Surenas wrote...
Da sind möglicherweise mehrere Denkfehler
1. terraforming (um es einmal so zu nennen) ist zeitaufwendig, die langfristigen Resultate (und die müssen gesichert sein!) ungewiss, wir reden hier nicht über total recall, ha?
2. alle Planeten eines Sonnensystems unterliegen den Gesetzen ihrer Sonne. Erkaltet sie, dann muss die Spezies auf ein alternatives Sonnensystem ausweichen.
3. Unsere Sonne ist nicht jede Sonne. Es gibt bereits erkaltete und im Erkalten befindliche.
4.. Eine detaillierte (!) und auch praktische vor Ort Rasterfahndung nach möglichen Planeten ausserhalb des eigenen Sonnensystems für die Spezies ist zeitaufwendiger als die Annahme einer Briefkasten Einladung zu Besuch zu kommen, sofern die mitgeteilten biologischen Rahmenbedingungen und die Größe des Planeten stimmen und die Entfernung technologisch überbrückbar ist.
Die angenommenen n=1 raumfahrende Spezies sind, wie stets in der theoretischen Physik nur ein mathematisches Modell. Wir haben keine praktische Erfahrung. Es könnten also auch n=10 hoch irgendwas sein, nur spricht nichts dafür, ausser das dies im ersten Moment "schön" wäre. Wichtig ist eigentlich nur, das der Treibstoff-Faktor (egal was man sich da vorstellt) sich bei Langstreckenflügen gravierend auf die Nutzlast auswirkt und - auf die Kosten. Zieht nun eine ganze Spezies los, oder große Teile, oder auch nur militärische Späher, so handelt es sich nicht um eine good will tour. Und wer immer uns erreicht hier auf der Erde, ist kein zufällig reisender Forscher, evtl noch mit bewaffnetem Anhang genannt Legion, denn sie sind viele, dazu sind die Kosten der stellaren Raumfahrt zu astronomisch im Vergleich zum Nutzen, das hast du schon gut erkannt und wir wohnen hier am Arsch unserer Galaxy. Kosten wird so eine Aktion überall im Universum, und zwar ein Schweinegeld, umsonst ist überall nur der Tod.
Im ersten Moment dachte ich ja noch, die NASA sei da vll auf Scientologen Gewäsch a la L. Ron Hubbard eingegangen, doch ist Vorsicht tatsächlich die Mutter der Porzellankiste. Wir hätten Invasoren (getrieben oder nicht) von ausserhalb unseres Sonnensystems nichts entgegenzusetzen, garnichts. Auf Immunschwäche der Aliens würde ich mich da nicht verlassen, es müssen ja noch nicht einmal Kohlenstoffeinheiten sein. So minimiert die USA das Risiko einer unfreundlichen Begegnung mit uns technisch haushoch Überlegenen durch Verzicht auf weitere "naive" Botschaften mit hohem Informationswert ins All. Sollte wer von sich aus sich bei uns melden (es wäre eh eine uralte Meldung), dann wird man das hier freudig analysieren und die Risiken abwägen. Ich würde mich sehr freuen, wenn es letztendlich kein Risiko ist, aber ich entscheide ja nicht über die Risiken und verantworte sie ja auch nicht, ich trage sie nur mit dem Rest der Menschheit... 
1. Natürlich, Terraforming ist nach unserem Stand der Technologie kaum ein praktikables Verfahren. Trotzdem ist es selbst für uns
theoretisch (!) möglich. Allerdings bin ich der Meinung, dass es ein Fehler ist, hier unsere Standards als Kriterium zu benutzen. Unsere gesamte wissenschaftliche Entwicklung steckt noch in den Kinderschuhen. Allein durch Beobachtung waren Physiker in den letzten Jahren mehrfach gezwungen, komplett ausgearbeitete Theorien über den Haufen zu werfen. In etwa 13 Mrd Lichtjahren Entfernung gibt, bzw gab, es eine Galaxie, die so gewaltig ist, dass sie nach unseren physikalischen Gesetzen, gar nicht hätte existieren dürfen. Aber völlig richtig, setzt man unsere Standards als Grundlage ist Terraforming nicht wirklich umsetzbar.
2. Richtig. Dem will ich nicht widersprechen, man muss halt nur bedenken über was für Zeiträume wir hier reden. Eine Sonne lebt mehrere Milliarden Jahre. Einige Millionen Jahre die für eine Spezies draufgehen (Evolution bis zur Intelligens und technologische Entwicklung), sind da durchaus zu verkraften. Und ich möchte jetzt einfach mal behaupten, dass es schon extrem unwahrscheinlich ist, dass eine Spezies genau dann den Schritt ad astra schafft, wenn ihre Sonne im Begriff ist zu sterben. Möglich ja, aber unwahrscheinlich.
3. True, und aus dem was da dann zurückbleibt, bildet sich ein neues Sonnensystem. Ich halte es trotzdem für wahrscheinlicher, dass sich das Leben lange vor dem Ende einer Sonne entwickelt.
4. Möglich. Aber unsere Briefkasteneinladung, die wir rausschicken, schafft es kaum bis ins nächste System. Jegliche Signale, die wir heute aussenden können, werden von der Hintergrundstrahlung, vom Rauschen und von gewaltigen Distanzen geschluckt. Wenns da irgendeine Spezies gibt, die weiß wo wir sind und wie man uns findet, dann wissen dies nicht von uns.
Wieder richtig, Raumfahrt verschlingt Ressourcen in kaum vorstellbaren Mengen. Das heißt aber nicht, dass irgendwelche Aliens sich zwangsweise hier niederlassen wollen, obwohl die Erde ein echt attraktiver Ort ist, wenn sie merken, dass es hier auch Leben gibt, dass über einen gewissen Grad an Intelligenz verfügt. Gut, da mach ich jetzt vielleicht den Fehler unsere Moral-Standards als Grundlage zu nehmen.
Ich muss allerdings sagen, dass ich es wirklich spannend finden würde, wenn wir tatsächliche Signale von außerhalb auffangen würden. Sollten die dann allerdings wirklich mal vorbeischauen, wär ich tatsächlich auch sehr skeptisch. Wenn die hier Stunk machen wollten, könnten wir uns tatsächlich besser gleich die Kugel geben, denn ob wir die mit Steinen bewerfen oder mit Nuklearwaffen beschießen macht für die keinen großen Unterschied. Aber hey, sollte hier tatsächlich mal jemand aus reinem Forschungstrieb auftauchen, is er mir herzlich willkommen. xD