Honkomedes wrote...
AmonLFK wrote...
@DranDraufDrüber:
Gerechtfertigte Einwände. Ich glaube, dieses Ende benötigt einen
gewissen Grad an Verständnis für die Tragweite der Entscheidung, die man
da trifft, und im Subtext des "Lausbubs" ist auch erklärt, was genau
die Reaper sind: das Ergebnis der Evolution des ersten Zyklus der
Galaxie. Und auch das Ziel der Reaper wird klar: Absolute Perfektion
durch assimilation (=ernten) aller hochentwickelten Spezies. Das Ende
ist folgendes: Wir suchen uns einen NEUANFANG für die Galaxie aus. Wir
suchen uns eine neue Lösung für Perfektion um das Chaos organischer
Evolution zu perfektionieren aus (oder wir beenden das alles, kommt
drauf an). Es ist eine sehr philosophische Entscheidung, und ein sehr
philosophisches Thema...
Die Reaper sind doch eh nur
werkzeuge vom katalysator und haben nichts zu entscheiden. Sie sind
seine Lösung sagt er also nicht das Produkt einer evolution.
aber
wenn der kat. so ein super philosoph und evolutionsexperte ist müsste
er auch wissen das man die evolution nicht beeinflussen kann... die ist
doch nicht auf irgendein Ziel ausgerichtet... "perfektion" ist unnötig
um zu überleben. Auch wenn wir Menschen uns gerne als sowas (spitze der
evolution) betrachten werden wir sicher nicht so lange überleben wie es
z.b. die gliederfüsser schon geschafft haben.
Erstens
ist die Evolution nicht nur überleben, sondern Entwicklung. Dass die
Reaper bzw die Spezies, welche die Reaper etc. geschaffen hat, die
ersten wahren, geht daraus hervor, dass der kat erstens sowas sagt wie
"Die Evolution läuft immer so ab, dass die Synthetischen die Organischen
auslöschen, so oder so". Dies impliziert widerum, dass die Spezies, die
den kat und alles andere geschaffen hat, die ersten waren, die genau
das gerafft haben (warscheinlich auf die harte tour), und die Reaper
(bzw. der katalysator) haben sich diese Lösung ausgedacht, um sich an
die Spitze der Schöpfung zu stellen, und um das Chaos, was im ersten
Zyklus bestand, immer wieder neu ordnen zu können und zu verhindern,
dass erneut synthetische Wesen alles Organische in der Galaxie
auslöschen (die Reaper löschen ja nicht alles organische aus, sondern
nur entwickelte Spezies ...). Weiterhin ist Evolution beeinflussbar, und
zwar, indem man einfach die Gegebenheiten ändert. lass zum Beispiel mal
die Gasdichte in der Athmosphäre doppelt oder dreimal so hoch sein, wie
sie es bisher nunmal war, und die Spezies Mensch wäre überhaupt nicht
in der Weise entstanden, wie sie nunmal entstanden ist, aber das nur am
Rande.
Und richtig: SIe sind eine Lösung. Hast du dir genau angehört,
WOFÜR sie eine Lösung sind? Wenn ja sollte sich dein Einwand
erübrigen...
Ich benötige keine Computerspiel um mich über solche tiefgreifenden
philosphischen Dinge nachzudenken, noch über den philosophischen
Hintergrund, den sich die Entwickler gedacht haben.
Ich auch nicht, aber es gibt denkanstöße und szenarien, in denen man gedankenexperimente durchführen kann, quasi eine Basis, welche die wissenschaftliche philosophie nicht bieten kann.
Und die Zyklen enden, weil der Reaper-obermotz erkannt hat, dass seine Lösung nicht ausreicht. sagt er ja selbst. Und für mich war klar, dass, egal, wie sich shepard entscheidet, die Reaperinvasion erstmal beendet ist (esseidenn shepard entscheidet sich, die reaper weiter auf alle loszulassen. und dies wird bioware gern deiner Fantasie überlassen).
Ich gebe zu, dass dieses Ende enorm unkonventionell ist, aber ich dachte, als ich den Abspann sah, nur an ein Prinzip: Jedes Ende ist ein neuer Anfang. Und dass hat ME3 mit seinem Ende enorm überzeugend rübergebracht. Ich finde den Ansatz spitze. Science fiction, egal in welchem Medium, lebt in erster Linie davon, dass jene, welche sie konsumieren, das universum auch mitspinnen; soll heißen, dass die Leute sich selbst denken, wie es weiter gehen könnte, und sich auch brücken bauen, sollte es unklarheiten geben. Klassiker wie Star Trek und Bab5 bauen auf eben diesem Grundsatz, und ich bin froh, dass ME sich dieser Tradition anschließt und nicht zu so nem kuschel-sci-fi wie die letzten Staffeln von Stargate oder Star Wars wird ...
Ich habe verständnis dafür, dass man das Ende nicht sofort versteht, ich habe sogar verständnis dafür, dass man mit dem Inhalt oder der Inszenierung des Endes nicht einverstanden ist, aber für ignoranz in der Form "Ein Spiel soll genau meine Vorstellungen, was storyline und ende angeht, erfüllen, sonst isses Käse" habe ich kein Verständnis. Es bringt niemandem etwas, wenn wir uns im Storywriting immer im kreis drehen und immer nur die konventionellen Mittel verwenden und Wege gehen ...
Modifié par AmonLFK, 11 mars 2012 - 07:01 .