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Wem gehört ME3?


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8 réponses à ce sujet

#1
GorrilaKing

GorrilaKing
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Das kam mehrfach im Rahmen der Diskussionen und gerechtfertigten Beschwerden über das Ende auf: gehört das Spiel den Entwicklern und muss somit nicht mehr verändert werden oder den Fans?
Eigentlich wollte ich auf dem englischen Forum posten, aber irgendwie geht das nicht, daher nun hier die deutsche Version.

Auf die oben gestellte Frage hab ich eine etwas unkonventionelle Antwort: Das Spiel gehört sich selbst.

Klingt komisch? Macht aber Sinn, wenn man sich mal anschaut, wie gute Fiktion (insbesondere, wenn sie, bis auf das Ende, so gut ist wie bei der ME-Serie) auf uns wirkt. Ich hoffe mal, damit auch erklären zu können, warum wir alle von dem Ende so schockiert und in manchen Fällen auch deprimiert waren.

Der Witz an der ganzen Sache ist der: was unseren emotionalen Zustand betrifft, war das, was im Spiel geschehen ist, bis zu einem gewissen Punkt "real". Unser Gehirn hat nämlich keine wirkliche Möglichkeit, zwischen realen und fiktionalen Stimuli zu unterscheiden, das ist neurologisch untersucht worden. Die körperlichen und neurologischen Reaktionen auf bestimmte Ereignisse sind identisch, auch wenn sie in einem offensichtlich fitkionalen Kontext präsentiert werden.
Wir sollten auch froh sein, dass dem so ist, denn sonst wären Tagträumen, Heulen bei ergreifenden Szenen oder gewisse solitäre nächtliche Beschäftigungen unmöglich.
Wenn wir dann auch noch einen nennenswerten Einfluss auf das Geschehen haben, ist der Effekt noch um ein Vielfaches stärker.
Was heißt das im Bezug auf ME3? Ganz einfach: Für das Publikum war das Geschehene real. Emotional gibt es da keine Unterschiede zu echten Ereignissen.  Deswegen ist die typische Reaktion " ist doch nur ein Spiel" Blödsinn.
Das ist aber leider etwas, dass die Entwickler nicht wirklich nachvollziehen können. Das ist kein Bashing, sondern basiert auf folgendem kleinen Faktum: Bei der Entwicklung einer Geschichte ist sehr viel Planung vonnöten. Das bedeutet, der Mensch benutzt dabei sehr oft den rationalen Teil seines Gehirns anstatt des emotionalen/irrationalen Teils. Das macht es aber unmöglich, dieses " das ist real"-Gefühl zu erleben, weil das Gehirn ständig zwei Dinge weiß: "Das hab ich erschaffen", ist also mein Werk, auf das ich stolz sein kann/muss/darf und "das hab ich erschaffen", es ist also definitiv nicht real.
Die Autoren sind immer noch dafür verantwortlich, dieses miese Ende geplant zu haben, aber legt es ihnen nicht gleich als Arroganz aus, wenn sie so überrascht sind. Unsere Erfahrungswelt ist da zu unterschiedlich. Die verheerende Wirkung auf uns ist aber trotzdem nicht einfach so zu ignorieren, schon allein aus Höflichkeit nicht.

Und jetzt kommen wir zum zweiten Punkt: Mustererkennung.
Ein weiterer kleiner Trick unseres Gehirns. Wir neigen dazu, Muster, Intentionen und Regeln in Dingen zu sehen, auch wenn dort keine bestehen. Das hat uns früher sehr beim Überleben geholfen und es hat uns auch weiterhin geprägt.
Was hat das mit ME3 zu tun?
Jeder, der professionell oder zumindest regelmäßig schreibt, kennt diesen Moment, wenn die Charaktere plötzlich ein Eigenleben zu führen scheinen und den kreativen Prozess "übernehmen". Das kann man als Autor ignorieren, dann kommt aber oft Murks raus. Denn ab einem gewissen Detailreichtum hat eine Welt eine gewisse Eigendynamik. Wir erkennen ein Muster, eine Erwartung basierend auf Charaktereigenschaften. Manche Dinge lassen die Charaktere mit sich machen, andere nicht oder nur schwerlich.
Und die Mustererkennung ist auch dafür verantwortlich, dass wir bei allen Geschichten nach einer Conclusio, einem Abschluss, suchen.

Ok, aber was hat das mit ME3 zu tun?
Ein gutes fiktionales Universum beginnt, irgendwann, basierend auf diesen beiden Eigenheiten unseres neurologischen Aufbaus, eine gewisse "Realität"  zu bekommen. Wenn das Universum in sich geschlossen ist und funktioniert, nehmen wir es als etwas wahr, das bestimmte Regeln zu befolgen hat - und als enorm verstörend, wenn diese Regeln nicht beachtet werden. Das könnte das Gefühl der "inneren Leere" erklären, von dem zumindest im englischen Forum viele berichten.

Denn die Entwickler haben die Regeln ihres eigenen Universums gebrochen. Joker und Shepard benehmen sich plötzlich wir vollkommen andere Charaktere und bestimmte Fakten werden komplett ignoriert - wenn die Masseportale hochgehen, z.B., müsste das alle anderen Planeten im System auslöschen. Abgesehen davon, dass Sovereigns Aussagen im ersten Teil nun überhaupt keinen Sinn mehr machen. Und die Idee "wir vernichten hochentwickelte Zivilisationen mit synthetischen Wesen, damit sie nicht irgendwann synthetische Wesen erschaffen können, die dann alles Leben auslöschen" ist doch wirklich ein bißchen sehr bemüht.

Aber kommen wir doch endlich mal zum Punkt: Wir fühlen uns mies, weil die Entwickler die "Realität" ihres eigenen Universums zerstört haben, sie haben im Grunde ihre eigene Schöpfung verraten. Und uns eine Lösung vorenthalten. Und nun heißt es "aber das ist unser Spiel, ihr habt da gar nichts zu melden."
Ihr habt es erschaffen, richtig. Aber ihr schuldet es eurer eigenen Schöpfung, das Ende zu verändern. Nicht nur uns.
Sondern den Asari, Kroganern, Batarianern, Salarianern, Volus....
Sondern Shepard, Anderson, Thane, Liara, der Rose von illium und tausenden anderen.
Eure Schöpfung.
Eure Verantwortung.

In diesem Sinne, peace out.

Modifié par GorrilaKing, 14 mars 2012 - 09:52 .


#2
DanteMcGee

DanteMcGee
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Schöner Beitrag und der erste zu dem Thema der versucht die Hintergründe des Unmuts der Spieler zu erklären.

Es mag Leute geben die das ganze wirklich nur als "Spiel" sehen das ist ok und man sollte es respektieren. Aber ein Großteil der Spieler ist nun mal unzufrieden weil das ganze Ende dieser epischen Geschichte von vorn bis hinten nicht befriedigend ist.

Und wir beschweren uns ja nicht um die Entwickler zu ärgern, im Gegenteil. Gerade das wir so stark Protestieren sollte BioWare doch beweisen welch großartige Leistung sie mit der ME Reihe vollbracht haben.

Wir Spieler zeigen doch damit das es eben nicht nur ein Spiel für uns ist, sondern das wir mit unserem Shep, unserer Crew und den Völkern dieses Fiktionalen Universums mitfühlen und mitleiden.
Wir haben das Spiel gelebt, wir haben mitgekämpft ums überleben, haben mit gelacht, geweint und gezittert.

Es gibt sicher Leute die das nicht so empfinden und auch nicht nachvollziehen können, aber das heißt nicht das es unwahr ist.

Also bitte lasst uns unseren Unmut zum Ausdruck bringen und akzeptiert unsere Meinung wie wir die eure.

#3
Novachen

Novachen
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Das Spiel gehört rechtlich Electronic Arts. Bioware ist nur der geistige Schöpfer :D.

Bioware und die Fans haben ansonsten aber überhaupt keinen Anspruch auf irgendwas was mit Mass Effect zu tun hat. Bioware ist mittlerweile ein EA-Unternehmen, wenn EA sagt das Mass Effect so enden muss, dann endet es so, selbst wenn Bioware sich was anderes vorstellen würde. Sicherlich hat man entsprechende Erwartungen an ein Spiel, jeder der Charaktere im Spiel hat auf seine Weise versucht sein persönliches Schicksal oder gar das Schicksal des Universums zu ändern. Auch der Spieler hat seinem Shepard die Taten tun lassen, die er für richtig hielt. Ob das Ende nun dem Schicksal entspricht, was dem Folgen der Taten entspricht, hängt einzig und allein davon ab wie man die Reihe gespielt hat. Dieser Heldentod macht für einen Shepard von mir tatsächlich sogar einen Sinn, für einen anderen nunmal nicht. Aber man muss hier ja nicht auch noch darüber reden.

Aber auch jeder Charakter den man so begegnet hat und auch in der Gesamtgeschichte eine Rolle spielt, eben auch eigene Vorstellungen davon das Universum zu verändern. Sei es durch den Einfluss von Shepard oder ohne diesen. Jeder hatte eben seine eigenen Ziele und durchaus eine eigene Persönlichkeit und all die wichtigen Personen wurden quasi vollkommen vergessen. Auch wenn es in dieser Trilogie nur um Commander Shepard ging, sie war mehr als nur Commander Shepard.

Modifié par Novachen, 14 mars 2012 - 01:46 .


#4
mark-21

mark-21
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Ja rechtlich gehört es EA aber solte ein Unternemen nicht auch immer eine Interesse daran haben
soviele seine Kunnden und Fans wie möglich zufrieden zu stellen.
Ich bin der meinung von GorrilaKing das sie die Regeln ihres einenen Universums gabrochen haben.
Und für mich ist es nicht nur ein Spiel sonder eine ganz eigene Welt und die wird duch das Ende
für mich Zerschtört.

#5
ChristianTh

ChristianTh
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Das ist ein toller Beitrag der schön die Hintergründe erklärt, warum wir so reagieren.
Dankeschön!!!

#6
Buliwyf1966

Buliwyf1966
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Wirklich super erklärt, jetzt weiss ich schonmal warum ich nach dem "Ende" total bedeppert da gesessen habe :)
Wem es rechtlich gehört, ist ja klar. Aber emotional gehört es eindeutig Uns ;)

#7
Schlonzz

Schlonzz
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hiho.

erstklassiger beitrag. danke.


und zu ea sollte man sagen:


ea ist es völlig gleichgültig wie spieler reagieren, was sie gerne möchten oder gar fordern. ea macht geld. das ist es was sie interessiert. sonst nichts.

ea präsentiert sich selbst gerne als klassenprimus, hat sich jedoch bereits häufiger blamiert. hat es ea jedoch jemals interessiert ?

ein konzern wie ea regiert erst, wenn verkaufszahlen in den keller gehen und der gewinn einbricht. und das wird nicht passieren. auch nicht, nachdem bioware mass effect zerstört hat.


es werden einige tage nach dem asien-release ein paar abgedroschene phrasen als kommentare von bioware kommen. und das wirds gewesen sein.

und all die sprüche von casey hudson über das besondere verhältnis zwischen entwicklern und spielern sind nichts weiter als leere hülsen und das übliche marketing-blabla.

#8
GorrilaKing

GorrilaKing
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Mal schauen...so wie das abgeht, werden sie das nicht ewig ignorieren können. So oder so, hab mein eigenes Ende geschrieben, pack ich grad in den entsprechenden "Wunschenden"-Thread.
Für mich ist aber definitiv klar...Bioware ist für mich tot. Hab auch TOR gekündigt, da ich diese Leute nicht mehr unterstützen werde.

#9
Schlonzz

Schlonzz
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hab tor schon längst gekündigt.

ist nichts anderes als ein leicht verändertes wow. und das verursacht bereits brechreiz wenn ich nur dran denke.

ignorieren werden sie es bestimmt nicht. ich meine aber, daß da nichts weiter als einige dümmliche phrasen seitens einiger bioware-leute abgelassen werden. ganz im sinne der bisherigen leeren sprüche von casey hudson um die zahlenden schafe bei laune zu halten.

bis auf einige tausend bioware-punkte für nicht gekaufte dlc´s wird sich in den gewinnzonen nichts ändern. alles andere ist, wie ich ja schon schrieb, denen doch völlig schnuppe.

wir spieler interpretieren viel zu viel emotionen in diese sache hinein. für einen manager wie casey hudson und dem rest der bioware-ea-manager ist das völlig irrelevant.