Die Kritik am Ende von mass effect 3 kann ich, gerade wo sie einfach als totale Ablehnung herüberkommt, und den Eindruck vermittelt ME3 sei ein schlechtes Spiel, nicht nachvollziehen.
ME3 ist wie die Vorgänger ein fantastisches Spiel mit einem wenigstens nach dem extend cut auch schlüssigen Ende, auch wenn die Paragorn Lösung die nach meiner Meinung nur auf synthesis herauslaufen kann zum Abschied von Shepard führt. Ja, Shepard ist tot (aber wie sagte Anderson, von da kam sie *sic* ja schon einmal zurück) und eine als Trilogie angelegte Serie findet ein Ende dem natürlich bei allen Entscheidungsfreiheiten immer auch die Autorenhandschrift anzumerken ist, letztlich gab es nie völlige Entscheidungsfreiheit und immer eine story der man folgt.
Meine Shepard, die nur schiesst wenn es denn sein muss, aber dann zwischen die Augen, hat sich nicht für Legion eingesetzt, Frieden zwischen Geth und Quarianern gebracht, EDI und Joker zusammengebracht und dabei das Recht auf Selbstbestimmung dieser Einzelpersonen ja sogar eines ganzen synthetischen Volkes unterstützt, um dann am Ende zu sagen Scheiss drauf, mein Leben ist mir wichtiger.
Wenn ich irgendwo online "perfect ending" lese und dann darunter verstanden wird, dass es perfect sei weil sich Shepards Brustkorb am Ende bewegt, dann scheint mir an diesen Spielern der ganze, nun durch drei Spiele getragene ethische Kern der "perfekten" Lösung vorübergegangen zu sein. Ist "meine" Shepard soviel schwächer als Mordin oder Legion, dass sie am Ende nicht bereit ist ihr Leben für eine so grosse Sache zu opfern, für die sie unentwegt eingetreten ist, so wie Mordin und Legion für ihre Sache eingetreten sind? Nein, meine Shepard kann am Ende nur eine Entscheidung fällen, und hat by the way die Lebensplanung mit Liara soweit vorangebracht, dass Hoffnung besteht, dass mass effect 4 2000 Jahre später die Geschichte von ihren blauen Enkelinnen berichtet.