Racimbavic wrote...
Mal eine einfache Frage am Rande:
gibt es hier eigentlich noch jemanden dem ,wie mir, der die ganze Sache von und mit Holokid einfach nur ablehnt?
Ich habe ja die Erfahrung gemacht, dass viele die mit dem Ende auch nicht zufrieden sind wenigstens in der Zerstörung etwas gefunden haben , was -ich zitiere-: "am wenigsten nervt"
Mir hingegen missfällt schon die ganze Sache mit dem Holokind und seiner Pseudo-Logik sowie seiner "höheren Moral" dermaßen, dass alles danach da kein bisschen besser wegkommt.
Ja, mich!
Ich kann mit dieser Organisch gegen Synthetisch-Geschichte nachwievor nichts anfangen.
Diese Ober-KI finde ich immer noch einfach schlecht. Die Reaper sind unabhängig. Und überhaupt, 5 Minuten vor Schluss ein übermächtiges Wesen einfügen, dass sämtliche Antworten hat und alle Probleme lösen kann, ist nicht nur subjektiv nervig, sondern einfach ganz objektiv betrachtet ein schlechter Erzählstil.
Hinweis: Im folgenden Text sind Spoiler zum Leviathan-DLC enthalten (und zum restlichen Spiel sowieso)!
So mal im Ernst,
wenn Starchild erschaffen wurde um das Leben zu bewahren, dann macht er seinen Job verdammt schlecht. Vom Leviathan erfährt man, dass am Ende jedes Zyklus ein großer und eventuell mehrere kleine Reaper entstehen (was an sich schon mal gar nicht stimmen kann, da sie wie wir ja alle wissen an den Protheanern, in Sachen Reaper erschaffen, gescheitert sind).
Überlegen wir mal wie viele Reaper allein im Kampf um unseren Zyklus zerstört wurden... Sovereign, einer der mächtigsten möchte ich mal vermuten, drei kleine haben wir selbst (mehr oder weniger) im Laufe der Hauptstory zerstört und im Laufe des Krieges sind noch viele mehr vernichtet worden (man braucht nur mal den Kodex durchlesen; z.B.: Das Wunder von Palaven, bei dem Atombomben an Bord mehrerer großer und kleiner Reaper geschmuggelt wurden).
Wenn Starchild seine Zyklen immer mit so einem Schnitt zerstören würde, müssten die Reaper längst ausgestorben sein.
Na gut, jetzt kann man sagen, dass sie es bei uns besonders schwer hatten, da sie die Citadel nicht direkt angreifen, unsere Regierung vernichten, das Portalnetzwerk abschalten und jeden Planeten einzeln abernten konnten.
Aber wieso bringt er die Reaper denn überhaupt in Gefahr, wenn es der Zweck seines Daseins ist, das Leben, in Form der Reaper, zu bewahren und zu beschützen?
Leviathan sagte, dass der Katalysator Helferlein hatte, die für ihn Informationen aus der ganzen Galaxie zusammengetragen haben. Er sagt auch, dass es diese Helferlein waren, die sie angegriffen und aus dieser Zivilisation den ersten Reaper erschaffen haben. Die Zivilisation der Leviathane (ich nenne sie jetzt einfach mal die Alte Zivilisation;)) hatte mehr Zeit als alle darauf folgenden Zivilisationen sich zu entwickeln. Sie konnte sich sogar ohne Massenportale nach Belieben Quer durch die Galaxis bewegen. Diese Zivilisation war also garantiert die mächtigste mit der es der Katalysator jemals zu tun hatte, es kann mir also keiner erzählen, dass die Helfer des Katalysators nicht dazu in der Lage wären die folgenden Zivilisationen zu unterwerfen. Es gibt also keinen vernünftigen Grund dafür, die Reaper selbst, die zu beschützen ja eigentlich oberste Priorität haben müsste, in den Krieg zu schicken.
Des Weiteren erzählt der Leviathan, dass der Katalysator das Portalnetzwerk erbaut hat um die Zeit zwischen den Zyklen zu verkürzen. Auch dafür gibt es keinen Grund. Es ist doch völlig egal ob es 50000, 100000 oder 200000 Jahre dauert bis er eine Zivilisation abernten kann. Dass er seine Zeit unbedingt so effektiv wie möglich nutzen will, ergibt nur dann einen Sinn, wenn er aus irgendwelchen Gründen unter Zeitdruck steht.
Lassen wir also den Synthetisch-Organisch-Konflikt mal raus und akzeptieren das Dunkle-Energie-Problem als Kanon. außerdem möchte ich jetzt mal
hierauf verweisen, auch wenn ich diese Story leider schon länger nicht mehr aktualisiert habe...
Der Zeitdruck ergibt natürlich sofort Sinn. Besonders dann, wenn die Reaper damit rechnen hunderte oder sogar tausende Spezies abernten zu müssen, bis sie endlich Erfolg hätten. Bei diesem Szenario ist es unbedingt notwendig eine Lösung zu finden,
bevor die dunkle Energie alles leben im Universum auslöscht. Es ist also mehr als einleuchtend, wieso die Reaper versuchen so viele Spezies in so kurzer Zeit wie möglich zu verarbeiten.
Es ist außerdem nicht jeder einzelne Reaper notwendig, um das Problem zu lösen. Nur der eine, der dann über ausreichend geistige Kapazität verfügt ist unentbehrlich. Die Restlichen werden für diesen höchstens Assistenten darstellen. Wenn im Krieg also unter Umständen mal ein paar Reaper sterben, ist das auch nicht weiter tragisch. Wie gesagt sterben wohl normalerweise nicht so viele, wie in diesem Zyklus, da es die Reaper sonst nie mit einem systemübergreifend organisierten Wiederstand zu tun bekommen.
Die meiner Meinung nach größten Lücken, in der Organisch-Synthetisch-Leben-Bewahrungsstory sind damit In der Dunkle-Energie-Story schon mal hinfällig.
Im zweiten Teil deutet generell einiges auf diese Theorie hin. Beispielweise erzählt Mordin uns während seiner Loyalitäts-Mission von der ungewöhnlich ausgeprägten genetischen Vielfalt der Menschen, wodurch sie ein sehr großes genetisches Potenzial besitzen. Nur deswegen sind die Reaper so sehr an den Menschen interessiert, deswegen die vielen Experimente der Kollektoren (erst an allen Spezies um ihr genetisches Potenzial zu ergründen, dann an den Menschen, da sie ein sehr großes besitzen), nur deswegen sind sie so versessen darauf so schnell wie möglich einen menschlichen Reaper zu erschaffen. Sie rechnen damit, dass sie ihr Ziel, das Dunkle-Energie-Problem zu lösen, mit Hilfe des menschlichen Reapers, endlich erreichen könnten.
Auch die dunkle Energie selbst wird im zweiten Teil mehrmals erwähnt. An Haestrom muss ich wohl niemanden erinnern. Auch Gianna Parasini (die verdeckte Ermittlerin, die man während ME1 auf Noveria kennenlernt) erwähnt, dass sie in Zukunft an dem Mysterium dunkle Energie arbeiten wird, wenn man ihr geholfen hat.
Betrachten wir jetzt einmal, was die Reaper während ME1 und 2 so alles erzählen.
Sovereign:
"Organisches Leben ist nichts weiter als eine genetische Mutation, ein Unfall. ... Wir sind ewig. Die Spitze der Evolution und Existenz."
Damit könnte er darauf anspielen, dass die Reaper den genetischen Höhepunkt der Spezies darstellen aus der sie erschaffen wurden. Bis eine Spezies diesen Punkt von selbst erreicht können millionen oder sogar milliarden von Jahren vergehen, da sie durch Naturkatastrophen und Kriege immer wieder Rückschläge erleiden oder vorher sogar vollständig ausgelöscht werden ... Zufälle;).
"Ihre Zivilisation basiert auf der Technik der Massenportale. Unserer Technik. Indem Sie sie nutzen entwickelt sich Ihre Gesellschaft auf dem Weg, den wir für sie vorgesehen haben. Wir zwingen dem Chaos der organischen Evolution eine Ordnung auf."
Nochmal zu Starchilds Geschichte. Wenn die Reaper wirklich nur dazu da wären, regelmäßig die entwickelten Zivilisationen zu bewahren, wieso sollten sie sich dann in ihre Entwicklung einmischen? Das würde doch höchstens das Endergebnis verfälschen, da die Evolution sowie die Technologie auf der Alles basiert vorgegeben sind. Was will man denn da noch bewahren?
Der Rest von dem, was Sovereign so sagt, besteht dann eigentlich nur noch aus: "Wir sind euch überlegen", "Ihr habt sowieso keine Chance" und "So jetzt mach ich mich mal daran euch allesamt umzulegen"
Vorbote:
"Wir sind die Vorboten Ihrer Perfektion. Bereitet diese Menschen auf ihren Aufstieg vor."
Mit "Ihrer Perfektion" ist natürlich der genetische Höhepunkt der Menschen gemeint. Die folgende Anweisung könnte man auch mit "Eintüten und ab mit ihnen aufs Schiff!" übersetzen.
In der Starchild-Version fände ich den ersten Satz recht sinnlos, schließlich werden wir dann nicht verbessert sondern einfach nur platzsparend und haltbar zur Aufbewahrung in Reaperform verpackt ... so ähnlich wie Dosenfleisch...
"Wir sind Ihre Erlösung durch Vernichtung."
Erlösung von unserem ewigen Kampf um den genetischen Höhepunkt. Vernichtung, naja, weil unsere Zivilisation wie wir sie kennen dafür eben vernichtet werden muss.
Erlösung könnte man jetzt allerdings auch so interpretieren, dass sie uns von der dunklen Energie und damit von der unausweichlichen und endgültigen Vernichtung erlösen, wofür unsere Spezies allerdings geopfert werden muss.
Das müsste sinngemäß auch schon das Meiste, was der Vorbote sagt, abdecken.
Verdammt langer Text eigentlich kurzer Sinn:
In der Organisch-Synthetisch-Würgestory sind Logiklücken drin, die so groß sind, dass die Reaperarmada da nebeneinander durch passt!
Wenn man das Ganze auf die Dunkle-Energie-Story umlegt, die ursprünglich geplant war und, weil das Spiel das ja nicht gemacht hat, von mir hier im Forum noch ein wenig erweitert wurde, schließen sich die meisten und vor allem die meiner Meinung nach größten dieser Löcher schon fast von selbst, woran man ja auch sehen kann, dass das die ursprünglich geplante Storyline war, egal was EA, BioWare oder der Kaiser von China dazu sagen.
Und mal im Ernst welche Version gefällt euch besser?
Dunkle Energie, genetischer Höhepunkt, alte Zivilisation und so weiter und so fort?
Oder das was ihr schlussendlich ingame erleben durftet?
Und zu den Enden selbst:
Zerstörung: Superwaffe, die mal eben alle Reaper gleichzeitig zerstören kann. Der Rest des Spiels ist irgendwie einfallsreicher gestaltet.
Kontrolle: Nichts was Starchild nicht auch selber hätte tun können.
Synthese: Eine Energiewelle, die die DNS aller Lebewesen, einschließlich der Geth, die ja nun mal eigentlich keine haben, umschreibt und danach ist überall Friede, Freude, Eierkuchen? Sowas würde ich vielleicht in Final Fantasy cool finden aber nicht im Mass Effect Universum.
P.S.: Sollte ich diesen doch noch etwas länger gewordenen Text vielleicht noch mal in einem extra Thread veröffentlichen?
Modifié par MacroMars, 24 septembre 2012 - 01:45 .