qunari zersplittere in drei Teile. Nurnoch ein kurzes Stückchen blieb am Griff zurück, seine Waffe hatte er damit verloren, aber minder gefährlich war er deswegen nicht. Doch das war Sha´ira egal.
Sie umkreiste den Riesen wie ein Raubtier seine Beute. Sie wollte ihn möglichst blutig richten, stück für Stück zerschneiden und viel Blut vergießen. Aber sie hörte wieder das Sirren von Lydias Bogensehne und gleich darauf steckte ein weiterer Pfeil in dem vermalledeiten Ochsen. Diesmal hatte Sie sein Bein getroffen, der Pfeil hatte sich tief in seinen Oberschenkel gegraben.

Den Moment der Verwirrung nutzte sie aus und stürzte sich wieder auf ihn. Es wurde Zeit, das sie seinen Kopf zu den anderen Schädeln an ihrem Gürtel hängen konnte.

Modifié par Kisu, 26 décembre 2011 - 08:54 .


#2343
Kaysallie

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Erst nachdem der zweite Schrei allmählich von den Wänden verschluckt worden war und an diesen nicht mehr widerhallte, drehte sich Miandra ruckartig um und versuchte von Panik ergriffen die erste Tür hinter sich zu öffnen. Doch vergebens. Sie fand weder einen Türgriff, noch irgendeinen Spalt durch welchen sie die Tür wieder hätte öffnen können. Es war, als wäre hier schon immer nur eine Wand aus dickem Stein gewesen.

Wieso war sie nur hier herein gegangen? Dunkle Orte bedeuteten niemals etwas Gutes! Niemals! Miandra spürte, wie ihr Atem immer schneller ging und sie kurz davor stand mit der Spitze des Dolches gegen diese Steinwand zu schlagen.

Doch da ertönte auch schon ein weiteres Mal dieses Geräusch, welches sie nun mehr als genau identifizieren konnte, da es ihr bei dem Surren vor Angst die Lunge zuschnürte und jede Narbe an ihrem Rücken zu ziehen und schmerzen begann. Doch dies waren noch die ertragbareren Gefühle, die durch ihren Körper zogen. Denn weitaus mehr schmerzten sie der darauffolgende schrille Schrei, der sich wie ein Pfeil in ihr Herz bohrte, und das leise schwache Schluchzen, welches ihr den Magen halb umdrehte. Oder lag das an diesem elenden Gestank, der sich hier verbreitet hatte?

Doch daraufhin kehrte ein langer Moment der Stille ein. Eine erdrückende Stille, so wie zu Beginn, als sie diesen schmalen Raum betreten hatte. Schließlich drehte sie sich wieder um, wobei ihr Blick die Pechfackel fixierte, die ein unruhig flackerndes Licht spendete.

Kurz überlegte Miandra, ob es nicht das Klügste wäre, einfach hier zu bleiben. Es wäre doch schließlich vollkommen bescheuert weiter zu gehen, direkt dort hin, wo eindeutig jemand gefoltert wurde. Vielleicht wusste ja noch niemand, dass sie hier war…

Sofort schüttelte sie ihren Kopf als ihr auffiel, welch dumme und ängstliche Gedanken sie doch hatte. Sich hier zu verstecken würde doch auch nichts bringen, es gab ohnehin keinen Weg mehr zurück. Und wollte sie nicht versuchen vorwärts zu gehen? Aber eigentlich hatte ihr dieser blöde Ratschlag das hier auch nur alles eingebrockt…

Dennoch gab es keinen anderen Weg mehr. So setzte sie sich langsam in Bewegung und da sie nur mehr einen Dolch bei sich hatte, zog sie zusätzlich noch ein Wurfmesser. Ganz langsam schlich sie vorwärts, wobei ihr Blick die zweite Tür kaum aus den Augen ließ. Nur ab und zu riskierte sie einen Blick auf den Boden, um nicht in irgendetwas zu treten. Doch genau genommen würde sie es wahrscheinlich nicht einmal sehen, so finster war dieser schmale Gang.

Nur wenige Schritte später hatte sie die Tür fast erreicht, wobei ihr Puls so sehr vor Nervosität und Angst raste, dass ihre Finger, welche krampfhaft die Waffen umklammerten, regelrecht zitterten. Noch ein Schritt… und noch einer. Vorsichtig lehnte sie ihren Rücken an die Wand, rückte noch ein kleines Stück seitlich näher, und versuchte in den nächsten Raum zu spähen.

Modifié par Kaysallie, 27 décembre 2011 - 02:21 .


#2344
Aliens Crew

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Als Miandra in den Raum hineinlugte, konnte sie kaum glauben, was sie im flackernden Schein der einzigen Fackel ausmachen konnte. Fleisch. Überall war Fleisch. Es hing an Haken von der Decke herunter, lag auf Tischen und Arbeitsplatten und lagerte in Fässern und Schüsseln. Dieser Raum diente offensichtlich als Schlachterei. Und trotz anfänglicher Befürchtungen der schwarzhaarigen Frau, was hier wohl geschlachtet wurde, so zeigte ihr ein Blick auf die Stücke, welche von der Decke baumelten, dass es eindeutig keine Menschen waren, die hier ihr Ende fanden. Dafür waren diese Stücke einfach zu groß. Und dann sah sie auch sie.
 
Das junge Mädchen (oder war es ein Junge), in der Lederrüstung, welche Vernita ihr vor einigen Tagen geschenkt hatte. Sie stand einfach dort mitten im Raum, ein lange, schwarze Peitsche in der Hand. Mit dieser schlug sie auf eine besonders große Rinderhälfte ein, was ein klatschendes Geräusch von sich gab. Gleichzeitig schrie und schluchzte sie, so als wäre sie selbst das Opfer dieser Schläge. Erst als sie Miandra bemerkte und die Frau mit ihren grünen, blitzenden Augen fixierte, hörte sie damit auf und fing an zu lachen.
 
„Na, hat dir meine Vorstellung gefallen?“ fragte das Mädchen voller Hohn und ließ die Peitsche sinken. „Klang doch wirklich überzeugend, oder? Möchtest du nicht den Platz dieser Rinderhälfte einnehmen, damit ich dir die Seele aus dem Leib peitschen kann? Es würde mich sehr glücklich machen.“
 
Wieder lachte der Zwilling auf, während sie nach etwas hinter ihrem Rücken griff. „Aber vielleicht nimmst du auch damit vorlieb!“
 
Sie hob die linke Hand, in welcher ein kleines, sehr scharf aussehendes Messer aufblitzte, mit welchem sie kurz ausholte, bevor dieser Gegenstand auch schon auf Miandra zuraste. Surrend und sich ständig überschlagend flog die kleine Waffe durch die Luft. Einen Augenblick später bohrte sich diese in den Pfosten des Türrahmens, wo sie zitternd stecken blieb.
 
„Das war nur mein Willkommensgruß an dich, so dass wir nun mit der Feier beginnen können. Aber zuvor sorgen wir noch für etwas stimmungsvolle Beleuchtung.“ Nach diesen Worten holte sie mit ihrer Peitsche aus und schlug damit auf die Fackel ein, welche an der Wand hing. Die Peitsche schlang sich um deren Stiel, bevor das Mädchen die einzige Lichtquelle mit einem kurzen Ruck zu sich heranzog. Geschickt fing sie die Fackel mit ihrer freien Hand auf, woraufhin das Feuer kurz aufflackerte. Anschließend ließ sie diese achtlos zu Boden fallen, direkt in den Wassereimer hinein, welcher neben ihren Füßen stand. Mit einem lauten Zischen verlöschte das Feuer und tauchte den Raum wieder in völlige Dunkelheit.
 
„Du hast meine zweite Hälfte getötet, du Schlampe“, fauchte das Mädchen mit einer seltsam verzerrten Stimme. „Nun bin ich nicht mehr vollständig. Und dafür wirst du büßen. Und zwar mit jedem Tropfen deines dreckigen Blutes. Es wird mir hervorragend munden...“
 
Miandra vernahm noch leise Schritte, welche sich entfernten, bevor es wieder so still wurde wie auf einem Friedhof.
 
___________________________________________________________________________
 
Dieses grünhaarige Gör wollte es wohl unbedingt wissen. Sie stürzte sich auf ihren verletzten Gegner, welcher ihr sein beschädigtes Schwert entgegen schleuderte. Diesen Angriff blockte Sha’ira zwar, wie zu erwarten war, ab, doch öffnete sie damit auch ihre Deckung.
 
Schnell kreiselte der Quanri herum, wobei der Pfeil in seinem Bein ihn kaum behinderte, griff nach dem Schaft ihrer Gleve und riss ihr diese mit seiner unbändigen Kraft einfach aus der Hand. Die Elfe selber, überrascht von diesem schnellen Manöver des Riesen, rannte förmlich in diesen Klotz hinein und kassierte dafür einen heftigen Kopfstoß des Kriegers. Und sein Schädel schien aus Granit zu bestehen, so hart kam ihr dieser Treffer zumindest vor.
 
Dann packte er die junge Frau am Hals, hob sie wie einen dünnen Zweig hoch, drehte sie noch in der Luft herum, bevor er sie wieder auf den Boden krachen ließ. Dabei brüllte er los wie ein Oger, der in die Schlacht zog. Ein Tritt seines schweren Stiefels gegen Sha’iras Kopf folgte, doch ehe er der jungen Elfe den Garaus machen konnte, traf ihn bereits ein weiterer von Lydias Pfeilen.
 
Und auch, wenn dieser wirkungslos von seiner Rüstung abprallte, so machte ihn dieser Angriff doch sehr wütend. So kreiselte er auf der Stelle herum und schleuderte dem jungen Mädchen Sha’iras Gleve entgegen, wobei er den Schwung seiner Drehbewegung voll ausnutzte. Doch anstatt der Flugbahn seines Wurfgeschosses mit seinem Blick zu folgen, griff sich der Riese das Schwert und den Schild eines der Toten, um damit wieder auf seine Gegnerinnen loszugehen.
 
 

#2345
Bellandyrs

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Gerade als der Riese Schwert und Schild aufhob und sich aufrichtete, um wieder Jagd auf die beiden verbliebenen Kämpferinnen zu machen, hatte sich auch Leanora wieder aufgerappelt. Etwas benommen saß sie zwar noch am Boden, aber immerhin waren ihre Sinne soweit geschärft, dass sie sah, was der Qunari vor hatte.
Einem Geistesblitz folgend fuhr sie mit ihrer Hand über den Boden, wo genug Staub, Dreck und Sand herum lag und stand mit ihrer Munition auf. Ihre Augen folgten dem Feind jede Sekunde, jede seiner Bewegungen wurde von Leanora registriert.
Ihr Schwert hatte sie wieder in der rechten Hand, die linke war zur Faust geballt. Auch wenn der Qunari zuvor irgendwas von ehrenvollem Kampf faselte, war ihr das herzlich egal. Hauptsache, sie würden den entstellten Riesen zur Strecke bringen.

Den Schild in Schulterhöhe hochgehoben, das Schwert kampfbereit in seiner Hand, stürmte er nun geradewegs auf die Adlige zu, die sich keinen Schritt zur Seite bewegte, da die grünhaarige Elfe fürs erste außer Gefecht war, zumindest musste er das glauben.

Darauf hatte Lea nur gewartet. Sie paßte den Moment ab, in dem der Riese seinen Kopf etwas senkte um sie zu fixieren, holte mit ihrer linken Hand ein wenig aus, öffnete diese und warf dem Qunari Sand und Staub ins Gesicht. Sie mußte getroffen haben, der Riese ließ den Schild fallen und fuhr sich mit seiner Hand über die Augen, um die Staub- und Sandpartikel weg zu kriegen und wieder frei zu sehen.

"Los Sha'ira!" rief Leanora. "Jetzt gehört er uns!"
Mit neuem Kampfesmut erfüllt attackierte sie den Gegner erneut, dabei flink wie ein Wiesel um ihn herumtänzelnd.

#2346
Kaysallie

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In dem ersten Moment, in welchem Miandra das junge Mädchen sah, dachte sie, vor ihr stünde ein Geist. Diese hagere Figur, die blonden Haare und diese blasse Haut. Alles daran sah so aus, wie bei dem Jungen, welchem sie in der Adelstaverne das Leben genommen hatte. Nur die Rüstung frischte ihre Erinnerung einen Moment später wieder auf, und nach und nach setzte sich diese in ihrem Kopf zusammen. Miandra konnte sich daran erinnern, was die Wirtin dieser Taverne zu ihr gesagt hatte. Es handle sich nicht nur um einen dürren blassen Söldner, sondern um zwei. Wie konnte sie diese Warnung nur vergessen? Sie waren Zwillinge, und dieses scheinbare Mädchen wollte nun Rache an ihr ausüben. Und Miandra konnte es ihr nicht einmal verdenken. Sie wusste doch schließlich genau wie es war den Bruder zu verlieren…

Dennoch durfte sie sich nicht von solchen Gedanken, oder von diesem einschüchternden Ort, beirren lassen. Dieses Mädchen trug ihre Rüstung, dies könnte ihr vielleicht einen Vorteil verschaffen. Denn schließlich wusste sie genau, wo die Schwachstellen dieser lagen. Und Miandra ging zudem davon aus, dass der Kampfstil dieses Mädchens genau gleich sein würde, als der des Jungen. Hatten sie Vernita damals nicht mit einem Gift gelähmt?

Doch kaum hatte sie begonnen sich wenigstens ein wenig sicherer zu fühlen, schleuderte ihr die Zwillingsschwester ein Wurfmesser entgegen, welches nur knapp neben ihr vibrierend im Türrahmen stecken blieb. Für einen kurzen Augenblick starrte sie auf das Metallstück, welches in dem schwachen Fackelschein glänzte. Es war, als könnte sie einen tiefen Hass und eine unbändige Mordlust von diesem kleinen Gegenstand ausgehen spüren, als wolle sie diese kleine Klinge jeden Moment anspringen und ihr die Kehle aufschlitzen.

Doch stattdessen schnappte sich das Mädchen die Fackel mit ihrer Peitsche und der zischende Laut, als das Feuer in dem Wasser verlöschte, klang in Miandras Ohren wie ihr Todesurteil. Der nachfolgende Satz dieses verrückten Weibs durchbrach die Finsternis, als würde er von allen Seiten kommen, und Miandra wagte es in der darauffolgenden Stille nicht einmal zu schlucken, geschweige denn zu atmen. Sie stand einfach nur starr da und wusste nicht, was sie tun sollte. Wenn sie sich bewegen würde, würde das Mädchen dies hören. Doch es nicht zu tun, wäre genauso falsch gewesen, da sie schließlich genau wusste, wo sie sich befand. Tausend Gedanken schossen ihr plötzlich durch den Kopf, und ihr eigener Puls schien in ihren Ohren zu dröhnen.

Wieso war sie nur hier hereingegangen? Vor allem diese Frage verfolgte Miandra vorwurfsvoll und ließ allmählich Wut auf sich selbst in ihr hochkommen. Alles nur, weil sie sich Sorgen gemacht hatte. Was war nur aus ihr geworden? Niemals sonst hätte sie ihr eigenes Leben so leichtfertig aufs Spiel gesetzt für jemand anderes, abgesehen für ihre Tochter natürlich. Und diese Aktion hier trug nun auch nicht gerade zu ihrer Rettung bei!

Schließlich schloss Miandra ihre Augen und verscheuchte all diese Gedanken wieder. Es war nicht der Zeitpunkt, um sich selbst fertig zu machen. Miandra versuchte sich zu konzentrieren, um irgendeinen Laut wahrnehmen zu können. Doch da war nichts… nur erstickende Stille. War dieses blonde Mädchen denn so gut? Würde sie gleich hier sein und ihr den vergifteten Dolch hinein rammen, um sie dann einfach irgendwohin schleifen und foltern zu können? War das ihr Plan?

„Zweite Hälfte...“, sagte Miandra plötzlich laut und nachdenklich, während sie mit dem Rücken an der Wand ein Stück zurück in den ersten Raum ging. Dies versuchte sie so lautlos wie möglich.

„Das erklärt dann wohl, wieso dir die Rüstung zwei Nummern zu groß ist“, spottete sie nach einer kurzen Pause voller Hohn, mit einem anschließenden abfälligen Lachen. Zwei weitere lautlose Schritte später blieb sie wieder stehen und wartete - oder hoffte - auf einen Laut dieser Göre. Dolch und Wurfmesser hielt sie dabei fest im Griff. Es war zwar schwierig ein Messer mit verbundenen Augen zu werfen… doch Miandra wusste, dass es möglich war, solange man eine Ahnung davon hatte, wo sich das Ziel befand. Zumindest war dies die einzige Möglichkeit, die ihr einfiel… und sie würde sich diesem Weib garantiert nicht kampflos ausliefern, egal wie schlecht ihre Chancen auch standen.

Modifié par Kaysallie, 28 décembre 2011 - 03:56 .


#2347
Aliens Crew

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Der Kopf war nach vorne geneigt, die Augen geschlossen. Die Hände gegeneinander gefaltet, wie zu einem Gebet, wobei sich die Daumenrücken leicht gegen die Stirn des Mädchens drückten. Ihre Lippen bewegten sich, doch kein Laut entwich ihrer Kehle. So hockte der Zwilling auf einem der Theken und lauschte in die Dunkelheit hinein...und bereitete sich vor.
 
Ihre Gedanken galten ihrem Bruder, mit dem sie mehr als nur verbunden gewesen war. Sie hatte alles mit ihm geteilt und dies ein Leben lang. Das Essen, das Bett, all ihre Vorlieben und auch all ihre Opfer. Doch nun gehörte dies alles der Vergangenheit an. Ein für alle mal. Ihr Bruder war von ihr gegangen. Und zwar für immer. Nichts war mehr von Bedeutung oder würde es jemals wieder sein. Und somit hatte ihr Leben nur noch einen Zweck. Die Hinrichtung der Mörderin ihres ganzen bisherigen Lebens.
 
Ihre Lippen kamen zum Stillstand, als sie die Worte der schwarzhaarigen Frau aus der Finsternis vernehmen konnte. Sie formten sich zu einem Lächeln, in dem nicht die Spur von Menschlichkeit mehr zu finden war, sondern nur noch an blanken Wahnsinn erinnerte. Sie wusste genau, wo sich ihr Opfer momentan befand. Dazu musste Miandra nicht noch durch ihre Worte auf sich aufmerksam machen, denn das Mädchen roch die Frau, so wie ein Wolf ein Rehkitz roch, welches er zu reißen gedachte. Doch amüsierte sie dieser plumpe Versuch der Schwarzhaarigen, sie mit ihrem Spott aus der Reserve zu locken.
 
Sie öffnete die Augen, deren kalter, grüner Glanz die Dunkelheit wie Dolche durchbohrte. Sie ließ ihre Hände ganz langsam sinken, wobei sie allerdings nur zu ihrem Gürtel griff. Dort zog sie einen langen, spitzen Gegenstand heraus, welchen sie wie in Zeitlupe zu ihrem Mund führte. Sanft küssten ihre dünnen Lippen das kalte Metall des Wurfmessers, liebkosend wie den Mund eines Liebhabers. Sie bewegte die Waffe wieder ein paar Zentimeter von sich weg, drehte sie gemächlich in ihrer Hand und beobachtete dabei die scharfe Klinge mit absoluter Faszination. Mit diesem Messer würde es beginnen, aber keineswegs enden, denn es sollte ein langsamer Prozess werden. Diese schwarzhaarige Schlampe sollte sterben...doch noch nicht gleich.
 
Das Mädchen riss sich von dem Anblick des Messers los und fixierte ihr Opfer, welches sie zwar nicht sehen konnte, doch deren Position sie genau kannte. Mit einem geschickten Satz sprang der Zwilling von der Theke herab und landete lautlos auf dem Fußboden. Dann begann sie zu laufen. Sie huschte wie ein Schatten völlig geräuschlos durch den Raum, umging die Tische und Rinderhälften an der Decke mit der Schnelligkeit und Geschicklichkeit eines Wiesels. Ihr Ziel vor Augen und die Waffe fest im Griff, stürmte sie auf Miandra zu...und erreichte sie Augenblicke später.
 
Wie ein Windhauch huschte das Mädchen an der Frau vorbei und führte nur einen kleinen Streich mit ihrem rasierklingenscharfen Messer aus. Es war nicht mehr als ein Ritzen, ein kleiner Schnitt, nicht tiefer als einer, der durch ein Blatt Papier zum Tragen kommen konnte, doch sollte es auch nicht mehr sein. Nur ein kleiner Schmerz, eine Erinnerung daran, dass es mehr werden sollte, viel mehr.
 
„Das ist nur der Anfang, du Schlampe“, zischte das Mädchen im Vorbeirennen, und da war sie auch schon wieder in der Dunkelheit verschwunden. Das Lachen, welches sie kurz darauf ausstieß, schien von überall gleichzeitig zu kommen. Der Zwilling befand sich in seinem Element...auf der Jagd nach einem neuen Opfer.

 
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Sand und Dreck. Sie flogen durch die Luft, direkt auf das Gesicht des Qunari zu. Dieser hob noch seinen Schild und versuchte den Kopf zur Seite zu drehen, doch war er dafür eine Spur zu langsam gewesen. Die kleinen Partikel prasselten auf seine Visage ein und drangen ebenso in seine Augen, welche er instinktiv zusammenzog. Doch die Sicht war trotzdem genommen.
 
So ließ der Riese den Schild fallen, senkte den Kopf und wischte sich über die Augen, um sich von den Fremdkörpern darin zu befreien, was gar nicht so leicht mit seinen riesigen, prankenartigen Händen zu bewerkstelligen war. Diese Schwäche nutzte Leanora für einen schnellen Hieb aus, welcher die Seite des Qunari traf, zu seinem Glück aber von seiner Rüstung zum größten Teil seiner Wirkung beraubt wurde. Trotzdem knurrte der Riese wütend auf und schlug halb blind mit seinem Schwert nach der Frau, welche allerdings schon nicht mehr neben ihm war, sondern sich bereits hinter ihm befand und zu einem weiteren Angriff ausholte.
 
Der Qunari aber ließ sich zu Boden fallen und rollte sich nach vorne ab, bevor er geschickt wieder auf die Füße sprang. Anschließend kreiselte er auf der Stelle herum und vollführte einen waagerechten Hieb mit seiner Waffe. Leanora, welche ihrem Gegner gefolgt war, konnte diesen Angriff gerade noch abblocken, wobei die beiden Klingen dicht neben ihrem Kopf zum Stillstand kamen. Zitternd versuchte sie den Block zu halten, während ihr Gegner seine unbändige Kraft einsetzte, um sein Schwert doch noch zum Ziel zu führen und der Frau damit die Kehle aufzuschlitzen.
 
Leanora hatte dem Riesen nichts entgegen zu setzen, und so bewegten sich die Klingen der Waffen immer weiter auf ihren Hals zu. Schweiß legte sich auf ihre Stirn, Schweiß der Anstrengung aber auch Schweiß der Angst. Dieses Monstrum von einem Kerl würde sie wie eine Fliege zerquetschen, und sie konnte nichts dagegen tun. Ein siegessicheres Grinsen lag dabei auf seinen Lippen.
 
Doch dann geschah es. Die Hand des Qunari verkrampfte sich, und er stöhnte erstickt auf. Seine Finger ließen sich nicht mehr bewegen und verloren jedwede Kraft, so dass sie das Schwert nicht mehr festhalten konnten. Klirrend fiel es auf den am Boden liegenden Metallschild. Der Riese selbst wich von der Frau zurück, umklammerte das Gelenk seiner gelähmten Hand und versuchte verzweifelt, diese Bewegungslosigkeit aus seinen Gliedern mit roher Gewalt zu vertreiben.
 
 

#2348
Kaysallie

Kaysallie
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Stunden schienen bereits vergangen zu sein, in denen nichts passierte. Natürlich waren es keine Stunden, sondern lediglich ein paar wenige Minuten. Doch diese absolute Dunkelheit machte es Miandra schwer ihr Zeitgefühl beizubehalten. Oder war es vielleicht diese erstickende Stille, die es ihr so schwer machte? Sie getraute sich nicht einmal zu atmen, geschweige denn sich zu bewegen, sondern konzentrierte ihre Sinne auf ihr Umfeld. Aber kein Laut ertönte, nichts. Absolut gar nichts.

Wollte diese Göre sie hier etwa in den Wahnsinn treiben?

Doch kaum hatte sie sich diese Frage gestellt, spürte sie etwas. Es fühlte sich wie ein sanfter Windhauch an, der sich zaghaft über ihren Körper legte, und nicht einmal einen Augenblick später konnte sie regelrecht hören, wie eine Klinge erst Luft und anschließend blanke Haut durchschnitt. Ihre Haut.

Ein kalter Schauer lief Miandra in diesem Moment den Rücken hinab, und sie glaubte, sie hätte sofort reagiert, noch bevor die Stimme dieser Verrückten in ihren Ohren hallte, noch bevor diese wieder verschwunden war. Doch dies war nicht der Fall. Das Wurfmesser, welches sie aus dieser reflexartigen Reaktion heraus geworfen hatte, konnte sie bereits zwei Herzschläge später scheppernd auf den Boden fallen hören, und auch der Dolch durchschnitt nichts weiter als Luft. Wie konnte dieses Mädchen nur so schnell wieder verschwinden? Und wie konnte sie nur so verdammt leise sein!? Oder war sie selbst einfach nur zu laut!?

Das Blut schien wie kochendes Wasser durch ihre Schläfen zu rasen und in ihrem Kopf zu rauschen wie ein tobendes Meer. Miandras Herzschlag schien sich von einen Moment auf den anderen verdreifacht zu haben. Eine irre Nervosität hatte sich nun in ihr breit gemacht, die nun nicht mehr zu unterdrücken war, wie noch gerade eben. Sie bekam nicht einmal mehr mit, wie Blut an ihrem Arm hinab lief, verursacht von dem zaghaften Schnitt, den ihr die Zwillingsschwester zugefügt hatte. Er schmerzte sie nicht, doch er hatte die Angst und Panik aus dem Käfig gelassen, in welchen Miandra diese gesperrt hatte.

Wenn sie gerade eben schon nichts gehört hatte, wie sollte sie es dann beim nächsten Mal? Wie sollte sie dieses Mädchen mit einer Klinge treffen, wenn sie diese weder sehen, noch hören konnte? Dieses blasse Weib würde sie hier in Stücke schneiden, und sie selbst konnte absolut nichts dagegen tun. Miandra wünschte sich, sie hätte irgendetwas dabei, womit sie ein Feuer entzünden konnte. Doch dies war leider nicht der Fall. Sie hatte absolut gar nichts bei sich, außer eines Dolches und einiger Wurfmesser. Sie war dieser rachsüchtigen Göre schutzlos ausgeliefert. Eine Tatsache, die ihre Stimmung, von einer Sekunde auf die andere, erneut komplett umschwenken ließ.

„Du willst also, dass ich leide…“ flüsterte Miandra leise, mehr zu sich selbst und in einem melancholischen, wenn auch leicht verrückt klingenden Tonfall. „Ich muss dich leider enttäuschen. Denn egal was du mir antust, es wird mir eine Erlösung von dem Leid sein, welches ich schon mein gesamtes Leben lang mit mir herumschleppe.“

Nach diesen Worten schloss sie ihre Augen und ließ ihren Kopf nach hinten an die Wand kippen, wobei sich ein eigenartiges, fast schon zufrieden wirkendes Grinsen auf ihr Gesicht legte. Der Griff, mit welchem sie den des Dolches umfasste, hatte sich gelockert und die Waffe entglitt nur kurze Zeit später ihrer Hand, wodurch sie mit einem hallenden Klirren auf dem Boden landete.

„Also los, tu doch was du nicht lassen kannst“, fügte sie nach einigen Herzschlägen, in denen sich wieder komplette Stille über die beiden Räume gelegt hatte, noch fordernd, wenn auch vollkommen gleichgültig klingend, hinzu. Ein wenig abwesend ließ sie dabei ihre Finger, mit denen sie gerade eben noch den Dolch gehalten hatte, immer wieder über die Mauer hinter sich gleiten, wobei nach und nach Staub und kleine Steine herab rieselten. „Und sag deinem Henker, dass es mir leid tut.“

Modifié par Kaysallie, 06 janvier 2012 - 02:30 .


#2349
Bellandyrs

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Sie war mit ihrer Ausdauer am Ende. Lediglich ihre Geschwindigkeit gab ihr überhaupt die Möglichkeit, gegen den Qunari zu kämpfen, rein kräftemäßig war er ihr um ein vielfaches überlegen, das war ihr von vornherein klar. Sie hatte nur den Fehler gemacht und war ihm gefolgt, als er sich über den Boden rollte, und somit war ihr Vorteil wieder vergeben.

Ihre Hand, ihre Arme, ihr ganzer Körper zitterte vor Anstrengung und vor Angst, als sie versuchte, den Schwerthieb zu blocken. Was hatte sie zierliches Persönchen denn diesem Fleischberg entgegen zu setzen? Nichts, rein gar nichts. Instinktiv schloß sie die Augen. Sha'ira war wohl doch stärker ausser Gefecht gesetzt, als sie ursprünglich angenommen hatte. Und das hier war ihr Ende, sie würde höchstens noch einige Sekunden aushalten, bevor ihre Muskulatur engültig aufgab. Nur wenige Zentimeter trennten seine Klinge noch von ihrer Kehle, und sie wagte kaum zu atmen.

Sie wartete auf den letzten Streich des Qunari, auf sein grausames, siegessichere Lachen, und Tränen füllten ihre Augen, als sie an Sengaal dachte. Aber sie dachte auch an ihren Bruder und ihre Eltern, mit denen sie bald wieder vereint wäre.
Doch nichts passierte. Ein Klirren riss sie aus ihren letzten Gedanken, wo sie Abschied von ihrem Leben nahm, öffnete vorsichtig ihre Augen wieder und sah, dass der Riese nun völlig entwaffnet war. Zudem hatte er mit der einen Hand das Gelenk der anderen umklammert, er konnte also nicht einmal Gebrauch von seinen Fäusten machen.

In sekundenschnelle wurde ihr bewußt, dass sich das Blatt nun wendete, sie diesen Krieger besiegen konnten. Leanora wechselte kurz das Schwert in die andere Hand, schüttelte ihren Arm aus um die Muskulatur zu lockern und setzte zu einem neuen Streich an. Die Klinge zog sich über seine Finger, und sie sah ein kleines Stück von der Außenseite des Handballens auf den staubigen Boden fliegen.

Ihr Gegner blickte mehr geschockt denn schmerzvoll auf die Wunde, die ihm Lea zugefügt hatte, um dann einen Schrei der Wut los zu lassen. Die Adlige ließ sich davon nicht aufhalten sondern nutzte die Gunst der Stunde, um weitere Hiebe und Stiche auszuführen. Selbst wenn sie keinen tödlichen Treffer landen könnte, würde der Blutverlust über kurz oder lang dennoch sein Ende bedeuten.

Tapfer und konzentriert focht sie den Kampf ihres Lebens, obwohl ihr ganzer Körper bereits vor Anstrengung und Schmerz rebellierte.

Modifié par Bellandyrs, 06 janvier 2012 - 11:32 .


#2350
Aliens Crew

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Vernita schlich durch den langen Korridor, welcher nur durch einige Pechfackeln erleuchtet wurde, die in regelmäßigen Abständen an den Wänden hingen und lange Schatten auf die Bilder und Wandteppiche warfen. Die Elfe lief geduckt und mit gezogenen Schwertern durch den Gang, ihre Ohren hellhörig und ihre Augen sich ständig umsehend. Aus einiger Entfernung vernahm sie mit einem Mal ein lautes Rufen, das Geräusch von Plattenstiefeln und das Scheppern schwerer Rüstungen.
 
‚Verdammt!‘ dachte sie und sah sich gehetzt nach einem geeigneten Versteck um. Ihr Blick fiel auf eine Bank, die an der Wand stand, hinter der sich eine dunkle Nische befand. Sofort stürmte die Elfe los, sprang mit einem geschickten Satz über die Lehne des Möbelstückes und drängte sich in diese dunkle Ecke. Sie presste ihren Körper gegen die Wand und atmete so flach und leise wie möglich, um ja einer Entdeckung zu entgehen. Sie hörte das Trampeln der Soldaten näher kommen. Sie hatten die Elfe schon fast erreicht.
 
Gespannt hielt sie den Atem an, als die ersten Soldaten ihre Position passierten. Es waren große, imposant aussehende Kämpfer in glänzenden Plattenrüstungen mit Vollhelmen, wohl die Elitegarde des Arls. Doch das kam Vernita nur zugute. Die Helme schränkten den Sichtradius der Wachen so sehr ein, dass keiner von ihnen die Elfe bemerkte, die sich dort im Schatten versteckte. Unbeirrbar lief der Trupp weiter, ohne den Eindringling zu entdecken. Schließlich hatte der letzte Mann die Elfe passiert, wodurch die Laufgeräusche nach und nach leiser wurden, je weiter sich die Soldaten von Vernita entfernten.
 
Erleichtert atmete diese aus und verließ ihr Versteck, nachdem sie sich sicher war, dass dieser Wachtrupp weit genug weg war. Sie sah sich noch einmal kurz um, bevor sie sich wieder in Bewegung setzte. Geschmeidig wie eine Raubkatze huschte sie durch den Korridor, bis sie die nächste Ecke erreicht hatte. Dort presste sie sich erneut gegen die Wand und lugte in den nächsten Korridor hinein.
 
Sie erblickte zwei Wachen, welche in einiger Entfernung neben einer Tür postiert standen. Die beiden Männer schienen sich überhaupt nicht zu bewegen. Stocksteif verharrten sie in ihrer Position, so als ob der ganze Tumult, der im Heim des Arls ausgebrochen war, sie überhaupt nicht interessierte. Was waren das für Dilettanten? Strotzten sie etwa nur so vor Selbstüberschätzung? Oder waren die beiden etwa doch so gut, wie sie sich gaben?
 
Die Elfe wollte kein Risiko eingehen, nicht wo sie kurz vor dem Ziel stand. So entschloss sie sich dazu, die beiden aus der Distanz zu erledigen. Sie wiegte ihr Kurzschwert in der Hand, preschte um die Ecke herum und schleuderte aus der Drehung heraus ihre Waffe auf den ersten Soldaten. Dieser hatte Vernita allerdings bemerkt, als diese im Korridor auftauchte. Ruckartig hatte er seinen Kopf zur Seite gedreht, als die Elfe auftauchte und drehte sich nun weg. Das heranfliegende Kurzschwert sauste an ihm vorbei, bevor es sich in das Holz des Türrahmens bohrte, wo es zitternd steckenblieb. Vernita blickte den Mann etwas überrascht an. Ein solches Reaktionsvermögen hatte sie bisher nur äußerst selten zu Gesicht bekommen. Der Soldat nickte seinem Kameraden zu, woraufhin beide ihre Schwerter zogen und sich der Elfe schnell näherten.
 
Diese suchte ihr Heil in der Flucht, in dem sie in den Gang zurückrannte, aus dem sie gekommen war. Die Soldaten nahmen sogleich die Verfolgung auf. Kurz bevor sie die Bank erreicht hatte, sah sie sich kurz nach den beiden Männern um. Als ihr auffiel, dass der Abstand zu diesen noch relativ groß war, fasste sie den Entschluss, ihren Verfolgern eine Überraschung zu bereiten.
 
Sie bremste ihren Lauf abrupt ab, packte die Lehne der Bank mit beiden Händen und riss dieses von der Wand weg. Das Möbelstück war wohl recht schwer, dennoch hatte die Elfe kein Problem damit, dieses quer auf den Gang zu schleudern, wo es polternd landete. Und sofort fing Vernita wieder an zu laufen, während sie in ihrer Tasche nach ihrer letzten Flasche mit ihrer Feuerkristallmischung kramte.
 
Als die beiden Soldaten Augenblicke später eben diese Bank erreicht hatten und diese gerade überwinden wollten, kreiselte Vernita aus dem Lauf heraus herum, zog das Sprengfeuer aus der Tasche und schleuderte dieses ihren Gegnern entgegen. Die Flasche flog durch die Luft und landete Sekunden später gegen die Rückenlehne der Bank, wo sie schellend zerbarst. Explosionsartig breitete sich ein Feuerschwall aus, welcher das Möbelstück ebenso wie die beiden Soldaten erfasste und diese komplett umschloss.
 
Sofort fingen die beiden Wachen an, wie am Spieß zu kreischen, während die unnatürlich heißen Flammen damit begannen, ihnen das Fleisch von den Knochen zu fressen. Einer stolperte über die brennende Bank und landete quasi vor Vernitas Füßen, wo er sich wandte und drehte, um das Feuer auf seinem Körper zu ersticken. Doch vergeblich. Sein Schreien wurde leiser und seine Bewegungen langsamer, bis sie schließlich vollends versiegten. Der andere Mann hingegen rannte in die Richtung zurück, aus der die beiden gekommen waren, wobei er mehrere Wandteppiche und Gemälde in Brand setzte, während er als lebende Fackel durch den Korridor torkelte.
 
Vernita wartete, bis der Soldat vor ihr sich nicht mehr bewegte, bevor sie auf die brennende Bank zuging, der sie mit ihren feuerfesten Stiefeln einen kräftigen Tritt verpasste, wodurch diese weit genug weggeschoben wurde, dass die Elfe die Stelle gefahrlos passieren konnte. So machte sie sich auf den Rückweg zu der Tür, hinter der sie ihr Ziel wähnte. Als sie wieder an der Ecke ankam, sah sie auch gleich den anderen Mann in einiger Entfernung regungslos auf dem Boden liegen und vor sich hin brennen. Sie beachtete ihn nicht weiter, sondern trat zu der Tür, in dessen Rahmen noch ihr Schwert steckte, welches sie sogleich aus dem Holz zog. Anschließend atmete sie noch einmal kräftig durch, öffnete den Durchgang und betrat den dahinterliegenden Raum.
 
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Überrascht lauschte das Mädchen Miandras Worten und beobachtete die Frau dabei, wie sich diese gegen die Wand lehnte, ihren Dolch fallen ließ und sich offenbar ergab. Die Augen des Zwillings hatten sich inzwischen an die Dunkelheit angepasst, sie war es eh gewohnt in der Finsternis zu wandeln, da sie das Tageslicht mied, ja es sogar verachtete. Sie war eben ein Geschöpf der Nacht. Doch nun erstaunte sie das merkwürdige Verhalten der Schwarzhaarigen.
 
Sollte dies ein Trick sein? Oder war dieses Weib tatsächlich des Lebens überdrüssig geworden? Vielleicht wollte sie ihrer Peinigerin auch nur den ganzen Spaß nehmen? Wer weiß...wenn sie wenigstens noch um ihr Leben betteln würde, wenn sie schon nicht kämpfen wollte, dann wäre es dem Mädchen ein Vergnügen gewesen diese kleine Schlampe abzuschlachten. Doch so...sie musste sich etwas einfallen lassen.
 
Mit langsamen Schritten ging der Zwilling auf Miandra zu, wobei sie die Klingen ihrer Dolche aneinander rieb, was ein schleifendes Geräusch verursachte. Dabei kicherte sie leise und voller Hohn.
 
„Was soll das werden, wenn es fertig ist?“ fragte sie mit ihrer dünnen Fistelstimme. „Erwartest du Gnade oder einen schnellen Tod, wenn du dich mir auslieferst? Oder willst du mich verhöhnen mit deiner Vorstellung eines lebensmüden Weibes? Hältst du mich für dumm? Meinst du, ich weiß nicht, dass dich etwas antreibt, etwas, was dich die ganzen Strapazen deiner bisherigen Reise hat überstehen lassen? Willst du mir einreden, dass du das nur getan hast, um hier kampflos durch meine Hand zu sterben? Da versuchst du aber die Falsche zu täuschen. Du kannst dich noch so freimütig opfern, ich weiß, dass du eine schwache Stelle hast. Und bevor ich dich töte, werde ich diese offenbaren.“
 
Das Mädchen erreichte Miandra, welche immer noch regungslos an der Wand gelehnt stand und scheinbar den finalen Todesstoß erwartete. Der Zwilling hob leicht den Kopf und schnupperte wie ein Hund in die Luft hinein. Und dabei ließ sie sanft die Spitze ihres Dolches über die Kleidung der schwarzhaarigen Frau gleiten, ohne diese zu beschädigen.
 
„Du bist keine unberührte Frucht mehr, das rieche ich ganz deutlich“, meinte das Mädchen mit einem satanischen Grinsen auf den Lippen. „Du hast die Wonnen der körperlichen Lust erfahren, ob freiwillig oder nicht, aber du hast es getan. Und dein Schoß hat Leben aufgenommen und auch Leben geschenkt.“
 
Der Dolch strich über Miandras Unterleib und wanderte weiter nach oben bis zu ihren Brüsten. „Dein Busen. Er ist voll und fest. Hat Leben genährt. Dein Leben, welches du geschenkt hast. Einen Sprössling, welchen du geboren und aufgezogen hast, richtig? Und wo ist dieser Spross jetzt? Bist du vielleicht seinetwegen hier? Ist er es, der dich all das hier ertragen lässt und den du durch deinen Tod zu schützen gedenkst?“
 
Das Mädchen lachte heiser auf. „Das ist es, nicht wahr? Würde es dir gefallen, mit dem Gedanken zu sterben, dass dein Blut mich zu deinem Sprössling führen wird? Würde es dich erfreuen, wenn ich dir verrate, dass ich deine Saat finden werde, sobald ich dein Blut getrunken habe? Und versetzt es dich in Ekstase, wenn die letzten Bilder vor deinem geistigen Auge von der Vorstellung handeln, wie ich dein Fleisch und Blut aussaugen werde, so wie ich dich bis auf den letzten Tropfen verzehren werde? Wenn dir dies alles gefällt, dann freue dich auf deinen Tod, der zugleich den Tod deines Kindes einläuten wird!“
 
Ganz langsam zog der Zwilling den Dolch zurück und holte damit aus, um Miandras Hand damit an die Wand zu nageln. Dabei kicherte das Mädchen wie ein kleines Kind.
 
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Schmerz. Schmerz und Wut machten sich im Körper des Qunari breit. Unbändige Wut, die in grenzenlosen Hass mündete. Als er sah wie Leanora ihm ein Stück seiner Hand und zudem noch seinen kleinen Finger abschnitt, war es mit der Selbstbeherrschung zuende. Dieses zuckende und blutende Stück Fleisch seines eigenen Körpers versetzte ihn in wilde Raserei.
 
Er brüllte los. Und dieser Schrei glich dem Toben eines Orkans, welcher ganze Städte in Schutt und Asche legte. Die Frau landete noch einige Treffer, während er so dastand und tosend seine Kraftreserven mobilisierte. Er registrierte sie nicht einmal mehr. Leben oder Sterben war jetzt nicht mehr wichtig. Es bedeutete ihm nichts. Nun ging es nur noch darum, möglichst viele Feinde mit ins Grab zu nehmen. Und mit diesem blondhaarigen Weibsbild wollte er den Anfang machen.
 
Der Schock und der Schmerz seiner Handverletzung hatte auch etwas Gutes für ihn. Die Lähmung hatte seine Glieder wieder verlassen, so dass er seinen verletzten Arm wieder im Kampf einsetzten konnte. Er trug zwar keine Waffe mehr, doch büßte er dadurch nichts von seiner Gefährlichkeit ein. Im Gegenteil. Dieser ungleiche Kampf versetzte ihn in einen Zustand, den man ansonsten nur von Zwergen kannte, welche sich in einen Berserkerrausch begeben hatten.
 
Ihre Hiebe blockte er mit seinen rüstungsbewehrten Unterarmen ab, während er ihren Stichen geschickt auswich. Zwischendurch schlug er mit seinen Fäusten nach seiner Gegnerin, welche allerdings bisher diesen gefährlichen Attacken ausweichen konnte. Zu ihrem Glück, denn die Schläge des Riesen hatten die Wucht und Zerstörungskräfte einer Balliste und hätten ihr mit Sicherheit einfach den Schädel vom Rumpf gerissen.
 
Und dann geschah es. Leanoras nächster Treffer wurde nicht vollständig von der Rüstung des Qunaris abgefangen und hinterließ eine lange Schnittwunde auf seinem Arm. Wieder knurrte der Riese wütend auf, wobei auch noch zum Tragen kam, dass er die Frau bisher selbst noch nicht einmal erwischt hatte. Dieser Frust entlud sich in einem weiteren Schrei von ohrenbetäubender Lautstärke.
 
Die blondhaarige Frau ließ sich davon nicht beirren, sondern griff ihren Gegner ein weiteres Mal an. Und dieses Mal hatte sie Glück. Die Klinge durchstieß den Unterleib ihres Gegners knapp unterhalb dessen Rüstung. Tief drang das Schwert in den Bauch des Riesen ein, so als bestände dieser nur aus Butter. Wie ein Wolf heulte der Riese daraufhin auf. Doch dann tat er etwas Unerwartetes.
 
Anstatt zurückzuweichen und sich in Sicherheit zu bringen, packte er stattdessen Leanoras Schwert und zog diese mit einem kräftigen Ruck näher an sich heran, wodurch er die Klinge tiefer in seinen eigenen Körper trieb. Doch das kümmerte ihn nicht. Er ignorierte die Schmerzen und das unsagbare Brennen in seinem Innern. Stattdessen fletschte er die Zähne wie ein wütender Wolf, bevor seine Pranke pfeilschnell nach vorne schnellte und Leanoras Hals umklammerte, welche sich nun innerhalb seiner Reichweite befand.
 
Wie eine Schraubzwinge packten seine Finger das zarte Fleisch der Frau und drückten gnadenlos zu, um dieser jedwedes Leben aus dem Leib zu pressen. Das Gesicht des Qunari war dabei zu einer verzerrten Maske aus Hass und Zorn geworden. In seinen Augen stand die Mordlust geschrieben.
 
Leanora blieb schlagartig die Luft weg. Sie versuchte, sich zu befreien, doch es hatte keinen Sinn. Ihre Schläge verpufften wirkungslos an dem rüstungsbewehrten Arm des Qunaris. Sie riss auch noch an dem Schwert herum, um die Wunde im Bauch des Riesen zu vergrößern und ihn damit dazu zu bringen, von ihr abzulassen. Doch diese Pein steigerte nur seine Wut und damit auch sein Verlangen, seine Gegnerin wie eine Fliege zu zerquetschen.
 
So hob er die Frau einfach vom Boden hoch und hielt sie mit ausgestrecktem Arm in der Luft fest, als wäre sie nur ein kleiner Kieselstein. Leanoras Füße begannen zu zucken, während ihre Kraft langsam nachließ. Ihr Blick wurde unscharf. Nur noch verschwommen sah sie die hassverzerrte Fratze des Riesen direkt vor ihrem Gesicht. Und sie war überzeugt davon, dass dies das Letzte sein würde, was sie in ihrem Leben sehen würde, während der Schleier des Todes sich allmählich über ihren Körper legte.
 

Modifié par Aliens Crew, 07 janvier 2012 - 04:31 .