Forst1999 wrote...
Und eben in diesem Feld gibt es Leute, die einsteigerfreundliche Rollenspiele wie Mass Effect, Fallout und The Elder Scrolls spielen, mit Dragon Age aber nichts anfangen können. Umständliches Crafting, das Management eines kompletten Inventars für fast 10 Charaktere, unintuitive Charakterentwicklung, langsame Reaktionen im Kampf...all das kann Leute abschrecken. Ich denke, ein bisschen Feinabstimmung bei solchen Sachen kann nicht schaden.
Schön und gut allerdings würde ich Fallout und The Elder Scrolls nicht unbedingt auf eine Stufe mit DA2 stellen. Deren Skill- und Fertigkeitsbäume sind dann doch weit umfangreicher (von der offenen Welt nicht zu reden). Und ich möchte stark bezweifeln das ein Rollenspieleinsteiger mit z.B. Fallout 3 intuitiv bei der Charakterentwicklung zurecht kommt. Auch nicht beim Management des Inventars und beim Crafting.
Wie auch immer, man hat ME2 und DA2 so stark in den Rollenspielelementen beschnitten das es kaum noch den Anspruch auf Rollenspiel verdient. Und dafür hat man herbe Kritik geerntet und das zu Recht. Warum sonst wird in ME3 wieder zurückgerudert?! Die Charakterentwicklung ist kaum noch nennenswert, der Skill- und Fertigkeitsbaum bestenfalls rudimentär, was bei den NPC noch mehr ins Bedeutungslose kippt.
Und mal ehrlich, wer die Augen aufmacht sieht auch das es beim zusammenstreichen der Rollenspielelemte nicht unbedingt immer darum ging das Game "einsteigerfreundlich" zu machen sondern um zusätzlich Content verkaufen zu können. Eine eher fragwürdige Praxis.
Was man mit DA2 abgeliefert hat ist ein Schatten seiner selbst, aber sicher kein anständiges Rollenspiel.
Forst1999 wrote...
Auch dein Grafikargument möchte ich in Zweifel ziehen. Dem sogenannten typischen Shooterspieler geht es doch nicht allein um die Grafik, sondern darum, dass er Spiele dieser Art mag. Sonst würden technisch veraltete Spiele wie Counterstrike schnell unter den Tisch fallen. Und wenn jemand mit Rollenspielen nichts anfangen kann, wird ihn auch die schönste Grafik nicht überzeugen.
Alles was Laidlaw in dem Artikel gesagt hat war, dass praktisch alle
Spieler mit grundlegenden Rollenspielelementen schon vertraut sind, aber
von manchen Aspekten abgeschreckt würden, Bioware DAII also
einsteigerfreundlicher machen wolle, damit diese Leute dem Spiel eine
Chance geben.
Sicher hat man bei den anspruchsvolleren Shootergames auch Rollenspielelemente. Das geht sogar noch weiter als Laidlaw im Interview erwähnt, denn immerhin kann man auch in manche die Rolle eines Sanis, Panzerknackers und so weiter übernehmen. Allerdings erheben all diese Games nicht den Anspruch ein Rollenspiel zu sein. DA2 hingegen schon und es kommt doch irgendwo beschämdend herüber das Actiongame besser passen würde und man Rollenspiel besser streicht, davon ist nicht gerade viel übrig geblieben.
Was die Grafik angeht, mag sein das sie in einem Rollenspiel nicht primär ausschlaggebend ist, hat ja DA:O hinreichend bewiesen, dennoch möchte der Spieler liebe zum Detail, was beliebte Projekte wie das Icon-Projekt, und manch anders aus der Modder-Community, hinreichend belegen.
Und was bekommt der Spieler vorgesetzt? Noch tristere Icons und Menüs, von den Umgebungstexturen nicht zu reden. Und ich denke ich muß auch nicht nochmals das Level-Recycling und die tristen Schlauchlevels erwähnen. Da bieten selbst billige Shooter mehr.
Wenn es nicht bereits reichlich Kritik bezüglich ME2 und den Rollenspielelementen gegeben hätte könnte man die Erklärung so noch hinnehmen, aber mit diesem Hintergrund, nein, tut mir leid, da wird es nur noch unverständlich. Man konnte sich das Ergebnis ausrechnen, im Gegensatz zu ME spricht das DA Setting weit mehr Rollenspieler an und entsprechend heftiger auch die Kritik.
Forst1999 wrote...
Ich denke also nicht, dass DAII ein Versuch war, unter Mißachtung der Fans völlig fremde Zielgruppen ("Casual Gamer", "CoD-Meute") anzuwerben, der aufgrund mangelnder Grafikpracht immer zum Scheitern verdammt war. Es gibt halt Leute, die man nie für das Genre gewinnen kann. Es wurde lediglich versucht, das klassische Rollenspiel grundsätzlich interessierten Leuten zu öffnen. Aufgrund der nahezu absurd hohen Ablehnung seitens der "Hardcore Rollenspieler", und der zurückhaltenden Reaktionen der Fachpresse hat Bioware leider in keiner Richtung wirklich was gewonnen, aber ich denke immernoch, dass sie eigentlich das Richtige versucht haben.
Schlimmer noch, man hat vielen Fans vor den Kopf gestoßen und die Erklärung Laidlaws ist lediglich ein Versuch zu retten was zu retten ist. Natürlich verteidigt er das Produkt seiner Firma, würde ich auch machen, aber das täuscht nicht über die Mängel hinweg und das man manches zugunsten von DLC und übertriebener Action geopfert hat.
Ich bin mit Sicherheit kein "Hardcore Rollenspieler" und bin durchaus offen für so manche Neuerungen und Experimente. Allerdings sehe ich hier lediglich Reduktion und Rückschritt, Inovation hingegen kaum. Tut mir Leid, deine Meinung in Ehren und DA2 mag dir auch zusagen, mir hingegen sagt es absolut nicht zu und ich habe andere, höhere, Ansprüche an ein Rollenspiel.
Modifié par Eariel101, 27 avril 2011 - 04:22 .