Und nur mal so nebenbei:
Es gab schon so einige die den Gedanken hatten, "solchen Leuten" die Fortpflanzung zu verbieten, gibt sogar einen Begriff dafür: Eugenie.
So ich will darüber jetzt nicht mehr diskutieren, jeder hat denke ich seinen Standpunkt klargemacht. Ich finde das ganze auch überhaupt nicht schön, aber ich lasse jedem seine Meinung, zudem ist das ganze zum Beispiel bei unserem lieben Nachbarn legal. Einfach um das Thema abzuschließen hau ich jetzt noch mal nen wiki-zitat raus.
Wissenschaftliche Erklärungsansätze
Sowohl Biologie als auch Ethnologie, Anthropologie und Soziologie beschäftigen sich mit dem Phänomen der Ablehnung von Inzest. Jahrzehntelang wurde eine biologische Erklärung für das Inzesttabu in den Sozialwissenschaften und der Psychologie abgelehnt. So wurde angenommen, dass sich Familienangehörige einander sexuell angezogen fühlen, solange soziale Einflüsse dies nicht verhinderten. Evolutionsforscher haben hingegen postuliert, dass die neurale Architektur ein spezialisiertes System zur Identifikation von Verwandten enthält. Neben der Verwandtenselektion diene dieses Erkennungssystem dazu, die Fortpflanzung von Verwandten zu vermeiden, da daraus hervorgehende Kinder weniger gesund sind. Die Gesundheitsrisiken ergeben sich aus der weitaus höheren Rate von Erbkrankheiten und aus der höheren Anfälligkeit für Infektionen.
Lévi-Strauss
Laut
Lévi-Strauss (1948) kann es sich bei der Ablehnung der Inzest nicht um eine
rationale Regel zur Verhinderung von Erbschäden bei Kindern inzestuöser
Verhältnisse handeln, da a) dieser Erklärungsansatz erst in der Neuzeit
aufgetaucht sei, das Inzestverbot jedoch ein weit älteres Phänomen sei
und

die Gefahr von Erbschäden überhaupt erst durch die Regel des
Inzestverbots zustande komme, da nur die direkten inzestuösen Nachkommen
eines
exogam geprägten Elternpaares „extremen Variationen“unterlägen
und bei einer Etablierung der Endogamie die Folgegenerationen keine
erhöhte Gefahr von Erbschäden zu erwarten hätten. „Die zeitweilige
Gefahr
endogamer Verbindungen resultiert, falls sie überhaupt existiert, offensichtlich aus einer Tradition der Exogamie oder '
Pangamie'; sie kann nicht deren Ursache sein“.
Auch um eine Manifestation natürlicher Triebe könne es sich bei
kulturellen Inzestverboten nicht handeln, da a) aufgrund
psychoanalytischer Erkenntnisse am Vorhandensein einer Inzestscheu beim
Menschen zu zweifeln sei (Freud vermutete stattdessen einen
unterdrückten Inzesttrieb) und

die Regel nicht so universal sei, wie
ein universeller Trieb als Ursache sie machen würde: Inzest käme trotz
Tabuisierung immer wieder vor. Lévi-Strauss vermutet außerdem eine hohe
Dunkelziffer an Inzestfällen.
Lévi-Strauss verortet angesichts der Erklärungsschwierigkeiten im
Inzestverbot den Übergang von Natur zu Kultur. Jede Heirat sei „eine
dramatische Begegnung zwischen der Natur und der Kultur, zwischen der
Allianz und der Verwandtschaft“. Die Heirat sei die „Schlichtung
zwischen zwei Lieben: der elterlichen Liebe und der ehelichen Liebe“.
Das Inzestverbot sei entstanden, weil „die biologische Familie nicht
mehr allein ist und sich mit anderen Familien verschwägern muss, um zu
überleben“.
Hintergrund ist die Feststellung, dass nicht das Verbot der Endogamie
am Inzesttabu primär ist, sondern das Gebot der Exogamie. Der Tausch
von Frauen unter Familien wirke einerseits solidarisierend und trage
andererseits zur Eröffnung eines „Heiratspools“ bei, der allen
beteiligten Familien die Auswahl von Partnerinnen für ihre Söhne
ermögliche.
Evolutionspsychologie
Die Fähigkeit zur Identifikation von Verwandten wurde bei vielen Tierarten inklusive Säugetieren nachgewiesen.
Westermarck (1891) suggerierte, dass die Ablehnung des Inzest eine evolvierte Funktion ist. Sexuelles Desinteresse würde sich unter zusammenlebenden Kindern entwickeln, und da diese meist verwandt sind, erfülle es die evolutionäre Funktion der Reduktion des Gesundheitsrisikos von Nachkommen. Diese sogenannte Westermarck-Hypothese wurde in einigen Studien getestet. Die aussagekräftigsten Ergebnisse kamen von Wolf (1995). Wolf untersuchte eine chinesische Tradition, in der junge Mädchen von den Eltern eines Jungen adoptiert werden, um diesem später als Braut zu dienen. Wolf sammelte Daten zu den daraus entstandenen Ehen, und stellte erhöhte Scheidungs- und niedrigere Fertilitätsraten bei diesen Paaren fest. Der Westermarck-Effekt war stärker, wenn die Kinder bereits in den ersten drei Lebensjahren zusammenlebten.
Ein empirischer Test der Westermarck-Hypothese kann auch anhand der Ablehnung von Inzest bei dritten durchgeführt werden. Lieberman et al. (2003) konnten anhand diesbezüglicher Befragungen die Hypothese stützen. Die Dauer des Zusammenlebens mit andersgeschlechtlichen Kindern erklärt sowohl den Verwandtschaftskoeffizient als auch die Stärke der moralischen Ablehnung von Inzest, selbst wenn man den Verwandtschaftsgrad konstant hält.
Bearbeitet von Amaror, 26 Februar 2011 - 06:00 .