Ich will das Spiel mit Sicherheit nicht verdammen, ich hatte durchaus meinen Spaß. Gemessen jedoch an den großen Erwartungen die ich zweifelsohne an das Spiel hatte, bin ich enttäuscht.
Als ich das Spiel gestartet habe war ich voller Vorfreude und habe die tristen Landschaften ( Die irgendwo ja Teil dieser Spielwelt sind, ob man es nun mag oder nicht ) ignoriert, auch der eigentlich echt tierisch langweilige Start wurde von meinem Eigenhype geschluckt. Ich fand die Erzählperspektive echt interessant und Varric ist einfach ein total cooler Charakter. Aber als ich dann dieselbe Gegend wieder und wieder betreten habe, die eigentlich eine andere Gegend darstellen soll.... naja da machte sich langsam Ernüchterung breit. Ich will mal ein paar Punkte näher ansprechen.
-Die Grafik: Da hat sich eigentlich nicht viel getan im Vergleich zu Origins, eher im Detail aber ich finde nicht, dass das so auffällt, auch wenn hier einige anderes geschrieben haben.
-Das Design: Die Rüstungen waren und sind immer noch ziemlich schick. Und ich muss sagen, vor allem der Magier hat im Vergleich zu Origins einiges an "Style" dazugewonnen. Die meisten Waffen gingegen haben mich weniger umgehauen und wirkten recht detailarm. Zudem find ich es schade, dass Runen keinen optischen Effekt mehr auf den Waffen hinterlassen. DIe Spielwelt ist trist und düster, aber das soll wohl auch so sein. Kirkwall ist an sich echt cool designed. Diesse unglaublich hohen Mauern, dieser... Klotz von Stadt. Es gibt viele Details die eben den Status dieser Stadt unterstreichen. Was jedoch überhaupt nicht dazu passt sind die teils leblosen und leeren Straßen. Figuten die nur herumstehen und ein paar Sätzchen reden, immer dieselben. Kaum Bewegung... das ist wirklich schade, vor allem weil sich doch wirklich fast das komplette Spiel in der Stadt abspielt. Das hat mich echt enttäuscht, war aber in Origins nicht wirklich anders. Aber auch in Origins war eben nicht alles perfekt.
Elfen wirken nun schlanker, gefällt mir besser. Auch die Qunari sehen jetzt ganz anders aus, gefällt mir aber ebenso. Darkspawn wurde ebenfalls leicht geändert, aber da die meist nur Kanonenfutter darstellen achtet man irgendwie kaum darauf. Neue Gegner findet man eigentlich fast gar nicht von einigen "Bossgegnern" mal abgesehen.
Tja und dann noch die Personen... alle dieselbe Figur, niemand wirkt alt oder ist auch nur im Ansatz dick. Das wirkt wie aus dem Baukasten. genau wie die Schlauchlevel die sich ständig wiederholen. Raubt Atmosphäre und Glaubhaftigkeit. Sehr schade.
- Charaktere: Die haben mir durch die Bank eigentlich gut gefallen. Jeder hat einen eigenen Charakter, eine eigene Story. Der eine toternst und von Rache getrieben, der andere so naiv dass es schon fast weh tut.
Was mir dabei aber echt bitter aufstößt ist, dass man davon eigentlich nur während der Begleiter-Quests was mitbekommt. Zwischen diesen erfährt man nichts von ihnen oder über sie. Was natürlich wieder gefällt sind die Gespräche die sie unterwegs untereinander führen, da sind einige Lacher dabei. Auch wenn mir die Charaktere eigentlich besser gefallen als in Origins find ich die Art, wie sie eingebunden werden leider schlecht und deshalb wird diese Stärke nicht wirklich ausgespielt. Auch hat jeder schnell seine Rolle weg. Man weiß eigentlich sofort, woran man ist. Besonders schade finde ich, wie Knight Commander Meredith sich verhält. Man hört die ganze Zeit nur schlechtes Gehetze über sie, dann trifft man sie das erste mal und sie legt nen ziemlich coolen Auftritt hin und da dachte ich dann noch, hey die Dame ist doch eigentlich ganz in Ordnung. Sofort danach übernimmt sie jedoch leider genau die Rolle die man von Vornerein erwartet hat.
Die Talentbäume gefallen mir richtig gut eigentlich, ist ein schickes System, schade nur, dass man kaum wirklich Auswahl hat.
Spielt man selber keinen Krieger mit Schild, gibt es Evelynn nur einen zur Auswahl was irgendwie schade ist.
Zudem ist die Auswahl an Magiern wenn man das Schwesterherz verliert in Akt 2 ebenfalls sehr eingeschränkt und Anders ist der einzige Heiler. Klar kann man seine Gruppe im Grunde zusammenstellen wie man möchte doch in Dragon Age 2 gilt eigentlich was in fast jedem Rollenspiel gilt: Mit zunehmendem Level werden Magier einfach unglaublich stark, was es sehr schwierig macht auf sie zu verzichten. Der Schwierigkeitsgrad schnellt ungemein in die Höhe. Ich persönlich hab die meiste Zeit sowohl Anders als auch Merrill in meiner Gruppe gehabt. Einen Supporter/Heiler und Merrill für einen Haufen AE-Schaden. Ohne diese Beiden hab ich unmengen an Tränken verbraucht und gerade weil mein Hawk Krieger ( 2H) war artete das oft in "kiten" aus bis der Trank-CD ready war. Auch z.b. der Kampf gegen den Arashok gerät da zur Geduldsprobe.
-Story: Find ich gut. Für ein "überragend" ist sie zu vorhersehbar. Es gibt eigentlich kaum Wendungen die mich wirklich überrascht haben. Man weiß eigentlich sehr zügig worauf es hinauslaufen wird.
Es wurde bereits angemerkt, dass einige die moralischen Entscheidungen toll finden etc. Ich muss dazu sagen, dass ich sowas an sich echt mag, aber hier wirkt es für mich irgendwie aufgezwungen. Ich weiß nicht, wie ich es sagen soll. Man wird von einer Entscheidung zur nächsten gehetzt in hohem Tempo ohne dass man wirklich das Gefühl hat, etwas beeinflussen zu können. Die Erzählweise gefällt mir aber an sich sehr gut. Varric ist eben ein guter Erzähler
-Die Items: Ja eigentlich n dicker Kritikpunkt wie bei allen. Ich finds sehr schade, dass man bei den Begleitern so wenig Möglichkeit zum equippen hat. Ich mag zwar deren Ausrüstung optisch, aber sie laufen halt immer gleich rum, bis auf Merrill in meinem Fall. Was ich positiv anmerken muss ist allerdings, dass man endlich weiß, was einem die Stats bringen, man sieht direkt die Auswirkungen wenn man Items verändert und ist nicht mehr so hilflos wie in Origins. Ein positiver Nebeneffekt der Entschlackung.
- Die Kämpfe: Gefallen mir persönlich besser als in Origins, auch wenn viel Potential verschenkt wird. Ich hab nichts gegen mehr Action und geschwindigkeit. Aber das muss nicht zwingend auf kosten der Taktik gehen. Die Animationen sind richtig schick, auch hier hat vor allem der Magier zugelegt. Endlich steht der mal nicht so gelangweilt rum. Das Interface ist optisch zwar kein Knaller aber aufgeräumt und unkompliziert. Schade ist, dass man auf die Finisher verzichtet hat. Nur noch bei endbossen, da hab ich mir nach den Angaben von Bioware mehr erhofft.
- Die Quests: Da kann man glaube ich am allerwenigsten Meckern. Die meisten Quests sind toll gemacht, klar ist auch die eine oder andere Ausnahme dabei aber zum Großteil hatte ich daran wirklich meine helle Freude.
Liebevolle Details wie bei der Quest "Haunted" erinnerten mich daran, zu was Bioware in Punkto gestaltung eigentlich in der Lage ist und genau diese Eindrücke lassen viele andere Aspekte lieblos und hingeklatscht wirken, was natürlich auch an den extrem hohen Erwartungen liegt die wir glaube ich alle an Bioware haben
- Der Umfang: Für ein Bioware Fantasy-Rpg extrem gering. Find ich sehr schade und das merkt man auch an allen ecken und enden. Überall wurde gekürzt. Darunter leidet die gesamte Spielerfahrung. Schade.
Zum Schluss noch einige Anmerkungen zu Dingen die mir persönlich noch aufgefallen sind/ die ich erlebt habe...
Da wären zum einen einige Bugs. Nicht übermäßig viele eigentlich. Aber gerade im Falle der Storyquest von Merrill ist der Bug erheblich und hat viel Atmosphäre genommen. Das hat mich riiiichtig geärgert. Dazu kommt, dass manche Charaktere nicht ansprechbar sind wenn sie ansprechbar sein sollten, z.b. für eine Quest. Ich erinnere mich da z.b. an Anders bei der "questioning beliefs" quest. Sowas nimmt Atmosphäre und ist einfach nur ärgerlich. Dazu hab ich mich in den meisten Fällen gefragt, wozu es eigentlich Schurken gibt. Die meisten Schlösser die es unterwegs zu öffnen galt konnte keiner der drei "Schurken" knacken. Sehr frustrierend. Und Fallen sind rar gesäät und haben oft nur geringe Auswirkungen. Ich hab mir als Offensiv-Krieger wohl auch einen schweren Pfad ausgesucht aber da wusst ich auch noch nicht dass es keinen Dualwield gibt. ( ja da hab ich mich schlecht informiert....) Doch ich bin dazu übergegangen immer zwei Magier mitzunehmen was alles viel einfacher gemacht hat. Die Schurken hab ich meist nur wenns nötlg war mitgenommen oder wenn ich gerade Lust hatte auf bestimmte Gespräche unter Gruppenmitgliedern. Aveline und Isabella zicken sich herrlich an, Varric und Merrill zusammen sind unglaublich lustig. Merrill ist generell für viele Lacher gut . Dann noch die Sache mit den Items... unterwegs finde ich so unendlich viele Gegenstände die ich nicht tragen kann und meine Begleiter ja sowieso nicht, das frustriert. Und wenn ich dann noch sehe wie wenig Geld ich im Verkauf dafür erhalte wird mir schlecht. Dann wäre da noch die Importierung meines Spielstandes aus Origins. Das lief zwar reibunglos aber Auswirkungen hatte das wohl nicht. Ich hab zumindest nichts davon gemerkt. Leliana war mit meinem Helden zusammen, aber da taucht sie als Gesandte der Kirche auf und man merkt absolut nichts mehr davon. Bei den anderen gabs ähnliche Schnitzer... Flemeth fand ich aber zum Beispiel ziemlich cool, auch wenn einige ihr Outfit kritisieren. Ebenfalls positiv erwähnen möchte ich den hauseigenen Mabari aus der Signature Edition. Sorgt wie schon in Origins für einige köstliche Szenen.
Fazit: es ich mir meinen Text selber durch merk ich schon wie negativ es wirkt. Und das, obwohl ich das Spiel gern gespielt habe. Das liegt wohl daran, dass die Erwartungen einfach so viel höher waren... Bioware kann einfach mehr als sie hier abgeliefert haben. Zudem ist Dragon Age 2 auch kein klassisches Rollenspiel mehr im Sinne von Baldur's Gate, Origins etc. Die meisten hatten an diese Trilogie aber wohl genau diesen Aspruch und diese Erwartungshaltung. Ich schließ mich da ein. Dragon Age 2 spielt sich für mich wie ein schlechteres Mass Effect 2. In MF 2 passen die ganzen Änderungen aber viel besser als sie es hier tun. Das kampfsystem greift besser, die schnelle, hektische Erzählweise. Mass Effekt trifft einfach den Virtuellen Film besser. Dragon Age 2 wirkt als stünde es irgendwo dazwischen. Keine Konsequenz in eine Richtung. Weder Fisch noch Fleisch. Nichtsdestotrotz hat es seine Stärken und ich bereue den Kauf nicht.
Modifié par Athraxes, 13 mars 2011 - 09:42 .





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