Jain, am wenigsten Linear war noch ME1, da hatte man noch eine gewisse Freiheit den Ablauf zu bestimmen. Sei es nun Feros, Therum oder Noveria, es war da noch nicht so sehr vorgegeben wo man hinfliegt. In ME2 war es dann schon etwas reglementierter und in ME3 hat man diese Freiheit, abgesehen von den Nebenmissionen, gar nicht mehr. Es ist vorgegeben, Genophage, Geth, Asari, Erde, an diesem Ablauf läßt sich nicht rütteln.
Erschwert wird das Ganze dann auch noch dadurch das die Handlung nicht je nach Entscheidung verzweigt. Egal wie man spielt, im Prinzip hat man nahezu alles gesehen und reduziert sich auf das zusammenkratzen der Aktivposten. Hab ich genug davon stehen die 3 Enden klipp und klar fest und ich kann dann Zonk A,B oder C auswählen (wenn man sein Spiel noch zur gänze entwerten möchte auch D). Das wars dann.
Bei Witcher 2 hingegen kann ich mit einmaligem durchspielen weder nahezu alles gesehen haben noch alle Enden durchspielen. Dies macht allein schon die Verzweigung im Akt 2 unmöglich und auch die Entscheidungen die man in den Akten trifft.
In ME3 muß ich nur auf die Citadel kommen, das automatische Speichern kurz vorm Blarg abschalten und kann mir dann alle 3 bzw. 4 Enden anschauen und das wars dann. Wiederspielwert liegt dann natürlich nahezu bei Null, mal abgesehen von Renegade/Paragon-Status. Dies ergibt sich ja auch aus den flacheren Dialogen, trotz mehr Dialogzeilen ist es im Endeffekt weniger, da es kaum noch einen neutralen Weg gibt.
Da stellt sich dann natürlich die Frage wozu noch DLC kaufen? Der Story wegen vielleicht, aber am Spiel selbst und am Ende, mal von etwas mehr Kontext und Dialog abgesehen, ändert sich ja nichts.
Ich lese zwar gern immer wieder schon bekannte Bücher, so sie mir gefallen, krame ältere Spiele hervor, wenn sie mir zusagten, aber da liegt immer reichlich Zeit dazwischen. Wenn ich in einem Spiel noch nicht alles kenne und auch nicht alles gesehen und erlebt haben kann motiviert das mehr als nur ein DLC der etwas die Story erweitert. Unter diesen Umständen reißt man lediglich den DLC ab schaut das Hauptspiel hingegen kaum noch an. Es fehlt einfach an Motivation da ja alles, abgesehen vom DLC, bereits bekannt ist und sich eben nichts am Ganzen großartig ändert. Die Krux bei einer zu linearen Ausrichtung, man braucht mehr Zeit um sich zu motivieren.
Edit: Auch muß man anmerken das ME1 in Sachen Quest/Missionsgestalltung etwas orgineller war als ME2 und 3. Auch in Hinblick auf Saren als Gegenspieler. In 2 ging es ja fast nur noch darum rekrutiere deine Crew, bekomme sie loyal damit sie nicht über die Klinge springen (Auflockerung brachten dann nur die Story-DLC) und in ME3 drehts sich im groben lediglich darum: löse die Probleme der anderen Spezies damit sie dir helfen das ganz große Problem zu lösen. Auch nicht gerade so orginel und bei beiden, ME2 und 3, spätestens nach der Hälfte des Games etwas abgelutscht.
In ME1 hat man noch eine durchgehende Story mit Spannungsbogen, 2 und 3 bieten da eher aneinandergereihte Minigeschichten die in sich abgeschlossen sind. Da lassen sich zwar leichter DLC unterbringen, aber insgesamt leidet die Story dann doch etwas darunter.
Modifié par Eariel101, 17 août 2012 - 08:23 .