Ich muss dem leider zustimmen. Ich habe das Spiel einmal durch und bin mit einer anderen Klassenwahl wieder im dritten Akt und habe dabei im Gegensatz zum ersten Walkthrough die aggressiven Dialogoptionen gewählt, merke aber, dass dies oftmals oftmals nicht in einer unterschiedlichen Reaktion meines Gegenübers endet. Unabhängig davon, ob man nun die actionlastige Auslastung des zweiten Teils dem ersten Teil vorziehen mag oder nicht, glaube ich, dass die Glaubwürdigkeit der eigenen Handlungsfreiheit und somit auch die Immersion der Spielwelt sehr stark darunter leidet. Beispielsweise habe ich in bestimmten Nebenmissionen den konfrontativen Weg eingeschlagen, ohne dass es mir freistand, den NPC zu beseitigen.
SPOILER
Als ich Schwester Patrice (ich glaube im zweiten AKt) auf die Vorkommnisse mit dem Qunari-Magier ansprach und ich sie bezichtigte, mich in eine tödliche Falle gelockt zu haben, endete dies lediglich in der Feststellung meines Hauptchars Hawks, dass zwischen beiden zukünftig Feindschaft herrschen werde.
/SPOILER
Ich meine wie blöde ist das denn bitte. Andere NPC, bei denen ich die freundliche Dialogoption gewählt hatte, mussten dennoch wegen geringeren Vergehen in dem anschließenden Gefecht ihr Leben lassen.
Ich finde es sehr schade, dass die Entwickler NPCs in abhängigkeit ihrer möglichen Relevanz im zukünftigen Handlungsstrang künstlich schützt. Wenn man manche NPCs als derart wichtig erachtet, dass man sie vor ernsten Konsequenzen schont sollte dies in einer glaubwürdigen Art und Weise tun, indem diese sich durch Flucht dem Zugriffs des Spielers entzieht, ein Gruppenmitglied diplomatisch interveniert oder die Anwesenheit von Wachen, Templern oder obere Kläriker dies nicht zulässt.
Das NPCs nicht zwangsläufig Sonderrechte in einem RPG verfügen müssen zeigt glaube ich Fallout NV, wo man NPC um die Ecke bringen kann, aber im Gegenzug bestimmte Queststränge nicht mehr bestreiten kann, wenn ein Gruppenmitglied dies dann noch in heftiger Weise kommentiert und durch Erhöhung der Feindschaft signalisiert, wäre es meiner Meinung viel logischer.
Aber in Ergänzung dazu, finde ich es fast noch schlimmer, dass wie oben bereits erwähnt, freundliche Herangehensweisen nicht mit diplomatischen Einigungen münden, bei den der Spieler die gewaltsame Konfrontation gänzlich vermeidet. Es ist bedauerlich, dass keine Überzeugungsfähigkeiten beim Skillen "erwerbbar" sind wie in DA:O, die ihrerseits exklusive Dialogoptionen freigeschaltet haben. Ich finde, dass die friedliche Beilegung der Konflikte durch Hawke als politische Kraft in Kirkwall in besonders mit Erfahrungspunkten honoriert werden sollte anstatt durch einseitige, polarisierende Entscheidungen den in Kirkwall schwellenden Konflikt noch weiter zu befeuern.
Sorry wegen der Länge des Posts an alle die den Post durchgelesen haben.