Sequel Celebration...
...bedeutet doch, dass ein Nachfolger gefeiert wird. Aber wer feiert? Was feiert er und warum?
Alles Fragen, dessen Antworten uns die EA-Marketingfuzzys schuldig geblieben sind.
Nähern wir uns doch der Antwort an, indem wir die möglichen Erklärungsansätze nebeneinander stellen, damit sich jeder User selbst entscheiden kann, welche Antwort für ihn am plausibelsten ist.
Möglichkeit 1: Bioware hat ein Spiel namens Dragon Age 2 veröffentlicht und die Spielekritiker, die noch nie von der Spieleschmiede gehört hatten und so völlig von dem Release des Spiels überrascht wurden, überschlugen sich vor Lob über ein Spiel, das die Maßstäbe des Genre setzt und auf absehbare Zeit den Thron der Genrereferenz für sich beanspruchen wird. Die Innovationen in den Bereichen Gameplay, Story und Inszenierung werden einmütig von der Fachpresse gelobt und führten zu internationalen Wertungen >95%.
Möglichkeit 2: Unter Genreliebhabern hat die Entwicklerfirma schon einmal beiläufig Erwähnung gefunden.
Mit der Vermutung, dass diese Firma seine Pforten noch nicht geschlossen hatten, verwunderte es gut informierte Szene-Insider indes nicht, dass Bioware ein RPG-Spiel veröffentlichen würde. Das was die eingefleischten RPG-Spieler aber in den Händen halten durfte, übertraf Ihre kühnsten Träume bei weitem. So viel Originalität, Abwechslungreichtum, Detailverliebtheit und Tiefe kombiniert mit einer derart langen und dennoch fesselnden Geschichte galt vor der Veröffentlichung noch als schier unmöglich. Die ungewähnlichen Plotwendungen und der hohe Grad an Spielerfreiheit über den Verlauf der weiteren Geschichte sind unübertrofen und motivieren, selbst nach dem 12. Durchspielen erneut zu beginnen. Die Immersion der Spielwelt ist so stark, dass die stark steigende Fangemeinschaft dieses Meisterwerk für Monate keine Zeit mehr dafür hatten, im Internet zu surfen, obwohl sie ihre Glücksgefühlen kaum bändigen können und jedem dieses Spiel empfehlen möchten. Jene, die es doch ins Internet schaffen, vergeben bei Amazon durchgängig 5Sterne, weshalb die Nachfrage das Angebot bei weitem übersteigt.
Möglichkeit 3: Ein börsennotierter Spielepublisher namens EA kauft eienn anerkannten Spieleentwickler namens Bioware. Die Spielemacher haben aufgrund ihrer vergangenen Produkte große Erfolge einfahren können und eine stattliche Fangemeinde hinter sich scharen können. In Vertrauen darauf, dass Bioware hohe qualitative und künstlerische Ansprüche an seine eigenen Produkte hegt, können viele Biowarefans der Veröffentlichung der nächsten Ablegers des letzten, geliebten Dragon Age Origins kaum abwarten und tätigen eine blinde Vorbestellung des Sequels. Ernüchterung tritt bei Genrefans allerdings auf, als nach der Veröffentlichung klar wird, dass das Spiel offenkundig für andere Zielgruppen als für sie konzipiert wurde. Ihren Zorn entladen die Heerscharen unglücklicher DA2 im Internet und bilden so die Grundlage dafür, dass die Wahrnehmung des Produkts auf Einkaufsportalen wie Amazon wenig positiv ausfällt.
Die mit dem Projekt betrauten EA-Verantwortlichen, die auf die frühe Veröffentlichung hingewirkt haben, stört der Aufschrei der Entrüstung und des Protests wenig, schliesslich hat man in kürzester Zeit eine hohe Absatzzahl erreicht (1Mio. Einheiten) , obwohl man die Kosten und letztlich auch die Qualität bei der Entwicklung des Spiels massiv zurückfahren konnte.
Also Zeit für Schampus, Freunde! Die Kohle fliesst in unsere Taschen, ohne dass wir dafür einen Finger hätten krümmen müssen.
Modifié par berserkerblob, 06 avril 2011 - 12:38 .