Bei John Riccitiello glaub ich zumindest, dass er einige der Spiele aus dem eigenen ("verlags-)Haus selber wenigstens spielt. Er hat sich ja auch als begeisterter Dead Space 2-Tester geäußert. Dass er ME3 derzeit neben Sims Social seinen Aussagen zufolge am häufigsten spielt, überrascht mich nun indes aber nicht, denn der SP eines military-FPS ist heutzutage doch i. d. R. sehr kurz. ob BF3 nun wesentlich länger sein wird, bleibt abzuwarten, aber meiner Einschätzung nach lautet die Antwort wahrscheinlich eher nein.
Medal of Honor und BFBC2, die ich beide mal aus der Videothek ausgeliehen hatte, waren doch schon sehr kurz, so dass es zumindest nicht überraschen sollte, falls BF3 dieser Tradition folgen sollte.
Einen Replay Value (also Wiederspielwert) hat ein m-FPS durch seine eher dürftige und oberflächliche Story meistens sowieso nicht. Dies sei aber nicht als Kritik zu verstehen, sondern als Hinweis, denn der Fokus solcher Spiele liegt natürlich hauptsächlich im MP und im SP eher auf Inszenierung, weshalb sie auch dementsprechend linear im Leveldesign aufgebaut sind. Wenn John R. (von EA) dann BF3 nach nicht allzu vielen Stunden schon durch haben sollte, dann hat er den SP auch wirklich durch. Bei ME3 kann er ochmal neu starten und neue Dinge ausprobieren.
Beachtlicher find ich aber das von Johnsen verlinkte Video. Die beiden- nennen wir sie mal- Moderatoren wirken auf mich ein wenig deplatziert. Insbesondere die Dame scheint mir nicht die ideale Besetzung für die Berichterstattung auf einer Spielemesse zu sein. Ihr Ausspruch, dass sie jetzt noch "zocken" gehe, grenzt schon in dessen Aufgesetztheit an eine Persiflage, denn sie wirkt m.M.n. eher wie die personifizierte Casual Gamerin, die außer ein Paar "Smart"phonespiele nur noch ein Paar Partyspiele kennt.
Bei weitem unterboten werden diese beiden jedoch von den Experten vom Dienst schlechthin- wie könnte es auch anders sein als aus dem Hause Gamestar/-pro.
Die sogenannte Expertenrunde schiests ja wohl alles ab. Im diesem
Teil identifizieren diese Orakel doch tatsächlich den Trend zum MP. Tatsächlich ist dies allerdings kein neuer Trend am Spielefirmament, zumal diese "Experten" (wobei unklar auf welchen Gebiet) nicht mal zu differenzieren wissen. Tatsächlich gibt es einen Trend zur Anbindung an oder Schaffung neuer sozialer Netzwerke , aber ist dies nicht mit Multiplayerfunktionen gleichzusetzen wie die Herren dies im Video tun. Geradezu erleuchtend sind die Erklärungsansätze zum Thema 3D und dessen Erklärungsansätze zur Marktverbreitung von 3D-Hardware.
Entsprechendes Expertenvolk meinte auch weiterhin, die Menschheit mit ihren Weisheiten beglücken zu müssen, so dass offensichtlich das folgende
Video zustande kam.
Darin enthalten ist nach tiefgründiger Analyse, dass es viele Spielefortsetzungen gibt und auffällig viele 3. Teile. Wobei die "beste" Aussage jedoch die ist, dass die Spieleindustrie doch so viel Geld habe und dennoch so wenig Risiko eingeht. Leider ist dem Experten bei seinen tiefgehenden Recherchen offenbar ein Irrtum unterlaufen, denn der Umsatz einer Branche ist nicht mit der Rentabilität gleichzusetzen. Wenn er also seine angeblich recherchierte Millardenbranche anspricht, wär es sicher hilfreich zu wissen, was diese Zahl überhaupt besagt. Ich nehme mal ganz stark an, dass er eine Umsatzgröße erwähnt, die als Argument nun leider völlig ungeeignet ist, um die fehlende Risikobereitschaft zu kritisieren.
Sicherlich ist der weltweite Branchenumsatz stark mit der Verbreitung der Videospiele bei nicht-fallenden Preisen angestiegen, aber die Projektkosten sind über die Jahre insbesondere im kommerziell wichtigen AAA-Segment stark gestiegen, weil nicht nur die Entwicklungskosten stark gestiegen sind, sondern auch die Aufwendungen für die Vermarktung. Man beachte COD:MW3 VS. BF3. Nach Aussagen von Experten werden allein die Marketingkosten für beide Spiele jeweils vermutlich weltweit über ungefähr 50 Mio. $ betragen. Zwar bilden beide Spiele wohl das obere Ende ab, weil dieses Genre sich insbesondere durch die Verkaufszahlen der COD-Teile als sehr profitabel erwiesen hat, doch zeigt dies trotz allem welche Bedeutung die Vermarktung budgetmäßig heutzutage eingenommen hat.
Der Gewinn ist logischerweise jener Saldo zwischen Umsatz und Kosten und die Rentabilität das Verhältnis zwischen Gewinn und eingesetztem Kapital. Daher ist die Darstellung und Argumentation des Experten milde ausgedrückt lückenhaft.