Aus Shepards Tagebuch
Sternzeit 154...ach scheiß doch drauf!
Liebes Tagebuch:
Das Leben eines Commanders steckt wirklich voller Überraschungen - und nicht nur auf dem Schlachtfeld. In der Regel beginnt das Abenteuer bei mir schon beim Aufstehen. Gestern zum Beispiel.
Nur mäßig erholt vom letzten Einsatz stieg ich aus dem Bett und wollte erst einmal auf die Toilette, als ich feststellte, dass die Tür verschlossen war.
"Hey,was soll das?", rief ich, "Ich muss auch mal aufs Klo."
Und eine mir schrecklich bekannte Stimme entgegnete:
"Kann das warten? Ich stecke gerade mitten in ein paar ... Kalibrierungen."
Als ich das Bad endlich für mich erobert hatte, entschloss ich mich auch gleich unter die Dusche zu hüpfen. als ich ein lautes mechanisches Röcheln vernahm. Fast erwartete ich hinter mir einen berühmten Schwarzträger, der sich mir gleich als mein Vater vorstellte, aber es war nur Tali, die nach ihrem Universalwerkzeug suchte.
Ich gab der Quarianerin zu verstehen, dass sie ihre Kamasutra-Videos nicht ständig in meiner Kabine schauen sollte, und begab mich dann zum Frühstück auf das Mannschaftsdeck, wo Kelly Chambers verliebt grinsend an mir vorbeilief. Das war das Problem am Leben auf einem Schiff. Da einigt man sich auf einen ONS und wird die Frauen dann doch nicht mehr los.
Fast alle Plätze in der Kantine waren besetzt, lediglich bei Jacob war noch ein Stuhl frei. Mit einem wie üblich ausdruckslosen Gesicht nickte er mir zu. Mir schwirrten einige politisch inkorrekte Ausdrücke im Kopf herum, die ich ihm ins Gesicht schleudern wollte, aber ich ließ es dann doch bleiben. Er konnte ja schließlich nichts dafür.
Nach dem Fühstück wollte ich nach unserem psychopatischen Kellerkind Jack schauen, aber Doktor Chakwas riet davon ab, da Jack wohl ihre Tage hatte. Eine irre Super-Biotikerin mit Stimmungsschwankungen auf einem Raumschiff - na super!
Stattdessen besuchte ich Miranda in ihrem Büro:
"Guten Morgen,Commander. Was kann ich für Sie tun?"
"Miranda, wir schlafen miteinander. Wa sollen die Förmlichkeiten?"
"Keine Ahnung, steht so im Skript."
"Und warum senden sie dem Unbekannten eigentlich noch immer Berichte? Die Mission ist vorbei, und sie haben gekündigt."
"Macht der Gewohnheit, schätze ich", antwortete Miranda und zuckte mit den Schultern.
Seufzend verließ ich das Büro und begab mich zur Brücke, wo sich Joker und EDI gerade über die Temperatur im cockpit stritten. Offensichtlich war EDI am Gewinnen.
Ich beschloss, sie mit ihren Differenzen allein zu lassen und marschierte zurück ins KIZ.
"Keine Nachrichten für Sie, Commander!", rief mir Kelly entgegen.
"Vielen Dank für diese überaus wichtigen Neuigkeiten!", entgegnete ich sarkastisch, schaute aber doch selber nach - nur um sie zu ärgern.
Da ich ohnehin nichts besseres zu tun hatte, beschloss ich, das Schiff mal wieder von einer Galaxis zur nächsten zu jagen und Planeten abzuscannen - nicht,dass ich von dem ganzen Zeug noch irgendwas brauchen würde. Zudem spielte ich mit dem Gedanken, statt einer Sonde zur Abwechslung mal Legion runterzujagen. Ein wenig frische Luft konnte dem wandelnden Kofferradio sicher auch nicht schaden.
Ich wollte ihm gerade meinen Vorschlag unterbreiten, als mir Solus entgegenlief und mich fragte, ob wir einen Varen an Bord hätten. Verwirrt verneinte ich dies, doch als ich nach dem Grund fragte, murmelte er nur ein "Beunruhigend!" und lief nachdenklich zurück ins Labor.
Inzwischen hatte ich vergessen,was ich eigentlich wollte und ging zu Kasumi, um mich mal wieder ordentlich an ihrer Minibar zu bedienen. Nach einigen Gläsern torkelte ich trotz EDIs Warnungen auf die Damentoilette.
Dort traf ich auch Morinth, die wohl gerade ihre Mutter besuchte. Es kam mir so vor, als äre an der Tatsache irgendwas falsch, aber ich war zu betrunken, um logische Schlüsse zu ziehen. Stattdessen ließ sie sich problemlos zu mir in meine Kabine einladen. Wenn ich es mir recht überlege, war es noch nie so einfach. Aber, mir konnte das nur Recht sein.
Tja, und lieg ich mit Samaras im Bett und werde mich nun gleich prächtig amüsieren. Immerhin ist sie eine Asari, und mit denen hab ich ja sehr gute Erfahrungen. Irgend etwas sagt mir, dass ich diese Nacht nie wieder vergessen werden. Also denn, gute Nacht.
Tagebuch Ende!