[quote]Porenferser wrote...
[quote]- Relevanz für den Main Plot[/quote]Hat außer Anders und Varric keiner.[/quote]
Erster Fehler, denn sowohl Aveline als Hauptmann und Freund der Hawkes als auch Isabela sind bei wichtigen Storyquests involviert: Isabela in Akt II, Aveline vor allem in Akt I und II. Über Aveline hat Hawke Kontakte zur Stadtverwaltung, as den Seneschall und den Vicomte beinhaltet. Aveline tritt darüber hinaus aufgrund ihrer Rolle und Funktion in Kernszenen mit Templern oder dem Arishok in den Vordergrund. Sie ist sogar Questgeber wichtiger Hauptquests.
Selbst die Geschwister sind in der Hauptstory involviert, wenn auch nur im Rahmen ihrer kurzen Auftritte. Gleiches gilt für Sebastian, der im Gegensatz zu Shale in den Hauptkonflikt des Spiels integriert wurde und am Ende eine weitere Kernentscheidung beeinflussen kann.
Merrill und Fenris dagegen sind so gut wie gar nicht im Hauptplot involviert - wobei Merrill eine kleine, gewichtige Rolle bei Flemeths Wiederbelebung zukommt. Beide Elfen bedienen aber das Hauptthema des Spiels - und das sowohl auf persönlicher Ebene als auch
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[quote]- Relevanz für das Thema des Spiels[/quote]In DAO geht es darum die Verderbnis zu vernichten, jeder der Gefährten hat seine eigenen Gründe dazu.
Wo sind die da bitte unrelevant?[/quote]
Fakt ist, dass sich die wenigsten der Begleiter in DA:O um die Verderbnis kümmern: Sten begleitet den Grauen Wächter aus eigenen Gründen, Oghren interessiert sich nur für Branka und begleitet wie Wynne den Grauen Wächter hauptsächlich aus Dankbarkeit, Zevran folgt, weil ihn der Wächter in der Hand hat, Shale aus Langeweile. Selbst Morrigan hat eigene Pläne - sie interessiert nur der Erzdämon. Die einzigen, die mit Enthusiasmus dabei sind, sind Leliana und Alistair - wobei Leliana ebenfalls eine eigene Agenda hat. Wenn man danach geht, würden auch die Begleiter aus DA2 perfekt dazu passen, da Dunkle Brut so oder so etwas Böses ist.
In DA2 zieht sich das Hauptthema Magier vs. Templer sogar durch die Romanzen und die Familie Hawkes. Anders, Bethany, Merrill, Fenris und Carver sind davon ebenso betroffen wie Aveline und sogar Sebastian. Lediglich Isabela und Varric messen dem Konfilt keine Bedeutung bei.
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[quote]- Relevanz für den Haupthelden[/quote]Siehe oben, auch in DA2 kann man Mitglieder einfach übersehen ohne irgendwas wichtiges zu verpassen.[/quote]
Das geht bei weitem nicht so leicht wie in DA:O. Und darum geht es auch gar nicht. Die Frage ist: Was bedeuten die Begleiter dem Haupthelden? Beeinflussen sie ihn? Sind sie wichtig für ihn und seine Familie?
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[quote]- Relevanz für andere Begleiter[/quote]Wie meinen?
Freundschaften werden da durchaus geschlossen (Sten und Shale z.B.) oder auch Mutter-Sohn Geschichten (Wynne und Alistair)[/quote]
Korrekt. Aber geht das in DA:O über das Party Banter hinaus? Nein.

Zum Vergleich:
- Bethany verliebt sich in Sebastian, Carver in Merrill.
- Isabela und Fenris entwickeln eine lockere Romanze, wenn keiner von beiden mit Hawke zusammen ist.
- Die Gefährten besuchen sich untereinander.
- Sie laden sich zu Feiern ein oder beschützen sich gegenseitig, ohne dass Hawke zugegen ist.
- Sie werden auch wichtige Bezugspersonen - siehe Varric und Anders oder Isabela und Merrill.
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[quote]- Bedeutung der Familie[/quote]Wird imO nur nebensächlich behandelt, alleine weil alle relativ früh sterben (können) und Hawke keine wirklichen Gefühle zeigt.[/quote]
Nebensächlich? Sorry, aber da muss ich Dir widersprechen: Seien es die unterschiedlichen Schicksale der Geschwister, die Briefe, das Schicksal der Mutter, das Verhältnis der Familie zu Hawkes Begleitern, Gamlens Geschichte und Charade - Hawkes Familie hat in DA2 ein sehr hohen Stellenwert.
Dass Hawke keine Gefühle zeigt, wage ich ebenfalls zu bestreiten: Man denke nur an die Szenen nach dem Tod der Mutter oder die Gespräche nach Legacy.

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[quote]- Reaktionen auf und Relevanz der Geschenke[/quote]In DAO gab es viel Müll, das ist richtig, dennoch gab es viel Bedeutendes.
Stens Schwert, Lederstiefel für Zevran, das Zauberbuch etc[/quote]
Richtig. Und die bedeutsamen(!) Geschenke in DA:O waren auch wirklich wichtig. Allerdings war die Geschenkeflut geradezu lächerlich.
"Ich bin nicht Deiner Meinung." Morrigan disapproves -10.
"Aber ich schenke Dir dennoch diesen Spiegel." Morrigan approves +5.
Doch, was die Geschenke in DA2 betrifft: Gefährten können diese teilweise sogar ablehnen, wenn sie nich tzu ihrer Haltung passen. Dies ist eine wesentliche Verbesserung und spiegelt auch die komplexen Charaktere besser wieder.
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Und nebenbei: In DA2 kriegt man alle Dialoge auch so (die kleinen Umformulierungen bei Rivalry/Friendship mal ausgelassen), in DAO nur mit hohem Approval.
Da muss man also mehr für tun:whistle:[/quote]
Richtig. Man musste darauf achten, dass man brav 'Ja' und 'Amen' sagt und nicht widersprechen.

Mit anderen Worten: Wenn man seine Rolle konsequent ausgespielt hat, bekamen die Begleiter keine Boni und sprachen nicht mehr mit Dir. Irgendwann liefen sie dann davon. Kurz: Das System hat einen dafür belohnt, wenn man den Figuren nur das sagt, was sie hören wollen. Realistisch war das nicht.
In DA2 erhält man zwar alle Dialoge, aber der Ton und Kontext ändern sich - da können "kleine Umformulierungen" schon viel ausmachen.
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[quote]- Charakterweiterentwicklung der Figuren - vor allem während dem Spiel[/quote][/quote]
Sten ändert dennoch seine Grundhaltung nicht und geht am Ende so oder so zu den Qunari zurück.
Shale erfährt mehr über sich selber, dennoch erfahren wir in DA2, dass sie weiterhin eine Taubenmatscherin bleibt - solange "Asunder" noch nicht erschienen ist, bleibt der Golem auch am Ende des Spiels ein Haudrauf - ein Haudrauf mit Vergangenheit.
Zevran verlässt am Ende den Grauen Wächter wieder und trägt den Kampf zu den Krähen. Es geht also wieder von vorne los.
Übrigens: Ich sage bei all diesen Punkten nicht, dass sie nicht auch für die Figuren aus DA:O gelten. Mir geht es eher um die Mehrheit an Unterpunkten, die für die Figuren zutreffen oder nicht.
Und was Varric und Aveline betrifft: Hier mal eine kleine "Sehhilfe":

Aveline heiratet neu, steigt zum Hauptmann der Garde auf, kann diesen Posten sogar wieder verlassen. Am Ende freundet sie sich sogar mit Isabela an. Sie zeigt einen gewaltigen Entwicklungssprung - wenn man hinguckt...
Varric verändert sich tatsächlich nur geringfühig - was bei seiner Rolle als Erzähler auch nicht verwunderlich ist. Allerdings zeigen sich auch bei ihm Veränderungen: Er steigt zum Oberhaupt der Gilde auf und verliert im Hinblick auf seinen Bruder einen Teil seiner Gelassenheit - gerade als Rivale, der sich um den verstörten Bartrand kümmern muss, zeigt sich, dass der Zwerg nicht nur zum Scherzen aufgelegt ist.
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[quote]- Beeinflussung durch den Haupthelden[/quote][/quote]
Wie viele von den Veränderungen bei den von Dir genannten und auch treffenden Beispielen erlebt man außerhalb des Epilogs schon während dem eigentlichen Spiel? Keine. Und das macht einen wichtigen Unterschied zu DA2 aus, wo man Entwicklungen schon während dem Spiel sehen und erleben kann. Das verleiht den Figuren zusätzliche Tiefe.
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[quote]- (Un-)Abhängigkeit vom Haupthelden[/quote]Es gibt genügend Krisensituationen wo die Gefährten dem Helden den Rücken zukehren oder ihn sogar angreifen.
Was bei DA2 nur extrem schwer möglich ist, vor allem dank der Mechanik im Finale.[/quote]
Das war damit nicht gemeint: Die Figuren in DA2 brauchen Hawke. In DA:O sind genügend dabei, die den Wächter nicht brauchen - die Mehrheit eigentlich. In DA:O kannst Du ein Lager voller Begleiter haben, die nach der Erledigung ihrer Teilquest (z.B. Zirkelturm oder Branka) den Wächter nicht mehr brauchen.
In DA2 beeinflusst der Hauptheld dank der neuen Mechanik permanent - auch außerhalb der Charakterquests. In DA:O spielten Quests zwar auch eine Rolle, aber die meiste Zustimmung kam über Idle Chat und Geschenke.
Davon abgesehen gibt es in DA2 genug Krisensituationen:
- Isabela und die Qunari
- Fenris, Merril, Aveline - alle je nach Haltung und Questlage - und die Entscheidung für Templer oder Magier.
- Anders und Sebastian - und die Frage nach Leben oder Tod.
- Man kann sich sogar gegen seine eigenen Geschwister stellen.
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[quote]- Eigenleben der Figuren[/quote]War nicht so vorhanden, stimmt, aber das kann man auch schlecht vergleichen, in DA2 hat jeder seine eigene Unterkunft und führt ein mehr oder minder normales Leben, in DAO sind alle ständig auf Reise und müssen eine Armee zusammenstellen, da bleibt wenig Zeit für Privatleben.[/quote]
Und was hindert die Figuren daran, einander in den Zelten oder am Lagerfeuer zu besuchen? Oder im Anwesen von Arl Eamon? Nichts. Und dennoch findet nichts dergleichen statt. Die Figuren müssen also warten, bis der Wächter sie anspricht.
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[quote]- Auftreten der Figuren in Schlüsselsituationen[/quote]Siehe oben[/quote]
Nenn mir eine Schlüsselsituation im Hauptplot, in der Sten, Wynne, Zevran, Oghren und Shale eine wichtige Rolle spielen! Nur eine...
Shale trägt NICHTS zum Plot bei. Sebastian hat wenigstens seine Verbindung zu einer wichtigen Plotfigur und mischt sich am Ende ein.
Auch hier führt die Graue Wächter meistens die Gespräche. In DA2 gibt es glücklicherweise das neue Dialogsystem, das einem gestattet, jemand anderes reden zu lassen.
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[quote]- Komplexität vs. Klischee (Besonderheiten, Tiefe, Prototypen etc.)[/quote]JEDER Charakter beruht mehr doer weniger auf einem Klischee.
Keinen von den Leutchen hat es in irgendeiner Form nicht schonmal gegeben.
Ich kann ebenso z.B. sagen dass Fenris nur ein elfischer Wolverine ist, oder Varric eine Han Solo-Kopie^_^
Das ist alles Geschmackssache.[/quote]
Und auch das stimmt nur zur Hälfte. Schauen wir uns mal sogenannte Stereotypen an:
Entspricht Fenris dem typischen Elfenkrieger? Definitiv nicht. Entspricht Varric dem typischen Zwerg? Aber nein - dagegen ist Oghren das lebende Klischee. Ist Aveline die klassische Menschenkriegerin? Nein, sondern das ernste und unbeholfene Mannweib - ohne Plattenbikini. Ist Merrill die typische, böse Elfenhexe? Nein, eher ein Tollpatsch mit Zaubersprüchen. Schauen wir uns mal Isabela genauer an: Unfruchtbar, leicht zu verunsichern und mit einem guten Herzen - also auch nicht die klassische Bettgeschichte.
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Also Bär, wenn du schon willst dass man DA2 nicht unnötig runtermacht, tu das bitte auch nicht bei DAO:)
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Erstens mache ich DA2 auch gerne selber runter - aber auch nur dafür, wo es wirklich eklatante Mangel aufweist. (siehe oben)
Zweitens mache ich die Figuren in DA:O (und nicht DA:O als Ganzes) nicht unnötig runter, da ich sie selber sehr schätze, doch gerade in Hinblick auf ihre Lebensnähe, ihre Relevanz zum Hauptplot oder Hauptthema leiden die meisten Begleiter in Origins an Zweidimensionalität - allen voran Oghren, Sten und Shale. Und DAS wird gerne vergessen, wenn man auf den "pösen DA2 Companions" rumhackt.
Die Struktur von DA2 gestattet es dagegen, Entwicklungen direkt zu verfolgen. Das neue Sympathiesystem ist näher an der Realität, der Spielraum der Figuren größer.
Mein absoluter Liebling ist übrigens noch immer Leliana aus Origins. Bei ihr gab es zwei mögliche Entwicklungen: Stärkere Frömmigkeit oder stärkere Akzeptanz der eigenen Bardenrolle. Allerdings wissen wir alle, dass sich Leliana so oder so am Ende für die Kirche entscheiden wird.