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Exkursion in polnischer Geschichte


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1 réponse à ce sujet

#1
Rabenkopf

Rabenkopf
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Hallo zusammen,

Da ich aktuell zuviel Freizeit habe und mich langweile habe ich mir gedacht, warum veröffentliche ich nicht eine kleine Exkursion in polnischer Geschichte, mit eigenen Worten!

Jeder der es lesen will, der lese weiter, wenn nicht dann nicht. Aber bedenkt wenn ihr so weit bereits gekommen seid wie jetzt, dass ein Alter Baum sein Leben lassen muss, wenn ihr nicht weiterliest. Ich weiß ja nicht, wie es mit euren Gewissen steht, aber ich würde es nicht zulassen.

also fangen wir an.......Trommelwirbel:

www.youtube.com/watch

Kapitel 1: Die Taufe

Wann das Land Polen in die Geschichte der Welt trat, weiß man nicht. Man weiß, dass der westslawische Stamm der Polanen bereits gegen Ende des 5.Jahrhunderts in die Gegend zwischen Weichsel und Oder gezogen ist, den Stammlanden Polens. Auch gibt es Überlieferungen von Helden und Herrschern aus dieser Zeit und der darauf folgenden. Einer der bekanntesten soll in der zweiten Hälfte des 9.Jahrhunderts als ein polanischer Fürst regiert haben, Piast. Er selbt ist der legendäre Stammvater der ersten polnischen Herrscherdynastie: Der Piasten.
Diese traten zum ersten Mal im späten 10.Jahrhundert ins Licht der Öffentlichkeit. Im Jahre 963 beginnt offiziell die polnische Geschichtsschreibung. Der Grund dafür ist, dass man über die Vorfahren so gut wie gar nichts weiß, da sie keine Quellen hinterlassen haben. Erst mit den missionierenden Christen kam die Schrift in Polen auf, oder zumindest die Benutzung der Schrift auf lang anhaltenden Pergament.
Auch zog mit dieser Zeit erstmalig die Erwähnung eines Reichs der Polanen in die europäische Geschichte ein. Es wurde von einem der Nachfolger des Piast regiert, dem Książę Polski, dem Herzog von Polen Mieszko I. Mieszko I ist der erste polnische Herrscher dessen Existenz tatsächlich bewiesen werden kann und zwar weil zur seiner Zeit erste Quellen erhalten sind. Der Grund warum man um ihn was niederschrieb, war anfangs nicht seine eigene Leistung, sondern eher der Deutschen. Deutsche Fürsten und Ritter hatten sich nämlich vorgenommen das Land jenseits der Oder zu missionieren, mit Feuer und Schwert. Das dabei auch wirtschaftliche und politische Motive drinsteckten kann man erwarten, immerhin war es damals Gang und Gebe die Slawischen Reiche anzugreifen um sich selbst zu bereichern. Der Unterschied zwischen Mieszko I und den anderen aber war die Tatsache, dass er sich erfolgreich wehren konnte.
Zunächst auf religiöser Ebene: Im Jahre 966 fand eines der wohl wichtigsten Erreignisse der polnischen Geschichte statt, nämlich die von heutigen Historikern genannte "Taufe Polens". Mieszko I, sein Hofstaat, wie auch seine Ritterschaft liesen sich dort in der Hauptstadt Gnesen taufen und machten den römisch-katholischen Glauben zur Staatsreligion des  Landes. Diese Religion wurde dadruch gefördert, dass man immer mehr christliche Priester, Mönche und Missionare ins Land bestellte, um auf diese Weise auch das Volk zu bekehren. Immerhin galt zur damaligen Zeit, dass der Glaube des Herrschers auch der Glaube des Volkes sein musste. Ebenso kamen mit diesen Leuten die ersten Schriftkundigen ins Land, die die ersten Quellen zurückliesen, dessen man sich heute bedient. Das war die Geburtstunde des polnischen Katholizimus, einer Sache die man heute kaum von Polen mehr trennen kann.
Leider hatte dieser Wechsel nicht auch die politischen und militärischen Veränderungen zur Folge, die sich Mieszko I erhoffte: Schon ein Jahr darauf griffen erneut die deutschen Fürsten des deutschen Nordens und Ostens das Land an. Miesko I erwehrte sein Land, auch wenn nur mit mäßigen Erfolgen. Erst das Bündnis mit dem christlichen Böhmen führte zur Wende im Krieg, den die deutschen Fürsten verloren. Diese Niederlage brachte auch Kaiser Otto I und seine Nachfolger auf den Plan, der jetzt auch mit Polen Verhandlungen führte.
Denn der Sieg über die Angreifer war erst der Anfang: Durch diese Niederlage geschwächt konnte sich Mieszko I bald auch die Provinzen Pommern und Pommerellen einverleiben, um dass bis 1945 Kriege geführt werden. Auch konnte er sein Land in andere Richtungen expandieren. Diese Erfolge führten zur Annäherung zwischen Polen und den deutschen Kaisern und Königen während der 80er, aber zeitgleich zur Entfremdung mit den Verbündeten Böhmen, mit denen es in den Jahren zwischen 986 und 990 zum Krieg kam. Polen konnte auch hier Erfolge feiern und expandierte damit auch in den Süden und eroberte damit die heutigen südlichen polnischen Provinzen und ein bisschen mehr.
Zum Zeitpunkt von Mieszkos Tod im Jahre 992 war das Land nicht nur weit über seine Grenzen expandiert, nein es war auch dem christlichen Glauben beigetreten, hatte ein Bistum in Posen erhalten, war unter die Schirmherrschaft des Papstes gegangen und hatte gute Beziehungen mit den deutschen Kaisern. Ebenso war das Land und vor allem auch die Dynastie gefestigt und bereit für die Bedrohungen der Zukunft.
Trotz aller seiner Verdienste sollte sein Sohn Mieszko I noch übertreffen. Aber das ist die Geschichte des zweiten Kapitels. Bis dahin.

P.S.: Wer an der Geschichte des vorchristlichen Polens interessiert ist, da gibt es einen polnischen Film mit dem Titel:
Stara baśń: Kiedy słońce było bogiem oder übersetzt Altes Märchen: Als die Sonne noch ein Gott war.
Hier ein Video dazu: www.youtube.com/watch Der Film basiert auf einem Buch.

Modifié par Not_Zero, 27 mai 2011 - 10:31 .


#2
Rabenkopf

Rabenkopf
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Eine kleine Ergänzung zum 1.Kapitel:

upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/c/c8/Polska_960_-_992.png