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Die freie Wildnis von Ferelden (Dragon Age RP)


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#2451
SickOfItAll

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Vernita war still. Zu still. Nicht, das es sowieso unhöflich von ihr war, einfach den Raum zu verlassen, wärend man mit ihr sprach, sie schien es nicht für nötig zu halten zu antworten oder Anstalten zu machen wieder zurückzukommen.

" Vernita ? " rief sie.

Keine Antwort.

Sie stand auf und ging durch das Zimmer, durchquerte den Flur und fand Vernita wie versteinert an der Türschwelle zu einem kleinen Raum vor. Irgendwie war es ungewohnt den Hornochsen den Vernita sonst so gerne spielte in ihrer jetzigen Verfassung zu sehen.

Die Arme verschränkt lehnte sie sich gegen den Türrahmen und stupste Vernita an.
" Eine Vergangenheit die nichtmehr zu retten ist, verbrennt oder begrääbt man am besten. Sieh nach morgen. Oder übermorgen. Reiß dich los und lass es hinter dir. Tut allen gut. "

Sie winkte ihr, das sie wieder zurückkommen möge.
" Wir sollten einen Plan aufstellen, was wir wie angehen. Und du solltest Alternativen zulassen. Sonst nimmts ein böses Ende. "

#2452
Aliens Crew

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„Und ich glaube auch nicht, dass du das jemals verstehen wirst“, brummelte Vernita nach Sha’iras Frage noch unverständlich vor sich hin, während sie den Raum verließ und in Richtung ihres alten Zimmers ging.
 
Sie wusste nicht, wie lange sie dort regungslos in der Türschwelle gestanden hatte. Es kam ihr vor wie eine Ewigkeit, bis jemand sich neben sie stellte und sie anstubste. Jemand sprach sie an, doch bekam sie die Worte nur beiläufig mit, so als kämen sie von ganz weit weg. Die Elfe blickte sich auch nicht um, als sie einfach zu reden begann.
 
„Dies hier ist mein altes Zimmer. Auf diesem Bett dort drüben habe ich das Weinen gelernt. Und ich meine jetzt nicht das Weinen aufgrund eines aufgeschlagenen Knies oder einer anderen einfachen Verletzung, die sich ein Kind beim Spielen schon mal zufügt. Ich spreche von den Schmerzen, welche einem auf der Seele lasten. Ich verlor einen guten Freund, den einzigen, den ich als Kind jemals hatte…es wurde mir verboten ihn zu sehen. Das brach mir das Herz…“
 
Vernita schloss für einen Moment die Augen und dachte an den Moment zurück als sie in ihr Kopfkissen bittere Tränen weinte, nachdem ihr Fineons Mutter gesagt hatte, dass sie ihren Sohn nicht länger mit Vernita spielen lassen wollte. Doch dann verschwand dieses Bild so plötzlich wieder, wie es gekommen war. Stattdessen sah sie sich selbst nun mit zerfetzten Kleidern auf der Kante des Bettes sitzen und mit ihrer Mutter streiten…ihrer Mutter. Dieser dreckigen, kleinen Hure.
 
„Und Jahre später verlernte ich genau auf diesem Bett das Weinen auch wieder, nachdem…“, führte die Elfe weiter aus, bevor sie mit ihrer Erzählung ins Stocken geriet. Sie blinzelte zweimal mit den Augen und blickte nun endlich zur Seite, wo sie Lydia am Türrahmen angelehnt stehen sah. Und für einen Moment stieg ihr die Schamesröte ins Gesicht, hatte sie doch geglaubt, Miandra würde hier neben ihr stehen…die einzige Person, die sich jemals um sie gekümmert hatte. Doch stattdessen war es nur dieses störrische Kind, welches ihre Autorität ständig in Frage stellte. Und das ließ den Ärger in Vernita hochkommen. Ärger aber vor allem auf sich selbst, weil sie so frei und offen über Dinge geredet hatte, welche die Kleine eigentlich gar nichts angingen, ohne sicherzugehen, wem sie das alles gerade eigentlich erzählte. Ihre Miene verfinsterte sich gleich darauf.
 
„Was willst du von mir?“ meinte sie recht unfreundlich.
 
 
 

Modifié par Aliens Crew, 29 mars 2012 - 05:28 .


#2453
SickOfItAll

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Vernita schien erst garnicht registriert zu haben, das sie da stand. Nichts von dem, was sie gesagt hatte, war bei ihr angekommen. Aber Lydia verstand sie zu gut. Sie selbst hatte alles verloren, was ihr wichtig war, aber im Gegensatz zu Vernita konnte sie noch einen funken Hoffnung hegen. Für Vernita war es zu Spät. Für sie war es verloren, ein Zurück gab es nichtmehr.

" Ich sagte : Verbrenn oder begrab deine Vergangenheit. Gestern ist gestern. Morgen gehört der Tag vielleicht schon dir. "

Sie klopfte ihr auf die Schulter und bedeutete ihr mitzukommen.

" Lass gestern ruhen, lass Gras darüberwachsen. Es ist vorbei. Und du machst dich nur noch unglücklicher, wenn du dich über vergangenes beklagst. Und jetzt sei nicht die Schreckschraube die du immer bist und mach deinen Kopf auf. Für Gram ist kein Platz. Dafür ist das Leben zu wertvoll. Komm schon . "

Modifié par SickOfItAll, 28 mars 2012 - 09:51 .


#2454
Aliens Crew

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Ein zynisches Lächeln huschte über Vernitas Lippen. „Das sagst du so einfach in deinem jugendlichen Überschwang und Leichtsinn. Die Vergangenheit loszulassen, ist leichter gesagt als getan, besonders wenn diese einem so leibhaftig gegenüber steht wie es bei mir heute der Fall war. Das wirst auch du noch erkennen, Kleine. Die Vergangenheit ist immer bei dir, und sie holt dich auch immer wieder ein, du wirst schon sehen.“
 
Die Elfe atmete tief durch, bevor sie sich in Bewegung setzte und endlich ihr altes Zimmer betrat. Ihr war in den Sinn gekommen, dass sie unter ihrem Bett eine Kiste hatte, indem unter anderem auch Verbandszeug zu finden war. Sie hoffte nur, dass es auch noch in einem halbwegs brauchbaren Zustand sein würde. Vernita zog die Luft durch die Nase ein und meinte den Geruch von Lavendel wahrzunehmen, welchen ihre Mutter früher immer in ihr Zimmer gehangen hatte, auch wenn es eigentlich unmöglich war, dass dieser Duft nach so vielen Jahren noch diesen Raum erfüllte. Das bildete sie sich sicher nur ein. Bevor dieses eigenartige Gefühl von vorhin sie wieder zu übermannen drohte, sprach sie weiter, obwohl sie eigentlich gar keine Lust hatte, sich weiter mit Lydia zu unterhalten.
 
„Und für jemanden wie mich ist das noch schwieriger, Kleine. Ich bin ein Grauer Wächter, wie du weißt. Als solcher bin ich dazu verdammt, tagtäglich mit dem Übel zu kämpfen, welches durch meine Adern fließt. Jeden Tag werde ich daran erinnert, dass ich verflucht bin und dass dieser Fluch mich irgendwann einmal besiegen wird. So etwas lässt sich nicht einfach ignorieren. Es verfolgt einen, und zwar bis zu deinem letzten Atemzug…“
 
Die Elfe erreichte die andere Seite des Raumes und ging vor ihrem alten Bett in die Hocke. Dann schlug sie die Bettdecke hoch, wobei eine Menge Staub aufgewirbelt wurde, der wolkenhaft durch die Luft stob. Vernita hustete für einen kurzen Moment trocken, bevor sie unter das Bett griff und eine hölzerne Kiste darunter hervorzog. Sie öffnete den quietschenden Deckel des Behälters, bevor sie einen kurzen Blick in diesen hineinwarf. Dann nickte sie zufrieden und schloss die Kiste wieder.
 
„Sieht doch gar nicht so schlecht aus“; meinte sie knapp, wobei sie mit der kleinen Truhe in beiden Händen vom Boden aufstand. „Gehen wir wieder zurück zu den anderen, die warten sicher schon.“
 
 

Modifié par Aliens Crew, 29 mars 2012 - 07:11 .


#2455
Kaysallie

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„Ich verstehe…“, war alles was Miandra zu den Ausführungen der Frau sagte. Jedoch klang es nicht wirklich so, als ob sie es wirklich verstanden hätte. Mit nachdenklichem und auf den Boden gerichtetem Blick folgte sie Leanora zurück zu dem brüchigen kleinen Haus.

Miandra wusste, dass es Unterschiede gab, sie wusste, dass sie ihre Tochter liebte, aber das tat sie eben, da sie ihre Mutter war. Es war so, seitdem sie vor Jahren erfahren hatte, dass sie schwanger sei, doch noch viel stärker war das Gefühl geworden, als Elana sie zum ersten Mal aus ihren braunen Augen angesehen hatte. Sie konnte sich daran erinnern, als wäre es erst gestern gewesen, als sie mit den furchtbaren Schmerzen der Wehen alleine in ihrem alten Schlafgemach gelegen hatte. Stunden waren vergangen, niemand war gekommen und niemanden hatte es interessiert. Erst als die Nacht herein gebrochen war, und die vielen Sterne den Himmel erhellt hatten, den sie durch das offenstehende Fenster immerzu sehen konnte, war alles mit einem Schlag vorbei gewesen. Sie – ausgerechnet sie – hatte Leben geschenkt. Und zum ersten Mal hatte sie sich gebraucht und nicht mehr alleine gefühlt. Dieses kleine Geschöpf war tatsächlich auf sie angewiesen gewesen… aber wahrscheinlich sie umgekehrt noch viel mehr auf es. Endlich hatte das Leben wieder einen Sinn gehabt. Und sie konnte sich noch genau an die Worte erinnern, die sie dem kleinen Neugeborenen zugeflüstert hatte… Ein Versprechen, sie niemals alleine zu lassen und immer zu beschützen.

Das einzige Versprechen, das sie jemals wirklich ernst gemeint hatte. Und sie hatte es gebrochen. Es war mehr als nur Liebe, es war ihre Pflicht das hier zu tun und nur der Tod würde sie daran hindern weiterzumachen. Elana war das einzig Gute, das sie bisher in ihrem Leben vollbracht hatte und wenn Miandra wieder daran dachte, wo sich ihr kleines Mädchen nun wirklich befand, und vor allem wie lange sie schon in der Gewalt dieser Monster war, stellte sich jedes noch so feine Haar an ihrem Körper auf. Es war für den Moment wohl besser, nicht daran zu denken.

Aber eine andere Art von Liebe? Miandra wusste nicht wieso, aber es fiel ihr gerade schwer die Worte von Leanora noch einmal in ihrem Kopf abspielen zu lassen. Es war fast so, als hätte sie Angst davor, zu viel über dieses Thema nachzudenken, oder als stünde eine Art von Blockade zwischen ihr und den Worten. Noch nie in ihrem Leben hatte sie sich so ernsthafte Fragen darüber gestellt, wie gerade vorhin. Vielleicht wollte sie aus eben diesem Grund das Ergebnis dieser Überlegungen eigentlich gar nicht wissen. Oder hatte ihr die Frau gerade einfach nur mehr gesagt, als sie erwartet oder zu hören gehofft hatte?

Aber momentan war es ohnehin viel wichtiger aus dieser Stadt herauszukommen, damit dieser ereignisreiche Tag endlich ein Ende haben würde, anstatt die Zeit mit sinnlosen Gedanken zu verschwenden.

Da der Brunnen nicht weit von dem Haus entfernt stand, erreichten sie dieses recht zügig. Jedoch saß nur noch Sha´ira auf einem der Schemel, als sie den Raum betraten. Miandras Blick erhaschte die Türe, welche offenbar in einen weiteren Raum führte. Diese war ihr vorhin gar nicht aufgefallen, aber da sie offenstand vermutete sie, dass sich die anderen beiden wohl dort aufhielten. Wahrscheinlich war dort hinten ein Schlafbereich gewesen. Vielleicht sollte sie nachher mal nachsehen, ob sich da noch einige alte Kleidungsstücke befanden, die sie verwenden könnte, da sie schließlich keine mehr besaß. Aber erst würde sie sich ohnehin um die Wunde kümmern müssen. Daher setzte sich Miandra auf einen der Schemel und betrachtete zuerst einige Augenblicke lang ihre verletzte Schulter, bevor sie die Tasche, die sie der Zwillingsschwester abgenommen hatte, näher zu sich zog und durchwühlte. Ohne Leanora anzusehen streckte sie ihr das große Stück Rinderfleisch entgegen.

„Hier, Ihr könnt derweil schon mal anfangen. Wascht das Fleisch, und schneidet es in ein paar Stücke. Aber bitte reinigt die Stelle vorher, ich habe keine Lust Staub zu essen“, seufzte sie, ehe sie mit einem scharfen Blick zu Sha´ira hinübersah. „Und Ihr könntet Euch auch mal nützlich machen und Euch um ein Feuer kümmern, wie wäre das? Draußen wird es schon dunkel, und ich für meinen Teil möchte nicht mehr länger hier bleiben, als unbedingt nötig.“

Anschließend wandte sich Miandra wieder der Tasche zu. Ob das Mädchen auch ein paar Gewürze, oder vielleicht doch noch etwas da drin hatte, das sie für ihre Verletzung gebrauchen könnte?

Modifié par Kaysallie, 31 mars 2012 - 09:33 .


#2456
Aliens Crew

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Die Kiste vor sich hertragend verließ Vernita ihr altes Zimmer und ging damit zurück in den Wohnraum des Hauses. Miandra und Leanora waren inzwischen auch wieder von draußen hereingekommen. Die schwarzhaarige Frau kramte gerade in der Tasche des Zwillings herum, während die Adelige das Fleischstück wusch. Schnurstracks durchquerte die Elfe den Raum und stellte die Kiste auf dem Tisch ab.
 
„Ich habe hier meine alte Vorratskiste aus meinem früheren Zimmer geholt. Hätte nie gedacht, dass ich die noch einmal brauchen würde“, verkündete Vernita, während sie diese öffnete. „Die Verbände, welche ich hier noch habe, sind zwar nicht die allerbesten, doch werden sie ausreichend sein, bis wir uns in dieser Herberge neue besorgen können. Außerdem habe ich hier noch einige meiner alten Kleidungsstücke. Mir dürften sie inzwischen nicht mehr passen, wenn ich mir so ansehe, wie sich mein Körper im Laufe der letzten Jahre so verändert hat...“ Sie grinste bei ihren Wort etwas schief. „Aber für euch beiden dürften sie nicht zu eng sein, falls ihr Bedarf nach ein paar abgetragenen Sachen habt.“
 
Vernitas Blick schwenkte dabei zwischen Leanora und Miandra hin und her. „Sind zwar nur Lumpen, aber immer noch besser als nackt durch die Gegend zu laufen, würde ich sagen. Doch kommen wir nun zu dringlicheren Angelegenheiten.“
 
Die Elfe ging zu einem der Schränke hinüber, öffnete diesen und nahm ein alte Tonschüssel heraus, welche voller Staub und Spinnweben war. Damit ging sie zurück zu dem Tisch, wo sie etwas Wasser aus einem der Eimer dazu benutzte, die Schüssel zu reinigen. Anschließend füllte sie dieses Gefäß mit Wasser und nahm ein grünes Halstuch aus der Kiste heraus, bevor sie sich neben Miandra auf einen Schemel setzte. „So, soll ich nun anfangen, deine Wunden zu versorgen, oder kümmerst du dich zuerst um meine?“ lächelte sie die schwarzhaarige Frau etwas schelmisch an.
 
 

#2457
Bellandyrs

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Lea versuchte sich zu erinnern, was sie über die Zubereitung von Fleisch wusste. Es war beträchtlich wenig, dass es gewaschen und gewürzt werden musste, war so ziemlich das einzige. Auch wenn sie von Adel war, dass sie Nahrung nicht auf dreckigem und staubigem Untergrund schneiden und würzen sollte, war ihr klar. Wahrscheinlich hielt sie mehr von Sauberkeit als zum Beispiel Vernita, welche wohl auch mit blutigen und verdreckten Händen aß, solange es überhaupt etwas Essbares gab, zumindest in Zeiten, in denen sie keine regelmäßige Nahrung zu sich nehmen konnte. Während des Krieges war dies sicher der Fall.

Als die Elfe mit den Kleidungsstücken kam, freute sie sich. „Das ist wundervoll, vielen Dank! Ich werde später noch meinen Rucksack ausräumen, aber ich fürchte, da ist nicht gerade viel drin. Immerhin hatte ich das meiste zurück gelassen, als ich ins Kloster ging. Aber zumindest dürfte ich hier endlich diese blutbesudelte Robe los werden?“ setzte sie zaghaft nach. Sie wollte nicht länger dieses verblutete Kleidungsstück mit sich herum schleppen, und hier standen die Möglichkeiten nicht so schlecht, dass es nicht so schnell – im besten Falle gar nicht – entdeckt wurde.

Automatisch hatte sie nach dem Dolch gegriffen und diesen gesäubert, bevor sie das große Stück Fleisch in kleinere Stücke teilte. Schließlich hatten sie auch nicht lange Zeit, somit mussten die Bratenstücke schnell durch sein.

Sie durchstöberte ein kleines Wandschränkchen oberhalb der Arbeitsplatte und fand sogar ein paar Gewürze. Sie schnupperte vorsichtig daran, es handelte sich um irgendetwas würziges, vielleicht Pfeffer oder Chili-Schoten, und es roch nicht verdorben.
„Ob wir das hier nehmen können?“ fragte sie vorsichtig in die Runde.

#2458
Kaysallie

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„Ja, fang du nur an, dann kann ich mir wenigstens wieder etwas anziehen“, erwiderte Miandra ein wenig zögernd auf Vernitas Frage hin, nachdem sie noch kurz die Tasche durchstöbert hatte. Wie bereits zuvor, wusste sie mit all den Phiolen nichts anzufangen, aber in schmaleren inneren Seitentaschen fand sie noch zwei weitere kleine Lederbeutel, in denen sich verschiedene Kräuter befanden, die kleingerieben und vermischt waren. Anhand des scharfen und pikanten Geruchs konnte Miandra urteilen, dass sich in dem ersten Beutel eine Mischung zum Kochen befand, die andere hingegen war richtig wohltuend in der Nase, roch nach Kamille, Salbei, Minze, Lindenblüten, Huflattich, Brennnesseln und anderen exotischen Kräutern, die sie nicht zu kennen glaubte. Eine perfekte Mischung für Medizin, die ihnen allen bestimmt nicht schaden würde, um wieder zu Kräften zu kommen.

„Ja, nehmt, was Ihr finden könnt“, sagte sie zu Leanora, ohne ihren Blick zu heben, ehe sie die beiden Beutelchen wieder zuschnürte und diese einfach in die Richtung der Frau warf. Ob diese gerade dazu fähig war, die Täschchen aufzufangen, schien ihr dabei relativ egal zu sein. „Von dem einen könnt Ihr auch etwas dazu mischen, und mit dem anderen setzt einen Tee auf, sofern Ihr wisst, wie das geht.“
Ehe sie weitersprach schielte sie böse zu Sha´ira hinüber. „Natürlich sobald wir die Möglichkeit haben unser kaltes Wasser zum Kochen zu bringen…“

Anschließend sah sie wieder leicht nach unten und verschränkte dabei ein wenig die Arme. Denn allmählich wurde ihr wirklich kalt, und sie war gerade mehr als nur froh, dass Vernita noch ein paar alte Sachen zum Anziehen hier hatte. Wie diese aussahen, war ihr ohnehin egal, Hauptsache sie waren trocken und unauffällig.

#2459
Kisu

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" Willst du sagen, das du kein Feuer machen kannst ? Komm her, ich zeige dir, wie das geht. " lachte Sha´ira halb scherzend.

"Seh her. Für ein Feuer brauchst du zuersteinmal etwas, um Funken zu schlagen. " Sie zog einen flachen, grauen Stein und ein gebogenes stück Eisen aus einem Beutel. Mit dem Eisen schlug sie an einer der Kanten des Steins entlang, woraufhin Funken aufsprangen.

" Dazu brauchen wir jetzt Zunder. Vielleicht ist noch welcher im Haus, ansonsten müssen wir improvisieren. " Sie sah sich im Raum um, durchsuchte Schachteln, Kistchen und die wenigen Schränke, aber außer einer Hand voll mumifizertem Zunderschwamm war nichts zu finden.

" Gut, dann sehen wir nach, ob wir Ersatz finden. Zu Hause nehmen wir immer Eisenschilf, aber vielleicht gibt es hier hinter dem Haus auch genug trockenes Gras. "

Draußen war nur ein kleiner Fleck Grün, aber sie bekam genug Zunder zusammen. Mit ein wenig Reisig und kleinem Holz hatte sie im Nu ein Feuer in Gange.

" Wenn ihr wollt, koche ich auch. Mir ist es nur recht, aber wie es auch sei, schnell sollte es sein. Ich habe ein Loch im Bauch. "

#2460
Aliens Crew

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„Gut, dann fange ich mal an“, meinte Vernita und rückte noch etwas näher an Miandra heran. Dabei zog sie die Luft langgezogen durch die Nase und schloss dabei die Augen. Als sie diese kurz darauf wieder öffnete, grinste sie die Frau vor sich an.
 
„Du riechst gut“, flüsterte sie ihr ins Ohr. „Und es tut mir leid, doch das wird jetzt wohl etwas weh tun.“
 
Sie nahm das grüne Halstuch an sich und tauchte dieses in die mit Wasser gefüllte Schüssel. Sie machte es richtig nass, bevor sie es wieder herausholte und auswrang. Anschließend wickelte sie sich das Tuch um die Hand, wobei sie eine Spitze mit den Fingern festhielt. Damit begann sie schließlich so vorsichtig wie möglich Miandras Schulterwunde auszuwaschen. Der Einstich war tief, doch hatte Vernita nicht das Gefühl, dass der Knochen ernsthaft verletzt worden war. Miandra hatte wohl noch einmal Glück im Unglück gehabt.
 
„Du findest es also schön, hier zu sein“, begann die Elfe eine Konversation, während sie unbeirrbar weitermachte, um die schwarzhaarige Frau von den Schmerzen, welche diese mit Sicherheit hatte, abzulenken. „Ich hingegen wäre froh gewesen, wenn ich diese Bruchbude nie wieder hätte betreten müssen. Diesen Ort, an dem so viele schmerzhafte Erinnerungen haften. Nur deine Anwesenheit macht den Aufenthalt hier überhaupt erträglich. Obwohl ich jetzt viel lieber mit dir an einem ganz anderen Ort wäre...weit weg von all diesem Elend hier...“
 
 
 

Modifié par Aliens Crew, 11 avril 2012 - 01:40 .


#2461
Kaysallie

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Miandra stieß nur ein unmerkliches Seufzen aus, als Sha´ira damit begann jeden einzelnen Schritt, den sie beim Entfachen des Feuers tätigte, zu beschreiben. Sah die Nevarerin nicht, dass sie verletzt war und sich erstmals um die Wunde kümmern musste, anstatt ein dämliches Feuer zu entzünden? Sie sagte nichts weiter dazu, da es in ihren Augen ohnehin nichts bringen würde und auch da ihre Aufmerksamkeit gleich darauf auf Vernita fiel.

Mit einem von leichter Skepsis geprägtem Gesichtsausdruck hielt sie kurz die die Luft an, als ihr die Elfe ins Ohr flüsterte. Sie roch gut? Miandra war irgendwie froh über die darauffolgenden Schmerzen, die sich brennend von der Schulter aus durch ihren Arm und die Brust zogen, als das feuchte Tuch darauf gedrückt wurde, und sie somit nicht länger darüber nachdenken, oder dazu vielleicht etwas sagen musste. So presste sie nur Augen und Zähne zusammen, und hoffte auf einen baldigen Verband. Im Hintergrund hörte sie, dass ein Feuer zu knistern begann, und sie sehnte sich bereits nach der Wärme dieser Flammen, da sich ihre noch nassen Haare wie Eiszapfen anfühlten, die an ihrer Haut klebten.

Daher merkte man ihr auch nicht an, dass sie recht überrascht war über das, was Vernita weiterhin zu ihr sagte. Sie hatte nicht damit gerechnet, noch darauf angesprochen zu werden, sondern vielleicht eher etwas über ihre eigenartige Wunde gefragt zu werden.
Miandra ließ sich einige Sekunden Zeit, um zu überlegen, was sie darauf sagen sollte. Es gab mehrere Gründe dafür, wieso sie das vorhin gesagt hatte. „Ich sagte, dass ich es schön finde, hier sein zu dürfen, nicht, dass ich es schön finde, hier zu sein.“

Sie machte eine kurze Pause, da ihr in diesem Augenblick ein schmerzhafter Stich durch die Schulter jagte, ehe sie einmal durchatmete und auch die Augen wieder ein wenig öffnete.

„Es ist das erste Versteck in dieser Stadt, das mich an mein Zuhause erinnert, als ich noch bei meinen Eltern gelebt habe. Das klingt bestimmt eigenartig, wo ich mein Zuhause doch nie als solches betrachten konnte und ich es abgrundtief gehasst habe. Aber nachdem ein Tag, mit all seinen Anstrengungen vorüber war und ich nur noch in einem Raum stand, in dem es niemanden mehr gab, der mich herumkommandieren konnte, sondern ich einzig und alleine nur noch in meinem Bett liegen konnte, so war das der schönste Teil des Tages. Ruhe, endlich Ruhe… meistens zumindest“, fuhr sie langsam und ein wenig heiser fort, ehe sie eine längere nachdenkliche Pause machte. Sie wusste nicht, wie sie es in weitere Worte fassen sollte, oder ob sie das überhaupt wollte. Über Gefühle zu sprechen fiel ihr noch immer alles andere als leicht. Und über welche, bei denen sie sich nicht einmal wirklich im Klaren war, setzte dann doch wieder die gewohnte Blockade ein. Wieso hatte sie das vorhin nur gesagt, und nicht einfach die Klappe gehalten?

„Aber wir werden ja bald aus zumindest dieser elenden Stadt verschwunden sein“, sagte Miandra stattdessen nur noch ein wenig aufbauend, um von dem Thema wegzulenken.

Anschließend sah sie etwas zur Seite, und beobachtete noch die letzten Handgriffe von Vernita. Inzwischen hatte die Elfe schon damit begonnen ihr einen der alten Verbände um die verletzte Schulter zu wickeln, und ungeduldig wirkend wartete Miandra darauf, dass diese damit fertig wurde.

Kaum hatte Vernita ihre Arbeit beendet, stand Miandra von dem Schemel auf und durchstöberte die Kiste, welche die Elfe auf dem Tisch abgestellt hatte. Keine zwei Sekunden später zog sie sich auch schon eines der gesuchten Kleidungsstücke über den Kopf.

„Jetzt sollten wir uns mal deine Verletzung ansehen“, sagte sie nebenbei zu Vernita, worin wohl die Aufforderung beinhaltet war, dass sie schon mal versuchen sollte sich von ihrem alten Verband zu befreien, ehe sie ihr dabei helfen würde. Sie selbst begann noch damit sich Lederhose, Stiefel und Waffengurt abzulegen, um sich komplett in frische Kleidung hüllen zu können. Wie Vernita bereits sagte, waren es nur Lumpen, die alt und verstaubt sowie an vielen Stellen geflickt worden waren. Und dennoch glaubte Miandra den Geruch der Elfe daran zu erkennen, was ein kurzes Unbehagen in ihr auslöste, aber wahrscheinlich war das nur reine Einbildung, und sie versuchte den Gedanken daran einfach zu ignorieren.

Modifié par Kaysallie, 13 avril 2012 - 02:09 .


#2462
Aliens Crew

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Vernita hörte Miandra aufmerksam zu, während sie deren Wunde versorgte und diese über ihr zuhause redete. Und auch wenn die Elfe verstand, was die schwarzhaarige Frau meinte, so hatte sie doch das Gefühl, dass diese weniger von dem Heim an sich, sondern nur von dem Zustand des Alleinseins, wo ihr niemand mehr wehtun konnte, sprach. Denn das schien alles zu sein, was Miandra an ihrem Heim gemocht hatte, die Momente, in denen sie sich vor ihrer Familie und auch vor den anderen verstecken konnte. Und das wiederum verstand Vernita nur zu gut...hatte sie doch ebenfalls solche Gefühle in ihrer Jugend gehabt.
 
Bevor sie Miandras Schulter verband, desinfizierte sie deren Wunde noch mit dem Alkohol, welchen sie aus ihrer Tasche gekramt hatte. Eine sehr schmerzhafte, jedoch notwendige Prozedur. Kurze Zeit später war sie auch schon mit dem Verbinden von Miandras Schulter fertig. Sie beobachtete die Frau dabei, wie diese sich umzog, während sie selbst den blutigen Verband, der um ihre Brust gewickelt war, löste und sich davon befreite. Und kaum war sie damit fertig, war auch schon die schwarzhaarige Frau wieder bei ihr, um sie zu verarzten.
 
„Desinfiziere die Wunde mit Alkohol, sobald du sie gesäubert hast, Miandra“, meinte Vernita, während diese den Einstich in der Seite der Elfe untersuchte, auch wenn sie glaubte, dass die schwarzhaarige Frau das auch so wusste. „Ich habe keine Lust auf eine Infektion.“
 
Sie grinste Miandra an, während diese sich das Halstuch griff, es ins Wasser tauchte und damit dann die Wunde reinigte. Die Elfe zuckte kurz zusammen, als die schwarzhaarige Frau etwas harsch an ihre Verletzung heranging. „Ahh...du verstehst es, die Lebensgeister wieder zu wecken“, scherzte sie daraufhin grinsend.
 
Miandra sagte nichts dazu, sondern machte einfach unbeirrbar weiter, während Vernita sie dabei beobachtete. Dabei dachte sie wieder an das, was ihr die schwarzhaarige Frau vorhin über ihr Heim erzählt hatte.
 
„Für mich war dieses Haus auch immer so etwas wie eine Zuflucht“, begann sie deshalb unvermittelt zu erzählen. „Aber zugleich auch ein Gefängnis. Von den Nachbarn beobachtet und herablassend behandelt, war dies der einzige Ort, wo ich ihrem Spott und ihrem Argwohn entgehen konnte. Und somit war ich zugleich in dieser Bruchbude gefangen, da ich sonst nirgendwo willkommen war. Heute sollte mir mal jemand so kommen wie in meiner Kindheit...das gäbe ein Gemetzel.“
 
Vernita machte eine Pause und biss die Zähne zusammen, als Miandra den Alkohol benutzte. Das Zeug brannte wie Feuer, doch Schmerzen machten der Elfe nichts aus. Schließlich waren sie alles, was ihr solange vergönnt gewesen war. „Leider haben wir nichts, um die Wunde zu nähen, also verbinde sie nur, Miandra. Dann muss ich mich in den nächsten Tagen etwas zurückhalten, wenn uns irgendwelche Hurensöhne über den Weg laufen, die auf einen kräftigen Arschtritt aus sind.“
 
Miandra nickte und fing an, die Elfe zu verbinden. Dabei kam sie dieser recht nahe, was Vernita sehr gefiel. Sie schloss die Augen und atmete Miandras Geruch genussvoll ein. Am liebsten hätte sie die Frau noch dichter an sich herangezogen und sie geküsst, doch das schien ihr dann doch nicht sehr zweckdienlich zu sein, also unterdrückte sie dieses in ihr aufkommende Verlangen. Als Miandra dann jedoch schließlich mit ihrer Arbeit fertig war und sich von Vernita entfernen wollte, hob diese ihre Hand und legte diese der schwarzhaarigen Frau auf die Wange, wobei sie diese liebevoll anlächelte. „Danke für deine Hilfe. Und jetzt lass’ uns was essen...falls die Mädels das mit dem Fleisch hingekriegt haben sollten.“
 
 

Modifié par Aliens Crew, 13 avril 2012 - 10:44 .


#2463
Bellandyrs

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Lea sah Sha'ira neugierig zu, wie sie das Feuer entfachte. Es sah so einfach aus, aber sie konnte es sich nicht vorstellen, dass es tatsächlich so leicht war. Andererseits war es ihr auch einerlei, Hauptsache, sie konnten endlich etwas Wasser wärmen und vor allem, das Fleisch braten.

In den Schränken fand Lea eine Blechkanne, welche sie auf die Feuerstelle gab, nachdem sie diese mit Wasser befüllt und einige Prisen von den wohlriechenden Kräutern hinein gegeben hatte.

Die anderen Kräuter verteilte sie auf einem kleinen Teller, wälzte darin die Fleischstücke und legte diese dann in einen flachen Topf, welchen sie gefunden hatte und wo es sogar einen Deckel dafür gab. Dazu gab sie ein klein wenig Wasser, sie wollte nicht, dass das Fleisch zu trocken wurde. Der Topf gesellte sich zur Kanne, und bald darauf verbreiteten die Kräuter einen angenehmen Geruch, welcher ihren Magen laut zum Knurren brachte. Sie bedauerte, keinen Rotwein zur Hand zu haben, denn dieser hätte sicher gut zum Fleisch gepasst.

"Aber in der Not frisst der Erzdämon auch Fliegen", murmelte sie leise, holte eine Kelle aus dem Schrank und schöpfte sich Wasser zum Trinken aus dem Eimer.

"Ich glaub, das Essen ist bald soweit", rief sie den anderen zu, hypnotisierte dabei jedoch den Topf, als ob sie damit steuern könnte, dass ihr erster Braten ja auch gelingen würde.

Modifié par Bellandyrs, 14 avril 2012 - 08:02 .


#2464
SickOfItAll

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Während Lea und Sha´ira sich um das Abendessen , oder besser das, was einmal ihr Abendessen werden sollte, kümmerten, wandte Lydia sich anderen Aufgaben zu. Sie wusste um das Leben und umherziehen in der Wildnis nur allzugut bescheid, noch besser aber um die Gefahren die abseits der Wege in den unberührten Teilen Fereldens lauerten. Wer unerfahren und zugleich unvorbereitet in eine solche Unternehmung hineingehen würde, den erwartete nichts als ein unbesangener Tod und ein vergessener Name.

Gerade in ihrer Situation war es unentbehrlich sich sorgfältig vorzubereiten. Nicht unbedingt für sie selbst, sie trug alles, was sie benötigte um in der Wildnis zu überleben stets bei sich, auch Sha´ira getraute sie ein gesundes Maß an Naturerfahrung und Überlebenskunst zu, aber den Stadtaffen Leanora und Vernita war sie diesbezüglich vorsichtig, um nicht zu sagen skeptisch. Miandra schien von diesem Handwerk ebensowenig Ahnung zu haben, wie die beiden Stadtkinder, was den Umstand der Reise nicht gerade erleichterte.

Sie durchsuchte die Hütte nach brauchbaren Schreibutensilien und fand zu ihrer Verwunderung einige alte Rollen Pergament und sogar ein noch verschlossenes Tintenfläschchen samt Feder. Sie wunderte sich, warum sie solche Utensilien hier fand, bezweifelte sie doch, das Vernitas Eltern geschweigedenn sie selbst in ihrer Jugend des Lesens oder des Schreibens mächtig waren. Sie selbst hatte es, wie jedes Kind aus ihrem Dorf, schon früh gelernt, sowohl elfisch als auch fereldisch. Sie setzte sich also nahe ans Feuer und begann die Pergamentrolle mit kleinen, verschnörkelten, komplizierten Zeichen zu bedecken.

Ohne aufzusehen oder wirklich von ihrer Tätigkeit abzulassen, sprach sie zu Vernita
" Dein Plan am Tag aufzubrechen halte ich aus gutem Grund für Unfug. die Straßen sind breit und die Wälder hier nicht besonders dicht, wenn dich jemand finden will, dann tut er das. Ich halte es für intelligenter, wenn wir die nächste Nacht in der Herberge vor der Stadt abwarten, rasten und Sha´ira und ich morgen in der Früh dem Markt einen Besuch abstatten. An Sovereigns soll es uns ja nicht mangeln. Ich würde auch sagen, das wir Pferde nehmen, und seis nur als Packtiere. Ich mache hier eine Liste von Dingen, die wir mitnehmen werden. Komm jetzt aber nicht auf die Idee, das wir plötzlich einen halben Hausrat mitschleppen. Wir müssen leicht packen."

Modifié par SickOfItAll, 13 avril 2012 - 08:38 .


#2465
Kaysallie

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„Keine Ursache“, erwiderte Miandra, während sie ihre Hand auf die der Elfe legte, um diese wieder langsam von ihrer Wange zu entfernen.

„Ja… Eine Zuflucht und ein Gefängnis…“, sagte sie noch leise, während ihr Blick den Raum ein wenig traurig überflog, denn ihre Gedanken waren an mehreren, als nur diesem einen kleinen Ort, auch zurück bei dem Grund, den sie Vernita nicht gesagt hatte und der auch als einziger ein zaghaftes Lächeln auf ihre Lippen legte, als sie die Elfe wieder ansah. Erst danach ließ sie deren Hand wieder los, und entfernte sich vollends von ihr.

Ein kurzer Blick hinüber zu dem Feuer und Leanora zeigte ihr, dass das Fleisch wohl bald gar sein würde, aber bis dahin würde sie noch genug Zeit haben, um ihre Rüstung wenigstens vom Boden einzusammeln, was sie gleich darauf auch tat und diese auf einen Schemel stapelte. Zudem durchsuchte sie noch die Taschen ihrer alten Unterkleidung, worin sich jedoch nichts befand außer eines zerknüllten und gefalteten Stücks Papier. Dieses verstaute sie in der Tasche der Zwillingsschwester, ohne einen Blick darauf zu werfen und die alten schmutzigen und teils nassen Kleidungsstücke schob sie derweil in die nächst beste Ecke.

Erst danach ging sie zu dem Feuer hinüber, wobei ihr Blick im Vorbeigehen kurz auf das Pergament fiel, auf dem Lydia etwas schrieb, doch was genau sie da tat, konnte Miandra so schnell nicht erkennen. Aber anstatt sich mit dem Mädchen zu beschäftigen, warf sie einen Blick in den Topf, wo das Fleisch in seinem eigenen Saft und dem Wasser brutzelte.

„Das könnt Ihr schon runternehmen“, sagte sie zu Leanora, die den Topf mit starrem Blick fixierte, fast so wie eine Katze eine Maus. Sie selbst griff nach einem Lappen und holte die Kanne vom Feuer herunter, da das Wasser bereits kochte, und stellte diese auf dem Tisch ab, damit der Tee noch ein wenig ziehen und die Kräuter somit ihren Geschmack und das Aroma verbreiten konnten. Miandra ging indes zu den Schränken zurück und durchstöberte diese etwas hektisch, wobei sie leise und unverständlich vor sich hinmurmelte. Dabei kramte sie Holzbecher, einfaches Holzbesteck, alte und teilweise zersprungene Tonteller und einen Kochlöffel hervor, und wusch all diese Sachen mit solch flinken Händen und in einer Windeseile in einem Wassereimer ab, als hätte sie ihr ganzes bisheriges Leben nichts anderes als das getan.

Anschließend deckte sie den Tisch und rührte den Tee noch einige Male um, bevor sie diesen gleich für alle durch ein sauberes Tuch gesiebt ausschenkte. Auch Leanora hatte inzwischen das Fleisch vom Feuer genommen, und verteilte die einzelnen Stücke vorsichtig auf den Tellern, solange bis sich nichts mehr in dem Topf befand. Dampfend verbreitete sich der Geruch von Fleisch und Kräutern in dem gesamten Raum, und auch Miandras Magen begann bei diesem Anblick nun zu knurren. Wie lange es doch her war, dass sie etwas Warmes gegessen hatte…

So setzte sie sich auf einen Schemel, der nahe am Feuer lag, und starrte einige Augenblicke nachdenklich auf das Essen vor sich, so als hätte sie irgendetwas vergessen, oder müsste noch auf etwas warten. Doch dann schüttelte sie leicht den Kopf, nahm sich das Besteck und genoss schweigsam das zarte und saftige Fleisch mit jedem Bissen.

Modifié par Kaysallie, 13 avril 2012 - 11:27 .


#2466
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Vernita lächelte Miandra noch zu, als diese sich von ihr löste und aufstand, als sich auch schon Lydia zu Wort meldete. Fast augenblicklich verdrehte die Elfe die Augen und schüttelte nur mit dem Kopf. Dann stand sie selber auf und ging zu ihrer Tasche, aus der sie ihr letztes Hemd herauskramte, welches sie sich sogleich überzog.
 
„Lydia! Kannst du mich nicht verstehen, oder willst du mich nicht verstehen?“ meinte sie ziemlich genervt. „Zur Zeit der Verderbnis bin ich durch das halbe Land gereist, außer in die Gebiete, welche nördlich von Denerim liegen. Alles, was ich über diesen Teil Fereldens weiß ist, dass es dort viele Wälder gibt, welche allerdings teilweise mit Morast durchzogen sind. Willst du etwa vorschlagen, dass wir bei Nacht und dann auch noch zu Pferd einen stinkenden Sumpf durchqueren? Hast Du etwa schon wieder Selbstmordgedanken wie bei unserem ersten Treffen? Wenn ja, dann lass uns da raus, Kleine!“
 
Vernita setzte sich nun auch wieder an den Tisch, welcher von Miandra und Leanora bereits gedeckt worden war. „So!“ sagte die Elfe bestimmt und atmete einmal kräftig durch. „Und nun wird erst einmal was gegessen!“
 
 

Modifié par Aliens Crew, 13 avril 2012 - 11:52 .


#2467
Bellandyrs

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Das ließ sich Leanora nicht zweimal sagen. Hungrig biss sie in das Fleisch und kaute dieses sorgfältig und mit Genuß. Zu ihrer eigenen Überraschung schmeckte es tatsächlich, es war weder verbrannt und trocken, noch zu roh.
"Hmnjam", seufzte sie. "Das schmeckt ja tatsächlich!"
Sie freute sich darüber, dass ihre ersten Versuche des Kochens so erfolgreich waren.

Wohlige Wärme breitete sich in ihrem Magen aus, und sie spürte, wie sehr sie diese Mahlzeit brauchte. Zu lange hatte sie nichts mehr gegessen, und sie fühlte direkt, wie ihr Körper die Nährstoffe und die Kraft des Bratens in sich aufnahm. Die Kraft würden sie alle brauchen, auch wenn die erste Etappe ihres Abenteuers vorüber war, die bevorstehende Reise würde anstrengend werden. Zudem waren sie noch lange nicht am Ende, selbst wenn sie Miandras Tochter schnell finden würden. Sie wusste nun, wieso ihrer Familie Unrecht getan wurde, aber dennoch war sie noch immer geächtet.

#2468
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„Diese Individuen, von denen mir Neronas erzählt hat, müssen ja ziemlich gefährlich sein“, murmelte Gromschlag in seinen nicht vorhandenen Bart, während er das Schlachtfeld auf dem Hinterhof begutachtete. Überall lagen Leichen herum, auf denen hunderte von Fliegen hockten. Es stank nach Blut und Verwesung. Im Hintergrund sah er einige seiner Männer, welche damit beschäftigt waren, die ersten Leichen auf einfache Karren zu laden, um sie damit abzutransportieren. Mit dem Fuß drehte er den kopflosen Kadaver auf den Rücken, welcher vor ihm auf dem sandigen Boden lag. Dieser Mann gehörte, seiner Kleidung nach zu urteilen, nicht zu den Wachen des Arls. Von der Statur her schien er nicht einmal ein Mensch zu sein. Doch da sein Kopf fehlte, war es schwierig, ihn zu identifizieren.
 
Der Zwerg hob den Kopf, als er aus den Augenwinkeln mitbekam, dass sich ihm jemand näherte. Es handelte sich dabei um einen Templer in kompletter Rüstung inklusive Vollhelm. Dieser blieb vor dem Inquisitor stehen und nahm Haltung an.
 
„Was gibt es zu berichten?“
 
„Herr, wir haben in der Eingangshalle etwas Interessantes entdeckt!“ meldete der Angesprochene mit verzerrt klingender Stimme.
 
„Gut, ich komme gleich mit!“ beschloss Gromschlag und ließ sich von seinem Untergebenen führen. Gemeinsam betraten sie das Gebäude durch einen Seiteneingang und folgten dem langen Korridor, bis sie die Eingangshalle erreicht hatten. Auf der anderen Seite erblickte der Zwerg gleich die umgestürzte Säule, welche von mehreren Arbeitern abgetragen wurde. Außerdem standen dort einige Templer ganz offensichtlich Wache, welche die beiden direkt ansteuerten.
 
Beim Näherkommen bemerkte der Zwerg, dass unter den Trümmern der Säule offenbar jemand verschüttet lag. Er erblickte den Oberkörper eines vollbärtigen Mannes, welcher eine lange Kutte trug. Ein hämisches Grinsen legte sich auf Gromschlags Lippen, als er den Verschütteten erkannte. Auch dieser lächelte den Zwerg etwas unsicher an, als er diesen bemerkte.
 
„Na, wen haben wir denn da?“ fragte der Inquisitor gespielt überrascht mit einer kräftigen Prise Ironie, während er einen Fuß auf das Geröll stellte und sich mit den Armen auf seinem Oberschenkel abstützte. „Wenn das nicht der gute alte Xencadanor ist…was macht Ihr denn hier? Habt Ihr Euch etwa verlaufen?“
 
„Tja“, meinte der Angesprochene verlegen. „Was soll ich sagen? Ich war nur zu Besuch hier, als dieses Anwesen von einigen Wahnsinnigen angegriffen worden ist, welche das halbe Haus in Schutt und Asche gelegt haben und mich damit fast töteten. Ohne meine magischen Fähigkeiten, wäre ich schon längst tot...“
 
„Ach, dann ist das also nur ein reiner Zufall, dass ich Euch an diesem Ort antreffe, an dem dieses Massaker stattgefunden hat. Und vermutlich ist das genauso ein Zufall wie das hier, richtig?“ Der Zwerg holte unter seiner Rüstung einen kleinen Lederbeutel hervor, den er öffnete und dessen Inhalt er in seine flache Hand entleerte. Es handelte sich dabei lediglich um eine kleine Metallniete, in der ein magisches Symbol eingeprägt worden war. „Ich habe dieses gute Stück in einer billigen Spelunke gefunden, in der auch rein zufällig ein ähnliches Massaker stattgefunden hat wie in diesem Anwesen hier…seltsam, nicht wahr? Das gehört doch zu Eurer Kutte, wenn ich mich recht entsinne, oder? Könnt Ihr mir das vielleicht einmal erklären?“
 
Der Magus verzog nur das Gesicht, sagte allerdings nichts.
 
„Das dachte ich mir“, bemerkte Gromschlag in einem bedrohlich leisen Tonfall, während er die Niete von seiner Hand rutschen ließ, so dass diese mit einem leisen „Pling“ auf den Marmor unter seinen Füßen fiel. „Ich denke mal, Ihr wisst noch, was ich Euch dazu gesagt habe, wenn ich Euch noch einmal in meinem Einflussbereich bei Euren mehr als zwielichtigen Geschäften erwische…damals habe ich Euch verschont, weil mein Vorgesetzter es so wollte. Keine Ahnung, was Ihr da für ein Geschäft mit ihm gemacht habt. Nur heute bin ich mein eigener Herr…und Ihr seid mir erneut in die Quere gekommen…“
 
Ganz langsam nahm der Zwerg den Fuß von dem Schutt herunter und griff zu seiner Axt, welche auf seinem Rücken befestigt hing. Die Augen des Magus weiteten sich, als er das sah. Sofort richtete er seinen freien rechten Arm auf den Zwerg und konzentrierte sich kurz. Einige Sekunden später fuhr ein wahres Blitzgewitter aus seiner Hand heraus, welches den Inquisitor fast vollständig einhüllte. Sofort sprangen die Wachen zurück und griffen zu ihren Waffen, während Gromschlag stocksteif stehenblieb. Seine Männer wollten sich gerade auf den Magus stürzen, doch da hob der Zwerg auch schon die Hand. Einen Moment später endete das Blitzgewitter, und der Inquisitor stand nach wie vor aufrecht neben dem Magier, ohne das geringste Anzeichen auch nur einer einzigen Verletzung. Einige blauweiße Restentladungen perlten noch wie Regentropfen vom Körper des Zwerges ab.
 
„Ihr solltet doch wissen, dass Ihr mit Eurem Mummenschanz bei mir nichts ausrichten könnt, Xencadanor!“ brummte Gromschlag böse. „Nun bekommt Ihr den Lohn für Eure Arroganz!“
 
Der Zwerg hob die Axt in einem weitem Bogen, während der Magus einen lauten Schrei von sich gab. Wie in Zeitlupe schwang die schwere Waffe von oben herab und durchstieß dabei pfeifend die Luft. Augenblicke später trieb der Inquisitor die messerscharfe Klinge der Axt in die Brust des Magiers, welcher noch einmal erstickt aufstöhnte, bevor sein Schreien für immer verstummte.
 
Gromschlag ließ die Axt symbolisch im Körper Xencadanors stecken. Blut färbte die Kutte des Magiers rot, während dessen Kopf sich zur Seite neigte und seine Augen leer und ausdruckslos auf den Boden starrten. Der Zwerg zeigte sich davon wenig beeindruckt, sondern wandte sich stattdessen an seinen Untergebenen.
 
„Wurde der Arl bereits gefunden?“ fragte er knapp.
 
„Noch nicht“, antwortete der Templer mit dem Vollhelm. „Laut Angaben seiner verbliebenen Wachen soll er sich in seiner Stube aufhalten, doch konnten wir diese noch nicht betreten. Offenbar hat es dort ein Feuer gegeben...“
 
„Und wo sind diese Wachen jetzt?“ fiel ihm der Inquisitor harsch ins Wort.
 
„Sie befinden sich unter der Bewachung in der hiesigen Kaserne.“
 
„Gut“, bemerkte der Zwerg zufrieden, bevor er den Griff seiner Axt mit seinen Händen umschloss und diese anschließend mit einem kräftigen Ruck aus dem Körper des toten Magus herauszog. Das Blut tropfte noch von der Klinge herunter als er sich mit der Waffe in Händen in Bewegung setzte. „Dann gehen wir gleich zu ihnen und beginnen mit dem Verhör! Mal sehen, ob wir etwas Interessantes in Erfahrung bringen können!“
 
 

#2469
Kisu

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Endlich gab es etwas zu essen. Sha´ira hatte schon länger nichts richtiges mehr gegessen. Sie setzte sich auf einen Schemelan den Tisch, Lydia hockte sich auf ihren Schoß und zusammen machten sie sich über ein stück Fleisch her. Es war eine Wohltat, wieder etwas im Magen zu haben, auch wenn das Fleisch nicht besonders lange vorhalten würde, es war immerhin etwas, ein überaus schmackhaftes etwas, wenngleich der Hunger das Essen immer schmackhafter machte.

" Wenn wir morgen dem Markt einen Besuch abstatten, müssen wir an Bärenfang denken. " Sprach sie und legte ihren Kopf auf Lydias Schulter.

" Gibt es hier eigentlich einen geschulten Alchemisten ? Oder sonst jemand der Miruvor herstellen kann ? Das könnte uns mehr helfen als ein Packpferd voller Versorgungsgüter."

#2470
Kaysallie

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Schweigend beobachtete Miandra die anderen während des Essens. Scheinbar war noch immer unklar, wie ihre Reise am morgigen Tag weitergehen würde, aber ihr selbst war das gerade relativ gleichgültig. Alles was gerade zählte war, dass sie nach so langer Suche endlich ein richtiges Ziel hatte, sie wusste, wohin man Elana verschleppt hatte und alles andere war gerade nebensächlich. Zumindest fast alles. Denn auch das Essen schien gerade wirklich nötig gewesen zu sein, denn je mehr Bissen des Fleisches sich in ihren Magen legten, umso ruhiger wurden ihre Hände und umso erschöpfter und auch zufriedener fühlte sie sich. Das Feuer prasselte hinter ihr und verlieh all dem eine recht entspannende Stimmung. Doch schließlich war es der heiße Tee, der ihren Körper von innen aufheizte. Und als der Teller leergegessen war und sie nur noch den Becher mit ihren Händen umfasste, legte sich eine unglaubliche Müdigkeit auf ihre Augenlider. Wie schön wäre es gewesen, jetzt einfach nur zu schlafen nach diesem anstrengenden Tag…

Doch bevor Miandras Augen tatsächlich zufielen, rappelte sie sie sich von dem Schemel auf und ging zu einem der Fenster hinüber. Auch wenn diese von außen mit Brettern vernagelt waren, so konnte sie trotzdem durch einen schmalen Schlitz nach draußen sehen. Es würde noch ein wenig dauern, bis die Nacht hereinbrach.

Daher machte sie nach diesem kurzen Blick gleich wieder kehrt, nahm die Stücke ihrer Rüstung von dem Schemel und hockte sich damit neben einen Eimer auf den Boden, wo sie begann das viele Blut von dem gehärteten Leder zu waschen. Dabei warf sie den anderen hin und wieder Blicke zu, die vor allem auch deren verdreckte Sachen musterten, aber sie sagte nichts dazu.

Relativ zügig hatte das kalte Wasser das Blut herunter gespült, und Miandra konnte nun die vielen Einschnitte an dem Leder noch deutlicher erkennen. Doch zum Flicken hatte sie nicht die nötigen Materialien, daher legte sie alle Teile auch gleich wieder in der Nähe des Feuers auf dem Boden ab, damit diese trocknen konnten.

Anschließend durchstöberte sie noch einmal die Tasche der Zwillingsschwester und fand darin zu ihrer Erleichterung einen kleinen Haarkamm, in dem sogar einige hellblonde, dünne Haarfasern hingen. Mit einem Schlucken zupfte sie diese heraus und warf sie anschließend in das Feuer, wo sie sofort kräuselnd verkohlten. Da sich Miandra jedoch nicht wieder hinsetzen wollte, um die Erschöpfung zu unterdrücken, die sich nun auf ihre Knochen gelegt hatte, begann sie ein wenig durch den Raum zu schlendern, während sie sich darum kümmerte ihre noch feuchten und verklebten Haare zu kämmen, was nach einem doch recht komplizierten Unterfangen aussah.

Dabei musterte sie nachdenklich die Möbel und Wände, wodurch ihr auch wieder die Tür ins Auge fiel, welche in die hinteren Räume führte. Und auch wenn sie eigentlich nicht sehr neugierig war, so kam dieses Gefühl gerade doch in ihr hoch. Langsam, fast schon ein wenig zögernd, näherte sie sich so der Türe und blickte auf einen im Schatten liegenden kleinen Gang, der mit offenbar zwei weiteren Zimmern verbunden war. Mit langsamen Schritten betrat sie den kleinen Raum, während sie auch den Haarkamm wieder sinken ließ. Ein kurzer Blick fiel beim Vorbeigehen in den ersten Raum, ehe sie den Korridor weiter vorsichtig entlang schlich, wobei der Boden leicht unter ihren Füßen knarrte. Dabei ließ sie ihre Finger an der Wand streifen und betrachtete diese auch die gesamte Zeit über sehr konzentriert. Kurz bevor sie beim nächsten Zimmer ankam, blieb sie jedoch stehen und starrte dabei gedankenverloren auf die alte und dünne Holzwand des Flurs.

Modifié par Kaysallie, 20 avril 2012 - 11:42 .


#2471
Aliens Crew

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Vernita stürzte sich förmlich auf das Essen. Ihr Magen knurrte so laut, dass sie schon befürchtete, dass dieses Geräusch in ganz Denerim zu hören sein musste. In Windeseile schnippelte sie ihr Fleisch klein und schlang es nur so hinunter. Zwischendurch trank sie ihren Becher mit Tee mehrere Male leer und schenkte sich gleich immer wieder nach.
 
Sie brauchte nicht lange, bis sie ihren Teller restlos leergeputzt hatte. Kaum war sie mit dem Essen fertig, stand sie auch schon auf und ging zu einem der Eimer. Sie hockte sich davor und schaufelte sich mit ihren Händen mehrmals Wasser ins Gesicht, was ihr sehr gut tat. Sie prustete ein paar Mal, als Sha’ira wieder etwas von einem Besuch auf dem Marktplatz erzählte. Wieder schüttelte Vernita nur noch verständnislos den Kopf.
 
„Ja, sicher. Wünsche euch viel Spaß beim Einkaufen!“ meinte sie sarkastisch, ohne die Kriegerin anzusehen, während das Wasser von ihrem Gesicht und ihren Haaren in den Eimer tropfte. „Und während ihr durch die Stadt tapert, machen wir uns schon einmal auf den Weg nach Norden, um diesen Bastarden in ihrer Festung den Arsch aufzureißen! Erwartet also nicht, dass wir bei dieser Herberge darauf warten, ob ihr nun mit oder ohne Wachen im Schlepptau zurückkehren werdet! Bis ihr von eurem Besuch wieder zurück seid, sind wir schon längst über alle Berge!“
 
Der Blick der Elfe fiel auf Miandra, welche ihre Rüstung gesäubert hatte und nun versuchte, mit einem Kamm ihre Haare unter Kontrolle zu bekommen, was offensichtlich ziemlich kompliziert zu sein schien. Ein leichtes Lächeln legte sich auf ihre Lippen, bevor ihr Blick auf ihre eigene, blutbeschmierte Rüstung fiel.
 
‚Die könnte auch mal eine Reinigung vertragen’, ging es ihr dabei durch den Kopf. Dabei schnallte sie ihre Beinschienen ab, wobei sie sich wieder nach Miandra umsah, doch war diese plötzlich verschwunden. Die Elfe runzelte die Stirn.
 
Vernita stand auf und ging schnellen Schrittes durch den Raum, ohne noch weiter auf Leanora, Lydia oder Sha’ira zu achten. Sie schritt durch den Durchgang zu den hinteren Räumen und sah sich in dem Korridor dahinter um. Und dort fand sie die schwarzhaarige Frau auch schon. Sie stand einfach nur da und starrte ins Leere.
 
„Miandra?“ fragte die Elfe besorgt und trat langsam hinter die Frau. Behutsam legte sie ihre Hände auf deren Oberarme. „Was ist los mit dir?“
 
 
 

#2472
Kaysallie

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„Hast du sie auch oft schreien gehört?“ sagte Miandra mit flüsternder Stimme. Zaghaft strich sie mit den Fingerspitzen ihrer rechten Hand über das maserige Holz der Wand vor sich, geistig an einem vollkommen anderen Ort. „Es fühlte sich so an, als würde es mich in meine Träume verfolgen. Aber ich habe nie geträumt. Nie…“

Langsam hob sie ihren linken Arm, als wollte sie die Hand zu ihrem Ohr führen, als sie schließlich zusammenzuckte, einerseits, da es ihr einen leichten Stich in der Schulter versetzte, andererseits, da ihr erst jetzt wirklich auffiel, dass Vernita offenbar hinter ihr stand und sich deren Hände auf ihren Oberarmen befanden. Schlagartig verkrampfte sich ihr Körper, während sie sich ein wenig abwehrend zur Seite drehte und zurück zu der ersten Türe ging.

„Ich rede wirres Zeug“, sagte sie dabei noch entschuldigend und offenbar über sich selbst ein wenig verärgert, da sie deutlich den Kopf schüttelte. „Mir ist nur aufgefallen, dass die Wände hier sehr dünn sind“, fügte sie noch hinzu, jedoch hatte sich ihre Tonlage bei diesem Satz bereits wieder vollkommen normalisiert. Auch eine Haarsträhne hatte sie schon wieder in der Hand, die sie genauso wie vorhin zu kämmen versuchte.

„Falls es sich zeitlich noch ausgeht, wäre es vielleicht ganz gut, wenn du dir dieses ganze Phiolenzeug mal ansehen könntest, das sich in der Tasche da drüben befindet. Ich schleppe ungerne schwere und klimpernde Taschen mit mir herum, die vielleicht jeden Moment hochgehen könnten“, redete sie, noch im Türrahmen stehend, einfach weiter, wobei sie der Elfe noch kurz und etwas schwach zulächelte, ehe sie sich, ohne auf eine Antwort zu warten, komplett abwandte und zurück in den ersten Raum ging, wo sie sich nun doch mit einem Schemel nahe ans Feuer setzte, und weiterhin ihre Haare kämmte.

#2473
Aliens Crew

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Ziemlich verwirrt und irritiert blickte Vernita die schwarzhaarige Frau an, als diese sich von ihr löste und in den Wohnbereich des Hauses zurückkehrte. Selbst als diese verschwunden war, stand die Elfe noch mit zusammengezogenen Augenbrauen da und versuchte, das eben gehörte zu verstehen. Doch es gelang ihr nicht. So schüttelte sie kurz den Kopf, bevor sie Miandra zurück zu den anderen folgte.
 
Diese saßen noch am Tisch, und Vernita beachtete sie nicht weiter, sondern sah stattdessen zu der schwarzhaarigen Frau hinüber, welche es sich am Feuer bequem gemacht hatte und ihre Haare kämmte. Doch anstatt sich zu ihr zu gesellen, besann die Elfe sich auf deren Worte und griff sich die Tasche des Zwillings, welche Miandra nahe des Tisches auf den Boden gestellt hatte. Sie legte sie behutsam auf der Tischplatte ab, setzte sich auf einen Schemel und nahm eine der Phiolen heraus.
 
Das Gefäß war recht klein und hatte eine zylindrische Form. Der metallene Deckel verfügte zudem noch über eine schmale Vertiefung und irgendwie kam das Vernita bekannt vor. Sie wusste im ersten Moment aber nicht, woher. So stand sie auf und ging zu dem Waffengurt Miandras hinüber, welchen diese auf dem Boden abgelegt hatte.
 
„Ich greife mir mal einen deiner Dolche, Miandra“, meinte sie noch beiläufig, während sie auch schon eine der Waffen an sich nahm. Ohne auf eine Antwort zu warten, setzte sich die Elfe wieder an den Tisch und begann damit, den Griff des Dolches genauer zu untersuchen.
 
Sie hielt sich die Waffe ans Ohr und schüttelte diese leicht. Sie meinte, ein leises Geräusch aus dessen Innern zu vernehmen, war sich aber nicht ganz sicher. So zog sie am Ende des Griffes. Nichts geschah. Ein genauer Blick zeigte Vernita, dass der Knauf der Waffe etwas heller war als der Rest des Griffstückes. Das brachte sie auf eine Idee.
 
Vorsichtig versuchte sie das Endstück zu drehen und stellte überrascht fest, dass sich der Knauf tatsächlich bewegte. Langsam bewegte sie das Metallstück weiter, kurz bevor sie es komplett von der Waffe gelöst hatte. Gleichzeitig rutschte etwas aus dem Innern des Dolches heraus und fiel in ihre offene Hand. Es handelte sich dabei um eine Phiole, die genauso aussah wie die, welche Vernita vorhin aus der Tasche geholt hatte.
 
„Interessant. Ja, geradezu bemerkenswert“, staunte die Elfe begleitet von einem langgezogenen Pfiff. „Die Waffen, die du dieser kleinen Kröte abgenommen hast, sind wahre Meisterstücke und der Traum eines jeden Meuchelmörders. Anstatt das Gift mühselig auf die Waffe aufzutragen wird es mithilfe dieser Phiolen in den Griff gesteckt und durch Kanäle im Innern der Klinge auf das Opfer übertragen. Nur ein Großmeister der Schmiedekunst bekommt eine so filigrane Arbeit zustande, ohne dass die Qualität und Stabilität der Waffe darunter leidet. Da hast du einen echten Schatz gefunden, Miandra.“
 
Vernita führte die Phiole zurück in den Griff des Dolches, bevor sie den Knauf wieder daran festdrehte. Anschließend legte sie die Waffe auf den Tisch und begutachtete die übrigen Flaschen und Phiolen in der Tasche des Zwillings.
 
„Leider lässt sich nicht genau bestimmen, was diese Gifte im Einzelnen alles bewirken, aber behalten solltest du sie trotzdem. Ähnlich verhält es sich mit den anderen Fläschchen…doch die würde ich hier lassen. Schließlich wissen wir nicht, ob sich darin Medizin, tödliche Gifte oder Suppenzusätze befinden. Aber vielleicht möchten unsere lebensmüden Begleiterinnen Lydia und Sha’ira den Inhalt dieser Glasgefäße im Selbsttest ausprobieren…“ Die Elfe grinste die beiden Mädchen bei ihren Worten hämisch an. „Das Resultat könnte zumindest recht amüsant werden…“
 
 
 


Modifié par Aliens Crew, 04 mai 2016 - 11:42 .


#2474
Kaysallie

Kaysallie
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Weiterhin die Haare kämmend sah Miandra zu Vernita hinüber, nachdem diese sie wegen ihres Dolches angesprochen hatte. Ohne noch etwas dazu zu sagen beobachtete sie, wie die Elfe mit dem Griff der Waffe herumhantierte, und diesen offenbar irgendwie aufschraubte.

„Interessant…“, erwiderte sie nur knapp nach der Erklärung von Vernita, jedoch deutlich weniger begeistert als diese, während sie den Dolch von weitem anstarrte. Doch das lag wohl eher daran, weil ihr ein leichter Schauer den Rücken hinunterlief, als sie daran zurückdachte, wie ihr das Mädchen mit dieser offenbar dauerhaft vergifteten Waffe spürbar an Brust und Bauch entlang gefahren war, als es knapp vor ihr gestanden hatte. Es war eigentlich ein ziemlich glückhafter Zufall gewesen, dass es ihr die Wunde an der Schulter mit dem Fleischerhaken zugefügt hatte und nicht mit diesem Meisterstück – wie Vernita es doch gerade genannt hatte.

Miandra legte den Kamm auf dem Tisch ab und ging zu dem Waffengurt hinüber, der noch immer auf dem Boden lag. Anschließend setzte sie sich wieder auf denselben Platz wie zuvor und musterte dort ihre übrigen Waffen, vor allem den Dolch des anderen Zwillings. Die Klinge glich der seiner Schwester nahezu perfekt und alles was die beiden Dolche im Detail unterschied waren die Verzierungen am Griff. Vielleicht waren es sogar aufwendige Gravuren in einer sehr verschnörkelten und komplexen Schriftart, die Miandra nicht lesen konnte. Und auch hier ließ sich der Knauf aufschrauben und eine kleine Phiole kam zum Vorschein, die noch zur Hälfte mit einer dunkelgrünen Flüssigkeit gefüllt war.

Auch den zweiten Dolch des Jungen holte sie aus der Tasche, wo sie ihn vorhin vorübergehend verstaut hatte, und schraubte auch hier am Knauf, bis er sich öffnen ließ. Sie stellte fest, dass sich in dieser Phiole nur noch ein paar Tropfen der dunklen Flüssigkeit befanden.

„Den hier hatte ich erst vorhin aus dem Qunari herausgezogen“, meinte sie als sie das leere Fläschchen betrachtete. „Aber was genau das Zeug nun bewirkt hat weiß ich nicht, schließlich war ich nicht dabei als er gestorben ist“

Miandra schob die Teller und Becher zur Seite, platzierte die drei Dolche nebeneinander auf dem Tisch, wo sie auch das leere und halbvolle Fläschchen abstellte und hob die Tasche auf ihren Schoß, um die verschiedenen Phiolen auszusortieren. Dabei hielt sie jedes einzelne nachdenklich in die Richtung des Feuers, um die Farbe des Inhalts besser zu erkennen.

„Ach, da dir die Waffen zu gefallen scheinen, kannst du gerne eines der Paare haben. Ich habe schließlich nur zwei Hände“, meinte sie noch währenddessen und grinste Vernita dabei kurz leicht schelmisch an. „Außer dir sind deine Kurzschwerter noch immer lieber, dann behalte ich die Meuchelmörderträume eben ganz für mich alleine.“

Modifié par Kaysallie, 28 avril 2012 - 06:15 .


#2475
SickOfItAll

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Nach dem Essen machte Lydia sich am Feuer breit und witmete sich ihren Klingen. Sie trug immer einen kleinen Abziehstein bei sich um ihre Messer und das Schwert scharf und rostfrei zu halten.

" Ihr habt mal wieder Spielzeug aufgetrieben. Ich glaube, das Gift war soetwas wie Teufelsaugensaft. Der Ochse hat mir dein Eindruck gemacht, als hätte ihn das Zeug gelähmt. Ziemlich eklige Angelegenheit, aber sehr praktisch zum jagen. Also zur Tierjagd . Nicht zum Menschenjagen ... "

Mit viel Geduld machte sie sich an ihren Klingen zu schaffen, entfernte Flugrost und polierte die Schneiden auf Hochglanz. Auch um Sha´iras Klingen kümmerte sie sich. Die hatte sich an sie gekuschelt und war mit dem Kopf auf ihrer Schulter in der Zwischenzeit eingenickt.

" Wo sollen wir eigentlich schlafen ? Dein Bett wird wohl ein bisschen klein für uns alle sein, meinst du nicht Vernita ? "

Modifié par SickOfItAll, 29 avril 2012 - 08:34 .