Ich möchte mich nochmals dem Thema Qunari widmen.
Einleiten möchte ich hingegen mit einem Bild von Ramil Sunga, das Dao_Nathalie mitsamt dem dazu gehörigen
Thread vor 10 Tagen veröffentlicht hatte.

Mein Kommentar zum Bild lautete...
[...] betrachtet man die artworks der Qunari hier und vergleicht man sie mit der finalen Fassung im Spiel fällt auf, wie gut ihnen die Umsetzung imo gelungen ist, insbesondere korrespondiert ihr Erscheinungsbild wunderbar mit ihrer verschlossenen und die Außenwelt ablehnenden Denkweise.[...]
Mit meinem Selbstzitat wollte nur noch einmal hervorheben, dass ich heute wie damals davon überzeugt bin, dass die Überarbeitung des Erscheinungsbild dazu beigetragen hat, ihnen eine geheimnissvolle Aura und ihrer Persönlichkeit eine gewisse Tiefe zu verleihen.
Ich persönlich fand das Erscheinungsbild auch ziemlich beeindruckend und finde, dass die Qunari mein persönliches Highlight der ganzen Geschicht in DA2 darstellten. Ich hätte mir aber gewünscht, dass man den Qunari in DA2 eine größere Bedeutung zubilligen würde als sie bloß als Zwischengegner zuverheizen.
Falls man mich fragen würde, welcher Aspekt von DA2 unverzichtbar wäre bzw. auf welchen Teil der Handlung ich nicht verzichten wollte, meine Antwort lautete die Qunari. In DAO hat man zwar einen kleinen Einblick in die Kultur der Qunari in den Gesprächen mit Sten erhalten können, doch ist die direkte Konfrontation mir dem Arishok viel packender als in DAO, wo ihre Existenz lediglich eine untergeordnete Rolle gespielt hatte.
Bedauern empfand ich als die Qunari auf die ein oder andere Art und Weise aus Kirkwall verschwanden und der dritte Akt von der Spannung her schon fast zum Epilogue geriet. Auch wär es meiner Meinung nach wünschenswert gewesen, wenn man sich mit den Qunari verbrüdern hätte können und man die Folgen dieser Regentschaft erzählt bekommen hätte. Zumindest wären diese Ereignisse wie die Orzammars im Epilogue erzählbar gewesen.
Was ich allerdings als ein wenig widersprüchlich an den Qunari empfunden habe ist folgender Sachverhalt:
In DAO hat uns Sten aufgeklärt, dass Qun jedem Individuum eine spezielle ,vorbestimmte Rolle zuordnet und die jeder zu befolgen hat, da er ansonsten vom Qun ausgestoßen wird.
Wenn ich diesen Gedankengang jedoch weiterführe, müsste dann nicht eine eher statische Gemeinschaft die Folge sein, in der sich die Gemeinschaftsmitglieder den Einflüssen Außenstehender zu entziehen versuchen?
Meiner Meinung entspricht es nicht der inneren Logik, wenn die Qunari einfach so jeden willigen Elfen in die Gemeinschaft aufnehmen, weil Elfen von der Außenwelt geprägt sind, nicht mit den Lehren des Quns aufgewachsen sind und folglich unbewusst Denkansätze mit in die Gemeinschaft transportieren, die dem Qun wesensfremd sind und die langfristig einen inneren Wandel in der Gemeinschaft herbeiführen könnten.
Es wär aus diesen Überlegungen heraus für mich schlüssiger, wenn die Qunari gegenüber anderen Rassen Ressentiments hegen würden und den Umgang mir anderen Rassen dementsprechend gänzlich meiden würden.
Ist es dann wahrscheinlich, dass die Qunari wirklich das Risiko eingehen würden, das mit der Eingliederung von Elfen potenziell einhergehen könnte?
Würde man im Fall der Eingliederung der Elfen denen soweit trauen, dass diese einen gleichberechtigten Umgang genießen könnten oder würde man sie vielleicht auf niederen Hierarchiestufen einordnen. Sollten Sie jedoch hierarchisch tief angesiedelt werden, kann man fragen warum sie die eine Diskriminierung durch eine andere Diskriminierung eintauschen sollten, wenn ihnen als 3. Option die Eingliederung bei den Dalish als freie Elfen offenstünde.
Meine Ausführung mag vielen Lesern seltsam vorkommen. Ich habe aber folgende Vermutung. In einem Interview hatte glaube ich Mike Laidlaw eine Parallele zwischen den Anhängern des Quns und mit den Anhängern realexistierender Konfessionen gezogen. Dies ist aus meiner Sicht das zugrundeliegende Problem, da zum einen die Rasse der Qunari eingeführt wurde und zum anderen die Anhänger des Quns als Konfessionsgemeinschaft.
Dies schneidet sich meiner Meinung nach etwas.
Was den Umgang der Qunari mit den Saarebas anbelangt, finde ich diesen zwar wie meine Vorredner letztlich grausam uaber dennoch konsequent.
Dem einzelnen steht unter dem Qun keine Individualität zu sondern lediglich eine vorbestimmte Rolle. Dies bedeutet aber auch, dass die Talente der einzelnen sich dem Kollektiv und den davon abgeleiteten Rollen zu entsprechen haben. Da Magier in ihrer Natur anderen überlegen sind, können sie über andere und letztlich über das Kollektiv obsiegen, so dass das Qun (als Bewahrer des Kollektivs) dies verhindern muss, notfalls durch Maßnahmen, die Magier in ihrer Selbstbestimmtheit beschneiden. Dies ist im Sinne des Quns dann auch nicht weiter verwerflich, da das Qun kein individuelles (Grund-)Recht oder gar Würde für den Einzelnen vorsieht, welche/s sie mit ihren Maßnahmen verletzen könnten.
Die eigentlich interessante Frage, ob Qunari oder Zwerge militärisch stärker sind, ist sehr schwer zu beantworten.
Es wurde zwar gesagt, dass die Qunari eine Seemacht wären, doch sind Zwerge die besten Baumeister und können entsprechende Verteidigungsanlagen errichten. Auch beherrschen die Zwerge (zumindest der eine aus Awakening) die Kenntnis über Sprengfeuer. Man kann dagegen halten, dass die Qunari die starken Saarebas in die Schlacht führen könnten, doch sind Zwerge von Natur aus mit einer gewissen Magieresistenz ausgestattet. Auch verfügen die Zwerge über hervorragende Schmiedekünste und damit durch bestmögliche Bewaffnung einen potenziellen Vorteil in der Schlacht und haben spätestens seit der zwergischen Magierschülerin im Zirkel Fereldens einzigartige Kenntnisse über die Verbindung von Lyrium und Magie.
Letztlich muss sich jeder sein eigen Bild zeichnen, welche Rasse in Thedas die stärkste ist, da uns aussagekräftige Indizien für eine eindeutige Bestimmung fehlen. Also benutzen wir doch einfach unsere Fantasie in diesem dark-fantasy-setting und freuen uns darauf, was uns noch alles in DA3 erzählt werden wird.
Modifié par berserkerblob, 08 avril 2011 - 02:52 .