Meeeh.
Ich nutze Steam, hatte bislang auch keine großen Probleme damit, tue aber ganz bestimmt nicht so, als ob Steam Gottes Geschenk an die Gamer wäre.
Für mich ist Steam eine Verkaufsplattform mit ein paar mehr oder weniger nützlichen Boni. Vollpreisspiele kaufe ich immer noch in Handel, erstens bin ich da altmodisch und habe ganz gerne auch etwas in der Hand, zweitens glaube ich wohl, dass über die Ausschaltung der Zwischenhändler bei gleichbleibend hohen Preisen ganz gut Gewinn gemacht wird.
Klar, mich ärgert auch an Steam so Einiges. Die Tatsache, dass ich überhaupt irgend einen Online-Fasching veranstalten muss zum Beispiel. Oder das ich unter Umständen Uncut-Versionen aus dem Ausland nicht aktivieren darf. Oder auch, dass wir Europäer die gleichen Preise wie die Amis bezahlen, nur eben mit einem €-Zeichen dahinter. Oder dass Spielzeiten etc für jederman einsehbar gespeichert werden. Nur, damit das mal klar ist.
Aber mit Steam konnte und kann ich mich zumindest arrangieren. Der Support war bislang, wenn benötigt, durchweg hilfreich. Wenn Daten erhoben werden werde ich vorher gefragt und sehe, was gesendet wird. Und ja, die Sales finde ich auch ganz gut, bei so etwas schlage ich schon hin und wieder zu.
Und mal abgesehen davon, dass es mich inzwischen
unfassbar nervt, dass ich für jedes Spiel irgend einen Extra Account oder ein extra Zusatz-wasauchimmer benötige, könnte ich mit einer eigenen Verkaufsplattform von EA prinzipiell leben. Das Problem ist nur, dass wir es hier mit EA zu tun haben. Und man kann es schön zu reden versuchen (ja, das geht speziell an dich, Wittand) so sehr man will - Fakt ist, dass sich EA bislang besonders darauf versteht, sich mit Negativschlagzeilen hervorzutun.
Der Support bei EA ist traditionell unter aller Sau.
Der Umgang mit dem Kunden ist traditionell unter aller Sau.
Die Qualität der Spiele (was Bugs etc angeht) ist ebenfalls traditionell unter aller Sau.
Ja, auch andere Publisher und Studios schießen gerne mal einen Bock, aber in der Häufung und in dem Ausmaß kommt das, zumindest meiner Erfahrung nach, eben nur bei EA vor.
Und wenn EA jetzt kommt und behauptet, für den Spieler wird alles besser - dann komme ich mir vor als ob EA mir auf den Kopf pisst und behauptet, das wäre ein erfrischender Sommerregen.
Wie das mit dem besseren Support funktioniert kann man ja hervorragend im EA-Forum sehen. Selbst traditionell eher zurückhaltende US-amerikanische Spieler laufen inzwischen Amok, weil es eben doch haufenweise Probleme mit BF 3, Origin oder ganz allgemein mit EAs Geschäftsgebahren gibt. Aber irgend jemand hier wird auch das sicher schönreden. Viele der Probleme könnten mit nur etwas gutem Willen schon längst gelöst und EA als kundenfreundliches und vertrauenswürdiges Großunternehmen bekannt sein.
Beim jetztigen Status Quo gehe ich aber lieber mal vom Schlimmsten aus. Fakt ist halt, dass sich EA zumindest anfangs erst einmal den Zugriff auf alle Daten gesichert hat. EA ist ein Milliardenkonzern, so etwas passiert da einfach nicht aus Versehen. Für mich sah das schon eher danach aus, das man eben mal ausloten wollte, wie weit man gehen kann.
Auch Origin an sich vertraue ich einfach kein Stück. Ich gebe es zu, ich bin in der Materie auch eher interessierter Laie, aber mir stellen sich halt einige Fragen.
Warum muss das Programm jetzt schon hunderte MB groß sein?
Wie kann man dann ohne unabhängige Prüfung behaupten "Der macht nix, der will nur spielen?"
Der Test in der CT ist ja gut und schön, aber erstens ist der zuständige Autor anscheinend sonst auch eher in anderen Bereichen zuhause und zweitens wurde Origin eben doch nur im Alleinbetrieb getestet. Selbst ich würde wahrscheinlich auf den Gedanken kommen, das Programm erst während eines Spieles im vollen Betrieb laufen zu lassen.
Man muss doch zumindest anerkennen, das und warum Spieler speziell mit EA/Origin Probleme haben. Ich finde es schon goldig, wenn hier behauptet wird, dass (fast) alle Origin-Gegner hier Steam und Konsorten über den grünen Klee loben würde, während man EA allen Anschein nach einen Freifahrtschein gibt.
Noch einmal in aller Klarheit.
Ich bin prinzipiell mit Onlineaktivierung, Steam und DRM nicht glücklich. Mit Steam kann ich mich aber arrangieren, weil meine Erfahrungen, sowohl was die Technik als auch was den Umgang mit dem Kunden angeht, durchaus positiv waren und sind.
Mit EA/Origin hingegen habe ich Probleme, weil sich EA immer wieder wie die Axt im Walde benimmt und ich schon des Öfteren durch EA vertriebene Spiele nicht zu Ende spielen konnte, weil das DRM spinnt oder das Programm extram verbuggt ist und sich EA einen Dreck darum kümmert. Wenn EA wenigstens die Eier in der Hose hätte zuzugeben, dass es eben primär um die Einrichtung einer Verkaufsplattform geht - aber das ganze Geschwafel von wegen "Alles nur für Euch!" geht mir unfassbar auf den Senkel, weil sich das so überhaupt nicht mit meinen Erfahrungen mit EA deckt.
Und mal eine technische Frage an Wittand (natürlich auch an alle anderen, aber Wittand hat nun einmal diese Behauptungen aufgestellt.)
Du behauptest, es wäre zu 100% bewiesen, dass Origin nichts Böses tut und sogar der Quellcode offen liegen würde. Wie kommst du denn speziell auf letztere Behauptung? Stimmt das wirklich? Und woher weiss man den nun so genau, dass Origin so harmlos ist? Ich würde vielleicht der Aussage zustimmen, dass Origin bislang noch nichts Böses getan hat. Aber man mag mir nachsehen, wenn ich bei all meinen schlechten Erfahrungen mit EA, bei EAs mieser Kunden- und Informationspolitik und den höchst dubiosen ersten AGB einfach so meine Zweifel habe und EA in der Bringschuld sehe.
Ja, auch andere Publisher sind keine Heiligen, aber wer sich wundert, wieso jetzt gerade EA so im Kreuzfeuer steht sollte sich einfach einmal bewusst machen, dass der Zorn über diese Missstände schon lange schwelt und EA sich einfach so unfassbar arrogant und unkooperativ verhält, dass so mancher Kunde jetzt einfach sagt "Bis hierher und NICHT weiter!". Das kannst du vielleicht verstehen, Wittand?
Modifié par Nameterror, 26 novembre 2011 - 01:31 .