Hallo zusammen,
da trotz neuer Hardware einige Benutzer Probleme mit der Performance in Dragon Age II haben, poste ich hier mal eine kleine Auswahl an Tipps, die ich vor Kurzem für ein Seminar zusammengestellt habe.
Der Beitrag darf natürlich nicht als vollständig angesehen werden, er dient einfach nur als inoffizielle Hilfestellung für einige der genannten Probleme!
1.) Vorsicht bei Treiber- & Software-Updates:
Wer "Beta"-Versionen einsetzt, wird damit unweigerlich auch zum "Beta"-Tester:Sog. "Beta-Versionen" sind nur Vorab-Veröffentlichungen und dienen den Entwicklern in der Regel zur Fehlersuche - um möglichst ausgewogenes Feedback von vielen Benutzern innerhalb eines begrenzten Zeitraums zu erhalten. Mit einem normalerweise kleinen Team an internen Beta-Testern, oder einem in-house Quality Assurance Team, würde so eine Fehlersuche ungleich mehr Zeit in Anspruch nehmen und es praktisch unmöglich machen, Programmänderungen auf Stabilität und Kompatibilität mit allen gängigen Hard- & Software Konfigurationen zu prüfen.
Nicht jedes Update bringt Vorteile oder Verbesserungen, die für jeden Benutzer relevant sind! Es sollten daher stets die sog. "Release Notes", oder "Patch Notes" bezeichnete Hinweise gelesen werden, in denen alle wichtigen Änderungen beschrieben werden, die so ein Patch mit sich bringt.
Es gilt:
Immer genau abwägen und nach Möglichkeit auf neue Treiber-Versionen und Patches verzichten, wenn keine akuten Probleme bestehen, die der Patch behebt.
2) Korrekte Installation neuer Treiber- und Programmversionen beachten!Viele Anwendungen und Geräte-Treiber müssen erst einmal komplett deinstalliert werden,
bevor eine neue Version "darüber installiert" werden kann. Entsprechende Warnungen und Hinweise können leicht übersehen werden!
Die weit verbreitete Plattform "Java" ersetzt beispielsweise nicht automatisch ältere Programmversionen auf dem Computer oder aktualisiert alte Dateien, sondern installiert neue Updates immer
neben der vorhandenen Version.
Wer also immer die neuesten Patches installiert, kann auf diesem Weg in kurzer Zeit dutzende Treiberversionen auf dem PC ansammeln. Das muss zwar nicht zwingend ein Nachteil sein, sollte aber nur praktiziert werden, wenn sichergestellt wird, dass sich die verschiedenen Versionen nicht gegenseitig behindern.
Es gilt:
Bei Treiber- und Programmupdates erst prüfen, ob die vorherige Version noch benötigt wird, oder entfernt werden muß.3) Flaschenhälse und Engpässe vermeiden!
Als "Flaschenhals" (engl. "Bottleneck"), bezeichnet man Hardware-Komponenten, die deutlich schwächer sind als der Rest des Systems - und im schlimmsten Fall das gesamte System ausbremsen. Der berüchtigte "Windows-Leistungsindex" rechnet aus eben diesem Grund auch immer auf Basis der schwächsten vorhandenen Komponente. Hier ein kurzer Überblick der wichtigsten Faktoren:
Der Arbeitsspeicher: - Bei Arbeitsspeicher gilt die Devise: "Besser zu viel, als zu wenig!" - Wer kann, rüstet seine Hauptplatine mit 2 oder mit 4 Bausteinen zum Maximum auf (i.d.R. 8 oder 16 GByte). Quantität zählt hierbei mehr, als gute Timings ("Latenzen"), oder hohe Taktfrequenzen jenseits der 1333 MHz.
- Wichtig: Vor dem Kauf unbedingt einen Blick in die sog. "QVL", die offizielle "Qualified Vendors List" des Mainboard-Herstellers werfen! Dort steht, welche RAM-Chips welcher Hersteller das Board unterstützt.
- Auch für Fortgeschrittene ist ein Blick in die QVL empfehlenswert, denn - Optimale Performance und Kompatibilität liegen nicht nur an gängigen Spezifikationen (Taktfrequenz, Speichertyp), sondern auch an schwer nachvollziehbaren mechanischen Eigenschaften, wie etwa Bauform und Chip-Organisation, über die viele Hersteller und Shops leider nur selten Informationen anbieten. Bei der beliebten "Asus P5E"-Serie wurden zum Beispiel keine RAM-Module unterstützt, die mit Chips der Grösse "128 x 64" bestückt waren - das betraf fast alle Kingston HyperX RAM-Bausteine..Daher gilt: QVL beachten, oder Lotto mit der Performance spielen!
- Aufgrund der extrem niedrigen Preise für Speicherbausteine ist ein Upgrade des Arbeitsspeichers empfehlenswert! Qualitativ hochwertige 4GB und 8 GB Kits kosten zur Zeit weniger als 80 Euro.
- Der Einsatz von einem einzigen Speicherbaustein (z.B. 1 x 4 GByte), sowie mit drei Bausteinen (z.B. 3 x 2 GB Kits) sollte tunlichst vermieden werden, sofern es sich nicht um ein High-End-System mit "Triple Channel" Unterstützung handelt. Bei "Dual Channel" Speicher sind stets 2 oder 4 Bausteine zu verbauen!
- Es sollten möglichst RAM-Chips derselben Serie und desselben Herstellers verbaut werden - nach Möglichkeit nie einzelne RAM-Chips nachkaufen, sondern immer ein komplettes "Kit"!
- Speicherkühler dienen eher der Optik und sind selbst im Overclocking-Bereich nicht notwendig. Auf einen hübschen Heatspreader muss aber dank der günstigen Marktlage momentan niemand verzichten.
- Bei RAM-Chips mit Kühler sollte auf die Höhe geachtet werden, besonders "Corsair" mit seiner "Vengeance"-Serie und Kingston's "HyperX H20"-Bausteine haben sehr hohe Kühler, die nicht in jede Hardware-Konfiguration passen.
Übrigens, wo 2 GB Arbeitsspeicher auf einem 32-bit Betriebssystem ausreichend sind, muß das nicht bedeuten, dass eine identische Hardware auf einem 64-bit System gleich gut funktioniert: Durch die Unterschiede in der Speicher-Adressierung wird bei 64-bit Systemen doppelt so viel Speicher in Anspruch genommen - von jeder laufenden Anwendung! So kann es durchaus passieren, dass eine Speicherintensive Anwendung, wie 3D-Spiele es nunmal sind, schnell an die Belastungsgrenze des Systems stösst.
Wer mit 64 statt 32-bit arbeitet, braucht unterm Strich auch doppelt so viel Speicher!Hinzu kommen Kompatibilitätsprobleme mit Anwendungen, die nicht speziell für 64-bit entwickelt wurden. Das trifft hauptsächlich auf ältere Programme zu, sowie auf diverse Browser-Plugins und im Netz verfügbare Shareware von Hobby-Entwicklern. Wer noch mit Windows Vista arbeitet, wird das Problem öfter zu spüren bekommen - Anwendungen werden in solchen Fällen erst gar nicht, oder nur mit Problemen behaftet laufen. Häufige Abstürze ("Crash to Desktop") sind dann die Folge.
Unter Windows 7 und neueren Anwendungen wird 64-bit in der Regel stabiler verwaltet und seltener zu Problemen führen. Ganz beseitigt wurde das Problem aber auch in Windows7 nicht.
Die Grafikkarte:- Eine langsame Speicheranbindung bremst jede noch so gute GPU aus. Auf älteren Grafikkarten und in manchen Budget-Versionen werden teilweise Speicheranbindungen von 128-bit oder weniger verbaut. Das ist für Dragon Age II - und andere moderne Games - zu wenig.
- Auf der Treiber- und Softwareseite verschlingen Shader, Tesselation, Anti-Aliasing und Anisotropische Filterung die meisten Ressourcen - Es sollte bei durchschnittlichen Karten zumindest eine dieser Optionen niedrig gehalten werden. Auf hohes Anti-Aliasing lässt sich oft ohne Qualitätseinbussen verzichten, Schatten lassen sich in den meisten 3D-Titeln auf nähere Umgebungen oder Sichtweite begrenzen.
- "VSync" nur aktivieren, um "tearing"-Probleme am Bildschirm zu beheben! Bei Verwendung von VSync sollte auch gleichzeitig die "Triple Buffer" Option für OpenGL-Anwendungen mit aktiviert werden.
- Dual-GPU's auf einer einzelnen Grafikkarte synchronisieren harmonieren häufig schlecht miteinander und sind daher generell nicht empfehlenswert, zumal alle Hersteller beim zweiten Chip an Bauteilen sparen - So sind die Chips unterschiedlich schnell getaktet, wobei der zweite Chip meist über ein langsameres Speicher-Interface verfügt, als der primäre Chip - so auch bei der ATI Radeon 3870x2. Wer bei diesen Karten die zweite GPU nutzen möchte, muss sie übrigens erst im Catalyst-Control-Center manuell aktivieren, indem die "Catalyst A.I." für Treiber-Optimierungen auf "Enhanced" eingestellt wird.
- Directx11-Effekte (wie "Contact Hardening Shadows" und "Diffusion-Depth-of-Field") sollten nur mit einer entsprechend hochwertigen Grafikkarte aktiviert werden, die diese Effekte unterstützt und nutzen kann.
- nVidia hält nach eigenen Aussagen wenig von DirectX11 und entwickelt daher nicht in diese Richtung. Wer eine nVidia-Karte einsetzt und Probleme hat, sollte sich daher überlegen, mit DirectX10 oder 9 zu spielen.
- Vor Installation eines neuen Grafikkarten-Treibers sollte die vorherige Version vollständig entfernt werden! Je nach Art des Download-Pakets wird dies automatisch geschehen, oder dem Benutzer überlassen.
Das Mainboard:
Bei den Mainboards wird man neuerdings mit cooler Farbgebung und bunter Beleuchtung beglückt..-- und somit hoffentlich nicht bemerken, dass statt
solider Kühlelemente aus Kupfer und
reichlich Zubehör, mit jedem "neuen" Modell, nun vorzugsweise
günstige Sparmassnahmen zum Dienst antreten.
Ökologisch wertvolle Stromsparmassnahmen wie "
Green Compliance" - helfen aber ein wenig darüber hinweg, dass die meisten Platinen-Komponenten mit heutiger Recycling-Technologie noch nicht verwertet werden können und deshalb millionenfach unter Tage eingelagert werden müssen.
Natürlich bringt man auch bei Intel "alle Jahre wieder" einen neuen Prozessor-Sockel auf den Markt, der mit hübscher Regelmässigkeit alle Jahre wieder (keine) Neuerungen mit sich bringt. LGA1155 war der jüngste Geniestreich, auch wenn man meinen könnte "LGA 1156" wäre dank höherer Modellnummer Neuer. Ist aber nicht so. Und weil's Intel zum Jahresbeginn richtig krachen lassen wollte, wurden mal eben im Gegenwert von knapp 1 Milliarde Dollar die druckfrischen Boards
allesamt zurückgerufen. Seit März hat sich die Lage aber stabilisiert, die korrigierten Revisionen treffen bei Händlern ein. Die "LGA 1155 Sandy Bridge" Boards sind dementsprechend zur Zeit erste Wahl, beispielsweise Asus mit dem "
P8P67-Deluxe" und "
P8P67 Sabertooth", ASRock mit dem
P67 Fatal1ty, MSI's
GD-65/GD80, sowie Gigabyte's
UD5.
Prozessoren:Natürlich könnte ich an dieser Stelle einen ganzen Aufsatz über die derzeit erhältlichen Prozessor-Modelle schreiben, den spare ich mir und sage stattdessen: Ein Intel Corei7-2600k, oder AMD 6-Kerner sollten es beim Neukauf sein - bei etwas kleinerem Budget tut's auch der Corei5-2500k, der allerdings ohne Hyper-Threading auskommen muß, denn HT hat Intel, wie viele andere (eigentlich seit Jahren verfügbare) Technologien - nun exklusiv den High-End Serien "Extreme" vorbehalten.
4.) Augen auf beim Hardware - Kauf:
An dieser Stelle sei bemerkt, dass Hardware - Hersteller und Marketingstrategen mittlerweile sehr gut einzuschätzen wissen, nach welchen Kriterien Konsumenten (aber auch Journalisten) Produkte bewerten und kaufen.
In der Praxis macht sich das in etwa so bemerkbar...
...vor der Markteinführung wird die Fachpresse mit kostenlosen Produkte zwecks Test und Benchmarking beliefert, die Testgeräte sind allerdings oftmals übertaktet und mit besserer Ausstattung versehen, als die späteren Serienmodelle. Dadurch wird es für Konsumenten leider etwas schwieriger, die richtige Wahl zu treffen, trotz eingehendem Studium von Testberichten.
Wer neue Hardware kaufen will / muss oder möchte, sollte daher nicht "Pre-views", sondern stets "Re-views", Testberichte bereits erschienener Hardware zur Beratung hinzuziehen.
Für Grafikkarten gibt's
hier weitere Hilfestellungen, für ATI Karten
hier.
Einige der Stolperfallen will ich hier einmal aufführen, damit es nachvollziehbarer wird:
- Bei Produkt Verpackungen wird neuerdings häufig an technischen Details geknausert, sodass mitunter ein eingehendes Studium der gewünschten Hardware vonnöten ist. Beispiele: nVidia's 500er GPU-Serie mit GF110er Chip verschweigt Chip-Grössen, Intel splittet mit dem i3, i5, und i7 ein einziges Produkt auf gleich dutzende Serienmodelle auf (und schnappt sich dabei "alt-eingesessene" Technologien, wie etwa das "Hyper-Threading", um es nur noch exklusiv für die Oberklassen und High-End-Modelle anzubieten).
- Spätestens seit der Wirtschaftskrise wird mit Hochdruck versucht - wie eigentlich überall auf der Welt, wo es Wettbewerb gibt - Kosten möglichst gering, und Gewinne verständlicherweise ein bisschen höher zu halten.
Aktueller Trend bei vielen Herstellern ist es, ein prinzipiell identisches Produkt in viele kleine Serien aufzusplitten. So können insbesondere die wichtigen OEM-Partner profitieren und bei Komplettsystemen im Budget-Bereich kostenintensive Bauteile einsparen, ohne auf wohlklingende Markennamen verzichten zu müssen.
In anderen Fällen werden kurzerhand Seriennummern und Produktnamen geändert, wie beispielsweise bei der nVidia 300er Serie, die lediglich umbenannte 200er-Chips aufweist. Hintergrund ist dabei die sogenannte "Shelf Lifetime" - Sobald ein Produkt in die Läden kommt, verliert es mit jedem Tag an Aktualität und somit an Attraktivität für potentielle Käufer. Kommt dann auch noch ein Nachfolgemodell auf den Markt, ist's vorbei mit den Absatzzahlen. Also wird mitunter eine ganze Serie einfach umbenannt - wieder gilt: Bitte auf die verbauten Chips und Bauteil-Revisionen achten, i.d.R. bleiben diese von der Marketing-Strategie (noch) unberührt.
- Auf Fachmessen wie der Cebit, auf Developer Seminaren und Pressekonferenzen wird dahingegen zu technischen Hilfsmitteln gegriffen: Um neue Technologien nicht zu früh der Konkurrenz preiszugeben, werden dort üblicherweise Screenshots und Produktfotos gezeigt, die nicht der Realität entsprechen. Blöd ist's natürlich, wenn's herauskommt.

Wie so oft hilft hier nur, ausführliche Tests und Erfahrungsberichte zu studieren und sich nicht von PR-Versprechen blenden zu lassen. ;-)
In diesem Sinne..