Stardusk78 schrieb...
Ich bin nur ein dummer Ami, der der deutschen Sprache unmaechtig ist , weswegen ich gezwungen werde, solche Fragen zu stellen, da ich als Ami automatisch bei der Geburt 50 IQ Punkte abgezogen bekommen habe....
LOL... Da hast Du die erste Erklärung. Die Veramerikanisierung der deutschen Sprache durch Film, Fernsehen, Spiel und Werbung.
Der Alltag wird derart mit zusammengestoppelten Sätzen und Parolen überflutet, daß dem nur ein eingefleischter Deutschfan widerstehen bzw. es an sich abprallen lassen kann. Schaut Euch um, auf wievielen Schildern beispielsweise das englische Mehrzahl 's steht. (Hatten wir schon in irgendeinem Thread) Grauenvoll. Die Leute sehen es und merken es sich und übernehmen es. Und da spielt natürlich auch Faulheit eine Rolle oder auch Bequemlichkeit.
Die Leute habe es so gelesen, also wird's schon stimmen. Wer schaut schon in den Duden, wenn er denn einen hat.
Eines der Hauptprobleme ist es, wie imaginaer schon aus familiären Kreisen berichtete, daß die Kinder heute kaum noch lesen und dadurch einfach die Übung und spätere selbstverständliche Übernahme von Wort und Satzbau in den eigenen Sprachgebrauch fehlt.
Mir erzählte letztens ein Grundschullehrer die Entwicklung des Lesenlernens. Als er noch Junglehrer war (Mitte/Ende der 70er), gab es die Maßgabe: Weihnachten können alle das Alphabet. Dann vergingen die Jahre und es hieß: zum Halbjahreszeugnis (Februar) können alle das Alphabet. Und heute? Heute sind alle froh, wenn die Kleinen das Alphabet zu Ostern (März/April) halbwegs beherrschen.
Es ist wichtiger den Kindern in der Grundschule den Umgang mit dem Rechner beizubringen, als sie Schreiben üben zu lassen.
Aber die Schuld liegt nicht nur beim Bildungssystem.
lustigtv würde mir hellauf begeistert zustimmen, behauptete ich, daß es Ziel der Kapitalisten ist, die Arbeitnehmer auf einem niedrigen Bildungsniveau zu halten, damit sie nicht auf dumme Ideen kommen. *g*
Das Problem besteht auch seit mehreren Jahren durch die mangelnde Unterstützung des Lernprozesses in der Familie. Wobei ich jetzt nicht behaupten will, daß alle Eltern ihre Kinder vor den Fernseher setzen und das war's. Aber viele machen es, so besagen es die Erfahrungen der Grundschullehrer.
Das dritte Problem ist der allgemeine Hang der Gesellschaft zur Oberflächlichkeit. Es ist eine sehr schnellebige Gesellschaft, man schreibt fix etwas, überfliegt es (wenn überhaupt) nur kurz und wendet sich dem nächsten Thema zu. Das führt zu einer gewissen Schludrigkeit, u.a. die Falschschreibung von Namen etc.
Das letzte, was mir noch einfällt, sind diese Fernsehhelden, der die Jugend anhängig sind. Die Comediens z.B. Wenn ich deren Sprache mit der Loriots (paßt gerade, weil verlustig) vergleiche, kommt mir das große Grausen.
Ich jedenfalls bin bekennender Verfechter des Genitivs und mir zieht sich jedesmal alles zusammen, wenn ich daran denke, wieviele Leute (Kollegen, Bekannte) disen inzwischen ganz selbstverständlich durch den Dativ ersetzen.
Und ich bin ein Gegner der neuen Deutschen Rechtschreibung, deswegen schreibe ich auch schnelllllebig mit nur zwei l. Und wer sich wundert, daß die direkte Anrede bei mir immer groß geschrieben ist: So habe ich es gelernt und so werde ich es beibehalten, auch wenn 30jährige Kultusministerinnen das anders sehen.
So, genug.