anzolino wrote...
Das ist die andere Seite. Sie sind ja nicht allesamt grundweg böse und lassen sich von Uldred oder wem auch immer überzeugen. Aber solch' Nebensächlichkeiten wollen wir ja gar nicht betrachten, wir wollen über die grundsätzliche Boshaftigkeit und Verführbarkeit reden... *grinz*
Und sie helfen den Wächtern!
Dass sie grundsätzlich böse sind, behauptet ja keiner. Es sind Menschen mit großer Macht und unglaublichem Zerstörungspotential. Davor haben die Menschen in Thedas schlicht Angst. Das ist eine ganz normale Reaktion. Man denke nur ans Mittelalter. In unserer Welt gibt es keine Magier, trotzdem wurden Menschen für Zauberei mit dem Tode bestraft. In Thedas werden Magier nur eingesperrt, die Frage ist: Wer zahlt die Bewachung und den Unterhalt von Hunderten von Magiern? Und warum? Aus Spaß? Vermutlich nicht, also wird jeder Zirkel vermutlich irgendwie zu seinem Unterhalt beitragen müssen. Und wenn man zu seinem Unterhalt beiträgt, dann rückt das die Sache irgendwie in die richtige Perspektive. Da wird man dann wohl doch einen Küchen- und Kräutergarten haben, muss mit der Außenwelt handel treiben und Hausarbeiten ausführen (Brot muss gebacken werden, Kleidung genäht, Bücher von Hand abgeschrieben usw.).
Für mich ist ein Zirkel irgendwie sowas wie ein Kloster, eines in das man geschickt wird und dass man nicht wieder verlassen darf, es sei denn unter der Aufsicht einer Abteilung wachsamer Templer. Aber an sich erstmal kein so schlechter Ort, wenn man bedenkt, dass draußen eine mittelalterliche Welt wartet, in der einem Bildung, Nahrung, Arbeit und ein hübsches Haus dem Durchschnittsbürger auch nicht gerade auf den Kopf fallen, insbesondere wenn man ein Stadtelf ist.
DA ist, was die Stellung, Behandlung und Möglichkeiten von Magiern betrifft, nicht besonders eindeutig, sogar eher widersprüchlich. Zum Beispiel sagt der Codex, dass der Erste Verzauberer den Zirkel leitet und dabei mit den Templern zu kooperieren hat. Er allein entscheidet aber, ob der Zirkel beispielsweise einen Krieg unterstützt, oder nicht.
Sicherlich ist die Welt für Magier nicht rosarot und das Gras auf der anderen Seite ist immer irgendwie grüner, aber so richtig viel schlechter haben sie es erstmal nicht. Man sieht das ja an Alistair oder Sebastian, beides Adlige, die auch keine persönliche Freiheit genießen. Alistair wächst im Stall auf und wird den Templern übergeben, gegen seinen Willen, was für ihn aber eine militärische Ausbildung bedeutet. Und es steht ihm nicht frei zu gehen, bis Duncan kommt und ihn für die Wächter rekrutiert. Sebastian wächst distanziert von seiner Familie auf, dreht frei und wird gemäß der Familientradition (und als Strafe) der Kirche übergeben, wo er sein Gelübde als Bruder ablegen soll.
Das ist die Welt, in der die Magier leben. Klar, es gibt diese romantische Freiheit, wie sie Isabella, Fenris, Leliana und Zevran repräsentieren, allerdings ist diese Freiheit teuer bezahlt. Leliana war eine Bardin und bezahlte das mit Schmerz und Leid, fast mit dem Leben, Zevran wurde durch Schmerz und Folter konditioniert, Fenris ist ein entflohener Sklave und Isabella wurde noch als Minderjährige mit einem wesentlich älteren Mann verheiratet, weil ihre Mutter dafür Geld bekam. Alle haben keine festen Bindungen (es sei den the Power of Plot verhilft ihnen zu einer dauerhaften Romanze mit dem Wächter/Hawke), kein Zuhause und laufen dauernd Gefahr getötet zu werden.
Wenn natürlich die Templer im Zirkel ihre Macht ausnutzen, dann wir es problematisch. Aber das ist ein sehr vielschichtiges Problem, vor allem in einer dunklen, gewalttätigen Welt, und dann nervt mich DA damit, dass sie eine gute Idee auf hell-schwarz vs. dunkel-weiß runterbrechen, böse Templar gegen irre Magier.
Man könnte über DA vermutlich tolle Bücher schreiben, aber die Darstellung im Spiel lässt bisher stark zu wünschen übrig.
Modifié par klarabella, 17 juillet 2011 - 08:34 .